In dieser Seminararbeit wird vordergründig die Melancholie im Werk Edvard Munchs anhand von drei ausgewählten Gemäldebeispielen dargestellt. Mit der Zusammenfassung der Bedeutung von Melancholie im Symbolismus, der Epoche, in die sich der norwegische Künstler einordnen lässt, werden einleitend Auffassungen, Thesen und Kontexte geklärt. Das im Zusammenhang der hier benutzten Gemälde stehende Gedicht „Eifersucht“ von Don Coles soll die genannten Thesen verdeutlichen. Die Frage nach der persönlichen Schwermut Munchs, aus der ebenso relevante Rückschlüsse gezogen werden können, wird weniger umfangreich verarbeitet und von der Melancholie, die aus den Gemälden spricht, differenziert dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Edvard Munch und der Symbolismus
3. Bildbeschreibung der Gemälde:
3.1. „Abend- Melancholie- Eifersucht“ (1892)
3.2. „Weinende Frau (Melancholie)“ (1906/1907)
3.3. „Eifersucht“ (1895)
4. Deutung der Gemälde im Kontext der Melancholie
5. Einbezug des Gedichtes „Eifersucht“ von Don Coles
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Darstellung der Melancholie im Werk von Edvard Munch anhand ausgewählter Gemälde. Ziel ist es, die künstlerische Verarbeitung von Schwermut, Einsamkeit und existenziellem Leid im symbolistischen Kontext zu beleuchten und durch den Vergleich mit literarischen Ansätzen, speziell dem Gedicht „Eifersucht“ von Don Coles, zu vertiefen.
- Die symbolistische Weltanschauung und Edvard Munch
- Biographische Einflüsse auf Munchs Kunstschaffen
- Analyse und Deutung dreier spezifischer Gemälde
- Die Verschränkung von Eifersucht und Melancholie
- Der Einfluss von Lyrik auf die Interpretation der Bildmotive
Auszug aus dem Buch
3. Bildbeschreibung der Gemälde:
Öl auf Leinwand, 65 x 96 cm, monogrammiert unten links: E.M. Nasjonalgalleriet, Oslo. Auf dem querrechteckigen Gemälde ist rechts im Vordergrund vor einem Strand und Wasser ein schwarz- und kurzhaariger Mann abgebildet, dessen Gesichtszüge nur schemenhaft bzw. maskenhaft gezeichnet sind. Der weite Strand, der sich hinter der Figur, die der Natur den Rücken zukehrt, aufreiht, ist in vier horizontal verlaufende Ebenen gegliedert. Links außen verläuft hellblaues Wasser mit dem schlierenhaft in schwungvollen queren Linien gemalten Himmel, der in abwechselnd weißen und bläulichen Streifen gehalten ist. Es folgt ein vom Wasser verdunkeltes Stück Sand, auf dem einige sichtbare Steine liegen, die vom sich zurückziehenden Wasser umspült werden.
Oberhalb der Bildmitte ragt ein roter Steg ins Wasser. Rechts daneben liegen auf hellerem Sand große, abgerundete Steine, die teils in der Farbigkeit ein Pendant zum rechts dahinter liegenden, gelben Boot bilden. Dieses wird ebenfalls nur schemenhaft umrissen und nimmt etwa die gleiche Größe wie der schwarz gekleidete Mann ein, von dem nur der Kopf und die rechte Schulter zu sehen sind. Seine Augen sind von breiten, tief schwarzen Augenbrauen verdeckt und lassen sich nur als kleine Punkte darunter erahnen. Dieses, dem Gesicht einen düsteren Ausdruck verleihende Element wird durch die nach vorne zugespitzten Gesichtszüge verstärkt. Der Mund ist schmal und dünnlippig, die Nase lang. Die Hand ist so an das Gesicht gelehnt. Durch die Sicht des Betrachters von oben auf die Figur entsteht der Eindruck, als habe der Mann keine Hals, was seine Haltung gebückt aussehen lässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Untersuchung der Melancholie in drei ausgewählten Gemälden Munchs und führt die Relevanz des Gedichtes „Eifersucht“ von Don Coles ein.
2. Edvard Munch und der Symbolismus: Dieses Kapitel erläutert die Einordnung Munchs in die symbolistische Epoche und die biographischen sowie weltanschaulichen Hintergründe, die sein Werk prägten.
3. Bildbeschreibung der Gemälde:: Hier werden die drei Gemälde „Abend- Melancholie- Eifersucht“, „Weinende Frau (Melancholie)“ und „Eifersucht“ deskriptiv detailliert analysiert.
4. Deutung der Gemälde im Kontext der Melancholie: Der Abschnitt verknüpft die beschriebenen Bildelemente mit zentralen Motiven der Melancholie, wie Einsamkeit, Antriebslosigkeit und der symbolistischen Bedeutung der Landschaft.
5. Einbezug des Gedichtes „Eifersucht“ von Don Coles: Dieses Kapitel vergleicht die visuelle Dramatik der Gemälde mit dem Gedicht von Don Coles und arbeitet die Parallelen zwischen Eifersucht und Melancholie heraus.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die untrennbare Verbindung zwischen Munchs eigenem Leben und seinem künstlerischen Ausdruck.
Schlüsselwörter
Edvard Munch, Symbolismus, Melancholie, Eifersucht, Schwermut, Bildbeschreibung, Don Coles, Kunstgeschichte, Malerei, Motivik, Identität, Einsamkeit, Femme Fatale, biographischer Kontext.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit behandelt die Darstellung und Bedeutung der Melancholie im künstlerischen Werk von Edvard Munch anhand von drei spezifischen Gemälden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen der Symbolismus als Epoche, die biographische Prägung des Künstlers sowie die Interaktion zwischen menschlicher Psyche und landschaftlicher Umgebung im Bild.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die spezifische Ausprägung der Melancholie in den Werken zu identifizieren und diese durch einen Vergleich mit dem Gedicht von Don Coles tiefergehend zu interpretieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine deskriptive Bildanalyse mit einem biographischen Ansatz und einer komparativen Untersuchung unter Einbeziehung zeitgenössischer Lyrik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Bildbeschreibung, eine kunsthistorische Einordnung der Motive und eine literarische Analyse des Gedichtes im Kontext der Gemälde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Munch, Melancholie, Symbolismus, Eifersucht und das Verhältnis von Kunst und Leben definieren.
Welche Rolle spielt der „dunkle Garten“ im Gedicht und Bild?
Im Gedicht dient der Garten sowohl als tatsächlicher Schauplatz der Eifersucht als auch als fiktiver, melancholischer Ort, an dem die zerbrochenen Zukunftspläne des Protagonisten symbolisch begraben liegen.
Inwiefern beeinflusst die Femme Fatale-Thematik die Bilddeutung?
Die Figur der Frau wird als Auslöser für das Leiden des Mannes dargestellt; sie wird im symbolistischen Sinne als „Welträtsel“ oder „femme fatale“ gedeutet, die den Mann in die Melancholie stürzt.
- Citation du texte
- Anna-Lena Henkel (Auteur), 2006, Die Melancholie im Werk Edvard Munchs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53592