Tabakprävention in Deutschland. Wirkt sich Tabakprävention auf die Lebensqualität aus?


Hausarbeit, 2017

21 Seiten, Note: 2,6

Anonym


Leseprobe

Inhaltsve rze ichnis

2 Vorwort

3 Einleitung

4 Definition Krankheitspravention und Gesundheitsforderung

5 Geschichte des Tabakkonsums

6 Folgen des Rauchens
6.1 Mortalitat
6.2 Morbiditat

7 Belastung des Passivrauchens

8 Welche Faktoren beeinflussen Menschen mit dem Rauchen zu Beginnen
8.1 Niedrige Bildung
8.2 Familiare Faktoren

9 Mabnahmen zur Tabakpravention und ihre Wirksamkeit
9.1 Praventionsgesetz zur Starkung der Gesundheitsforderung und der Pravention
9.2 Tabakpravention in Schulen
9.3 Tabaksteuererhohungen
9.4 Jugendschutzgesetz
9.5 Tabakwerbeverbote
9.5.1 Werbung fur Tabakwaren in Deutschland
9.5.2 Einfluss der Tabakwerbung auf Jugendliche
9.5.3 Warnhinweise

10 Fazit

11 Literaturverzeichnis

2 Vorwort

Die vorliegende Arbeit beschaftigt sich mit den Einflussfaktoren des Tabakkonsums sowie moglichen Ansatzen zur nachhaltigen Beeinflussung des Rauchverhaltens und der dazu geho- rigen Fragestellung: ,,Wirkt sich Tabakpravention auf die Lebensqualitat aus?“ Die Arbeit besteht aus acht Kapiteln wobei sich die MaBnahmen der Tabakpravention als Schwerpunkt zuordnen lassen. Diese sind in funf verschiedenen Punkten gegliedert und beschreiben wich- tige Moglichkeiten zur Reduktion des Tabakkonsums in der deutschen Bevolkerung, die For- derung des Ausstiegs aus dem Rauchen sowie die Verhinderung des Neueinstiegs in das Rau- chen bei Kindern und Jugendlichen (Pravention). Zudem wird auf weitere MaBnahmen einge- gangen, wie Tabaksteuererhohungen, Werbeverbote, das Jugendschutzgesetz sowie das Pra- ventionsgesetz.

3 Einleitung

Das Rauchen ist in den Industrielandern das beachtlichste einzelne vermeidbare Gesundheits- risiko und die fuhrende Ursache verfruhter Sterblichkeit. Krankheiten wie beispielsweise Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und Krebserkrankungen treten bei Rauchern und Raucherinnen haufiger auf. Rauchen wirkt sich ungunstig auf den Stoffwechsel, das Skelett, das Immunsys- tem und viele andere Bereiche des Korpers aus (vgl. DEUTSCHE HAUPTSTELLE FUR SUCHTFRAGEN E.V., 2017, S. 52). In Deutschland stirbt jahrlich eine hohe Anzahl von Menschen an den Folgen des Tabakkonsums (siehe Kapitel 6.1 Mortalitat). Etwa die Halfte aller Gewohnheitsraucher stirbt vorzeitig an den Folgen des Zigarettenkonsums, ein Viertel davon bereits im mittleren Lebensalter. AuBerdem sind Erkrankungen und gesundheitliche Beschwerden sowie verfruhte Todesfalle zu beachten, die durch das Passivrauchen ausgelost werden. Aus diesen Grunden ist die langfristige Verringerung des Tabakkonsums ein bedeu- tendes Ziel der Gesundheitspolitik. Seit einigen Jahren ist der Anteil der Raucher und Rauche- rinnen zuruckgegangen. Im Jahr 2013 rauchten 20% der Frauen und 29% der Manner im Al­ter von 15 Jahren. Die Belastung durch Passivrauchen ist zwar rucklaufig, dennoch sind 34% der 18-jahrigen und alteren Manner und 22% der Frauen, die nicht rauchen, mindestens ein- mal pro Woche Tabakrauch ausgesetzt. Seit ungefahr zehn Jahren zeigt sich bei Jugendlichen eine Entwicklung zum Nichtrauchen. Die Rauchpravalenz bei 12- bis 17-Jahrigen liegt jedoch 2017 immer noch bei 12% bis 13% (vgl. DHS, 2017, S.51). In den sozial benachteiligten Be- volkerungsgruppen ist das Rauchen und Passivrauchen am weitesten verbreitet (vgl. DHS, 2015, S. 75) In den letzten 20 Jahren wurden in Deutschland daher eine Vielzahl von MaB- nahmen entwickelt um den Tabakkonsum in der Bevolkerung zu reduzieren. Spurbare Tabak- steuererhohungen, der gesetzliche Schutz vor den Gesundheitsgefahren des Rauchens, das Verbot der Abgabe von Tabakwaren an Personen unter 18 Jahren, Begrenzungen fur Tabak- werbung sowie die Gesetzgebung des Bundes und der Lander zum Nichtraucherschutz durch z.B. das Rauchverbot in offentlichen Verkehrsmitteln und Gaststatten (vgl. DHS, 2017, S. 55). Besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen machen sich die Bemuhungen der Tabakpravention und Tabakkontrollpolitik bemerkbar. Statistiken zeigen, dass die genannten MaBnahmen zu einem Ruckgang des Tabakkonsums fuhren. Um den Konsum (vgl. Godehardt, 2016, S. 22) um und die Passivrauchbelastung weiterhin langfristig und nachhaltig zu reduzieren, wird es als notwendig angesehen, diese weiterzufuhren und zu intensivieren (vgl. DHS, 2017, S. 74).

