Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Business economics - Economic Policy

Das Verhältnis von Pädagogik und Ökonomie im Menschenbild des Homo Oeconomicus - Welche Aufgabe hat darin die Pädagogik?

Title: Das Verhältnis von Pädagogik und Ökonomie im Menschenbild des Homo Oeconomicus - Welche Aufgabe hat darin die Pädagogik?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christian Lang (Author)

Business economics - Economic Policy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Ökonomische Elemente nehmen immer größere Bereiche der Erfahrungswelt eines jeden Einzelnen von uns ein. Durch Großbildposter und Werbung unterbrochene Filme bereits daran gewöhnt, ist die Kommerzialisierung der Gesellschaft in vollem Zuge und macht auch vor der Kultur keinen Halt. Sportfeste, Musikaufführungen und die Restaurierung kulturhistorischer Bauten finden unter dem Namen eines „Sponsors“ statt, der das jeweilige Ereignis finanziell unterstützt und als Gegenleistung öffentliche Erwähnung findet. Schöne Dinge für sich selbst entstehen zu lassen, findet wenig Unterstützung. Es bedarf eines Zweckes und eines Nutzens diese Dinge entstehen zu lassen, um damit möglichen Kunden eine Botschaft vermitteln zu können. Unlängst wurde der Universität Kiel ein Angebot unterbreitet, Hörsäle durch Unternehmen sponsern zu lassen. Dies hätte dann den Abschied von einer Nummerierung der Säle bedeutet, und die Studenten hätten sich fortan im „Sparkassen-“ oder „McDonalds-Saal“ für eine betriebswirtschaftliche Vorlesung treffen müssen. Inwieweit in diesem Umfeld Lernen ohne indirekte Beeinflussung durch Unternehmen möglich bleibt ist fraglich.
Diese Beispiele zeigen nur allzu deutlich, wie stark die Ökonomie in unser Leben getreten ist. In den Wirtschaftswissenschaften wird das Menschenbild des Homo Oeconomicus verwendet, der das Individuum als ein von Eigennutz und rationalen Entscheidungen getriebenes Wesen beschreibt. Welche Rolle könnte in diesem Menschenbild die Pädagogik spielen? Die folgende Arbeit beschreibt zunächst im ersten Kapitel das Konzept des Menschenbildes Homo Oeconomicus und zeigt dann Elemente auf, in denen die Pädagogik eine besondere Rolle spielen kann. Dabei finden gesellschaftliche Herausforderungen Beachtung und Grenzen des Modells werden aufgezeigt.

Diese Ausarbeitung soll keine Diskussion über den Sinn eines Wirtschaftsunterrichts als Pflichtfach aller allgemein bildenden Schulen leisten, sondern geht der Frage nach, welche Rolle die Pädagogik in einer Gesellschaft spielt, die nach den Regeln im Menschenbild des Homo Oeconomicus handelt.
Auf eine ausführliche Definition und Darstellung der Philosophie, die hinter der Idee des Homo Oeconomicus steht, soll nur kurz, dem Umfang dieser Arbeit entsprechend, eingegangen werden. Elemente aus der Philosophie von Platon, Kant und den grundlegenden Gedanken von A. Smith sind deshalb nur am Rande erwähnt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Das Konzept vom Menschenbild „Homo Oeconomicus“

1.1 Definition

1.2 Entstehung des Menschenbildes „Homo Oeconomicus“

1.3 Theorien und Konzepte

1.4 Homo Sapiens = Homo Oeconomicus?

2 Die Ökonomie aus dem Blickwinkel der Pädagogik

2.1 Ökonomischer Bedarf an Bildung

2.2 Akzentuierung der Pädagogik für den wirtschaftenden Menschen

3 Die Aufgabe der Pädagogik im Menschenbild des Homo Oeconomicus

3.1 Ökonomie und Moral

3.2 Leitbild für den pädagogischen Ansatz

3.3 Das Unterrichtsfach Wirtschaft in der Schule

3.4 Aufgabe der Pädagogik im Menschenbild des Homo Oeconomicus

4 Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Pädagogik und Ökonomie im Kontext des Menschenbildes „Homo Oeconomicus“. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, welche Rolle die Pädagogik in einer Gesellschaft einnehmen kann, die primär nach rationalen, ökonomischen Prinzipien des Eigennutzes handelt.

  • Analyse der theoretischen Grundlagen und der Entstehung des Homo Oeconomicus
  • Reflektion der Grenzen rein ökonomischer Verhaltensmodelle
  • Untersuchung des pädagogischen Beitrags zur Bildung eines mündigen Konsumenten
  • Diskussion über die Integration moralischer Werte und sozialen Verantwortungsgefühls („public spirit“)
  • Evaluierung der Notwendigkeit und Didaktik eines eigenständigen Schulfachs Wirtschaft

Auszug aus dem Buch

1.1 Definition

Der Begriff Homo Oeconomicus ist ein humoristischer Verweis auf die aus der Biologie bekannte Bezeichnung Homo Sapiens und versteht den Menschen als Individuum mit dem Ziel der persönlichen Nutzenmaximierung. Darunter ist zu verstehen, dass für die Erlangung eines maximalen Nutzens, unter Berücksichtigung und Abwägung verfügbarer Informationen, die vorteilhafteste ausgewählt und auf der Basis rationaler Analytik umgesetzt wird. Man versucht mit dem Modell grundsätzliche menschliche Handlungsprinzipien in ökonomischen Zusammenhängen zu erklären.

