Der Nationalsozialismus war das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Im Jahr 1933 kam Adolf Hitler an die Macht, womit sich die Politik der Weimarer Republik in das diktatorische Regime des Nationalsozialismus entwickelte. Zu dieser Zeit spielte die Soziale Arbeit eine wesentliche Rolle. Während die Sozialarbeit noch in der Weimarer Republik als Wohlfahrtspflege/Fürsorge bekannt war, forcierte sich diese im Nationalsozialismus in die Volkspflege. Doch neben der Veränderung in der Sozialen Arbeit im Nationalsozialismus, erfolgte eine massive Reformierung der Familienpolitik in dieser Zeit, die drastische Auswirkungen auf die Erziehung von Kindern und das Leben in Familien nach sich zog.
Somit wird in der Hausarbeit der Frage nachgegangen, welche Rolle und Funktion der Volkspflegerin und welche Bedeutung die Familie im Nationalsozialismus hatte.
Dazu wird im ersten Teil der Arbeit die Geschichte und die Entwicklung der Sozialen Arbeit im Nationalsozialismus vorgestellt. Darin wird auf die Entstehung der Volkspflege eingegangen, worin die Situation der Fürsorge während des Faschismus dargestellt wird. Des Weiteren wird die daraus resultierende Volkspflege sowie der berufliche Werdegang der Frauen und dessen Berufsbedingungen erläutert. Im weiteren Verlauf des Kapitels folgt dann die Darstellung der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV). Infolgedessen wird verdeutlicht, welche Bedeutung die Familie zu dieser Zeit hatte. Dabei soll der Fokus konkret auf der Erziehung des Kindes und der Rollenverteilung in der Familie liegen. Abschließend folgt das Fazit.
Für die weiteren Ausführungen innerhalb der vorliegenden Arbeit wird lediglich auf die Tätigkeit der Frauen eingegangen und der Begriff der Volkspflegerin (weibliche Form) verwendet, zumal die Fürsorgearbeit/Volkspflege, mit nahezu 90 % der Beschäftigten, in den Arbeitsbereich der Frauen fiel.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geschichte und Entwicklung der Sozialen Arbeit im Nationalsozialismus
2.1 Die Entstehung der Volkspflege
2.1.1 Der Fürsorgerinnenberuf
2.1.2 Von der Fürsorge zur Volkspflege
2.1.3 Beruflicher Werdegang der Frauen / Arbeitsmarkt und Berufsbedingungen
2.2 Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV)
3 Die Familie im Nationalsozialismus
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Rolle und Funktion der Volkspflegerin sowie die Bedeutung der Familie im Nationalsozialismus unter Berücksichtigung der Umgestaltung der Sozialen Arbeit zur Volkspflege durch das NS-Regime.
- Wandel der Sozialarbeit zur Volkspflege
- Die Rolle der Volkspflegerin im nationalsozialistischen Kontrollsystem
- Arbeitsbedingungen und beruflicher Werdegang von Frauen in der Sozialarbeit
- Einfluss der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)
- Ideologische Ausrichtung der Familienpolitik und Erziehung
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Der Fürsorgerinnenberuf
„Die wirtschaftliche wie politische Entwicklung der zweiten Hälfte der Weimarer Republik wirkte sich erwartungsgemäß verheerend auf die Sozialpolitik und das Fürsorgesystem aus.“ (Zeller 1994, 133) Dies führte dazu, dass zum Ende der Weimarer Republik über sechs Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos waren, die zudem größtenteils soziale und psychische Verelendung als Folge mit sich brachten. Daraufhin wurde die Einrichtung von Arbeitsbeschaffungsprogrammen das Ziel der Nationalsozialisten. Diese schufen zwar Arbeit, allerdings wurden Arbeitslosenstatistiken mit manipuliertem Zahlenmaterial, um die Bevölkerung beeindrucken zu können, um strukturiert (vgl. Zeller 1994, 133). Schließlich kam es zu einer Weltwirtschaftskrise, wodurch sich Ende 1932 in Deutschland die Bedürftigkeit von mehr als einem Drittel der Bevölkerung resultierte. Infolgedessen kamen die Faschisten nach andauernder politischer Instabilität der Weimarer Republik an die Macht (vgl. Wendt 2017, 173-174). Diese wirtschaftliche und soziale Lage war optimal für die Pläne der Nationalsozialisten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Hausarbeit ein und beschreibt die Transformation der Sozialarbeit zur Volkspflege sowie die veränderte Familienpolitik im Nationalsozialismus.
2 Geschichte und Entwicklung der Sozialen Arbeit im Nationalsozialismus: Das Kapitel beleuchtet die Entstehung der Volkspflege, die Rolle der Fürsorgerinnen unter dem NS-Regime und die Funktion der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV).
3 Die Familie im Nationalsozialismus: Hier wird der staatliche Eingriff in die Ehe und Familie analysiert, wobei der Fokus auf Rassenideologie, Erziehung und den Rollenbildern liegt.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle der Volkspflegerinnen als Teil eines ausgrenzenden Kontrollsystems sowie die Reduzierung der Frau auf ihre Funktion als Mutter.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Volkspflege, Soziale Arbeit, Nationalsozialistische Volkswohlfahrt, NSV, Familienpolitik, Fürsorgerin, Frauenrolle, Rassenhygiene, Volksgemeinschaft, Erziehung, Arbeitsmarkt, Wohlfahrtspflege, Ideologie, Auslese
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung und Rolle der Sozialen Arbeit, insbesondere des Berufs der Volkspflegerin, sowie die Bedeutung der Familie während des Nationalsozialismus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der Wandel von der Wohlfahrtspflege zur Volkspflege, die Machtübernahme durch die NSV, die berufliche Situation von Frauen und die staatliche Beeinflussung von Ehe und Erziehung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Rolle und Funktion der Volkspflegerin im nationalsozialistischen System und die Auswirkungen der Ideologie auf die Bedeutung der Familie zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene historische Fachquellen und zeitgenössische Analysen zur Sozialen Arbeit im NS-Regime heranzieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Volkspflege, die Arbeitsbedingungen von Frauen in diesem Sektor, die Rolle der NSV und die rassistische Prägung der Familien- und Erziehungspolitik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Volkspflege, Nationalsozialismus, NSV, Familienpolitik, Rassenhygiene und die Rolle der Frau.
Welche Bedeutung hatte die NSV für die Klienten der Sozialarbeit?
Die NSV selektierte ihre Klienten streng nach rassenideologischen Kriterien; „lebensunwerte“ oder als „asozial“ eingestufte Menschen wurden von jeglicher Hilfe ausgeschlossen und verfolgt.
Warum waren trotz der NS-Ideologie fast 90 % der Volkspflegerinnen weiblich?
Trotz der Bemühungen des NS-Regimes, Frauen aus der Arbeitswelt zu verdrängen, blieben Frauen als billige Arbeitskräfte in der Volkspflege essentiell, was zu einer hohen Frauenquote in diesem Berufsfeld führte.
Welche Rolle spielte die körperliche Ertüchtigung im NS-Erziehungskonzept?
Körperliche Ertüchtigung wurde als wichtiger als geistige Bildung angesehen, um Kinder und Jugendliche auf ihre künftigen Rollen im "Volkskörper" abzurüsten und abzuwerten.
- Arbeit zitieren
- Jennifer Nubukpo (Autor:in), 2019, Was war die Rolle und Funktion der Volkspflegerin und welche Bedeutung hatte die Familie im Nationalsozialismus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535830