Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Ethik

Eine moralphilosophische Abhandlung ethischer Neubewertung sogenannter "Nutztiere" unter Einbezug der dominanten Essenspraktik

Titel: Eine moralphilosophische Abhandlung ethischer Neubewertung sogenannter "Nutztiere" unter Einbezug der dominanten Essenspraktik

Hausarbeit , 2020 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sonja Fritzsche (Autor:in)

Ethik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die hier vorliegende Arbeit bezieht aus der Warte der tierethischen Moralphilosophie Stellung, wobei die beiden Sphären des Menschlichen und Tierlichen als überlappend und interdependent verstanden werden. Der Titel lautet: "Eine moralphilosophische Abhandlung ethischer Neubewertung sogenannter ‚Nutztiere‘ unter Einbezug der dominanten Essenspraktik". In dieser Arbeit soll die Nutzung von ‚Tieren‘ als Nahrung hinterfragt werden, wobei dafür auf verschiedene Perspektiven und DenkerInnen aus der Tierethik zurückgegriffen werden wird. Welche Perspektiven sind wie miteinander verknüpfbar und welche Vorstellung einer ethisch vertretbaren Position und Verhältnisses gegenüber ‚Tieren’ ist moralisch vertretbar?

Tiere sind mannigfaltig in die menschliche Gesellschaft eingebunden, nahezu in allen Bereichen sind Tiere omnipräsent. Je nach Status beziehungsweise Klassifikation haben wir unterschiedlichste Beziehungen zu Tieren, von besten Freunden oder Nahrungsmitteln, bis zu Heiligen oder exotischen Fremden, von Forschungsobjekten bei Tierversuchen, Schul- und Therapiehunden, Entertainern als Zirkustiere, Werbeträgern bis hin zu Unfallopfern bei Wildunfällen. Vielfach waren Fragen rund um ‚Tiere‘ randständig und marginal diskutiert, wobei die Thematik in sämtlichen Disziplinen und Medien eine rasante Konjunktur erfuhr. Insbesondere in der Soziologie, Philosophie und der Ethik erhielten Debatten derlei Perspektive vermehrt Aufmerksamkeit, wobei die kontroversen Diskussionen zumeist von der Nutzung und dem Schutz der Tiere handeln. Die Praktiken des Essens von Fleisch und Milchprodukten als spezifische, gelebte Herrschaftsordnung ist tief verwurzelt in unserer ‚westlichen‘ Gesellschaft.

Der Konsum von Fleischprodukten liegt in Deutschland seit Jahren bei circa 60 kg direkt konsumiertem Fleisch pro Person und Jahr. Darin nicht berücksichtigt sind die einkalkulierten "Ausfallraten" beziehungsweise Sterberaten im industriellen Prozess der Tierhaltung, der beispielsweise in den USA bei 5 % oder 500 Millionen Tieren liegt. Mit allen indirekten Komponenten kann ein seit 2011 leicht rückläufiger Fleischverbrauch von knapp 90 Kilogramm je Einwohner im Jahr 2017 festgestellt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung zur Thematik, Problemaufriss und Aufbau der Arbeit

2. Moralphilosophische Abhandlung ethischer Neubewertung sogenannter ‚Nutztiere‘ unter Einbezug der dominanten Essenspraktik

2.1 Aristoteles ethische Moralvorstellungen

2.2 Christliche Moralphilosophie und Biozentrismus

2.3 Von der kantischen Moralphilosophie zur schopenhauerschen Mitleidsethik

2.4 Von Schopenhauers Mitleidsethik zu klassischen Utilitarismustheorien

2.5 Von klassischen Utilitarismustheorien zum Präferenzutilitarismus von Singer

2.6 Exkurs zu Fähigkeiten und Psychologie der ‚Tiere‘

2.7 Kritik an Singers Präferenzutilitarismus

3. Letzte Kontextualisierung und Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht moralphilosophische Perspektiven auf das Mensch-Tier-Verhältnis mit dem Ziel, die Nutzung sogenannter ‚Nutztiere‘ als Nahrung kritisch zu hinterfragen und eine ethisch vertretbare Position für den Umgang mit diesen Lebewesen zu skizzieren.

  • Kritische Analyse der dominanten Essenspraktiken in der westlichen Gesellschaft.
  • Gegenüberstellung verschiedener tierethischer Strömungen (Aristoteles, Kant, Schopenhauer, Utilitarismus).
  • Reflektion über Fähigkeiten, Psychologie und den moralischen Status nichtmenschlicher Tiere.
  • Hinterfragung von Speziesismus und anthropozentrischen Herrschaftsverhältnissen.

