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Heimat im Wandel am Beispiel von "Good Bye, Lenin!"

Titel: Heimat im Wandel am Beispiel von "Good Bye, Lenin!"

Hausarbeit , 2019 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Martin Laumeyer (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit thematisiert den Begriff Heimat am Beispiel des Films "Good Bye, Lenin!". Dabei werden folgende Fragen beantwortet: Welche Mittel werden im Film eingesetzt, um diese Heimat beziehungsweise dieses Heimatgefühl zu konstruieren? Wie werden die Verhältnisse und die Beziehungen zur sich auflösenden DDR diskutiert und vermittelt?

Zunächst soll der Heimatbegriff in einigen Facetten betrachtet und erläutert werden. Anschließend folgt ein Exkurs zu dem Begriff Ostalgie, worauf eine filmische Analyse folgt. Im abschließenden Fazit wird das Zusammenspiel der Analyse mit den dargestellten Begriffen erläutert.

Der Mauerfall, das historische Ende der Trennung Deutschlands, jährt sich dieses Jahr zum dreißigsten Male. Die DDR wurde ein Jahr später formell aufgelöst und in die Bundesrepublik integriert, was für die Bürger der DDR nicht nur eine Änderung der Staatsbürgerschaft bedeutete, sondern auch, dass die Veränderungen der Zeit die, bis zu diesem Zeitpunkt existierende, Kultur beanspruchen würden. Dieses Thema behandelt der Spielfilm "Good Bye, Lenin!" von Wolfgang Becker aus dem Jahre 2003, in dem eine alleinerziehende, systemtreue Mutter just vor dem Mauerfall in ein Koma fällt und von den historischen Ereignissen nichts wahrnimmt. Ihr Sohn versucht, als sie aus dem Koma erwacht, in ihrem Schlafzimmer, eine Art Miniatur-Phantasie-Version der DDR einzurichten, um sie mit den Entwicklungen nicht zu überfordern und zu erschrecken. Es wird somit eine Vorstellung von der Heimat konstruiert, die zu verschwinden droht beziehungsweise bereits verschwunden ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Heimatbegriff

3. Die Ostalgie

4. Ostalgie und Heimat in Good Bye, Lenin!

4.1 Markennamen, Produkte, Symbole in Good Bye, Lenin!

4.2. Kulturelle Differenzen, Ängste und Vorurteile

4.3. Sozio-politische Strukturen und historische Ereignisse

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion von Heimat und Identität im Spielfilm "Good Bye, Lenin!" von Wolfgang Becker. Dabei wird analysiert, durch welche filmischen und erzählerischen Mittel die verlorene DDR-Wirklichkeit für die Mutter des Protagonisten inszeniert wird und welche Rolle der Heimatbegriff im Kontext der deutschen Wiedervereinigung einnimmt.

  • Konstruktion von Heimat und Identität im Film
  • Die Rolle der Ostalgie in der deutschen Filmkultur
  • Einfluss von Alltagskultur, Produkten und Symbolen auf die Wahrnehmung von Vergangenheit
  • Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland nach der Wende
  • Sozio-politische Strukturen als narratives Mittel

Auszug aus dem Buch

4.1 Markennamen, Produkte, Symbole in Good Bye, Lenin!

Am markantesten werden Marken, Produkte und Symbole herausgestellt (vgl. Cook 2011, 528), um die Differenz zwischen Ost und West zu verdeutlichen und den Wandel der damaligen Zeit zu untermalen. Diese Konnotation wird im Kontrast deutlich. So sind neben dem Sandmännchen im Weltall (TC: 04:43-05:06) und der FDJ (TC: 05:39-06:15) auch Marken und Produktbezeichnungen, wie etwa Mokka Fix (TC: 40:24-40:45) und Spreewaldgurken (TC:38:57-40:25) Symbole des alltäglichen und sozialen Lebens in der DDR. Dem gegenüber stehen Marken wie Coca-Cola (TC: 20:27-20:42; 01:00:05-01:01:00), Jacobs (TC: 41:23-42:04) oder auch Burger King (TC: 17:40-23:05). Zu dem seien die Moskauer Gurken aus „Holland“ (TC: 40:24-40:45).

Die Einkehr westlicher Produkte wird so in den Kontext des gescheiterten Sozialismus und dem aufkommenden Kapitalismus gestellt: Während die Ostprodukte das Vergangene, altbewährte darstellen, stehen die Westprodukte für die Modernisierung und das Neue (vgl. TC: 17:40-20:42; TC:38:57-40:25). Eine beispielhafte Einstellung dafür ist jene, in der die NVA-Soldaten abgelöst werden und auf der Straße ein Coca-Cola-LKW durch den Bildausschnitt fährt (TC: 20:25-20:42). Die Stimme aus dem Off unterstreicht die Bedeutung der Szene, die den „Siegeszug des Kapitalismus“ (TC: 20:28-20:30) repräsentiert (TC: 20:25-20:42).

