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AD(H)S und/oder Trauma? Überlegungen zur Differentialdiagnostik, Komorbiditäten und möglichen Konsequenzen für therapeutische Interventionen

TraumAD(H)S?

Titel: AD(H)S und/oder Trauma? Überlegungen zur Differentialdiagnostik, Komorbiditäten und möglichen Konsequenzen für therapeutische Interventionen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 38 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Simon Müller (Autor:in)

Psychologie - Entwicklungspsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Untersuchung setzt sich mich mit möglichen Zusammenhängen zwischen psychischen Traumatisierungen und ADHS- Erkrankungen auseinander. Grundlage hierfür bieten Untersuchungen, allen voran die ADHS-Trauma–Studie von Nevena Vuksanovic aus dem Jahr 2015, in der u.a. eine erhöhte Komorbidität zwischen ADHS und PTBS verzeichnet werden konnten, wie auch die Beobachtungen des Verfassers, die auf der Verhaltensebene eine frappierende Ähnlichkeit beider Störungsbilder beschreiben.

Ausgehend von dem Fallbeispiel eines neunjährigen Mädchens mit einer vermeintlichen ADHS-Diagnose werden die (vornehmlich kindlichen) Symptome hyperkinetischer Störungsbilder den Symptomen von Störungsbildern aus dem Trauma-Spektrum gegenübergestellt sowie Erklärungsmodelle für die Entstehung sowohl von ADHS, als auch von PTBS angeführt und erläutert. Außerdem werden beide Störungsbilder auf ihre differentialdiagnostische Abgrenzbarkeit hin untersucht.

Nach einer Kritik des in den diagnostischen Manualen ICD-10 und DSM-IV verwendeten Traumabegriffs wird der von van der Kolk et al. eingeführte Begriff der Entwicklungsbezogenen Traumafolgestörung erläutert, als sinnvolle diagnostische Option diskutiert und ebenfalls hinsichtlich seiner differentialdiagnostischen Abgrenzbarkeit zu ADHS betrachtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

1.1 Von der generellen Notwendigkeit weiterführender Forschung über die Pathogenese von ADHS

1.2 ADHS und/ oder Trauma?

1.3 Der Fall Carla

2.0 ADHS, PTBS oder „entwicklungsbezogenes Trauma“?

2.1 ADHS

2.1.1 Erklärungsfaktoren - Wie ADHS entsteht

2.2 PTBS

2.2.1 Erklärungsfaktoren – Wie eine PTBS entsteht

2.3 Differentialdiagnostische Abgrenzbarkeit ADHS- PTBS

2.3.1 Das Konstrukt der PTBS und die Diskrepanz zur Natur psychischer Traumata

2.4 Das entwicklungsbezogene Trauma

2.4.1 Differentialdiagnostische Abgrenzbarkeit ADHS und Entwicklungsbezogene Traumafolgestörung

3.0 ADHS und/oder Trauma?

3.1 Der Fall Carla

3.2 Zusammenfassende Betrachtung

4.0 Mögliche Konsequenzen

5.0 Ausblick

6.0 Anhang

6.1 Diagnostische Leitlinien für Entwicklungsbezogene Traumafolgestörungen (van der Kolk, 2016)

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexen Zusammenhänge und Komorbiditäten zwischen ADHS und psychischen Traumatisierungen bei Kindern, mit dem Ziel, die diagnostische Abgrenzbarkeit zu prüfen und therapeutische Konsequenzen abzuleiten.

  • Differentialdiagnostik zwischen ADHS, PTBS und entwicklungsbezogenem Trauma
  • Einfluss von Kindheitstraumata auf die Entstehung von ADHS-Symptomen
  • Kritik an bestehenden diagnostischen Kriterien in ICD-10 und DSM-IV
  • Relevanz des Konzepts der "Entwicklungsbezogenen Traumafolgestörung"
  • Analyse der therapeutischen Implikationen für betroffene Kinder

Auszug aus dem Buch

1.3 Der Fall Carla

In der Zeit meines Praktikums konnte ich zahlreiche wertvolle Erfahrungen sammeln und allein durch die intensivierte Auseinandersetzung mit der sonderpädagogisch - entwicklungstherapeutischen Förderdiagnostik viel dazulernen.

Eine Schülerin jedoch beeindruckte mich sowohl aufgrund ihrer Lebensgeschichte als auch aufgrund ihrer, selbst für diese Schulform extremen, Verhaltensweisen und den Reaktionen, die sie bei ihren Lehrern hervorzurufen im Stande war, ganz besonders:

Bei Carla handelt es sich um ein 8 jähriges, leicht adipöses, rothaariges Mädchen, das, trotz ihrer recht verwahrlost wirkenden äußeren Erscheinung, auf den ersten Blick einen nicht unzufriedenen Eindruck auf mich machte.

