Das Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die gegenwärtigen Chancen, Risiken und Herausforderungen des Handels zu identifizieren und die theoretischen Grundlagen der Digitalen Transformation von Geschäftsmodellen für den stationären Handel zu vermitteln. Um den nötigen Handlungsspielraum für individuelle Umsetzungen zu erhalten werden aufgrund der vielen unterschiedlichen Geschäftsmodelle keine konkreten Handlungsempfehlungen ausgearbeitet.
Die laufende Veränderung der Handelslandschaft hat in einer gesamtheitlichen Betrachtung enorme Auswirkungen auf jeden Einzelnen und somit eine entsprechend hohe Relevanz für die Allgemeinheit. Das Interesse sich mit diesem Thema intensiver auseinander zu setzen, ist für jeden Konsumenten gegeben.
In einem Umfeld steigender Erwartungen an moderne Handelsformate und der fortschreitenden Digitalisierung unserer Gesellschaft, sieht sich im speziellen der stationäre Handel mit sinkenden Umsätzen konfrontiert. Betrachtet man in diesem Kontext die Wachstumskurve des Online-Handels, lässt sich aber auch hier bereits eine leichte Abflachung identifizieren. Wie sich die weiteren Entwicklungen in Bezug auf einzelne Branchen und die Geschwindigkeit verhalten werden und wie der Einzelhandel darauf reagieren soll, lässt sich nur schwer prognostizieren. Aktuelle Trends und Meldungen gehen von einer weiteren Vermischung des Offline- und Online-Handels und einer zunehmenden Konsolidierung des Handelsmarktes aus.
Die vorliegende Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche und der daran anschließenden Analyse und bearbeitet in den folgenden Kapiteln neben den Chancen, Risiken und Herausforderungen, mögliche Ansätze einer digitalen Transformation von Geschäftsmodellen für den Einzelhandel. Aufgrund des nötigen Handlungsspielraums für die Adaption individueller Geschäftsmodelle wurde keine konkrete Handlungsempfehlung abgeleitet.
Als konkretes Ergebnis dieser Arbeit lässt sich festhalten, dass die Notwendigkeit einer digitalen Transformation in einem starken Zusammenhang mit der jeweiligen Branche steht und eine Handlungsentscheidung nur in diesem Kontext und unter Berücksichtigung der formulierten Unternehmensstrategie getroffen werden sollte. Die dargestellten Chancen und Risiken können nur als Anstoß für weitere Überlegungen gesehen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 ZIELSETZUNG
1.3 AUFBAU UND STRUKTUR
1.4 METHODIK
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 BETRIEBSFORMEN DES HANDELS
2.2 GESCHÄFTSMODELLE
2.3 DIGITALE TRANSFORMATION
2.4 ZUSAMMENFASSUNG
3 DER STATUS QUO DES HANDELS
3.1 STANDORTBESTIMMUNG
3.2 EINFLUSSFAKTOREN
3.3 ZUSAMMENFASSUNG
4 CHANCEN, RISIKEN UND HERAUSFORDERUNGEN
4.1 CHANCEN FÜR DEN HANDEL
4.2 RISIKEN FÜR DEN HANDEL
4.3 HERAUSFORDERUNGEN FÜR DEN HANDEL
4.4 ZUSAMMENFASSUNG
5 DIGITALE TRANSFORMATION IM STATIONÄREN HANDEL
5.1 ELEMENTE DIGITALER GESCHÄFTSMODELLE
5.2 EXEMPLARISCHE ROADMAP
5.3 ZUSAMMENFASSUNG
6 FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der digitalen Transformation auf den stationären Einzelhandel und identifiziert Chancen, Risiken sowie Herausforderungen. Ziel ist es, theoretische Grundlagen zu vermitteln und Ansätze zur Anpassung von Geschäftsmodellen im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung aufzuzeigen.
- Analyse des Status Quo im Handel durch verändertes Konsumentenverhalten.
- Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen des Online- und Offline-Handels.
- Diskussion technologischer Trends wie Mobile Commerce, Beacons und Big Data.
- Betrachtung von Multi-Channel-Strategien und deren Einfluss auf Kundenbindung.
- Erarbeitung einer exemplarischen Roadmap für die digitale Transformation von Geschäftsmodellen.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Vorteile und Nachteile im Vergleich
Unbestritten gibt es im Offline- wie im Online-Handel jeweils Vorteile und Nachteile, die einen unterschiedlich großen Einfluss auf den Kaufprozess der Konsumenten ausüben. In einem Vergleich können diese aus Kunden- und Unternehmenssicht betrachtet werden. Die zentralen Vor- und Nachteile des Offline-Handels (siehe Abbildung 5) beinhalten:
Vorteile aus Kundensicht: Der ausgewählte Artikel steht sofort zur Verfügung und kann haptisch und visuell überprüft werden. Entspricht der Artikel nicht den Vorstellungen kann man oftmals von einem auf Kulanzbasis gewährten Umtauschrecht gebrauch machen. Da die Zahlung mit dem Erhalt der Ware erfolgt, besteht kein Risiko bei der Abwicklung. Kunden schätzen am Einkauf, beispielsweise in einem Shopping-Center, die unzähligen Zusatzangebote die ein subjektiv empfundenes Einkaufserlebnis erzeugen.
