Die Unternehmenskommunikation findet in einem gesellschaftlichen Umfeld statt und wird von dessen Entwicklung maßgeblich beeinflusst. Dies gilt auch für die Interne Kommunikation. Mitarbeiter und Führungskräfte sind Teil der Gesellschaft und erleben deren Entwicklung. Dieser Einfluss verschwindet nicht mit dem Beginn des Arbeitstages. Die Veränderungen werden in die Firma getragen, und damit auch Erwartungen, Handlungsmuster und Wertansprüche. Aber nicht nur die Umwelt ändert sich, auch in den Unternehmen finden viel schneller und häufiger Veränderungen statt. Aufbau von neuen Abteilungen, Werksschließungen, Fusionen etc. sind jedoch Fälle, die geplant werden können. Veränderungen von außen entwickeln sich. Die Unternehmensführung und besonders die Unternehmenskommunikation müssen diese Entwicklungen immer berücksichtigen, denn nur unter Einbeziehung aller Umstände kann erfolgreiches Change Management betrieben werden. Change Management bedeutet aber, dass sich die Menschen, und nicht die Unternehmen ändern. Der Wandel soll in den Personen stattfinden. Demnach ist immer eine intensive Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen aller Beteiligten eines Veränderungsprozesses notwendig. In der vorliegenden Arbeit setze ich mich mit der Veränderung des emotionalen Profils der Deutschen und der Auswirkung auf die Veränderungskommunikation auseinander. Bisher in der Öffentlichkeit nicht thematisierte Bereiche, wie Emotionen werden zunehmend Gegenstand der Forschung. Dabei werden die Wechselwirkungen zwischen Organisation und individuellen Gefühlen analysiert. Ein Aspekt des Umbruchs in Werten und Verhalten ist die Veränderung des emotionalen Profils der Deutschen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Emotionales Profil
2.1. Öffentlichkeit
2.2. Emotionale Kompetenz
2.3. Distanz gegenüber gesellschaftlichen Zwängen
2.4. Vertrauen
2.5. Ansprüche an Unternehmen
3. Anforderungen an die Interne Kommunikation
4. Veränderungskommunikation
5. Vernachlässigung der Emotionen
5.1 Der Manager als Macher
5.2 Versachlichung
5.3 Zeitdruck
5.4 Der Mensch als Maschine
5.5 Kognitive Dissonanzen
5.6 Reaktanz
6. Exkurs zwischenmenschliche Kommunikation
6.1 4-Seiten Modell
6.2 TALK-Modell
6.3 Ergebnis
7. Emotionen in der Kommunikation
7.1 Emotion-Setting
7.1.1. Das emotionale Profil
7.1.2. Die Wirkung von Sprache
7.1.3. Selbstdarstellung der Unternehmenskommunikation
7.1.4. Gemeinschaftserlebnisse
8. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Emotionen für die interne Unternehmenskommunikation in Veränderungsprozessen. Dabei wird analysiert, wie sich das emotionale Profil der Gesellschaft auf Mitarbeiter auswirkt und warum eine rein sachorientierte Führung bei Change-Prozessen oft scheitert, um daraus Empfehlungen für eine ganzheitlichere Kommunikation abzuleiten.
- Veränderung des emotionalen Profils in Deutschland
- Herausforderungen in der Veränderungskommunikation
- Psychologische Aspekte und zwischenmenschliche Dynamiken
- Kritik an der Vernachlässigung emotionaler Bedürfnisse
- Ansätze für ein effektives "Emotion-Setting"
Auszug aus dem Buch
7.1. Emotion-Setting
Buss empfiehlt, Kommunikation durch Emotionsmanagement zu erweitern.
In der Kommunikation werden aktiv „emotionale Felder“ besetzt, um ein positives Klima zu schaffen.
Emotion-Setting bedeutet:
- „nicht primär Informationspolitik, sondern ein atmosphärisches Prinzip,
- nicht primär Sachdialog, sondern ein Klima des gegenseitigen Respekts,
- nicht primär thematische Auseinandersetzung, sondern Signale von Offenheit und Nähe“26
Gerade im Veränderungsprozess ist es dringend erforderlich eine bestimmte Atmosphäre zu schaffen, die dem Mitarbeiter vermittelt wird.
