Was ist der Mensch? Welche Rechte hat er? Und wie soll er leben, allein und mit anderen? Diese und ähnliche Fragen haben sich im Laufe der Geschichte viele große und einflußreiche Geister gestellt und sind zu teils sehr verschiedenen theoretischen und praktischen Antworten gelangt, die die Welt bis heute vielfältig formen. Um diese Gegenwart zu verstehen, ist es nötig, ihre Vergangenheit zu kennen, wozu diese Arbeit einen Beitrag leisten soll, indem sie untersuchen wird, welche Antworten auf die obigen Fragen die englischen Philosophen Thomas Hobbes und John Locke gefunden und wie sie sich auf die politische Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika ausgewirkt haben. Die Arbeit bezieht sich dazu außer auf die Originaldokumente auf die im Quellenverzeichnis benannten Arbeiten von George Mace und Frank M. Coleman, die die Fragestellung ausführlicher behandeln, als es in diesem Rahmen nötig und geboten ist. Der an Vertiefung interessierte Leser sei daher auf ihre Bücher verwiesen. Den Abschluß der Arbeit bilden ein Fazit und ein kurzer Ausblick.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Mensch
3. Die Regierung
3. 1. Die gute Regierung
3. 2. Die schlechte Regierung
3. 3. Die echte Regierung
3. 3. 1. Die Repräsentation
3. 3. 2. Die Gewaltenteilung
4. Schluß
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss der politischen Theorien von Thomas Hobbes und John Locke auf die Gründung und die verfassungsrechtliche Struktur der Vereinigten Staaten von Amerika. Dabei wird analysiert, wie deren Ansätze zu Menschenbild und Staatszweck in die US-Verfassung einflossen, um Stabilität und Freiheit zu gewährleisten.
- Vergleich des Menschenbildes bei Hobbes und Locke
- Notwendigkeit und Begründung staatlicher Herrschaft
- Mechanismen zur Kontrolle staatlicher Macht
- Bedeutung der Repräsentation zur Fraktionskontrolle
- Umsetzung der Gewaltenteilung zur Sicherung des allgemeinen Wohls
Auszug aus dem Buch
3. 3. 2. Die Gewaltenteilung
Für Hobbes ist die Monarchie die beste Regierungsform, da der aufgrund der menschlichen Natur auch bei den Regierenden unvermeidlich auftretende Vorrang des eigenen vor dem öffentlichen Interesse in dieser noch am ehesten mit dem öffentlichen Interesse zusammenfalle, da kein Monarch berühmt und stark sein könne, wenn seine Untertanen arm und schwach seien; er würde daher aus eigenem Interesse für das allgemeine Wohl sorgen. Ein einzelner Monarch sei zudem weniger korrupt als eine Vielzahl von Aristokraten oder Abgeordneten und keinen Fraktionszwängen unterworfen.
In seiner zeitgeschichtlich beeinflußten Ansicht irrt Hobbes zwar, doch seine revolutionäre Idee, das persönliche Interesse der politischen Akteure zum öffentlichen Guten einzusetzen, wurde von der amerikanischen Verfassung bejaht, aufgegriffen, verfeinert und verbessert, zusammen mit Lockes Idee, eine aus mehreren Akteuren bestehende Regierung zur Zusammenarbeit zu zwingen, um die Macht eines einzelnen Akteurs zu begrenzen (vgl. Mace 1979: 95, Coleman 1977: 87, 115 ff). Die verschiedenen Glieder der Regierung halten einander stabil und in Kontrolle, indem jedem die nötigen Verfassungsmittel, -mächte und persönlichen Motive gegeben werden, Übergriffen von anderen Gliedern zu widerstehen. Ehrgeiz steht gegen Ehrgeiz, und das persönliche wird zum allgemeinen Interesse. Gutes entsteht, weil der gemeinsame Nenner nur etwas ist, was allen Nutzen und Gerechtigkeit bringt (vgl. Mace 1979: 117 f, Madison 1788, Federalist 51). Die Freiheit wird bewahrt,
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie die politischen Theorien von Hobbes und Locke die Gründung der USA beeinflusst haben.
2. Der Mensch: Dieses Kapitel analysiert das natürliche Freiheits- und Gleichheitsverständnis des Menschen im Vergleich zur US-Unabhängigkeitserklärung.
3. Die Regierung: Das Kapitel untersucht die Notwendigkeit staatlicher Herrschaft, die Kriterien für deren Rechtmäßigkeit sowie die Mechanismen zur Machtkontrolle.
4. Schluß: Das Schlusskapitel fasst die Synthese aus Hobbes' und Lockes Theorien innerhalb der US-Verfassung zusammen und wagt einen Ausblick auf deren Zukunftsfähigkeit.
Schlüsselwörter
Thomas Hobbes, John Locke, US-Verfassung, Unabhängigkeitserklärung, Gewaltenteilung, Leviathan, Menschenbild, Naturzustand, Federalist Papers, Repräsentation, Staatszweck, politische Theorie, Fraktionskontrolle, Machtbegrenzung, Gesellschaftsvertrag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die philosophischen Wurzeln der US-Verfassung durch den Vergleich der Staatstheorien von Thomas Hobbes und John Locke.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Fragen nach dem Wesen des Menschen, der Notwendigkeit einer Regierung und den Mechanismen zur Sicherung von Freiheit und Stabilität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hobbes' und Lockes Theorien als Basis für die politische Gründung der USA dienten und wie diese Ideen in der Verfassung praktisch umgesetzt wurden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse von Originaldokumenten (Verfassung, Federalist Papers) und einer ergänzenden Literaturrecherche.
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Menschenbildes, die Begründung für Regierungen sowie die Analyse von Repräsentation und Gewaltenteilung als Stabilitätsfaktoren.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Besonders prägend sind die Konzepte des Naturzustands, der Gewaltenteilung, des Gesellschaftsvertrags sowie der Schutz individueller Rechte durch staatliche Institutionen.
Warum wird Hobbes trotz seiner monarchischen Tendenz als relevant für die US-Verfassung angesehen?
Der Autor argumentiert, dass Hobbes' Idee, das menschliche Eigeninteresse durch ein künstliches System zum öffentlichen Guten zu lenken, maßgeblich in die verfassungsrechtliche Gewaltenteilung eingeflossen ist.
Inwieweit spielt das "Federalist"-Dokument für die Argumentation eine Rolle?
Die Federalist-Artikel dienen als historische Primärquelle, um die praktische Anwendung theoretischer Konzepte durch die Gründerväter wie Madison und Hamilton zu belegen.
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- Andreas C. Lazar (Author), 2005, Hobbes, Locke und Amerika: Über die Ursprünge der US-Verfassung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53524