Protest 2.0? Protestkommunikation sozialer Bewegungen von gestern und heute


Masterarbeit, 2018

84 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit

2. Das Phänomen der sozialen Bewegungen
2.1 Protest als Handlungsform sozialer Bewegungen

3. Theorieansätze der Bewegungsforschung
3.1 Framing-Ansatz
3.2 Systemtheoretischer Ansatz
3.2.1 Die moderne Gesellschaft als Bezugspunkt sozialer Bewegungen
3.2.2 Der Systemstatus sozialer Bewegungen
3.2.3 Gesellschaftliche Funktionen sozialer Bewegungen

4. Protestkommunikation sozialer Bewegungen von gestern
4.1 Die Funktionsweise der Massenmedien
4.2 Die Bedeutung der Massenmedien für Protestbewegungen
4.3 Strategien für den Umgang mit den Massenmedien
4.3.1 Anpassung der Protestkommunikation an die Massenmedien
4.3.2 Mögliche Schwierigkeiten bei der Strategie der Anpassung
4.4 Die 68er-Bewegung und die Massenmedien
4.5 Protestbewegungen und Massenmedien - ein heimliches Bündnis?

5. Protestkommunikation sozialer Bewegungen von heute
5.1 Internet und Web 2.0
5.1.1 Soziale Netzwerke
5.1.2 Ein Shitstorm als Protestbewegung im Netz?
5.2 Vorteile des Internets für soziale Bewegungen
5.2.1 Neue Protestformen
5.3 Neue Formen kollektiven Handelns
5.3.1 Unterschiedliche Formen von Handlungsnetzwerken
5.4 Die Ambivalenz des Internets
5.4.1 Grenzen und Gefahren von Protest im Internet
5.5 Protest 2.0? - Befürworter und Gegner

6. Schlussfolgerung

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Die Resultate über die sozialen Bewegungen von gestern sind angesichts der Bewegungen von heute von nur begrenztem Wert, wenn nicht Zusatzvorkehrungen, die nur durch begriffliche Abstrak- tion zu erbringen sind, die Anschlußfähigkeit der Beobachtungen sichern.“ (Ahlemeyer 1989: 180)

Diese Aussage von Heinrich W. Ahlemeyer impliziert die Tatsache, dass sich „die sozi­alen Bewegungen von gestern“ deutlich von den „Bewegungen von heute“ unterschei­den. Hiermit beschreibt Ahlemeyer eine der wohl größten Schwierigkeiten der Bewe­gungsforschung: Bei dem Untersuchungsgegenstand handelt es sich um Phänomene, die sich im stetigen Wandel befinden und sich daher nur schwer erfassen lassen. Angesichts der zunehmenden Verbreitung der Online-Medien hat Ahlemeyers Feststellung, die vor knapp 30 Jahren getroffen wurde, heutzutage noch einmal an Bedeutung gewonnen, denn der zunehmende Gebrauch des Internets hat in Bezug auf die sozialen Bewegungen nach Meinung vieler Beobachter erneut zu grundlegenden Veränderungen geführt.

Zu den „sozialen Bewegungen von gestern“, wie Ahlemeyer sie bezeichnet, kann aus heutiger Sicht die 68er-Bewegung gezählt werden, die sich in diesem Jahr zum 50. Mal jährt. Die Jahreszahl 1968 hat sich zu einem Kultbegriff entwickelt, der unter anderem für eine der bekanntesten sozialen Bewegungen in Deutschland steht: die Studentenbe­wegung. Die Studentenbewegung wird häufig als die erste der sogenannten Neuen sozi­alen Bewegungen1 bezeichnet. (Vgl. Fahlenbrach 2002: 16) Dieser Begriff umschreibt in erster Linie jene Bewegungen, die sich in den 1970er und 80er Jahren herausbildeten. Die Bezeichnung macht deutlich, dass in der Bewegungsforschung bereits zu diesem Zeitpunkt eine Veränderung im Vergleich zu vorherigen Protestbewegungen konstatiert wurde. Hinsichtlich der Bewegungen von heute scheint sich das Phänomen jedoch nochmals gewandelt zu haben. Dies ist vor allem mit Blick auf das Jahr 2011, welches in Bezug auf Protestbewegungen erneut eine größere, internationale Aufmerksamkeit erlangte, der Eindruck vieler.

Das Jahr 2011 gilt als das Jahr weltweiter Proteste, was in erster Linie an den bekann­testen Bewegungen dieses Jahres, dem Arabischen Frühling sowie der Occupy Wall Street Bewegung, festzumachen ist. Nicht ohne Grund wurde von dem Magazin Time im Jahr 2011 die Figur ,The Protested als Person des Jahres gekürt. Das Besondere, beziehungsweise als neuartig angesehene, an diesen Bewegungen war ihr Bezug zu den sozialen Medien oder ganz allgemein gesagt: dem Internet. Die Protestbewegungen von 2011, die an vielen Orten der Welt stattfanden, unterschieden sich zwar in ihren Moti­ven, die Nutzung des Internets war ihnen jedoch gemein. Vor allem Anwendungen des Web 2.0, insbesondere die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter, gerieten bei der Betrachtung der Bewegungen in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Die genannten Platt­formen spielten sowohl bei der Organisation, als auch bei der Mobilisierung und Kom­munikation der Bewegungen eine bedeutende Rolle, sodass sie oftmals gar als Online­Bewegungen betitelt wurden. Vor allem der Arabische Frühling trägt nicht selten den Beinamen einer ,Facebook-Revolution‘. Zuvor gab es bereits im Jahr 2009 im Iran Pro­teste, die als , Twitter-Revolution ‘ bezeichnet wurden. (Vgl. Kneuer/Richter 2015: 84)

Diese Umschreibungen verdeutlichen, dass sich in Bezug auf soziale Bewegungen durch die Nutzung des Internets neue Möglichkeiten versprochen wurden. Diese richte­ten sich insbesondere auf Protestbewegungen mit geringen Ressourcen. Jeroen van Laer und Peter van Aelst bringen die Hoffnungen, die sich mit dem Internet in Bezug auf ressourcenschwache Akteure herausbildeten, auf den Punkt: „Although Goliath can use the internet as well, the relative advantage of this new technology is bigger for David.“ (Van Laer/Van Aelst 2010: 1164) Diese in weiten Teilen gar als euphorisch zu be­schreibenden Ansichten haben sich mit den Bewegungen von 2011 nochmals verstärkt.

