Von der zionistischen Jugendbewegung zu der Organisation "Jugend-Alijah"

Inwiefern gab es einen Wandel von einer Interessengemeinschaft zu einer Zwangsgemeinschaft?


Hausarbeit, 2015

20 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext

3. Zionistischer Jugendbund ‚Blau-Weiß‘

4. Vorbereitung der Auswanderung

5. Die Organisation ‚Jugend-Alijah‘
5.1. Recha Freier
5.2. Mit der ‚Jugend-Alijah‘ nach Palästina
5.3. Erfahrungsberichte

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Technische Quellen

1. Einleitung

In der folgenden Arbeit wird die Entwicklung der zionistischen Jugendbewegung hin zur ‚Jugend-Alijah‘ dargestellt. Als Zionismus wird die Ideologie der Juden bezeichnet, das Land Israel als jüdischen Staat zu errichten (vgl. URBAN 2003, S. 13).

Zunächst wird die politische und die damit verbundene antisemitistische Entwicklung in Deutschland beschrieben. Antisemitismus meint hierbei, die Feinseligkeit, mit denen den Juden ausgehend von der deutschen Bevölkerung begegnet wurde (vgl. SIEVERS 1978, S. 221). Dabei richtet sich die Betrachtung vor allem auf die Wende vom 19. in das 20. Jahrhundert.

Anschließend wird die Situation der Jugendlichen allgemein in Deutschland aufgezeigt. Ausgehend davon wird die Entwicklung der jüdischen Jugendbünde aufgeführt. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen, wird sich bei der Darstellung der zionistischen Jugendbünde auf den Bund ‚Blau-Weiß‘ beschränkt.

Nachfolgend wir die Vorbereitungszeit auf die Auswanderung nach Palästina dargeboten.

Darauf aufbauend wird die Organisation ‚Jugend-Alijah‘ in Betracht genommen. Der Begriff Alijah entstammt dem Hebräischen und meint die Einwanderung in das Land Israel (URBAN 2003, S. 11). Hierbei wird vor allem die Gründerin der Organisation Recha Freier vorgestellt. Untermauert werden die Abläufe und Empfindungen der Jugendlichen während der ‚Jugend-Alijah‘ mit Erfahrungsberichten ehemaliger Mitglieder.

Den Abschluss bildet ein Fazit, in welchem der Frage nachgegangen wird, inwieweit ein Wandel einer Interessengemeinschaft zu einer Zwangsgemeinschaft vorlag.

2. Historischer Kontext

Seit dem ersten Kreuzzug in der Zeit des Mittelalters wurde bis zum Ende des 18. Jahrhunderts den Juden mit einer Ablehnung gegenübergetreten, welche Antijudaismus genannt wurde. Die Ursache der Feindschaft begründeten die Christen damit, dass ihr Herr Jesus Christus von den Juden gekreuzigt wurde. Dieses Vergehen würde ihnen bis in aller Ewigkeit nachstehen (vgl. SIEVERS 1978, S. 219).

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wandelte sich die Abneigung gegen Juden von religiöser Begründung zum Rassenhass. Der Antijudaismus wurde vom Antisemitismus abgelöst. Mit der Aufklärung begannen die Menschen eigenständig zu denken und sich nicht mehr von Lehrsätzen anderer leiten zu lassen. Dies führte dazu, dass die Schuldfrage der Juden an der Tötung Jesu bezweifelt wurde. Stattdessen rückte der Gedanke einer Rassenzugehörigkeit weiter in den Vordergrund, was zur Folge hatte, dass die Minderheit von der Mehrheit gehasst wurde, da diese einen Schuldigen für verlorene Kriege und Misserfolge suchte. Im Unterschied zum Antijudaismus sollte der auf die Rasse bezogene Hass wissenschaftlich fundiert sein, weswegen eine Einteilung von Arier und Semiten vorgenommen wurde. Als Semiten wurden diejenigen bezeichnet, „die eine semitische Sprache sprachen“ (a.a.O., S. 220), womit unter anderem Hebräisch gemeint war. Arier hingegen, welche im Gegensatz zu den Semiten ausschließlich mit positiven Eigenschaften beschrieben wurden, waren unter anderem Germanen (vgl. a.a.O., S. 219f.).