Die Veränderungssituation wird bewertet und die daraus resultierenden Emotionen sind für den Fortlauf des Prozesses von entscheidender Bedeutung. Um die Bewertung zu steuern, muss sich die Interne Kommunikation über diesen Umstand bewusst sein und aktiv emotionale Felder schaffen.
Aufbruchstimmung, Pioniergeist, Solidarität sind nur Beispiele, wie ein „emotionales Gesicht“27 kreiert wird, in das der Mitarbeiter schauen kann, das ihm Orientierung für den Prozess gibt und ihn dabei trägt – auch in Konfliktsituationen. Buss schlägt für die Umsetzung des Emotion-Setting folgende Maßnahmen vor:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit, gesellschaftliche Entwicklungen und individuelle Bedürfnisse im Change Management durch eine emotionale interne Kommunikation zu berücksichtigen.
2. Emotionales Profil: Dieses Kapitel analysiert die empirischen Erkenntnisse über den Wandel der Emotionalität in Deutschland hin zu mehr Authentizität und Vertrauensbedürfnis.
3. Anforderungen an die Interne Kommunikation: Hier wird gefordert, dass die interne Kommunikation den Mitarbeiter als Teil einer emotional geprägten Gesellschaft begreifen und entsprechend emotionalisiert agieren muss.
4. Veränderungskommunikation: Es wird erläutert, warum unzureichende Kommunikation ein Hauptgrund für das Scheitern von Veränderungsprozessen ist und wie Mitarbeiter für den Wandel aktiviert werden können.
5. Vernachlässigung der Emotionen: Dieses Kapitel kritisiert die häufige Reduktion von Führung auf reine Sachthemen und die Verdrängung emotionaler Prozesse, was zu Widerständen wie Reaktanz führt.
6. Exkurs zwischenmenschliche Kommunikation: Anhand des 4-Seiten-Modells und des TALK-Modells wird die fundamentale Bedeutung der Beziehungsebene in der zwischenmenschlichen Kommunikation verdeutlicht.
7. Emotionen in der Kommunikation: Es werden konkrete Methoden wie das "Emotion-Setting" und der Einsatz von Feedback und Storytelling vorgestellt, um eine positive Atmosphäre während Umbruchszeiten zu schaffen.
8. Zusammenfassung: Die Autorin resümiert, dass eine erfolgreiche interne Kommunikation zukünftig Sach- und Gefühlsebene gleichwertig behandeln muss, um Menschen erfolgreich durch Veränderungsprozesse zu begleiten.
Schlüsselwörter
Interne Kommunikation, Veränderungskommunikation, Emotion-Setting, Change Management, Emotionales Profil, Beziehungsebene, Unternehmenskultur, Authentizität, Vertrauen, Feedback, Unternehmenserfolg, Gruppendynamik, Kommunikation, Mitarbeiterorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle von Emotionen in der internen Kommunikation, insbesondere während Veränderungsprozessen in Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind das emotionale Profil der Gesellschaft, die Bedeutung der Beziehungsebene in der Kommunikation sowie Methoden zur gezielten Gestaltung emotionaler Atmosphären.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, warum moderne Veränderungskommunikation psychologische Bedürfnisse beachten muss und wie Unternehmen diese ganzheitlich integrieren können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf soziologischen Studien (u.a. von Eugen Buss) und kommunikationswissenschaftlichen Modellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Praxis der Emotionalisierung, identifiziert Fehlerquellen wie die Vernachlässigung von Emotionen und leitet konkrete Instrumente für die Kommunikation ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Veränderungskommunikation, Emotion-Setting, Beziehungsebene, Authentizität und Unternehmenskultur.
Was unterscheidet das "Emotion-Setting" von der klassischen Informationspolitik?
Während klassische Politik auf Fakten und Sachdialoge setzt, konzentriert sich das Emotion-Setting auf das atmosphärische Prinzip, gegenseitigen Respekt und Signale von Nähe.
Warum wird das Feedback als kritisches Instrument in der Veränderungskommunikation bezeichnet?
Feedback ermöglicht erst den Dialog und die Prüfung, ob Botschaften verstanden wurden, wobei es in Umbruchphasen essenziell für die Stützung des Selbstwertgefühls der Mitarbeiter ist.
- Quote paper
- Alice Vehlgut (Author), 2005, Mensch Mitarbeiter - Emotionen in der Veränderungskommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53584