Die Medien sind jedoch nicht erst seit dem Zeitalter des Internets von enormer Bedeu­tung für soziale Bewegungen. Im Gegenteil: Die Wirkung und der Erfolg von Protest­gruppen hängen davon ab, ob es ihnen gelingt, mediale Aufmerksamkeit zu erlangen. Joachim Raschke spitzte dies in der bekannten Aussage „Eine Bewegung, über die nicht berichtet wird, findet nicht statt“ (Raschke 1987: 343) zu. Die Massenmedien spielen demnach eine entscheidende Rolle für den Erfolg von sozialen Bewegungen. Worauf diese enorme Bedeutung der Massenmedien für soziale Bewegungen zurückzuführen ist und was dies für die Protestkommunikation bedeutet, wird in der vorliegenden Arbeit untersucht. Es wird zudem die Frage beleuchtet, inwieweit die Nutzung des Internets die Kommunikation sozialer Bewegungen verändert hat, denn: „verändern sich die Me­dien [...], so wirkt sich dies auch auf die Handlungsmöglichkeiten sozialer Bewegungen aus.” (Schade 2018: 104)

1.1 Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Arbeit widmet sich der Kommunikation von Protestbewegungen von gestern und heute. Es wird untersucht, wie sich die Protestkommunikation sozialer Be­wegungen in Bezug auf die Logik der Massenmedien beziehungsweise die des Internets äußert und ob es mit der Verbreitung der Online-Medien zu einer Wandlung der Kom­munikation sozialer Bewegungen gekommen ist. Die Protestkommunikation gilt als ein entscheidender Erfolgsfaktor für soziale Bewegungen, denn sie „scheitern oder gelingen aufgrund misslungener bzw. erfolgreicher Kommunikation.“ (Schade 2018: 202)

Um die Protestkommunikation der sozialen Bewegungen von gestern und heute zu un­tersuchen, wird zunächst der Zusammenhang zwischen den Grundbegriffen dieser Ar­beit erläutert. Anschließend werden verschiedene Theorieansätze der Bewegungsfor­schung vorgestellt. Das Phänomen der sozialen Bewegungen wird hierbei insbesondere aus der Perspektive der Theorie sozialer Systeme genauer betrachtet.2 Auf der Grundla­ge der Theorie wird in dem nachfolgenden Kapitel die Protestkommunikation sozialer Bewegungen von gestern thematisiert. Hier geht es um die Frage, wie sich die Protest­kommunikation in Bezug auf die Logik der Massenmedien äußert. Um zu untersuchen, wie die enorme Bedeutung, die die Massenmedien für Protestbewegungen nach Mei­nung vieler Beobachter einnehmen, zu erklären ist, wird zunächst dargestellt, wie die Massenmedien arbeiten und welche Funktionen sie für die Gesellschaft erfüllen. An­schließend werden verschiedene Strategien für den Umgang der sozialen Bewegungen mit den Massenmedien thematisiert. Als die erfolgversprechendste Theorie gilt die Stra­tegie der Anpassung, aus diesem Grund wird diese genauer betrachtet.

Anschließend wird die Protestkommunikation der sozialen Bewegungen von heute the­matisiert. Es wird untersucht, ob die „Digitalisierung der Kommunikation“ (Daphi et al. 2017: 8) einen Vorteil für die Bewegungen darstellt. Welche Möglichkeiten für Protest­bewegungen haben sich mit den interaktiven Internettechnologien herausgebildet? Wel­che Gefahren und Grenzen von Protest im Internet gibt es? Und könnte man gar von einer internetspezifischen Protestkommunikation ausgehen, die es rechtfertigt, von einer neuen Generation sozialer Bewegungen, einem Protest 2.0, zu sprechen? Diese Fragen werden in Kapitel 5 behandelt. Abschließend werden die Ergebnisse in einer Schlussbe­trachtung zusammengefasst.

2. Das Phänomen der sozialen Bewegungen

In der Forschungsliteratur der Bewegungsforschung lassen sich viele unterschiedliche Definitionen zu dem Begriff der sozialen Bewegungen finden. Marwell/Oliver bringen die Unklarheiten, die zu den zahlreichen theoretischen Konzepten und Definitionsversu­chen existieren, auf den Punkt: „The concept social movement is a theoretical nightmare.“ (Marwell/Oliver 1984: 4, zitiert nach Hellmann 1996a: 15)

Erklärt wurde die fehlende Einigung auf eine feste Verwendungsform des Begriffes unter anderem damit, dass sich soziale Bewegungen zu vielseitig zeigten, als dass eine einheitliche und allgemein akzeptierte Definition festgelegt werden könne. (Vgl. Schade 2018: 41) Gleichzeitig wurde der Bewegungsforschung das Fehlen einer solchen wie­derkehrend als Schwachpunkt attestiert. (Vgl. ebd. 41f.) Die Definitions- und Begriffs­schwierigkeiten, die sich durch die Bewegungsforschung ziehen, hängen unter anderem damit zusammen, dass soziale Bewegungen über einen hohen Temporalisierungsgrad verfügen. Heinrich W. Ahlemeyer ist aus diesem Grund der Ansicht, dass die Bewe­gungsforschung dazu verdammt sei, „ihrem Gegenstand auf immer hinterherzuhinken.“ (Ahlemeyer 1989: 180) Dennoch einigte man sich in den 1990er Jahren auf einen Mi­nimalkonsens, zu dem vor allem die Definitionen Joachim Raschkes (1987), Mario Dia­nis (1992) und Dieter Ruchts (1994) beitrugen.

Allgemein gehalten, machen soziale Bewegungen auf Missstände aufmerksam und drängen auf Veränderungen oder wollen sich solchen widersetzen. (Vgl. Rucht 2011: 20) Soziale Bewegungen hängen eng mit dem System der Politik zusammen, da sich die Kritik - beziehungsweise das Veränderungsbemühen - häufig auf politische Entscheidungen bezieht. Mario Diani definiert eine soziale Bewegung als „a network of informal interactions between a plurality of individuals, groups and/or organizations, engaged in a political or cultural conflict, on the basis of shared collective identity.“ (Diani 1992: 13) In Anlehnung daran formulierte Dieter Rucht eine Definition, die sich in der Bewegungsforschung bis heute als stabil erweist. Er definiert eine soziale Bewe­gung als

„ein auf gewisse Dauer gestelltes und durch kollektive Identität abgestütztes Handlungssys­tem mobilisierter Netzwerke von Gruppen und Organisationen, welche sozialen Wandel mittels öffentlicher Proteste herbeiführen, verhindern oder rückgängig machen wollen." (Neidhardt 1994: 338f.)

Dieter Rucht und Mario Diani unterscheiden sich in ihren Definitionen im Wesentlichen dadurch, dass Rucht Protest als konstitutives Merkmal sozialer Bewegungen ansieht. Diese Ansicht wird von vielen weiteren Bewegungsforschern geteilt. Aus diesem Grund werden die Begriffe ,soziale Bewegung[4] und Protestbewegung[4] in dieser Arbeit syno­nym verwendet.