4 Definition Krankheitspravention und Gesundheitsforderung

In der internationalen Fachliteratur werden die Begriffe Krankheitspravention und Gesund- heitsforderung nicht gleichartig verwendet. Im deutschen Sprachraum kommt es ebenfalls zu unterschiedlichen Definitionen. Ein Ruckblick auf die historische Entstehung beider Begriffe soll Klarheit verschaffen (vgl. Hurrelmann et al., 2014, S. 13).

Fur Krankheitspravention wird haufig verkurzt das Wort Pravention verwendet. Dieser Be- griff entstand in der Sozialmedizin des 19. Jahrhunderts in einer Konferenz um soziale Hygi­ene und Volksgesundheit. Das Ziel der Vermeidung des Auftretens von Krankheiten und die Verringerung ihrer Verbreitung, sowie die Abnahme ihrer Folgen werden mit den Begriffen Vorsorge, Prophylaxe, Vorbeugung oder Pravention beschrieben. Auslosefaktoren von Krankheiten sollen zuruckgedrangt oder ganzlich beseitigt werden. Auslosende Faktoren ist alle was die Lebensbedingungen, Lebensdauer und Lebensqualitat der Bevolkerung beein- trachtigen. Hierzu gehort zum Beispiel unzureichende Hygiene oder erschwerte Arbeitsbedin- gungen. Diese Erkenntnisse verdeutlichten sich um 1900. Durch diese wurden erste Ansatze eines prophylaktischen, vorbeugenden und praventiven Agierens formuliert.

Deutlich junger ist der Begriff Gesundheitsforderung (Health Promotion). Er entstand wah- rend den gesundheitspolitischen Debatten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und etab- liert hat sich dieser Begriff im Anschluss an die Definition von Gesundheit in der Grundungs- konvention der WHO (1946): „Gesundheit ist der Zustand des volligen korperlichen, psychi- schen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen.“ (vgl. Hurrelmann et al., 2014, S.13)

Das Konzept der Gesundheitsforderung wurde von der WHO im Jahre 1986 in Ottawa in ei- ner Diskussion zum Thema Umsetzungsstrategien des Gesundheitsbegriffs definiert. Wahrend bei der Krankheitspravention die Vermeidungsstrategien im Vordergrund stehen, geht es bei der Gesundheitsforderung um die Starkung der Gesundheit, beispielsweise durch die Verbes- serung der Lebensbedingungen. Obwohl beide Begriffe verschiedenes meinen, haben sie eine Gemeinsamkeit: Beide, sowohl Krankheitspravention als auch Gesundheitsforderung be- schreiben Formen der Intervention. In beiden Fallen handelt es sich um das Eingreifen von Akteuren, uberwiegend professionell und/oder offentlich autorisierter Institutionen und Pe r- sonen, um sich abzeichnende oder bereits eingetretene Verschlechterungen der Gesundheit bei bestimmten Bevolkerungsgruppen oder einzelnen Personen zu beeinflussen. „Krankheitspra- vention beschreibt alle Eingriffshandlungen, die dem Verhindern des Eintretens oder des Ent- faltens einer Krankheit dienen. Das Intervenieren bezieht sich auf die Optimierung der kult u- rellen, psychischen hygienischen, okonomischen, bildungsgemaben und sozialen Bedingun­gen der Lebensausformung von einzelnen Personen oder bestimmter Bevolkerungsgrup- pen“(vgl. Hurrelmann und Richter, 2014, S. 14).