Zu Zeiten des Kaiserreichs führte die Industrialisierung aufgrund des sozialen Elends und der Wirtschaftskrise zu großem Missmut. Viele Menschen fühlten sich in Bezug auf diese Entwicklung machtlos und suchten einen Schuldigen. 1879 brachte der Historiker Heinrich von Treitschke schuldzuweisende Äußerungen hervor: „Bis in die Kreise der höchsten Bildung hinauf … ertönt es heute wie aus einem Munde: Die Juden sind unser Unglück“ (a.a.O., S. 223).

Basierend auf den immer mehr wachsenden Antisemitismus entstand Ende des 19. Jahrhunderts ein politischer Zionismus mit dem Ziel, den Juden zu mehr Selbstbestimmung und Identität in einer eigenen Heimatstätte (Palästina) zu verhelfen. In diesem Rahmen wurde 1897 die ‚Zionistische Vereinigung für Deutschland‘ gegründet (vgl. ERNST 2003, S. 328f.). Vor allem geflüchteten Ostjuden wurde dadurch zur Auswanderung nach Palästina geholfen. Die prekären Situationen in anderen europäischen Ländern, wie beispielsweise Frankreich, lösten auch bei vielen integrierten Juden für die Deutschland ihre Heimat war, Angst aus. Dies führte dazu, dass auch einige Deutschjuden über ein neues Leben ohne entgegengebrachten Antisemitismus nachdachten (vgl. SIEVERS 1978, S. 231).

Zu Zeiten der Weimarer Republik machte die Anzahl der Juden nicht einmal einen Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Diese Minderheit war nicht nur ein Resultat des Auswanderungsprozesses Ende des 19. Jahrhunderts. Zusätzlich trug der Geburtenrückgang den die Urbanisierung zu verantworten hatte dazu bei. Zudem führte die Urbanisierung zu Mischehen und dazu, dass viele Juden nicht mehr ihre Religion auslebten. Während des Krieges fand ein großer Zulauf von osteuropäischen Juden statt, welche den Geburtenrückgang kompensierten. Jedoch wurde ab 1924 die Anzahl wirtschaftlich bedingter Auswanderungen höher, als die der Einwanderungen. Vor allem die Minderheit der jüdischen Bevölkerung gepaart mit der Landflucht sorgte für einen Abbau der jüdischen Gemeinden. Im Jahre 1932 ließen sich 672 Gemeinden weniger verzeichnen als es noch während des Krieges der Fall war (vgl. ERNST 2003, S. 293f.).

Trotzdem war die geringe Anzahl an Juden für die auch kleiner werdende restliche Bevölkerung auffällig. Aufgrund des Drangs nach einem städtischen Leben, den vor allem jüngere Juden verspürten, bildeten sich jüdische Wohnviertel in Handels- und Industriezentren, welche die Aufmerksamkeit der deutschen Bevölkerung auf sich zogen. Hinzu kam die auffällige Anzahl an ausländischen Juden. Während der Wirtschaftskrise, welche 1930 ihren Höhepunkt erreichte, wurden die Juden als bedrohliche Konkurrenz empfunden. Da Juden sich in der Wirtschaft, vor allem im Bekleidungsgewerbe, zunehmend etabliert hatten, sah die von der Krise am stärksten getroffene Mittelschicht in der jüdischen Bevölkerung den Grund für ihre Lage. So wurden diese durch ein verändertes Wirtschaftssystem aus bestimmten wirtschaftlichen Bereichen verdrängt (vgl. a.a.O., S. 294f.).