Die wesentlichen Merkmale, die sich aus den zahlreichen Definitionen zu dem Begriff der sozialen Bewegung ableiten lassen, sind eine gewisse Dauer der Bewegung, das Handeln in Bezug auf einen Konflikt mit dem Ziel von Veränderungen, öffentlicher Protest, eine netzwerkartige Sozialstruktur sowie eine kollektive Identität. (Vgl. Schade 2018: 46)

Bis in die 1970er Jahre war der Begriff der sozialen Bewegung in Deutschland aufgrund der NS-Bewegung überwiegend negativ besetzt. Dies änderte sich mit der Herausbil­dung der Neuen sozialen Bewegungen. (Vgl. Roth/Rucht 2008: 14) Mit der Etablierung dieses Begriffs wurde ein Wandel im Vergleich zu den Bewegungen von vorher, insbe­sondere zu der Arbeiterbewegung, konstatiert. Die Bewegungen der 1970er und -80er Jahre, wie beispielsweise die Friedens-, Frauen- oder Umweltbewegung, waren vor al­lem an postmateriellen Werten orientiert, stellten sich heterogener dar und verfügten über eine breitere Themenvielfalt. (Vgl. Kneuer/Richter 2015: 43) Hierdurch grenzen sie sich von vorherigen Bewegungen ab. Die Bezeichnung ,Neue soziale Bewegungen[4] ist jedoch nicht ohne Kritik geblieben. Niklas Luhmann nennt sie einen „Notbegriff“ (Luhmann 1991: 135) und stellt fest: „Daß man von neuen sozialen Bewegungen spricht, zeigt Distanzbewußtsein, zugleich aber auch theoretische Verlegenheit an.“ (ebd. 146)

Der Kritikpunkt, dass Phänomene in der Bewegungsforschung zu schnell als neu betitelt werden, ist verbreitet. Kai-Uwe Hellmann spricht von einer von Paradigmenwechseln geprägten Bewegungsforschung. (Vgl. Hellmann 1998: 9) Aufgrund dieser Tatsache ist es nicht überraschend, dass die Entwicklung und immer weitere Verbreitung der Online­Medien für weite Teile der Bewegungsforschung erneut zu einer Veränderung sozialer Bewegungen geführt hat. Dies zeigt sich mitunter auch daran, dass die sozialen Bewe­gungen von heute in Teilen der Forschung als eine neue Generation von Protestbewe­gungen umschrieben werden. (Vgl. Roth 2012: 36) Die häufig internetoptimistische Einstellung, die der Entwicklung der Online-Medien entgegengebracht wurde, zeigte sich zu weiten Teilen auch in der Bewegungsforschung. Besonders das Jahr 2011 hat diesem Eindruck auch in der Öffentlichkeit einen euphorischen Schub verliehen. Die Bewegungen, die in diesem Jahr stattfanden, gelten zu einem großen Teil als stark vom Internet geprägt. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Bewegungen von heute aufgrund dieser Tatsache als eine neue Protestgeneration angesehen werden können und inwie­fern sich ihre Kommunikation von der ihrer Offline-Pendants unterscheidet. Dies gilt es in dieser Arbeit zu prüfen.

2.1 Protest als Handlungsform sozialer Bewegungen

Politischer Protest hängt eng mit dem Phänomen der sozialen Bewegung zusammen, denn um ihre Ziele zu erreichen, setzen soziale Bewegungen häufig auf Proteste. Dies geschieht zumeist in Form von öffentlich sichtbaren Mobilisierungen, wie beispielswei­se Demonstrationen, oder mithilfe von weiteren medienwirksamen Protestaktionen. (Vgl. Herriger 2006: 1) Protest stellt somit die Handlungsform sozialer Bewegungen dar.

In der alltäglichen Verwendung wird der Begriff mit der Äußerung eines Widerspruchs assoziiert. Wenn man gegen etwas protestiert, kommuniziert man im Regelfall eine Ab­lehnung gegen etwas. In diesem Sinn definiert Dieter Rucht Proteste als „kontextgebun­dene, zumeist auf einen konkreten Anlass bezogene Kommunikationsakte.“ (Rucht 2015: 284) Harry Pross definiert den Protestbegriff wie folgt:

„Protest ist eine entschiedene, öffentliche Antwort im Widerspruch zu einer vorausgegan­genen Mitteilung. [...] Er wendet sich immer an zwei Adressaten: an den Urheber der Mit­teilung, gegen die sich der Widerspruch richtet, und an ein Publikum als dritte Instanz. [...] Die Protestierer, die Adressaten des Protestes und das Publikum müssen durch ein Thema verbunden sein, das sie alle etwas angeht.“ (Pross 1992: 18, zit. nach Virgl 2011: 27f., Hervorhebung im Original)

Auch Dieter Rucht beschreibt Proteste als eine Kommunikation mit mehreren Adressa­ten, eine „triadische Kommunikation.“ (Rucht 2015: 284) Die Teilnehmer der Kommu­nikation sind die Anhängerschaft der Protestbewegung, die in der Kritik stehenden Zielpersonen, gegen die sich der Protest richtet, sowie ein Publikum, von dem sich Zu­stimmung erhofft wird. (Vgl. ebd.)

Der Begriff Protest wird häufig mit dem der sozialen Bewegung verschmolzen. Der begriffliche Zusammenhang kann nach Dieter Rucht folgendermaßen beschrieben wer­den: Soziale Bewegungen werden durch ihre Mobilisierung zu Protesten sichtbar. Mangels anderer Möglichkeiten sind Proteste das für sie typische Mittel, um öffentliche Aufmerksamkeit zu erlangen und möglichst Zustimmung zu gewinnen. Dieter Rucht und Roland Roth sehen Protest als zentrales Merkmal sozialer Bewegungen an und sind der Ansicht, dass es ohne sichtbaren Protest keine soziale Bewegung gibt. (Vgl. Roth/Rucht 2008: 26)

Gesellschaftlicher Protest kann sich in allen erdenklichen Formen darstellen. Zu den klassischen Protestformen zählen Plakate, Demonstrationen oder Sit-Ins. Des Weiteren können kontextgebunden neue Protestformen entstehen. Beispiele hierfür sind der ste­hende Mann vom Taksim-Platz oder die weiße Maske der Anonymous-Bewegung, die von der Occupy Wall Street Bewegung übernommen wurde. (Vgl. Kneuer/Richter 2015: 37) Auch die Besetzung öffentlicher Plätze hat sich in den letzten Jahren zu ei­nem verbreiteten Merkmal von Protestbewegungen entwickelt. Die Besetzung der Mi­dan Tahrir in Kairo, der Puerta del Sol in Madrid oder des Taksimplatzes in Istanbul sind nur einige Beispiele hierfür. (Vgl. ebd. 14) Protestformate können von Beobachtern trotz ihrer Vielfältigkeit in der Regel schnell als solche identifiziert werden, hierfür ist das Wissen über den Grund oder die Adressaten des Protestes zumeist nicht notwendig. Obwohl sich Protestformate verändern können, sind sie nach Luca Tratschin „dennoch hinreichend stabil [...], dass Protestkommunikation [...] damit rechnen kann, als Protest verstanden zu werden.“ (Tratschin 2016: 41)

Die Praktiken der Protestkommunikation haben sich nach Meinung vieler Bewegungs­forscher in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend professionalisiert. Dies hängt nach Meinung Dieter Ruchts in erster Linie mit der Mediatisierung des Protestes zusammen: Der Wunsch nach öffentlicher Wahrnehmung führe dazu, dass Protestbewegungen ihre Aktionen zunehmend auf die Resonanz der Massenmedien ausrichten. (Vgl. Rucht 2015: 277) Diese Entwicklung wurde insbesondere durch die Verbreitung des Fernse­hens verstärkt und fand mit der Studentenbewegung ihren Anfang. (Fahlenbrach 2002: 176) Seit der Studentenbewegung passen Protestgruppen ihre Kommunikation zuneh­mend an die Funktionsweise der Massenmedien an. (Vgl. Schmitt-Beck 1990: 647) Aus welchen Gründen die Massenmedien für soziale Bewegungen von besonderer Bedeu­tung sind und in welcher Weise sie ihre Kommunikation auf die Massenmedien ausrich­ten, wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit genauer thematisiert.