Die nähere Betrachtung der Unterrichtsphasen, aber auch des freien Spiels mit anderen Kindern ließen mich diesen Eindruck jedoch bald revidieren. So gelang es der kognitiv durchaus gut begabten Schülerin kaum eine Minute, ruhig auf ihrem Einzelplatz in der ersten Reihe sitzen zu bleiben. Stattdessen schien sie im stetigen verbalen, auditiven und visuellen Kontakt mit allem zu stehen, das sich hinter ihrem Rücken befand. Die meiste Zeit rutschte und robbte sie auf ihrem Stuhl hin und her, baute teilweise ohne ersichtlichen Auslöser mit Hilfe ihrer Jacke eine Höhle unter dem Tisch, in die sie sich zurückzog und stellte, auch bei den leichtesten an sie gestellten Anforderungen, sehr zeitnah die Mitarbeit ein, um stattdessen wahlweise in Form eines Wutausbruches ihre Materialien zu zerstören und die Klasse zu verlassen, oder um durch exzessives Schluchzen und Weinen den Anforderungen zu entgehen.

Grundsätzlich war es ihr nur selten möglich, im „Hier und Jetzt“ zu verweilen, den Fokus ihrer Aufmerksamkeit gezielt auf Aufgabenstellungen zu richten bzw. die mühselig hergestellte Aufmerksamkeit länger als wenige Minuten aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus schien die Schülerin ein schlechtes Körperempfinden zu haben. So verletzte sie sich meist mehrmals täglich, klagte über diffuse Schmerzen und lief mit einem T- Shirt und Sandalen bekleidet (und dennoch stark schwitzend) über den Schulhof, während andere Kinder trotz dicker Jacken froren.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit intensiverer Forschung zur Pathogenese von ADHS aufgrund der hohen Prävalenz und kontroversen Diskussionen zur Behandlung.

2.0 ADHS, PTBS oder „entwicklungsbezogenes Trauma“?: Dieses Kapitel erörtert die Symptomatik von ADHS und PTBS, kritisiert bestehende Diagnosesysteme und führt das Konzept des Entwicklungstraumas ein.

3.0 ADHS und/oder Trauma?: Hier wird der Fallbericht von Carla erneut aufgegriffen und differentialdiagnostisch unter Berücksichtigung neuerer Studienergebnisse beleuchtet.

4.0 Mögliche Konsequenzen: Das Kapitel diskutiert die therapeutische Notwendigkeit einer gründlicheren Diagnostik und den Einsatz traumatherapeutischer Verfahren für betroffene Kinder.

5.0 Ausblick: Der Ausblick fordert weitere Forschung zur Wirksamkeit multimodaler Therapiekonzepte und präventiver Ansätze im schulischen Umfeld.

6.0 Anhang: Der Anhang enthält die fachlichen Diagnosekriterien für die Entwicklungsbezogene Traumafolgestörung nach van der Kolk.

Schlüsselwörter

ADHS, Entwicklungstrauma, PTBS, Differentialdiagnostik, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Traumatisierung, Verhaltensauffälligkeiten, Biopsychosoziales Modell, Bindungsstörung, Neurofeedback, Entwicklungsbezogene Traumafolgestörung, Psychotraumatologie, Verhaltensregulation, Diagnostik, Therapie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern, die oft als ADHS diagnostiziert werden, möglicherweise auf entwicklungsbezogene Traumatisierungen zurückzuführen sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Differentialdiagnostik zwischen ADHS, PTBS und komplexem Entwicklungstrauma sowie die Überprüfung von Zusammenhängen zwischen traumatischen Erlebnissen und Aufmerksamkeitsstörungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die diagnostische Abgrenzbarkeit dieser Störungsbilder zu schärfen, um betroffenen Kindern eine passgenauere und wirksamere therapeutische Hilfe zukommen zu lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung aktueller Studien sowie der klinischen Fallbetrachtung eines achtjährigen Mädchens.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von ADHS und PTBS, der Kritik an den aktuellen diagnostischen Manualen und der Vorstellung des Konzepts der Entwicklungsbezogenen Traumafolgestörung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen ADHS, Trauma-Spektrum, Bindungsstörung, Entwicklungsbezogene Traumafolgestörung, Diagnostik und therapeutische Intervention.

Welche Rolle spielt der Fall "Carla" in der Argumentation?

Carla dient als exemplarisches Fallbeispiel, um zu illustrieren, wie ein traumatischer Hintergrund bei einer vermeintlichen ADHS-Diagnose übersehen werden kann und warum herkömmliche Ansätze in solchen Fällen oft fruchtlos bleiben.

Warum hinterfragt der Autor die Diagnosekriterien von ADHS?

Da viele Symptome bei Kindern mit Entwicklungstrauma den Kernsymptomen von ADHS (Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Impulsivität) täuschend ähnlich sind, fordert der Autor eine genauere Exploration der Lebensgeschichte, anstatt nur eine rein genetisch begründete Diagnose zu stellen.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten  - nach oben

Details

Titel
AD(H)S und/oder Trauma? Überlegungen zur Differentialdiagnostik, Komorbiditäten und möglichen Konsequenzen für therapeutische Interventionen
Untertitel
TraumAD(H)S?
Hochschule
Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau  (Psychologie)
Note
2,0
Autor
Simon Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
38
Katalognummer
V535089
ISBN (eBook)
9783346134967
ISBN (Buch)
9783346134974
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ADHS PTBS Entwicklungstrauma Developmental Trauma Differentialdiagnostik Problemverhalten Verhaltensstörungen Psychologie Entwicklung Schule Unterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Simon Müller (Autor:in), 2018, AD(H)S und/oder Trauma? Überlegungen zur Differentialdiagnostik, Komorbiditäten und möglichen Konsequenzen für therapeutische Interventionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535089
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Leseprobe aus  38  Seiten
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