Etliche Krankheiten, die in hochentwickelten Ländern kaum auftreten oder die dort meist gut behandelt werden können, führen in Entwicklungsländern, wie z. B. Afrika, nach wie vor zu erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen. Die Ursachen sind vielfältig. In den folgenden Kapiteln möchte ich die derzeitige Gesundheitsversorgung in Afrika näher beleuchten. Im Zuge dessen werde ich, auch wenn nur kurz, kulturspezifische und traditionelle Ansichtsweisen und Heilmethoden, sowie der traditionelle Umgang mit Kranken genauer betrachten. Das Fazit nutze ich abschließend zur Beleuchtung der zukünftigen Weiterentwicklung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Verständnis von Krankheit und Gesundheit
3. Zahlen und Fakten
3.1 Einführung und Informationen der aktuellen Gesundheitsversorgung
3.2 Medizinische Probleme in Afrika
4. Allgemeine und kulturelle Rahmenbedingungen in Afrika
4.1 Krankenhäuser als Angriffsziel
4.2 Mangel an medizinischem Personal
4.3 Medikamentöse Versorgung
4.4 Afrikanische Heiler und social Media
5. Krankheiten in Afrika (die großen Drei)
5.1 Aids in Afrika
5.2 Tuberkulose in Afrika
5.3 Malaria in Afrika
6. Essen und Trinken
6.1 Trinkwasser in Afrika
6.2 Ernährungssituation in Afrika
7. Lebenserwartung in Afrika
8. Fazit – Lösungsansätze
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation der Gesundheitsversorgung in afrikanischen Ländern als zentrale Ursache für Migration und Flucht. Ziel ist es, ein Verständnis für die medizinischen, sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen zu entwickeln, unter denen die Bevölkerung leidet, und potenzielle Lösungsansätze zur Verbesserung der Lebensbedingungen zu identifizieren.
- Analyse der gesundheitlichen Versorgungslage und ihrer Auswirkungen auf Fluchtbewegungen.
- Untersuchung von kulturellen Einflüssen auf das Verständnis von Krankheit und Gesundheit.
- Betrachtung der „großen Drei“ – Aids, Tuberkulose und Malaria – als gravierende gesundheitliche Belastungen.
- Evaluierung der Bedeutung von Trinkwasser und Ernährungssicherheit.
- Diskussion über Hilfe zur Selbsthilfe und technologische Innovationen wie Drohneneinsätze in der Logistik.
Auszug aus dem Buch
4.4 Afrikanische Heiler und social Media
Traditionelle Heiler werden z. B. in Südafrika, Kenia und Mosambik als „Sangoma“ bezeichnet und sind medizinische Autoritäten (der Tagespiegel, 2014). Durch verschiedene Rituale, wie verspritztes Blut, ein geopfertes Huhn oder das Werfen von Tierknochen, wird die Diagnose festgestellt, die häufig durch einen bösen Geist hervorgerufen werden (ebd.). Gegen eine kleine Spende wird der Schamane tätig (ebd.). Die afrikanischen Heilern werden den westlichen Ärzten gleichgestellt (ebd.). Arbeitgeber müssen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen durch Schamanen akzeptieren, darüber hinaus können sie ihre Rezepte wie z. B. Kräutersalben mit den Krankenkassen abgerechnet werden (ebd.). „Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) greifen in Südafrika rund 80 Prozent der Bevölkerung auf die Dienste der Sangomas zurück“ (ebd.). Sollten die Rituale des Heilers versagen, wird ein studierter Arzt konsultiert (ebd.). 2014 gab es kamen ungefähr 200 000 Sangomas, auf 25 000 studierte Mediziner (ebd.). „Abgesehen von Voodoo-Ritualen und Tieropfern kümmert sich der afrikanische Heiler mittlerweile auch um seine Social-Media-Strategie, das Community-Management und einen gut geführten Online-Shop“ (ebd.). Der Onlineshop bietet selbst gemischte Kräutertinkturen, Salben und Heilwurzeln an, außerdem widmet sich der Heiler der Wahrsagerei und führt Gespräche mit verstorbenen Verwandten (ebd.). „Traumdeutung und Fluchabwehr sind Standarddienstleistungen – mittlerweile auch erhältlich via Skype und Facebook-Chat“ (ebd.). In den afrikanischen Ländern haben mittlerweile zwei Drittel der Bevölkerung Zugang zum Internet und Smartphone als zu sauberem Trinkwasser (ebd.). Seit 2012 haben mehr als 650 Millionen Afrikaner ein Smartphone, welches sie auch für das Internetsurfen verwenden (ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung erläutert die Themenwahl zur Gesundheitsversorgung in Afrika im Kontext von Migration und Flucht sowie die methodische Eingrenzung der Arbeit.
