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Personenvereinigungen als Unternehmer im Umsatzsteuerrecht. Nichtrechtsfähige Personenvereinigungen sind keine Unternehmer i. S. d. UStG

Titel: Personenvereinigungen als Unternehmer im Umsatzsteuerrecht. Nichtrechtsfähige Personenvereinigungen sind keine Unternehmer i. S. d. UStG

Seminararbeit , 2019 , 40 Seiten , Note: 13 Punkte

Autor:in: Thomas Haggenmüller (Autor:in)

Jura - Steuerrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem praktisch wichtigen und sehr aktuellen Thema der umsatzsteuerlichen Behandlung der Bruchteilsgemeinschaft. Der BFH hat kürzlich seine bisherige Rechtsprechung diesbezüglich aufgegeben, was Anlass zur vorliegenden Untersuchung gibt.

Der Verfasser legt den Schwerpunkt auf die Auswirkungen der aktuellen Rechtsprechung, erstreckt seine Ausführungen aber auch auf Aspekte jenseits der unmittelbar entschiedenen Rechtsfrage. Im Zentrum steht die Frage, ob die Bruchteilsgemeinschaft Unternehmerin sein kann und ob die (mangelnde) Rechtsfähigkeit hierfür relevant ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Bruchteilsgemeinschaften als Unternehmer i. S. d. UStG

I. Rechtsprechungs- und Verwaltungspraxis

II. Auslegung des § 2 UStG

1. Wortlaut: Grundsatz der Rechtsformneutralität

2. Rechtsformspezifische Einschränkungen

3. Leistung als Voraussetzung der Unternehmerfähigkeit

a) Systematik

b) Historie

c) Telos

d) Unionsrecht

e) Zwischenergebnis

4. Die Bruchteilsgemeinschaft als Leistender bzw. Leistungsempfänger

a) Maßgebliche Betrachtungsweise

aa) Zivilrechtliche Betrachtungsweise

bb) Steuerrechtliche Betrachtungsweise

cc) Differenzierende Betrachtungsweise

dd) Stellungnahme

b) Einschränkungen und Ausnahmen

aa) Annahme einer GbR

bb) Maßgeblichkeit des Außenverhältnisses

cc) Unternehmer als Typusbegriff

dd) Zwischenfazit

C. Rechtsfähigkeit als allgemeine Voraussetzung für Unternehmer

I. Reichweite und Grenzen der Entscheidung des BFH

1. Formelle Grenzen

2. Materielle Grenzen

II. Weitere nichtrechtsfähige Personenvereinigungen

1. Bislang verneinte Unternehmerfähigkeit

2. Bislang bejahte Unternehmerfähigkeit

III. Vereinbarkeit mit höherrangigem Recht

1. Unionsrecht

2. Verfassungsrecht

IV. Ergebnis

D. Fazit und Ausblick

I. Zusammenfassung

II. Ausblick

1. Handlungsoptionen

a) Übernahme der Rechtsprechung

b) Ablehnung der Rechtsprechung

2. Eigene Empfehlung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die umsatzsteuerliche Unternehmerfähigkeit von nichtrechtsfähigen Personenvereinigungen, insbesondere von Bruchteilsgemeinschaften, vor dem Hintergrund der aktuellen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs. Das Ziel ist es zu belegen, dass die zivilrechtliche (Teil-)Rechtsfähigkeit eine notwendige Grundvoraussetzung für den umsatzsteuerlichen Unternehmerbegriff darstellt.

  • Analyse der Rechtsprechung zur Unternehmerfähigkeit von Bruchteilsgemeinschaften
  • Auslegung des Unternehmerbegriffs (§ 2 UStG) unter Berücksichtigung von Zivil- und Unionsrecht
  • Übertragbarkeit der neuen BFH-Grundsätze auf andere nichtrechtsfähige Personenvereinigungen
  • Bewertung der verfassungs- und unionsrechtlichen Vereinbarkeit der Rechtsprechung

Auszug aus dem Buch

II. Auslegung des § 2 UStG

Ob die fehlende zivilrechtliche Rechtsfähigkeit der Bruchteilsgemeinschaft ihrer Unternehmerfähigkeit entgegensteht, ist durch Auslegung des § 2 UStG zu ermitteln, da allen weiteren Vorschriften des UStG zumindest im Grundsatz dieser einheitliche Unternehmerbegriff zugrunde liegt.

1. Wortlaut: Grundsatz der Rechtsformneutralität

Der Wortlaut stellt zugleich Ausgangspunkt und Grenze einer jeden Auslegung dar. Im Grundsatz besteht Einigkeit darüber, dass dieser eine zivilrechtliche Rechtsfähigkeit jedenfalls nicht explizit fordert. Demnach ist jedermann Unternehmer, der eine „gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig ausübt“ (§ 2 I S. 1 UStG).