Auch wenn die Weimarer Republik dazu führte, dass die jüdische Bevölkerung als gleichberechtigt angesehen wurde und diese auch „mit allen Rechten am politischen und gesellschaftlichem Leben teilnehmen“ (ERNST 2003, S. 298) konnte, so veränderte dies nicht den Antisemitismus, der von Teilen der restlichen Bevölkerung, bevorzugt von der Jugend, ausging. Der einzige Weg, um den Juden die Gleichberechtigung zu entziehen, bestand in der Änderung des politischen Systems. Aus dem Anteil der judenfeindlichen Bevölkerung schloss sich eine Bewegung zusammen, welche durch Propaganda große Teile des Bürgertums auf ihre Seite zog. Dies führte dazu, dass es erstmalig zu „kriminellem und gewalttätigem Vorgehen gegen Juden und jüdische Einrichtungen“ (a.a.O., S. 302) kam. Aus der völkischen Bewegung ging die ‚Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei‘1 hervor, welche Hitler ab 1921 anführte. Das Parteiprogramm war stark antisemitisch geprägt: „Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksichtnahme auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein“ (ERNST 2003, S. 303). Viele Soldaten, Bürger und auch ein großer Anteil der Jugend, schloss sich dieser Partei an (vgl. a.a.O., S. 298-301).

Die Mehrheit der Judengegner begründete ihren Antisemitismus mit den befremdlich wirkenden Ostjuden, die laut dieser ein Gegenbild zu der deutschen Bevölkerung darboten und der Grund für die Engpässe dieser Zeit seien. Auch viele Deutschjuden teilten diese Meinung. Lediglich Orthodoxe und Zionisten hatten „ein intensives Interesse an dem religiösen und nationalen Leben der Ostjuden“ (ERNST 2003, S. 307). So kam es auch, dass lediglich die Juden selbst versuchten, den Antisemitismus abzuwehren. Der Regierung war zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst, dass die feindselige Stimmung der Ostjuden gegenüber, auch auf die restlichen Juden in Deutschland bezogen war. Deshalb konzentrierte sich die Regierung vermehrt auf eine empfundene Bedrohung aus der linksparteiischen Richtung, statt auf die eigentlichen Rechte der jüdischen Bevölkerung (vgl. ERNST 2003, S. 319).

Da der Antisemitismus in den folgenden Jahren vor allem aus der Wirtschaftskrise resultierend eher zu, statt abnahm, zog die NSDAP, welche von Hitler 1925 neugründet wurde, immer mehr Massen an (vgl. a.a.O., S. 310). So kam es, dass Hitler am 30. Januar 1933 deutscher Reichskanzler wurde (vgl. DAHMS 1989, S. 15).

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten nahm die Ausgrenzung der Juden, welche auf ganz Europa kriegerisch ausgebreitet wurde, einen dramatischen Höhepunkt. Aufgrund einer Entziehung der Bürgerrechte, fand eine Entmündigung der jüdischen Bevölkerung statt. So kam es, dass diese ohne mögliche Gegenwehr angegriffen und ihnen ihr Eigentum entzogen wurde. Ab 1941 kennzeichnete ein Judenstern jüdische Menschen, um diese auf dem ersten Blick von der restlichen Bevölkerung visuell abzugrenzen. Durch die Errichtung von Sammellagern in Form von Ghettos wurden circa 180.000 Juden vertrieben. Neben Juden, wurde weiteren Bevölkerungsgruppen, wie unter anderem Behinderten und Obdachlosen, in Konzentrationslagern das Leben genommen. Zwischen 1933 und 1945 verstarben auf dieser Art und Weise über 6 Millionen Juden in Europa (vgl. SCHNEIDER et al.).

3. Zionistischer Jugendbund ‚Blau-Weiß‘

Während der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde der Jugend sowohl politisch, als auch reformpädagogisch eine große Bedeutung zugeschrieben, weshalb diese Zeit auch „Zeitalter des Kindes und der Jugendlichen“ (BAUMANN et al. 2003, S. 407) genannt wird. Die Jugendlichen forderten selbst, dass ihnen mehr Einfluss bezüglich der Gesellschaft zugeschrieben werden müsse. Dies rechtfertigten sie vor allem mit den Kriegseinsätzen an der Front. Jedoch rief die wirtschaftliche Situation bei den Jugendlichen sowohl soziale, als auch ökonomische Probleme hervor, welche zu „Orientierungskrisen und Suchbewegungen“ (a.a.O., S. 408) führten. Das Zusammensein mit gleichgesinnten Jugendlichen, war für viele in dieser Situation eine Hilfe (vgl. a.a.O., S. 407f.).