Krankheitspravention und Gesundheitsforderung haben beide das Ziel einen kollektiven als auch individuellen Gesundheitsgewinn zu erzielen. Zum einen durch die Forderung von ge- sundheitlichen Ressourcen, zum anderen durch das Minimieren von Krankheitsrisiken. Die Krankheitspravention bezieht sich auf die Dynamik der Entstehung von Gesundheit (vgl. Hur- relmann und Richter, 2013, S.147).

5 Geschichte des Tabakkonsums

Der sogenannte Genuss von Tabak ist seit rund 500 Jahren in Europa verbreitet und stammt, wie die Tabakpflanze, aus Mittel- und Sudamerika. Seefahrer brachten die Tabakpflanze von ihren Reisen mit nach Europa. Innerhalb weniger Jahrzehnte verbreiteten sich die Tabak- pflanze und die Gewohnheit des Rauchens von Spanien und Portugal ausgehend uber ganz Europa. Durch Entdeckungsreisen in aubereuropaische Lander wurde sie auch in diesen be- kannt. Von Anfang an stieb der Konsum von Tabak auf Wiederstand. Da der Rauch des Ta- baks als storend empfunden wurde, Adel und Obrigkeit ihn als Privileg sahen und Geistliche vor dem Teufelskraut warnten. Schon damals wurde vor den gesundheitliche Folgen gewarnt (vgl. DHS, 2013, S. 4). Dennoch galt Tabak fur viele Menschen als potentes Heilmittel. He l- fen sollten die Tabakblatter gegen Kratze, Zahnfleischbluten, Wurmer, Kopfschmerzen, Hus- ten und sogar gegen die Pest. Tabak war zunachst keine Massenware sondern ein Produkt von hohem Wert. Die Konsumform des Rauchens war neu und somit hatte sie anfanglich keine eigene Begriffsdefinition. Man verwendete Begriffe wie „Tabaktrinken“, „Sauferei des N e­bels, und „Rauchtrinken“ um diese Art Konsumform zu beschreiben. Im 18. Jahrhundert wur- de vor allem Pfeife geraucht und das Tabakschnupfen kam uberwiegend in den sozialen Ober- schichten in Mode. Anfang des 19. Jahrhunderts kam die Zigarre auf den Markt, weitere 50 Jahre spater dann die Zigarette. Im 20. Jahrhundert nahm die Verbreitung des Rauchens in den westlichen Industriestaaten immer weiter zu. Rauchen wurde zur alltaglichen Begleitung und wurde allgemein akzeptiert. AusschlieBlich fur Frauen galt der Konsum von Tabak zu Beginn noch als unweiblich und lasterhaft.

Heute werden in Deutschland vor allem Zigaretten geraucht. Nur wenige Menschen rauchen Pfeife, Zigarillos oder Zigarren. Der Verbrauch von Zigaretten betrug vor dem 1. Weltkrieg pro Kopf der Bevolkerung ungefahr 200 Zigaretten jahrlich und stieg statig an (vgl. Schivelbusch, 1988 zitiert in BARMER Ersatzkasse, 2013, S. 5). In den 50 Jahren wurden die ersten gesundheitlichen Studien durchgefuhrt um die gesundheitlichen Folgen des Rauchens zu untersuchen. Es wurde mehrfach bestatigt, dass der Konsum von Tabak gesundheitsschad- lich ist. Die Ergebnisse wurden zusammengefasst und in der Weltoffentlichkeit verbreitet. Seitdem gilt rauchen weltweit als eine der haufigsten Ursachen fur den vorzeitigen Tod und Invaliditat. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schatzt, dass weltweit jahrlich circa vier Millionen Menschen an Krankheiten sterben, die mit dem Rauchen in Verbindung gebracht werden konnen. Alleine in Europa sind es etwa mehr als eine halbe Millionen (vgl. BARMER Ersatzkasse, 2013, S. 5). In dem nachsten Kapitel wird genauer beschrieben, welche Folgen das Rauchen haben kann.

