Strukturelle Auswirkungen der Kapitalmarktunion auf den deutschen Bankensektor


Masterarbeit, 2019
147 Seiten, Note: 2

Gratis online lesen

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Executive Summary

1. Einleitung
1.1 Zielsetzung und Forschungsfragen
1.2. Aufbau der Arbeit

2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Kapitalmarktunion: Begriffsbestimmung
2.2 Gründe für die Notwendigkeit einer Kapitalmarktunion

3. Beschreibung der Methodik

4. Stellungnahmen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

5. Analyse
5.1. Charakteristika und strukturelle Entwicklungen des deutschen Bankensektors
5.1.1. Charakteristika und Finanzierungsstruktur des deutschen Bankensektors
5.1.2. Ertrags- und Aufwandsstruktur des deutschen Bankensektors
5.2.3. Herausforderungen des deutschen Bankensektors
5.2. Kritische Analyse der Stellungnahmen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

6. Interpretation und Diskussion
6.1. Strukturelle Auswirkungen der Kapitalmarktunion auf den deutschen Bankensektor
6.2. Handlungsempfehlungen für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Bankensektors nach Umsetzung der CMU

7. Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Glossar

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abstract

Thema der vorliegenden Arbeit ist die bisherige Entwicklung der von der Europäischen Kommission initiierten Kapitalmarktunion (im folgenden CMU) und die daraus resultierenden und zu erwartenden strukturellen Auswirkungen auf den deutschen Bankensektor. Dabei werden folgende Forschungsfragen gestellt: 1) Welche Argumente für oder wider die CMU in Bezug auf den deutschen Bankensektor sind aus den Positionspapieren und anderen Publikationen ersichtlich? 2) Welche strukturellen Auswirkungen sind durch Umsetzung der CMU auf den deutschen Bankensektor zu erwarten? 3) Welche Handlungsempfehlungen können für den deutschen Bankensektor ausgesprochen werden, damit dieser nach Umsetzung der CMU auch weiterhin erfolgreich und wettbewerbsfähig bleibt? Für die Beantwortung dieser Fragen werden Stellungnahmen aus öffentlichen Konsultationen inhaltlich analysiert und mit Aussagen weiterer wissenschaftlicher Publikationen sowie der EU-Kommission verglichen. Es konnte kein Nachweis für die Überlegenheit der bankbasierten oder kapitalmarktbasierten Finanzierung gefunden werden, da diese sich gegenseitig ergänzen. Die Umsetzung der CMU wird zu keinen grundlegend neuen strukturellen Änderungen im deutschen Bankensektor führen, aber bestimmte schon vorhandene Herausforderungen werden zunehmen.

Keywords: Kapitalmarktunion, deutscher Bankensektor, Bankfinanzierung, Kapitalmarktfinanzierung

Executive Summary

Das Thema der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich mit der von der Europäischen Kommission als Antwort auf die Bankenkrise initiierten Kapitalmarktunion (im folgenden kurz CMU) und die daraus resultierenden und zu erwartenden strukturellen Auswirkungen auf den deutschen Bankensektor. Die EU-Kommission ging dabei von der grundsätzlichen Überlegung aus, das bisherige Ungleichgewicht zwischen der in Europa dominierenden bankenorientierten Finanzierung hin zu einer kapitalmarktorientierten Finanzierung zu beseitigen, um neue Finanzierungsquellen zu erschließen und das Finanzsystem krisenfester zu machen. Dazu wurden folgende Forschungsfragen gestellt:

Als Hauptfrage:

1) Welche Argumente für oder wider die CMU in Bezug auf den deutschen Bankensektor sind aus den Positionspapieren und anderen Publikationen ersichtlich?

Als Nebenfragen:

2) Welche strukturellen Auswirkungen sind durch Umsetzung der CMU auf den deutschen Bankensektor zu erwarten?
3) Welche Handlungsempfehlungen können für den deutschen Bankensektor ausgesprochen werden, damit dieser nach Umsetzung der CMU auch weiterhin erfolgreich und wettbewerbsfähig bleibt?

Grund dieser Initiative der Kommission waren folgende Überlegungen: Die Europäische Kommission hat sich als Ziel gesetzt, einen umfassenden Investitionsplan in der geplanten Höhe von 315 Mrd. Euro („Investitionsoffensive“) zu schaffen, um das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung in Europa zu fördern. Die CMU soll die dritte Säule dieser Investitionsoffensive verstärken, indem sie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Finanzierungsbedingungen in allen 28 EU-Staaten verbessern soll (Europäische Kommission 2017b: 2).

In Europa stellen die Banken den Unternehmen ca. 70-80 Prozent ihres Finanzierungsbedarfs zur Verfügung, nur 20-30 Prozent der externen Finanzierung der Unternehmen erfolgt über die Kapitalmärkte (Dombret und Kenadjian 2015: 1). Diese einseitige Finanzierung soll ausgleichend modifiziert werden, um einerseits ein stabileres Finanzsystem zu schaffen und die Bankenwirtschaft insgesamt krisenresistenter zu machen (Stichwort Risikodiversifizierung), andererseits sollen durch die zusätzlich verfügbar gemachten Investitionsmöglichkeiten neue Finanzierungsquellen insbesondere für Klein- und Mittelunternehmen (im folgenden kurz KMU) und in weiterer Folge neue Jobs geschaffen werden. Langfristiges Ziel soll die Harmonisierung der europäischen Kapitalmärkte sein.

Für diese Masterarbeit wurden Stellungnahmen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zur CMU und zu einzelnen Maßnahmen, bzw. Aktionsplänen, mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring systematisch ausgewertet (Mayring 2015). Ziel der Analyse war es, Aussagen zu Chancen, Risiken sowie zu strukturellen Auswirkungen der Kapitalmarktunion auf den deutschen Bankensektor aus den Stellungnahmen zusammenzufassen. Für die Masterarbeit wurden nur veröffentlichte Stellungnahmen von denjenigen Organisationen, Unternehmen, öffentlichen oder internationalen Institutionen berücksichtigt, die in Deutschland ansässig sind oder in Deutschland ihre Aktivitäten ausführen (Selektionskriterium). Die veröffentlichten Datenbanken der Europäischen Kommission konnten anhand dieser Selektionskriterien gefiltert werden. Sich wiederholende Aussagen aus den Stellungnahmen wurden zu generalisierten Aussagen zusammengefasst und es wurden Kategorien gebildet (induktive Kategorienbildung) (Kuckartz 2018: 72-88; Mayring 2015: 85-97). Dann wurden die generalisierten Aussagen nach der Anzahl an Organisationen, die diese während der öffentlichen Konsultation abgegeben haben, geordnet (Häufigkeitsanalyse). Zum Schluss wurde mittels weiterer wissenschaftlicher Literatur eine Analyse durchgeführt und versucht, durch Interpretation und kritischer Betrachtung der gewonnenen Erkenntnisse Rückschlüsse auf die zu erwartenden strukturellen Auswirkungen auf den deutschen Bankensektor zu ziehen.

Zur genaueren Skizzierung der Problematik wird im zweiten Kapitel kurz auf die europarechtlichen Grundlagen der Kapitalverkehrsfreiheit eingegangen, anschließend werden chronologisch die wichtigsten Entwicklungsschritte dargestellt, von der Rede Jean-Claude Junckers im Jahr 2014 über die Veröffentlichung des Grünbuchs im Jahr 2015, in dem erstmals die Ziele der CMU präsentiert wurden. Nach Beendigung einer öffentlichen Konsultation lieferte die Kommission ihren Aktionsplan zur schrittweisen Verwirklichung der CMU. 2017 präsentierte die Kommission dann ihre Halbzeitbilanz, woraus hervorging, dass 20 von 33 geplanten Maßnahmen verwirklicht werden konnten.

Nach einer Beschreibung der wissenschaftlichen Methodik werden im vierten Kapitel die verallgemeinerten Aussagen aus den Stellungnahmen der öffentlichen Konsultationen in fünf verschiedene Kategorien (Bank- & Kapitalmarktfinanzierung, Verbriefungen, Retail-Banking & Privatkundengeschäft, Regulierung und FinTech) aufgeteilt und nach Anzahl der Organisationen, die diese abgegeben haben, geordnet sowie grafisch dargestellt.

Das fünfte Kapitel behandelt umfangreich die Charakteristika, die Finanzierungs-, Ertrags- und Aufwandsstruktur des deutschen Bankensektors, wobei zunächst die allgemeine Struktur des deutschen Bankenwesens, insbesondere das “Drei-Säulen-System” aus Privatbanken, öffentlich-rechtlichen Banken und Genossenschaftsbanken behandelt wird. Auch Bilanzsumme und Bilanzstruktur unterscheiden sich zwischen den Bankengruppen, je nachdem ob sich die Banken über Einlagen von privaten Nicht-Banken finanzieren oder ihre Finanzierung stärker diversifizieren. Als wichtigste Finanzierungsquelle gelten Verbindlichkeiten gegenüber Nicht-Banken, gefolgt von Einlagen anderer MFI, der Emission von Schuldverschreibungen und dem Eigenkapital.

Das Kreditgeschäft erfährt zwar einerseits eine Expansion, da durch expansive Geldpolitik und verschärften Wettbewerb die Zinsen sinken und die Nachfrage erhöht wird. Dennoch ist der Zinsüberschuss der Banken in den letzten Jahren gesunken und sinkt noch weiter. Das Provisionsgeschäft hingegen ist in Deutschland im Vergleich zum Ausland nur schwach ausgebildet, was zum Teil auf die kostenlosen Leistungen der Banken zurückgeht (Girokonten) und auf die anhaltende Präferenz deutscher Privathaushalte für Bareinlagen. Bezüglich aktueller Herausforderungen des deutschen Bankenwesens werden in der Arbeit vier wesentliche Faktoren aufgezählt: Niedrigzinsumfeld, Digitalisierung und verändertes Kundenverhalten, erhöhter Wettbewerb und verschärfte Regulierung.

Nach einer kritischen Analyse konnte keines der Argumente aus den Positionspapieren für oder wider die CMU oder hinsichtlich Maßnahmen der CMU eindeutig widerlegt werden, außer, dass sich die Bankenfinanzierung in Krisenzeiten bewährt hat. Banken und Kapitalmärkte sind zwei vitale Komponenten des Finanzsystems, die nicht miteinander konkurrieren, sondern sich gegenseitig ergänzen. Auch konnte in der wissenschaftlichen Literatur grundsätzlich kein Nachweis für die Überlegenheit der bankbasierten oder kapitalmarktbasierten Finanzierung gefunden werden, da jedes System theoretisch Vor- und Nachteile aufweist. Während die Befürchtung, dass die CMU zu mehr Bankenregulierung führen könnte, ebenfalls unbegründet scheint, sollte die Wiederbelebung des Verbriefungsmarktes durchaus kritisch gesehen werden; die Kommission versucht dem bereits durch ein Verbot von Wiederverbriefungen und einer grundsätzlichen Beschränkung der STS-Verbriefungen auf True-Sale-Verbriefungen entgegenzuwirken. Die Umsetzung der CMU wird nach derzeitigem Stand zu keinen grundlegend neuen Herausforderungen für den deutschen Bankensektors führen, allerdings werden sich der Wettbewerb durch Nicht-Banken und die Herausforderungen durch Digitalisierung und verändertes Kundenverhalten intensivieren und zu strukturellen Anpassungen und Veränderungen führen.

Die deutschen Banken zeigen im Vergleich zum Ausland eine geringere Rendite und schlechtere Kosteneffizienz auf, die auf zu hohe allgemeine Verwaltungsaufwendungen zurückzuführen ist.

Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, werden Handlungsempfehlungen wie Digitalisierung, Business Reengineering, Fusionen und Partnerschaften, Erhöhung des Kreditvolumens, Ausbau des Provisions- und Beratungsgeschäftes, Mehrkanalvertrieb, Cross-Selling, Allfinanz-Konzepte und hybride bzw. digitale Vermögensverwaltung für die einzelnen Bankengruppen diskutiert.

1. Einleitung

1.1 Zielsetzung und Forschungsfragen

Die Kapitalmarktunion (in Folge CMU – Capital Markets Union) ist eine Initiative der EU zur Vertiefung und stärkeren Integration der Kapitalmärkte der einzelnen Mitgliedstaaten der EU (Europäischer Rat 2019a). Diesem Vorhaben liegt die Absicht zugrunde, die gesamteuropäische Wirtschaft zu stärken und Investitionen zu generieren, um zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. In Europa stellen die Banken den Unternehmen ca. 70-80 Prozent ihres Finanzierungsbedarfs zur Verfügung, nur 20-30 Prozent der externen Finanzierung der Unternehmen erfolgt über die Kapitalmärkte (Dombret und Kenadjian 2015: 1). Ausgehend von der Finanz- und Bankenkrise ist beabsichtigt, dieses Ungleichgewicht auszugleichen, um damit ein stabileres Finanzsystem zu schaffen. Durch diese Initiative sollen auch neue Investitionsmöglichkeiten insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (in Folge KMU) geschaffen werden und die Finanzwirtschaft soll insgesamt resistenter gegen Krisenszenarien gemacht werden. Um dieses Ziel zu verwirklichen, bedarf es natürlich auch legislativer und struktureller Anpassungen und Harmonisierungen im europäischen Rechtsbestand. Der „fragmentierte“ europäische Finanzmarkt soll schrittweise vereinheitlicht werden, wobei der kapitalorientierte US-Markt als Vergleich herangezogen wird (Deutsche Bank Research 2016: 2; Europäische Kommission 2015a: 7f.). Nach einer allgemeinen Übersicht über bisherige und zukünftige Entwicklungen der CMU werden die bei der Kommission abgegebenen Stellungnahmen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft während den öffentlichen Konsultationen zur CMU einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (Mayring 2015) unterzogen. Die Argumente und Aussagen aus den Positionspapieren werden mit den Begründungen der Kommission über die Notwendigkeit einer Kapitalmarktunion und mit den Aussagen weiterer wissenschaftlicher Publikationen kritisch analysiert, im Hinblick auf die Frage, welche strukturellen Auswirkungen die Umsetzung der CMU auf den deutschen Bankensektor hat.

Die Forschungsfragen lauten:

Hauptfrage:

- Welche Argumente für oder wider die CMU in Bezug auf den deutschen Bankensektor sind aus den Positionspapieren und anderen Publikationen ersichtlich?

Unterfragen:

- In Anlehnung an die kritische Analyse der Positionspapiere: Welche strukturellen Auswirkungen sind pro futuro durch Umsetzung der CMU auf den deutschen Bankensektor zu erwarten?
- Welche Handlungsempfehlungen können für den deutschen Bankensektor ausgesprochen werden, damit dieser nach Umsetzung der CMU auch weiterhin erfolgreich und wettbewerbsfähig bleibt.

1.2. Aufbau der Arbeit

Der erste Teil der Arbeit (Kapitel 2) dient der Begriffsbestimmung und der Veranschaulichung der bisherigen Entwicklungsschritte der CMU sowie einer kurzen Erläuterung der Gründe für die Erschaffung einer CMU laut EU-Kommission. Das dritte Kapitel geht auf die zur Lösung der Forschungsfragen verwendete Methodik ein. Im vierten Kapitel werden die bei der Kommission abgegebenen Stellungnahmen zu öffentlichen Konsultationen über die CMU auf Aussagen zu Chancen, Risiken sowie Auswirkungen der CMU auf den deutschen Bankensektor inhaltlich analysiert und nach Kategorien zusammengefasst. Im fünften Kapitel werden die Charakteristika, die strukturellen Entwicklungen und die aktuellen Herausforderungen des deutschen Bankensektors unabhängig von der CMU beschrieben. Anschließend werden die zusammengefassten Aussagen aus dem vierten Kapitel anhand weiterer wissenschaftlicher Publikationen kritisch analysiert um im sechsten Kapitel dann die möglichen strukturellen Auswirkungen der CMU auf den deutschen Bankensektor zu diskutieren und abzuleiten. Im sechsten Kapitel werden auch Handlungsempfehlungen für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit im deutschen Bankensektor nach Umsetzung der CMU erarbeitet.

2. Theoretischer Hintergrund

Das folgende Kapitel 2.1. dient der Begriffsbestimmtung und der Aufzählung der bisherigen Entwicklungsschritte der CMU. Es geht auf die konkreten Maßnahmen ein, die die EU-Kommission im Einzelnen vorsieht, um eine CMU in der EU ins Leben zu rufen. Das darauffolgende Kapitel 2.2 geht auf eine möglichst repräsentative Auswahl an Gründen zur Notwendigkeit einer Kapitalmarktunion aus Sicht der EU-Kommission ein.

2.1 Kapitalmarktunion: Begriffsbestimmung

Die in Art. 63ff. AEUV geregelte Kapitalverkehrsfreiheit verbietet als eine der vier Grundfreiheiten jegliche Beschränkung des Kapitalverkehrs und des Zahlungsverkehrs sowohl zwischen den Mitgliedstaaten als auch zwischen Mitgliedstaaten und Drittstaaten (Gabler 2019a). Das Ziel, einen freien Kapitalmarkt innerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes zu schaffen, wurde bereits 1957 im Vertrag von Rom verankert (Europäische Kommission 2015a: 4). In der Theorie besteht ein solcher auch bereits, wie nicht nur der zitierte Art. 63 AEUV beweist, sondern auch die Tatsache, dass 19 Mitgliedsstaaten eine gemeinsame Währung haben, so dass man eigentlich von einer „Vertiefung“ sprechen müsste (Bosomworth 2015: 59). Doch Theorie und Praxis decken sich bei Weitem nicht miteinander, denn die europäischen Kapitalmärkte sind nach wie vor fragmentiert und überwiegend national ausgerichtet (Europäische Kommission 2015a: 4). Es ist sogar seit Ausbruch der Krise ein verstärkter Rückzug der Banken und Anleger auf ihre Heimatmärkte und dadurch ein rückläufiger Trend bei der Integration der EU-Finanzmärkte zu beobachten (Europäische Kommission 2015a: 4).

Die EU-Kommission hat sich als Ziel gesetzt, EU-weit mehr Wachstum und Beschäftigung zu schaffen und langfristige Investitionen in europäische Unternehmen und Infrastrukturen zu mobilisieren (Europäische Kommission 2015a: 4). Sie kündigte deshalb im Jahr 2014 einen Investitionsplan in der geplanten Höhe von 315 Mrd. Euro an („Investitionsoffensive“), um das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung in Europa zu fördern. Die CMU soll die dritte Säule dieser Investitionsoffensive verstärken, indem sie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Finanzierungsbedingungen in allen 28 EU-Staaten verbessern soll (Europäische Kommission 2015a: 4; Europäische Kommission 2017b: 2):

Sie [CMU] wird Vorteile für alle Mitgliedstaaten bringen und gleichzeitig auch die Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) stärken, indem sie die wirtschaftliche und soziale Konvergenz unterstützt und wirtschaftliche Schocks im Euroraum abzufedern hilft. (Europäische Kommission 2017b: 2)

Die Initialzündung zu diesem Vorhaben lieferte Kommissionspräsident Juncker mit seiner Rede zur Eröffnung der Plenartagung des Europäischen Parlaments, in der er forderte:

Wir müssen die neuen europäischen Bankenvorschriften durch eine Kapitalmarktunion vervollständigen. Um die Finanzierung unserer Wirtschaft zu verbessern, sollten wir die Entwicklung und Integration der Kapitalmärkte weiter vorantreiben Dies würde die Kapitalbeschaffung insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen verbilligen. (Juncker 2014: 21)

Desweiteren erwähnte Kommissionspräsident Juncker die starke Abhängigkeit der europäischen Unternehmen von den Banken, die er durch stärkere und gut integrierte Kapitalmärkte reduzieren möchte:

Um die Finanzierung der Wirtschaft zu verbessern, sollten wir die Entwicklung und Integration der Kapitalmärkte weiter vorantreiben. Die würde die Kapitalbeschaffung inbesondere für KMU verbilligen und unsere sehr hohe Abhängigkeit von der Bankenfinanzierung verringern helfen. Dadurch würde Europa auch als Investitionsstandort attraktiver. (Juncker 2014: 7)

Im Februar 2015 veröffentlichte die Kommission ein Grünbuch, welches die Ziele zur Erreichung einer Kapitalmarktunion aufzählt (Europäische Kommission 2015a: 5f.):

1. Verbesserung des Zugangs zu Finanzmitteln für alle Unternehmen in ganz Europa (insbesondere KMU) und für Investitionsvorhaben, etwa im Bereich Infrastruktur;
2. Ausweitung und Diversifizierung der Finanzierungsquellen in Bezug auf Anleger aus der EU und dem Rest der Welt und
3. wirksamere und effizientere Märkte, die Anleger und Unternehmen oder Projekte mit Finanzierungsbedarf sowohl innerhalb der Mitgliedstaaten als auch grenzüberschreitend kostengünstiger zusammenbringen.

Nach Veröffentlichung des Grünbuchs leitete die Kommission eine Konsultationsperiode ein, um Stellungnahmen in Bezug auf die Notwendigkeit zur Schaffung eines Kapitalbinnenmarktes einzuholen. Die über 700 Stellungnahmen verschiedenster Akteure standen den Vorstellungen mehrheitlich positiv gegenüber (Europäische Zeitung 2015). Nach Ende der Konsultationsperiode im Mai 2015 verabschiedete die Kommission eine Umsetzungsstrategie für die CMU auf Basis der erhaltenen Rückmeldungen. Sie legte im September 2015 einen Aktionsplan inklusive vorläufigem Zeitplan fest, der in den nächsten fünf Jahren realisiert werden sollte. Der Aktionsplan schlägt 33 Einzelmaßnahmen vor, welche entweder legislativer oder nichtlegislativer Natur sind (Europäische Kommission 2015a: 31; Europäische Kommission 2015c: 33-35). Das den Aktionsplan begleitende Dokument „Economic Analysis“ zählt als Objektive der CMU noch die Förderung von Finanzstabilität auf: Durch die Ausweitung der Finanzierungsquellen in Richtung Nichtbankenfinanzierung soll die übermäßige Bankenabhängigkeit reduziert und das Finanzsystem durch Risikodiversifizierung stabiler gemacht werden (Europäische Kommission 2015b: 13). Dabei unterscheidet sich die als Antwort auf die Finanzkrise geschaffene Bankenunion von der Kapitalmarktunion dahingehend, dass für ein einheitliches System zur Beaufsichtigung und Abwicklung von Banken, wie sie die Bankenunion vorsieht, andere Schritte notwendig sind, als für eine vertiefte Integration der Kapitalmärkte (Europäische Kommission 2015b: 12; Europäische Kommission 2018a: 1). Die Bankenunion verfolgt das Ziel, die Verflechtung von Staaten und Banken im Euro-Währungsgebiet zu beenden, um somit den Grundstein für Stabilität zu legen (Europäische Kommission 2015a: 5). Gut integrierte Kapitalmärkte, wie sie von der Kapitalmarktunion angestrebt werden, erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Wirtschafts- und Währungsunion und sind somit komplementär zur Bankenunion (Europäische Kommission 2015a: 5; Europäische Kommission 2018a: 1).

Abb. 1 zeigt den Rahmen der CMU. Für den Aktionsplan wurden zwei übergeordnete Langzeitziele festgelegt (Europäische Kommission 2017f: 8-17):

1. Verstärkte Unterstützung von privaten und öffentlichen Investitionen.
2. Verbesserung und Vertiefung der Finanzintegration.

Um aus den übergeordneten Objektiven einen europäischen Binnenmarkt zu schaffen, wurden strategische Ziele für die Kapitalmärkte festgelegt. Die Kapitalmärkte müssen:

1. wettbewerbsfähig und effizient sein, um „Marktmüdigkeit“ zu überwinden;
2. stabil und integriert sein, um „Integrationsmüdigkeit“ zu überwinden;
3. kohäsiv sein („einheitlich“), um den „erodierenden Konsens“ zu überwinden.

Laut Europäischer Kommission (2017f: 14) besteht ein Kapitalmarkt aus drei Komponenten, die unterschiedliche Funktionen erfüllen:

1. Information ermöglicht die Preisfindung.
2. Ausführungsinfrastruktur ermöglicht einen Zugang zu Märkten und Produkten.
3. Einheitliche Regeln und Verträge ermöglichen eine rechtliche Sicherheit in der gesamten EU.

Der CMU-Aktionsplan verfolgt folgende operationelle Ziele:

1. Verbesserte grenzübergreifende Datenverfügbarkeit und Datenvergleichbarkeit für die Preisfindung.
2. Verbesserter Zugang zu Märkten und Produkten.
3. Stärkere Durchsetzung von Regeln und Verfahren zur Verbesserung der Rechtssicherheit und des Investorenschutzes.

Der Aktionsplan schlägt 33 legislative und nichtlegislative Einzelmaßnahmen vor (Europäische Kommission 2015c: 33-35), die laut Europäischer Kommission in sieben Bereiche aufgeteilt werden (Europäische Kommission 2017f: 14):

1. Stärkung der Aufsicht und Vertiefung der Kapitalmärkte in der EU.
2. Finanzierung von Innovation, Start-Ups und nicht börsennotierten Unternehmen.
3. Kapitalsuchenden Unternehmen den Gang an die öffentlichen Märtke erleichtern.
4. Langfristig investieren: Infrastrukturinvestitionen und nachhaltige Investitionen.
5. Hebelung der Bankenkapazität zur Unterstützung der Gesamtwirtschaft.
6. Die Anlagetätigkeit von Kleinanlegern und institutionellen Anlegern fördern.
7. Grenzübergreifende Investitionen erleichtern.

Eine komplette Liste der Maßnahmen aus dem Aktionsplan befindet sich im Anhang auf S. 1 bis 5.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: CMU-Aktionsplan (Quelle: Europäische Kommission 2017f: 15)

Im Dezember 2015 hat die Europäische Kommission (2015d: 3) ein Grünbuch über Finanzdienstleistungen für Privatkunden veröffentlicht, welches als Diskussionsgrundlage dient, damit:

- Unternehmen mit Sitz in einem Mitgliedstaat der EU leichter Finanzdienstleistungen für Privatkunden in anderen EU-Mitgliedstaaten anbieten können;
- Verbraucher Finanzdienstleistungen für Privatkunden, die in anderen EU-Mitgliedstaaten angeboten werden, leichter in Anspruch nehmen können;
- Bürger ihre Finanzdienstleistungesprodukte leichter mitnehmen können (Stichwort Portabilität), wenn sie von einem Mitgliedstaat in einen anderen ziehen, um dort zu studieren, zu arbeiten oder ihren Ruhestand zu verbringen.

Nach einer Konsultationsphase hat die Europäische Kommission einen Aktionsplan „Finanzdienstleistungen für Verbraucher“ veröffentlicht (siehe Anhang S. 6). Die Maßnahmen können in drei Hauptarbeitsbereiche zusammengefasst werden (Europäische Kommission 2017c: 4):

- Stärkung des Vertrauens und der Rechte der Verbraucher beim Erwerb von Dienstleistungen zu Hause oder in anderen Mitgliedstaaten. Z.B.: einfacherer Wechsel von Produkten, transparentere Preise bei Mietwagen, Verbesserung der Qualität und Zuverlässigkeit von Vergleichsportalen, bessere Kfz-Versicherungen, mehr Transparenz bei Währungsumrechnungen, faire Verbraucherschutzvorschriften bei grenzüberschreitender Geschäftstätigkeit,…
- Abbau rechtlicher und regulatorischer Hindernisse für Unternehmen bei der Erbringung von Finanzdienstleistungen im Ausland. Z.B.: Bessere Kreditwürdigkeitsprüfungen (einheitliche Standards und Grundsätze), vertiefter Binnenmarkt für Verbraucherkredite,…
- Förderung einer innovativen digitalen Welt, die Hindernisse für den Binnenmarkt überwinden helfen kann. Z.B.: Unterstützung der Entwicklung von Finanztechnologie und eines technologieorientierten Binnenmarktes, Erleichterung grenzüberschreitender digitaler Identitätskontrollen, Online-Verkauf von Finanzdienstleistungen.

Eine detaillierte Auflistung der Maßnahmen findet sich in Tab. 1 im Anhang auf S. 6.

In der Halbzeitbilanz des Aktionsplans zur Schaffung der CMU am 08. Juni 2017 wurde festgehalten, dass bisher 20 von den 33 angekündigten Maßnahmen umgesetzt wurden (Europäische Kommission 2017b: 5) (siehe Anhang S. 7-8). Hierunter fallen unter anderem die Einigungen zwischen dem EU-Parlament und dem EU-Rat zu EuVECA und EuSEF Fonds, zum Aktionsplan für Finanzdienstleistungen, zur EU-Prospektverordnung und zu STS-Verbriefungen. Die Anpassung der Solvabilität-II-Richtlinie ist im April 2016 in Kraft getreten und soll Infrastrukturinvestitionen durch niedrigere Eigenkapitalunterlegungen fördern (Europäische Kommission 2017a). Nach der Halbzeitbilanz soll verstärkt an drei Gesetzesvorschlägen gearbeitet werden (Europäische Kommission 2017b: 7):

- Gesetzgebungsvorschlag für PEPP (Pan-European Personal Pension Product): EU-weites Produkt der privaten Altersvorsorge.
- Gesetzgebungsvorschlag mit Kollisionsvorschriften für Drittparteieffekte von grenzüberschreitenden Wertpapier- und Forderungsgeschäften.
- EU-Rahmen für gedeckte Schuldverschreibungen: geplant ist ein harmonisierter Rahmen für gedeckte Schuldverschreibungen und deren begünstigte Behandlung im Hinblick auf Eigenkapitalunterlegung (Europäischer Rat 2019b).

Desweiteren wurden von der Europäischen Kommission (2017b: 11-25) im Halbzeitbericht neun „neue vorrangige Initiativen zur Verstärkung des CMU-Aktionsplans“ formuliert (siehe Anhang S. 8): Hierunter fallen vor allem die Initiative zur Förderung einer wirksamen und kohärenten Aufsicht in der gesamten EU, die Initiative zur Stärkung von nachhaltigem Finanzwesen und die Legislativvorschläge zur Verbesserung der Verhältnismäßigkeit der aufsichtsrechtlichen Vorschriften von Wertpapierfirmen (CRD/CRR) und zur Erleichterung des grenzüberschreitenden Vertriebs und Beaufsichtigung von OGAW und AIF. Desweiteren soll ein umfassendes FinTech-Konzept für die Vergabe eines EU-Passes für FinTech-Tätigkeiten erarbeitet werden.

Als weiteren Schritt zur Schaffung einer Kapitalmarktunion und eines echten Binnenmarktes für Finanzdienstleistungen für Verbraucher wurde von der Europäischen Kommission (2018c) ein FinTech-Aktionsplan veröffentlicht. Mit diesem Aktionsplan sollen drei übergeordnete Ziele erreicht werden (Europäische Kommission 2018b: 5-20):

- EU-weite Expansion von innovativen Geschäftsmodellen.
- Förderung der Einführung von technologischen Innovationen im Finanzsektor.
- Stärkung der Sicherheit und Integrität des Finanzsektors.

Am 28. November 2018 veröffentlichte die Europäische Kommission eine Mitteilung zum aktuellen Status der Kapitalmarktunion und den weiteren notwendigen Anstrengungen. Bislang wurden 16 Rechtsvorschläge von der Europäischen Kommission vorgelegt, von denen aber zum damaligen Zeitpunkt nur drei vom Rat und dem Europäischen Parlament angenommen worden waren (Europäische Kommission 2018a: 3f.):

- Die Prospektverordnung VO Nr. 2017/1129, welche ab 21. Juli 2019 in Kraft tritt, soll die Unternehmen, die sich finanzieren wollen, bürokratisch entlasten, da der Prospekt einfacher zu erstellen und für den Anleger leichter verständlich ist.
- Die Novellierungen der Verordnungen VO Nr. 2013/345 über europäische Risikokapitalfonds (EuVECA) und die VO Nr. 2013 /346 über europäische Fonds für soziales Unternehmertum (EuSEF), die am 1. März 2018 in Kraft treten, sollen es Anlegern leichter ma chen, in innovative KMUs zu investieren, indem Fondsverwalter jeder Größe in die Regelung einbezogen werden und die Bandbreite der Unternehmen, in die investiert werden kann, erweitert wird. Außerdem wurden Risikokapital-Dachfonds von der Kommission zur Unterstützung innovativer Investitionen eingerichtet.
- Ende Oktober hat das Europäische Parlament der Verbriefungsverordnung (VO Nr. 2402/2017) und einer Änderungsverordnung zur Eigenmittelverordnung für Kreditinstitute (Capital Requirements Regulation – CRR, VO Nr. 2019/876) zugestimmt. Beide sind ab dem 1. Januar 2019 anzuwenden und sollen das Vertrauen in den Verbriefungsmarkt stärken sowie Bankbilanzen für die Kreditvergabe entlasten. Sie schafft erstmals einen EU-weit gültigen, sektorübergreifend einheitlichen Rahmen zur regulatorischen Behandlung von Verbriefungen und gilt für alle, die an einer Verbriefungstransaktion beteiligt sind, d.h. institutionelle Anleger, Originatoren, Sponsoren, ursprüngliche Kreditgeber und Verbriefungszweckgesellschaften (BaFin 2017). Die Verordnung enthält Kriterien, ab wann eine Verbriefung als einfach, transparent und standardisiert (Simple, Transparent and Standardised – STS) gilt, die im Rahmen der Eigenmittelanforderungen eine bevorzugte Behandlung erfährt. (BaFin 2017).

Zusätzlich zu dieser Verordnung wurde eine Anpassung der Solvabilität-II-Richtlinie hinsichtlich Kapitalanforderungen für von Versicherungsunternehmen und Rückversicherungsunternehmen gehaltene Verbriefungen und STS-Verbriefungen veröffentlicht (mit Wirkung vom 18. Januar 2015).

Die CMU ist ein noch im Entstehen begriffenes Projekt, das fortlaufend mit Maßnahmen erweitert wird.

Die Kapitalmarktunion kann nicht mithilfe einer einzelnen Maßnahme herbeigeführt werden, bringt sie doch einen tiefgreifenden Strukturwandel des Finanzsystems mit sich. Die von der Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen werden in der Summe große Wirkung entfalten, doch braucht es Zeit, bis ihr Nutzen voll zum Tragen kommen wird. (Europäische Kommission 2018a: 2)

2.2 Gründe für die Notwendigkeit einer Kapitalmarktunion

Das folgende Kapitel 2.2 geht auf die Gründe für die Notwendigkeit einer CMU aus Sicht der EU-Kommission ein (European Commission 2017f; Europäische Kommission 2015b; Europäische Kommission 2017a).

Die Kapitalmarktunion soll zu tieferen und stärkeren Kapitalmärkten führen, um die in Europa traditionelle starke Bankenfinanzierung zu ergänzen. Stärkere Kapitalmärkte werden laut der Europäischen Kommission (2015c: 3f.):

1. mehr Investitionen aus der EU und der übrigen Welt freisetzen: Die CMU wird helfen, Kapital in Europa zu mobilisieren, um es in Unternehmen, insbesondere KMU und in Infrastrukturprojekte fließen zu lassen, damit diese wachsen und Arbeitsplätze schaffen. Die Haushalte erhalten außerdem bessere Möglichkeiten, ihre angestrebte Altersversorgung zu verwirklichen;
2. Finanzierungen mit Investitionsprojekten EU-weit besser verknüpfen: Mitgliedstaaten mit kleinen Märkten und hohem Wachstumspotenzial können stark profitieren, wenn Kapital und Investitionen in ihre Projekte gelenkt werden. Mitgliedsstaaten mit weiter entwickelten Kapitalmärkten werden die grenzübergreifenden Investitions- und Sparmöglichkeiten zugutekommen;
3. das Finanzsystem stabiler machen: Durch eine breitere Palette an Finanzierungsquellen trägt die CMU dazu bei, dass finanzielle Risiken geteilt werden und die EU-Bürger und -Unternehmen bei Bankenschocks weniger verwundbar bzw. anfällig sind. Integrierte Finanz- und Kapitalmärkte können den Mitgliedstaaten insbesondere im Euro-Raum helfen, die Auswirkungen von Schocks gemeinsam zu bewältigen (Europäische Kommission 2015c: 3). Die Europäische Kommission geht davon aus, dass eine höhere geographische Risikodiversifikation und ein somit geringerer „Home-Bias“- Effekt durch grenzübergreifende Kredit- und Kapitalmärkte zu mehr Finanzstabilität führt. Ein Mangel an Diversifikation der Finanzierungsquellen führt aufgrund der Volatilität einzelner Finanzströme zu Instabilität im Finanzsystem (siehe Abb. 2): Bankkredite weisen in der Regel eine viel höhere Volatilität auf als börsennotierte Aktien und Schuldinstrumente, die gegenüber asymmetrischen Schocks widerstandfähiger sind (Europäische Kommission 2017f: 12f.);
4. die Finanzintegration vertiefen und den Wettbewerb stärken: Mehr grenzübergreifende Risikoteilung, vertiefte und liquidere Märkte und diversifizierte Finanzierungsquellen werden zu einem stärkeren Zusammenwachsen der Finanzmärkte führen, die Kosten reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit Europas verbessern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Nettofinanzströme zu nichtfinanziellen Unternehmen in Mrd. Euro

(Quelle: Europäische Kommission 2017f: 13)

Die EU-Kommission liefert in ihren Veröffentlichungen zahlreiche Beispiele, die einerseits unterstreichen, dass die Kapitalmärkte in der EU im Vergleich zu anderen Industrienationen unterentwickelt sind und andererseits die Fragmentierung und somit die Notwendigkeit einer Kapitalmarktunion hervorheben. Laut EU-Kommission sind die Kapitalmärkte in der EU in den letzten Jahren stark gewachsen, die Börsenkapitalisierung stieg von 1,3 Billionen EUR im Jahr 1992 (22 % des BIP) auf 8,4 Billionen EUR (ca. 65% des BIP) bis Ende 2013. Die ausstehenden Schuldverschreibungen stiegen von 4,7 Billionen EUR (74% des BIP) im Jahre 1992 auf 22,3 Billionen EUR (171 % des BIP) im Jahr 2013 (Europäische Kommission 2015a: 7). Dennoch erreichen die USA im Jahr 2013 fast das Doppelte an Börsenkapitalisierung und die Schweiz das Dreifache an Börsenkapitalisierung im Vergleich zur EU (in % des BIP) (siehe Abb. 3). Am Jahresende 2017 machen die Kapitalmärkte (Aktien- und Anleihenmarkt) in der EU-28 nur rund 160 % des Unions-BIP aus, wohingegen es in den USA 260 % des BIP sind (siehe Abb. 4) (Europäische Kommission 2018a: 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Börsenkapitalisierung und Schuldverschreibungen (in % des BIP)

Ende 2013. ECMI Daten. (Quelle: Europäische Kommission 2015a: 8)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Größe der Kapitalmärkte in ausgewählten Regionen. Börsenkapitalisierung und Umlauftitel finanzieller und nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften in % zum BIP am Jahresende 2017.

Der Durchschnitt der Top 5 wurde als BIP-gewichteter Durchschnitt für die Niederlande, Schweden, Dänemark, Irland und Luxemburg ermittelt mit jeweils 40%, 26%, 16%, 16%, und 5%. ECMI Daten.

(Quelle: Europäische Kommission 2018a: 2)

Die Kapitalmärkte in der EU sind im Vergleich zu den USA und anderen Ländern nicht nur unterentwickelt (Europäische Kommission 2015a: 7), sondern sie sind auch zwischen den einzelnen EU-Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich stark entwickelt (Europäische Kommission 2015a: 8): Die Börsenkapitalisierung im Vereinigten Königreich beträgt 121 % des BIP, in Lettland, Zypern und Litauen dagegen weniger als 10% (Europäische Kommission 2015a: 8).

Laut Europäischer Kommission (2015a: 8) spielen Bankkredite in Europa eine wesentlich wichtigere Rolle als die Emission von Schuldtiteln, wie Abb. 5 zeigt. In den letzten 10 Jahren entstammen rund 30% der Gesamtverbindlichkeiten der Unternehmen in der EU von Bankkrediten als Finanzierungsquelle (siehe Abb. 6 und 7). Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedsländern, was die Bedeutung der Bankkredite für Unternehmen angeht, z.B. haben Bankkredite für Unternehmen in Griechenland und Zypern eine besonders große Bedeutung, wohingegen die Bedeutung in Luxemburg, Belgien und Irland relativ gering ist (Europäische Kommission 2017f: 37).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Finanzierungsmuster der Unternehmen (in % der Gesamtverbindlichkeiten).

Die Darlehen umfassen Bankdarlehen und Darlehen zwischen Unternehmen.

Eurostat & OECD Daten. (Quelle: Europäische Kommission 2015a: 8)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Finanzierungsquellen von nichtfinanziellen Unternehmen in der EU

(in % der Gesamtverbindlichkeiten). ECB & Eurostat Daten.

(Quelle: Europäische Kommission 2017f: 37)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Finanzierungsquellen von nichtfinanziellen Unternehmen in der EU

(2010-2015, in % der Gesamtverbindlichkeiten). ECB & Eurostat Daten.

(Quelle: Europäische Kommission 2017f: 38)

Die Abhängigkeit von Bankkrediten macht die europäische Wirtschaft und insbesondere die KMU anfälliger für Bankenschocks, wenn die Bedingungen für die Kreditvergabe durch eine Finanzkrise strenger werden (Europäische Kommission 2015a: 8). Trotzdem kann anhand einer Aufzählung von Studien, die den Zusammenhang zwischen Finanzsektor, Bankensektor und Wirtschaft untersucht haben, keine grundsätzliche Überlegenheit des bankbasierten oder kapitalmarktbasierten Finanzsystems festgestellt werden (siehe Tab. 2 im Anhang S. 9-10). Banken und Kapitalmärkte sind zwei vitale Komponenten des Finanzsystems, die nicht miteinander konkurrieren, sondern sich gegenseitig ergänzen sollen (Europäische Kommission 2015b: 24; Europäische Kommission 2017f: 24).

Als Nachweis für die Fragmentierung des europäischen Marktes von Finanzdienstleistungen für Privatkunden fasst die Europäische Kommission (2015d: 6-11) eine Auswahl an statistischen Ergebnissen zusammen, die zeigen, dass Verbraucher für vergleichbare Finanzprodukte in der EU sehr unterschiedliche Zinssätze, Prämien oder Gebühren zahlen müssen. Außerdem sind die Privatkundenmärkte in der EU von einem unzureichenden Wettbewerb und einer zu geringen Neigung der Verbraucher zu einem Anbieterwechsel gekennzeichnet (Europäische Kommission 2015d: 10). Der Marktanteil (nach Bilanzsumme im Jahresdurchschnitt) der fünf größten Anbieter im Bankensektor reichte im Jahr 2013 von 95% in Griechenland bis 30% in Deutschland (European Central Bank 2014: 14) (siehe Abb. 8).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8: Marktanteil der fünf grössten Anbieter im Bankensektor

(Quelle: European Central Bank 2014: 14)

3. Beschreibung der Methodik

Das folgende Kapitel geht auf die zur Lösung der Forschungsfragen verwendete wissenschaftliche Methodik ein.

Seit Ankündigung der CMU im Jahr 2015 führte die Europäische Kommission öffentliche Konsultationen durch, bei denen verschiedenste von der Thematik betroffene Akteure (Unternehmen, Vereine, öffentliche Institutionen und Einzelpersonen) zu offenen Fragen Stellung beziehen konnten, die nach Einverständnis der Teilnehmer veröffentlicht wurden. Für diese Masterarbeit wurden nur veröffentlichte Stellungnahmen von denjenigen Organisationen, Unternehmen, öffentlichen oder internationalen Institutionen berücksichtigt, die in Deutschland ansässig sind oder in Deutschland ihre Aktivitäten ausführen (Selektionskriterium). Die veröffentlichten Datenbanken der Europäischen Kommission konnten anhand dieser Selektionskriterien gefiltert werden (Mayring 2015: 86). Für die systematische Auswertung der Stellungnahmen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wurde die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring verwendet (Mayring 2015). Ziel der Analyse war es, Aussagen zu Chancen, Risiken sowie zu strukturellen Auswirkungen der Kapitalmarktunion auf den deutschen Bankensektor aus den Stellungnahmen zusammenzufassen.

Als Vorgehensweise für die Materialdurcharbeitung wurde die induktive Kategorienbildung gewählt (Kuckartz 2018: 72-88; Mayring 2015: 85-97), d.h. es wurden sich wiederholende Aussagen aus den Stellungnahmen zu allgemeineren Aussagen zusammengefasst (Generalisierung) und Kategorien gebildet (Kategorienbildung via fokussierte Zusammenfassung) (Kuckartz 2018: 86-88). Die generalisierten Aussagen wurden anhand der Anzahl an Organisationen, die diese während der öffentlichen Konsultation abgegeben haben, geordnet (Häufigkeitsanalyse) (Mayring 2015: 65).

Analyse: In der nachfolgenden Analysephase werden anhand weiterer wissenschaftlicher Literatur und mit Hilfe der erworbenen Fachkenntnisse, die Aussagen in den Positionspapieren und die Begründungen zur Notwendigkeit der CMU einer grundlegenden kritischen Betrachtung unterzogen. Als Ausgangssituation für die weitere Betrachtung der strukturellen Auswirkungen der CMU auf den deutschen Bankensektor werden die Charakteristika, das aktuelle Geschäftsumfeld, die Ertragslage und die Herausforderungen des deutschen Bankensektors unabhängig von der CMU beschrieben.

Interpretation und Diskussion: Unter Berücksichtigung unterschiedlicher Positionen und fachlicher Meinungen werden die Auswirkungen der CMU auf den deutschen Bankensektor abgeleitet und diskutiert. Neben den strukturellen Auswirkungen sollen auch Handlungsempfehlungen ausgearbeitet werden, die es dem deutschen Bankensektor ermöglichen, nach Umsetzung der CMU weiterhin erfolgreich und wettbewerbsfähig zu bleiben.

4. Stellungnahmen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

In diesem Kapitel werden die Stellungnahmen verschiedenster politischer, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Akteure aus den öffentlichen Konsultationen der EU-Kommission behandelt. Wie in Kapitel 3 beschrieben wurde, werden nur diejenigen Organisationen, Unternehmen und Insitutionen berücksichtigt, die in Deutschland ansässig sind oder in Deutschland ihre Aktivitäten ausführen. Es konnten drei Konsultationen gefunden werden, die Aussagen zu Chancen, Risiken und strukturellen Auswirkungen der CMU auf den deutschen Bankensektor beinhalten. Die Aussagen aus den Stellungnahmen der öffentlichen Konsultationen konnten in fünf verschiedene Kategorien eingeteilt werden:

- Bank- & Kapitalmarktfinanzierung
- Verbriefungen
- Retail-Banking & Privatkundengeschäft
- Regulierung
- FinTech

Abb. 9 zeigt eine Aufzählung der wichtigsten verallgemeinerten Aussagen, die von ausgewählten Organisationen mit Ansässigkeit in Deutschland während der öffentlichen Konsultation „Schaffung einer Kapitalmarktunion“ vom 18. Februar bis 13. Mai 2015 abgegeben worden sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 9: Verallgemeinerte Aussagen und Anzahl an Organisationen die diese während der öffentlichen Konsultation “Schaffung einer Kapitalmarktunion” vom 18. Februar bis 13. Mai 2015 abgegeben haben. N=48 Organisationen. Die Aussagen wurden einer oder mehreren Kategorien zugeordnet.

(Quelle: Tab. 3 im Anhang, Europäische Kommission 2015e)

Tab. 4 im Anhang enthält wichtige zitierte Aussagen aus den Stellungnahmen, die in die drei Kategorien Bank- & Kapitalmarktfinanzierung, Retail Banking & Privatkundengeschäft und Verbriefungen eingeteilt werden können:

Bank- & Kapitalmarktfinanzierung

- Privatplatzierungen werden von Organisationen wie dem Bundesverband der deutschen Industrie (2015a: 4), dem Zentralen Immobilien Ausschuss (2015) oder dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (2015) als Finanzalternative zum klassischen Bankkredit oder zu Unternehmensanleihen gesehen. Laut dem Bundesverband der deutschen Industrie (2015a: 4) eignen sich gesamteuropäische Privatplatzierungen für Unternehmen, die den Gang an die Börse (noch) nicht realisieren wollen oder können. Emission und Verkauf von Privatplatzierungen ist in erster Linie Auftrag der Investmentbanken.
- Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (2015) und der Bundesverband deutscher Banken e.V. (2015: 5) erwähnen die in Deutschland erfolgreichen Schuldscheindarlehen als Finanzierungsalternative für mittelständische und große Unternehmen sowie als attraktive Investments für institutionelle Investoren mit langem Investitionshorzont. Sie könnten der EU als Modell dienen, um weitere Standards auf diesem Gebiet zu setzen.
- Für die Kreditanstalt für Wiederaufbau (2015) wären die KMU-Anleihen eine zusätzliche Finanzierungsmöglichkeit für einen Teil der KMU, insbesondere dann, wenn ein größerer standardisierter Markt mit angemessenem Anlegerschutz vorhanden wäre.
- Laut Bundesministerium für Finanzen (2015) könnte die Kernkompetenz der Banken - Kreditinformationen zu generieren - zu einem Geschäftsmodell weiterentwickelt werden, in dem die Kreditinformationen an andere Finanzakteure verkauft werden, um somit zusätzliche Provisioneinnahmen zu generieren.
- Die NORD/LB (2015: 8) behauptet, dass die CMU diejenigen Einnahmen der Banken verstärken könnte, die durch das Abwickeln von Verbriefungen und Anleihen generiert werden.

Retail-Banking und Privatkundengeschäft

- Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (2015: 12f.) sieht ein grundlegendes Problem in der provisionsgetriebenen Finanzvermittlung. Ein konsequentes Provisionsverbot würde zu einer unabhängigen Finanzberatung führen und möglicherweise ein neues Marktsegment für simple und transparente Produkte schaffen, die für Verbraucher mit niedrigem Einkommen und Sparleistung geeignet sind.
- Die deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (2015: 7) sieht für die Beratung von Kunden mit Aktiendepots einen Bedarf an Weiterbildung bei den Bankangestellten, insbesondere bei kleinen und mittelgroßen Finanzintermediären bzw. - institutionen.

Verbriefungen

- Eine Vielzahl an Organisationen, die an der Konsultation teilgenommen haben (siehe Tab. 3 und 4 im Anhang), wie u.a. die Deutsche Bank (2015: 13) und der Genossenschaftsverband Bayern (2015: 14) sehen in den Verbriefungen eine Möglichkeit, das Kreditangebot für Unternehmen (insbesondere für KMU) zu erhöhen, weil Banken durch die Weitergabe der Kredite oder Kreditrisiken ihre Bankbilanzen entlasten können. Allerdings wird dadurch die Abhängigkeit der Banken vom Kapitalmarkt erhöht und die dadurch resultierende Vernetzung der europäischen Kapitalmärkte verstärkt mögliche Ansteckungseffekte.
- World Future Council (2015) fordert ein konsequentes Verbot der Weiterverbriefungen.
- Der Bundesverband der deutschen Industrie (2015a: 2f.) begrüßt das Vorhaben der Europäischen Kommission, den Verbriefungsmarkt wiederzubeleben und verlangt regulatorische Hürden, wie z.B. nicht gerechtfertige Eigenkapitalanforderungen bei Investments von Versicherungen in Verbriefungen oder pauschale Verbote zur Anlage in Verbriefungen für einzelne Investorengruppen im Verbriefungsmarkt abzubauen.

Abb. 10 zeigt eine Aufzählung der wichtigsten verallgemeinerten Aussagen, die von ausgewählten Organisationen während der öffentlichen Konsultation „Grünbuch über Finanzdienstleistungen für Privatpersonen“ abgegeben worden sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10: Verallgemeinerte Aussagen und Anzahl an Organisationen die diese während der öffentlichen Konsultation “Grünbuch über Finanzdienstleistungen für Privatpersonen” vom 10. Dezember 2015 bis 18. März 2016 abgegeben haben. N=23 Organisationen. Die Aussagen wurden einer oder mehreren Kategorien zugeordnet.

(Quelle: Tab. 5 im Anhang, Europäische Kommission 2015f)

Abb. 11 zeigt eine Aufzählung der wichtigsten verallgemeinerten Aussagen, die von ausgewählten Organisationen während der öffentlichen Konsultation zur Halbzeitbilanz abgegeben worden sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 11: Verallgemeinerte Aussagen und Anzahl an Organisationen die diese während der öffentlichen Konsultation zur CMU Halbzeitbilanz vom 20. Januar 2017 bis 17. März 2017 abgegeben haben. N=13 Organisationen. Die Aussagen wurden einer oder mehreren Kategorien zugeordnet.

(Quelle: Tab. 6 im Anhang, Europäische Kommission 2017d)

Tab. 7 im Anhang enthält wichtige zitierte Aussagen aus den Stellungnahmen der öffentlichen Konsultation zur CMU Halbzeitbilanz, die in die drei Kategorien Regulierung, Bank- & Kapitalmarktfinanzierung und Retail-Banking & Privatkundengeschäft eingeteilt werden können:

Regulierung

Der Genossenschaftsverband e.V. (2017) betont in seiner Stellungnahme nochmals die Bedeutung der kleinen regionalen Kreditinstitute für die Finanzierung von KMU, die durch regulatorische Maßnahmen nicht unnötig belastet werden dürfen. Das System der Regionalbanken hat sich in Krisenzeiten als außerordentlich resistent gezeigt und muss weiter gestärkt werden.

Bank- & Kapitalmarktfinanzierung

Der deutsche Gewerkschaftsbund (2017: 4) geht davon aus, dass in einer Kapitalmarktunion vor allem die Großbanken verstärkt partizipieren und ihre Vormachtstellung weiter ausbauen können, was zu einem unerwünschten Konzentrationsprozess im Bankenwesen führen könnte.

BDI & DIHK (2017: 4f.) und der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (2017) heben nochmals die Bedeutung der Privatplatzierungen und des deutschen Schuldscheindarlehens für die Finanzierungen von Unternehmen, insbesondere KMU, hervor. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (2017) begrüßt den Willen der EU-Kommission, die regulatorischen Barrieren und die Marktbarrieren zu identifizieren, um die Bedeutung der Privatplatzierungen in der EU weiter zu stärken.

Retail-Banking & Privatkundengeschäft

Laut Deutsche Börse Group (2017) muss das Vertrauen und das Wissen über die Funktionsweise des Kapitalmarktes und des Finanzsystems beim Privatkunden gestärkt werden, damit diese vermehrt bereit sind in den Kapitalmarkt zu investieren.

5. Analyse

Im Kapitel 5.1. werden die Charakteristika, das aktuelle Geschäftsumfeld, die Ertragslage sowie die Herausforderungen des deutschen Bankensektors unabhängig von der CMU beschrieben. In Kapitel 5.2. werden die zusammengefassten Aussagen jener Organisationen (siehe Kapitel 4), die an den öffentlichen Konsultationen teilgenommen haben, unter Zuhilfenahme weiterer wissenschaftlicher Literatur kritisch analysiert. Die Inhalte beider Kapitel 5.1. und 5.2. bilden die Ausgangssitation für eine weitere Betrachtung der strukturellen Auswirkungen der CMU auf den deutschen Bankensektor in Kapitel 6.1.