Henriette Schade stellt in Anlehnung an Christoph Haug zwei wesentliche Aufgaben der Protestkommunikation dar: Mobilisierung und Organisation. (Vgl. Schade 2018: 213) Die Organisation bezieht sich vor allem auf die Kommunikation innerhalb der Bewe­gung, also die interne Kommunikation. Bei der Mobilisierung geht es vor allem darum, potentielle Unterstützer anzusprechen und sie für das eigene Vorgehen zu gewinnen. Hierbei geht es um die öffentliche, also externe Kommunikation, einer Bewegung. Über die Gründe, wie sich ein Mobilisierungserfolg sozialer Bewegungen einstellen kann, gibt es verschiedene Theorieansätze. Die bedeutendsten dieser Ansätze werden im fol­genden Abschnitt vorgestellt.

3. Theorieansätze der Bewegungsforschung

Wie im vorherigen Kapitel dargestellt wurde, handelt es sich bei sozialen Bewegungen um Phänomene, die sich im stetigen Wandel befinden. Aus diesem Grund ist es nicht überraschend, dass sich in der Bewegungsforschung verschiedene Theorieansätze ent­wickelt haben, die den Fokus auf unterschiedliche Merkmale sozialer Bewegungen le­gen. Eine grobe Einteilung lässt sich vornehmen, indem zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Strang der Forschung unterschieden wird. Kai-Uwe Hellmann differenziert hierbei im Wesentlichen zwischen dem Resource Mobilization-Ansatz für die amerikanische und dem New Social Movements-Ansatz für die europäische For­schung. (Vgl. Hellmann 1996a: 11) Innerhalb dieser beiden Paradigmen lassen sich nach Hellmann fünf etablierte Theorieansätze der Bewegungsforschung identifizieren: der Structural Strains-, der Political Opportunity-, der Collective Identity-, der Resource Mobilization- sowie der Framing-Ansatz. (Vgl. Hellmann 1998: 17) Aufgrund des be­grenzten Umfangs dieser Arbeit können nicht alle Theorieansätze ausführlich behandelt werden, stattdessen wird im Folgenden eine kurze Übersicht über das Hauptaugenmerk der Theorieansätze dargestellt, bevor genauer auf den für die Protestkommunikation der sozialen Bewegungen bedeutsamen Framing-Ansatz sowie den in der Bewegungsfor­schung weitestgehend „vernachlässigte[n]“ (Schade 2018: 162) systemtheoretischen Ansatz eingegangen wird.

Der Structural Strains-Ansatz betrachtet die Struktur der Gesellschaft als entscheiden­den Faktor für die Entstehung und den Mobilisierungserfolg von sozialen Bewegungen. Es wird davon ausgegangen, dass soziale Bewegungen als Reaktion auf gesellschaftli­che Wandlungsprozesse auftreten. Daneben wird auch die Sozialstruktur innerhalb der Bewegung betrachtet. (Vgl. Hellmann 1998: 18) Die Mobilisierung hängt demnach eng mit den sozialstrukturellen Gegebenheiten innerhalb der Bewegung zusammen, da laut diesem Ansatz vor allem bereits bestehende Netzwerke zu einer Teilnahme beitragen.

Der Collective Identity-Ansatz bezieht sich auf die interne Struktur von sozialen Bewe­gungen. Wie der Name bereits verrät, legt dieser Ansatz den Fokus auf die kollektive Identität und analysiert, wie in einer sozialen Bewegung das Gefühl der Zusammenge­hörigkeit entstehen kann. (Vgl. Schade 2018: 283) Für den Mobilisierungserfolg ist es diesem Theorieansatz nach zufolge von besonderer Bedeutung, dass unter den Teilneh­mern ein ,Wir-Gefühl‘ entsteht. Hierdurch wird innerhalb der Bewegung ein Zusam­menhalt geschaffen, der die Teilnehmer motiviert und Protestbereitschaft schafft. Der Political Opportunity-Ansatz legt den Fokus dagegen auf die Rahmenbedingungen der sozialen Bewegungen, insbesondere in der politischen Umgebung. (Vgl. Hellmann 1998: 23) Es geht somit vor allem um externe Bedingungen für eine erfolgreiche Mobi­lisierung.

Der Ressourcenmobilisierungsansatz (RMA) erlangte in den 70er Jahren besondere Be­kanntheit und dominierte die amerikanische Bewegungsforschung. Der RMA legt den Fokus auf die aufzubringenden Ressourcen, die seitens einer sozialen Bewegung für eine Mobilisierung nötig sind. Der Ansatz stellt dar, dass das Mobilisierungspotential einer sozialen Bewegung insbesondere davon abhängig ist, „ob und wie sie es verste­hen, ein erfolgsträchtiges Portfolio aus internen und externen Ressourcen zur Mobilisie­rung rational zusammenzustellen.“ (Hellmann 1996a: 12) Soziale Bewegungen werden bei diesem Ansatz als „rational kalkulierende Akteure“ (ebd.) verstanden. Der RMA betont hierbei die wichtige Rolle von Organisation innerhalb der Bewegung (vgl. Herkenrath 2011: 37) und begreift soziale Bewegungen als „instrumentell handelnde, an Ressourcen gebundene und an politischer Einflussnahme orientierte Akteure.“ (Schade 2018: 155) Die in der Gesellschaft bestehenden Unzufriedenheiten sollen durch die Be­wegungsorganisation angefacht werden, sodass durch den Einsatz bestimmter Ressour­cen Teilnehmer mobilisiert werden können.

Der Framing-Ansatz bezieht sich auf die Tatsache, dass Themen mittels der Kommuni­kation sozialer Bewegungen oftmals zunächst als Probleme dargestellt werden müssen, bevor sie von der Gesellschaft als solche wahrgenommen werden. (Vgl. ebd. 255) Da das Framing in Bezug auf die Protestkommunikation sozialer Bewegung eine bedeuten­de Rolle spielt, wird dieses Konzept im Folgenden genauer betrachtet.

3.1 Framing-Ansatz

Im einfachsten Sinn bezeichnet der Begriff Framing die Tatsache, dass bei der Verwen­dung bestimmter Wörter immer auch ein Deutungsumfeld mit transportiert wird. Sozia­le Bewegungen zielen bei ihrer Kommunikation gezielt auf die Durchsetzung bestimm­ter Deutungsmuster ab. (Vgl. Schmitt-Beck 1998: 477) Aus diesem Grund konstruieren sie sogenannte Deutungsrahmen (Frames), die ihre Interpretation einer Situation, ihre Ziele und ihr Vorgehen darstellen und gegenüber der Gesellschaft legitimieren sollen. (Vgl. Hellmann 1998: 20)

Der Begriff Framing wurde von Erving Goffman übernommen. Frames (Rahmen) defi­niert Goffman als „Organisationsprinzipien für Ereignisse.“ (Goffman 1980: 19) Sie werden in der Regel unbewusst während eines kommunikativen Prozesses übernommen und helfen dabei, „klare logische Verknüpfungen und Begründungen von Ereignissen“ (Schade 2018: 117) zu erreichen. Mithilfe von Frames gelingt es, Ereignisse einzuord­nen und ihnen eine Bedeutung zu verleihen. Kurz gefasst: Frames beantworten die jeder Situation immanente Frage ,Was geht hier eigentlich vor?‘ und prägen damit die Wahr­nehmung der jeweiligen Situation. (Vgl. ebd. 266) Ein Frame stellt einen Interpretati­onsrahmen zur Verfügung, der es möglich macht, ein Ereignis einzuordnen. Zudem führt er häufig zu bestimmten Assoziationen und Bewertungen.