6 Folgen des Rauchens

Der Rauch des Tabaks besteht aus mehr als 4.800 Substanzen, welche der Gesundheit scha- den. Uber 250 Substanzen hiervon sind sogar giftig oder krebserregend. Tabakkonsum scha- digt fast jedes Organ des Korpers und verursacht Gesundheitsschaden die Jahre nach dem Beginn mit dem Rauchen auftreten. Allerdings leiden auch schon junge Raucher an den Fo l- gen des Tabakkonsums.

Der regelmaBige Konsum von Tabak fuhrt schnell zu einer Abhangigkeit. Menschen die ab- hangig geworden sind zeigen ein Suchtverhalten. Durch die Aufnahme von Nikotin uber ei- nen langen Zeitraum wird die Fahigkeit im Gehirn verringert den Transmitterstoff Dopamin auszuschutten. Als Konsequenz daraus wird immer mehr Nikotin benotigt um das gleiche MaB an Befriedigung zu erlangen. Eine dauerhafte Aufnahme von Nikotin fuhrt dazu, dass sich die zentralen nikotinenergen Acetylcholinrezeptoren vermehren und dadurch bei Rauch- stopp oder Reduzierung der Nikotinaufnahme Entzugssymptome auftreten (vgl. Reinisch, 2007, S. 33). Diese konnen sich auBern durch Freudlosigkeit, Bedrucktheit, Angstlichkeit sowie Reizbarkeit, Aggressivitat und Nervositat. AuBerdem konnte eine herabgesetzte Kon- zentrationsfahigkeit, gesteigerte Unruhe, erhohter Appetit und eine daraus resultierende Ge- wichtszunahme beobachtet werden (vgl. Batra, 2000 zitiert in Reinisch, 2007, S. 33). Deutlich wird das groBe Abhangigkeitspotenzial durch das Bedurfnis mit dem Rauchen aufzuhoren und den zu beobachtenden Erfolgsquoten. Von den spontanen Entschlussen mit dem Rauchen aufzuhoren schaffen es nur etwa 3% uber einen langen Zeitraum auf die Aufnahme von Niko- tin zu verzichten. Des Weiteren ist der Erfolg von Entwohnungsprogrammen gering. Hochs- tens 20% der Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind nach einem Jahr noch frei vom Rauchen (vgl. Batra, 1996 zitiert in Reinisch, 2007, S. 35). Dem Nikotin wird somit eine ahnlich starke Sucht zugeschrieben wie Kokain, Heroin und Marihuana (vgl. Potschke-Langer, 2000 zitiert in Reinisch, 2007, S. 33). Der fruhe Beginn mit dem Rauchen erhoht das Risiko besonders deutlich innerhalb kurzester Zeit zum abhangigen Tabakkonsumenten zu werden (Breslau et al., 1993 zitiert in Reinisch, 2007, S. 34).

6.1 Mortalitat

Alleine in Deutschland sterben jahrlich zwischen 100.000 und 120.000 Menschen an den Fol­gen des Tabakkonsums(vgl. Mons, 2011; zitiert in Godehardt, 2016, S. 22). Es wird vermutet, dass sich die Zahl der Raucher weltweit zunimmt und bis zum Jahr 2030 damit zu rechnen ist, dass jahrlich circa zehn Millionen Menschen an den Gesundheitsschaden, die durch das Rau- chen verursacht werden, sterben. Die Sterblichkeitszahlen in den Entwicklungslandern neh- men dabei schneller zu als in den Industriestaaten (DKFZ, 2003 zitiert in Reinisch, 2007, S. 34). Jeder zweite Raucher im mittleren Lebensalter zwischen 35 und 69 Jahren stirbt vorzeitig an den gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums. Die Lebenserwartung von Rauchern ist durchschnittlich um 10 Jahre geringer, denn je fruher mit dem Rauchen begonnen wird, desto hoher ist die Wahrscheinlichkeit fur einen verfruhten Tod (vgl. Doll, 2004 zitiert in Reinisch, 2007, S. 34). Nur etwa 58% der Langzeit-Raucher erlangen das 70. Lebensjahr und nur 26% das 80. Lebensjahr. Im Vergleich werden 81% der Menschen die nicht rauchen 70 Jahre und 59% 80 Jahre alt (vgl. Doll, 2004 zitiert in Godehardt, 2016, S. 22). Krebserkrankungen sind die haufigste Todesursache die auf das Rauchen zuruckzufuhren sind, gefolgt von Atemwegs- erkrankungen und Herz-Kreislauferkrankungen (vgl. DHS, 2003 zitiert in Hurrelmann, 2007, S. 34). 1990 waren von den Todesfallen in Deutschland, die auf dem Konsum von Tabak zu- ruckzufuhren sind ungefahr 43.000 Krebserkrankungen, 37.000 Kreislauferkrankungen und 20.000 Atemwegserkrankungen (vgl. Reinisch, 2007, S. 34).