Auszug aus dem Buch

2.6 Exkurs zu Fähigkeiten und Psychologie der ‚Tiere‘

An dieser Stelle bietet sich ein kleiner Exkurs in die Welt der psychologischen, kognitiven, sozialen und geistigen Fähigkeiten von nichtmenschlichen Tieren an, wobei bewiesen werden soll, warum viele Tiere stärker in das moralische Handlungsfeld integriert werden sollten (vgl. SEZGIN 2012: 6). In den letzten Jahrzehnten erzielte die Wissenschaft eine Reihe bahnbrechender Erkenntnisse, einen enormen Wissenszuwachs, der das Mensch-Tier-Verhältnis bereits verändert hat und unser gesellschaftliches Bild von nichtmenschlichen Tieren noch prägend verändern wird (vgl. MÜTHERICH 2008: 5105). Von Fähigkeiten des Selbstbewusstseins, zu Abstraktionsbildung, Werkzeugherstellung, planerischen Fähigkeiten bis zur tierlichen Kultur und Sprache reicht die Spannbreite des neu gewonnenen Wissens, das die Erkenntnis nahe legt, dass wesentlich mehr Verhaltensweisen und Eigenschaften existieren, die die Gemeinsamkeit und Ähnlichkeit von nichtmenschlichen und menschlichen Tieren unterstreichen, als die Erkenntnisse, die eine Trennung bzw. einen Bruch suggerieren (vgl. ebd.). Anknüpfend an Darwins Evolutionstheorie sollte bei den geistigen Fähigkeiten, anstelle von einem Graben zwischen Menschen und Tieren von einem „Kontinuum wachsende[n] Ichbewusstseins von Tieren“ (ROSENBERGER 2015: 22) ausgegangen werden, vor allem bei evolutionär näher verwandten Tieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung zur Thematik, Problemaufriss und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Omnipräsenz von Tieren in der Gesellschaft sowie die Problematisierung des hohen Fleischkonsums und der industriellen Tierhaltung.

2. Moralphilosophische Abhandlung ethischer Neubewertung sogenannter ‚Nutztiere‘ unter Einbezug der dominanten Essenspraktik: Systematische Untersuchung ethischer Positionen von der Antike über die christliche Lehre bis hin zu modernen utilitaristischen Ansätzen.

2.1 Aristoteles ethische Moralvorstellungen: Analyse des anthropozentrischen Weltbildes und der Seelenvermögenshierarchie, die Tiere aus der Rechtsgemeinschaft ausschließt.

2.2 Christliche Moralphilosophie und Biozentrismus: Erörterung des biblischen Herrschaftsauftrags sowie biozentrischer Gegenentwürfe wie der Ehrfurcht vor dem Leben.

2.3 Von der kantischen Moralphilosophie zur schopenhauerschen Mitleidsethik: Diskussion des Verrohungsarguments nach Kant und Schopenhauers Mitleidsethik als Gegenmodell mit moralischem Wert für Tiere.

2.4 Von Schopenhauers Mitleidsethik zu klassischen Utilitarismustheorien: Einführung der Benthamschen Frage nach der Leidensfähigkeit als moralisches Kriterium.

2.5 Von klassischen Utilitarismustheorien zum Präferenzutilitarismus von Singer: Vorstellung von Singers Ansatz zur Interessenabwägung und der Kategorie der Person.

2.6 Exkurs zu Fähigkeiten und Psychologie der ‚Tiere‘: Darstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur kognitiven Leistungsfähigkeit und dem Bewusstsein von Tieren.

2.7 Kritik an Singers Präferenzutilitarismus: Kritische Auseinandersetzung mit der Singerschen Kategorisierung von Lebewesen und der damit verbundenen Tötungslegitimation.

3. Letzte Kontextualisierung und Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der ethischen Relevanz des Fleischkonsums und Plädoyer für einen Paradigmenwechsel hin zu Tierrechten.

Schlüsselwörter

Tierethik, Speziesismus, Utilitarismus, Mitleidsethik, Anthropozentrismus, Nutztiere, Leidensfähigkeit, moralischer Status, Präferenzutilitarismus, Mensch-Tier-Verhältnis, Tierquälerei, Bewusstsein, Tierbefreiung, Ethik, Biozentrismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit setzt sich moralphilosophisch mit dem Status von sogenannten ‚Nutztieren‘ auseinander und hinterfragt die ethische Vertretbarkeit der dominanten Essenspraktiken in der westlichen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Abhandlung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Tierethik, dem Vergleich verschiedener philosophischer Denker, dem Speziesismus sowie der kritischen Reflexion utilitaristischer Theorien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, welche Essensgewohnheiten ethisch anzustreben sind und wie der moralische Status von Tieren so aufgewertet werden kann, dass ihre Nutzung als Nahrung grundlegend in Frage gestellt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine moralphilosophische Analyse, bei der sie Positionen von Philosophen wie Aristoteles, Kant, Schopenhauer und Singer auf das heutige Mensch-Tier-Verhältnis anwendet und kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische und systematische Aufarbeitung ethischer Theorien, einen psychologischen Exkurs zu tierlichen Fähigkeiten sowie eine spezifische Kritik am Präferenzutilitarismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Speziesismus, Tierethik, Leidensfähigkeit, Präferenzutilitarismus und die Dekonstruktion anthropozentrischer Herrschaftsverhältnisse.

Welche Kritik übt die Autorin konkret an Peter Singer?

Die Autorin kritisiert, dass Singer durch seine Kategorisierung von Personen und nicht-selbstbewussten Wesen die Gefahr birgt, den „garstigen Graben“ zwischen Mensch und Tier lediglich zu verschieben, statt ihn zu überwinden, und eine selektive Tötung legitimiert.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der christlichen Ethik?

Sie beschreibt die christliche Tradition einerseits als stark anthropozentrisch und herrschaftsorientiert, hebt aber zugleich moderne, tierfreundlichere Ansätze hervor, die das Tier als Mitgeschöpf begreifen.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eine moralphilosophische Abhandlung ethischer Neubewertung sogenannter "Nutztiere" unter Einbezug der dominanten Essenspraktik
Hochschule
Katholische Hochschule NRW; ehem. Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Aachen
Note
1,0
Autor
Sonja Fritzsche (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V535154
ISBN (eBook)
9783346117854
ISBN (Buch)
9783346117861
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ethik Nutztiere Moral Essenspraktiken Massentierhaltung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sonja Fritzsche (Autor:in), 2020, Eine moralphilosophische Abhandlung ethischer Neubewertung sogenannter "Nutztiere" unter Einbezug der dominanten Essenspraktik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535154
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  21  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum