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Digitalisierung und Persönlichkeitsentwicklung. Kann Online-Kommunikation die (zwischen)leibliche Interaktion ersetzen?

Title: Digitalisierung und Persönlichkeitsentwicklung. Kann Online-Kommunikation die (zwischen)leibliche Interaktion ersetzen?

Term Paper , 2018 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Lea Hoppe (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Ob es sich bei computervermittelter Kommunikation um leibliche Kommunikation handelt soll in dieser Arbeit herausgestellt werden. Hierzu ist es notwendig, in einem ersten Schritt darauf einzugehen, was sich hinter den Begriffen Personalität und Persönlichkeit verbirgt und wie diese unterschieden werden können. Um herauszustellen, wie genau sich die Persönlichkeit eines Menschen entwickelt, wird der Ansatz einer leiblichen Persönlichkeitsstruktur von Thomas Fuchs näher erläutert. Im Anschluss wird auf den von Fuchs angesprochenen Begriff der (zwischen)leiblichen Kommunikation eingegangen, um zu verdeutlichen was unter dem Aspekt der Leiblichkeit in Bezug auf Kommunikation verstanden werden kann. Auf Grundlage dieses theoretischen Ansatzes wird sich im Hauptteil damit beschäftigt, wie und ob (zwischen)leibliche Kommunikation computervermittelt stattfinden kann und ob somit auch in dieser Art von Kommunikation eine Persönlichkeit ausgebildet werden kann.

In der heutigen Zeit nutzen viele Menschen die unzähligen Möglichkeiten, die das Social Web bereitstellt. Nicht nur Erwachsene werden mit diesen Möglichkeiten konfrontiert: Gerade junge Heranwachsende bilden die größte Gruppe der Nutzer dieser Plattformen. Besonders die Selbstdarstellung im Netz ist eine beliebte Art und Weise andere Menschen an dem eigenen Leben teilhaben zu lassen. Jede scheinbar noch so kleine Banalität, wie das Müsli am Morgen oder der Tee am Abend werden mithilfe von social Media der Öffentlichkeit bereitgestellt. Es macht den Anschein, dass die Jagd nach Likes einer anonymen Gruppe das Selbstbild und Selbstbewusstsein einer Person bestimmt.

Persönliche Komplimente sind rar geworden, gibt es doch jetzt den „Daumen-hoch-Button“ und Herzchen, mit denen im Netz etwas als gut bewertet wird. Auf der Suche nach Selbstbestätigung und Anerkennung im Web, stehen besonders junge Menschen vor der riesigen Aufgabe, dem Druck in einer anonymen Community von scheinbar perfekt aussehenden, talentierten Nutzern standzuhalten. Statt sich mit all den individuellen Eigenschaften eines jeden Menschen zu schätzen und zu achten wird ein Konkurrenzkampf eröffnet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Persönlich-Sein und Person-Sein

3. (Zwischen)leibliche Kommunikation

4. Leiblichkeit in computervermittelter Kommunikation

5. Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht, inwieweit computervermittelte Kommunikation die für die Persönlichkeitsentwicklung essenzielle (zwischen)leibliche Interaktion ersetzen oder kompensieren kann, und geht dabei der Frage nach, ob eine echte Begegnung als Person auch ohne körperliche Anwesenheit möglich ist.

  • Bedeutung der Leiblichkeit für die Ausbildung einer Persönlichkeitsstruktur
  • Die Rolle von Resonanz- und Dissonanzerfahrungen in der Kommunikation
  • Auswirkungen der digitalen Anonymität auf den Umgangston und die Hemmschwelle
  • Kompensationsmechanismen der Online-Kommunikation durch Feedback-Funktionen
  • Die Gefahr einer sozialen Verkümmerung durch rein digitale Identitätsbildung

Auszug aus dem Buch

(Zwischen)leibliche Kommunikation

Als (zwischen)leibliche Kommunikation wird eine nonverbale Kommunikation verstanden, die darauf basiert, den Kommunikationspartner beziehungsweise sein Empfinden leiblich zu spüren. Wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, nehmen sie nicht nur die körperliche Gestalt des Anderen wahr, sondern empfinden ihn auch leiblich. Das heißt, dass der eine Akteur etwas von der Stimmung des Gegenübers in sich selbst spürt, erweitert und durch diese erfahrungsebene seine Persönlichkeit aktualisiert. Jeder hat sicherlich schon einmal die Erfahrung gemacht, dass ein Mensch ihm auf Anhieb sympathisch war (oder auch eben nicht), ohne dass diese Person etwas Besonderes getan hat. Es ist ein innerliches Gefühl, dass dem Menschen vermittelt, was der andere Mensch empfindet und ausstrahlt. Beispielsweise lässt eine gerunzelte Stirn des Kommunikationspartners vermuten, dass dieser sich Sorgen macht, oder ihn etwas bedrückt.

