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Organisierte Interessen als Einflussfaktoren des politischen Prozesses. Regierende als Regierte organisierter Interessengruppen?

Title: Organisierte Interessen als Einflussfaktoren des politischen Prozesses. Regierende als Regierte organisierter Interessengruppen?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Lang (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Summary Excerpt Details

Organisierte Verbände und Interessengruppierungen genießen in Deutschland große gesellschaftliche und mediale Aufmerksamkeit. Nicht nur deshalb sagt man ihnen Einfluss auf die politische Arbeit der regierenden Personen und Parteien nach. Im Interessenpluralismus einer Demokratie kanalisieren sich in den großen Verbänden die Meinungen und Interessen ihrer Mitglieder wie in einem Schmelztiegel. Daraus entsteht ein Gewicht mit politischer Reichweite und Schlagkraft. Unterstützt durch hohe Mitgliederzahlen und ausgestattet mit weitreichenden Budgets wird politische Arbeit im Interesse der Gruppierung mit dem Ziel, Veränderungen nach einem verbandskonformen Kalkül durchzusetzen, durchgeführt. Vielen Interessengruppen gelingt es, Veränderungen anzustoßen und Drohkulissen gegenüber der Politik aufzubauen.
Doch wie groß sind die Einflussmöglichkeiten der Verbände in Deutschland tatsächlich? Werden die Regierenden durch massives Engagement besonders mitgliedsstarker und einflussreicher Verbände vielleicht sogar gedrängt, bestimmte Politik zu betreiben? In dieser Hausarbeit wird versucht der Frage auf den Grund zu gehen und, mit Blick auf einen ausgesuchten Teil der bisherigen wissenschaftlichen Diskussion, eine Antwort darauf zu finden. Die Möglichkeiten der Einflussnahme von Verbänden werden aufgeführt und auf die politischen Einflussmöglichkeiten hin untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Verbände und Gemeinwohl

1.1 Interessengruppen als Teil der Gesellschaft

1.2 Interessengruppen als Schmelztiegel von Einzelinteressen

1.3 Gesellschaftlicher Nutzen von Interessengruppen

2 Politische Partizipation des Volkes

2.1 Wahlen

2.2 Bürgerinitiativen

2.3 Parteien

3 Möglichkeiten der Einflussnahme von Interessengruppen auf die Politik

3.1 Druck der Öffentlichkeit

3.2 Kontakte zu Parlamentariern

3.3 Teilnahme an Ausschüssen

3.4 Illegale Praktiken

4 Politiker im Kräftefeld zwischen Gewissen, Volk und Interessengruppierungen

4.1 Polaritäten und ihre Kräfte auf die Politik

4.2 Gegenmaßnahmen zum Einfluss organisierter Interessen

4.3 Regierende als Regierte?

5 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss organisierter Interessengruppen auf den politischen Prozess in der Bundesrepublik Deutschland und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob die Regierenden durch diese Gruppen in ihren Entscheidungen fremdbestimmt werden.

  • Die Rolle und Funktion von Verbänden als Mittler zwischen Gesellschaft und Politik.
  • Möglichkeiten der politischen Partizipation durch Wahlen, Bürgerinitiativen und Parteien.
  • Konkrete Einflussstrategien von Verbänden auf den Gesetzgebungsprozess.
  • Die Spannungssituation von Politikern im Interessengeflecht zwischen Gemeinwohl und Lobbyismus.

Auszug aus dem Buch

1.2 Interessengruppen als Schmelztiegel von Einzelinteressen

Im entstandenen Konsens einer demokratischen Mehrheit werden ausscherende Einzelinteressen oder extreme Ansichten ausgeklammert (von Alemann 1989 S. 188). Die Aggregation von Interessen ist notwendige Voraussetzung für die politische Handlungsfähigkeit eines Verbandes. Denn eine ungebündelt durch alle Mitglieder artikulierte Forderung nach Außen würde die Interessengruppe handlungsunfähig und den großen Vorteil, nämlich die Vereinigung der Kräfte unter der Prämisse eines gemeinsamen Konsens, beeinträchtigen (vgl. Straßner 2005 S.236). Dieser Vereinigungs- und Kanalisierungsprozess gestaltet sich natürlich schwieriger bei besonders heterogenen Interessenlagen und polaren Positionen.

