Diese Arbeit versucht, folgende Forschungsfrage zu beantworten: Inwieweit unterscheiden sich direkte und indirekte Ausgleichsformen des Täter-Opfer-Ausgleichs, hinsichtlich der Blickwinkel und Aussichten von Täter und Opfer?
Sie stützt sich dabei qualitativ und quantitativ auf Recherche in der existierenden Fachliteratur, deren Ergebnisse hier konsistent zusammengefasst werden – juristische Parameter bleiben dabei im Wesentlichen unberücksichtigt, fokussiert wird auf die psychologischen und sozialen Parameter der außergerichtlichen Schlichtung.
Nach einführender Darstellung des Problemraums und den notwendigen Begriffsklärungen werden die bekannten und verwendeten Schlichtungs-Methodiken differenziert und erläutert. In der Diskussion werden die Perspektiven von und die möglichen Folgen für Opfer und Täter unter den jeweiligen Methodiken gegenübergestellt und verglichen und damit die Forschungsfrage bestmöglich beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
- Kurzfassung
- Abstract
- Überblick
- Begriffsklärungen
- Viktimisierung
- Primäre Viktimisierung
- Sekundäre Viktimisierung
- Tertiäre Viktimisierung
- Coping
- Mediations-Settings
- Formal
- Standard-Verfahren („klassisch“)
- Co-Mediation
- Staffelrad
- Shuttle-Mediation
- Friedenskonferenz
- Tandem-Mediation
- Praktisch
- Verfahren
- Eingesetztes Mediations-Personal
- Ziele der am Täter-Opfer-Ausgleich Beteiligten
- Ziele für das Opfer
- Ziele für den Täter
- Ziele des Mediators
- Bewertung durch Opfer und Täter
- Aussagen in Interviews
- Aussagen von Opfern
- Aussagen von Tätern
- Aussagen beider Parteien zur Rolle des Mediators
- Zusammenfassung und Bewertung der diversen persönlichen Aspekte
- Diskussion
- Analyse der verschiedenen Methoden des Täter-Opfer-Ausgleichs
- Vergleich der Perspektiven von Tätern und Opfern in den verschiedenen Verfahren
- Bewertung der möglichen Folgen des Täter-Opfer-Ausgleichs für beide Parteien
- Untersuchung der Rolle des Mediators im Täter-Opfer-Ausgleich
- Bedeutung der psychologischen und sozialen Aspekte der außergerichtlichen Schlichtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Unterschiede zwischen direkten und indirekten Formen des Täter-Opfer-Ausgleichs, indem sie die Perspektiven und Aussichten von Tätern und Opfern in verschiedenen Mediationsverfahren beleuchtet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den psychologischen und sozialen Aspekten der außergerichtlichen Schlichtung, wobei juristische Parameter weitgehend außer Acht gelassen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet einen einführenden Überblick über das Thema Täter-Opfer-Ausgleich und die Entwicklung der Mediation im Kontext krimineller Handlungen. Die folgenden Kapitel befassen sich mit den verschiedenen Mediations-Settings, sowohl formalen wie auch praktischen, und beleuchten die jeweiligen Verfahren, Ziele und das eingesetzte Personal. Es werden auch die Perspektiven von Opfern und Tätern und deren Ziele im Täter-Opfer-Ausgleich betrachtet. Darüber hinaus werden die Ergebnisse von Interviews mit Opfern und Tätern zusammengefasst und die Rolle des Mediators aus Sicht beider Parteien beleuchtet. Die Arbeit gipfelt in einer Diskussion der Erkenntnisse und ihrer Relevanz im Hinblick auf die Forschungsfrage.
Schlüsselwörter
Täter-Opfer-Ausgleich, Mediation, Schlichtung, Viktimisierung, Coping, Strafrecht, außergerichtliche Konfliktlösung, Opferperspektive, Täterperspektive, Mediationsverfahren, direkte Mediation, indirekte Mediation, Ziele, Folgen, Rolle des Mediators
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Täter-Opfer-Ausgleich (TOA)?
Ein Verfahren der außergerichtlichen Konfliktschlichtung, bei dem Täter und Opfer versuchen, die Folgen einer Straftat unter Anleitung eines Mediators einvernehmlich zu bewältigen.
Was ist der Unterschied zwischen direkter und indirekter Mediation?
Direkte Mediation beinhaltet ein persönliches Treffen der Parteien; indirekte Formen (z.B. Shuttle-Mediation) erfolgen über den Mediator ohne direkten Kontakt.
Was bedeutet Viktimisierung?
Es beschreibt den Prozess, zum Opfer einer Straftat zu werden, unterteilt in primäre (die Tat selbst), sekundäre (Reaktion des Umfelds) und tertiäre Viktimisierung.
Welche Ziele verfolgt das Opfer im TOA?
Ziele sind oft die materielle Wiedergutmachung, die emotionale Bewältigung der Tat und der Erhalt einer Entschuldigung.
Welche Rolle hat der Mediator?
Der Mediator ist eine neutrale dritte Instanz, die das Verfahren leitet, die Kommunikation fördert und auf einen fairen Ausgleich hinarbeitet.
- Quote paper
- Sonja Fritzsche (Author), 2019, Blickwinkel und Aussichten von Täter und Opfer im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs. Soziale Arbeit im Zwangskontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535155