Zu dem Zeitpunkt der Jahrhundertwende wurden die zu dieser Zeit bestehenden Gesellschaftsnormen und bürgerlichen Moralvorstellungen von den Jugendlichen bemängelt. Stattdessen strebten sie „nach Freiheit, Wahrhaftigkeit und nach Verwandlung“ (BAUMANN et al. 2003, S. 410). Der Natur wurde in dieser Zeit eine erhebliche Rolle zugeschrieben. Viele erhofften sich durch gemeinschaftlichem Zusammensein in der Natur der Anonymisierung, welche die Verstädterung mit sich brachte, zu entgehen. Mit genau diesem Ziel entstand 1901 der Verein ‚Wandervögel‘, der sich besonders in Großstädten, aber auch in weiteren Teilen Deutschlands ausbreitete. Um einer Massenbewegung zu entgehen, wurden Mitglieder, die vor allem bürgerlich waren, nach bestimmten Kriterien ausgewählt. Im Jahre 1907 wurden das erste Mal auch Mädchen aufgenommen. Fortan kam es „zu einem kameradschaftlichen Kontakt zwischen den Geschlechtern“ (BAUMANN et al. 2003, S. 411). Die Wandervogelzeit nahm Krieg ihr Ende (vgl. a.a.O. S. 410f.).

Durch die Kriegseinsätze, welche viele gefallene Soldaten mit sich brachten, war die Jugendbewegung zahlenmäßig gemindert. Da das alte politische System nicht mehr bestand, betrachteten viele Jugendliche eine „Veränderung von Staat und Gesellschaft“ (vgl. BAUMANN et al. 2003, S. 414) als ihre Aufgabe. Dies hatte zur Folge, dass sich innerhalb der Jugendbewegung verschiedene politische Richtungen ergaben, was sich auch in der Organisationsstruktur der Jugendbünde, in Form einer elitären Disziplinierung, niederschlug. Der Jugendbund wuchs zu einem Lebensbund, der den individuellen Jugendlichen in den Hintergrund rückte: „die persönlichen Belange [wichen] dem übergeordneten Ziel der gesellschaftlichen und politischen Neuordnung von Staat und Volk“ (vgl. a.a.O., S. 415).

Aufgrund der politischen Ausrichtung lag bei vielen Bünden eine auf das Volk gerichtete Orientierung vor. Dies hatte zur Folge, dass es auch in einigen Jugendbünden antisemitistische Wertvorstellungen gab. Besonders durch den ‚Zittauer Fall‘ im Jahre 1913, keimte ein öffentlicher Antisemitismus ausgehend von den Jugendbünden auf. Einem jüdischen Mädchen wurde trotz erforderlichen Kriterien die Gemeinschaft im ‚Wandervogel‘ verwehrt. Viele Jugendliche des ‚Wandervogels‘, forderten einen völligen Ausschluss von jüdischen Mitgliedern. Obwohl der Bund anhand einer Erklärung veranlasste, dass „innerhalb der Jugendbewegung religiöse und politische Neutralität zu wahren sei“ (BAUMANN et al. 2003, S. 416), reagierten die jüdischen Jugendlichen ohne Aufruhe mit Gründungen eigener Jugendbünde, welche in ihrer Denkweise der des ‚Wandervogels‘ glichen. Einzelne blieben den Jugendbünden erhalten, welche jüdische Jugendliche als gerngesehene Mitglieder ansahen (vgl. a.a.O., S. 416f.).

Auch wenn die jüdische Jugendbewegung an dem ‚Wandervogel‘ angelehnt war, gab es doch zwei Punkte, welche diese charakterisierten. Zum einen waren die Bünde von „verschiedenen jüdisch-politischen Konzeptionen“ (RINOTT 1977, S. 77) geprägt. Zum anderen diente das Wandern als Erlebnis „einer neu aufzubauenden jüdischen Gemeinschaft“ (a.a.O.).