Robert D. Benford und David A. Snow untersuchten das Framing in Bezug auf soziale Bewegungen genauer und stellten dar, dass Protestbewegungen die Deutungsmuster ihrer Inhalte aktiv mitgestalten müssen, um Erfolg zu haben: „[M]ovement actors are viewed as signifying agents actively engaged in the production and maintenance of meaning.“ (Benford/Snow 2000: 613) Für soziale Bewegungen ist es wichtig, eigene Deutungsrahmen zu entwickeln, um ihre Sicht der Dinge zu transportieren und die öf­fentliche Meinung für ihr Thema zu sensibilisieren. Das Thema einer sozialen Bewe­gung wird in der Gesellschaft nicht per se als Problem betrachtet. Die Deutung einer Situation als ein zu lösendes Problem muss von der sozialen Bewegung aus diesem Grund oftmals erst konstruiert werden, um auch von anderen Mitgliedern der Gesell­schaft als ein solches angesehen zu werden: „Nicht mehr der Sachverhalt selbst ist [...] Ausgangspunkt für Handeln oder Protest, sondern dessen Wahrnehmung.“ (Herriger 2006: 12)

Benford/Snow bezeichnen die Deutungsrahmen, die von sozialen Bewegungen geschaf­fen werden, als „collective action frames.” (Benford/Snow 2000: 614) Diese definieren sie als „action-oriented sets of beliefs and meanings that inspire and legitimate the activ­ities and campaigns of social movements.“ (Benford/Snow 2000: 614) Genau wie jene Frames, von denen Goffman sprach, helfen die kollektiven Handlungsrahmen dabei, Ereignisse einzuordnen. Allerdings haben sie hierbei die Intention, ihre Anhänger sowie neue Unterstützer zu mobilisieren. (Vgl. ebd.) Sie gehen somit noch einen Schritt weiter als die von Erving Goffman beschriebenen Frames: „[C]ollective action frames not only perform an interpretive function in the sense of providing answers to the question ,What is going on here?‘, but they also are decidedly more agentic and contentious in the sense of calling for action.“ (Snow 2004: 385)

Kollektive Handlungsrahmen werden von der sozialen Bewegung bewusst mit dem Ziel geschaffen, ihre Problemsicht auf die Gesellschaft zu übertragen und ihre Forderungen sowie ihr Vorgehen zu legitimieren. Die Frames der sozialen Bewegungen müssen ver­schiedene Funktionen erfüllen, um erfolgreich zu sein. Snow und Benford unterschei­den drei verschiedene Ebenen des Framing, die sogenannten „Core Framing Tasks.“ (Benford/Snow 2000: 614) Diese drei Ebenen sind die Problemkonstruktion („diagnostic framing“), der Lösungsvorschlag („prognostic framing“) sowie die Hand­lungsaufforderung („motivational framing“). (Vgl. ebd. 615, vgl. Schade 2018: 270)

Das diagnostische Framing (diagnostic framing) beinhaltet die Identifikation des Prob­lems sowie dessen Ursachen. Hier wird das Problem dargestellt und Verantwortlichen zugerechnet. (Vgl. Schade 2018: 270) Mithilfe des diagnostischen Framing wird der Protest legitimiert. Es gibt ,Gut‘ und ,Böse‘ und es entsteht ein ,Wir gegen die Ande­ren‘. Es findet eine klare Benennung des Handlungsträgers und der Schuldigen statt. Dies kann zu der Identifikation mit der Gruppe beitragen und ist bedeutsam für die Herausbildung einer kollektiven Identität. (Vgl. Benford/Snow 2000: 615f.)

Besonders wichtig für einen Erfolg der Protestkommunikation ist es, dass das darge­stellte Problem als veränderbar angesehen wird. (Vgl. Baringhorst 1998: 332) Hier spielt das prognostische Framing (prognostic framing) eine Rolle, welches Lösungs­möglichkeiten anbietet und die weitere Vorgehensweise darstellt. (Vgl. Benford/Snow 2000: 616) Mit dem prognostischen Framing werden die Ziele des Veränderungsbemü­hens thematisiert. Dies ist bedeutsam, um die Bereitschaft der Unterstützung zu vergrö­ßern. Allerdings reicht der Konsens über die Probleme und deren Ursachen sowie über mögliche Lösungswege nicht aus, um kollektive Handlungen zu erklären. Hier spielt die dritte Form, das aktionsorientierte Framing (motivational framing), eine Rolle, welches

die Handlungsebene betrifft. Es sollen neue Teilnehmer mobilisiert werden, indem die Protestakteuere Anreize schaffen, die die Handlungsbereitschaft der Adressaten wecken. Kollektive Handlungsrahmen verfolgen die Intention, die Menschen als „potential agents of their own history“ (Gamson 1995: 89f., zitiert nach Schade 2018: 271) darzu­stellen: „They suggest not merely that something can be done but that ,we‘ can do something.“ (ebd.) Für die Protestkommunikation sozialer Bewegungen spielt das Fra­ming eine entscheidende Rolle, um Unterstützer zu mobilisieren und die öffentlich­keitswirksame Wahrnehmung der Bewegung zu beeinflussen.

3.2 Systemtheoretischer Ansatz

Die Systemtheorie nach Niklas Luhmann stellt ein „prominentes [...] Interpretationsre­pertoire“ (Schade 2018: 162) bereit. Sie versteht sich als allzuständig - jedoch nicht alleinzuständig - für soziologische Phänomene. (Vgl. Hellmann 1996: 7) Die Theorie erhebt für sich selbst den Anspruch, universell zu sein. Das bedeutet, dass sie auf den gesamten Bereich der Wirklichkeit angewendet werden kann. (Vgl. ebd.) Niklas Luh­mann bezeichnet die Systemtheorie gar als „eine besonders eindrucksvolle Supertheo­rie.“ (Luhmann 1984: 19) Dennoch wurde sie in der Bewegungsforschung lange Zeit nur am Rande betrachtet. (Vgl. Hellmann 1996a: 19) Dies ist für Kai-Uwe Hellmann vor allem insofern überraschend, als dass die Systemtheorie seiner Meinung nach, „spe­ziell für jene Probleme, die bei der Bestimmung des Begriffs der sozialen Bewegungen anfallen, [...] Lösungen parat hält.“ (ebd. 19f.)

