Die Rolle der Beziehungen zwischen Tochtergesellschaft und Muttergesellschaft für den Erfolg ausländischer Direktinvestitionen in China


Seminararbeit, 2005
14 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG
1.2 VORGEHENSWEISE

2 KONZEPTIONELLE UND EMPIRISCHE GRUNDLAGEN
2.1 OPTIONEN DES MARKTEINTRITTS AUSLÄNDISCHER UNTERNEHMEN IN CHINA
2.2 STANDORTAUSPRÄGUNGEN IN CHINA
2.3 FRAGEN DER VERTRAGSGESTALTUNG VON JOINT VENTURES

3 BEREICHE DER MUTTER-TOCHTER-BEZIEHUNGEN
3.1 HUNDERTPROZENTIGE TOCHTERGESELLSCHAFTEN
3.2 JOINT VENTURES

4 SICHERUNG DES UNTERNEHMENSERFOLGS DER TOCHTERGESELLSCHAFTEN

5 SCHLUSSFOLGERUNG

6 LITERATURVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG

1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG

Die Geschäftstätigkeit vieler Unternehmen beschränkt sich heutzutage nicht mehr nur auf den Heimatmarkt. Weltweit verfolgen mittlerweile große, mittelständische und zunehmend auch kleine Unternehmen die Strategie grenzübergreifender Tätigkeit. Das Auslandsgeschäft wird für sie nicht nur immer attraktiver, sondern zu einer Notwendigkeit, um unter dem steigenden Wettbewerbsdruck bestehen zu können. Aufgrund der durch die fortschreitende Globalisierung steigenden Mobilität von Produktionsfaktoren werden immer häufiger ausländische Direktinvestitionen getätigt, um neue Märkte, wie z.B. die Volksrepublik China, zu erschließen.1

Seit seiner Öffnung aus einer beinahe kompletten außenwirtschaftlichen Isolierung im Jahr 1978 gehört die VR China zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Inzwischen ist sie die sechstgrößte Volkswirtschaft weltweit und drittgrößte Handelsnation nach den USA und Japan.2 Unter anderem ist der hohe Zufluss ausländischen Kapitals für dieses Wachstum verantwortlich.

Der chinesische Markt hebt sich durch seine Größe, Bevölkerungszahl und kulturelle Vielfalt von anderen, auch asiatischen, Volkswirtschaften ab. Investoren sollten das Land nicht unterschätzen. Ein ʺSeemöwenmanöverʺ (ʺ mit Gekreische anfliegen, Mist ablassen und schnell wieder abhauen ʺ3 ), also eine Marktbearbeitung ohne lokale Präsenz, z.B. durch Exporte, wird nur geringe Erfolgschancen haben. So ist China seit 2002 das weltweit größte Empfängerland für Direktinvestitionen.4 2004 gingen acht Prozent der weltweiten Direktinvestitionen nach China.5

In einem derart umkämpften Markt entscheiden verschiedene Faktoren über den Erfolg oder Misserfolg von Direktinvestitionen. Neben wesentlichen Umweltfaktoren wie der Infrastruktur, politischer Stabilität und der Wirtschaftslage sind interne Unternehmensfaktoren ausschlaggebend für eine erfolgreiche Marktbearbeitung. Eine hohe interkulturelle Managementkompetenz, sorgfältig ausgewählte lokale Partner und eine ausgearbeitete Strategie sind offensichtlich nötig, um auf diesem Markt hohe Leistungen zu erzielen.

Doch welchen Beitrag leisten die Muttergesellschaften zum Funktionieren ihrer chinesischen Tochtergesellschaften? Können multinationale Unternehmen ihre Töchter mit nützlichen Ressourcen ausstatten und so komparative Vorteile schaffen, oder spielt sich der Wettbewerb vor Ort ab?

In dieser Arbeit soll die Rolle der Beziehungen zwischen Tochter- und Mutterunternehmen analysiert werden. Es wird untersucht, ob sich ein hoher Einfluss der Muttergesellschaft in verschiedenen Gebieten positiv oder negativ auf die Leistung ihrer ausländischen Töchter auswirkt.

1.2 VORGEHENSWEISE

Nach der Darstellung der Problemlage sollen im zweiten Kapitel der Arbeit konzeptionelle und empirische Grundlagen vermittelt werden, um einen Einstieg in die Thematik zu erleichtern. Es wird gezeigt, welche Eintrittsoptionen ausländische Unternehmen auf dem chinesischen Markt haben, wobei besonders auf Direktinvestitionen eingegangen wird. Des weiteren werden Besonderheiten der Vertragsgestaltung in China aufgezeichnet. Im Anschluss daran werden die Beziehungen zwischen Mutter- und Tochtergesellschaften in China ausführlich untersucht. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem Einfluss der Muttergesellschaften auf den Erfolg von Direktinvestitionen. Es wird erläutert, welche Form der Direktinvestitionen bei unterschiedlichen Kontrollwünschen seitens der Muttergesellschaft gewählt wird. Im vierten Kapitel werden Faktoren gezeigt, die zum Erfolg von Tochtergesellschaften führen können. Es erfolgt eine Darstellung, wie Unternehmen die Risiken eines Schwellenmarktes umgehen und Chancen nutzen können. Im fünften Kapitel werden die Ergebnisse dieser Arbeit abschließend dargestellt.