5.1. Charakteristika und strukturelle Entwicklungen des deutschen Bankensektors

5.1.1. Charakteristika und Finanzierungsstruktur des deutschen Bankensektors

Das deutsche Finanz- und Bankensystem ist ein bankbasiertes Finanzsystem, in dem Unternehmen und private Haushalte zum größten Teil über Bankkredite und weniger über den Kapitalmarkt finanziert werden (Allen und Gale 2001: 153; Behr und Schmidt 2015: 543; Sachverständigenrat 2004: 348-349). Das deutsche Bankensystem gliedert sich grundsätzlich in Universalbanken und Spezialbanken (siehe Abb. 12) (Hartmann-Wendels et al. 2015: 27). Universalbanken zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine Vielzahl der in §1 KWG genannten Bankgeschäfte anbieten (Hartmann-Wendels et al. 2015: 29), vom Depositen- und Kreditgeschäft („Commercial Banking“) bis hin zum Effektengeschäft („Investment Banking“) (Büschgen 1998: 50f.). In der erweiterten Definition, die dem deutschen Verständnis nahekommt, dürfen Universalbanken auch Leistungen anbieten, die traditionell nicht zu den Bankleistungen gezählt werden. Beispiele für solche Leistungen sind Versicherungsleistungen, die Bereitstellung von Eigenkapital für Unternehmen im Nichtbankensektor oder Beratungsleistungen für Unternehmen (Hartmann-Wendels et al. 2015: 22). Trotz des großen Spektrums an Geschäften gehören die klassischen Bankgeschäfte wie das Kreditgeschäft und das Einlagengeschäft weiterhin zum Kerngeschäft der deutschen Universalbanken (Deutsche Bundesbank 2015a: 34; Hartmann-Wendels et al. 2015: 29).

Die deutschen Universalbanken werden aufgrund ihrer unterschiedlichen Rechtsformen (Rechtspersönlichkeiten) und der Art der Einbindung in einen größeren Verbund von Instituten mit ähnlicher Rechtspersönlichkeit in drei Hauptgruppen aufgeteilt: die privatwirtschaftlich organisierten Kreditbanken, die öffentlich-rechtlichen Sparkassen mit ihren Girozentralen und die Genossenschaftsbanken mit den genossenschaftlichen Zentralbanken (Deutsche Bundesbank 2015b: 95; Hartmann-Wendels et al. 2015: 28). Nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds führt dieses Drei-Säulen-Bankensystem aufgrund der Sonderstellung des öffentlich-rechtlichen Sektors zu Wettbewerbsverzerrungen und betriebswirtschaftlichen Ineffizienzen, die zu der schlechten Ertragslage der deutschen Banken führen (Sachverständigenrat 2004: 18). Dass bei öffentlichen Banken die Gefahr von betriebswirtschaftlichen Ineffizienzen besteht, zeigen auch andere Publikationen z.B. La Porta et al. (2002), (Schmidt 2018: 3f.).

Durch die Existenz der regionalen Sparkassen und Genossenschaftsbanken spricht man in Deutschland auch von einem dezentralen Bankensystem, welches als weiteres besonderes Merkmal des deutschen Bankensystems angesehen und als Grund für die schnelle wirtschaftliche Erholung nach der globalen Finanzkrise von 2007-2008 genannt wird (Choulet 2016: 3; Flögel und Gärtner 2018: 5; Gärtner 2009: 12).

Neben den Universalbanken gibt es Spezialbanken, die ihre Tätigkeit auf einzelne Geschäftssegmente beschränken (u.a. Bausparkassen und Realkreditinstitute) (Deutsche Bundesbank 2015a: 34). Viele dieser Spezialbanken wurden von Universalbanken aufgekauft oder als Tochtergesellschaften neu gegründet.

Für Zwecke des Meldewesens unterteilt die Deutsche Bundesbank die Institute in weitere Bankengruppen: Großbanken, Regionalbanken und sonstige Kreditbanken, Landesbanken, Sparkassen, Kreditgenossenschaften, Realkreditinstitute, Bausparkassen, Banken mit Sonder-, Förder- und sonstigen zentralen Unterstützungsaufgaben (Deutsche Bundesbank 2015a: 34). Abb. 12 gibt einen Überblick über die Bankengruppen und die zum 31.12.2018 bekannte Anzahl an gemeldeten Kreditinstituten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 12: Eigene Darstellung in Anlehnung an Hartmann-Wendels et al. (2015: 29) und Deutsche Bundesbank (2015b: 96), Anzahl der Kreditinstitute nach Deutsche Bundesbank (2019d: 2-4). Stand: 31.12.2018.

Zu den privatrechtlich organisierten Kreditbanken gehören die Großbanken, die Regionalbanken, die sonstigen Kreditbanken und die Zweigstellen ausländischer Banken. Charakteristisch für alle Kreditbanken ist das seit den Gründerjahren im Vordergrund stehende „Streben nach Gewinn“ sowie das im Vergleich zu den regional tätigen Sparkassen und Genossenschaftsbanken im größeren Umfang betriebene Auslands- und Effektengeschäft (Hartmann-Wendels et al. 2015: 31). Auch Direktbanken zählen zu den Kreditbanken und zeichnen sich dadurch aus, dass bei ihnen oft nur telefonisch oder im Internet Bankgeschäfte getätigt werden können (Deutsche Bundesbank 2015b: 94). Zu den Großbanken werden die vier Institute Deutsche Bank, Commerzbank, UniCredit Bank und Deutsche Postbank gezählt. Sie sind die Hausbanken der großen deutschen Industriekonzerne (Deutsche Bundesbank 2015a: 34). Die Commerzbank und die Deutsche Bank besitzen traditionell eine große Marktstellung im Wertpapieremissionsgeschäft und im Konsortialkreditgeschäft (Hartmann-Wendels et al. 2015: 33). Unter Regionalbanken wurden ursprünglich die privatwirtschaftlich organisierten Banken bezeichnet, deren Tätigkeit geografisch auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt war. Heute sind diese Banken oftmals nicht mehr nur regional tätig (Hartmann-Wendels et al. 2015: 33). Diese Gruppe umfasst sehr heterogene Institute, die tendenziell kleiner sind als die Großbanken und Geschäftsmodelle verfolgen, die denjenigen der Sparkassen und Kreditgenossenschaften ähneln (Deutsche Bundesbank 2015a: 34). Der Fokus der Geschäftstätigkeit liegt auf der Kreditvergabe an nichtfinanzielle Unternehmen und private Haushalte, die vorwiegend über Einlagen finanziert wird (Deutsche Bundesbank 2015a: 34f.).

Sparkassen und Landesbanken sind Kreditinstitute, deren Eigentümer meistens öffentlich-rechtliche Träger sind (d.h. Gemeinden, Kreise, Zweckverbände oder Länder). Es gibt allerdings auch freie Sparkassen mit privatrechtlicher Rechtsform sowie Landesbanken, die nicht mehr im ausschließlichen Eigentum von Bundesländern, Kommunen und Sparkassen sind (Deutsche Bundesbank 2015b: 95). Die Aufgaben der Sparkassen sind durch die Sparkassengesetze der einzelnen Bundesländer vorgegeben. Diese waren früher stärker als heute auf gemeinnützige Tätigkeiten fokussiert, z.B. in der Unterstützung des Mittelstands oder der wirtschaftlich schwachen Bevölkerung bei der Kreditvergabe (Hartmann-Wendels et al. 2015: 34). Aufgrund des in den Sparkassengesetzen der Länder festgelegten Regionalprinzips begrenzen die Sparkassen ihr Geschäftsgebiet in der Regel auf die Region ihres Sitzes (Deutsche Bundesbank 2015b: 95; Hartmann-Wendels et al. 2015: 34f.). Das Hauptgeschäft der Sparkassen liegt immer noch auf der Einnahme von Spareinlagen und der Vergabe von mittel- bis langfristigen Darlehen für private Haushalte oder mittelständische Betriebe und Gemeinden (Deutsche Bundesbank 2015b: 95). Im Jahr 2005 kam es zum Wegfall von Anstaltslast und Gewährträgerhaftung (Def. siehe Glossar), so dass zwar die öffentliche Trägerschaft der Landesbanken und Sparkassen weiterhin bestehen darf, aber das Haftungssystem abgeschafft wurde (Hartmann-Wendels et al. 2015: 34f.).

Die Landesbanken (bzw. Girozentralen) sind die regionalen Zentralinstitute der Sparkassen und erfüllen für diese wichtige Mittlerfunktionen:

Sie dienen als Verrechnungsstelle für den Zahlungsverkehr zwischen den Sparkassen des Landes, ermöglichen die Anlage und die Aufnahme finanzieller Mittel innerhalb des Sparkassenverbundes und stellen über die DekaBank, ein bundesweites Zentralinstitut der Sparkassen, auch eine Verrechnungsmöglichkeit für Zahlungen innerhalb des Bundesgebiets zur Verfügung. (Hartmann-Wendels et al. 2015: 35)

Sie werden bei Effektengeschäften (z.B. Effektenemissionen) und bei der Vergabe von Krediten größeren Umfangs (z.B. Konsortialkredite) eingeschaltet und dienen gleichzeitig als Hausbanken der Länder; d.h. sie wickeln für die Länder alle Bankgeschäfte ab und stellen Kommunalkredite zur Verfügung (Hartmann-Wendels at al. 2015: 35f.). Im Vergleich zu den genossenschaftlichen Zentralbanken üben die Landesbanken ihre Funktion des Liquiditäsausgleiches im Verbund nur im geringen Ausmaß aus, da viele größere Sparkassen auf diesen Ausgleich nicht mehr zwingend angewiesen sind (Deutsche Bundesbank 2015a: 44f.).

Kreditgenossenschaften oder Genossenschaftsbanken (Volks- und Raiffeisenbanken sowie Spar- und Darlehenskassen) sind Kreditinstitute, die sich bei ihrer Gründung zur Förderung des Erwerbs und der Wirtschaft ihrer Mitglieder verpflichtet haben (vgl. §1 Genossenschaftsgesetz) (Hartmann-Wendels et al. 2015: 36). Genossenschaftsbanken sind in erster Linie Banken von KMU, wobei zwischen ländlichen (Raiffeisenbanken) und gewerblichen (Volksbanken) Genossenschaftsbanken unterschieden wird (Deutsche Bundesbank 2015b: 95). Wie bei den den Sparkassen liegt der Fokus im Kredit- und Einlagengeschäft und es ist eine regionale Beschränkung des Wirkungskreises für jede Genossenschaftsbank (Regionalprinzip) vorgegeben, welche bis heute beibehalten wurde (Hartmann-Wendels et al. 2015: 36). Über das Zentralinstitut wird der Zahlungsverkehr zwischen den Volks- und Raiffeisenbanken abgewickelt (Hartmann-Wendels et al. 2015: 36). Es übernimmt somit eine zentrale Stellung im Liquiditätsausgleich der angeschlossenen Kreditinstitute, die im Finanzverbund der Genossenschaftsbanken noch immer eine wichtige Rolle spielen (Deutsche Bundesbank 2015a: 44). Ähnlich den Landesbanken bietet das genossenschaftliche Zentralinstitut Geschäfte an, für die eine einzelne Volks- oder Raiffeisenbank zu klein ist und unterstützt diese in Zeiten höherer Kreditnachfrage oder überschüssiger Liquidität (Hartmann-Wendels et al. 2015: 36). Einlagen privater Haushalte werden von dem Zentralinstitut so gut wie nicht gehalten, da diese Rolle den Kreditgenossenschaften zufällt (Deutsche Bundesbank 2015a: 44). Im Jahr 2016 sind die zwei genossenschaftlichen Zentralinstitute zur einem Zentralinstitut „DZ Bank“ fusioniert.

Realkreditinstitute (z.B. Hypothekenbanken) sind Spezialbanken, die langfristige Kredite gewähren und sich durch Ausgabe von Schuldverschreibungen, sogenannten Pfandbriefen, die an Privatleute, Versicherungen und andere Banken verkauft werden, refinanzieren (Deutsche Bundesbank 2015b: 96; Hartmann-Wendels et al. 2015: 37).

Bausparkassen finanzieren sich auf Grundlage abgeschlossener Bausparverträge durch Einlagen von Bausparern, um im Gegenzug an diese Bauspardarlehen zu vergeben. Kreditinstitute mit Sonderaufgaben zeichnen sich durch die Kreditvergabe an förderungswürdige Personen und Projekte aus, d.h. sie unterstützen beispielsweise langfristige Finanzierungen von Investitionen (Deutsche Bundesbank 2015b: 96; Hartmann-Wendels et al. 2015: 41). Sonstige Spezialbanken sind Bürgschaftsbanken und Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung.

Zwar ist die aggregierte Bilanzsumme aller Bankengruppen zwischen 1999 und 2018 von 6197 Mrd. Euro auf 8061 Mrd. Euro angesteigen, jedoch sinkt der Anteil der aggregierten Bilanzsumme am BIP seit 2010 (Deutsche Bundesbank 2019a; Helgi Library 2019). War dieser Anteil am BIP im Jahr 2010 bei 324%, so liegt dieser im Jahr 2017 nur noch bei 238 % (Helgi Library 2019) (siehe Abb. 13). Das bedeutet, dass die Relevanz des Bankensektors für die Gesamtwirtschaft in der Exportnation Deutschland schrumpft (Sinn und Schmundt 2016: 6).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 13: Anteil der aggregierten Bankbilanzsumme am BIP in Deutschland

(Quelle: Langfield und Pagano 2015: 33)

In fast allen europäischen Ländern (ausgenommen der Schweiz und Polen) kam es in den letzten Jahren zu einer Reduzierung des Anteils der aggregierten Bilanzsummen der Banken am BIP (Helgi Library 2019; Langfield und Pagano 2015: 33f.). Andere nichteuropäische Länder wie Kanada und Japan konnten den Anteil dagegen ausbauen (Langfield und Pagano 2015: 33f.). Trotz Rückgang des Anteils der aggregierten Bankbilanzsumme am BIP bleibt dieser Wert in den europäischen Ländern immer noch doppelt so hoch wie in den USA (siehe Abb. 14 und 15).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 14: Anteil der aggregierten Bankbilanzsumme am BIP für Europa, USA und Japan

(Quelle: Langfield und Pagano 2015: 32)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 15: Anteil der aggregierten Bankbilanzsumme am BIP verschiedener EU-Länder, Euroraum und USA

(Quelle: Deutsche Bank Research 2019: 18)

Zwischen 1999 und 2018 konnten vor allem die Großbanken ihren Marktanteil (gemessen anhand der Bilanzsumme im Jahresdurchschnitt) von 16% auf 28% signifikant ausbauen und gelten somit als Marktführer gemessen an ihren Bilanzsummen (siehe Abb. 16).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 16: Marktanteil der einzelnen Bankengruppen nach Bilanzsumme im Jahresdurchschnitt 2018. Eigene Darstellung und Berechnung.

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2019e: 112-114)

Die deutschen Bankengruppen unterscheiden sich untereinander nicht nur hinsichtlich ihrer Bilanzsumme, sondern auch hinsichtlich ihrer Bilanzstruktur. Dabei prägt das Geschäftsmodell der Bank die Zusammensetzung der Bilanz, sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite (Deutsche Bundesbank 2015a: 37). Die Bankengruppen können nach ihrer Finanzierungsstruktur in zwei Gruppen aufgeteilt werden: in diejenigen, die sich überwiegend über Einlagen von privaten Nichtbanken (Nicht-MFI) finanzieren (Sparkassen und Kreditgenossenschaften zu fast drei Viertel der Bilanzsumme, Regionalbanken zu zwei Drittel der Bilanzsumme) und in jene, die ihre Finanzierung stärker diversifizieren (Großbanken, Genossenschaftliche Zentralbanken, Landesbanken), wobei die Gewichtung der Finanzierungsquellen sich je nach Geschäftsmodell unterscheidet (siehe Abb. 17) (Deutsche Bundesbank 2015a: 45).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 17: Bilanzstruktur ausgewählter Bankengruppen in % zur aggregierten Bilanzsumme der jeweiligen Bankengruppe

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2015a: 40).

Als wichtigste von drei Hauptfinanzierungsquellen der deutschen Banken gelten die Verbindlichkeiten gegenüber Nicht-Banken. Seit Dezember 1968 wurden durchschnittlich fast 45% der aggregierten Bilanzsumme hierüber finanziert (Deutsche Bundesbank 2015a: 39). Das führt dazu, dass deutsche Banken niedrigere Kredit zu Einlagen-Ratios im Vergleich zum europäischen Ausland aufweisen (siehe Abb. 18) (Choulet 2016: 11). Niedrige Kredit zu Einlagen-Ratios sind ein Indiz für eine stabile Finanzierungsstruktur (Choulet 2016: 11), da Einlagen im Vergleich zu Interbankenverbindlichkeiten und Kapitalmarktfinanzierung günstig, unbesichert und – obwohl kurzfristig abziehbar – besonders in Deutschland sehr stabil sind (Deutsche Bundesbank 2015a: 41). Wie auf S. 29 beschrieben, dominiert bei den Sparkassen, Kreditgenossenschaften und Regionalbanken die Refinanzierung über Einlagen von Nicht-Banken (siehe Abb. 17). Das Interbankengeschäft ist für diese Bankengruppen nur von untergeordneter Relevanz (Brämer et al. 2010: 325). Sparkassen, Kreditgenossenschaften und Regionalbanken halten aufgrund ihrer hohen Kreditvergabe auch die meisten Forderungen gegenüber Nicht-Banken im Verhältnis zu ihrer Bilanzsumme.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 18: Kredit zu Einlagen-Ratio von Banken in der europäischen Union

(Quelle: European Central Bank 2019: 26)

Als zweitwichtigste Finanzierungsquelle gelten die Einlagen anderer MFI (zwei Drittel Inland und ein Drittel Ausland),1 die durchschnittlich weitere 25% der Bilanzsumme finanzieren. Die kurzfristigen Interbankenverbindlichkeiten dienen dabei vorrangig dem Liquiditätsausgleich am Geldmarkt und rund die Hälfte der Interbankenverbindlichkeiten sind längerfristiger Natur mit einer Laufzeit von mindestens zwei Jahren (Deutsche Bundesbank 2015a: 39).

Als dritte Finanzierungsquelle gilt die Emission von Schuldverschreibungen (auch gedeckte Schuldverschreibungen), die durchschnittlich 20% zur Finanzierung (kurzfristiger und langfristiger Art) beitragen (Deutsche Bundesbank 2015a: 37-39). Als Reaktion auf die Staatsschuldenkrise wurde die Finanzierung über den Kapitalmarkt aus preislicher Sicht zunehmend unattraktiver aufgrund der Bereitstellung langfristiger Refinanzierungmittel zu sehr niedrigen Zinssätzen durch das Eurosystem. Die Kapitalmarktaktivität im Bereich der Bankprodukte (Bankschuldtitel, derivative Instrumente, Verbriefungen) ist in den letzten Jahren weiter zurückgegangen und die Banken haben sich vermehrt dem traditionellen Bankgeschäft (Kredit- und Einlagengeschäft) zugewandt (Deutsche Bundesbank 2015a: 59).

Die letzte wichtige Finanzierungsquelle ist das Eigenkapital der Banken, welches in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht wurde, sodass die Eigenkapitalquote sich fortlaufend auf 6,27% verbessert hat (siehe Abb.19) (Deutsche Bundesbank 2019e: 84). Dennoch bleibt der bilanzielle Eigenkapitalanteil deutscher Banken im europäischen Vergleich am unteren Rand (Deutsche Bundesbank 2015a: 40, World Bank 2019).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 19: Eigenkapitalquote und -rentabilität der deutschen Kreditinstitute.

Quelle: Deutsche Bundesbank 2019e: 83)

5.1.2. Ertrags- und Aufwandsstruktur des deutschen Bankensektors

Das gesamte Buchkreditvolumen an Nicht-Banken, welches im Jahr 2018 von allen Bankengruppen bilanziert worden ist, belief sich auf 3479 Mrd. Euro (Deutsche Bundesbank 2018c: 20). Vergleicht man die Bankengruppen anhand ihrer Buchkreditvergabe an Nicht-Banken, so lässt sich erkennen, dass die Sparkassen im Jahr 2018 mit 849 Mrd. Euro Buchkreditvolumen und die Kreditgenossenschaftsbanken mit 589 Mrd. Euro Buchkreditvolumen ein signifikant größeres Kreditvolumen vergaben als die vier Großbanken mit einem Buchkreditvolumen von 496 Mrd Euro (Deutsche Bundesbank 2018c: 22-25). Der Marktanteil der Großbanken im Jahr 2018 lag bei etwa 14% (siehe Abb. 20). Bei der Kreditvergabe an inländische Unternehmen und wirtschaftlich Selbstständige besitzen die Sparkassen eine dominierende Stellung vor den Kreditbanken und genossenschaftlich organisierten Banken (Bundesverband deutscher Banken e.V. 2018; Bundesverband deutscher Banken e.V. 2019a).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 20: Marktanteil der einzelnen Bankengruppen nach Buchkreditvolumen für das Jahr 2018.

Eigene Darstellung und Berechnung. (Quelle: Deutsche Bundesbank 2018c: 20-25)

Die Kreditvergabe an den inländischen nichtfinanziellen Privatsektor ist auch weiterhin auf Expansionskurs (siehe Abb. 21). Dabei werden vor allem langfristige Unternehmenskredite und Wohnungsbaukredite verstärkt vergeben (siehe Abb. 22). Die Kreditnachfrage wird hierbei durch die expansive Geldpolitik und den hohen Wettbewerb gestützt, die die Zinsen für Kredite im gesamten Währungsgebiet auf historische Tiefstände halten (Deutsche Bundesbank 2018d: 30). Dabei drängten ab Mitte 2017 verstärkt auch Auslandsbanken in die Kreditvergabe (siehe Abb. 23) und erhöhten den Wettbewerb im Kreditgeschäft noch zusätzlich (Deutsche Bank Research 2018: 3). Durch die mit der expandierenden Kreditvergabe einhergehenden Lockerung der Kreditvergabebedingungen für Unternehmen (siehe Abb. 57 im Anhang) wird in den Medien vor der Entstehung sogenannter „Zombie-Unternehmen“ (Def. siehe Glossar) gewarnt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 21: Buchkredit an den inländischen nichtfinanziellen Privatsektor

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2019f)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 22: Buchkredite deutscher Banken an den inländischen nichtfinanziellen Privatsektor

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2019g: 36)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 23: Zunahme des Buchkreditvolumens an inländische Unternehmen und Selbstständige ggü Vorjahr nach Bankengruppen

(Quelle: Deutsche Bank Research 2018: 2)

Trotz der kontinuierlich steigenden Kreditvergabe ist bei den deutschen Banken über die letzten Jahre ein sinkender Zinsüberschuss zu verzeichnen (siehe Abb. 24), für den vor allem der Rückgang der Zinsmarge verantwortlich ist (siehe Abb. 25) (Deutsche Bundesbank 2018b: 34). Der über alle Banken aggregierte Zinsüberschuss sank von 95,4 Mrd. Euro im Jahr 2010 auf 87,1 Mrd. Euro im Jahr 2018 (siehe Abb. 24) (Deutsche Bundesbank 2018b: 60; Deutsche Bundesbank 2019h: 110). Der Anteil des Zinsüberschusses an den operativen Erträgen hat sich im gleichen Zeitraum kaum verändert (siehe Abb. 26) und stellt somit unverändert die wichtigste Ertragsquelle der deutschen Banken dar (Deutsche Bundesbank 2019g: 93). Die Kreditgenossenschaften und Sparkassen arbeiten im zinsabhängigen Geschäft profitabler als andere Banken, da sie im Vergleich zu den anderen Bankengruppen höhere Zinsmargen aufweisen (siehe Abb. 33) (Deutsche Bundesbank 2019g: 93).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 24: Zins- und Provisionsüberschuss. Alle Bankengruppen.

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2019a: 1)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 25: Zinserträge und Zinsaufwendungen der Kreditinstitute im Zinszyklus

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2019e: 92)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 26: Anteil des Zins- und Provisionsüberschusses an den operativen Erträgen.

Alle Bankengruppen. Eigene Berechnungen. (Quelle: Deutsche Bundesbank 2019a: 1)

Die Bedeutung des Zinsüberschusses für die operativen Erträge ist von der Bankengruppe abhängig (siehe Abb. 27): Für Bausparkassen und Realkreditinstitute stellt der Zinsüberschuss die einzige Ertragsquelle dar. Sie nehmen im Gegensatz zu den anderen Banken kaum Provisionserträge ein, sondern verbuchen im Wesentlichen Provisionsaufwendungen für Vertragabschlüsse und für die Vermittlung durch Vertriebspartner (Deutsche Bundesbank 2017c: 65).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 27: Anteil des Zinüberschusses an den operativen Erträgen und Höhe des Zinsüberschusses im Jahr 2018

Eigene Berechnungen. (Quelle: Deutsche Bundesbank 2019e: 90; Deutsche Bundesbank 2019e: 112)

Nach dem Planszenario der Institute, die an der bankaufsichtlichen Niedrigzinsumfrage 2017 (siehe Glossar) teilgenommen haben, wird das Zinsergebnis in Relation zur Bilanzsumme bis 2021 weiter rückläufig sein (siehe Abb. 54 im Anhang) (Deutsche Bundesbank 2017a: 27f.; Dombret 2017b: 23). Zur Stabilisierung des Zinsergebnisses plante jedes vierte Kreditinstitut zum Zeitpunkt der Niedrigzinsumfrage 2017 die Weitergabe negativer Einlagenzinsen an Privatkunden bis 2021 (Deutsche Bundesbank 2017a: 28; Deutsche Bundesbank 2018b: 39; Dombret 2017b: 23).