Als die Wohnung auf den vorherigen Stand gebracht werden soll, verdeutlichen zudem Möbel, Bilder und Bücher den DDR-Lebensstil (TC: 33:40-34:35), wobei eine Distanzierung von der DDR deutlich wird: „Guck ma [sic!]! So’n [sic!] Schrott hatten wa [sic!] an!“ – Ariane zu ihrem Kind (TC: 34:46-34:49).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Heimatkonstruktion durch den Spielfilm "Good Bye, Lenin!" ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Der Heimatbegriff: Dieses Kapitel erörtert die vielschichtigen theoretischen Facetten des Heimatbegriffs, insbesondere dessen raum-zeitliche Komponente und die Verbindung zur Identifikation.

3. Die Ostalgie: Hier wird der Begriff der Ostalgie als kulturelle Gegenbewegung zur westdeutschen Geschichtsschreibung und als Ausdruck eines spezifischen Verlustgefühls definiert.

4. Ostalgie und Heimat in Good Bye, Lenin!: Das Hauptkapitel analysiert, wie Alex durch fiktive Inszenierungen eine DDR-Wirklichkeit für seine Mutter erschafft, um ihr das Gefühl von Heimat zu bewahren.

4.1 Markennamen, Produkte, Symbole in Good Bye, Lenin!: Dieser Abschnitt verdeutlicht durch die Analyse von Konsumgütern und Alltagssymbolen den kulturellen Kontrast zwischen dem untergegangenen Osten und dem aufkommenden Westen.

4.2. Kulturelle Differenzen, Ängste und Vorurteile: Hier werden die zwischenmenschlichen Spannungen und die Unterschiede in der Popkultur und Ideologie zwischen Ost- und Westdeutschen untersucht.

4.3. Sozio-politische Strukturen und historische Ereignisse: Dieses Kapitel beleuchtet, wie staatliche Strukturen und das Umschreiben historischer Fakten narrativ zur Konstruktion einer "erfolgreichen" DDR genutzt werden.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass "Good Bye, Lenin!" weniger ein nostalgischer Film als vielmehr ein Heimatfilm ist, der das Ableben einer Vorstellung von DDR thematisiert.

Schlüsselwörter

Heimat, Ostalgie, Good Bye, Lenin!, Identität, DDR, Wiedervereinigung, Filmkontext, Konsumkultur, Transformation, Raum-Zeit-Konstrukt, DDR-Vergangenheit, soziale Strukturen, Ideologie, Erinnerungskultur, mediale Inszenierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Konzept von "Heimat" durch filmische Mittel in Wolfgang Beckers Film "Good Bye, Lenin!" konstruiert und im Zuge der deutschen Wiedervereinigung neu verhandelt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der Heimatbegriff in der deutschen Kultur, das Phänomen der Ostalgie sowie die mediale Darstellung von politischen und sozialen Systemtransformationen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, durch welche narrativen und ästhetischen Mittel der Film eine künstliche DDR-Welt erschafft, um das Heimatgefühl der Protagonistin nach der Wende zu stabilisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewendet?

Die Arbeit nutzt die filmwissenschaftliche Analyse, wobei einzelne Szenen, Symbole und Dialoge auf ihre Bedeutung für das Heimatgefühl hin untersucht werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Konsumgütern, kulturellen Unterschieden und sozio-politischen Strukturen, die im Film als Spielbälle der Narration dienen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Heimat, Ostalgie, Identität, DDR, Wiedervereinigung, mediale Inszenierung und Erinnerungskultur.

Wie unterscheidet sich Alex' Wahrnehmung der DDR von der seiner Mutter?

Während Alex sich als kritischer Betrachter des Wandels positioniert und die DDR-Wirklichkeit für seine Mutter konstruiert, ist die Mutter tiefer im alten System verwurzelt, was den emotionalen Konflikt des Films verschärft.

Warum fungiert das Motiv der Raumfahrt im Film als zentrales Leitmotiv?

Das Motiv der Raumfahrt, insbesondere durch die Figur Sigmund Jähn, dient sowohl als Kindheitserinnerung als auch als narrativer Abschluss, der den endgültigen Abschied von der Mutter und der DDR markiert.

Welche Bedeutung haben die im Film gezeigten Produkte für die Erzählung?

Produkte dienen als visuelle Kontrastmittel zwischen dem "Alten" (DDR) und dem "Neuen" (Kapitalismus), um den radikalen gesellschaftlichen Umbruch für den Zuschauer greifbar zu machen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Heimat im Wandel am Beispiel von "Good Bye, Lenin!"
Hochschule
Hochschule für Bildende Künste Braunschweig  (Institut für Medienforschung)
Veranstaltung
Heimat
Note
1,0
Autor
Martin Laumeyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
15
Katalognummer
V535025
ISBN (eBook)
9783346118875
ISBN (Buch)
9783346118882
Sprache
Deutsch
Schlagworte
heimat wandel beispiel good lenin
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Laumeyer (Autor:in), 2019, Heimat im Wandel am Beispiel von "Good Bye, Lenin!", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535025
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Leseprobe aus  15  Seiten
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