2. Verständnis von Krankheit und Gesundheit: Dieses Kapitel definiert Gesundheit auf Basis der WHO-Kriterien und erläutert wissenschaftliche Modelle wie Pathogenese und Salutogenese.
3. Zahlen und Fakten: Hier werden der unzureichende Zugang zur Gesundheitsversorgung, Probleme der Bestechung sowie spezifische medizinische Herausforderungen in Afrika dargestellt.
4. Allgemeine und kulturelle Rahmenbedingungen in Afrika: Das Kapitel behandelt die Gefährdung von Gesundheitseinrichtungen, den Mangel an Fachpersonal, Medikamentenproblematiken sowie die Rolle traditioneller Heiler.
5. Krankheiten in Afrika (die großen Drei): Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Ausbreitung und Auswirkungen von Aids, Tuberkulose und Malaria als lebensbedrohliche Infektionskrankheiten.
6. Essen und Trinken: Der Fokus liegt hier auf dem Mangel an sauberem Trinkwasser sowie der ernährungsbedingten Schwächung des Immunsystems der Bevölkerung.
7. Lebenserwartung in Afrika: Dieses Kapitel setzt die mangelnde medizinische Versorgung in direkten Bezug zur niedrigen Lebenserwartung der Menschen vor Ort.
8. Fazit – Lösungsansätze: Zusammenfassend werden Möglichkeiten der Verbesserung durch Bildung, gezielte Entwicklungshilfe und moderne Technologien wie den Drohneneinsatz aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Gesundheitsversorgung, Afrika, Migration, Fluchtursachen, Aids, Malaria, Tuberkulose, Ernährung, Trinkwasser, Sangoma, medizinische Versorgung, Entwicklungshilfe, Salutogenese, Pathogenese, Drohnentechnologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der kritischen Situation der Gesundheitsversorgung in afrikanischen Ländern und deren direkter Verbindung zu Flucht- und Migrationsursachen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die gesundheitliche Infrastruktur, kulturelle Heiltraditionen, Infektionskrankheiten wie die „großen Drei“ sowie die Auswirkungen von Armut und Nahrungsmittelmangel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Identifizierung der Hauptursachen für die defizitäre medizinische Versorgung und die Erörterung möglicher Wege zur Verbesserung dieser prekären Lebenslage.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Auswertung von Studien internationaler Organisationen wie der WHO und dem afrikanischen Forschungsinstitut „afrobarometer“ basiert.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil beleuchtet detailliert die medizinischen Missstände, die Rolle der traditionellen Medizin sowie spezifische Infektionskrankheiten und deren Einfluss auf die Lebenserwartung.
Welche Keywords charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind Gesundheitsversorgung, Armut, Infektionskrankheiten, Hilfe zur Selbsthilfe und die Digitalisierung des Gesundheitssektors.
Welche Rolle spielen traditionelle Heiler in diesem Kontext?
Traditionelle Heiler, sogenannte Sangomas, fungieren als medizinische Autoritäten und integrieren zunehmend moderne Social-Media-Strategien in ihre Arbeit.
Wie trägt Technologie zur Lösung der Probleme bei?
Innovative Ansätze wie der Einsatz von Drohnen ermöglichen eine effiziente und schnelle Lieferung von Impfstoffen und Medikamenten in schwer erreichbare Regionen.
Warum ist Ernährung ein gesundheitliches Kernthema?
Mangelernährung schwächt das Immunsystem nachhaltig, wodurch Infektionskrankheiten deutlich schneller zum Tod führen können.
Was ist der Kern des Fazits?
Das Fazit betont die Notwendigkeit von Hilfe zur Selbsthilfe, Bildungsprogrammen und Investitionen, um das Menschenrecht auf Gesundheit nachhaltig zu stärken.
- Arbeit zitieren
- Litza Feld (Autor:in), 2020, Mirgration und Fluchtursachen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535501