Vergleich des rechten und linken Populismus


Hausarbeit, 2019

20 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis

II. Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Populismus im Allgemeinen

3. Rechtspopulismus

4. Linkspopulismus

5. Vergleich Rechts- und Linkspopulismus

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wahlplakat der Partei DIE LINKE

Abbildung 2: Wahlplakat der Partei AfD

Abbildung 3: Horizontale und vertikale Abgrenzung des Populismus

Abbildung 4: Strukturen des Rechtspopulismus als Schaubild

Abbildung 5: Zeitstrahl der Durchbruche der bekanntesten rechtspopulistischen Parteien Europas

Abbildung 6: Strukturen des Linkspopulismus als Schaubild

II. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Merkmale rechtspopulistischer Parteien

Tabelle 2: Unterschiede Rechts- und Linkspopulismus

1. Einleitung

Populismus ist ein politisches Phanomen, das sowohl durch seine Prasenz als auch durch seine Kritik Raum in politischen Diskussionen erhalt.

So liest man einerseits Schlagzeilen wie: „Populismus und die entgleiste Aufklarung“, „Das Zeitalter der Ohnmacht“, aber andererseits auch von Vortragen wie „Rechtpopulismus - Gefahr oder Korrektiv fur die Demokratie?“ (Micus 2017). Aber auch Wahlplakate wie die folgenden waren zur Europawahl omniprasent.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wahlplakat der Partei DIE LINKE (Quelle: Horizont)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Wahlplakat der Partei AfD (Quelle: philoclopedia)

Die vorliegende Hausarbeit soll den Begriff des Populismus in groben Zugen entschlusseln und soll anschlieBend uber die zwei (zumindest begrifflich voneinander zu unterscheidenden) Formen, dem Links- und dem Rechtspopulismus, Aufschluss liefern.

Von Bedeutung ist fur diese Hausarbeit allerdings nicht, inwiefern Populismus fur die Demokratie und welche Art von Populismus (insofern man einer Unterscheidung zustimmt) forderlich ist.

Im Anschluss an die Definitionen (Populismus im Allgemeinen, Links- und Rechtspopulismus), soll Letzteres miteinander verglichen werden. Wichtig ist hierbei anzumerken, dass ein Unterschied zwischen beiden angenommen wird, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Fazit allerdings miteinander abgewogen werden.

2. Populismus im Allgemeinen

Populismus, so meine These, ist eine ganz bestimmte Politikvorstellung, laut derer einem moralisch reinen, homogenen Volk stets unmoralische, korrupte und parasitare Eliten gegenuberstehen - wobei diese Art von Eliten eigentlich gar nicht wirklich zum Volk gehort.

(Muller 2016, S. 187)

Vorab, fur die Definition von Populismus essentiell, muss unterschieden werden zwischen den Begriffen „populistisch“ und „Populismen“: Populismen sind inhaltsdefiniert, populistisch beschreibt eher den Stil, die Formalitat mit dem beispielsweise eine Kritik geauBert wird (vgl. Puhle 2011, S. 39ff.). So kann eine Aussage eines Politikers populistisch sein, ohne, dass er selbst es ist - er bedient sich lediglich populistischer Rhetorik. „Erst, wer glaubt, allein fur das Volk der wahre Vertreter zu sein, ist auch wirklich Populist“ (Muller 2016, S. 188).

Wie bereits im Eingangszitat erwahnt, bedient sich der Populismus zwei antagonistischen Gruppen mit denen er die Gesellschaft einzuteilen versucht: einerseits das reine Volk und [andererseits] die korrupte Elite (vgl. Mudde 2004, S. 543).

Als notwendiges Kriterium des Populismus gilt also die Kritik an den Eliten, als hinreichendes Kriterium „der moralische Anspruch, einzig die Populisten vertreten das wahre Volk“ (Muller 2016, S. 188).

Dabei sprechen Populisten nicht bestimmte Schichten, Klassen oder Berufsgruppen an, sondern die „einfachen Leute“, sie verteidigen „die Kleineren gegen die GroBeren und gegen das System“ (vgl. Puhle 2011, S. 30).

Neben der Abgrenzung gegen die „da oben“, somit einer vertikalen, findet also auch eine Abgrenzung ihrer Gruppe zu einer anderen eine horizontalen Abgrenzung, statt (vgl. Abbildung 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Horizontale und vertikale Abgrenzung des Populismus (eigene Darstellung nach PreuB et al 2014, S. 7)

Der populistische Politiker sieht sich selbst als „Sprachrohr des Volkes“ (Muller 2016, S: 189). Das Gemeinwohl ist dabei eine feststehende GroBe, auf die die regierende Elite keinen Wert mehr legt (aus „egoistischem Interesse oder zugunsten von Fremden“ (Priester 2011, S. 52).

