In dieser Arbeit sollen die Eigenkapitalkosten für ein Unternehmen ermittelt werden, das in Vietnam ein Hotelresort errichten und betreiben möchte. Der Investor ist ein europäisches Unternehmen, das im Touristiksektor tätig ist und mehrere Hotels auf der ganzen Welt betreibt. Das Unternehmen ist somit gut diversifiziert. Marktforschungen haben ergeben, dass eine Anfangsinvestition von USD 3,5 Mio. für die Landnutzungsrechte, Gebäude, Einrichtung, Personal etc. notwendig ist. Das Resort soll 90 Zimmer mit 150 Betten haben. Der durchschnittliche Preis für eine Übernachtung beträgt USD 90. Im ersten Jahr ist mit einer Belegung von 20% zu rechnen, im zweiten Jahr von 40%, und im dritten und für die Folgejahre ist von einer Belegung von 60% auszugehen. Die Strategie ist, dass 40% der Kapazität an ausländische Touristikunternehmen und 60% lokal, entweder über Reisebüros in Vietnam oder direkt an die Gäste verkauft werden. Der Cashflow soll im ersten Jahr TUSD 340, im zweiten TUSD 930 und im dritten und für die Folgejahre USD 1,5 Mio. betragen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Thema der Arbeit
1.2 Begründung für das Thema
1.3 Vorgehensweise
2 Vietnam – Ein Überblick
2.1 Die Wirtschaft Vietnams in den 1960er bis 1980er Jahren
2.2 Die Reformpolitik der 1980er Jahre (Doi Moi)
2.3 Neuere Politische Tendenzen
2.4 Internationale Abkommen
2.5 Gesetzliche Grundlagen ausländischer Investitionen
2.6 Ausländische Investitionen
2.7 Vietnam – Ein interessanter Standort für Investoren
2.8 Ausblick
2.9 Wirtschaftsdaten Vietnams im Überblick
3 Inflation und Währungsrisiken
3.1 Inflation
3.2 Währungsrisiken
4 Auswahl des relevanten Risiko-Rendite-Modells
5 Das Capital Asset Pricing Model (CAPM)
5.1 Das Standard CAPM
5.2 Die Vor- und Nachteile des CAPM
5.2.1 Vorteile
5.2.2 Nachteile
5.3 Die Anwendbarkeit des CAPM in Entwicklungsländern
5.4 Integrierte und segmentierte Märkte
5.4.1 Integrierte Märkte
5.4.2 Segmentierte Märkte
5.4.3 Vietnam – ein teilsegmentierter Markt
5.4.4 Kapitalmarkt in Vietnam
5.5 Länderrisiko
5.5.1 Methoden zur Bestimmung der Landesrisikoprämie
5.5.2 Länderscores
5.5.3 Ratingansatz
5.5.4 Country Bond Default Spreads
5.5.5 Country Bond Default Spreads vs. Ratingansatz
5.5.6 Länder mit unbekannter Landesrisikoprämie
5.5.7 Ermittlung der Landesrisikoprämie für Vietnam
5.5.7.1 Projektspezifische Landesrisikoprämie
5.5.7.2 Der Bludgeon Approach
5.5.7.3 Der Beta Approach
5.5.7.4 Der Lambda Approach
5.6 Das modifizierte CAPM
5.6.1 Beschreibung des modifizierten CAPM
5.6.2 Anwendung des modifizierten CAPM
5.6.3 Anmerkung zum Ergebnis
5.7 Das Damodaran Modell
5.7.1 Beschreibung Damodaran Modell
5.7.2 Anwendung Damodaran Modell
5.7.3 Anmerkung zum Ergebnis
5.8 Das lokale CAPM
5.8.1 Beschreibung des lokalen CAPM
5.8.2 Anwendung des lokalen CAPM
5.8.3 Anmerkung zum Ergebnis
5.9 Beurteilung der Ergebnisse
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Diplomarbeit hat zum Ziel, die Eigenkapitalkosten für ein geplantes Hotelresort in Vietnam zu ermitteln, wobei die besondere Herausforderung in der Datenknappheit und den spezifischen Risiken eines Entwicklungslandes liegt.
- Methoden zur Bestimmung von Eigenkapitalkosten in Entwicklungsländern
- Analyse von Wirtschafts- und Investitionsbedingungen in Vietnam
- Kritische Prüfung und Anpassung des Capital Asset Pricing Models (CAPM)
- Umgang mit Inflation und Währungsrisiken bei Auslandsinvestitionen
- Integration versus Segmentierung von Kapitalmärkten
Auszug aus dem Buch
5.4.2 Segmentierte Märkte
Segmentierte Märkte im Gegensatz dazu bestehen, wenn internationale Transaktionen beschränkt oder sogar verboten sind. In segmentierten Märkten kann man nicht einfach den Wert des ausländischen Cashflows ermitteln als ob er von Gastlandsinvestoren gehalten werden würde. Durch das Fehlen von freien Kapitalflüssen gibt es keinen Mechanismus, der den Preis und die Diskontierungsrate zwischen zwei Märkten widerspiegelt. Daher muss man ermitteln, was Heimatlandinvestoren normalerweise für den Cashflow zu zahlen bereit sind. Dies geschieht indem man einen Cashflow identifiziert, der ähnliche Risiken hat und der bereits in der Heimwährung gepreist ist. Ist dies geschehen, diskontiert man diesen mit der ermittelten Diskontierungsrate. Um diesen Prozess durchzuführen, benötigt man eine Theorie wie die des Capital Asset Pricing Modells.
Ein weiteres Merkmal von segmentierten Märkten ist das Vorhandensein von signifikanten Unterschieden zwischen den Preisen für lokale und ausländische Werte (risikoadjustiert). In einem integrierten Markt sollten unterschiedliche Preise durch Arbitrage schnell angepasst sein und Anpassungen in der Risiko-Rendite Beziehung sollten fast gleichzeitig auf lokalem und internationalem Niveau geschehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Darstellung der Problemstellung bezüglich der Eigenkapitalkostenermittlung für ein Hotelresort in Vietnam sowie Erläuterung des methodischen Vorgehens.
2 Vietnam – Ein Überblick: Kurze Zusammenfassung der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung Vietnams von den 1960er Jahren bis zur Gegenwart inklusive Investitionsrahmenbedingungen.
3 Inflation und Währungsrisiken: Untersuchung der Auswirkungen von Inflation und Währungsrisiken auf Cashflows in Entwicklungsländern und deren Berücksichtigung.
4 Auswahl des relevanten Risiko-Rendite-Modells: Vergleich verschiedener Finanzmodelle hinsichtlich ihrer Eignung für Entwicklungsländer unter Berücksichtigung der Datenverfügbarkeit.
5 Das Capital Asset Pricing Model (CAPM): Hauptteil der Arbeit, der die Eignung des CAPM, die Problematik der Marktintegration sowie verschiedene Länderrisiko-Anpassungen (z.B. Lambda-Ansatz) detailliert behandelt.
6 Zusammenfassung: Abschließende Synthese der Ergebnisse zur Ermittlung der Eigenkapitalkosten unter Berücksichtigung der diversen gewichteten Bewertungsmodelle.
Schlüsselwörter
Eigenkapitalkosten, Vietnam, Hotelresort, CAPM, Länderrisiko, Marktsegmentierung, Diversifikation, Investition, Doi Moi, Landesrisikoprämie, Finanzmodell, Cashflow, Kapitalmarkt, Emerging Markets, Währungsrisiko
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit der mathematisch fundierten Ermittlung von Eigenkapitalkosten für ein spezifisches Investitionsprojekt, konkret den Bau eines Hotelresorts in Vietnam.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Finanztheorie, insbesondere das CAPM, die Analyse des vietnamesischen Investitionsumfelds sowie die Bewertungsmethodik für Investitionen in Schwellenländern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, eine belastbare Renditeerwartung (Eigenkapitalkosten) zu definieren, die sowohl das Marktrisiko als auch das spezifische Länderrisiko Vietnams adäquat berücksichtigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt das Capital Asset Pricing Model (CAPM) und modifiziert dieses durch Ansätze wie den Lambda-Approach, um der Marktsegmentierung in Vietnam gerecht zu werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Eignung des CAPM für Entwicklungsländer, der Einfluss von Marktintegration, Methoden zur Bestimmung der Landesrisikoprämie und die Berechnung konkreter Kapitalkostenwerte vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe wie Eigenkapitalkosten, Länderrisikoprämie, Vietnam, CAPM, Marktsegmentierung und Diversifikation stehen im Zentrum der Arbeit.
Warum wird Vietnam als „teilsegmentierter Markt“ bezeichnet?
Vietnam weist aufgrund restriktiver Devisenkontrollen und begrenzter Kapitalmarktzugänge Merkmale eines segmentierten Marktes auf, zeigt aber durch internationale Abkommen Tendenzen zur Integration.
Was ist der Unterschied zwischen dem "Bludgeon" und dem "Lambda" Ansatz?
Der "Bludgeon" Ansatz addiert das Länderrisiko pauschal für alle Projekte, während der "Lambda" Ansatz eine projektspezifische Gewichtung der Exposition gegenüber dem Landesrisiko erlaubt.
Wie wurde das finale Ergebnis von 9,98% errechnet?
Das Ergebnis ist ein gewichteter Durchschnitt aus einem Modell ohne Landesrisikoprämie (einfach gewichtet) und einem Modell mit Landesrisikoprämie (zweifach gewichtet).
- Quote paper
- Diplom Wirtschaftsjurist (FH) Sascha Kirchner (Author), 2005, Eigenkapitalkosten in Entwicklungsländern - Am Beispiel von Vietnam, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53585