Genau wie die Jugendlichen des deutschen Bürgertums litt auch die jüdische Jugend an einer durch die Modernisierung verursachte Identitätskrise. Jedoch waren die Juden der Teil der Bevölkerung, welcher sich am intensivsten modernisiert hat. Auch fand bei keiner anderen gesellschaftlichen Gruppierung eine solch rapide Verstädterung statt. Hinzu kam, dass die jüdischen Jugendlichen einer enormen seelischen Belastung ausgesetzt waren. Der ihnen entgegengebrachte Antisemitismus führte zu einem „schmerzhaft empfundenen Zwiespalt zwischen Deutschtum und Judentum“ (PILARCZYK 2009, S. 26). In den jüdischen Familien wurde auf das ausgrenzente Verhalten der restlichen Bevölkerung mit einer Anpassung der Erziehung reagiert. Ältere Generationen fielen in einen Assimilationsprozess, der eine allmähliche Entfremdung zum Judentum zur Folge hatte. Bei den Jugendlichen entwickelte sich eine Orientierungslosigkeit, welche von der Suche nach der eigenen Identität begleitet wurde. Die Jugendbewegung bot hier eine Hilfestellung, da diese den Jugendlichen den Weg zu einem jüdischen Bewusstsein aufzeigen sollte (vgl. a.a.O., S. 26ff.). Den jüdischen Gemeinschaftssinn machten sich auch die Jugendbünde zum Inhalt. Die Umsetzung der Hinführung zum Judentum unterschied sich allerdings zwischen den Bündnissen (vgl. RINOTT 1977, S. 83).

Laut Chanoch Rinott lassen sich die Jugendbünde drei verschiedenen Richtungen zuordnen. An erster Stelle stehen hierbei die „Deutsch-jüdische Bewegungen, die die Dualität des Deutsch-Jüdisch-Seins bejahten und nach einer Symbiose zwischen Deutschen und Judentum strebten“ (RINOTT 1977, S. 75). An zweiter Stelle nennt Rinott die Bünde, „deren Schwerpunkt im Jüdischen lag“ (a.a.O.). Als drittes werden die Bünde genannt, welche zionistisch orientiert sind (vgl. a.a.O.).

Die Vertreter des Zionismus erkannten die Gefahr, dass die jüdische Bevölkerung teilweise mit Assimilationsversuchen, also mit einer Anpassung an die deutsche Bevölkerung, auf den Antisemitismus reagierte. Deshalb galt es der Jugend die Aufgabe des Zionismus zu verdeutlichen. Die Aufgabe bestand darin, „die Hintergründe der jüdischen Seele zu Vordergründen des jüdischen Lebens werden zu lassen“ (KLATZKIN 1921, S. 21ff.). Es wurde die Meinung vertreten, dass „zwischen Juden und Nichtjuden eine „instinktive“ Ablehnung bestehe, da Juden und Deutsche aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammen und ihre Umwelt daher unterschiedlich erlebten“ (LAPPIN 1999, S. 163f.). Somit würde eine Anpassung, welche die Verleugnung des jüdischen Wesens bedeuten würde, zum Scheitern verurteilt (vgl. a.a.O.).

[...]


1 Zukünftig mit NSDAP abgekürzt.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Von der zionistischen Jugendbewegung zu der Organisation "Jugend-Alijah"
Untertitel
Inwiefern gab es einen Wandel von einer Interessengemeinschaft zu einer Zwangsgemeinschaft?
Hochschule
Technische Universität Dortmund  (Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Jüdische Jugend in Deutschland 1900 bis1945
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V535102
ISBN (eBook)
9783346126764
ISBN (Buch)
9783346126771
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jüdische Jugend, Zionismus, Zionistische Jugendbewegung, Jugendbewegung, Jugend-Alijah, Recha Freier, Antisemitismus, Nationalsozialismus, Israel, Palästina, Jugendbündnis, Jugendbund, Blau-Weiß
Arbeit zitieren
Janina Heinig (Autor), 2015, Von der zionistischen Jugendbewegung zu der Organisation "Jugend-Alijah", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535102

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