Die zweitwichtigste Ertragskomponente für Banken bildet das Provisionsgeschäft. Der über alle Banken aggregierte Provisionsüberschuss (Def. siehe Glossar) lag im Jahr 2018 bei 29,5 Mrd. Euro, was einem Anteil von etwa 25% an den operativen Erträgen entsprach (siehe Abb. 26) (Deutsche Bundesbank 2019e: 90). Für die Großbanken ist das Provisionsgeschäft aufgrund ihrer Ausrichtung der Geschäftstätigkeit auf die internationalen Kapitalmärkte wichtiger als für andere Bankengruppen (siehe Abb. 28). Im Gegensatz zu den Sparkassen und Kreditgenossenschaften konnten die Großbanken ihre Provisionserträge in den letzten Jahren jedoch nicht steigern (Deutsche Bundesbank 2019e: 96). Die Steigerung der Provisionseinnahmen bei den Sparkassen und Kreditgenossenschaften wurde im Zahlungsverkehr und im Wertpapiergeschäft durch die gestiegene Nachfrage nach renditeträchtigeren Anlageformen im Niedrigzinsumfeld generiert (Deutsche Bundesbank 2018b: 45).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 28: Anteil des Provisionsüberschusses an den operativen Erträgen und Höhe des Provisionsüberschusses im Jahr 2018 (Quelle: Deutsche Bundesbank 2019e: 90; Deutsche Bundesbank 2019e: 112)

Im Vergleich zum Ausland bleibt das Provisionsgeschäft bei den deutschen Banken weiterhin schwach ausgebildet (siehe Abb. 55 im Anhang), so dass diese im Vergleich zu den ausländischen Banken stärker vom Zinsüberschuss abhängig bleiben (Dombret 2017c; Sinn und Schmundt 2016: 9). Für das schwache Provisionsergebnis der deutschen Banken ist laut Sinn und Schmundt (2016: 10) der Kampf um Kunden und Marktanteile mit kostenlosen Girokonten und kostenlosen Beratungsleistungen mitverantwortlich, die das Verhältnis zwischen den Kosten für die Kundengewinnung und den Ertragspotentialen dieser Kunden teils völlig aus dem Gleichgewicht geraten ließen. Auch die Präferenz deutscher Privathaushalte für risikoarme und liquide Anlageformen (Bareinlagen) ist dem Provisionsgeschäft nicht förderlich (Deutsche Bundesbank 2018b: 44). Trotz anhaltendem Niedrigzinsumfeld (siehe Ab. 57 und 58) sind bei den privaten Haushalten keine umfassenden Portfolioumschichtungen zu beobachten (Deutsche Bundesbank 2018h: 35; Deutsche Bundesbank 2019h: 35) (siehe Abb. 29), so dass Deutschland weiterhin eines der Länder bleibt, in dem das Vermögen privater Haushalte hauptsächlich in Form von Bargeld oder Bareinlagen gehalten wird (siehe Abb. 30).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 29: Struktur des Geldvermögens der privaten Haushalte in Deutschland

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2019h: 35)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 30: Zusammensetzung des Vermögens von privaten Haushalten im Jahr 2017 im internationalen Vergleich (Quelle: Andreasch 2017: 157)

Dabei wächst das Geldvermögen der deutschen Haushalte kontinuierlich an, wie Abb. 31 zeigt. Angesichts des niedrigen Anteils von Aktien und Investmentfondsanteilen und der geringen realen Gesamtrendite (siehe Abb. 32) bestünde durch eine verbesserte Vermögensberatung somit noch viel Potential für das Provisionsgeschäft (Otte 2019: 160; Sinn und Schmundt 2018: 10). Auf jeden Fall planen die an der Niedrigzinsumfrage 2017 teilgenommenen Institute ihr Provisionsergebnis bis 2021 so auszubauen, dass es den Rückgang des Zinsergebnisses größtenteils kompensieren soll (Deutsche Bundesbank 2018b: 46; Dombret 2017b: 20).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 31: Geldvermögen und Verschuldung der privaten Haushalte

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2019c)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 32: Reale Gesamtrendite der privaten Haushalte in Deutschland und Beitrag der einzelnen Anlageformen

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2019h: 34)

Die drittwichtigste Ertragskomponente bildet für Großbanken und Landesbanken das Handelsergebnis (Def. siehe Glossar), welches eine sehr volatile Komponente darstellt Deutsche Bundesbank 2018b: 46). Das über alle Bankengruppen aggregierte Handelsergebnis stieg im Jahr 2018 auf 3,5 Mrd. Euro (2,9 % der operativen Erträge). Nennenswerte Handelsergebnisvolumina werden fast nur von den Großbanken 2,2 Mrd Euro (7,2 % der operativen Erträge) und den Landesbanken 0,6 Mrd. Euro (8,8 % der operativen Erträge) generiert (Deutsche Bundesbank 2018b: 46; Deutsche Bundesbank 2019e: 98).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 33: Einkommenstruktur ausgewählter Bankengruppen

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2015a: 54)

Um Aussagen über die Wirtschaftlichkeit bzw. Kosteneffizienz von Banken zu treffen, kann die Aufwand/Ertrags-Relation (Cost-Income-Ratio) (Def. siehe Glossar) herangezogen werden, die sich bei den deutschen Banken in den letzten Jahren weiter verschlechtert hat (siehe Abb. 34 und 35). Die Aufwand/Ertrags-Relation wird durch die (allgemeinen) Verwaltungsaufwendungen bestimmt, die im Jahr 2018 bei 88,1 Mrd. Euro (73,1 % der operativen Erträge) lagen (Deutsche Bundesbank 2019e: 88; Deutsche Bundesbank 2019e: 113). Die Großbanken zeigen im Jahr 2018 eine besonders schlechte Aufwand/Ertrags-Relation von 87,9% im Vergleich zu den Sparkassen mit 68,2 % und den Genossenschaftsbanken mit 66,2 % (siehe Abb. 36) (Deutsche Bundesbank 2019e: 88). Im Vergleich zum europäischen Ausland weisen die deutschen Kreditinstitute mittlerweile die höchste Aufwand/Ertrags-Relation (CIR) auf (Statista 2019). Die sich seit 1990 fortsetzende Konsolidierung im deutschen Bankensektor (siehe Abb. 37) und die jährliche Reduzierung der Beschäftigtenanzahl (siehe Abb. 38) hat zu keiner Reduzierung der allgemeinen Verwaltungsaufwendungen geführt (siehe Abb. 35). Aufgrund der hohen Investitionskosten für die Anpassung an den Technologiewandel (Digitalisierung) werden die Verwaltungsaufwendungen in den nächsten Jahren vermutlich den Entlastungseffekten aus der weiteren Reduzierung des Filialnetzes entgegenwirken (Deutsche Bundesbank 2018b: 48).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 34: Verwaltungsaufwand der Kreditinstitute in Relation zu den operativen Erträgen

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2019e: 89)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 35: Zusammensetzung der allgemeinen Verwaltungsaufwendungen in Mrd. Euro und Aufwand/Ertrag-Relation (%) der deutschen Kreditinstitute im jeweiligen Geschäftsjahr

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2019e: 112f.; Deutsche Bundesbank 2018b: 60f.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 36: Aufwand/Ertrag-Relation und Zusammensetzung der allgemeinen

Verwaltungsaufwendungen in Mio. Euro der unterschiedlichen Bankengruppen

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2019e: 112f.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 37: Entwicklung der Anzahl an gemeldeten Kreditinstituten für die drei wichtigsten Bankengruppen

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2019d: 6)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 38: Anzahl der Beschäftigen im Kreditgewerbe für verschiedene Bankensektoren

(Quelle: Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes 2019)

Deutschland hat im europäischen Vergleich auch weiterhin die meisten Kreditinstitute und die meisten Bankbeschäftigen. Deutschland liegt unter den fünf europäischen Ländern, die die niedrigste Einwohner-/Bankbeschäftigen-Ratio aufweisen (siehe Abb. 39) (European Banking Federation 2018: 11f.); European Banking Federation 2018: 113). Bei der Bankfilialdichte liegt Deutschland im europäischen Durchschnitt (siehe Abb. 40) (Schwartz et al. 2017: 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 39: Länder mit dem höchsten und niedrigsten Einwohner-/ Bankbeschäftigen-Ratio

(Quelle: European Banking Federation 2018: 12)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 40: Filialdichte in Deutschland im Mittelfeld

(Quelle: Schwartz et al. 2017: 3)

Der Konsolidierungstrend wird sich aber weiter fortsetzen. So sind laut den Umfrageergebnissen der Niedrigzinsumfrage 2017 weitere Fusionsabsichten geplant: 11% aller befragten Institute gaben an, dass sie sich bereits in einem Fusionsprozess bzw. in einer Fusionsabsicht befinden würden bzw. sich eine Fusion mit einem anderen Institut in den nächsten fünf Jahren vorstellen könnten (Deutsche Bundesbank 2017b: 10; Dombret 2017b: 21). Inwieweit ein dezentrales deutsches Bankensystem bei diesem Konsolidierungstrend weiterhin bestehen bleibt, ist ungewiss (Flögel und Gärtner 2018: 5). Aufgrund der hohen Institutsanzahl ist davon auszugehen, dass insbesondere die Anzahl an Sparkassen und Genossenschaftsinstituten in den nächsten Jahren weiter sinken wird (Sinn und Schmundt 2016: 28). Andererseits sind die Sparkassen und Genossenschaftsbanken jetzt schon die kosteneffizientesten (siehe Abb. 36) und die profitabelsten Kreditinstitute in Deutschland, wie Abb. 41 zeigt (Deutsche Bundesbank 2018b: 48; Deutsche Bundesbank 2019e: 84; Deutsche Bundesbank 2019e: 88). Im europäischen Vergleich gehören die deutschen Kreditinstitute jedoch weiterhin zu den renditeschwächsten Banken (siehe Abb. 42). Die Eigenkapitalrentabilität ist in den letzten fünf Jahren sogar gesunken (siehe Abb. 19). Das resultiert laut Sinn und Schmundt (2016: 8) vor allem aus dem operativen Geschäft, in dem die deutschen Banken im besonderen Maße vom Zinsüberschuss abhängig sind (Hüfner 2010: 14). Selbst bei einer Betrachtung der Vorkrisenjahre 2004 bis 2007 haben die deutschen Banken im Vergleich zum europäischen Ausland sowie USA und Japan niedrigere Eigenkapitalrenditen erwirtschaftet (siehe Abb. 55 im Anhang) (Sinn und Schmundt 2016: 8f.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 41: Eigenkapitalrentabilität (vor/nach Steuern) für verschiedene Bankengruppen

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2019e: 84)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 42: „Return on equity“ europäischer Banken.2

(Quelle: European Banking Federation 2018: 21)

5.2.3. Herausforderungen des deutschen Bankensektors

Die aktuellen Herausforderungen für den deutschen Bankensektor können in vier Gruppen aufgeteilt werden (siehe Abb. 43) (Arbeitsgeberverband des privaten Bankgewerbes 2017: 36):

1. Anhaltendes Niedrigzinsumfeld: Das anhaltende Niedrigzinsumfeld führt in Kombination mit dem hohen Wettbewerb zu rückläufigen Zinsmargen, stützt aber die Nachfrage nach Bankkrediten (Deutsche Bundesbank 2018d: 30). Die Banken versuchen den Rückgang der Zinsmargen durch eine Ausweitung der Kreditvolumen zu begegnen (Spillmann et al. 2019: 161). Aufgrund der niedrigen Kreditausfallraten ist die Risikovorsorge deutscher Banken in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen, so dass die Risikotragfähigkeit des Finanzsystems aufgrund rückwärtsgewandter Indikatoren überschätzt werden kann (Buch 2017: 5; Deutsche Bundesbank 2018f: 47; Dombret 2017c). Ausserdem hat die Fristentransformation im Geschäft zugenommen:

Der geringe Unterschied zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinsen sorgt dafür, dass Institute vermehrt kurzfristig fällige Einlagen erhalten. Reichen sie gleichzeitig vermehrt langlaufende, festverzinsliche Kredite aus, erhöhen sich hierdurch entsprechend die Liquiditäts- und Zinsänderungsrisiken (Dombret 2017a).

2. Verschärfte Bankenregulierung: Die regulatorischen Anforderungen sind in den letzten Jahren gestiegen. Die Umsetzung (insbesondere Basel 3, BCBS 239, IFRS 9 und MiFID II) stellt eine Herausforderung für die deutschen Banken dar und hat Einfluss auf deren Profitabilität (Oliver Wyman 2018: 9; Dombret 2017a).
3. Erhöhter Wettbewerb: Der deutsche Bankensektor steht seit Jahren unter starkem Druck von ausländischen Banken und neuen Wettbewerbern, die in das Kreditgeschäft drängen und den Wettbewerb erhöhen (Deutsche Bundesbank 2015a: 58; Deutsche Bank Research 2018: 3; Elsner 2018; Oliver Wyman 2018: 12). Neben den Geschäftsbanken sind auch Nicht-Banken und sogenannte Schattenbanken (Def. siehe Glossar) in der Finanzintermediation beteiligt (Deutsche Bundesbank 2014: 17). Oliver Wyman (2018: 4) bezeichnet die neuen ausländischen Banken und Wettbewerber (FinTechs, Marktinfrastrukturanbieter, globale Technologiekonzerne) als vierte Säule, die die traditionellen Geschäftsmodelle angreift und die Erwartungshaltung der Kunden verändert. 90% der befragten Banken und 33% der befragten FinTech-Unternehmen in der „Banking 2025“- Studie, die von der Comdirect Bank, Frankfurt School of Finance und der Leibniz Universität Hannover durchgeführt worden ist, erwarten einen Margenrückgang bei einem möglichen Markteintritt der „GAFA“ Technologieunternehmen (Smolinski 2018).
4. Fortschreitende Digitalisierung und verändertes Kundenverhalten: „Die Digitalisierung hat potenzielle Auswirkungen auf die Strategie, die Prozesse sowie auf die Systeme der Finanzinstitute und birgt sowohl Chancen als auch Risiken.“ (Deutsche Bundesbank 2018b: 35). Für die Anpassung an den Technologiewandel sind erhebliche Investitionen notwendig, die frühestens mittelfristig zu Kosteneinsparungen führen dürften (Deutsche Bundesbank 2018b: 35). Laut Bundesverband deutscher Banken e.V. und GfK (2018: 1) hat die Nutzung von Online-Banking in Deutschland um die Hälfte der Bevölkerung zugenommen. Die privaten Banken, zu denen auch die Direktbanken gehören, haben mit einem Anteil von 64% die meisten Online-Nutzer, gefolgt von den Volks- und Raiffeisenbanken mit einem Anteil von 51% und den Sparkassen von 46% (Bundesverband deutscher Banken e.V. und GfK 2018: 1). Desweiteren werden FinTech und Kooperationen von Banken mit FinTechs immer mehr Einfluss auf die Wettbewerbslandschaft nehmen (Oliver Wyman 2018: 12). Kunden können Online-Angebote besser vergleichen und somit Entscheidungen über Geldanlagemöglichkeiten selbst treffen, was zu sinkender Kundenloyalität führt (Arbeitsgeberverband des privaten Bankgewerbes 2017: 36). Allerdings können sich erst 15% der Befragten in einer Studie der deutschen Bundesbank vorstellen, ihr Girokonto statt bei einer Bank oder Direktbank bei einem Internetanbieter (FinTech) zu führen (Deutsche Bundesbank 2018g: 10). Rehm (2015: 526) geht davon aus, dass das Geschäftsmodell der Universalbank und das Hausbankprinzip weiter an Bedeutung verlieren wird, da der Kunde sich in Zukunft die Anbieter für Bankdienstleistungen fallweise und produktbezogen heraussucht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 43: Herausforderungen des deutschen Bankensektors. Eigene Darstellung in Anlehnung an den Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (2017: 36)

5.2. Kritische Analyse der Stellungnahmen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

In diesem Kapitel werden neben den Argumenten zur Notwendigkeit einer CMU auch die Argumente für oder wider die CMU der Positionspapiere aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kritisch analysiert. Dabei wird unter Zuhilfenahme weiterer wissenschaftlicher Literatur untersucht, ob die Aussagen bestätigt oder widerlegt werden können. Die Aussagen und Argumente können in fünf Kategorien eingeteilt werden:

- Bank- & Kapitalmarktfinanzierung
- Verbriefungen
- Retail-Banking & Privatkundengeschäft
- Regulierung
- FinTech

Bank- & Kapitalmarktfinanzierung

Im Vergleich zu den USA dominiert in Europa (und Deutschland) die Bankfinanzierung gegenüber der Kapitalmarktfinanzierung. Dies kann anhand eines Vergleiches des Anteils der aggregierten Bankbilanzsumme am BIP zwischen den USA, Japan und den europäischen Mitgliedstaaten (siehe Abb. 14 und 15) bestätigt werden (Schoenmaker 2015: 38): Der Anteil der aggregierten Bilanzsummen der Banken am BIP ist in den europäischen Ländern doppelt so hoch wie in den USA. Auch der von Langfield und Pagano (2015: 38) berechnete Bank-Market-Ratio (siehe Abb. 56 im Anhang) bestätigt die Dominanz der Bankfinanzierung in Europa. Im Vergleich zu den europäischen Ländern liegt Deutschland im Jahr 2017 mit einem Anteil der aggregierten Bilanzsumme aller Bankengruppen am BIP von 238 % im oberen Mittelfeld (Langfield und Pagano 2015: 33f.; Helgi Library 2019).

Aus den Befunden der wissenschaftlichen Literatur kann kein eindeutig nachteiliger Effekt der Bankbasierung festgestellt werden (Sachverständigenrat 2015: 204-207). Da jedes System theoretisch Vor- und Nachteile aufweist (Neuberger 1999: 19), kann grundsätzlich kein Nachweis für die Überlegenheit eines ganzen Finanzsystems erbracht werden, wie folgende Auflistung wissenschaftlicher Literatur3 beweist:

- Allen und Gale (2001: 271) argumentieren, dass bankbasierte Finanzsysteme bei der intertemporalen Risikoteilung den Kapitalmärkten überlegen sind, da langlebende Finanzinstitutionen das Konsumrisiko (das sich durch schwankende Wertpapierkurse ergibt) durch Reservenbildung eliminieren können (Neuberger 1999: 16; Schoenmaker 2015: 38; Valiante 2016: 48f.). Die Banken gleichen Gewinne und Verluste über die Zeit hinweg aus und können somit ihrer Verpflichtungen gegenüber Einlegern jederzeit nachkommen (Allen und Gale 1995: 190; Neuberger 1999: 16). Da Finanzmärkte in der Regel unvollkommen sind und somit die Risikoteilung einschränken, können Banken als Finanzintermediäre auch hier Abhilfe (z.B. durch Schaffung von Liquidität) schaffen (Diamond 1997; Neuberger 1999: 15).
- Als Finanzintermediär tragen Banken einen Teil des Risikos selbst mit. Aus diesem Grund verweigern Banken bestimmte risikoreiche Finanzierungen. Hingegen bringen Kapitalmärkte Finanzierungsnehmer und Finanzierungsgeber direkt zusammen und transferieren somit einen höheren Teil des Risikos zum Investor weiter (siehe u.a. Levine 2002) (Europäische Kommission 2015b: 21).
- Kapitalmärkte dienen der interpersonalen bzw. intersektoralen Risikoteilung (Neuberger 1999: 15 ). Durch eine länder- oder regionenübergreifende Risikoteilung der Einfluss einer tiefen Rezession auf Konsum und Investition abgemildert werden (Véron und Wolff 2015: 5):

A substantial body of literature [e.g. (Sorensen und Yosha 1998; Bijlsma und Zwart 2013; Allard et al. 2013)] provides evidence that well-integrated and deep capital markets can spread country and region-specific risk, thereby smoothing the impact of deep recessions on consumption and investment. Such economic risk sharing requires substantial cross-border equity holdings in particular. (Véron und Wolff 2015 : 5)

Da die europäischen Anleihen- und Aktienmärkte im Vergleich zu anderen grösseren Volkswirtschaften (USA, Japan) klein sind (siehe Abb. 3 und 4), geht Valiante (2016: 74) von einer schwach ausgeprägten intersektoralen Risikoteilung in der EU aus. Finanzmarktintegration ist eine weitere Bedingung für eine erfolgreiche Risikoteilung, die jährlich von der EZB untersucht wird und mittels preis- und quantitätsbasierter Integrationsindikatoren namens FINTEC (composite indicators of financial integration) dargestellt wird (Valiante 2016: 48). Obwohl Zeichen einer Defragmentierung und somit eines Rückgangs des „home bias“-Effektes gesehen werden können, ist die EU noch weit entfernt von einer vollständigen Integration der Aktienmärkte (Brüggemeier 2018: 83-85; Coeuré 2015: 5; Valiante 2016: 48; Valiante 2016: 97). Gabrisch (2016b: 4) zählt im Gegenzug theoretische Literatur auf (Bone et al. 2004; Culp 2004; Krahnen und Wilde 2006), die aus verschiedenen Perspektiven zeigen soll, dass Risikoteilung auch zu einer wachsenden Instabilität des Finanzsystems führen kann.

-Vergleicht man die Unternehmensanleihenfinanzierung mit der Bankkreditfinanzierung in den USA und im Euro-Raum während den Krisenjahren, so kann festgestellt werden, dass die Bankkreditfinanzierung in der Krise prozyklisch reagierte, wobei die Anleihenfinanzierung stabiler, weniger volatil und weniger von der Rezession beeinflusst war (siehe Abb. 2) (Giesecke et al. 2014; Langfield und Pagano 2015: 7; Schoenmaker 2015: 39).
-Der Aussage, dass sich die Bankenfinanzierung in Krisenzeiten bewährt hat, kann nicht zugestimmt werden. Die Kreditvergabe ist in Deutschland während der Krisenzeit stark zurückgegangen und hat sich, wie in anderen Ländern auch, nur sehr langsam erholt, wie folgende Abb. 44 veranschaulichen soll. Während der Krisenzeit ist es zu einer Verschärfung der Kreditvergabebedingungen gekommen (siehe Abb. 45). Betrachtet man die Buchkreditvergabe der deutschen Kreditinstitute an nichtfinanzielle Unternehmen während den Krisenjahren 2007 bis 2009 (siehe Abb. 46), so kann festgestellt werden, dass die deutschen Kreditgenossenschaften und Sparkassen den Rückgang bei der Vergabe von Krediten an nichtfinanzielle Unternehmen in Deutschland tatsächlich abbremsten, indem sie in dieser Zeit weiterhin Bankkredite an Unternehmen vergaben (Choulet 2016: 7; Flögel und Gärtner 2018: 12; Gärtner und Flögel 2015: 1). Desweiteren zeigten ausschließlich die Kreditgenossenschaften und Sparkassen eine positive Gesamtrentabilität während der Krisenzeit auf (siehe Abb. 33). Daraus kann schlussgefolgert werden, dass das Problem des Kreditengpasses nicht an der Bankfinanzierung liegt, sondern im Geschäftsmodell der Bank zu suchen ist (Demary et al. 2015: 17).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 44: Nationale Beiträge zum Wachstum der Buchkredite an nichtfinanzielle Unternehmen im Euro-Raum

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2015c: 18)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 45: Lockerungen und Verschärfungen der Kreditvergabebedingungen für Unternehmen nach Bank Lending Survey.

An der Bank Lending Survey nahmen 149 Banken im Euro-Raum teil.

(Quelle: Bundesverband deutscher Banken e.V. 2018: 3)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 46: Buchkreditvergabe an nichtfinanzielle Unternehmen in Deutschland nach Bankengruppen

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2011: 65)

- Für deutsche KMU aber auch für KMU in Frankreich, Spanien und Italien bildet die Bankfinanzierung die zentrale Finanzierungssäule, wie Kaserer (2015: 27-29) anhand einer Darstellung der Gesamtverbindlichkeiten4 in den Abb. 47 und 48 veranschaulicht. Nach einer Umfrage der DZ-Bank im Jahr 2016, an der 1501 mittelständische Unternehmen in Deutschland teilnahmen, planen 84,2 % aller Unternehmen ihren Finanzierungsbedarf mit Bankkrediten zu decken (BVR & DZ Bank AG 2016: 19). Der Bankkredit wird von allen Unternehmensgrößenklassen und allen Branchen mehrheitlich bevorzugt. Es ist deshalb davon auszugehen, dass auch in einer Kapitalmarktunion die Bankfinanzierung für KMU von zentraler Bedeutung bleibt: Universalbanken müssen auch weiterhin in der Lage sein, mit ihren Kunden bedarfsgerechte Absicherungeintstrumente „aus eigener Hand“ (z.B. Zins- und Währungsabsicherungen für deren Geschäfte) abzuschließen (Finanzplatz München Initiative 2015: 3). Die Anleihenfinanzierung wird fast ausschließlich von großen Unternehmen betrieben. Erst Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern zeigen Interesse an Beteiligungskapital oder Kapitalmarktfinanzierungen (BVR & DZ Bank AG 2016: 19). Familienunternehmen haben grundsätzlich ein Problem mit der Aufnahme von Eigenkapital über den Kapitalmarkt, da dies dem Interesse der Familie widerspricht, die volle Kontrolle über das Unternehmen zu behalten (VMEBF 2015: 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 47: Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten europäischer Unternehmen (Quelle. Kaserer 2015: 30)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 48: Anleihen und ähnliche Verbindlichkeiten

(Quelle: Kaserer 2015: 29)

- Charakteristisch für ein bankbasiertes Finanzsystem ist die enge Beziehung zwischen Kreditnehmern und ihren Banken, weshalb auch von beziehungsbasiertem Banking bzw. „Relationship-Banking“ im Gegensatz zum „Transaction Oriented Banking“ gesprochen wird (Behr und Schmidt 2015: 544; Choulet 2016: 3; Gärtner und Flögel 2012: 9; Jäger 2006: 50; Sachverständigenrat 2004: 348f.). Der Vorteil einer engen Kunde-Bank-Beziehung besteht darin, dass der Finanzintermediär umfangreiches (teilweise exklusives) Wissen über seinen Kunden mit niedrigeren Informationsbeschafftungskosten generiert und somit Informationsasymmetrien abbauen kann (Alessandrini et al. 2009: 2; Allen und Gale 2001: 20f.; Boot 2000: 7; Europäische Kommission 2015b; Friderichs und Körting 2011: 37; Frieden et al. 2016: 208; Flögel und Gärtner 2018: 5-8; Flögel und Gärtner 2018: 21f.; Flögel und Gärtner 2018: 28; Gärtner und Flögel 2012: 9; Handke 2009: 3; Udell 2009: 17; Verdier 2002: 15). Das führt einerseits dazu, dass Risiken zuverlässiger eingeschätzt werden können und bessere Überwachungsmöglichkeiten entstehen, die letztendlich einen wirtschaftlichen Vorteil für die Bank darstellen (Jäger 2006: 51; Sachverständigenrat 2004: 348f.). Laut Gärtner und Flögel (2012: 9) ist dies im KMU-Kreditgeschäft sowie bei der Kreditvergabe an junge Unternehmen besonders relevant, da diese im Vergleich zu Großunternehmen weniger harte Informationen über sich offenbaren und daher auf zuverlässige Partner vor Ort angewiesen sind, da sie kaum andere Finanzierungsinstrumente (z.B. am Kapitalmarkt) nutzen können. Auch der Kreditnehmer profitiert von der engen Hausbankbeziehung, weil er, durch Reduzierung der Informationsasymmetrien, bessere Konditionen bei der Bank durchsetzen kann (Boot 2000) und über schlechte Zeiten gestützt wird (Gärtner und Flögel, 2012: 9; Sachverständigenrat 2004: 348f.).
- Kritiker sehen bei bankbasierten Systemen die Gefahr des Machtmissbrauchs von Hausbanken, z.B. in dem eine Kollusion zwischen Kreditnehmern und Banken zu Ungunsten der Aktionäre und/oder der Allgemeinheit stattfindet (Sachverständigenrat 2004: 349). Marktbasierte Systeme sind aufgrund ihres dezentralen und diversifizierten Charakters weniger anfällig für die Entwicklung von Monopolen und Oligopolen (Europäische Kommission 2015b: 21).
- Ein weiterer wichtiger Nachteil regional fokussierter Kreditinstitute wie Sparkassen oder Genossenschaftsbanken liegt in der eingeschränkten Möglichkeit, Risiken zu diversifizieren (Gärtner und Flögel 2017: 10). Die Vielzahl an regional tätigen kleineren Kreditinstituten bildet eine Gefahr für deren Stabilität, da diese Institute (Kreditgenossenschaften und Sparkassen) durch den hohen Anteil an inländischen Kreditnehmern dem vollen Risiko von Zinsänderungen ausgesetzt sind (Buch 2017: 6). Rudolph et al. (2012: 5) schreiben, dass es den Sparkassen und Genossenschaftsbanken aufgrund der regionalen Beschränkung ihrer Geschäftstätigkeit (Regionalprinzip) nicht oder nur sehr beschränkt möglich ist, ihr Kreditportfolio zu diversifizieren. Sie besitzen hohe Einzelrisiken sowie hohe Ausfallkorrelationen zwischen den einzelnen Kreditpositionen ihres Portfolios, die laut Rudolph et al. (2012: 5) auf vier Ursachen zurückzuführen sind:

1. Regionales Risiko: Die kreditvergebende Bank ist von regionalen Entwicklungen und Unternehmen abhängig.
2. Branchenrisiko: Oftmals sind Regionen durch bestimmte Branchen geprägt, sodass durch die regionale Beschränkung der Geschäftstätigkeit zusätzlich ein Branchenrisiko entsteht.
3. Geschäftspartnernetzwerke: Wegen engen Geschäftspartnernetzwerken in der Region kann durch Ansteckungsprozesse ein Großteil des Portfolios in Mitleidenschaft gezogen werden.
4. Risikogleichlauf: Dies aufgrund der Fokussierung auf Kredite an Unternehmen einer bestimmten Größe und damit einhergehenden bevorzugten Rechtsformen.

Verbriefungen bilden eine Möglichkeit, die Risiken der Kreditportfolios zu diversifizieren.

Verbriefungen

Die Auswirkungen von Verbriefungen werden in der wissenschaftlichen Literatur kritisch betrachtet. Im Allgemeinen stellen Verbriefungen ein geeignetes Finanzinstrument dar, um die Risiken der Kreditportfolios bei Kreditinstituten zu diversifizieren und ihre Bilanzen zu entlasten (Ricken 2008: 82f.). Jäger (2006: 54) bezeichnet die Verbriefung als eine Technik, die einerseits die einfachere Nutzung von Märkten ermöglicht und andererseits – bei korrekter Anwendung – die Vorteile des Relationship-Bankings beibehält. Die Verbriefung von Forderungen schafft eine größere Nähe des Finanzierungsvorgangs zum Kapitalmarkt, was bei korrekter Risikoübertragung zu einer besseren Risikoteilung führen kann. Das grenzüberschreitende Verbriefungsgeschäft fördert die Risikoteilung (Gabrisch 2017: 1; Gabrisch 2016b: 1) und verringert somit das individuelle Risiko, erhöht allerdings das systemische Risiko für eine Finanzkrise, weil finanzielle Schocks zu einer Kaskade von Zusammenbrüchen im finanziellen und nichtfinanziellen Sektor führen können (Gabrisch 2017: 1). Aufgrund von Verflechtungen, die durch die Risikoteilung entstehen, kann eine systemische Krise über Ansteckungseffekte und Rückkopplungseffekte ausgelöst werden. Mit zunehmender Risikoteilung steigen ab einem gewissen Wendepunkt die systemischen Risiken stärker an als die individuellen Risiken sinken (Battiston et al. 2009; Gabrisch 2017: 5f.). Auch Gischer und Ilchmann (2017: 92) sehen in der Kapitalmarktunion eine Gefahr für den deutschen Bankensektor, weil Verbriefungen zu einer Wiederholung der Finanzkrise führen können. Integrierte Finanzmärkte können außerdem zu Ansteckungseffekten führen und Anreize für höhere Risikobereitschaft schaffen. Zwar können durch Diversifikation der Anlagewerte die durchschnittlichen Risiken der einzelnen Portfolios gesenkt werden, aber nicht das Gesamtrisiko aller Portfolios des Systems (Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung 2016: 10). Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (2016: 13) kommt zur Schlussfolgerung, dass mit der Reaktivierung der Verbriefungsmärkte mittel- bis langfristig substanzielle Risiken für das europäische Finanzsystem verbunden sind.

Dem Bedenken des World Future Council (2015) wurde von der EU-Kommission Rechnung getragen: Wiederverbriefungen sind durch die neue Verbriefungsverordnung grundsätzlich verboten, da die Einschätzung der Risiken bei Wiederverbriefungen schwierig ist (BaFin 2017). Engelen und Glasmacher (2018: 173) warnen davor, synthetische Verbriefungen oder Wiederverbriefungen STS-fähig zu machen, da diese Verbriefungssorten in den USA viel genutzt wurden und für die globale Ausbreitung der Krise mitverantwortlich waren. Auch dieser Warnung wurde in der neuen Verbriefungsverordnung Rechnung getragen, da die niedrigeren Eigenmittelanforderungen auf True Sale-Verbriefungen beschränkt sind.

Retail Banking & Privatkundengeschäft

Die Digitalisierung und der Markteintritt von Technologieunternehmen in die Finanzintermediation werden, wie in Kapitel 5.2.3. beschrieben worden ist, zu mehr Wettbewerb im Privatkundengeschäft führen. Der deutsche Bankensektor ist, wie in Kapitel 5.1.2. ausgeführt, allerdings bereits sehr wettbewerbsintensiv. Außerdem können sich laut einer Studie der deutschen Bundesbank erst 15% der Befragten vorstellen, ihr Girokonto statt bei einer Bank oder Direktbank bei einem Internetanbieter (FinTech) zu führen (Deutsche Bundesbank 2018g: 10). Ein grenzübergreifendes Angebot an Finanzprodukten wird den Wettbewerb in Deutschland möglicherweise kaum vergrößern, denn nur zehn Prozent der Verbraucher sind momentan bereit, in einem anderen EU-Mitgliedsland Finanzprodukte einzukaufen (siehe Abb. 49) (TNS Opinion & Social 2012: 32). Weniger als drei Prozent der Verbraucher haben im Jahr 2011 Kreditkarten, Girokonten und Hypotheken aus einem anderen Mitgliedstaat in Anspruch genommen (TNS Opinion & Social 2012: 33f.). Die Europäische Kommission (2015d: 6) schreibt zu diesem Home-Bias-Effekt bei Finanzdienstleistungen: “In gewissem Umfang spiegelt dies die kulturellen und nationalen Präferenzen und die Wahl der Verbraucher wieder. Nicht alle Verbraucher sind an grenzübergreifenden Finanzdienstleistungen interessiert. Es sollte jedoch geprüft werden, ob mehr getan werden kann, um die Fragmentierung zu verringern“.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 49: Nur etwa 10% der befragten Verbraucher würden Finanzprodukte in einem anderen EU-Mitgliedsland einkaufen

(Quelle: TNS Opinion & Social 2012: 33)

Der Wachstumserfolg von Online-Plattformen wie WeltSparen.de, Zinspilot.de, Bondora Go & Grow zeigt aber, dass Privatkunden in Deutschland durchaus bereit sind, Geld im europäischen Ausland anzulegen, wenn Transparenz und Sicherheit besteht und der Anlageprozess benutzerfreundlich und einfach gestaltet ist. Die Banken werden auch weiterhin als Intermediäre eine wichtige Rolle spielen, da solche FinTech-Lösungen ohne Banken oft nicht realisiert werden können und Privatanleger vor einer Veranlagung gewöhnlich beraten werden müssen. Damit Haushalte überhaupt in Finanzprodukte investieren, die über Sparkonten hinausgehen, fordern Demary et al. (2015: 33) ähnlich wie die Deutsche Börse Group (2017: 14) eine bessere finanzielle Allgemeinbildung der Bürger. Finanzwissen schützt Haushalte davor, falsche Entscheidungen für die Altersvorsorge zu treffen, verhindert aufwendigen Verbraucherschutz und somit hohe Verwaltungsaufwendungen. Trotz anhaltendem Niedrigzinsumfeld konnten bei den deutschen Privathaushalten keine wesentlichen Umschichtungen des Vermögens zu Anlagen mit höherer Rendite festgestellt werden. Im Gegenteil, der Anteil der Bareinlagen am Vermögen nahm sogar noch zu. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Einflussnahme der Banken als Intermediär und Anlageberater auch in Zukunft notwendig bleibt, um Privatanleger davon zu überzeugen, vermehrt in den Kapitalmarkt zu investieren. Allerdings wird die Provisionsberatung von den Finanzakteuren grundsätzlich kritisch betrachtet: So fordert der Bundesverband der Verbraucherzentralen ein konsequentes Provisionsverbot, da es sich bei der „provisionsbasierten Dienstleistung bereits per Definition nicht um Beratung, sondern um als Beratung getarnte Vermittlung“ handelt (Bundesverbandes der Verbraucherzentralen 2015: 13). Der Genossenschaftsverband Bayern (2015: 8) warnt hingegen vor einem Verbot der Provisionsberatung, weil er davon ausgeht, dass „die Anlageberatung und der Produktvertrieb in der Fläche und für alle Bevölkerungsgruppen in der praktischen Umsetzung nur provisionsbasiert möglich ist.“ Ein möglicher Lösungsansatz für eine unabhängige Finanzvermittlung ist die provisionsfreie Anlageberatung oder die Honorarberatung, die mittlerweile von einigen Banken (z.B. Quirin-Bank, Consorsbank) angeboten wird (Otte 2019: 160f.).

FinTech

Die Bedeutung der FinTech-Unternehmen für die europäischen Finanzmärkte für die nächsten zehn Jahre ist schwer vorhersagbar, da der Einfluss dieser Unternehmen von den Kunden, der Technologie, den wirtschaftlichen Entscheidungen und der Regulatorik abhängig ist (Demertzis et al. 2017: 10). Im Jahr 2015 belief sich das Finanzierungsvolumen, welches über Crowdfunding-Plattformen vermittelt worden ist, auf 270 Mio. Euro (Dorfleitner et al. 2016: i). Das entspricht etwa 0,1 % der gesamten 152 Mrd. Euro an Konsumentenkredite und Bankkredite an den deutschen Mittelstand, die im Jahr 2015 vergeben worden sind (Dorfleitner et al. 2016: 58). Die FinTech-Unternehmen stellen deshalb in Deutschland noch keine Konkurrenz für Bankkredite dar. Die durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten von 103% im Crowdfunding und 95 % im Crowdlending zeigen allerdings, dass FinTech Unternehmen in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 50: Erfolgreich eingesammeltes Kapital im Teilsegment Crowdfunding in EUR.

(Quelle: Dorfleitner et al. 2016: 21)

Regulierung

Viele Organisationen, die an den Konsultationen teilnahmen, waren sich einig, dass übermäßiger Anlegerschutz eine Belastung für Anleger und Banken darstellen und übermäßige Regulierung sogar die Unternehmensfinanzierung gefährden kann. Mit einer verschärften Bankenregulierung durch die CMU ist nach Analyse der geplanten Maßnahmen nicht zu rechnen. Die Einhaltung der Forderung „same service, same rules, same supervision“ für FinTech-Unternehmen könnte sich allerdings als schwierig gestalten, weil FinTech-Unternehmen oft neue Dienstleistungen anbieten, für die bestehende regulatorische Rahmenbedingungen ungeeignet sind (Demertzis et al. 2017: 11). Financial Stability Board (2018: 9f.) kommt zum Ergebnis, dass aufgrund der aktuellen geringen Größe der FinTech-Unternehmen die Aktivitäten in der Kreditvergabe momentan keine wesentlichen Risiken für die globale Finanzsystemstabilität darstellen. Im Einklang mit den Aussagen der Organisationen, die an der öffentlichen Konsultation zur Halbzeitbilanz teilgenommen haben, fordern auch Demertzis et al. (2017: 11) das Proportionalitätsprinzip bei der Festlegung von regulatorischen Anforderungen zu wahren. Dies bedeutet, dass für große Anbieter mit systemischer Bedeutung strengere regulatorische Bedingungen gelten müssen als für kleine Anbieter.

6. Interpretation und Diskussion

Die CMU soll dazu beitragen, die übermäßige Bankenabhängigkeit durch Ausweitung der Finanzierungsquellen in Richtung Nichtbankenfinanzierung zu reduzieren (siehe Kapitel 2 ). Hierzu gehören neben der Kapitalmarktfinanzierung auch alternative Finanzierungsformen wie z.B. Crowdfunding, Privatplatzierungen, Kreditfonds usw. Auch wenn der Bankkredit für KMU weiterhin die bevorzugte Finanzierungsform bleiben wird (siehe Kapitel 5.2. S. 55-56 sowie Abb. 47 und 48), so sehen einige Organisationen in Kapitalmarktfinanzierungen und neuen Finanzierungsformen dennoch eine Alternative zu Bankkrediten (siehe Kapitel 4).

Nach einer kritischen Analyse unter Zuhilfenahme wissenschaftlicher Literatur in Kapitel 5.2. konnten keine der Argumente aus den Positionspapieren für oder wider die CMU oder Maßnahmen der CMU eindeutig widerlegt werden. Die Bank- und Kapitalmarktfinanzierung konkurrieren nicht miteinander, sondern sich ergänzen gegenseitig. Das Argument, dass sich die Bankenfinanzierung in Krisenzeiten bewährt hat, kann teilweise widerlegt werden: Nur die Sparkassen und Kreditgenossenschaften haben während der Finanzkrise ihre Kreditvergabe an Unternehmen nicht eingeengt (siehe Kapitel 5.2. S. 53-55). Auch das Argument, dass Crowdfunding und Peer-to-Peer-Darlehen keine Finanzierungsalternative und keine Alternative zu Bankkrediten darstellen, muss in Frage gestellt werden, da man aufgrund der hohen Wachstumsraten davon ausgehen muss, dass Crowdfunding in Zukunft zumindest einen Teil des Finanzierungsbedarfs von jungen Unternehmen und Startups substituieren kann (siehe Kapitel 5.2. S. 61).

Die Befürchtungen, dass die Schaffung einer Kapitalmarktunion zu mehr Bankenregulierung führt, sind nach einer Analyse der geplanten Maßnahmen unbegründet. Die Gefahren, die mit einer Wiederbelebung des Verbriefungsmarktes einhergehen, konnten nicht widerlegt werden. Die EU-Kommission versucht diesen Gefahren durch ein Verbot von Wiederbebriefungen und einer grundsätzlichen Beschränkung der STS-Verbriefungen auf True-Sale-Verbriefungen zu begegnen.

Herausforderungen im Kundengeschäft wie die Digitalisierung und der erhöhte Wettbewerb sind nicht erst durch die CMU entstanden, sondern fordern den Bankensektor schon seit Jahren heraus. Einige Maßnahmen der CMU werden diese Herausforderungen im Privatkundengeschäft allerdings intensivieren, wie das nächste Kapitel aufzeigen soll.

6.1. Strukturelle Auswirkungen der Kapitalmarktunion auf den deutschen Bankensektor

Die Umsetzung der CMU wird zu keinen grundlegend neuen Herausforderungen für den deutschen Bankensektor führen. Dies kann aus einer Analyse des deutschen Bankensektors, der Stellungnahmen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft (siehe Kapitel 4 und 5) sowie aus den durchgeführten und geplanten Maßnahmen der EU-Kommission abgeleitet werden. Allerdings werden sich die in Abb. 51 unterstichen dargestellten Gruppen von Herausforderungen durch die CMU verändern und in ihrer Intensität sogar zunehmen. Eine Verschärfung der Bankenregulierung durch die bis heute durchgeführten und geplanten Maßnahmen der CMU konnte nicht festgestellt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 51: Herausforderungen des deutschen Bankensektors. Die von den Maßnahmen der CMU beeinflussten Herausforderungen sind unterstrichen. Eigene Darstellung in Anlehnung an den Arbeitsgeberverband des privaten Bankgewerbes (2017: 36)

Die Kreditinstitute gehen bis 2021 von einem weiteren Rückgang des Zinsergebnisses in Relation zur Bilanzsumme aus (siehe Abb. 54 im Anhang). Dadurch dass die CMU dazu beitragen soll, die übermäßige Bankenabhängigkeit durch Ausweitung der Finanzierungsquellen in Richtung Nichtbankenfinanzierung zu reduzieren (z.B. durch Crowdfunding, Crowdfunding, Privatplatzierungen, Kreditfonds usw., siehe S. 4-6, Anhang S. 1), wird der Wettbewerb im Kreditgeschäft durch Nicht-Banken weiter zunehmen (Elsner 2018), auch wenn der Bankkredit für KMU weiterhin die bevorzugte Finanzierungsform bleibt. Erhöhter Wettbewerb im Kreditgeschäft durch Nicht-Banken und ausländische Banken wird dazu beitragen die Zinsmargen niedrig zu halten. Aufgrund ihrer Größe und ihres geringen Marktanteils (siehe Kapitel 5) werden sie die Kreditzinsen aber nicht wesentlich beeinflussen können. Von Disintermediation kann in diesem Kontext nicht gesprochen werden, da Intermediäre nicht in einem geringeren Maß eingesetzt werden (Jäger 2006: 21; Jäger 2006: 54f.), sondern sich nur der Typ der Intermediäre (z.B. FinTech) insbesondere für private Haushalte, KMU und Startups verändert.

Durch STS-Verbriefungen werden die Bankbilanzen entlastet und die Kreditvergabekapazitäten weiter erhöht werden. Entfaltet das Verbriefungsgeschäft seine Wirkung und bleibt die Kreditnachfrage weiterhin stabil, so wird es zu einer Ausweitung der Kreditvolumina kommen. Bei den Organisationen, die an den Konsultationen teilnahmen, herrscht auf jeden Fall Einigkeit darüber, dass Verbriefungen zu einer Verbesserung des Kreditangebots für Unternehmen führen (siehe Kapitel 4 und 5.2.). Eine Ausweitung des Kreditvolumens wird sich wiederum positiv auf den Zinsüberschuss der Banken auswirken. Ob allerdings die Abnahme des Zinsüberschusses durch ein Wachstum des Kreditvolumens ausgeglichen werden kann, ist fraglich, da die jährliche Kreditwachstumsrate je nach Bankengruppe jetzt schon zwischen vier und sieben Prozent beträgt (siehe Kapitel 5.1.2.). Außerdem gehen die Kreditinstitute von rückläufigen Zinsmargen aus und der intensive Wettbewerb im Kreditgeschäft hat in den letzten Jahren durch ausländische Banken weiter zugenommen. Für die Sparkassen und Kreditgenossenschaften ist es von großer Bedeutung an der Steigerung der Kreditvergabe zu partizipieren, da sie sonst riskieren, ihre dominierende Marktstellung im Kreditgeschäft zu verlieren (siehe Kapitel 5.1.2.). Dabei sind diese Banken durch ihren hohen Anteil des Zinsüberschusses an den operativen Erträgen von 71% bis 74% im besonderen Maße vom Kreditgeschäft abhängig (siehe Abb. 27). Für die regional fokussierten Banken ist es außerdem wichtig, die Vorteile von Verbriefungen zu nutzen, da sie nicht nur ihre Kreditvergabekapazitäten erhöhen, sondern auch ihre Kreditrisiken diversifizieren können (siehe Kapitel 5.2. S. 58). Dadurch können die Vorteile des Relationship-Bankings, was als eine Stärke der Regionalbanken angesehen wird, beibehalten werden (Jäger 2006: 54). Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von Verbriefungen bleibt der Aufbau europäischer Verbriefungsmärkte. Mit fortschreitender Entwicklung der Verbriefungsmärkte müssen auch die steigenden Risiken dieser Finanzinstrumente genauer beobachtet werden (siehe Kapitel 4 und Kapitel 5.2.). Die Entstehung von sogenannten „Zombie-Unternehmen“ werden durch die mit der Zunahme des Kreditangebotes einhergehenden Lockerung der Kreditvergabebedingungen weiter begünstigt.

Die CMU wird Veränderungen im Kundenverhalten (siehe Kapitel 5.2.3.) durch gezielte Maßnahmen noch weiter fördern: Der Aktionsplan für Finanzdienstleistungen für Privatkunden (siehe S. 6-7 und Tabelle 4: Aktionsplan „Finanzdienstleistungen für Verbraucher“ im Anhang) sieht Maßnahmen vor, die den grenzüberschreitenden Wettbewerb von Finanzdienstleistungen fördern sollen. Das fallweise und produktbezogene Heraussuchen von Bankdienstleistungen wird durch verbesserte (Online-)Vergleichsmöglichkeiten zunehmen und der Wettbewerb im Privatkundengeschäft wird durch Nicht-Banken (FinTech) weiter voranschreiten. Da der deutsche Bankensektor aber jetzt schon sehr wettbewerbsintensiv ist und nur ein Bruchteil der Kunden tatsächlich bereit ist, Finanzdienstleistungen aus dem Ausland in Anspruch zu nehmen (siehe Kapitel 5.2.3.), wird sich der Wettbewerb durch Angebote aus dem Ausland kaum erhöhen. Einige deutsche Banken könnten von einem EU-weiten Markt für Finanzdienstleistungen sogar profitieren, falls die grenzübergreifende Ausweitung ihres Marktes zum Geschäftsmodell passt und die Preise im Ausland konkurrenzfähig sind. Zum Zeitpunkt des Verfassens der Masterarbeit sind keine Maßnahmen der EU-Kommission bekannt, die Banken verpflichten würden, Finanzprodukte auch grenzübergreifend anzubieten. Eine solche Verpflichtung würde dem Geschäftsmodell der regional fokussierten Banken widersprechen. Negative Einlagenzinsen werden die Bereitschaft der Privatkunden erhöhen zu FinTech oder ausländischen Banken zu wechseln.

Der FinTech-Aktionsplan und der Aktionsplan „Finanzdienstleistungen für Verbraucher“ sehen Maßnahmen vor, die die Digitalisierung im Finanzbereich noch weiter voranschreiten lassen. Um im Wettbewerb mithalten zu können werden die IT-Aufwendungen der deutschen Banken gleich hoch bleiben oder sogar erhöht werden müssen. Zwar werden durch Digitalisierung langfristig Kosten eingespart, allerdings stellen auch kurzfristige Aufwandserhöhungen für den deutschen Bankensektor ein ernstes Problem dar, da schon in den letzten sieben Jahren die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen gestiegen sind und die Kosteneffizienz zurückgegangen ist. Die Großbanken sind aufgrund ihrer schlechten Aufwand-/Ertrags-Relation von 87,9% (siehe Abb. 36) und der schlechten Eigenkapitalrentabilität von 1,24% (siehe Abb. 41) besonders gefordert, weitere Kosten einzusparen. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und des zunehmenden Online-Bankings wird es auch zu einer weiteren Reduzierung des Filialnetzes kommen.

Ein Anliegen der EU-Kommission ist es, Privathaushalte zu sensibilisieren, ihr Geldvermögen für die Altersvorsorge am Kapitalmarkt anzulegen. Eine erhöhte Kapitalmarktbeteiligung der privaten Haushalte wird sich positiv auf das Provisionsergebnis der Banken und langfristig auch positiv auf die reale Gesamtrendite der deutschen Haushalte auswirken (siehe Kapitel 5.1.2. S. 39-41). Der Anstieg des Geldvermögens und der niedrige Anteil von Aktien und Investmentfondsanteilen der privaten deutschen Haushalte (siehe Abb. 29 und 31) zeigen, dass dieser Geschäftsbereich noch viel Wachstumspotential enthält. Ob es den Kreditinstituten gelingen wird, ihr Provisionsergebnis so auszubauen, dass es den Rückgang des Zinsergebnisses kompensieren kann (siehe Kapitel 5.1.2.), ist schwer vorherzusagen. Nicht jede Bankengruppe nimmt aufgrund ihres Geschäftsmodells Provisionserträge ein (siehe Abb. 28). Durch das auf den Geld- und Kapitalmarkt ausgerichtete Geschäftsmodell werden in erster Linie die Großbanken verstärkt an einer Kapitalmarktunion partizipieren können (Deutsche Bundesbank 2015a: 59; Deutscher Gewerkschaftsbund 2017: 4). Auch die Abwicklung von Verbriefungen und Anleihen können zusätzliche Einnahmen generieren (NORD/LB 2015: 8).

Eine vermehrte Umwandlung von Einlagen in Anlageprodukten des Kapitalmarktes hätte einen geringfügigen Rückgang der Einlagenfinanzierung zur Konsequenz. Davon wären vor allem die über Einlagen finanzierten Banken (Sparkassen, Regionalbanken und Kreditgenossenschaften) betroffen (siehe Kapite 5.1.1.), was langfristig die Kredit zu Einlagen-Ratios erhöhen würde. Eine Ausweitung des Provisionsgeschäftes geht in der Regel mit einer höheren Volatilität der Erträge einher (Deutsche Bundesbank 2015a: 55). Durch die vermehrte Veranlagung am Kapitalmarkt wird der Beratungsbedarf der Privatkunden bei den Banken ansteigen. Damit Privatanleger überhaupt in Finanzprodukte investieren, müssen diese vorerst beraten und überzeugt werden. „Deutsche Privatanleger sind allerdings aufgrund ihrer Erfahrungen mit der „New Economy“ und der Zertifikatekonjunktur von 2002 bis 2007 zu Recht skeptisch in Bezug auf die Beratungsleistungen ihrer Banken.“ (Otte 2019: 160). Dieses verlorene Vertrauen der Privatanleger muss vorerst wieder zurückgewonnen werden (Otte 2019: 160), was in der Regel nur über ein kostenintensives Relationship-Banking mit hohen Provisionsabgaben möglich ist. Die Intermediärfunktion als Anlageberater bleibt bestehen und wird sogar noch in ihrer Bedeutung zunehmen. Ob dabei die provisionsbasierte oder provisionsfreie Anlageberatung oder eine Honorarberatung angewendet wird, ist eine Grundsatzfrage, die im Einklang mit dem Geschäftsmodell der Bank beantwortet werden muss. Für die Anlage- und Vermögensberatung sind höherqualifizierte Bankberater notwendig, die auch das Wissen über die Funktionsweise des Kapitalmarktes und des Finanzsystems beim Privatkunden stärken müssen. Für die Erstellung und den Vertrieb der Finanzprodukte, die Erfüllung der regulatorischen Anforderungen sowie die Digitalisierung von Bankdienstleistungen werden weitere höherqualifizierte Mitarbeiter gebraucht, sodass man davon ausgehen muss, dass die Personalaufwendungen nicht reduziert werden können und den Aufwand/Ertrags-Relation negativ beeinflussen werden (siehe S. 43-45).

6.2. Handlungsempfehlungen für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Bankensektors nach Umsetzung der CMU

In diesem Kapitel werden Handlungsempfehungen erarbeitet, die dem deutschen Bankensektor helfen sollen, nach Umsetzung der CMU weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Es handelt sich dabei um eine Auswahl von Empfehlungen der Unternehmensberatungen Ernst & Young, Bain & Company, Capgemini und Oliver Wyman, die unabhängig von der CMU für den Bankensektor erarbeitet wurden (Capgemini 2017; Sinn und Schmundt 2016; Sinn und Schmundt 2018; Ernst & Young und Universität St.Gallen 2012; Oliver Wyman 2018). Aufgrund unterschiedlicher Geschäftsmodelle ist nicht jede Handlungsempfehlung für jede Bankengruppe geeignet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 52: Handlungsempfehlungen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit nach Umsetzung der CMU.

Eigene Darstellung.

Die deutschen Banken zeigen im Vergleich zum Ausland eine geringere Rendite und schlechtere Kosteneffizienz auf, die auf zu hohe allgemeine Verwaltungsaufwendungen zurückzuführen sind. Da innerhalb einer CMU der Wettbewerb durch Nicht-Banken noch weiter zunehmen wird, werden umfassende Kostensenkungen bei deutschen Banken zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit unausweichlich sein. Die Kostensenkungen können durch Automatisierung, Digitalisierung, Outsourcing, Konsolidierung und Fokussierung bzw. Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle erreicht werden. „Nach Einschätzung von Bain ist eine strukturelle Kostensenkung um 30 Prozent beziehungsweise 25 Milliarden Euro über die nächsten zehn Jahre hinweg möglich, aber auch erforderlich.“ (Sinn und Schmundt 2016: 26). Das entspricht dem Abbau von weiteren 115000 Arbeitsplätzen und der Schließung weiterer 10000 Filialen (Sinn und Schmundt 2016: 26). Nach Fortschreitung des aktuellen Trends wird sich die Anzahl der Kreditinstitute in Deutschland bis zum Jahr 2025 auf 1200 reduzieren. Fusionen bringen laut Sinn und Schmundt (2018: 24) durch die zusätzlichen Kosten der Fusion keine schnellen Kosteneinsparungen. Für die regionalen Sparkassen und Kreditgenossenschaften ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Anzahl an Filialen und der kurzen Distanz zum Kunden von großer Bedeutung, da Kundennähe auch weiterhin eines der wichtigsten Differenzierungsmerkmale von Banken im Wettbewerb bleiben wird (Lünendonk 2012: 13). Für die regionalen Kreditinstitute gilt es diese Wettbewerbsvorteile im Kreditgeschäft und im Provisionsgeschäft durch übermäßige Konsolidierung nicht zu verlieren. Auf eine ausgewogene Anzahl an Filialen hat auch Angela Merkel in ihrer Rede zum 26. Deutschen Sparkassentag durch folgenden Satz indirekt hingewiesen: „Deshalb dürfen Sie sich nicht verschließen, und Sie dürfen auch nicht zu viele Filialen schließen.“ (Merkel 2019). Da die CMU die Vermögensvermehrung der Privatkunden am Kapitalmarkt forciert, wird die Anlageberatung in den Filialen zunehmen und regionale Institute können durch Kompetenzerweiterung in diesem Bereich davon profitieren.

- Digitalisierung voranschreiten lassen

Digitalisierung und Automatisierung sind Schlüsselelemente, um das Retail-Banking auch weiterhin profitabel zu halten, da dadurch Einsparpotenziale im Milliardenbereich ermöglicht werden, nachdem hohe Investitionen getätigt worden sind (Sinn und Schmundt 2016: 26). Für eine erfolgreiche Digitalisierung ist Business Reengineering (Def. siehe Glossar) notwendig, damit bestehende Prozesse angepasst, digitalisiert und automatisiert werden. Um dem veränderten Kundenverhalten gerecht zu werden und sich gegen den Wettbewerb im Zahlungsverkehr wie auch im Kreditgeschäft behaupten zu können (Ernst & Young und Universität St. Gallen 2012: 40), müssen Banken Kooperationen bzw. Partnerschaften mit FinTech- oder Technologieunternehmen eingehen. Der technologische Wettbewerb wird sonst kaum von allen Instituten erfolgreich bestritten werden können (Ernst & Young und Universität St. Gallen 2012: 47). Eine Reihe von deutschen Banken sind schon Kooperationen mit FinTechs eingegangen (Oliver Wyman 2018: 12). Die Digitalisierung und die Kooperation mit FinTechs werden den EU-weiten Vertrieb von Finanzprodukten erleichtern oder überhaupt erst möglich machen. Um jüngere Kunden zu erreichen, hält der Bundesobmann der Sparkassen, Walter Strohmaier, die Gründung einer eigenen Onlinebank trotz Widerspruch zum Regionalprinzip der Sparkassen für notwendig (Atzler 2019). Von einer kompletten Abschaffung der Bargeldversorgung zur Kosteneinsparung ist eher abzuraten, da 88% der Retail-Kunden weiterhin Bargeld behalten möchten, auch wenn die Bedeutung des Bargeldes laut Aussage der Studie abnehmen wird (Deutsche Bundesbank 2018g: 9).

- Digitale bzw. hybride Vermögensverwaltung

Durch die Förderung der Veranlagung von Privatkundenvermögen am Kapitalmarkt wird die digitale Vermögensverwaltung an Bedeutung zunehmen. Nicht alle Bankdienstleistungen können jedoch in „digitaler Form“ angeboten werden (siehe Aussagen in Tab.6 im Anhang). Kunden und insbesondere High Net Worth Individuals wünschen sich deshalb vermehrt eine hybride Vermögensverwaltung, d.h. eine digitale Vermögensverwaltung, wo bei Bedarf ein Berater hinzugeholt wird (Capgemini 2017: 3; Bocks 2017). Die hybride Vermögensverwaltung stellt somit einen Kompromiss dar zwischen persönlicher Beratung vor Ort und flexiblem, ortsungebundenem Online-Banking.

- Ausbau des Provisions- und Beratungsgeschäftes

Die Komplexität der Finanzmärkte lässt viele Sparer davon zurückschrecken, privat vorzusorgen (Frieden et al. 2016: 202). Deshalb werden Banken als Intermediär - u.a. durch die Anlageberatung - weiterhin eine wichtige Rolle spielen (siehe Kapitel 5.2.). Bevor die deutschen Banken allerdings vom großen Wachstumspotenzial im Asset Management profitieren können, muss verlorengegangenes Vertrauen der deutschen Privatkunden in die Banken wieder zurückgewonnen werden. Von den Banken organisierte (Online-)Seminare oder Informationsveranstaltungen können die finanzielle Allgemeinbildung von potentiellen Kunden oder sonstigen Stakeholdern stärken, das Image des Kreditinstitutes und das Vertrauen verbessern und das Relationship-Banking durch Leistungen bereichern, die einen zusätzlichen Mehrwert für die Kunden generieren. Jede Bank muss anhand des eigenen Geschäftsmodells klären, wann die provisionsbasierte Beratung oder die Honorarberatung geeigneter erscheint. Im Zuge eines Business Reengineering muss festgelegt werden, welche Beratungsdienstleistungen zentralisiert und in digitaler Form angeboten und welche weiterhin vor Ort geleistet werden. Die deutschen Banken (insbesondere die Universalbanken) haben sich auf vielen Gebieten des Finanz- und Bankenwesens Kompetenzen angeeignet, die es ermöglichen, ihre Beratungsdienstleistungen weiter auszubauen und diese sogar an externe Unternehmen zu verkaufen. Eine Beratungsabteilung oder ein ausgegliedertes Unternehmen für externe Beratungsdienstleistungen würde von der fortschreitenden Modularisierung von Finanzdienstleistungen profitieren und könnte zu einer weiteren Diversifizierung der Erträge beitragen. Z.B. könnte laut Bundesministerium für Finanzen (2015) die Kernkompetenz der Banken - Kreditinformationen zu generieren - zu einem Geschäftsmodell weiterentwickelt werden, indem die Kreditinformationen an andere Finanzakteure verkauft werden, um somit zusätzliche Provisioneinnahmen zu generieren. Mit der Weiterentwicklung zur Allfinanzberatung kann das Provisionsergebnis durch zusätzliche Provisionseinnahmen im Bereich Immobilien oder Versicherungen gesteigert werden.

- Durchführung von Business Reengineering

Die deutschen Banken, insbesondere die Großbanken, müssen Kosteneinsparungen vornehmen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Die Kostensenkungsprogramme müssen so ausgelegt werden, dass sie die Differenzierungsmerkmale und damit die Existenz der Banken nicht gefährden. Ziel des Business Reengineering-Ansatzes ist es, die organisatorische Komplexität und durch Festlegung von Kernkompetenzen die Wertschöpfungstiefe zu reduzieren (Sinn und Schmundt 2016: 26f.). Im Zuge der Modularisierung von Finanzdienstleistungen und der fortschreitenden Digitalisierung von (Support-)Prozessen wird das Kreditinstitut „Make, Buy or Partnering“ Entscheidungen treffen und auch Outsourcing von Produktionsstufen durchführen müssen (Sinn und Schmundt 2016: 30; Sinn und Schmundt 2016: 34). Ein Beispiel für eine Art Outsourcing des Vertriebs und der Vermittlung stellt das sogenannte White-Labeling bei Kreditkarten dar (Ernst & Young und Universität St. Gallen 2012: 43): Die kartenausgebende Bank stellt nur noch die notwendigen Bankdienstleistungen zur Verfügung und Unternehmen wie Amazon, ADAC, Lufthansa,… vertreiben die Kreditkarte unter eigener Marke und können durch Cross-Selling interessante Pakete für ihre Kunden schnüren.

Auch Geschäftsmodellanpassungen können bei Business Reengineering nicht ausgeschlossen werden: Oliver Wyman (2018: 19) und Ernst & Young und Universität St. Gallen (2012: 40f.) gehen davon aus, dass sich die Banken im Zuge einer Geschäftsmodellanpassung in sogenannte „Orchestrator-“ bzw. „Advisor-„ Banken, die die Mittlerfunktion übernehmen und somit die Schnittstelle zum Kunden kontrollieren und in sogenannte „Zulieferer-“ bzw. „Provider-“ Banken zur Produktion von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten (Stichwort: White-Labeling) entwickeln müssen. Der Aufbau von Abteilungen oder Unternehmen für externe Beratungsdienstleistungen im Finanzbereich würde ebenfalls einer Erweiterung des Geschäftsmodells entsprechen.

- Mehrkanalvertrieb

Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden, können verschiedene Vertriebskanäle ausgenutzt werden. Dabei dürfen sich die Produkte durch ihren Vertriebsweg im Preis unterscheiden: Z.B. sollen im Internet eingekaufte Finanzprodukte günstiger sein als die Finanzprodukte, die in der Filiale erworben worden wurden.

- Cross-Selling

Retail-Banken können Partnerschaften mit branchenfremden Unternehmen eingehen, um so ihre Präsenz am PoS auszubauen (z.B. Paketdienste, Einzelhändler,…) und Kosten für Dienstleistungen (z.B. Geldautomaten) oder Filialen einzusparen (Sinn und Schmundt 2016: 32).

- Allfinanz-Konzepte

Beim Allfinanz-Konzept handelt es sich um ein umfassendes integriertes Finanzdienstleistungsangebot (z.B. Betriebswirtschaftliche Beratung von Gründern, Angebot von Versicherungen, Vermittlung von Leasingverträgen, Vermittlung von Immobilien und fertigen Immobilienkrediten,…), das dem Kunden einen Mehrwert anbietet. Die deutschen Universalbanken sind im Allgemeinen in der Lage, ein solches Konzept anzubieten.

- Expansion des Kreditvolumens und Refinanzierung am Finanzmarkt

Um den Rückgang des Zinsergebnisses zu stabilisieren, muss die in den letzten fünf Jahren stattgefundene Expansion des Kreditvolumens weiter fortgesetzt werden. Vor allem die Großbanken müssen mehr Kredite vergeben, um dem starken Rückgang ihres Zinsüberschusses entgegenzuwirken. Denkbar ist die Spezialisierung auf KMU-Kredite, da KMU, wie in Kapitel 5.2. beschrieben, Bankkredite auch weiterhin als Hauptfinanzierungsquelle nutzen werden.

Die Verwendung von STS-Verbriefungen wird empfohlen um Bankbilanzen zu entlasten und Freiraum für weitere Kredite zu schaffen. Eine weitere Möglichkeit um das Kreditvolumen zu erhöhen, ist eine EU-weite Kreditvergabe, die aber zum jeweiligen Bankengeschäftsmodell passen muss. Die Risiken, die durch eine mögliche Lockerung der Kreditvergabebedingungen entstehen, müssen jedoch beobachtet werden. Neben Verbriefungen bilden auch Schuldverschreibungen (gedeckte Schuldverschreibungen oder gedeckte Anleihen), Pfandbriefe, European Secured Notes (z.B. KMU ESN) Refinanzierungsmöglichkeiten für Banken. Aktuell trägt die Emission von Schuldverschreibungen (auch gedeckte Schuldverschreibungen), wie in Kapitel 5.1.1. auf S. 31 beschrieben, nur durchschnittlich 20% zur Finanzierung (kurzfristiger und langfristiger Art) bei.

7. Schlussfolgerung

Nach einer allgemeinen Übersicht über die bisherige und zukünftige Entwicklung der CMU wurden die Argumente der EU-Kommission und die abgegebenen Stellungnahmen aus den öffentlichen Konsultationen in dieser Masterarbeit anhand weiterer wissenschaftlicher Literatur kritisch analysiert. Keines der gefundenen Argumente für oder wider die CMU oder der geplanten Maßnahmen der CMU konnte eindeutig widerlegt werden. Allerdings konnten Befürchtungen über eine verschärfte Bankenregulierung entkräftet werden.

Aus den Ergebnissen dieser Analyse konnten die strukturellen Auswirkungen der CMU auf den deutschen Bankensektor abgeleitet werden. Um nach Umsetzung der CMU auch weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, konnten eine Reihe von Handlungsempfehlungen erarbeitet werden.

Die CMU ist ein sich noch im Stadium der Entstehung befindendes Projekt. Ob das Ziel der EU-Kommission, die Bankenabhängigkeit innerhalb Europas zu reduzieren, erreicht wird und ob das Finanzsystem dadurch in Krisenzeiten stabiler ist, muss die Zukunft erst zeigen. In der wissenschaftlichen Literatur kann grundsätzlich kein Nachweis für die Überlegenheit der bankbasierten oder kapitalmarktbasierten Finanzierung gefunden werden, da jedes System theoretisch Vor- und Nachteile aufweist (Neuberger 1999: 19). Der Aussage der Europäischen Kommission (2015b: 24), dass die Bank- und Kapitalmarktfinanzierung nicht miteinander konkurrieren, sondern sich gegenseitig ergänzen, kann zugestimmt werden.

Die Umsetzung der CMU wird zu keinen grundlegend neuen Herausforderungen für den deutschen Bankensektor führen. Einige Maßnahmen der CMU werden die Digitalisierung, die bankenunabhängige Finanzierung sowie Veränderungen im Kundenverhalten fördern und den Wettbewerb verstärken. Es konnten keine Hinweise gefunden werden, dass die CMU zu einer verstärkten Disintermediation im Finanzsystem führen wird oder dass eine der drei Säulen im deutschen Bankensystem durch Maßnahmen der CMU besonders betroffen wäre.

Ausgerechnet die Genossenschaftsbanken und Sparkassen, die in den Stellungnahmen oftmals eine kritische Haltung gegenüber der CMU einnahmen, könnten von einigen Maßnahmen der CMU proftieren. Die Emission von Verbriefungen soll es Banken ermöglichen, mehr Kredite an Unternehmen zu vergeben. Da sich KMU hauptsächlich über Bankkredite finanzieren, können die Sparkassen und Kreditgenossenschaften ihre Marktführerschaft somit noch weiter ausbauen. Die Verbriefungen ermöglichen es diesen oftmals regional fokussierten Banken, ihre Kreditrisiken besser zu diversifizieren. Die vermehrte Veranlagung von Privatvermögen am Kapitalmarkt erfordert ein vertrauensbasiertes Relationship-Banking, welches durch ortsnahe Sparkassen und Kreditgenossenschaften bereitgestellt werden kann. Kundennähe wird auch innerhalb einer CMU ein wichtiges Differenzierungsmerkmal bleiben, sodass Regionalbanken Vorteile bei der Umsetzung der hybriden Vermögensverwaltung aufweisen.

Die Marktführerschaft im Kreditgeschäft, die höhere Kosteneffizienz, Zinsmarge und Eigenkapitalrentabilität und das aussichtsreichere Einsparpotenzial durch Konsolidierung und Digitalisierung versetzt die Kreditgenossenschaften und Sparkassen in eine bessere Ausgangslage, um weiteren Herausforderungen wie dem grenzüberschreitenden Wettbewerb oder dem Wettbewerb durch Nicht-Banken erfolgreich zu begegnen.

Literaturverzeichnis

Allard, Julien und Rodolphe Blavy (2011) Market Phoenixes and Banking Ducks. Are Recoveries Faster in Market-Based Economies?, in: IMF Working Paper WP/11/213, [online] http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.893.4840&rep=rep1&type=pdf [06.07.2019].

Allard, Céline, Petya Koeva Brooks, John C Bluedorn, Fabian Bornhorst, Katharine Christopherson, Franziska Ohnsorge, Tigran Poghosyan, and IMF Staff Team (2013): ‘Toward a Fiscal Union for the Euro Area’, in: International Monetary Fund Staff Discussion Notes DN/13/09, September.

Allen, Franklin und Douglas Gale (1995): A Welfare Comparison of Intermediaries and Financial Markets in Germany and the US, in: European Economic Review, 39, S. 179-209.

Allen, Franklin und Douglas Gale (1997): Financial Markets, Intermediaries and Intertemporal Smoothing, in: Journal of Political Economy, Vol. 105, No. 31.

Allen, Franklin und Douglas Gale (2001): Comparing financial systems, Cambridge, Mass.: MIT Press.

Allen, Franklin (2004): The efficiency and stability of banks and markets, conference on “Efficiency and Stability in an Evolving Financial System” organized by the National Bank of Belgium, to be held on May 17-18, 2004, [online] http://finance.wharton.upenn.edu/~allenf/download/Vita/BankofBelgiumEfficiency%20and%20Stability%20of%20Banks%20and%20Markets.pdf [01.05.2017].

Alessandrini, Pietro, Michele Fratianni und Alberto Zazzaro (2009): The Changing Geography of Banking and Finance: The Main Issues, in: Alessandrini, Pietro, Michele Fratianni und Alberto Zazzaro (2009) (Hrsg.): The Changing Geography of Banking and Finance, Springer Verlag.

Anand, Kartik (2016): Gedeckte Schuldverschreibungen – sichere Anlagen mit Nebenwirkungen?, in: Research Brief, 6. Ausg., Frankfurt am Main: Deutsche Bundesbank, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/729460/6bace64374abbc496a049260956ac9ce/mL/2016-06-research-brief-data.pdf [07.07.2019].

Andreasch, Michael (2017): Households and their financial behaviour, in: Van de Ven, Peter und Daniele Fano (2017) (Hrsg.): Understanding Financial Accounts, OECD, S. 139 – 176, [online] https://www.oecd.org/publications/understanding-financial-accounts-9789264281288-en.htm [06.07.2019].

Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (2015): aba-Stellungnahme zum Grünbuch der EU-Kommission "Schaffung einer Kapitalmarktunion", [online] https://www.aba-online.de/docs/attachments/25a161b4-9ae9-4b1b-a436-306eec76e10a/aba-Stellungnahme.pdf [01.08.2017].

Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (2017): Jahresbericht 2016/2017, [online] https://www.agvbanken.de/AGVBanken/Publikationen/_Jahresberichte/Jahresbericht_AGV-Banken_2016-2017.pdf [27.11.2019].

Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (2019): Beschäftigte im Kreditgewerbe aufgeschlüsselt nach Bankengruppen, [online] https://www.agvbanken.de/AGVBanken/Statistik/2019_Statistik_Beschaeftigte.pdf [23.11.2019].

Arcand, Jean-Louis, Enrico Berkes und Ugo Panizza (2012): Too much finance?, in: IMF Working Paper No. 12/161, [online] https://www.imf.org/external/pubs/ft/wp/2012/wp12161.pdf [27.11.2019].

Atzler, Elisabeth (2019): Sparkassen erwägen Gründung eigener Onlinebank – doch der Plan hat Tücken, in: Handelsblatt 23.04.2019, [online] https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/privatkundengeschaeft-sparkassen-erwaegen-gruendung-eigener-onlinebank-doch-der-plan-hat-tuecken/24234970.html [27.11.2019].

BaFin (2016): Schuldverschreibung auf einen Blick, [online] https://www.bafin.de/DE/Verbraucher/Finanzwissen/WA/Schuldverschreibungen/Schuldverschreibung_artikel.html [06.07.2019].

BaFin (2017): Verbriefungen: Neues europäisches Rahmenwerk und geänderte Anforderungen nach der Eigenmittelverordnung, [online] https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Fachartikel/2017/fa_bj_1711_Verbriefung.html [06.07.2019].

Battiston, Stefano, Domenico Delli Gatti, Mauro Gallegati, Bruce C. Greenwald und Joseph E. Stiglitz (2009): Liaisons Dangereuses: Increasing Connectivity, Risk Sharing, and Systemic Risk, in: NBER Working Paper No. 15611.

BDI und DIHK (2017): Stellungnahme zum Konsultationsdokument der Europäischen Kommission „Capital Market Union Mid-Term Review 2017“, Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) e.V. und Deutscher Industrie- und Handelskammertag DIHK e.V., [online] https://bdi.eu/media/themenfelder/konjunktur_und_finanzmaerkte/downloads/20170317_Stellungnahme_BDI_DIHK_Kapitalmarktunion.pdf [01.08.2017].

Behr, Patrick und Reinhard Schmidt (2015): The German Banking System, in: Beck, Thorsten und Barbara Casu (2016) (Hrsg.): The Palgrave Handbook of European Banking, London: Palgrave Macmillan, S. 541-566.

Bijlsma, Michiel und Gijsbert TJ Zwart (2013): ‘The Changing Landscape of Financial Markets in Europe, the United States and Japan’, in: Bruegel Working Paper 2013/02, [online] http://bruegel.org/wp-content/uploads/imported/publications/WP_2013_02_01.pdf [06.07.2019].

Bocks, Barbara (2017): Reiche Anleger sind an hybriden Beratungsangeboten interessiert, Onlineartikel Springer Professional, Wiesbaden: Springer Fachmedien, [online] https://www.springerprofessional.de/wealth-management/bankvertrieb/reiche-anleger-sind-an-hybriden-beratungsangebote-interessiert/15107676 [01.12.2019].

Boot, Arnoud W.A. (2000): Relationship Banking: What Do We know?, in: Journal of Financial intermediation 9, S. 7-25.

Bone, John, John Suckling, John Hey (2004): A simple risk-sharing experiment, in: Journal of Risk and Uncertainty, 28, S. 23-38.

Bosomworth, Andrew (2015): From Capital Markets Confederation to Capital Markets Union, in: Dombret, Andreas und Patrick S. Kenadjian (Hrsg.) (2015): The European Capital Markest Union. A Viable Concept and a Real Goal? Institute for Law and Finance Series, Vol 17, S. 59-61, Berlin/Boston: Walter de Gruyter Verlag.

Brämer, Patrick, Horst Gischer und Toni Richter (2010): Das deutsche Bankensystem im Umfeld der internationalen Finanzkrise, in: List Forum für Wirtschafts- und Finanzpolitik, Band 36, Heft 4, S. 318-334.

Brüggemeier, Alexander F.P. (2018): Harmonisierungskonzepte im europäischen Kapitalmarktrecht, Tübingen: Mohr Siebeck Verlag.

Buch, Claudia (2017): Rede bei der Vorstellung des Finanzstabilitätsberichts 2017 der deutschen Bundesbank, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/665588/7240d566da89937bf0cd63b771a4993a/mL/2017-11-29-buch-download.pdf [01.12.2018].

Bundesministerium der Finanzen (2015): Response on the Green Paper of the European Commission on a Capital Markets Union, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/publication/capital-markets-union-2015 [01.08.2017].

Bundesverband der deutschen Industrie (2015a): Stellungnahme des Bundesverbands der deutschen Industrie zum Grünbuch zur Kapitalmarktunion, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/files/e3aac1ef-3b45-4235-84a5-53b39cb20946/0cb66dce-f211-4c02-93cb-4e2bb882a623 [01.12.2019].

Bundesverband der deutschen Industrie (2015b): Stellungnahme des Bundesverbandes der deutschen Industrie zum Grünbuch über Finanzdienstleistungen für Privatkunden im Rahmen eines Konsultationsverfahrens der Europäischen Kommission, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/publication/retail-financial-services-2015 [01.12.2019].

Bundesverband der Wertpapierfirmen (2015): Public consultation on building a Capital Markets Union, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/files/a5a44d6a-a538-4a46-94aa-7994ef30f067 [01.08.2017].

Bundesverband deutscher Banken e.V. (2015): Stellungnahme zur Konsultation über die Schaffung einer Kapitalmarktunion, [online] https://bankenverband.de/media/files/150513_DK_Stellungnahme_CMUde.pdf [01.08.2017].

Bundesverband deutscher Banken e.V. (2018): Kreditnachfrage und Finanzierungsbedingungen im 3. Quartal 2018, [online] https://bankenverband.de/blog/kreditnachfrage-finanzierungsbedingungen-3-quartal-2018/ [01.05.2019].

Bundesverband deutscher Banken e.V. und GfK (2018): Online-Banking in Deutschland, [online] https://bankenverband.de/media/files/2018_06_19_Charts_OLB-final.pdf [01.05.2019].

Bundesverband deutscher Banken e.V. (2019a): Kreditgeschäft, [online] https://bankenverband.de/statistik/banken-deutschland/kreditgeschaeft/ [01.05.2019].

Bundesverband deutscher Banken e.V. (2019b): Finanzierungsbedingungen, [online] https://bankenverband.de/statistik/banken-deutschland/finanzierungsbedingungen/#chart-114 [20.11.2019].

Bundesverband der Verbraucherzentralen (2015): Keine Kapitalmarktunion ohne Verbraucherschutz. Stellungnahme des vzbv zur Konsultation der Europäischen Kommission zur Kapitalmarktunion, [online] http://www.vzbv.de/sites/default/files/downloads/Kapitalmarktunion-Stellungnahme-vzbv-zur-Konsultation-EU_Kommission-2015_05_12.pdf [01.08.2017]

Bundesverband Investment und Asset Management (2015): BVI´s response to the EU Green Paper „Building a Capital Markets Union“, [online] https://www.bvi.de/fileadmin/user_upload/Regulierung/Positionen/Kapitalmarktunion/2015_05_13_BVIs_response_to_the_EU_Green_paper_Capital_Markets_Union.pdf [01.08.2017]

Bündnis 90/Die Grünen (2015): Response to the European Commission Green Paper on a Capital Markets Union, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/files/a121752c-90cc-4423-a56a-3ed24fd61535 [01.08.2017]

Büschgen, Hans-E. (1998): Universalbankensystem versus Trennbankensystem, in: Naßmacher K.H. et al. (Hrsg.): Banken in Deutschland, Wiesbaden: Springer Verlag.

BVR & DZ Bank AG (2016): Mittelstand im Mittelpunkt – Ausgabe Herbst 2016, [online] https://www.dzbank.de/content/dam/dzbank_de/de/library/presselibrary/pdf_dokumente/Mittelstand_Herbst_2016.pdf [06.07.2019].

Capgemini (2017): World Wealth Report 2017, [online] https://www.capgemini.com/wp-content/uploads/2017/09/worldwealthreport_2017_final.pdf [06.07.2019].

Cecchetti, Stephen G. und Enisse Kharroubi (2012): Reassessing the impact of finance on growth, in: BIS Working Papers 381, Bank for International Settlements.

Choulet, Céline (2016): German Sparkassen: a model to follow?, in: Eco Conjoncture, BNP Paribas, [online] https://economic-research.bnpparibas.com/Views/DisplayPublication.aspx?type=document&IdPdf=28761 [06.07.2019].

Coeuré, Benoit (2015): Capital Markets Union in Europe: an ambitious but essential objective, in: Dombret, Andreas und Patrick S. Kenadjian (Hrsg.) (2015): The European Capital Markest Union. A Viable Concept and a Real Goal? Institute for Law and Finance Series, Vol 17, Berlin/Boston: Walter de Gruyter Verlag.

Cournède, Boris und Oliver Denk (2015): Finance and economic growth in OECD and G20 countries. Economics, in: OECD Economics Department Working Paper, No. 1223, Paris: OECD Publishing.

Cruccolini, Robert (2015): Das Grünbuch „Schaffung einer Kapitalmarktunion“ der Europäischen Kommission, in: Betriebliche Altersvorsorgung, 3/2015, S. 230-236, [online] http://portal.versorgungskammer.de/portal/pls/portal/!PORTAL.wwpob_page.show?_docname=6784991.PDF [01.08.2017].

Culp, Christopher L. (2004): Risk Transfer: Derivatives in Theory and Practice, Hoboken New Jersey: Wiley & Sons

Demary, Markus, Matthias Diermeier und Heide Haas (2015): A Capital Markets Union for Europe: The Relevance of Banks and Markets, in: IW policy paper, 18/2015, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft.

Demirguc-Kunt Asli, Erik Feyen und Ross Levine (2011): The evolving importance of banks and securities markets, in: World Bank Policy Research Working Paper WPS5805, [online] http://siteresources.worldbank.org/EXTFINANCIALSECTOR/Resources/Banks_and_SecuritiesWP5805.pdf [01.12.2019].

Demertzis, Maria, Silvia Merler und Guntram B. Wolff (2017): Capital Markets Union and the Fintech Opportunity, in: Bruegel Policy Contribution Issue n°22 September 2017, [online] http://bruegel.org/wp-content/uploads/2017/09/PC-22-2017.pdf [01.12.2019].

Deutsches Aktieninstitut (2017): Capital Markets Union Mid Term Review: Don´t forget the needs of the companies using capital markets, [online] https://www.dai.de/files/dai_usercontent/dokumente/positionspapiere/2017-03-17%20DAI%20Position%20CMU%20Mid-Term%20Review%20FINAL.pdf [01.08.2017].

Deutsche Bank (2015): Capital Markets Union Green Paper Response, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/files/f940d31f-2567-44cf-9a8e-1f365dd2ebbb [01.08.2017].

Deutsche Bank Research (2016): Kapitalmarktunion. Ambitioniertes Ziel, aber kaum schnelle Erfolge, [online] https://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000386734/Kapitalmarktunion%3A_Ambitioniertes_Ziel%2C_aber_kaum_.PDF [01.08.2017].

Deutsche Bank Research (2018): Kreditboom setzt sich in Q2 2018 fort, aber Bremsspuren bei der deutschen Konjunktur, [online] https://www.dbresearch.de/PROD/RPS_DE-PROD/PROD0000000000478432/Kreditboom_setzt_sich_in_Q2_2018_fort%2C_aber_Bremss.PDF [06.07.2019].

Deutsche Bank Research (2019): How to fix European banking … and why it matters, [online] https://www.dbresearch.com/PROD/RPS_EN-PROD/PROD0000000000488973/How_to_fix_European_banking%E2%80%A6_and_why_it_matters.pdf [19.11.2019].

Deutsche Börse Group (2015): Deutsche Börse Group’s Response to European Commission’s Public Consultation: “Building a Capital Markets Union”, [online] http://deutsche-boerse.com/blob/2534442/adf7f14a86304581a339c9b36df16c31/data/gps-capital-markets-union-may2015_de.pdf [01.08.2017].

Deutsche Börse Group (2017): The Final Response of Deutsche Börse Group to the European Commission Consultation on the Capital Markets Union Mid-term review 2017, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/files/028e1bce-c7a2-4e95-a6f5-fabbf61cab4a [01.08.2017].

Deutsche Bundesbank (2011): Monatsbericht September 2011, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/693120/38dee6dc5513b466e65818afdd0d0b82/mL/2011-09-monatsbericht-data.pdf [07.07.2019].

Deutsche Bundesbank (2014): Monatsbericht März 2014, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/663920/58944306f218c580efc4769dbbf74ff4/mL/2014-03-monatsbericht-data.pdf [07.07.2019].

Deutsche Bundesbank (2015a): Strukturelle Entwicklungen im deutschen Bankensektor, in: Monatsbericht, April 2015, S. 33-59, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/664402/f9e85b7b1b8885421260cd42bbc37853/mL/2015-04-monatsbericht-data.pdf [01.01.2019].

Deutsche Bundesbank (2015b): Geld und Geldpolitik, Stand: Frühjahr 2015, Frankfurt am Main: Deutsche Bundesbank

Deutsche Bundesbank (2015c): Monatsbericht September 2015, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/664596/e4190cc26fa7297b3e4bc0a6733546a4/mL/2015-09-entwicklung-buchkredite-data.pdf [01.08.2017].

Deutsche Bundesbank (2017a): Geschäftsbericht 2017, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/670174/4359c845fa349eeb634fa013cca58715/mL/2017-geschaeftsbericht-data.pdf [06.07.2019].

Deutsche Bundesbank (2017b): Ergebnisse der Niedrigzinsumfrage 2017, Pressekonferenz am 30. August 2017, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/670082/359eff75a5239529f81ed9da13ff8eb2/mL/2017-08-30-pressegespraech-praesentation-data.pdf [01.01.2019].

Deutsche Bundesbank (2017c): Monatsbericht September 2017, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/665470/02abccf09b7ebf3c9635b89405ead7e7/mL/2017-09-monatsbericht-data.pdf [01.12.2019].

Deutsche Bundesbank (2017d): Monatsbericht Dezember 2017, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/665596/1c04844fbb808405b11309bae5d4d7b7/mL/2017-12-monatsbericht-data.pdf [01.12.2019].

Deutsche Bundesbank (2018a): Bankstellenbericht 2017. Entwicklung des Bankstellennetzes im Jahr 2017, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/764704/9b2f579009aeac3b2a490050d3520049/mL/bankstellenbericht-2017-data.pdf [06.07.2019].

Deutsche Bundesbank (2018b): Die Ertragslage der deutschen Kreditinstitute im Jahr 2017, in: Monatsbericht, September 2018, S. 31-67, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/759806/73b1edc6d411dd1db2c079d26fb9c249/mL/2018-09-ertragslage-data.pdf [06.07.2019].

Deutsche Bundesbank (2018c): Bankenstatistik, Juli 2019, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/802072/3b4d2f113f9da9404d59fe53b8038bd4/mL/2019-07-bankenstatistik-data.pdf [19.11.2019] .

Deutsche Bundesbank (2018d): Monatsbericht November 2018, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/767332/d832c19855d02060ff290b1b24b33088/mL/2018-11-monatsbericht-data.pdf [07.07.2019].

Deutsche Bundesbank (2018e): Die Ertragslage der deutschen Kreditinstitute, September 2018, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/650248/17dced5f667a71779d2ef33a3ea37cbd/mL/guv-tab1-data.pdf [06.07.2019].

Deutsche Bundesbank (2018f): Finanzstabilitätsbericht 2018, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/766402/ae2c3a9afbc12eac760a9c48d119af44/mL/2018-finanzstabilitaetsbericht-data.pdf [30.11.2019].

Deutsche Bundesbank (2018g): Zahlungsverhalten in Deutschland 2017, Vierte Studie über die Verwendung von Bargeld und unbaren Zahlungsinstrumenten, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/634056/8e22ddcd69de76ff40078b31119704db/mL/zahlungsverhalten-in-deutschland-2017-data.pdf [01.12.2019].

Deutsche Bundesbank (2018h): Monatsbericht August 2018, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/755592/49306ae949b53348e89fd68bfc8fe316/mL/2018-08-geldpolitik-und-bankgeschaeft-data.pdf [06.07.2019].

Deutsche Bundesbank (2019a): Die Ertragslage der deutschen Kreditinstitute, Februar 2019, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/650356/6a5e3fbfc9c2a712aeb119083f1e9033/mL/guv-tab8-data.pdf [06.07.2019].

Deutsche Bundesbank (2019b): Glossar, [online] https://www.bundesbank.de/de/startseite/glossar [06.07.2019].

Deutsche Bundesbank (2019c): Geldvermögen und Verschuldung der privaten Haushalte, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/767248/04460b3182a518b347ed96fc9d12e0d2/mL/14-verschuldung-data.pdf [07.07.2019].

Deutsche Bundesbank (2019d): Bankstellenbericht 2018. Entwicklung des Bankstellennetzes im Jahr 2018, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/802016/391887c18ebd8b1bdafcd1523ce8518d/mL/bankstellenbericht-2018-data.pdf [06.07.2019].

Deutsche Bundesbank (2019e): Die Ertragslage der deutschen Kreditinstitute im Jahr 2018, in: Monatsbericht September 2019, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/807704/1fe28ba7a5338c8d45b4068acadaf988/mL/2019-09-ertragslage-data.pdf [10.11.2019].

Deutsche Bundesbank (2019f): Buchkredite an den inländischen nichtfinanziellen Privatsektor, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/767242/c019ba3a4497a7832c1d1bdc24be0da1/mL/12-buchkredite-data.pdf [19.11.2019].

Deutsche Bundesbank (2019g): Monatsbericht November 2019, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/814996/868265a68152a16cbc1cd62237e30656/mL/2019-11-geldpolitik-data.pdf [19.11.2019].

Deutsche Bundesbank (2019h): Monatsbericht August 2019, [online] https://www.bundesbank.de/resource/blob/803752/cbf55d383dcbe416e14f5be4673d7f06/mL/2019-08-geldpolitik-data.pdf [23.11.2019].

Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (2015): Response to the Green Paper "Building a Capital Markets Union" (CMU), [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/files/d11dd8ff-dd9c-47b1-9914-d595e56620b7 [01.08.2017].

Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband (2015): Stellungnahme zum EU-Grünbuch "Schaffung einer Kapitalmarktunion" betreffend den Bereich der Rechnungslegung, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/files/7647d308-fe73-4ef3-91d3-3f23ca36a0e3 [01.08.2017].

Deutscher Gewerkschaftsbund (2017): Stellungnahme des Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Konsultation der EU-Kommission zur Halbzeitbewertung der Kapitalmarktunion, [online] http://www.dgb.de/++co++b34a504c-13b9-11e7-9047-525400e5a74a/Stellungnahme-des-DGB-zur-Konsultation-der-EU-Kommission-zur-Halbzeitbewertung-der-Kapitalmarktunion.pdf [01.08.2017].

Deutscher Industrie- und Handelskammertag (2015): DIHK Stellungnahme zum Grünbuch Kapitalmarktunion, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/files/bff47b17-266a-478e-b914-bb5a7c5b3f55 [01.08.2017].

Diamond, Douglas (1997): Liquidity, Banks and Markets, in: Journal of Political Economy, 105, S. 928-956.

Dombret, Andreas (2017a): Keine rosigen Zeiten für deutsche Kreditinstitute. Aktuelle Herausforderungen für den deutschen Bankensektor, in: Der Bank Blog, [online] https://www.der-bank-blog.de/herausforderungen-fuer-deutsche-kreditinstitute/strategie/26643/ [01.08.2017].

Dombret, Andreas (2017b): Ertragslage und Widerstandsfähigkeit des deutschen Bankensektors auf dem Prüfstand, in: ifo Schnelldienst, 23, Jg. 70, [online] https://www.cesifo-group.de/DocDL/sd-2017-23-dombret-niedrigzinsumfrage-2017-12-07.pdf [01.12.2019].

Dombret, Andreas (2017c): Wo steht der deutsche Bankensektor? Rede bei der Vorstellung des Finanzstabilitätsberichts 2017 der Deutschen Bundesbank 29.11.2017, [online] https://www.bundesbank.de/de/presse/reden/wo-steht-der-deutsche-bankensektor--665590 [01.12.2019].

Dombret, Andreas und Patrick S. Kenadjian (Hrsg.) (2015): The European Capital Markest Union. A Viable Concept and a Real Goal? Institute for Law and Finance Series, Vol 17, Berlin/Boston: Walter de Gruyter Verlag.

Dorfleitner, Gregor, Lars Hornuf, Matthias Schmitt und Martina Weber (2016): FinTech-Markt in Deutschland. Studie des Bundesfinanzministeriums, [online] https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Internationales_Finanzmarkt/2016-11-21-Gutachten-Langfassung.pdf?__blob=publicationFile&v=3 [06.07.2019].

Egeln, Jürgen und Sandra Gottschalk (2014): Finanzierung von jungen Unternehmen in Deutschland durch Privatinvestoren. Mannheim: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), [online] https://www.business-angels.de/wp-content/uploads/2013/10/ZEW_Business_Angel_April_2014_final.pdf [01.12.2019].

Elsner, Dirk (2018): Die Konkurrenz für den Bankkredit wird größer, [online] https://www.capital.de/wirtschaft-politik/die-konkurrenz-fuer-den-bankkredit-wird-groesser?article_onepage=true [06.07.2019].

Engelen, Ewald und Anna Glasmacher (2018): The waiting game: How securization became the solution for the growth problem of the Eurozone, in: Competition & Change, Vol. 22(2), S. 165-183.

Ernst & Young (2015): Capital Markets Union, The perspective of European growth companies, [online] http://www.ey.com/Publication/vwLUAssets/ey-capital-markets-union-the-perspective-of-european-growth-companies/$FILE/ey-capital-markets-union-the-perspective-of-european-growth-companies.pdf [01.08.2017].

Ernst & Young und Universität St.Gallen (2012): Retail Banking 2020, [online] https://www.eycom.ch/de/Publications/20121211-Retail-Banking-2020/download [06.07.2019].

European Banking Federation (2018): Banking in Europe: EBF Facts & Figures 2018, [online] https://www.ebf.eu/wp-content/uploads/2018/09/Banking-in-Europe-2018-EBF-Facts-and-Figures.pdf [06.07.2019].

European Central Bank (2014): Banking Structures Report, Oktober 2014, [online] https://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/other/bankingstructuresreport201410.en.pdf [06.07.2019].

European Central Bank (2019): Loan-to-deposit ratio, [online] https://sdw.ecb.europa.eu/reports.do?node=1000003329 [19.11.2019].

Europäische Kommission (2015a): Grünbuch zur Schaffung einer Kapitalmarktunion, [online] http://ec.europa.eu/finance/consultations/2015/capital-markets-union/docs/green-paper_de.pdf [01.08.2017].

Europäische Kommission (2015b): Commission Staff Working Document. Economic Analysis. Accompanying the document „Action Plan on Building a Capital Market Union“, [online] https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:52015SC0183&from=en [01.08.2017].

Europäische Kommission (2015c): Aktionsplan zur Schaffung einer Kapitalmarktunion, [online] https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52015DC0468&from=DE [01.08.2017].

Europäische Kommission (2015d): Grünbuch über Finanzdienstleistungen für Privatkunden, [online] http://ec.europa.eu/finance/consultations/2015/retail-financial-services/docs/green-paper_de.pdf [01.08.2017].

Europäische Kommission (2015e): Antworten zur öffentlichen Konsultation „Schaffung einer Kapitalmarktunion“, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/publication/capital-markets-union-2015?language=de [01.08.2017].

Europäische Kommission (2015f): Antworten zur öffentlichen Konsultation „Grünbuch über Finanzdienstleistungen für Privatkunden“, [online] http://ec.europa.eu/finance/consultations/2015/retail-financial-services/index_en.htm [01.12.2019].

Europäische Kommission (2017a): Fragen und Antworten zur Halbzeitbilanz des Aktionsplans zur Schaffung einer Kapitalmarktunion, [online] http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-17-1528_de.htm [06.07.2019].

Europäische Kommission (2017b): Halbzeitbilanz des Aktionsplans zur Schaffung einer Kapitalmarktunion, [online] https://ec.europa.eu/transparency/regdoc/rep/1/2017/DE/COM-2017-292-F1-DE-MAIN-PART-1.PDF [06.07.2019].

Europäische Kommission (2017c): Aktionsplan Finanzdienstleistungen für Verbraucher: bessere Produkte, mehr Auswahl, [online] https://eur-lex.europa.eu/resource.html?uri=cellar:055353bd-0fba-11e7-8a35-01aa75ed71a1.0001.02/DOC_1&format=PDF [01.12.2019].

Europäische Kommission (2017d): Konsultation zur Halbzeitbilanz der Kapitalmarktunion, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/publication/cmu-mid-term-review-2017?surveylanguage=en [06.07.2019].

Europäische Kommission (2017e): Überblick über die Aktionen und vorläufiger Zeitplan des Aktionsplans „Finanzdienstleistungen für Verbraucher“, [online] https://eur-lex.europa.eu/resource.html?uri=cellar:055353bd-0fba-11e7-8a35-01aa75ed71a1.0001.02/DOC_2&format=PDF [06.07.2019].

Europäische Kommission (2017f): Commission Staff Working Document. Economic Analysis. Accompanying the document on the Mid-Term Review of the Capital Markets Union Action Plan, [online] https://ec.europa.eu/info/sites/info/files/staff-working-document-cmu-mid-term-review-june2017_en.pdf [06.07.2019].

Europäische Kommission (2018a): Kapitalmarktunion: Zeit für neue Anstrengungen zugunsten konkreter Ergebnisse bei Investitionen, Wachstum und stärkerer Rolle des Euro, [online] http://ec.europa.eu/transparency/regdoc/rep/1/2018/DE/COM-2018-767-F1-DE-MAIN-PART-1.PDF [06.07.2019].

Europäische Kommission (2018b): FinTech-Aktionsplan: Für einen wettbewerbsfähigen und innovativeren EU-Finanzsektor, [online] https://ec.europa.eu/transparency/regdoc/rep/1/2018/DE/COM-2018-109-F1-DE-MAIN-PART-1.PDF [06.07.2019].

Europäische Kommission (2018c): FinTech: Kommission leitet Maßnahmen für einen wettbewerbsfähigeren und innovativeren Finanzmarkt ein, Pressemitteilung vom 8. März 2018, [online] http://europa.eu/rapid/press-release_IP-18-1403_de.htm [06.07.2019].

Europäischer Rat (2019a): Kapitalmarktunion, [online] https://www.consilium.europa.eu/de/policies/capital-markets-union/ [05.07.2019].

Europäischer Rat (2019b): Kapitalmarktunion: Politische Einigung über EU-Rahmen für gedeckte Schuldverschreibungen, [online] https://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2019/02/27/capital-markets-union-political-agreement-reached-on-eu-framework-for-covered-bonds [01.12.2019].

Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss (2015): Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zu dem Grünbuch: Schaffung einer Kapitalmarktunion, 18.02.2015, [online] http://ec.europa.eu/finance/consultations/2015/capital-markets-union/docs/green-paper_de.pdf [01.08.2017].

Europäische Zeitung (2015): Europäische Kommission – Fragen und Antworten zum Aktionsplan für den Aufbau einer Kapitalmarktunion, in: Europäische Zeitung, Brüssel-Strassburg-Berlin, 30.09.2017, [online] http://www.euzeitung.de/2015/09/30/europaische-kommission-fragen-und-antworten-zum-aktionsplan-fur-den-aufbau-einer-kapitalmarktunion/ [01.08.2017].

Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband (2015): Positionspapier zur Kapitalmarktunion, [online] https://www.dsgv.de/_download_gallery/Publikationen/Positionspapier_zur_Kapitalmarktunion.pdf [01.08.2017].

Finanzplatz München Initiative (2015): Positionspapier der Finanzplatz München Initiative anlässlich des Besuches in Brüssel am 14./15. Oktober 2015, [online] https://www.fpmi.de/de/positionen-details/items/positionspapier-der-finanzplatz-muenchen-initiative-anlaesslich-des-besuches-in-bruessel-am-14-15-oktober-2015.html?file=files/fpmi/downloads/de/themen/Positionspapier_Bruesselreise_2015%20%28deutsch%29.pdf [01.08.2017].

Financial Stability Board (2018): Global Shadow Banking Monitoring Report 2017, [online] http://www.fsb.org/wp-content/uploads/P050318-1.pdf [06.07.2019].

Flögel, Franz und Stefan Gärtner (2018): Ein Vergleich der Bankensysteme in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Spanien aus räumlicher Perspektive. Befunde und Handlungsbedarf. in: IAT discussion paper 18/01B, [online] https://www.iat.eu/discussionpapers/download/IAT_Discussion_Paper_18_01B.pdf [06.07.2019].

Friderichs, Hans und Timm Körting (2011): Die Rolle der Bankkredite im Finanzierungsspektrum der deutschen Wirtschaft, in: Wirtschaftsdienst Zeitschrift für Wirtschaftspolitik 91. Jg., Heft 1, S. 31-38.

Frieden, Luc, Nicolaus Heinen und Stephan Leithner (2016): Europa 5.0 Ein Geschäftsmodell für unser Kontinent, Frankfurt/New York: Campus Verlag.

Gabler (2019a): Gabler Wirtschaftslexikon, [online] https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kapitalverkehrsfreiheit-37487 [27.11.2019].

Gabler (2019b): Gabler Wirtschaftslexikon, [online] https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/schuldscheindarlehen-46353 [06.07.2019].

Gabrisch, Hubert (2016a): The Capital Market Union - a dubios vision, Wiesbaden: Institute for Law and Economics, [online] https://mpra.ub.uni-muenchen.de/72287/1/MPRA_paper_72287.pdf [01.08.2017].

Gabrisch, Hubert (2016b): Zur Kritik der Kapitalmarktunion, [online] http://blog.zeit.de/herdentrieb/files/2016/12/wirtschaftsdienst_12_2016_Gabrisch_Kapitalmarktunion.pdf [01.08.2017].

Gabrisch, Hubert (2017): Kapitalmarktunion und Risikoteilung: Zur Problematik eines Plans der EU-Kommission, Vortrag vor der deutschen Keynes-Gesellschaft anlässlich ihrer Wiener Tagung am 20. und 21. Februar 2017 zu dem Themenschwerpunkt "Keynes, Geld und Finanzen", [online] https://www.researchgate.net/publication/313891507_Kapitalmarktunion_und_Risikoteilung_Zur_Problematik_eines_Plans_der_EU-Kommission [01.08.2017].

Gärtner, Stefan (2009): Lehren aus der Finanzkrise: Räumliche Nähe als stabilisierender Faktor, in: Forschung Aktuell 08/2009, [online] https://www.iat.eu/forschung-aktuell/2009/fa2009-08.pdf [06.07.2019].

Gärtner, Stefan und Franz Flögel (2012): Dezentrale vs zentrale Finanzsysteme? Wissen und Raum als Distinuierungsfaktoren, Diskussionspapier, in: Forschung Aktuell 06/2012, [online] https://www.iat.eu/forschung-aktuell/2012/fa2012-06.pdf [06.07.2019].

Gärtner, Stefan und Franz Flögel (2015): Dezentrale Banken - ein Vorteil für die Unternehmensfinanzierung in Deutschland?, in: Geographische Rundschau 67 (2), S. 32-37.

Gärtner, Stefan und Franz Flögel (2017): Raum und Banken. Zur Funktionsweise regionaler Banken, Baden Baden: Nomos Verlag.

GDV (2017): EU Vorschlag zu PEPP bringt Altersvorsorge nicht voran, [online] http://www.gdv.de/2017/06/eu-vorschlag-zu-pepp-bringt-altersvorsorge-nicht-voran/ Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. [06.07.2019].

Genossenschaftsverband Bayern (2015): GVB-Stellungnahme zum EU-Grünbuch Kapitalmarktunion, 21.04.2015, [online] https://www.gv-bayern.de/fileadmin/public/vuk/gvb-stellungnahme-gruenbuch-kapitalmarktunion.pdf [01.08.2017].

Genossenschaftsverband e.V. (2017): Stellungnahme zur öffentlichen Konsultation „CMU Halbzeitbilanz“ der Europäische Kommission, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/publication/cmu-mid-term-review-2017 [06.07.2019].

Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (2017): reply to the European Commission’s Public consultation on the Capital Markets Union mid-term review 2017, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/files/619fbe10-0fb5-438d-b10d-c078a3615623 [01.08.2017].

Giesecke, Kay, Francis A. Longstaff, Stephen Schaefer und Ilya A. Strebulaev (2014): Macroeconomic effects of corporate default crisis: A long-term perspective, in: Journal of Financial Economics, 111, S. 297-310.

Gischer, Horst und Christian Ilchmann (2017): CMU – a threat to the German banking sector? in: DIW Berlin – Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (Hrsg.): EU Capital Markets Union: An alluring opportunity or a blind alley? Concept and micro-perspectives of CMU, Berlin: Duncker & Humblot Verlag.

Grjebine, Thomas, Urszula Szczerbowicz und Fabien Tripier (2014): Corporate Debt Structure and Economic Recoveries, in: CEPII Working Paper, [online] http://www.cepii.fr/PDF_PUB/wp/2014/wp2014-19.pdf [01.08.2017].

Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main (2015): Stellungnahme zum Grünbuch Kapitalmarktunion, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/files/dcd60fa6-a34e-4f78-8c11-1320d40e4a9e [01.08.2017].

Handke, Michael (2011): Die Hausbankbeziehung. Institutionalisierte Finanzierungslösungen für kleine und mittlere Unternehmen in räumlicher Perspektive, Münster: LIT Verlag Dr. W. Hopf.

Hartmann-Wendels, Thomas, Andreas Pfingsten und Martin Weber (2015): Bankbetriebslehre, 6. Aufl., Berlin Heidelberg: Springer Verlag.

Helgi Library (2019): Bank Assets as % of GDP, [online] https://www.helgilibrary.com/indicators/bank-assets-as-of-gdp/ [19.11.2019].

Hessisches Ministerium der Finanzen (2015): Antwort auf die Konsultation zum Grünbuch der Kommission: Schaffung einer Kapitalmarktunion, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/files/abc40b23-38d8-4a3b-a976-0c2b5103f6b1 [01.08.2017].

Hüfner, Felix (2010): The German Banking System: Lessons from the Financial Crises, in: OECD Economics Department Papers, No. 788, Paris: OECD Publishing, [online] https://www.oecd-ilibrary.org/the-german-banking-system-lessons-from-the-financial-crisis_5kmbm80pjkd6.pdf?itemId=%2Fcontent%2Fpaper%2F5kmbm80pjkd6-en&mimeType=pdf [01.08.2017].

IPSOS & London Economics (2013): Study on the functioning of the consumer credit market in Europe, [online] https://londoneconomics.co.uk/wp-content/uploads/2014/05/Final-Report-CCD.pdf [06.07.2019].

Insurance Europe (2015): European Motor Insurance Market, November 2015 [online] https://www.insuranceeurope.eu/sites/default/files/attachments/European%20motor%20insurance%20markets.pdf [06.07.2019].

Institut der deutschen Wirtschaft Köln (2015): Stellungnahme zur Konsultation über die Schaffung einer Kapitalmarktunion, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/publication/capital-markets-union-2015 [06.07.2019].

Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (2016): IMK Finanzmarkt – Stabilitätsreport 2016, [online] https://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_121_2017.pdf [01.12.2019].

Jäger, Manfred (2006): Finanzmarktstrukturen im Wandel, in: Analysen Forschungsberichte aus dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Köln: Deutscher Instituts-Verlag, [online] https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/IW-Analysen/PDF/Bd._21_Finanzmarktstrukturen.pdf [01.12.2019].

Juncker, Jean-Claude (2014): Ein neuer Start für Europa: Meine Agenda für Jobs, Wachstum, Fairness und demokratischen Wandel. Politische Leitlinien für die nächste Europäische Kommission. Rede zur Eröffnung der Plenartagung des Europäischen Parlaments Straßburg, 15. Juli 2014, [online] https://ec.europa.eu/commission/sites/beta-political/files/juncker-political-guidelines-speech_de_1.pdf [05.07.2019].

Kaserer, Christoph (2015): Finanzierung der Realwirtschaft im Zeichen einer Kapitalmarktunion - Handlungsempfehlungen für die Politik. Gutachten im Auftrag der FPMI München: Technische Universität, [online] https://www.fpmi.de/de/positionen-details/items/finanzierung-der-realwirtschaft-im-zeichen-einer-kapitalmarktunion-handlungsempfehlungen-fuer-die-politik-4832.html?file=files/fpmi/downloads/de/themen/Gutachten_Kapitalmarktunion.pdf [01.08.2017].

Kaserer, Christoph und Marc Steffen Rapp (2014): Capital Markets and Economic Growth: Long-term Trends and Policy Challenges, Research Report, March 2014 [online] http://www.europeanissuers.eu/_lib/newsflash/research_paper_-_release_version_-_march_2014.pdf [01.08.2017].

Krahnen, Jan Pieter und Christian Wilde (2006): Risk Transfer with CDOs and Systemic Risk in Banking, in: CEPR Discussion papers, Nr. 5618, [online] https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=889541 [06.07.2019].

Kruse, Otto (2014): Lesen und Schreiben, 2. Aufl., Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft

Kreditanstalt für Wiederaufbau (2015): Stellungnahme zur Konsultation über die Schaffung einer Kapitalmarktunion, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/publication/capital-markets-union-2015 [06.07.2019].

Kreditanstalt für Wiederaufbau (2019): Kreditverbriefung, [online] https://www.kfw.de/PDF/KfW-Research/Economic-Research/Publikationsarchiv/Mittelstands-und-Strukturpolitik/Mittelst%C3%A4ndische-Unternehmen/Kreditverbriefung.pdf [06.07.2019].

Kuckartz, Udo (2018): Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Computerunterstützung, 4. Aufl., Weinheim Basel: Beltz Verlag.

King, Robert G. und Ross Levine (1993): Finance and Gropth: Schumpeter Might be Right, in: The Quarterly Journal of Economics, Vol. 108, No. 3. (Aug., 1993), pp. 717-737.

Langfield Sam und Marco Pagano (2015): Bank bias in Europe: Effects on Systemic Risk and Growth, in: EC B Working Paper Series, No 1797 / May 2015, Frankfurt: European Central Bank, [online] https://www.true-sale-international.de/fileadmin/tsi_downloads/TSI_kompakt/ecbwp1797.en.pdf [01.05.2017].

La Porta, Rafael, Florencio Lopez-De-Silanes und Andrei Shleifer (2002): Government Ownership of Banks, in: The Journal of Finance 57, no. 1: 265–301.

Levine, Ross (2002): Bank-based or market-based financial systems: Which is better?, in: Journal of Financial intermediation, 11, 4, S. 396-428.

Lünendonk (2012): Lünendonk®-Trendstudie Zukunft der Banken 2020. Trends, Technologien, Geschäftsmodelle, [online] https://www.de.cgi.com/sites/default/files/files_de/white-papers/LUE_Bankenstudie_f221012.pdf [06.07.2019].

Mayring, Philipp (2015): Qualitative Inhaltsanalyse, Grundlagen und Techniken, 12. Aufl., Weinheim Basel: Beltz Verlag.

Merkel, Angela (2019): Rede von Bundeskanzlerin Merkel beim 26. Deutschen Sparkassentag am 15. Mai 2019 in Hamburg, [online] https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/aktuelles/rede-von-bundeskanzlerin-merkel-beim-26-deutschen-sparkassentag-am-15-mai-2019-in-hamburg-1611518 [05.07.2019].

Neuberger, Doris (1999): Finanzsysteme in Europa: Harmonisieren? Anglifizieren?, in: Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, Jg. 48, Heft 1, S. 11-26, Stuttgart: Lucius & Lucius.

NORD/LB (2015): Kapitalmarktunion. Studie der NORDDEUTSCHEN LANDESBANK GIROZENTRALE („NORD/LB“), 29. Mai 2015, [online] https://www.nordlb.de/fileadmin/redaktion/analysen_prognosen/financials/specials/2015/20150529_Kapitalmarktunion.pdf [01.08.2017].