Aus diesem Grund kann der Mensch sein Gegenüber fragen, was diesen bedrückt, ohne dass dieser seine Stimmung explizit verbal artikuliert hat. Dies kann der Mensch, da er aus vorherigen Kommunikationssituationen die Erfahrung mitbringt, dass ein Mensch mit gerunzelter Stirn durch seine Aussagen verständlich gemacht hat, dass er bedrückt oder besorgt ist. Aufgrund dieser Erfahrung aktualisiert er seine Persönlichkeit und ist damit in der Lage, die in diesem Fall gerunzelte Stirn leiblich zu spüren und zu deuten. Laut Thomas Fuchs entsteht (zwischen)leibliche Kommunikation dann, wenn zwei Leiblichkeiten aufeinandertreffen und in diesem Aufeinandertreffen eine oszillierende Erfahrung von Resonanzen und Dissonanzen stattfindet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Verlagerung zwischenmenschlicher Interaktionen in das Social Web und formuliert die Forschungsfrage, wie Persönlichkeitsentwicklung ohne leibliche Präsenz gelingen kann.

2. Persönlich-Sein und Person-Sein: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Persönlichkeit und Person und erläutert anhand von Thomas Fuchs, wie Persönlichkeitsstrukturen dynamisch in zwischenleiblichen Begegnungen geformt werden.

3. (Zwischen)leibliche Kommunikation: Hier wird der Prozess der Kommunikation als ein Wechselspiel von Resonanzen und Dissonanzen beschrieben, durch den sich Kommunikationspartner gegenseitig als wirklich wahrnehmen.

4. Leiblichkeit in computervermittelter Kommunikation: Das Kapitel analysiert, ob technische Hilfsmittel die fehlende leibliche Interaktion kompensieren können und welche Risiken die Anonymität und mangelnde leibliche Rückkopplung für die Persönlichkeitsbildung bergen.

5. Ausblick: Der Ausblick resümiert, dass Online-Formate die leibliche Begegnung nicht ersetzen können, und mahnt dazu, das gesunde Maß an digitaler Kommunikation zu wahren, um die Fähigkeit zur leiblichen Wahrnehmung des Anderen nicht zu verlieren.

Schlüsselwörter

Persönlichkeitsentwicklung, Social Web, (Zwischen)leiblichkeit, Computervermittelte Kommunikation, Thomas Fuchs, Resonanz, Dissonanz, Fernanwesenheit, Personsein, Identität, Online-Kommunikation, Selbstthematisierung, Empathie, Digitale Gesellschaft, Face-to-face-Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit thematisiert die Auswirkungen der Digitalisierung auf die zwischenmenschliche Kommunikation und untersucht, ob die für die Persönlichkeitsentwicklung notwendige leibliche Begegnung durch digitale Medien ersetzt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die phänomenologische Bedeutung von Leiblichkeit, die Herausforderungen der Online-Identitätsbildung sowie die dialektische Beziehung zwischen technischer Fernanwesenheit und leiblicher Nähe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu ergründen, ob ein Mensch seine Persönlichkeit auf Basis von computervermittelter Kommunikation bilden kann, wenn der leibliche Bezug zum Gesprächspartner fehlt.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse, insbesondere auf den Ansatz einer leiblichen Persönlichkeitsstruktur nach dem Philosophen Thomas Fuchs.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Personalität, dem Konzept der (zwischen)leiblichen Kommunikation und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Qualität computervermittelter Interaktionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind (Zwischen)leiblichkeit, Resonanz- und Dissonanzerfahrungen, Fernanwesenheit, Persönlichkeitsentwicklung und die Unterscheidung zwischen Person-Sein und Online-Profil.

Was genau bedeutet der Begriff der Fernanwesenheit im Kontext der Arbeit?

Fernanwesenheit beschreibt den Zustand, in dem Kommunikationspartner durch virtuelle Räume miteinander verbunden sind, während sie gleichzeitig physisch voneinander getrennt bleiben, was eine ambivalente Form der Begegnung darstellt.

Warum wird die Online-Kommunikation als potenziell defizitär angesehen?

Sie wird als defizitär betrachtet, weil ihr die leibliche Rückkopplung fehlt, die in Face-to-face-Gesprächen entscheidend für Empathie, das Verständnis von Konsequenzen und die reife Persönlichkeitsentwicklung ist.

Welche Gefahr sieht die Autorin bei der Nutzung von sozialen Netzwerken?

Die Gefahr liegt darin, dass Menschen sich ausschließlich auf die Bestätigung durch anonyme Nutzerschaften verlassen und bei einem Ausbleiben realer leiblicher Interaktion sozial verkümmern könnten.

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Details

Title
Digitalisierung und Persönlichkeitsentwicklung. Kann Online-Kommunikation die (zwischen)leibliche Interaktion ersetzen?
College
University of Paderborn
Grade
2,0
Author
Lea Hoppe (Author)
Publication Year
2018
Pages
15
Catalog Number
V535762
ISBN (eBook)
9783346129024
ISBN (Book)
9783346129031
Language
German
Tags
digitalisierung persönlichkeitsentwicklung kann online-kommunikation interaktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lea Hoppe (Author), 2018, Digitalisierung und Persönlichkeitsentwicklung. Kann Online-Kommunikation die (zwischen)leibliche Interaktion ersetzen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535762
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