Aus dem grundsätzlichen Abstellen des Gesetzes auf die gewerbliche Tätigkeit statt auf bestimmte Rechtsformen ergibt sich der Grundsatz der Rechtsformneutralität. Demnach gibt es keine umsatzsteuerlichen Unternehmer „kraft Rechtsform“; im Umkehrschluss kann die Unternehmereigenschaft aber auch nicht durch die Wahl einer bestimmten Organisationsform (wie z. B. der Bruchteilsgemeinschaft) umgangen werden. Folglich könnte auch eine Bruchteilsgemeinschaft grundsätzlich Unternehmer sein, soweit sie eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig ausübt.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des umsatzsteuerlichen Unternehmerbegriffs bei nichtrechtsfähigen Gemeinschaften ein und stellt die These auf, dass nur rechtsfähige Gebilde Unternehmer sein können.

B. Bruchteilsgemeinschaften als Unternehmer i. S. d. UStG: Dieses Kapitel analysiert die aktuelle Rechtsprechung und die Auslegungsmethoden, um zu zeigen, dass Bruchteilsgemeinschaften mangels Rechtsfähigkeit keine Unternehmer sein können.

C. Rechtsfähigkeit als allgemeine Voraussetzung für Unternehmer: Hier werden die Ergebnisse auf weitere nichtrechtsfähige Personenvereinigungen übertragen und die Vereinbarkeit mit Unions- und Verfassungsrecht geprüft.

D. Fazit und Ausblick: Das Fazit bestätigt die Rechtsfähigkeit als zwingende Voraussetzung für die Unternehmereigenschaft und gibt Empfehlungen für den Umgang mit dieser Rechtsprechung.

Schlüsselwörter

Unternehmerbegriff, Umsatzsteuerrecht, Bruchteilsgemeinschaft, Rechtsfähigkeit, Zivilrecht, Leistung, Steuerbarkeit, Vorsteuerabzug, Rechtsformneutralität, Personenvereinigung, BFH, Unionsrecht, Verfassungsrecht, Steuerschuldner.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob eine Bruchteilsgemeinschaft im Sinne des Umsatzsteuergesetzes als Unternehmer auftreten kann, insbesondere nach dem aktuellen Urteil des Bundesfinanzhofs.

Welches ist das zentrale Thema der Forschungsarbeit?

Das primäre Thema ist die dogmatische Herleitung, ob zivilrechtliche Rechtsfähigkeit eine zwingende Voraussetzung für die umsatzsteuerliche Unternehmereigenschaft ist.

Was ist das Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu untermauern, dass nichtrechtsfähige Personenvereinigungen keine Unternehmer sein können und die Rechtsprechung des BFH zu Bruchteilsgemeinschaften korrekt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die juristische Auslegungsmethode, unterteilt in Wortlautauslegung, Systematik, Historie und Telos, sowie die verfassungs- und unionsrechtskonforme Auslegung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die aktuelle BFH-Rechtsprechung, die Auslegung von § 2 UStG sowie die Übertragbarkeit dieser Ergebnisse auf andere nichtrechtsfähige Personenvereinigungen.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Unternehmerbegriff, Bruchteilsgemeinschaft, Rechtsfähigkeit, UStG und Rechtsprechung des BFH charakterisiert.

Wie bewertet der Autor das "Bürokratiemonster"-Argument?

Der Autor hält die Sorge vor einem bürokratischen Mehraufwand für deutlich überzeichnet und sieht keine Anzeichen für massive Steuerausfälle.

Gibt es verfassungsrechtliche Bedenken gegen die neue Rechtsprechung?

Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Grundsätze des BFH sowohl einer verfassungsrechtlichen als auch einer europarechtlichen Prüfung standhalten.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Personenvereinigungen als Unternehmer im Umsatzsteuerrecht. Nichtrechtsfähige Personenvereinigungen sind keine Unternehmer i. S. d. UStG
Hochschule
Universität Konstanz
Veranstaltung
Seminar im Schwerpunkt Personen- und Unternehmensteuerrecht
Note
13 Punkte
Autor
Thomas Haggenmüller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
40
Katalognummer
V534985
ISBN (eBook)
9783346121561
ISBN (Buch)
9783346121578
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bruchteilsgemeinschaft GbR Umsatzsteuer Erbengemeinschaft Unternehmer Mehrwertsteuer BFH Rechtsfähigkeit UStG
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Haggenmüller (Autor:in), 2019, Personenvereinigungen als Unternehmer im Umsatzsteuerrecht. Nichtrechtsfähige Personenvereinigungen sind keine Unternehmer i. S. d. UStG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/534985
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Leseprobe aus  40  Seiten
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