Diese Arbeit behandelt das Werk der amerikanischen Maler Franz Kline, Clyfford Still und Philip Guston. Dabei zeichnet die Abhandlung die malerische Entwicklung im Werk dieser Maler nach. Die leitende Frage bildet hierbei, wie sich in den Arbeiten die Abstraktion zur Gegenständlichkeit verhält.
Das Bedürfnis der Kunstgeschichte ist groß, ein Werk in eine bestimmte Stilrichtung einzuordnen. Die Malerei Klines wird zum "action painting" gezählt. Bei Clyfford Still fällt dies schwer. Er gilt als abstrakter Expressionist. Guston hat man ein wenig abseits des Abstrakten Expressionismus gestellt. Seine Bilder erscheinen weniger entschieden, lyrischer als die beispielsweise eines Jackson Pollock.
Inhaltsverzeichnis
1. Franz Kline
2. Clyfford Still
3. Philip Guston
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das vorliegende Referat untersucht die künstlerische Entwicklung und das spezifische Schaffen von drei prägenden Vertretern des amerikanischen abstrakten Expressionismus. Ziel der Arbeit ist es, die individuellen Ansätze, die Auseinandersetzung mit der Abstraktion sowie die malerischen Besonderheiten von Franz Kline, Clyfford Still und Philip Guston herauszuarbeiten und deren Position innerhalb dieser bedeutenden Strömung des 20. Jahrhunderts zu beleuchten.
- Analyse des "black-and-white style" und der kompositorischen Entwicklung von Franz Kline.
- Untersuchung von Clyfford Stills radikaler Abkehr von traditionellen europäischen Einflüssen.
- Betrachtung der schwierigen Genese der abstrakten Phase im Werk von Philip Guston.
- Gegenüberstellung von spontanem Malakt und kalkulierter Bildstruktur.
- Reflexion über das Verhältnis von Abstraktion und gegenständlicher Referenz.
Auszug aus dem Buch
Die Malerei von Franz Kline
Die Malerei von Franz Kline durchläuft eine erstaunliche Entwicklung. Kline beginnt mit traditionell gegenständlicher Malerei und wird diese bis 1951 beibehalten, sogar noch, nachdem er ab 1946 zunehmend jeglichen gegenständlichen Bezug fallenlässt. Mit Porträt- und Landschaftsmalerei als Auftragsarbeiten hatte er sich seinen Lebensunterhalt verdient und erhält sich diese Einnahmequelle auch noch nach Beginn seiner abstrakten Gemälde. Die Ausrichtung auf gegenständliche Malerei ist jedoch nicht nur das Ergebnis einer finanziellen Zwangslage. Sondern Kline hat ein sehr enges Verhältnis zur Tradition der Malerei: „But then, I don’t have the kind of fuck-the-past attitude. I have very strong feeling about individual paintings and painters past and present” (siehe O’Hara).
Nach einer sehr langen Phase ausschließlich gegenständlicher Malerei erscheint die abstrakte Malerei als ein Bruch mit seinem bisherigen Schaffen. Dieser schlagartige Wandel hin zur Abstraktion, der ein Teil des Mythos von Franz Kline ist, wird gewöhnlicherweise im Beginn seines „black-and-white style“ 1949 gesehen. Diese Entstehung seines abstrakten Stiles aus heiterem Himmel entspricht aber nicht der tatsächlichen Entwicklung. Vielmehr ist es eine stufenweise Hinwendung, die schließlich in die Abstraktion mündet. Ein wesentliches Entwicklungsmoment kann dabei in der Tuschezeichnung gesehen werden, so wie auch später die Zeichnung für seine Abstraktionen eine bedeutsame Rolle spielen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Franz Kline: Das Kapitel zeichnet die stufenweise Entwicklung Klines von der gegenständlichen Auftragsmalerei hin zum charakteristischen Schwarz-Weiß-Stil nach und hinterfragt den Mythos des abrupten Wandels.
2. Clyfford Still: Hier wird die radikale Haltung Stills beleuchtet, der sich von europäischen Traditionen lossagte und eine Kunst schuf, die er als autonomes, transzendentes System begriff.
3. Philip Guston: Dieser Abschnitt thematisiert das Ringen zwischen Abstraktion und Figuration im Werk Gustons sowie die spezifische Stringenz seiner abstrakten Phase zwischen 1947 und 1968.
Schlüsselwörter
Abstrakter Expressionismus, Franz Kline, Clyfford Still, Philip Guston, Action Painting, Abstraktion, Figuration, Malakt, Schwarz-Weiß-Malerei, Bildkomposition, Kunstgeschichte, amerikanische Malerei, Bildzentrum, Farbfelder, künstlerische Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine kunsthistorische Untersuchung der Werke und der künstlerischen Werdegänge von drei bedeutenden US-amerikanischen Malern des 20. Jahrhunderts: Franz Kline, Clyfford Still und Philip Guston.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Entwicklung des abstrakten Stils bei den genannten Künstlern, ihr Verhältnis zur malerischen Tradition sowie die Dynamik zwischen Spontaneität und technischer Kalkulation im Malprozess.
Welches primäre Ziel verfolgt das Referat?
Das Ziel ist es, die spezifischen künstlerischen Ansätze der drei Maler innerhalb des Abstrakten Expressionismus zu analysieren und aufzuzeigen, wie sie sich individuell von gegenständlichen hin zu abstrakten Ausdrucksformen entwickelten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kunstgeschichtliche Analyse, die auf der Auswertung von Lebensdaten, zeitgenössischen Aussagen der Künstler sowie der detaillierten Betrachtung exemplarischer Gemälde basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte, die jeweils einen Künstler und seine spezifischen Schaffensphasen detailliert betrachten – von Klines Schwarz-Weiß-Ästhetik über Stills atmosphärische Bildkonzepte bis hin zu Gustons Kampf zwischen Figuration und Abstraktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Abstrakter Expressionismus, Action Painting, Abstraktion, Bildzentrum, Malakt, künstlerische Entwicklung und Farbfeldmalerei.
Wie bewertet der Autor Klines Verhältnis zur Kalligraphie?
Der Autor stellt klar, dass Kline seine eigene Arbeit nicht als Kalligraphie verstand, sondern als eine Architektur der Gleichberechtigung von Schwarz und Weiß, die sich bewusst vom östlichen Verständnis des unbegrenzten Raumes distanziert.
Warum gilt Clyfford Still als "Alleingänger"?
Still wird als romantischer Held und Einzelgänger beschrieben, weil er jegliche Einflüsse europäischer oder anderer moderner Kunst ablehnte und den Anspruch erhob, eine völlig neue, ex nihilo entstandene Kunst zu erschaffen.
Welcher Aspekt ist für Gustons abstrakte Phase zwischen 1947 und 1968 besonders prägend?
Prägend ist das Spannungsfeld zwischen einem hohen Bedürfnis nach direktem Ausdruck und der gleichzeitigen, oft mühsamen Auseinandersetzung mit der Bildgestaltung, die erst ab 1951 zu einem für ihn bestimmenden Stil führte.
- Arbeit zitieren
- Bernhard Paha (Autor:in), 1991, Die amerikanischen Maler Franz Kline, Clyfford Still und Philip Guston, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/534866