In der vorliegenden Arbeit wird das Phänomen der sozialen Bewegungen aus der Per­spektive der Systemtheorie genauer betrachtet, da diese wertvolle Erkenntnisse für das Verständnis von sozialen Bewegungen und deren Funktion für die Gesellschaft liefert. Auf Grundlage der Theorie kann anschließend untersucht werden, inwiefern die Pro­testkommunikation der sozialen Bewegungen mit den Massenmedien in Verbindung gebracht werden kann.

Niklas Luhmann hat sich über viele Jahre hinweg wiederkehrend mit dem Phänomen der sozialen Bewegungen auseinandergesetzt, allerdings hat er dem Thema kein eigenes Werk gewidmet. Seine Ausführungen zu Protestbewegungen tauchen stattdessen in dem Zusammenhang mit anderen Themen auf, so zum Beispiel in Soziale Systeme (1984) bei der Auseinandersetzung mit Konfliktsystemen, in Die Soziologie des Risikos (1991) oder in Die Gesellschaft der Gesellschaft (1997). In einem Interview mit Kai-Uwe Hellman, der es sich in einem von ihm herausgegebenen Werk zur Aufgabe gemacht hat, die einzelnen Arbeiten Luhmanns zu diesem Thema zu vereinigen, sagt Luhmann, er habe „nie systematisch auf dem Gebiet gearbeitet.“ (Hellmann 1996: 175) Zudem stellt er dar, dass der Gegenstand der sozialen Bewegungen „eine gewisse Unordnung“ (ebd. 186) in die Theorie bringe. Auch Kai-Uwe Hellmann stellt fest: Man „gewinnt [...] bisweilen den Eindruck, als wolle sich [...] dieser Bereich nicht so recht in die Perspek­tive einfügen, mit der der Soziologe Luhmann ansonsten auf die moderne Gesellschaft blickt.“ (ebd. 9)

Doch wie bereits erwähnt wurde, beansprucht die Systemtheorie für sich einen Univer­salitätsanspruch und sollte somit auch auf den Gegenstand der Protestbewegungen an­gewendet werden können. Kai-Uwe Hellmann bezeichnet das Phänomen der sozialen Bewegungen als einen „interessanten Testfall für den Universalitätsanspruch der Sys­temtheorie“ (ebd. 39) und auch Heinrich W. Ahlemeyer erklärt:

„Wenn der fachuniversale Geltungsanspruch der Theorie autopoietischer sozialer Systeme nicht zu Unrecht erhoben wird, muß es möglich sein, auch den Bereich der sozialen Wirk­lichkeit, der sich selbst als soziale Bewegung beschreibt, als autopoietisches soziales Sys­tem zu beschreiben.“ (Ahlemeyer 1989: 181)

Nach Kai-Uwe Hellmann kann sich eine Systematisierung der systemtheoretischen Be­stimmung sozialer Bewegungen insbesondere an drei Punkten orientieren: an der mo­dernen Gesellschaft als Bezugspunkt von sozialen Bewegungen, an dem Systemstatus sowie an ihrer Funktion für die Gesellschaft. (Vgl. Hellmann 1996a: 21) Diese Punkte werden im Folgenden genauer betrachtet.

3.2.1 Die moderne Gesellschaft als Bezugspunkt sozialer Bewegungen

Luhmann zufolge beziehen sich Proteste auf die „Dauerprobleme unseres Gesellschafts­systems.“ (Hellmann 1996: 10) Die moderne Gesellschaft ist damit der „primäre Be­zugspunkt“ (ebd. 21) von sozialen Bewegungen.

Der Ausgangspunkt von Luhmanns Gesellschaftstheorie ist es, die Gesellschaft als ein soziales System zu betrachten. (Vgl. ebd. 51) Im Gegensatz zu psychischen und biologi­schen Systemen, die durch Bewusstseinsprozesse beziehungsweise durch Leben operie­ren, operieren soziale Systeme in Form von Kommunikation. Die Gesellschaft gilt als das „umfassende System sinnhafter Kommunikation“ (Luhmann 1988: 62, zitiert nach Hellmann 1996a: 30) und schließt alle weiteren sozialen Systeme, wie Interaktionen und Organisationen, in sich ein. (Vgl. Luhmann 1997: 78)

Der Systemtheoretiker und Konstruktivist Luhmann beschreibt die moderne Gesell­schaft als eine funktional differenzierte Gesellschaft, die dadurch entstanden ist, dass sie sich in unterschiedliche Teilsysteme ausdifferenziert hat. (Vgl. Hellmann 1996a: 37) Zu diesen Teilsystemen gehören beispielsweise das System der Politik, das Rechts- sowie das Wirtschaftssystem. Die Teilsysteme werden auch Funktionssysteme genannt, da sie jeweils eine bestimmte Funktion für die Gesellschaft erfüllen. Jedes Funktionssystem ist für die Lösung eines für die gesamte Gesellschaft relevanten Problems verantwortlich. (Vgl. ebd.) Den Funktionssystemen kommt für ihren Bereich dabei die „universale Zu­ständigkeit“ (Hellmann 1996: 21) zu.

Die Funktionssysteme operieren autonom und sind indifferent gegenüber allem, was nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fällt. Dies ist dadurch möglich, dass sie mithilfe eines binären Codes arbeiten, mit welchem sie unabhängig von den anderen Funktions­systemen operieren können. Der Binärcode besteht aus einem Wert und seinem Gegen­wert. Mithilfe dieses Codes wird eine Unterscheidung getroffen, durch die die Systeme bestimmen können, was für sie relevant ist und was nicht. Für das System der Politik ist dieser Code Macht/Keine Macht und im Rechtssystem Recht/Unrecht. Neben dem binä­ren Code wird die Operationsweise eines Systems durch seine Programmierung beein­flusst. Während der Code eines Systems dafür sorgt, dass es seine Umwelt auf der Grundlage einer bestimmten Unterscheidung beobachtet, wird alles weitere durch die Programme des Systems festgelegt, welche - im Gegensatz zu dem Code eines Sys­tems - austauschbar sind. (Vgl. Hellmann 1996a: 40) Als Beispiele für Programme können Theorien und Methoden im Bereich der Wissenschaft angesehen werden.

Durch die funktionale Differenzierung der Gesellschaft wird eine höhere Leistungsfä­higkeit geschaffen, da sich jedes der Teilsysteme lediglich auf seine Funktion fokussie­ren und „sich nur noch mit einem spezifischen Ausschnitt gesamtgesellschaftlicher Komplexität auseinandersetzen muß.“ (ebd. 42) Aus der funktionalen Differenzierung ergeben sich jedoch auch Risiken. Dies liegt vor allem darin begründet, dass jedes der Funktionssysteme die Gesellschaft aufgrund seines Binärcodes ausschließlich unter ei­nem bestimmten Gesichtspunkt betrachtet. (Hellmann 1996: 23) Die operative Ge­schlossenheit lässt die einzelnen Funktionssysteme „lediglich für solche Ereignisse empfänglich sein [...], die auf ihrem Bildschirm als coderelevante Informationen auftau- chen.“ (Hellmann 1996a: 41) Jedes der Funktionssysteme kann sich lediglich um seine Funktion kümmern und muss sich darauf verlassen, dass die anderen Probleme von den dafür zuständigen Teilsystemen bearbeitet werden. (Vgl. ebd. 42) Zwischen den einzel­nen Funktionssystemen besteht somit sowohl Independenz als auch Interdependenz. (Vgl. ebd. 26)