OeNB (2004): Leitfadenreihe zum Kreditrisiko. Best Practice im Risikomanagement von Verbriefungen, [online] https://www.oenb.at/dam/jcr:85fe7266-5190-4ad6-a2be-3845957eafc8/best_practice_tcm14-11168.pdf [06.07.2019].

Oliver Wyman (2018): Bankenreport Deutschland 2030, [online] https://www.oliverwyman.de/content/dam/oliver-wyman/v2-de/publications/2018/Feb/OliverWyman_GermanBankingReport_2018.pdf [06.07.2019].

Otte, Max (2018): Die Finanzmärkte und die ökonomische Selbstbehauptung Europas, Wiesbaden: Springer Gabler.

Pagano, Marco und Giovanni Pica (2012), Finance and employment, in : Economic Policy, 27(69), 5-55.

Popov, Alexander and Frank Smets (2011): Financial markets: Productivity, procyclicality, and policy, in: M. Haliassos (Hrsg.): Financial Innovation: Too Much or Too Little?, 2013, Cambridge, MA: MIT Press.

Rehm, Hanner (2015): Zwischen Regulierung und Digitalisierung – Quo vadis Finanzindustrie?, in: Credit and Capital Markets, 48. Jg, Heft 4, S. 513-533.

Ricken, Stephan (2008): Verbriefung von Krediten und Forderungen in Deutschland, Düsseldorf: Hans Böckler Stiftung edition, [online] https://www.boeckler.de/pdf/mbf_finanzinvestoren_ricken_verbriefung.pdf [31.11.2019].

Rousseau Peter L. und Paul Wachtel (2011): What is happening to the impact of financial deepening on economic growth?, in: Economic inquiry, 49, 476-288.

Rudolph, Bernd, Bernd Hofmann, Albert Schaber und Klaus Schäfer (2012): Kreditrisikotransfer Moderne Instrumente und Methoden, 2. Aufl., Berlin Heidelberg: Springer Verlag.

Sachverständigenrat (2004): Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Erfolge im Ausland – Herausforderungen im Inland, Jahresgutachten 2004/2005, [online] https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/download/gutachten/04_gesa.pdf [06.07.2019].

Sachverständigenrat (2012): Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Analyse der aktuellen Entwicklungen im Bankensektor. Auszug aus dem Jahresgutachten 2012/13, [online] https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/download/ziffer/z252_z261j12.pdf [01.08.2017].

Sachverständigenrat (2015): Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Zukunftsfähigkeit in den Mittelpunkt, Jahresgutachten 2015/16, Paderborn: Bonifatius GmbH Buch-Druck-Verlag, [online] https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/gutachten/jg201516/wirtschafts-gutachten/jg15_ges.pdf [01.05.2017].

Schmidt, Reinhard H. (2018): Passt das deutsche Dreisäulensystem in eine zunehmend harmonisierte Bankenstruktur für Europa?, in: Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen, Heft 1/2018 S. 36.

Schoenmaker, Dirk (2015): From Banking Union to Capital Markets Union, in: Dombret, Andreas und Patrick S. Kenadjian (Hrsg.) (2015): The European Capital Markest Union. A Viable Concept and a Real Goal? Institute for Law and Finance Series, Vol 17, Berlin/Boston: Walter de Gruyter Verlag.

Schwartz, Michael, Thomas F. Dapp, Günter W. Beck und Assem Khussainova (2017): Deutschlands Banken schalten bei Filialschließungen einen Gang höher – Herkulesaufgabe Digitalisierung, in: KfW Research Fokus Volkswirtschaft Nr. 181, [online] https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-2017/Fokus-Nr.-181-Oktober-2017-Bankfilialen.pdf [06.07.2019].

Sinn, Walter und Wilhelm Schmundt (2018): Deutschlands Banken 2018: Schneller, stärker … und rentabler?, Bain & Company (Hrsg.), [online] https://www.bain.com/contentassets/4a1a0a5acb694e89abc6d227c25526cf/bain-studie_deutschlandsbanken2018_vf.pdf [06.07.2019].

Sinn, Walter und Wilhelm Schmundt (2016): Deutschlands Banken 2016: Die Stunde der Entscheider, Bain & Company (Hrsg.), [online] http://www.bain.de/Images/Bain-Studie_Deutschlands_Banken_2016_DS_final.pdf [01.08.2017].

Smolinski, Remigiusz (2018): GAFA im Banking 2025: Berechtigte Angst oder ein nie eintretendes Ereignis? Auszug aus der Banking 2025 Studie, Comdirect Bank, Frankfurt School of Finance, Leibniz Universität Hannover, [online] https://www.der-bank-blog.de/gafa-banking2025/digital-banking/32173/ [06.07.2019].

Sorensen, Bent E und Oved Yosha (1998): International risk sharing and European monetaryunification, in: Journal of International Economics 45, S.211-238.

Spillmann, Martin, Karsten Döhnert und Roger Rissi (2019): Asset Liability Management (ALM) in Banken, Wiesbaden: Springer Gabler Verlag.

Springer Fachmedien (2013): Kompakt-Lexikon Management, Wiesbaden: Springer Fachmedien.

Statista (2019): Average cost-to-income ratios for banks in selected European countries as of December 2018, [online] https://www.statista.com/statistics/728483/cost-to-income-ratios-for-banks-in-europe-by-country/ [23.11.2019].

TNS Opinion & Social (2012): Special Eurobarometer 373 Retail Financial Services, [online] http://ec.europa.eu/commfrontoffice/publicopinion/archives/ebs/ebs_373_en.pdf [01.08.2017].

Udell, Gregory F. (2009): Financial Innovation, Organizations and Small Business Lending, in: Alessandrini, Pietro, Michele Fratianni und Alberto Zazzaro (Hrsg.): The changing geography of banking and finance, New York: Spinger, S. 15-26.

Valiante, Diego (2016): Europe´s Untapped Capital Market. Rethinking Financial Integration after the Crisis, London: Rowman & Littlefield International Ltd.

Verband Deutscher Bürgschaftsbanken (2015): Stellungnahme des Verbandes Deutscher Bürgschaftsbanken zum Grünbuch "Schaffung einer Kapitalmarktunion" im Rahmen eines Konsultationsverfahrens der Europäischen Kommission, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/files/d071b395-4920-4ac0-9754-d43182ba2c3a [01.08.2017].

Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (2015): Stellungnahme der Vereinten Dienstleitungsgewerkschaft zum Grünbuch über Finanzdienstleistungen für Privatkunden im Rahmen eines Konsultationsverfahrens der Europäischen Kommission, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/publication/retail-financial-services-2015 [01.08.2017].

Verdier, Daniel (2002): Moving Money: Banking and Finance in the Industrialized World, Cambridge University Press.

Véron, Nicolas und Guntram B. Wolff (2015): Capital markets union: A Vision for the Long Term, in: Bruegel Policy contribution, issue 2015/05, [online] http://bruegel.org/wp-content/uploads/imported/publications/pc_2015_05__240415.pdf [01.08.2017].

VMEBF (2015): Stellungnahme der Vereinigung zur Mitwirkung an der Entwicklung des Bilanzrechts für Familiengesellschaften e.V. zu den Fragen des DRSC zum Grünbuch der EU-Kommission "Schaffung einer Kapitalmarktunion" vom 18.02.15, [online] https://www.drsc.de/app/uploads/2017/03/37_01b_IFRS-FA_KapMU_SN_VMEBF.pdf [01.08.2017].

Vogel, H.G. (2001): Öffentliche Kreditinstitute und EU-Beihilferecht, in: Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft, 13, S. 103-113.

WEED e.V. (2014): European Long-term Investment Funds (ELTIF), in: Fact Sheet January 2014, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/files/3e527170-7129-4175-b136-f8b4cfd4b932 [01.08.2017].

World Bank (2019): Bank capital to assets ratio (%), [online] https://data.worldbank.org/indicator/FB.BNK.CAPA.ZS [19.11.2019].

World Future Council (2015): Stellungnahme zum Grünbuch der EU-Kommission „Schaffung einer Kapitalmarktunion“, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/publication/capital-markets-union-2015 [01.08.2017].

Zentraler Immobilien Ausschuss (2015): Stellungnahme zur Konsultation über die Schaffung einer Kapitalmarktunion, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/publication/capital-markets-union-2015 [01.08.2017].

Zentralverband des deutschen Handwerks (2015): Stellungnahme zum Grünbuch Kapitalmarktunion, [online] https://ec.europa.eu/eusurvey/files/fb7153f6-3775-4e93-9d1c-068b214d3cdb [01.08.2017].

Glossar

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhang

Übersicht der Maßnahmen aus dem Aktionsplan zur Schaffung einer Kapitalmarktunion (Europäische Kommission 2015c: 33-35):

- Europäischen Unternehmen und insbesondere KMU mehr Finanzierungsmöglichkeiten bieten:

- Maßnahmenpaket zur Förderung der Risikokapital- und Beteiligungsfinanzierung:

- Überarbeitung der EuVECA- und EuSEF-Verordnungen, um die Attraktivität von EuVECA- und EuSEF-Fonds für Anleger zu erhöhen.
- Vorschläge für verschiedene Risikokapital-Dachfonds sowie länderübergreifende Fonds mit Unterstützung aus dem EU-Haushalt. Eine Risikoteilung mit dem öffentlichen Sektor soll als Katalysator für Privatsektorinvestitionen wirken und den Umfang, die Diversifizierung und geografische Reichweite der Risikofonds in Europa erweitern. Dachfonds sollen dazu beitragen, die Basis für private Investitionen in Risikokapital zu verbreitern, indem institutionelle Anleger gewonnen werden.
- Steueranzeize sollen eingesetzt werden, um Risikokapital, Business Angels und Beteiligungsfinanzierung zu fördern.

- Überwindung von Informationsbarrieren für Investitionen in KMU durch Ausarbeitung einer umfassenden Strategie:

- Verbesserung des Feedbacks von Banken bei Ablehnung von KMU-Kreditanträgen.
- Bestandsaufnahme der bestehenden lokalen oder nationalen Förder – und Beratungsstrukturen, um bewährte Praktiken zu fördern.
- Europaweites Informationssystem, um kapitalsuchende KMU und Kapitalgeber zusammenzubringen.

- Förderung innovativer Formen der Unternehmensfinanzierung wie Crowdfunding, Privatplatzierungen, Kreditfonds unter gleichzeitiger Wahrung des Anlegerschutzes und der Finanzstabilität.

- Kapitalsuchenden Unternehmen den Gang an die öffentlichen Märtke erleichtern

- Verbesserung des Zugangs zu den öffentlichen Märkten

- Mordernisierung der Prospektrichtlinie um eine „wahrhaft verhältnismäßige“ Regelung zu schaffen, nach der auch KMU einen Prospekt erstellen und an die Kapitalmärkte gehen können.
- Prüfung der regulatorischen Hemnisse für die Zulassung von KMU an den öffentlichen Märkten.
- Überprüfung der Funktionsweise der EU-Märkte für Unternehmensanleihen mit Schwerpunkt auf Verbesserung der Marktliquidität (aufgrund begrenzter Liquidität auf den aktuellen Sekundärmärkten).

- Förderung von Beteiligungsfinanzierungen

- Legislativvorschlag für eine gemeinsame konsolidierte Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage. Die Unterschiede in der steuerlichen Behandlung zwischen Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung sollen beseitigt werden, da momentan aufgrund der Abzugsfähigkeit von Zinszahlungen, die Fremdfinanzierung gegenüber anderen Finanzierungsinstrumenten (insbesondere Aktienfinanzierung) steuerlich begünstigt wird.

- Langfristig Investieren: Infrastrukturinvestitionen und nachhaltige Investitionen

- Förderung von Infrastrukturinvestitionen

- Anpassung der Solvabilität II-Kalibrierungen, damit die geltenden Bestimmungen für Versicherungsunternehmen das Risiko von Infrastruktur- und ELTIF-Investitonen besser wiedergeben.
- Überprüfung der Eigenkapitalverordnung (CRR) für Banken bei langfristigen Finanzierungen und Infrastrukturfinanzierungen und - falls erforderlich - Änderungen an den Kalibrierungen für Instrastrukturinvestitionen.

- Gewährleistung der Kohärenz des EU-Regelwerks für Finanzdienstleitungen

- Einleitung einer Sondierung, um die kumulativen Auswirkungen der Finanzsektorreform auf das Investitionsumfeld zu bewerten.

- Die Anlagetätigkeit von Kleinanlegern und institutionellen Anlegern fördern

- Erhöhung der Auswahlmöglichkeiten und des Wettbewerbs sowie Verbesserung des grenzübergreifenden Angebots an Retail-Finanzprodukten für Kleinanleger.
- Förderung der privaten Altersvorsorge durch Prüfung der Zweckmäßigkeit eines Rechtsrahmens zur Schaffung eines europäischen Marktes für einfache, effiziente und wettbewerbsfähige private Altersvorsorgeprodukte.
- Prüfung, ob die aufsichtliche Behandlung von privatem Beteiligungskapital und privat platzierten Schuldverschreibungen im Rahmen der Richtlinie Solvabilität II ein Hindernis für diese Anlageformen darstellt.
- Konsultation zu den wichtigsten Hindernissen für den grenzübergreifenden Vertrieb von Investmentfonds (u.a. diskriminierende Steuerbehandlung, unterschiedliche einzelstaatliche Anforderungen an die Vermarktung der Fonds und Gebühren für grenzüberschreitende Mitteilungen) und gegebenenfalls deren Beseitigung durch Gesetzgebung.

- Hebelung der Bankenkapazität zur Unterstützung der Gesamtwirtschaft

- Stärkung der lokalen Finanzierungsnetze: Prüfung der Möglichkeit, inwieweit Kreditgenossenschaften vom regulatorischen Rahmen der Eigenkapitalrichtlinie von allen Mitgliedstaaten ausgenommen werden können, da lokale Kreditgenossenschaften in der Regel wichtige Kreditgeber von KMUs sind und die komplexen Bankenregulierungsvorschriften ein unverhältnismäßiges Hindernis darstellen.
- Aufbau europäischer Verbriefungsmärkte: Vorschlag für einen EU-Rahmen für einfache, transparente und standardisierte (STS-)Verbriefungen und Überarbeitung der Eigenkapitalkalibrierungen für Banken im Rahmen der Eigenkapitalverordnung. Verbriefungen sollen wiederbelebt werden, da diese als Risikotransferinstrumente zur Risikodiversifizierung dienen und die Kreditverfügbarkeit der Banken erhöhen können.
- Unterstützung der Finanzierung der Gesamtwirtschaft durch Banken: Konsultation zur Schaffung eines europaweiten Rahmens für gedeckte Schuldverschreibungen (Covered Bonds, sogenannte Pfandbriefe) mit dem Ziel einen stärker integrierten Markt für gedeckte Schuldverschreibungen zu bilden, da diese zu einer Verringerung der Finanzierungskosten für Banken führen. Konsultation über ähnliche Strukturen zur Unterstützung von KMU-Darlehen.

- Grenzübergreifende Investitionen erleichtern

- Beseitigung nationaler Hindernisse für grenzübergreifende Investitionen: ungerechtfertigte nationale Hindernisse für den freien Kapitalverkehr werden ermittelt und beseitigt.
- Verbesserung der Marktinfrastruktur für grenzübergreifende Investitionen

- Gezielte Maßnahmen um Rechtssicherheit bei der Bestimmung von Eigentumsrechten von Wertpapieren zu erlangen (z.B. wenn der Emittent und der Anleger in verschiedenen Mitgliedstaaten ansässig ist und/oder Wertpapiere von Finanzinstituten in verschiedenen Mitgliedstaaten gehalten werden)
- Vorschlag von einheitlichen Regeln um Rechtssicherheit zu erlangen, welches einzelstaatliche Recht im Fall von Auswirkungen von Forderungsübertragungen auf Dritte Anwendung findet. Diese Rechtsunsicherheit behindert bedeutende finanzielle Transaktionen wie etwa Verbriefungen.
- Überprüfung welche Fortschritte bei der Beseitigung der im Giovannini-Bericht dargelegten Hindernisse für grenzübergreifende Clearing- und Abwicklungstätigkeiten mit der Umsetzung der jüngsten legislativen Maßnahmen und Marktinfrastrukturentwicklungen (z.B. EMIR, CSDR, MiFID II) erzielt wurden.

- Förderung der Konvergenz der Insolvenzverfahren: Legislativentwurf über Unternehmensinsolvenzen, der Bestimmungen zu frühen Umstrukturierungen und zur „zweiten Chance“ enthält. Konvergente Insolvenz-. und Restrukturierungsverfahren würden zu mehr Rechtsicherheit führen.
- Beseitigung grenzübergreifender steuerlicher Hindernisse: Die Kommission will die Mitgliedstaaten dazu bewegen, ein System der Quellensteuerbefreiung sowie schnelle und standarisierte Erstattungsverfahren einzurichten, indem Sie bewährte Verfahren fördert und ein Verhaltenskodex zu den Grundsätzen der Quellensteuerbefreiung ausarbeitet. Ausserdem wird sie diskriminierende steuerliche Hindernisse für grenzübergreifende Investitionen von Lebensversicherer und Pensionsfonds untersuchen und ggf. Vertragsverletzungsverfahren einleiten.

- Wahrung der Finanzstabilität

- Die Kommission will gemeinsam mit dem FSB (Financial Stability Board), den europäischen Aufsichtsbehörden und dem ESRB (Europäischer Ausschuss für Systemrisiken) mögliche Risiken für die Finanzstabilität, die sich aus der marktbasierten Finanzierung ergeben, bewerten und prüfen ob zusätzliche makroprudenzielle Instrumente entwickelt werden sollten bzw. Änderungen am makroprudenziellen Rahmen erforderlich sind.

- Stärkung der aufsichtlichen Konvergenz und des Kapazitätenaufbaus auf den Kapitalmärkten:

- In Zusammenarbeit mit der ESMA wird die Kommission eine Strategie zur Stärkung der aufsichtlichen Konvergenz entwickeln und umsetzen, im Hinblick auf die Verbesserung der Funktionsweise des Kapitalbinnenmarktes.
- Die Kommission wird ein Weißbuch über die Steuerung und Finanzierung der Europäischen Aufsichtsbehörden veröffentlichen.
- Die SRSS (Structural Reform Support Service, Unterstützungdienst für Strukturreformen) wird eine Strategie entwickeln, um Mitgliedstaaten technische Unterstützung im Hinblick auf die Stärkung der Kapazitäten der nationalen Kapitalmärkte anzubieten.

Tab. 1: Überblick über die Aktionen und vorläufiger Zeitplan des Aktionsplans „Finanzdienstleistungen für Verbraucher“ (Quelle: Europäische Kommission 2017e)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Halbzeitbilanz des Aktionsplans zur Schaffung der CMU vom 08. Juni 2017. Zusammenfassung der 20 von 33 umgesetzten Maßnahmen (Europäische Kommission 2017b: 5-7):

- Grundsätzliche Einigung des EU-Parlaments und EU-Rats über europäische Risikokapitalfonds (EuVECA) und die Verordnung über europäische Fonds für soziales Unternehmertum (EuSEF), sodass Anleger leichter in innovative KMU investieren können. Ein europaweiter Risikokapital-Dachfonds soll Finanzmittel der EU mit privatem Kapital kombinieren und die Fragmentierung des Marktes überwinden. Das Auswahlverfahren für Fondsverwalter eines oder mehrerer privatwirtschaftlich geführter europaweiter Risikokapital-Dachfonds wird in den kommenden Monaten abgeschlossen.
- Einigung des EU-Parlaments und des Rates über die modernisierte EU-Prospektverordnung, die den Gang von Unternehmen an die öffentlichen Märkte erleichtern soll. Die Kommission hat im Jahr 2016 einen Vorschlag zur Neuauflage der Gemeinsamen Konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage (GKKB) vorgelegt
- Grundsätzliche Einigung des EU-Parlaments und EU-Rats über einfache, transparente und standardisierte (STS-) Verbriefungen sowie Überarbeitung der Eigenkapitalanforderungen der Banken. Der Vorschlag der Kommission, den gesamten Genossenschaftssektor eines Mitgliedstaates von den EU-Eigenkapitalvorschriften auszunehmen, liegt dem Rat und dem EU-Parlament vor.
- Anpassung der Solvabilität-II-Richtlinie, um EU-Versicherungsunternehmen Investitionen in qualifizierte Infrastrukturprojekte günstiger zu gestalten, indem die Regeln zur regulatorischen Eigenkapitalberechnung geändert werden, ist im April 2016 in Kraft getreten. Vorschlag zur Änderung der CRR/CRD IV (Eigenkapitalregelung), um privatwirtschaftliche Investitionen von Banken in Infrastrukturprojekte zu fördern.
- Aktionsplan für Finanzdienstleistungen („Grünbuch über Finanzdienstleistungen für Privatkunden“) (Europäische Kommission 2015d), welcher aufzeigen soll, wie den Verbrauchern zu einer größeren Auswahl und einem besseren Zugang zu Retail-Finanzdienstleitungen verholfen werden kann.
- Vorschlag der EU-Kommission für eine Regelung für präventive Restrukturierung von Unternehmen, damit überlebensfähige Unternehmen in finanzieller Schieflage nicht abgewickelt werden müssen. Der Vorschlag enthält außerdem Vorschriften, die Insolvenzverfahren effizienter, vorhersehbarer, kostengünstiger und schneller machen sollen.
- Roadmap für die Beseitigung nationaler Hindernisse für den freien Kapitalverkehr wurde vom Rat gebilligt.

Neun „neue vorrangige Initiativen zur Verstärkung des CMU-Aktionsplans“ laut dem Halbzeitbericht der Europäischen Kommission (2017b: 11-25):

- Vorschlag für Änderungen an der Arbeitsweise der ESMA und der anderen ESA zur Förderung einer wirksamen und kohärenten Aufsicht in der gesamten EU und darüber hinaus.
- Vereinfachung von KMU-Notierungen auf öffentlichen Märkten: Die EU wird im Rahmen einer Folgenabschätzung prüfen, ob gezielte Änderungen der einschlägigen EU-Vorschriften die Verhältnismäßigkeit des Regulierungsrahmens verbessern könnten, um KMU-Notierungen auf öffentlichen Märkten zu vereinfachen.
- Verhältnismäßige aufsichtsrechtliche Anforderungen für Wertpapierfirmen: Ein Legislativvorschlag zur Verbesserung der Verhältnismäßigkeit der aufsichtsrechtlichen Vorschriften von Wertpapierfirmen (CRD/CRR) soll vorgebracht werden, der gut auf Größe und Art der Wertpapierfirmen abgestimmt ist.
- Umfassendes FinTech-Konzept für eine EU-Zulassung und die Vergabe eines EU-Passes für FinTech-Tätigkeiten.
- Entwicklung von Sekundärmärkten für notleidende Kredite: Als Lösungen für das Problem der notleidenden Kredite in der EU wird die Kommission Maßnahmen zur Unterstützung der Sekundärmärkte für notleidende Kredite vorschlagen.
- Nachhaltiges Finanzwesen: Stärkung der Führungsrolle der EU bei nachhaltigen Investitionen: Die EU-Kommission wird entscheiden, welche konkrete Folgemaßnahmen zu den Empfehlungen der hochrangigen Expertengruppe für ein nachhaltiges Finanzwesen zu treffen sind.
- Folgenabschätzung und möglicher Legislativvorschlag zur Erleichterung des grenzüberschreitenden Vertriebs und Beaufsichtigung von OGAW und AIF.
- Mitteilung zu Auslegungsfragen bestehender EU-Vorschriften für den Umgang mit grenzüberschreitenden Investitionen in der EU. Folgeabschätzung zur Schaffung eines Rahmens für die gütliche Beilegung von Investitionsstreitigkeiten.
- Entwicklung lokaler und regionaler Kapitalmärkte: Ausarbeitung einer umfassenden EU-Strategie zur Förderung der Entwicklung lokaler und regionaler Kapitalmärkte. Die Kommission unterstützt die Bemühungen um eine Erweiterung der geografischen Reichweite der Kapitalmärkte und fördert Lösungen für die Finanzierung der KMUs in räumlicher Nähe und auf lokaler Ebene.

Tab. 2: Auswahl wissenschaftlicher Studien, die den Zusammenhang zwischen Finanzsektor, Bankensektor und Wirtschaft untersuchten bzw. beschreiben (Quelle: Europäische Kommission 2015b: 17-24)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 3: Verallgemeinerte Aussagen die von ausgewählten Organisationen abgegeben worden sind, die an der öffentlichen Konsultation „Schaffung einer Kapitalmarktunion“ vom 18. Februar bis 13. Mai 2015 teilgenommen haben (N=48 Organisationen) (Europäische Kommission 2015e). Die Aussagen wurden einer oder mehreren Kategorien zugeordnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 4: Zitierte Aussagen von ausgewählten Organisationen, die an der öffentlichen Konsultation „Schaffung einer Kapitalmarktunion“ vom 18. Februar bis 13. Mai 2015 teilgenommen haben (N=48 Organisationen) (Europäische Kommission 2015e). Die Aussagen wurden einer oder mehreren Kategorien zugeordnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 5: Verallgemeinerte Aussagen, die von ausgewählten Organisationen abgegeben worden sind, die während der öffentlichen Konsultation „Grünbuch über Finanzdienstleistungen für Privatpersonen“ vom 10.12.2015 bis 18.03.2016 teilgenommen haben (N=23 Organisationen) (Europäische Kommission 2015f). Die Aussagen wurden einer oder mehreren Kategorien zugeordnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 6: Verallgemeinerte Aussagen die von ausgewählten Organisationen abgegeben worden sind, die während der öffentlichen Konsultation zur CMU Halbzeitbilanz vom 20. Januar 2017 bis 17. März 2017 teilgenommen haben (N=13 Organisationen) (Europäische Kommission 2017d). Die Aussagen wurden einer oder mehreren Kategorien zugeordnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 7: Zitierte Aussagen von ausgewählten Organisationen die an der öffentlichen Konsultation zur CMU Halbtzeitbilanz vom 20. Januar 2017 bis 17. März 2017 teilgenommen haben (N=13 Organisationen) (Europäische Kommission 2017d). Die Aussagen wurden einer oder mehreren Kategorien zugeordnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 54: Beiträge zum Zinsergebnis im Planszenario

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2017a: 27)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 55: Ertragskomponenten von Banken im internationalen Vergleich

(Quelle: Sinn und Schmundt 2016: 9)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 56: Finanzstrukturen von Europa, Japan und USA

(Quelle: Langfield und Pagano 2015: 38)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 57: Zinssätze für Bankeinlagen in Deutschland

(Quelle: Deutsche Bundesbank 2019g: 34)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 58: Bankkonditionen in Deutschland (Quelle: Deutsche Bundesbank 2019g: 35)

[...]


1 Hierzu zählen auch Verbindlichkeiten gegenüber dem Eurosystem.

2 Aufgrund der Rechnungslegungsvorschriften (IFRS/IAS, HGB) kann es Unterschiede im Hinblick auf die Eigenkapitalberechnung als auch auf die Bilanzsumme geben.

3 Siehe auch Tab. 2 im Anhang S. 9-10

4 Die Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten können nicht mit Bankkrediten gleichgesetzt werden, da sie auch Verbindlichkeiten aus Leasingfinanzierungen und ähnlichem enthalten. Sie können aber eine Einschätzung hinsichtlich der Bedeutung der Bankkredite geben (Kaserer 2015: 29).

147 von 147 Seiten

Details

Titel
Strukturelle Auswirkungen der Kapitalmarktunion auf den deutschen Bankensektor
Hochschule
Donau-Universität Krems - Universität für Weiterbildung
Note
2
Autor
Jahr
2019
Seiten
147
Katalognummer
V535854
ISBN (Buch)
9783346126405
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kapitalmarktunion, Bankensektor, Bankfinanzierung, Kapitalmarktfinanzierung, Kapitalmarkt, Europäische Union, EU
Arbeit zitieren
Maurice Müller (Autor), 2019, Strukturelle Auswirkungen der Kapitalmarktunion auf den deutschen Bankensektor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535854

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Strukturelle Auswirkungen der Kapitalmarktunion auf den deutschen Bankensektor


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden