Intermittierendes Fasten ist eine Ernährungsform, bei der nur zu bestimmten Zeiten gegessen wird. Das kann zum Beispiel eine Fastenzeit von sechzehn Stunden und ein Nahrungsfenster von acht Stunden bedeuten. Intermittierendes Fasten ist also keine Diät im klassischen Sinne. Dennoch versprechen sich davon viele Menschen eine nachhaltige Gewichtsreduktion.
Kann man mit intermittierendem Fasten tatsächlich dauerhaft abnehmen? Wie wirken sich verschiedene Formen von intermittierendem Fasten auf die Körperzusammensetzung und die körperliche sowie kognitive Leistungsfähigkeit von Menschen aus? Eignet sich diese Ernährungsform auch für Sportlerinnen und Sportler?
Um diese Fragen zu klären, hat Max Klinsmann zahlreiche Studien aus den letzten zehn Jahren gesichtet. In seiner Publikation erklärt er, welche Stoffwechselprozesse bei längerer Nahrungsabstinenz im Körper stattfinden. Außerdem schildert er die konkreten Auswirkungen von langfristigem Fasten auf den Körper. Klinsmann zeigt, ob und wenn ja, wie das Mahlzeitentiming und die Mahlzeitenhäufigkeit mit dem Übergewicht bei einem Menschen zusammenhängen.
Aus dem Inhalt:
- Leistungsfähigkeit;
- Gesundheit;
- Ernährung;
- Adipositas;
- Lebenserwartung
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Problemstellung
2 Zielsetzung
3 Gegenwärtiger Kenntnisstand
3.1 Intermittierendes Fasten allgemein
3.2 Varianten von IF
3.2.1 16/8
3.2.2 Ramadan (Saum)
3.2.3 Sunna
3.2.4 Alternate Day Fasting
3.2.5 Intermittent Caloric Restriction (ICR)
3.3 Messgrößen der Körperzusammensetzung
3.4 Leistungsfähigkeit
3.4.1 Physische Leistungsfähigkeit
3.4.2 Kognitive Leistungsfähigkeit
3.5 Relevante labormedizinische Parameter des Metabolismus
3.5.1 Blutzucker und Glukosetoleranz
3.5.2 Glukagon
3.5.3 Insulin
3.5.4 Leptin
3.5.5 Adiponektin
3.5.6 Triiodthyronin (T3)
3.5.7 Kortisol
4 Methodik
4.1 Forschungsfrage
4.2 Untersuchungsobjekte
4.2.1 Allgemeine Vorgehensweise und verwendete Suchmaschinen
4.2.2 Einschlusskriterien
4.2.3 Ausschlusskriterien
4.3 Konkrete Suchstrategie, Filterung und Quantität der Resultate
4.3.1 Einfluss von IF auf die Körperzusammensetzung
4.3.2 Einfluss von IF auf die physische Leistungsfähigkeit
4.3.3 Einfluss von IF auf die kognitive Leistungsfähigkeit
5 Ergebnisse
5.1 Einfluss von IF auf die Körperzusammensetzung
5.1.1 Alsubheen et al. (2017)
5.1.2 Schübel et al. (2016)
5.1.3 Sundfør, Svendsen & Tonstad (2018)
5.1.4 Antoni, Johnston, Collins & Robertson (2018)
5.1.5 López-Bueno, González-Jiménez, Navarro-Prado, Montero-Alonso & Schmidt-RioValle (2014)
5.1.6 Appleton & Baker (2015)
5.1.7 Gabel, Hoddy & Varady (2019)
5.2 Einfluss von IF auf die physische Leistungsfähigkeit
5.2.1 Moro et al. (2016)
5.2.2 Cherif et al. (2016)
5.2.3 Naharudin & Yusof (2018)
5.2.4 Dannecker et al. (2013)
5.2.5 Chaouachi et al. (2009)
5.2.6 Brisswalter et al. (2011)
5.3 Einfluss von IF auf die kognitive Leistungsfähigkeit
5.3.1 Cherif, Roelands, Meeusen & Chamari (2016)
5.3.2 Harder-Lauridsen, Pederso & Krogh-Madsen (2017)
6 Diskussion
6.1 Methodendiskussion
6.2 Ergebnisdiskussion
6.2.1 Einfluss von IF auf die Körperzusammensetzung
6.2.2 Einfluss von IF auf die physische Leistungsfähigkeit
6.2.3 Einfluss von IF auf die kognitive Leistungsfähigkeit
6.2.4 Praktikabilität von IF
6.3 Ausblick
7 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht systematisch mittels einer Literaturrecherche, inwieweit unterschiedliche Formen des intermittierenden Fastens (IF) die Gewichtsreduktion, die Körperzusammensetzung sowie die physische und kognitive Leistungsfähigkeit beeinflussen können.
- Analyse der physiologischen Effekte von intermittierendem Fasten.
- Untersuchung des Einflusses von Fastenprotokollen auf die Körperzusammensetzung.
- Beurteilung der Auswirkungen von IF auf die körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit.
- Überprüfung der Praktikabilität und Nachhaltigkeit verschiedener Fastenvarianten.