Das Risiko der funktionalen Differenzierung sieht Hellmann in diesem „prekäre[n] Ver­hältnis von Autonomie und Indifferenz.“ (ebd. 61) Die Funktionssysteme entscheiden mithilfe ihres binären Codes, was in ihren Zuständigkeitsbereich fällt. Sie operieren autonom und bestimmen selbst, was für sie relevant ist. Gleichzeitig sind sie gegenüber Ereignissen, die außerhalb ihres Funktionsbereiches liegen, indifferent. Die „funktions­systemspezifische Zuständigkeit für einen speziellen Problembereich bedeutet auch Nichtzuständigkeit für alles andere.“ (ebd.) Nach Luhmann erzeugt eine funktional dif­ferenzierte Gesellschaft aus diesem Grund „protestaffine Situationen am laufenden Band und setzt dann Selektion ein, um die eine oder andere für Systembildung im Sinne von sozialen Bewegungen herauszugreifen.“ (Luhmann 1991: 149) In welcher Weise man bei Protestbewegungen von (sozialen) Systemen sprechen kann, wird im folgenden Abschnitt thematisiert.

3.2.2 Der Systemstatus sozialer Bewegungen

Bei der Anwendung der Systemtheorie auf das Phänomen der sozialen Bewegungen stellt sich zunächst die Frage, inwiefern Protestbewegungen als (soziale) Systeme be­schrieben werden können. Luhmann stellt in dem bereits erwähnten Interview mit Kai- Uwe Hellman fest: „Wenn man eine Theorie sozialer Systeme auf die sozialen Bewe­gungen anwenden will, [...] dann gibt es einen ganzen Apparat von Fragestellungen, die man ausprobieren muß.“ (Hellmann 1996: 175) Zu diesen Fragestellungen gehört, ob Protestbewegungen, sofern sie als Systeme beschrieben werden, die wesentlichen Merkmale eines Systems, wie die Autopoiesis oder die operative Geschlossenheit, erfül­len können.

Möchte man Protestbewegungen als soziale Systeme beschreiben, so ist klar, dass die­se - wie alle sozialen Systeme - aus Kommunikation bestehen. Um sich von anderen sozialen Systemen in ihrer Umwelt abgrenzen zu können, müssen soziale Bewegungen ihre „spezifische Operationsweise“ (Luhmann 1984: 61) definieren. Niklas Luhmann bezieht sich bei seiner Betrachtung sozialer Bewegungen vor allem auf Protestbewe- gungen, da für ihn Protest zum „Katalysator zur Systembildung“ (Hellmann 1996: 17) wird. Bei der Orientierung an dem Protestbegriff sei es möglich,

„Kommunikationsmengen heraus[zu]greifen, die sich selber von der Umwelt abgrenzen, indem sie sich bestimmte Protestthemen herausgreifen und diese kommunikativ behandeln, so daß eine Kommunikation als zugehörig oder nicht zugehörig erkennbar ist, je nachdem ob ein bestimmtes Protestthema [...] durchgehalten wird.“ (ebd. 176)

Hierdurch entsteht eine spezifische Form von Kommunikation, die sich von den Opera­tionsweisen anderer sozialer Systeme abgrenzen lässt: Die Protestkommunikation. Luhmann beschreibt Protestbewegungen in diesem Sinn als „autopoietische Systeme eigener Art.“ (Luhmann 1997: 860) Bei Protesten handelt es sich nach Luhmann nicht um Sachverhalte, die aus der Umwelt in das System importiert werden, sondern um etwas, das von den Protestbewegungen selbst als ein Problem konstruiert wird. (Vgl. ebd.) Das Protestthema ist somit eine Konstruktion der Bewegung und von enormer Bedeutung für die Systembildung.

Eine Schwierigkeit bei der Einbindung von Protestbewegungen in die Systemtheorie zeigt sich bei der Einordnung auf die Gesellschafts-, Interaktions- oder Organisations­ebene. Niklas Luhmann sagt, dass er das Phänomen der Protestbewegungen auf der Ge­sellschaftsebene einordnen würde (vgl. Hellmann 1996: 186), allerdings gibt er zu, dass die bisherige Typologie von Gesellschaft, Interaktion und Organisation nicht ausreicht, um das Phänomen der sozialen Bewegungen angemessen zu beschreiben. (Vgl. Luh­mann 1997: 847) Protestbewegungen sind keine Organisationen, da sie keine Entschei­dungen organisieren und nicht dem Prinzip der Mitgliedschaft folgen. Sie sind auch keine Interaktionssysteme, da es kein Prinzip der Anwesenheit gibt. (Vgl. ebd. 850f.) Sie verfügen jedoch unzweifelhaft sowohl über Merkmale von Organisations- als auch von Interaktionssystemen. Dieter Rucht und Roland Roth stellen fest, dass soziale Be­wegungen in Bezug auf die Unterscheidung von Interaktion, Organisation und Gesell­schaft als „ortlos“ (Roth/Rucht 1992: 32, zitiert nach Hellmann 1996: 29) zu betrachten sind.

Ordnet man Protestbewegungen auf der Gesellschaftsebene ein, wie Luhmann es vor­schlägt, so gelangt man schnell zu den bereits thematisierten Funktionssystemen, mit welchen Protestbewegungen häufig in Zusammenhang gebracht werden. Niklas Luh­mann stellt jedoch dar, dass Protestbewegungen „nicht die Deutlichkeit eines Funkti­onssystemarrangements“ (Hellmann 1996: 179) besitzen. Ein entscheidender Unter- schied zu den Funktionssystemen besteht darin, dass es bei Protestbewegungen keinen binären Code im Sinne eines positiven und eines negativen Wertes gibt. (Vgl. Hellmann 1996: 177) Dennoch lässt sich eine Analogie zwischen Funktionssystemen und Protest­bewegungen herstellen: Die Einheit des Systems der Protestbewegungen ergibt sich „aus ihrer Form, [...] dem Protest.“ (Luhmann 1997: 852) Dabei ist die Form des Protes­tes mit dem binären Code der Funktionssysteme vergleichbar. Genau wie die binären Codes benötigt auch die Form des Protestes zwei Seiten: einerseits die Protestierenden und andererseits das, wogegen protestiert wird. (Vgl. ebd. 854f.) Diese beiden Seiten sind eine notwendige Voraussetzung für Protestkommunikation. (Vgl. Tratschin 2016: 39)

Wie der Code der Funktionssysteme ist auch Protest - als Form der Protestbewegung - inhaltsleer. (Vgl. Hellmann 1996: 177) Aus diesem Grund benötigt jede Protestbewe­gung ein Thema: Wie der binäre Code der Funktionssysteme Programme benötigt, be­nötigt jeder Protest ein Thema. (Vgl. Luhmann 1991: 147) Die Themen sind dazu da, festzulegen, weshalb und wogegen protestiert wird. Ähnlich wie die Funktionssysteme, sind die Protestbewegungen bezüglich ihrer Themen offen, aber geschlossen in Bezug auf die Form des Protestes. (Vgl. Hellmann 1996a: 87)