Nachteile aus Kundensicht: Der Kunde muss sich Zeit nehmen seinen Einkauf während der gesetzlich festgelegten Öffnungszeiten zu tätigen und trägt dabei Kosten für An- und Abfahrt sowie etwaige Parkkosten. Die Auswahl der Artikel ist auf das ausgestellte Sortiment begrenzt und kann nicht mit anderen Produkten verglichen werden. Die individuelle Beratung ist sehr stark von der Kompetenz des Verkäufers abhängig und wird oft als ungenügend eingestuft.
Vorteile aus Handelssicht: Der Handel kann den Konsumenten mittels Kundenbindungsprogrammen zum Nachkauf animieren und über eine ansprechende Ladengestaltung die Möglichkeit ein besonderes Einkaufserlebnis zu gestalten. Im direkten Kundenkontakt kann der Verkäufer, soweit vorhanden, seine Beratungskompetenz einbringen und dem Kunden zusätzliche oder hochwertigere Artikel verkaufen.
Nachteile aus Handelssicht: Hohe Kosten für Personal, Lager und Miete schlagen sich in den Verkaufspreisen nieder und erschweren den Wettbewerb mit regionalen Mitbewerbern und dem Online-Handel. Bei fehlenden Werbeinvestitionen kann nur eine geringe Reichweite erzielt werden. Der stationäre Handel steht oftmals vor der so genannten Free-Rider-Problematik, da Kunden gerne die kostenintensive Fachberatung in Anspruch nehmen, die Artikel dann aber doch Online kaufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in die Thematik der digitalen Transformation des Einzelhandels ein, definiert die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit und erläutert die methodische Vorgehensweise.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Hier werden die zentralen Begriffe wie Betriebsformen des Handels, Geschäftsmodelle und digitale Transformation definiert, um das notwendige Grundverständnis für die weitere Analyse zu schaffen.
3 DER STATUS QUO DES HANDELS: Dieses Kapitel analysiert die aktuelle Situation des Handels, beleuchtet Einflussfaktoren wie Technologie und das veränderte Konsumentenverhalten und bewertet die Vor- und Nachteile verschiedener Handelsformen.
4 CHANCEN, RISIKEN UND HERAUSFORDERUNGEN: Hier werden die durch die Digitalisierung entstehenden Chancen, Risiken und Herausforderungen für den Einzelhandel systematisch identifiziert und aus Kunden- sowie Handelssicht diskutiert.
5 DIGITALE TRANSFORMATION IM STATIONÄREN HANDEL: Dieses Kapitel beschreibt konkrete Ansätze und Elemente digitaler Geschäftsmodelle und bietet eine exemplarische Roadmap für deren Umsetzung im stationären Handel.
6 FAZIT UND AUSBLICK: Das letzte Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung sowie potenzielle Forschungsfelder.
Schlüsselwörter
Digitale Transformation, Einzelhandel, E-Commerce, Multi-Channel-Handel, Online-Handel, Konsumentenverhalten, Geschäftsmodelle, Customer Journey, Touchpoints, Mobile Commerce, Big Data, Kundenbindung, stationärer Handel, Handelslandschaft, Strategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der digitalen Transformation im Einzelhandel und untersucht, wie stationäre Händler auf die Herausforderungen durch den wachsenden Online-Handel reagieren können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Geschäftsmodellen, der Analyse der aktuellen Handelssituation, der Bewertung von Chancen und Risiken durch Digitalisierung und der Erstellung einer Roadmap für Transformationsprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, die aktuellen Chancen und Herausforderungen für den Handel zu identifizieren und theoretische Grundlagen für eine erfolgreiche digitale Transformation von Geschäftsmodellen zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche und der anschließenden Analyse von Fachbüchern, Fachzeitschriften und wissenschaftlichen Literaturdatenbanken zur Beantwortung der Forschungsfragen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, eine Status-quo-Analyse des Handels, die Identifikation von Chancen und Risiken sowie die Darstellung digitaler Transformationsmodelle für den stationären Handel.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Digitale Transformation, Multi-Channel-Handel, Online-Handel, Customer Journey und Geschäftsmodelle im Einzelhandel.
Was ist unter dem ROPO-Effekt zu verstehen?
ROPO steht für "Research Online, Purchase Offline" (oder umgekehrt) und beschreibt die Wechselwirkung zwischen digitalen Informationskanälen und dem tatsächlichen Kauf im stationären Ladengeschäft.
Warum wird im Bereich der digitalen Geschäftsmodelle das "Business Model Canvas" verwendet?
Das Modell wird eingesetzt, weil es eine visuelle, leicht verständliche und effiziente Möglichkeit bietet, komplexe Geschäftsmodell-Strukturen darzustellen, Chancen zu erkennen und Strategien einfach anzupassen.
Was unterscheidet den "Pure-Online-Handel" von anderen Modellen?
Beim Pure-Online-Handel vertreiben Unternehmen ihre Produkte ausschließlich über Online-Shops, ohne über ein stationäres Ladengeschäft zur direkten Kundeninteraktion zu verfügen.
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- Nico Schörgendorfer (Author), 2017, Digitale Transformation als Geschäftsmodell für den Einzelhandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535197