6.2 Morbiditat

Rauchen schadigt das Gewebe und fordert die Produktion von Bronchialschleim. Der Selbst- reinigungsmechanismus der Atemwege wird beeintrachtigt, da die Flimmerharchen der Bro n- chialschleimhaut durch das Rauchen betaubt und zerstort werden. Rauchen beschadigt die Lungenblaschen und behindert das Lungenwachstum, wodurc h die korperliche Leistungsfa- higkeit eingeschrankt wird (vgl. Godehardt, 2016, S. 21). Es schwacht das Immunsystem, fordert das Auftreten von Asthma und verstarkt die Menstruationsbeschwerden bei Frauen. AuBerdem kann rauchen zu Mundgeruch fuhren und erhoht die Wahrscheinlichkeit fur die Entstehung von schweren entzundlichen Erkrankungen des Zahnapparates (vgl. Godehardt, 2016, S.21). Auf lange Sicht schadet rauchen besonders der Atemwege, dem Herz-Kreislauf- System und verursacht 90% aller Lungenkrebsfalle und erhoht die Wahrscheinlichkeit Schlaganfalle zu erleiden(vgl. DKFZ, 2008 zitiert in Godehardt, 2016, S. 22). Je mehr man raucht, umso hoher ist die Wahrscheinlichkeit an diesem zu erkranken. Das Risiko bei einem taglichen Konsum von bis zu 14 Zigaretten an Lungenkrebs zu erkranken ist in Gegenube r- stellung zum Nichtraucher um das achtfache hoher, bei einem Konsum von taglich 25 Ziga- retten und mehr sogar um das 25-fache. Des Weiteren haben Tabakkonsumenten ein deutlich hoheres Risiko als Nichtraucher an Krebsarten wie Kehlkopfkrebs, Krebs der Leber, der Bauchspeicheldruse, Niere und Harnblase, der Speiserohre sowie der Mundhohle zu erkra n- ken (vgl. Godehardt, 2016, S. 22). Dieses steigt ebenfalls durch die Anzahl der gerauchten Zigaretten sowie der Dauer an Jahren in denen geraucht wurde. Insgesamt sind in Deutsch­land 20% aller Krebserkrankungen auf das Rauchen zuruckzufuhren. Weiterhin ist die Wahr- scheinlichkeit fur Raucher doppelt so hoch an Diabetes Typ 2 sowie ab 50 Jahren an Osteopo- rose zu erkranken. AbschlieBend haben Raucher vorzeitig alternde Haut, ein gesteigertes Ri- siko fur grauen Star, Unfruchtbarkeit bei Frauen sowie I mpotenz bei Mannern (vgl. Godehardt, 2016, S. 22).