Der Populismus ist nicht nur antielitar, sondern auch antipluralistisch: ein populistischer Politiker halt kritische Auseinandersetzungen in einer pluralistischen Gesellschaft als unnotig - da es einen klaren Willen einer homogenen Gruppe gibt, der vom Populisten durchgesetzt werden soll. Der Populismus schafft durch die Annahme eines homogenen Volkes, eines Alleinvertretungsanspruch, die Forderung nach einem antipluralistischem System (vgl. Muller 2016, S. 188). Hartleb beschreibt dies als „Hang zu Selbstgerechtigkeit und moralischer Tyrannei“ (Hartleb 2004, S. 50).

Kritisiert wird am Populismus aber auch, dass es sich zwar um ein eigenstandiges politisches Phanomen handelt, es ihm aber gerade das fehlt, das beispielsweise Rechtsextremismus ausmacht: der Populismus verfolgt zwar ein spezifisches Ziel, aber lehnt sich in anderen Politikfeldern komplexeren, so genannten Wirtsideologien, an (vgl. Priester 2011, S. 54) und wird demensprechend auch als „dunne Ideologie“ bezeichnet. Taggart beschreibt daher den Populismus auch als „inharent unvollstandig“ (vgl. Taggart 2004, S. 274), da es sich um ein Relations- und kein Substanzbegriff handelt (Anlehnung an Aristoteles' Begriff der Substanz: Substanz ist das, „was zu seiner Existenz keines anderes Dinges bedarf“, Taggart 2004, S. 274), Priester bezeichnet Populismus auch als „Chamaleon“, das sich dem System anpasst und sich „zu ihm in Anti-Beziehung setzt“ (Priester 2012).

Populismus ist aus den oben genannten Grunden (antielitar, antipluralistisch, leere Ideologie) ein eher negativ besetzter Begriff (Vgl. Puhle 2011, S. 29).

Geschichtliche Entwicklung und Grunde fur Populismus Aus demokratietheoretischer Sicht entsteht Populismus genau dann, wenn zwischen der reprasentativen Demokratie und den damit einhergehenden demokratischen Versprechen ein zu groBer Unterschied herrscht (vgl. Priester 2011, S. 49).

Puhle bezeichnet Populismus dementsprechend als „reaktives Produkt der Moderne“, als „antimoderne Protestbewegung derer, die meinen im Modernisierungsprozess zu kurz zu kommen“ (Puhle 2011, S. 30ff., vgl. Priester 2011, S. 54).

Populismus bedarf eines „populistischen Moments“, wenn „fundamentale Wandlungsprozesse in bestimmten Bevolkerungsgruppen zu einer Legitimationskrise des bestehendes Systems fuhren“ (Micus 2017). In Deutschland ist der Beginn des Populismus beispielsweise in den ersten zwei Dritteln des 20. Jhd. zu verorten (als Beispiele dienen Bauernbewegungen, Steuertreiks, vgl. Puhle 2011, S. 35), in den USA Ende des 19. Jhd. (mit dem Bau der Eisenbahn).

Der Populismus hangt „mit der Ambivalenz der Moderne und den Ubergangsbedingungen von Agrargesellschaft zunachst zur modernen Industriegesellschaft zusammen“ (Priester 2011, S. 54).

Auch wird er als Krisensymptom bezeichnet (vgl. Dorna 2003), der emotionale und soziookonomische Aspekte aufnimmt: die Furcht vor Abstieg, Entfremdung und Denationalisierung (vgl. Dorna 2003).

3. Rechtspopulismus

Der Rechtspopulismus verbindet zugespitzte Positionen aus dem politisch rechten Spektrum mit einem Bekenntnis zur Demokratie und wendet sich gegen Einwanderer, die Europaische Union und deren aktuelle Struktur wie gegen die regierenden Parteien. (Priester 2008, S. 31)

Der Rechtspopulismus leitet sich dementsprechend aus der allgemeinen Definition von Populismus ab und weist dementsprechend viele der oben genannten Merkmale auf. So einerseits „das Volk“ als homogene Masse, die er gegen „die Eliten“ zu verteidigen sucht (vgl. Abbildung 4). Andererseits ist er auch gegen das pluralistische System - denn auch jemand als Rechtspopulist versteht sich als Sprachrohr des gemeinen Volks, „der schweigenden Minderheit“ (Priester 2008, S. 26).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Struktur des Rechtspopulismus als Schaubild (eigene Darstellung in Anlehnung an Hartleb)

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Vergleich des rechten und linken Populismus
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
20
Katalognummer
V535321
ISBN (eBook)
9783346124845
ISBN (Buch)
9783346124852
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vergleich, populismus
Arbeit zitieren
Laura Wolf (Autor), 2019, Vergleich des rechten und linken Populismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535321

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