Bei der Anwendung der Systemtheorie auf den Untersuchungsgegenstand der sozialen Bewegungen bestehen mehrere Vorschläge, um Protestbewegungen als autopoietische und operativ geschlossene soziale Systeme zu beschreiben. So wurde beispielsweise der Vorschlag gemacht, statt Protest Moral als „Kommunikationscode sozialer Bewegun­gen“ (ebd. 88) zu verwenden. Ebenso gab es den Versuch, Angst- oder Mobilisierungs­kommunikation als Letztelement sozialer Bewegungen zu beschreiben. (Vgl. ebd. 80) Diese Tatsache macht deutlich, dass eine eindeutige systematische Ordnung noch fehlt. (Vgl. ebd. 89) Klar wurde, dass Protestbewegungen nicht eindeutig als Interaktionen oder Organisationen zu beschreiben sind. Niklas Luhmann und Kai-Uwe Hellmann klassifizieren soziale Bewegungen stattdessen als einen eigenständigen Typus von sozi­alen Systemen. (Vgl. Hellmann 1996: 28) Stefan Kühl plädiert aus diesen Gründen da­für, das luhmannsche Schema von Interaktion, Organisation und Gesellschaft um andere Typen von sozialen Systemen zu erweitern, zu denen dann auch soziale Bewegungen zählen würden. (Vgl. Kühl 2011: 1, vgl. Schade 2018: 173)

3.2.3 Gesellschaftliche Funktionen sozialer Bewegungen

Wird die Analogie zwischen Protestbewegungen und Funktionssystemen fortgeführt, so müsste für Protestbewegungen eine spezifische Funktion für die Gesellschaft angegeben werden können. (Vgl. Schade 2018: 170) Die Protestbewegungen leisten nach Luhmann eine Selbstbeschreibung der Gesellschaft. (Vgl. Hellmann 1996: 20) Die Protestbewe­gungen weisen hierbei eine Besonderheit auf, denn sie geben vor, einen Blick von au­ßen auf die Gesellschaft werfen zu können: „Die Protestkommunikation erfolgt zwar in der Gesellschaft, sonst wäre sie keine Kommunikation, aber so, als ob es von außen wäre. [...] Sie äußert sich aus Verantwortung für die Gesellschaft, aber gegen sie.“ (Luhmann 1997: 853, Hervorhebungen im Original)

Die Paradoxie besteht darin, dass die Gesellschaft sich nicht von innerhalb der Gesell­schaft von außen beobachten kann. Protestbewegungen nehmen dementsprechend eine gesonderte Stellung ein: Sie ziehen innerhalb der Gesellschaft eine Grenze und errei­chen damit eine „imaginierte Außenposition.“ (Schade 2018: 172) Hieraus ergibt sich, dass Protestbewegungen keine Selbstreflexion betreiben. (Vgl. Luhmann 1997: 855, vgl. Schade 2018: 171) Wenn sie Selbstreflexion betreiben würden, könnten sie nicht beanspruchen, kein Teil der Gesellschaft zu sein.

„Nichts spricht dafür, daß die Protestbewegungen die Umwelt [...] besser kennen oder rich­tiger beurteilen als andere Systeme der Gesellschaft. Genau diese Illusion dient jedoch den Protestbewegungen als der blinde Fleck, der es ihnen ermöglicht, [...] die Gesellschaft mit Realität zu versorgen, die sie anders nicht konstruieren könnte.“ (Luhmann 1997: 865)

Den Protestbewegungen wird demzufolge eine Funktion für die Gesellschaft zuge­schrieben, die sonst nicht existieren würde. In der funktional differenzierten Gesell­schaft gibt es keine übergeordnete Instanz, die diese als Ganzes betrachten könnte. Die moderne Gesellschaft setzt sich als funktional differenzierte Gesellschaft aus den unter­schiedlichen, autonom handelnden Funktionssystemen zusammen. Es gibt innerhalb der Gesellschaft keine den Funktionssystemen übergeordnete Instanz, die diese überprüfen und als Einheit im Blick behalten könnte: „Die moderne Gesellschaft ist ein System ohne Sprecher und ohne innere Repräsentanz.“ (Luhmann 1981: 31, zitiert nach Hell­mann 1996a: 51) Aus diesem Grund besteht die Gefahr sogenannter Folgeprobleme, für die keines der Funktionssysteme seine Zuständigkeit sieht, oder die von ihnen nicht wahrgenommen werden. (Vgl. Hellmann 1996a: 61)

Kai-Uwe Hellmann unterscheidet vier Arten von Folgeproblemen funktionaler Diffe­renzierung. (Vgl. ebd. 44ff.) Die erste Form sind Probleme, die von den Funktionssys- temen zwar wahrgenommen, aber ignoriert werden. Hierzu zählt Hellmann die Wasser­verschmutzung durch Chemiewerke. Obwohl bekannt ist, dass diese Probleme nicht ohne Folgen bleiben, werden sie größtenteils ignoriert. Als zweite Form nennt er Folge­probleme, die als eigene Probleme des Funktionssystems zwar gesehen und auch zuge­rechnet, aber dennoch abgedrängt werden. Die Probleme können dort, wo sie entstehen, nicht behandelt werden. Die Lösung des Problems wird aus diesem Grund auf dafür zuständige Einrichtungen abgeschoben oder komplett aus dem Systembereich ver­drängt. An der Ursache des Problems ändert sich hierdurch jedoch nichts. Die dritte Art der Folgeprobleme sind jene, die nicht rechtzeitig erkannt werden. Man weiß erst, dass es sich um ein Folgeproblem eines Funktionssystems handelt, wenn der Schaden bereits eingetreten ist. Diese Folgeprobleme können beispielsweise dann entstehen, wenn Handlungsfolgen nicht richtig eingeschätzt werden. Sobald diese Probleme erkannt werden, „sieht sich [...] das zuständige Funktionssystem gezwungen, die Selbstzurech­nung der Problemverursachung vorzunehmen und entsprechende Maßnahmen einzulei­ten.“ (Hellmann 1996a: 46) Als vierte Form der Folgeprobleme sieht Hellmann jene, die aus dem Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Teilsysteme herausfallen. Diese werden nur außerhalb der Funktionssysteme als Probleme wahrgenommen.

[...]


1 Für die Neuen sozialen Bewegungen wird in dieser Arbeit die für diesen Begriff übliche Großschrei­bung verwendet. Ist dagegen von neuen sozialen Bewegungen die Rede, sind die Bewegungen der heuti­gen Zeit gemeint.

2 Die Grundbegriffe der Theorie werden in dieser Arbeit als bekannt vorausgesetzt.

Ende der Leseprobe aus 84 Seiten

Details

Titel
Protest 2.0? Protestkommunikation sozialer Bewegungen von gestern und heute
Hochschule
Technische Universität Berlin
Note
1,3
Jahr
2018
Seiten
84
Katalognummer
V535418
ISBN (eBook)
9783346132376
ISBN (Buch)
9783346132383
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Protest, Protestkommunikation, Soziale Bewegungen, Systemtheorie, Luhmann, Web 2.0, Internet, Massenmedien
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Protest 2.0? Protestkommunikation sozialer Bewegungen von gestern und heute, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535418

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