7 Belastung des Passivrauchens

Nicht nur das aktive sondern auch das passive Rauchen kann der Gesundheit erheblich scha- den und erhoht die Wahrscheinlichkeit fur folgenschwere Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und Krebserkrankungen. Passivrauchen kann Reizungen der Schleimhaute, chro- nische Bronchitis und Lungenemphysem verursachen (vgl. DKFZ 2015a zitiert in Robert Koch-Institut, 2016, S, 1). Verstanden wird unter passiv rauchen das unfreiwillige Einatmen von Tabakrauch, welcher sich in der Umgebungsluft befindet. Beim Abbrennen einer Zigaret- te ziehen drei Viertel des Rauches in die unmittelbare Umgebung und machen somit das Pas- sivrauchen besonders in geschlossenen Raumen unausweichbar. Schatzungen zufolge, werden jahrlich etwa 3.300 Todesfalle in Deutschland auf das Passivrauchen zuruckgefuhrt. Beson- ders empfindlich gegenuber Tabakrauch sind Kinder und Jugendliche, schwangere Frauen, Personen mit Asthma, chronischer Bronchitis, einer Tabakrauchallergie sowie Herz- und Kreislauferkrankungen. Kinder und Jugendliche haben im Vergleich zu Erwachsenen eine hohere Atemfrequenz und nehmen somit mehr Giftstoffe auf. Zudem konnen sie diese schlechter abbauen, da die Entwicklung Ihrer Organe noch nicht vollendet ist. Heranwachse n-de, die dem Rauch von Tabak ausgesetzt sind, leiden ofter an Husten, Kurzatmigkeit, Mittel-ohrentzundungen und Erkrankungen der unteren Atemwege (vgl. Robert Koch-Institut, 2016, S.1).

8 Welche Faktoren beeinflussen Menschen mit dem Rauchen zu Beginnen

Wie bereits im Kapitel „Geschichte“ erwahnt rauchten damals uberwiegend Menschen mit einem hohen soziookonomischen Status. Heute rauchen allerdings besonders Menschen mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen und aus sozial benachteiligten Bevolkerungsgrup- pen. Zudem werden Kinder und Jugendliche durch das Vorbildverhalten nahestehender Fami- lienmitglieder beeinflusst (vgl. DKFZ zitiert in Reinisch et al., 2007, S. 16).

8.1 Niedrige Bildung

Zahlreiche Studien belegen, dass Bevolkerungsgruppen, welche sozial benachteiligt sich, deutlich haufiger rauchen als Bevolkerungsgruppen mit einem hoheren Sozialstatus. Um das Bildungsniveau ermitteln zu konnen wird eine internationale Klassifikation verwendet, die zum einen Angaben zur Schulbildung sowie zur beruflichen Qualifikation berucksichtigt und zum anderen eine Differenzierung zwischen drei Bildungsgruppen gewahrt. Bei jungen Er- wachsenen einer niedrigen Bildungsgruppe lassen sich im Vergleich zu einer mittleren oder hoheren Bildungsgruppe deutliche Nachteile erkennen. Des Weiteren zeigen sich die Bil- dungsunterschiede in Bezug auf das Rauchverhalten auch im mittleren Lebensalter. Statisti- schen Kontrollen des Alterseffektes zufolge, kann die Aussage getroffen werden, dass bei Frauen und Manner mit geringem, in Gegenuberstellung zu denen mit einem hohen Bildungs- status die Wahrscheinlichkeit zu rauchen deutlich erhohter ist. Betrachtet man die starken Raucher, lassen sich die Bildungsunterschiede noch deutlicher erkennen (vgl. Robert Koch- Institut, 2011, S. 3).

8.2 Familiare Faktoren

Ein Risikofaktor, der nicht unterschatz werden sollte ist die Zuganglichkeit von Tabakproduk- ten in einem Raucherhaushalten. AuBerdem spielt das Vorbildverhalten von Eltern eine wic h- tige Rolle. Kinder und Jugendliche von Eltern die rauchen, werden haufig selbst zu Raucher und Raucherinnen. Auch altere Geschwister haben Einfluss auf das Konsumverhalten von Tabak. Verschiedene Studien zeigen sogar, dass das Rauchverhalten der Geschwister groBere Auswirkungen auf den Einstieg in den Tabakkonsum hat als das Rauchverhalten der Eltern. Dies gilt vor allem dann, wenn die Geschwister ein gutes und inniges Verhaltnis zueinander haben. Schwer zu Unterscheiden ist hier jedoch, ob sie vergleichbaren sozialen Einflussen ausgesetzt sind oder die alteren Geschwister tatsachlich die jungeren beeinflussen (vgl. Reinisch et al., 2007, S. 29)

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Tabakprävention in Deutschland. Wirkt sich Tabakprävention auf die Lebensqualität aus?
Hochschule
Hochschule Bremen
Note
2,6
Jahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V535705
ISBN (eBook)
9783346123947
ISBN (Buch)
9783346123954
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tabakprävention, deutschland, wirkt, lebensqualität
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Tabakprävention in Deutschland. Wirkt sich Tabakprävention auf die Lebensqualität aus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535705

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