Im Konsens vieler Einzelinteressen setzen sich durch Diskussion nach dem demokratischem Prinzip realistisch durchsetzbare und mehrheitsfähige Interessen durch. Diese Selektionsleistung von Verbänden, die vornehmlich in der Findung eines Kompromisses und der Kanalisierung eventuell divergierender Interessensgegensätze liegt, ist nicht nur eine für den Verband notwendige Leistung, sondern auch von Vorteil für die Politik (vgl. Sebaldt 1997 S. 27). Die Ausrichtung bestimmter Interessen zu einem massentauglichen Kompromiss ist auch gleichzeitig immer eine Vereinfachung der gesellschaftlichen Realität (vgl. Straßner 2005 S. 238). Auch Rudzio spricht bei der Aggregierung von Interessen von einer gesellschaftlich notwendigen Komplexitätsreduktion, welche die Interessen überschaubar und damit verarbeitbar macht (vgl. Rudzio 2003 S. 71). In der Repräsentation gesellschaftlicher Vielfalt führt die Filterfunktion der Verbände nicht nur zu einem Konsens innerhalb des Verbands, sondern kann auch im Dialog eines Verbands oder mehrerer Verbände einen Spiegel gesellschaftlicher Realität entwickeln.

Zusammenfassung der Kapitel

Verbände und Gemeinwohl: Dieses Kapitel erläutert die Rolle von Verbänden bei der Interessenbündelung und ihre gesellschaftliche Funktion im demokratischen System.

Politische Partizipation des Volkes: Hier werden Partizipationsformen wie Wahlen, Bürgerinitiativen und Parteiarbeit analysiert und deren Bedeutung für das demokratische Engagement dargestellt.

Möglichkeiten der Einflussnahme von Interessengruppen auf die Politik: Dieses Kapitel untersucht Methoden des Lobbyismus, darunter Medienarbeit, direkte Kontakte zu Parlamentariern und die Mitwirkung in Ausschüssen.

Politiker im Kräftefeld zwischen Gewissen, Volk und Interessengruppierungen: Die Analyse konzentriert sich auf das Spannungsfeld, in dem sich gewählte Volksvertreter zwischen Sachzwängen, Interessenvertretung und ihrem Gewissen bewegen.

Ausblick: Das Fazit bewertet die Unverzichtbarkeit von Verbänden und betont die Notwendigkeit einer kritischen Beobachtung hinsichtlich Amtsmissbrauch und Korruptionsgefahren.

Schlüsselwörter

Organisierte Interessen, Verbände, Gemeinwohl, Lobbyismus, Politische Partizipation, Wahlen, Bürgerinitiativen, Parteien, Parlament, Ausschüsse, Interessenaggregation, Demokratie, Interessenpluralismus, politische Willensbildung, Deutschland

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss von organisierten Interessenverbänden auf den politischen Entscheidungsprozess in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit deckt die Funktionen von Verbänden, Formen der politischen Partizipation, Strategien der Einflussnahme und das Spannungsfeld der Politiker ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit politische Entscheidungsträger durch Interessengruppen in ihrem Handeln beeinflusst oder sogar fremdbestimmt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und den Vergleich wissenschaftlicher Diskussionen seit den 1950er Jahren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Partizipationsmöglichkeiten, konkrete Lobbying-Methoden wie Ausschussarbeit und der Interessendruck auf Abgeordnete detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den Kernbegriffen zählen organisierte Interessen, Lobbyismus, Interessenaggregation, Gemeinwohl und politische Partizipation.

Warum sind Bürgerinitiativen als Partizipationsform besonders attraktiv?

Sie bieten eine Möglichkeit für kurzfristiges, themenspezifisches Engagement ohne die starren Hierarchien traditioneller Parteien oder Großverbände.

Wie bewertet der Autor den Einfluss von kleinen gegenüber großen Verbänden?

Interessanterweise zeigt die Untersuchung, dass auch kleinere Verbände oft erfolgreich ihre Interessen durchsetzen können, da für ihre spezifischen Anliegen häufig keine organisierten Gegenkräfte existieren.

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Details

Title
Organisierte Interessen als Einflussfaktoren des politischen Prozesses. Regierende als Regierte organisierter Interessengruppen?
College
University of Flensburg  (WIrtschafts und Politik und seine Didaktik)
Course
Einführung in das politische System der Bundesrepublik Deutschland
Grade
1,3
Author
Christian Lang (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V53599
ISBN (eBook)
9783638490078
ISBN (Book)
9783640332489
Language
German
Tags
Organisierte Interessen Einflussfaktoren Prozesses Regierende Regierte Interessengruppen Einführung System Bundesrepublik Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Lang (Author), 2005, Organisierte Interessen als Einflussfaktoren des politischen Prozesses. Regierende als Regierte organisierter Interessengruppen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53599
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