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Die PISA-Studie 2000 - Die Reproduktion herkunftsbedingter Ungleichheiten im Bildungssystem

Title: Die PISA-Studie 2000 - Die Reproduktion herkunftsbedingter Ungleichheiten im Bildungssystem

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Markus Mikikis (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Die Ergebnisse der internationalen PISA-Studie 2000 führten erwartungsgemäß zu einer wortreichen Debatte um schulpädagogische und bildungspolitische Zielsetzungen. Zahlreiche Faktoren wurden als Ursachen für das schlechte Abschneiden der deutschen Schüler und die erheblichen Beteiligungs- und Leistungsunterschiede zwischen sozialen Schichten diskutiert. Dennoch gibt es nach wie vor kaum gesicherte Erkenntnisse über die Ursachen von Bildungsungleichheiten.
Dennoch möchte ich in diesem Aufsatz - soweit es der momentane Forschungsstand zulässt - die grundlegenden Ursachen für die Entstehung herkunftsbedingter Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem erläutern. In diesem Zusammenhang werde ich mich auf die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen familiären Lebensverhältnissen und der Bildungsbeteiligung bzw. des Kompetenzerwerbs konzentrieren und damit einen wesentlichen Teil der PISA-Studie darstellen. Dabei interessiert mich, ob in Deutschland ein deterministisches Verhältnis zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg besteht, und welche Maßnahmen zu einer Verringerung der Ungleichheiten im Bildungssystem führen könnten.
Eine Rückschau auf das Bildungssystem der 50er Jahre und die in dieser Zeit einsetzende Bildungsexpansion halte ich für ein umfassendes Verständnis dieser Thematik für notwendig. Daher beginnt dieser Aufsatz mit einer Darstellung der wesentlichen Ursachen und Wirkungen der Bildungsexpansion und dem damit einhergehenden Wandel von Bildungs- und Beteiligungschancen. Hiervon ausgehend werde ich skizzieren was genau im Rahmen der PISA-Studie untersucht wurde und wie die dafür herangezogenen Daten gesammelt wurden. Dabei stehen zunächst die angewandten Messverfahren und grundlegende Indikatoren für relevante Randbedingungen im Vordergrund. Größere Aufmerksamkeit werde ich jedoch den Ergebnissen der einzelnen Untersuchungsbereiche zukommen lassen.
Aufgrund der Heterogenität der gesammelten Daten scheint es sinnvoll den Einfluss von Zuwanderungsmerkmalen auf die Bildungsbeteiligung und den Kompetenzerwerb getrennt von der sozialen Herkunft zu betrachten.
Abschließend werde ich ausgehend von den Ergebnissen der PISA-Studie die wesentlichen Ursachen für die Reproduktion herkunftsbedingter Ungleichheiten im Bildungssystem beleuchten und miteinander in Beziehung setzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bildungsexpansion

2.1 Ursachen der Bildungsexpansion

2.2 Die Bildungsexpansion und ihre Folgen

3. Die PISA-Studie 2000

3.1 Vorgehensweise und Begriffserklärung

3.2 Indikatoren der sozialen Herkunft

3.3 Sozialstrukturelle Merkmale der Familien

3.4 Soziale Herkunft und Bildungsbeteiligung

3.4.1 Soziale Herkunft und erworbene Kompetenzen

3.4.2 Grundlegende Ergebnisse der Studie

3.5 Internationaler Vergleich des Zusammenhangs zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzerwerb

4. Jugendliche mit Migrationshintergrund

4.1 Bildungsbeteiligung der Jugendlichen aus Migrationsfamilien

4.2 Untersuchung des Zusammenhangs von Migration und Kompetenzerwerb

5. Die Reproduktion herkunftsbedingter Ungleichheiten im Bildungssystem

5.1 Ursachen für die Reproduktion herkunftsbedingter Ungleichheiten in der Bildungsbeteiligung und im Bildungserfolg

5.2 Lebensweltliche und institutionalisierte Bildungsprozesse im Vergleich

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft von Schülern und deren Bildungsbeteiligung bzw. Kompetenzerwerb, basierend auf den Daten der PISA-Studie 2000. Das Ziel ist es, zu analysieren, ob in Deutschland ein deterministisches Verhältnis zwischen Herkunft und Bildungserfolg existiert und welche Faktoren zur Reproduktion von Bildungsungleichheit beitragen.

  • Die Auswirkungen der Bildungsexpansion auf soziale Chancen.
  • Die Bedeutung von kulturellem und sozialem Kapital für den Bildungserfolg.
  • Der Zusammenhang zwischen Migrationshintergrund und Kompetenzerwerb.
  • Institutionelle Einflüsse und schichtspezifische Bildungsmilieus als Ursachen für Disparitäten.

Auszug aus dem Buch

3.1 Vorgehensweise und Begriffserklärung

PISA ist eine international standardisierte Leistungsmessung, die von den Teilnehmerstaaten gemeinsam entwickelt wurde und mit 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in ihren Schulen durchgeführt wurde. Die Teilnehmer waren 32 Staaten, von denen 28 Mitgliedsstaaten der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) sind. In jedem Land wurden zwischen 4.500 und 10.000 Schülerinnen und Schüler getestet.

Familiäre und soziale Lebensverhältnisse wurden in PISA als wichtige kulturelle und soziale Ressourcen betrachtet, die mit Bildungsbeteiligung, Leistungen und Lebenschancen kovariieren und Bildungswege nicht festlegen, aber anbahnen können. Daher ging es in PISA um eine möglichst genaue Bestimmung der sozialen Lebensverhältnisse, um den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsbeteiligung einerseits und den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzerwerb andererseits untersuchen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bildungspolitische Debatte nach der PISA-Studie und skizziert das Forschungsinteresse an den Ursachen herkunftsbedingter Bildungsungleichheit.

2. Die Bildungsexpansion: Dieses Kapitel erläutert die Ursachen des Bildungsbooms seit den 50er Jahren und die daraus resultierenden, teils paradoxen Auswirkungen auf die Bildungschancen der verschiedenen sozialen Schichten.

3. Die PISA-Studie 2000: Hier werden die methodischen Grundlagen der Studie, die Definition sozialer Herkunft sowie die zentralen Ergebnisse hinsichtlich der Lesekompetenz und des Zusammenhangs mit dem Familienhintergrund dargestellt.

4. Jugendliche mit Migrationshintergrund: Das Kapitel analysiert spezifisch, wie sich der Migrationsstatus auf die Bildungsbeteiligung und den Kompetenzerwerb auswirkt und welche Rolle Sprachbarrieren dabei spielen.

5. Die Reproduktion herkunftsbedingter Ungleichheiten im Bildungssystem: Dieses Kapitel diskutiert theoretische Ansätze (wie primäre/sekundäre Effekte) und die Rolle schichtspezifischer Bildungsmilieus bei der Verfestigung von Ungleichheiten.

6. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die komplexen Ursachen der Bildungsungleichheit zusammen und plädiert für eine gezielte Förderung von Risikogruppen als bildungspolitische Konsequenz.

Schlüsselwörter

PISA-Studie 2000, Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Bildungsexpansion, Lesekompetenz, Migrationshintergrund, kulturelles Kapital, soziales Kapital, Bildungserfolg, Schichtspezifische Disparitäten, Kompetenzerwerb, Bildungsbeteiligung, Sekundarschulsystem, Bildungsanspruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die PISA-Studie 2000 mit dem Fokus auf die Reproduktion von Bildungsungleichheiten in Abhängigkeit von der sozialen Herkunft der Schüler.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen der Bildungsexpansion, die Rolle des kulturellen und sozialen Kapitals, sowie der Einfluss von Migration auf den Bildungserfolg.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Klärung, ob in Deutschland ein deterministisches Verhältnis zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg besteht und welche Mechanismen diese Ungleichheiten erzeugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Aufarbeitung und Analyse der Ergebnisse der internationalen PISA-Studie 2000 auf Basis soziologischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Bildungsexpansion, die methodische Erfassung der sozialen Herkunft in PISA, den spezifischen Fall von Schülern mit Migrationshintergrund und die Analyse institutioneller Effekte.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Kernbegriffe sind Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, PISA-Studie, Kompetenzerwerb und Bildungsexpansion.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der Schule auf soziale Disparitäten?

Der Autor führt aus, dass der Schule durch institutionelle Effekte und die Aufwertung von abstraktem Wissen ein wesentlicher Anteil an der Reproduktion von Bildungsungleichheit zukommt.

Warum spielt das kulturelle Kapital bei der PISA-Auswertung eine so große Rolle?

Es dient als erklärende Ressource, da Bildungserfolg eng mit dem Grad der Aneignung kultureller Güter und institutionalisierter Wissensformen korreliert, die in bildungsnahen Familien eher vermittelt werden.

Was sind laut der Arbeit "sekundäre Effekte" im Bildungssystem?

Sekundäre Effekte bezeichnen Bildungsungleichheiten, die während der Schulzeit durch unterschiedliches Entscheidungsverhalten der Familien (z.B. Schulwahl) entstehen.

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Details

Title
Die PISA-Studie 2000 - Die Reproduktion herkunftsbedingter Ungleichheiten im Bildungssystem
College
RWTH Aachen University  (Institu für Politische Wissenschaft)
Course
Mythos Chancengleichheit - Zum Verhältnis von Leistung, sozialer Herkunft und Elite
Grade
1,7
Author
Markus Mikikis (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V53551
ISBN (eBook)
9783638489683
ISBN (Book)
9783638662598
Language
German
Tags
PISA-Studie Reproduktion Ungleichheiten Bildungssystem Mythos Chancengleichheit Verhältnis Leistung Herkunft Elite
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Mikikis (Author), 2005, Die PISA-Studie 2000 - Die Reproduktion herkunftsbedingter Ungleichheiten im Bildungssystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53551
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