- Synthese von Humanstudien der letzten fünf bis zehn Jahre.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung und Problemstellung
Intermittierendes Fasten bezeichnet eine Ernährungsform, bei der das Zeitfenster der Nahrungsaufnahme limitiert wird. Dies kann bei einem täglichen Zyklus beispielsweise eine Fastenzeit von 16 Stunden und ein Nahrungsfenster von 8 Stunden bedeuten (Malinowski et al., 2019). Es handelt sich somit nicht um eine Diät im klassischen Sinne, vielmehr um ein chronologisches Ernährungsprotokoll. Lebensmittelauswahl, Nährstoffverteilung und Energiezufuhr werden hierbei nicht definiert. Studien geben Anzeichen für verschiedenste positive physiologische Auswirkungen einer solchen Ernährungsform – diese reichen von erhöhter Produktion des menschlichen Wachstumshormons (Ho et al., 1988) über Fettverlust (Heilbronn, Smith, Martin, Anton und Ravussin, 2005) bis hin zu höherer Lebenserwartung (Martin, Mattson und Maudsleya, 2006).
Die aktuellen Essgewohnheiten unserer Gesellschaft ähneln dieser Ernährungsform nicht. Lediglich 6% der Deutschen verzichten auf das Frühstück (Nestlé, 2009) und zwischen 18 und 19 Uhr wird der größte Anteil der Nahrungsenergie aufgenommen (Wittig, Hummel, Wenzler und Heuer, 2017). Der Anteil übergewichtiger Personen (BMI > 25kg/m²) lag in Deutschland im Jahr 2017 bei 43,1% bei Frauen bzw. 62,1% bei Männern (Statistisches Bundesamt [StBA], 2017). „Übergewicht und Adipositas sind eine typische Begleiterscheinung [sic] von Wohlstandsgesellschaften und stellen eines der schwerwiegendsten gesundheitspolitischen Probleme dar“ (Korczak & Kister, 2013, S.1).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in das Konzept des intermittierenden Fastens ein und definiert die gesellschaftliche Relevanz im Kontext von Übergewicht und Gesundheitsfragen.
2 Zielsetzung: Hier werden die zentralen Forschungsfragen der Arbeit formuliert, die sich auf die Auswirkungen von IF auf Körperzusammensetzung sowie physische und kognitive Leistungsfähigkeit konzentrieren.
3 Gegenwärtiger Kenntnisstand: Das Kapitel definiert grundlegende Begriffe, stellt verschiedene Fastenvarianten sowie Messgrößen zur Körperzusammensetzung und Leistungsfähigkeit vor und erläutert relevante Stoffwechselparameter.
4 Methodik: Es wird der systematische Ansatz der Literaturrecherche beschrieben, inklusive der verwendeten Suchmaschinen, Suchoperatoren sowie der spezifischen Ein- und Ausschlusskriterien für die betrachteten Studien.
5 Ergebnisse: In diesem Hauptteil werden die extrahierten Studien systematisch nach den drei Forschungsaspekten Körperzusammensetzung, physische und kognitive Leistungsfähigkeit kategorisiert und tabellarisch zusammengefasst.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, methodische Stärken und Schwächen des Reviews sowie die Praktikabilität der verschiedenen Fastenformen im Alltag werden diskutiert.
7 Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet das Potenzial von intermittierendem Fasten als Ernährungsstrategie.
Schlüsselwörter
Intermittierendes Fasten, IF, Gewichtsreduktion, Körperzusammensetzung, Leistungsfähigkeit, Fastenprotokoll, Stoffwechsel, Ramadanfasten, Kalorienrestriktion, kognitive Funktionen, metabolische Parameter, 16/8-Fasten, Sport, Ernährungswissenschaft, systematische Übersicht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept des intermittierenden Fastens als zeitgesteuertes Ernährungsprotokoll und untersucht dessen Auswirkungen auf physiologische und kognitive Faktoren.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Schwerpunkte sind die Gewichtsreduktion, die Veränderung der Körperzusammensetzung sowie die Leistungsfähigkeit von Menschen unter Fastenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, ob intermittierendes Fasten ein sinnvoller Ansatz zur Gewichtsabnahme ist und inwiefern es die körperliche sowie kognitive Leistungsfähigkeit beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um ein systematisches Review, für das Humanstudien der letzten fünf bis zehn Jahre systematisch ausgewählt, extrahiert und verglichen wurden.
Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Kenntnisstandes, die Erläuterung der methodischen Suchstrategie sowie die detaillierte Ergebnispräsentation und Diskussion der ausgewählten Fachstudien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie intermittierendes Fasten, Körperzusammensetzung, Leistungsfähigkeit, Kalorienrestriktion und metabolische Prozesse charakterisiert.
Hat intermittierendes Fasten Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit?
Die untersuchte Metaanalyse deutet darauf hin, dass IF langfristig die Kognition verbessern kann, wenngleich akute Unterzuckerungsphasen zu Beginn die Leistung kurzfristig beeinträchtigen können.
Gibt es einen Unterschied zwischen intermittierendem Fasten und klassischer Diät?
Ja, IF wird als chronologisches Ernährungsprotokoll definiert, bei dem das Zeitfenster der Nahrungsaufnahme limitiert wird, anstatt die Nährstoffzusammensetzung oder Energiezufuhr starr vorzugeben.
Ist intermittierendes Fasten für Sportler zu empfehlen?
Die Ergebnisse zeigen, dass Sportler oft eine Adaptionszeit benötigen; kurzfristiges Fasten, insbesondere mit gleichzeitigem Flüssigkeitsverzicht (wie beim Ramadan), kann die physische Leistung eher negativ beeinflussen.
Wie praktikabel ist intermittierendes Fasten im Alltag?
Die Praktikabilität hängt von der Variante ab; während 16/8 als recht alltagstauglich bewertet wird, berichten Probanden bei strengeren Formen wie ICR häufig von starkem Hungergefühl und Stimmungsschwankungen.
- Quote paper
- Max Klinsmann (Author), 2020, Intermittierendes Fasten. Ein sinnvoller Ansatz zur Gewichtsreduktion und Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535537