Das Verhaltensmodell des „Homo Oeconomicus“ basiert somit auf der Annahme, dass jedes Individuum dazu tendiert, nach einer rationalen Abwägung und Auswahl der Entscheidungsmöglichkeiten zu selektieren und dabei den Blick auf eine persönliche Nutzenmaximierung unter Abwägung der Unsicherheiten und möglichen Risiken zu richten (vgl. Kirchgässner 1991 S. 14ff). Oder anders ausgedrückt handelt das Individuum im Menschenbild des „Homo Oeconomicus“ nach dem Prinzip des Maximierens unter der Prämisse, aus den gegebenen Mitteln maximalen Nutzen ziehen zu können und dem Prinzip des Minimierens, bei dem zur Zielerreichung nur ein berechneter Mindestaufwand investiert wird (vgl. ebd. 38ff).

Für die Wohlfahrt der Nationen kann im Menschenbild des „Homo Oeconomicus“ die Basis allen ökonomischen Handelns gesehen werden. Denn dieser Ansatz geht davon aus, dass der enthemmte Egoismus des Einzelnen zu einem Wohlfahrtsgewinn der Gemeinschaft führt. Diese beiden Kräfte scheinen zunächst konträr zu sein. Das dem Menschen innewohnende egoistische Verhalten scheint nur schwer mit dem Streben nach dem Nutzen für Alle im Sinne des Gemeinwohls in Einklang zu bringen. Doch dies ist möglich als ein Ergebnis aus dem Streben nach eigenem Wohlstand und der Güteranreicherung. Denn dieses Streben führt dazu, dass auch der gesellschaftliche Wohlstand gesteigert wird (vgl. Smith 1993 S. 98). Diesen zentralen Zuteilungsmechanismus in den Interaktionen des Marktes bezeichnet Smith auch als die „unsichtbare Hand“.

Zusammenfassung der Kapitel

Das Konzept vom Menschenbild „Homo Oeconomicus“: Dieses Kapitel definiert den Homo Oeconomicus als rationales Nutzenmaximierungsmodell, beleuchtet seine historische Entstehung durch Handel und Geldwirtschaft und stellt kritische Fragen zu seiner Geltung als universelles Menschenbild.

Die Ökonomie aus dem Blickwinkel der Pädagogik: Hier wird untersucht, wie Pädagogik den Menschen auf ein Leben im ökonomischen Umfeld vorbereiten kann, um durch Bildung zu einem reflektierten und verantwortungsbewussten Handeln zu gelangen.

Die Aufgabe der Pädagogik im Menschenbild des Homo Oeconomicus: Dieses Kapitel analysiert das Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Moral und diskutiert die pädagogische Notwendigkeit, neben kommerzieller Gesinnung auch einen „public spirit“ zu fördern.

Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert die Risiken einer rein ökonomisch getriebenen Gesellschaft und betont die Bedeutung sozialer Elemente für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung.

Schlüsselwörter

Homo Oeconomicus, Pädagogik, Ökonomische Bildung, Nutzenmaximierung, Gemeinwohl, Public Spirit, Wirtschaftsunterricht, Rationalität, Marktwirtschaft, Wertewandel, Verantwortung, Sozialverhalten, Eigennutz, Didaktik, Wirtschaftsethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verhältnis zwischen pädagogischen Erziehungszielen und dem ökonomischen Modell des Homo Oeconomicus, welches den Menschen als rein rational und eigennützig handelndes Wesen beschreibt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition und Kritik des Homo Oeconomicus, die Rolle von Werten in der Wirtschaft, die Notwendigkeit ökonomischer Bildung sowie die Bedeutung sozialer Verantwortung in einer marktwirtschaftlich geprägten Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche spezifische Aufgabe der Pädagogik in einer Gesellschaft zukommt, die nach den Prinzipien der Nutzenmaximierung handelt, um Fehlentwicklungen entgegenzuwirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf Literaturanalyse und der Interpretation verschiedener wirtschafts- und erziehungswissenschaftlicher Ansätze basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Modells, die pädagogische Einordnung ökonomischer Kompetenzen und die Diskussion über die moralische Dimension wirtschaftlichen Handelns in der schulischen Bildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Homo Oeconomicus, ökonomische Bildung, Gemeinwohl, Public Spirit und die ethische Reflexion des Wirtschaftens.

Warum ist laut Autor ein „public spirit“ in der heutigen Gesellschaft so wichtig?

Der Autor argumentiert, dass eine Gesellschaft, die nur aus Homo Oeconomici besteht, ihre Menschlichkeit verliert; ein „public spirit“ ist daher notwendig, um Verantwortung für Mitmenschen zu übernehmen und soziale Sicherheit zu gewährleisten.

Wie steht der Autor zur Einführung eines Unterrichtsfaches Wirtschaft?

Der Autor sieht ein Fach Wirtschaft als sinnvoll an, warnt jedoch vor einer zu starken Reduktion auf reine Fakten und betont, dass es der Wirtschaftsdidaktik bedarf, um ein kritisches Verständnis für ökonomische Prozesse zu fördern.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Das Verhältnis von Pädagogik und Ökonomie im Menschenbild des Homo Oeconomicus - Welche Aufgabe hat darin die Pädagogik?
College
University of Flensburg  (Wirtschaft und Politik und seine Didaktik)
Course
Ökonomische Bildung in Schule und Hochschule - Konzepte und Kontroversen
Grade
1,7
Author
Christian Lang (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V53603
ISBN (eBook)
9783638490108
ISBN (Book)
9783640332465
Language
German
Tags
Verhältnis Pädagogik Menschenbild Homo Oeconomicus Welche Aufgabe Pädagogik Bildung Schule Hochschule Konzepte Kontroversen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Lang (Author), 2005, Das Verhältnis von Pädagogik und Ökonomie im Menschenbild des Homo Oeconomicus - Welche Aufgabe hat darin die Pädagogik?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53603
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint