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Semantik, Grammatik und Interpretation

Untersuchung der Bedeutung eines Wortes mit Hinblick auf das sprachliche Phänomen "strikte Synonymie"

Title: Semantik, Grammatik und Interpretation

Seminar Paper , 2018 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Niklas Klinkenberg (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Strikte Synonymie ist eine spezielle Form der Synonymie und bildet ihren Superlativ. Um tatsächlich vorzuliegen, muss zwischen zwei Lexemen eine Bedeutungskongruenz vorhanden sein, die so exakt ist, dass bei einem Austausch der beiden Lexeme nicht nur die Gesamtsinnstruktur auf syntagmatischer und paradigmatischer Ebene erhalten bleibt, sondern auch jegliche, nicht zuletzt durch subjektives Empfinden geprägte, Konnotation des zu ersetzenden Lexems in dem Synonym impliziert ist. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem sprachlichen Phänomen und hinterfragt dessen Existenz. Diskutiert werden verschiedene Argumente gegen das Vorkommen 'strikter Synonymie'. Außerdem wird eine Formel vorgestellt, um den 'Grad der Synonymie' zweier beliebiger Begriffe auf semantischer Ebene zu bestimmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff der „Bedeutung“ eines Wortes

2.1 Die Theorie der Merkmalsemantik

2.2 Die Prototypen-Semantik

3. Die Frage nach dem Phänomen strikter Synonymie

4. Fazit

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das linguistische Phänomen der „strikten Synonymie“. Ziel ist es, auf Basis grundlegender semantischer Theorien zu analysieren, ob eine vollkommene Bedeutungskongruenz zwischen zwei Begriffen in der Sprachpraxis existieren kann oder ob diese eher ein theoretisches Konstrukt darstellt.

  • Grundlagen der Wortbedeutung
  • Kritische Analyse der Merkmalsemantik
  • Kritische Analyse der Prototypen-Semantik
  • Differenzierung zwischen Denotation und Konnotation
  • Untersuchung der Austauschbarkeit von Lexemen im Kontext

Auszug aus dem Buch

3. Die Frage nach dem Phänomen strikter Synonymie

Wie nun mehrfach in dieser Arbeit erwähnt, liegt der Fokus bzw. das Ziel darin, die Frage nach der Existenz von strikter Synonymie zu beantworten. Nachdem im vorangegangenen Teil danach gefragt worden ist, wie sich die Bedeutung eines Wortes in der Theorie ergeben kann, soll nun dieses Wissen die Basis bilden, um eine Aussage über das zu hinterfragende Phänomen treffen zu können. Die Formulierung, dass bereits betrachtet worden ist, wie sich Semantik in der Theorie bildet, ist nicht zufällig so gewählt, sondern lässt die Praxis bewusst außenvor. Beschäftigt man sich lediglich mit einfacher Synonymie, so sind die betrachteten Theorien trotz ihrer Schwächen vollkommen hinreichend, um in ihren analogischen Charakteren Synonyme zu erlauben. Vergleicht man zwei einfache Sätze wird das schnell sichtbar und eröffnet gleichzeitig auch den Blick dafür, was einfache Synonymie nicht mehr abdecken kann. Angenommen man hört zwei Sätze, ohne deren jeweilige Sprecher zu kennen:

Satz 1: „Mir gefällt dein Auto sehr!“ Satz 2: „Du hast eine geile Karre!“

Zweifelsohne identifizieren wir als Hörer beide Sätze als „gleiche“ Botschaft, nämlich dass Person A der Person B mitteilt, dass ihr das Auto auf bestimmte Art und Weise zusagt. „Auto“ wird ersetzt durch „Karre“ und „gefällt … sehr“ wird durch „geil“ ersetzt. Dieser Satz beinhaltet also gleich zwei Synonyme und trotzdem wage ich an dieser Stelle zu behaupten, dass kaum jemand die Meinung vertreten würde, dass hier eine absolute Kongruenz vorliegt, obwohl es keine Verständnisprobleme mit den beiden Versionen gibt und das „Ziel“ der Aussage in beiden Sätzen identisch ist und erhalten bleibt. Woran liegt das also? Um das zu beantworten muss man sich zunächst fragen, warum dieser Fall von Synonymie überhaupt funktioniert und es uns nicht vor Probleme stellt, sowohl den einen, als auch den anderen Satz in seinem Inhalt als identisch zu dekodieren. Die Antwort liegt in der Erkenntnis, dass Synonymie zwangsweise in verschiedenen Kategorisierungsklassen stattfindet und unterschiedlich motiviert ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Synonymie und Antonymie sowie Darlegung der Forschungsabsicht bezüglich der strikten Synonymie.

2. Der Begriff der „Bedeutung“ eines Wortes: Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem allgemeinen Bedeutungsbegriff und der Frage nach universeller Gültigkeit von Wortbedeutungen.

2.1 Die Theorie der Merkmalsemantik: Analyse der Bedeutungskonstruktion über ein Ensemble semantischer Merkmale und deren kritische Beleuchtung.

2.2 Die Prototypen-Semantik: Untersuchung der Theorie prototypischer Strukturen als Kompensation für Schwächen der Merkmalsemantik.

3. Die Frage nach dem Phänomen strikter Synonymie: Diskussion der Austauschbarkeit von Begriffen unter Berücksichtigung von Denotation und Konnotation in kommunikativen Kontexten.

4. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse und die Schlussfolgerung, dass strikte Synonymie in der Sprachwirklichkeit kaum existiert.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Semantik, strikte Synonymie, Bedeutung, Merkmalsemantik, Prototypen-Semantik, Denotation, Konnotation, Sprachökonomie, Lexem, Sprachpraxis, Bedeutungskongruenz, Kommunikation, Sprachwissenschaft, Synonym, Antonym.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sprachwissenschaftlichen Phänomen der strikten Synonymie und untersucht, ob und unter welchen Bedingungen eine absolute Bedeutungsgleichheit zwischen zwei Wörtern möglich ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder sind die semantische Theoriebildung (insbesondere Merkmalsemantik und Prototypentheorie) sowie die Unterscheidung zwischen Denotation und Konnotation im Sprachgebrauch.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, auf Basis semantischer Theorien eine fundierte Einschätzung zur Existenz oder Nicht-Existenz von strikter Synonymie in der realen Sprachpraxis zu treffen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine theoretische Analyse semantischer Konzepte, die durch praktische Beispiele aus der Kommunikationssituation ergänzt und kritisch hinterfragt wird.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des allgemeinen Bedeutungsbegriffs, die theoretische Analyse der Merkmals- und Prototypensemantik sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse auf das spezifische Problem der strikten Synonymie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Semantik, strikte Synonymie, Denotation, Konnotation, Bedeutungskongruenz und Sprachökonomie.

Wie unterscheidet der Autor zwischen einfacher und strikter Synonymie?

Einfache Synonymie wird als Austauschbarkeit von Wörtern in bestimmten Kontexten gesehen, während strikte Synonymie eine absolute Kongruenz in allen Bedeutungsebenen einschließlich individueller Konnotationen erfordern würde.

Warum hält der Autor strikte Synonymie für nahezu unmöglich?

Der Autor argumentiert, dass Wörter aufgrund individueller Erfahrungen und sprachlicher Konnotationen sowie aus Gründen der Sprachökonomie immer Nuancen in ihrer Bedeutung aufweisen, die eine vollständige Identität verhindern.

Welche Rolle spielt die „Sprachökonomie“ für die Argumentation?

Die Sprachökonomie dient als logisches Argument: Hätten zwei Wörter exakt die gleiche Bedeutung, gäbe es keinen funktionalen Grund für das Bestehen beider Begriffe im Wortschatz einer Sprache.

Wie wird das Konzept der „Messskala“ im Fazit verwendet?

Der Autor schlägt vor, strikte Synonymie nicht als gegebenen Zustand, sondern als utopischen Referenzpunkt auf einer Skala zu verstehen, um verschiedene Grade von Ähnlichkeit zwischen Synonymen vergleichbar zu machen.

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Details

Title
Semantik, Grammatik und Interpretation
Subtitle
Untersuchung der Bedeutung eines Wortes mit Hinblick auf das sprachliche Phänomen "strikte Synonymie"
College
RWTH Aachen University
Grade
1,7
Author
Niklas Klinkenberg (Author)
Publication Year
2018
Pages
18
Catalog Number
V535710
ISBN (eBook)
9783346130969
ISBN (Book)
9783346130976
Language
German
Tags
strikte synonymie sprachwissenschaft semantik linguistik seme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niklas Klinkenberg (Author), 2018, Semantik, Grammatik und Interpretation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535710
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