2 KONZEPTIONELLE UND EMPIRISCHE GRUNDLAGEN

2.1 OPTIONEN DES MARKTEINTRITTS AUSLÄNDISCHER UNTERNEHMEN IN CHINA

Um auf einem neuen Markt vertreten zu sein, können Unternehmen verschiedene Formen des Markteintritts wählen. Die Wahl der Markteintrittsform unterscheidet sich, je nachdem wieviel Kontrolle ein Unternehmer auf das Auslandsgeschäft ausüben möchte und wie risikofreudig bzw. -avers er ist. Ebenso wichtig ist, inwiefern ein Unternehmen mit den politischen und kulturellen Besonderheiten eines Landes vertraut ist. Möchte ein Unternehmen kein großes Risiko eingehen und kennt es sich mit den Besonderheiten eines Landes noch wenig aus, dann empfehlen sich direkter oder indirekter Export oder Lizenzvereinbarungen. Ist das Gegenteil der Fall, und ist ein Unternehmen mit dem chinesischen Markt gut vertraut, so ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft die passende Option des Markteintritts. Zwischen diesen beiden Extremen bieten sich Mittelwege, wie Joint Ventures oder Franchising, an.6

Die Wahl der Markteintrittsform beeinflusst den Erfolg des Unternehmens im jeweiligen Gastland, daher sollten Unternehmer vor dem Markteintritt genauestens untersuchen, welche Option des Markteintritts ihren Zielen am besten entspricht.7

Zur Erschließung des chinesischen Marktes errichten ausländische Unternehmen immer häufiger Tochtergesellschaften oder beteiligen sich an chinesischen Unternehmen. Diese Formen des Markteintritts beinhalten einen Kapitaltransfer ins Ausland und sind somit Direktinvestitionen. Das ausländische Unternehmen verlagert Kapital und Arbeitsplätze ins Ausland und erhofft sich damit eine Verbesserung seiner Wettbewerbsposition. In China wird die Wahl des Markteintritts teilweise durch regulative Vorgaben bestimmt. Lange Zeit wurden ausländische Direktinvestitionen von der Regierung nicht erlaubt. Zu Beginn der 80er Jahre, in denen sich das Land durch wirtschaftspolitische Reformmaßnahmen und eine expansive Liberalisierungspolitik gegenüber den Weltmärkten geöffnet hat, fanden zunächst ressourcen- und effizienzorientierte Investitionen nach China statt. Mit steigendem ökonomischen Entwicklungsstand wurde das Land dann auch als Absatzmarkt begriffen, der zusehends Direktinvestitionen in höhere Wertschöpfungsaktivitäten anzog.8 Mit seinem Beitritt zur WTO im Jahr 1999 hat sich China verpflichtet, Vorgaben zur Liberalisierung seines Außenhandels zu erfüllen, seine Beschränkungen gegenüber ausländischen Unternehmen abzubauen und diese nicht mehr gegenüber staatlichen Unternehmen zu benachteiligen.

2.2 STANDORTAUSPRÄGUNGEN IN CHINA

Die Faktoren, welche Unternehmen zu Direktinvestitionen veranlassen, können sich im Zeitverlauf ändern. Gründe können zum Beispiel eine steigende Konkurrenz auf dem Heimat- bzw. Zielmarkt oder aber Kosteneinsparungsmaßnahmen sein, in der Hoffnung, im Ausland günstigere Produktionskosten zu erzielen. Auch Maßnahmen des Staates beeinflussen Direktinvestitionen.9

Während die USA lange Zeit größter Empfänger ausländischer Direktinvestitionen waren, konnte China ihnen diesen Rang im Jahr 2002 streitig machen. Im Jahr 2003 betrug der Wert ausländischer Importe nach China 413 Mrd. USD, ausländische Direktinvestitionen betrugen im Jahr 2004 mehr als 60 Mrd. USD. Sie erfolgen hauptsächlich in Form von hundertprozentigen Tochterunternehmen, Equity Joint Ventures und Cooperative Joint Ventures.10

Inzwischen entfallen zwei Drittel der Direktinvestitionen in China auf die Gründung einer hundertprozentigen ausländischen Tochter. Dieser hohe Anteil lässt sich dadurch begründen, dass China für viele europäische und amerikanische Investoren ein Land mit hoher kultureller Distanz ist und ein hohes Investitionsrisiko besteht. Transaktionskosten, welche bei der Suche, Verhandlung und Durchführung eines Joint Ventures entstehen, sind in diesem Fall größer als die Kosten direkter Kontrolle, die durch eine hundertprozentige Tochter entstehen. Darüber hinaus hat auch die Liberalisierungsoffensive der chinesischen Regierung zu einem Anstieg der Gründung hundertprozentiger Tochtergesellschaften geführt, viele beschränkende Regelungen, wie z.B. ein geforderter Devisenausgleich, wurden nun abgeschafft. Aufgrund negativer Erfahrungen der investierenden Unternehmen verliert das Cooperative Joint Venture immer mehr an Bedeutung.

[...]


1 Vgl. Gutowski, A. (2003), S. 5.

2 Auswärtiges Amt - Länderinformation China

3 Vgl. Blume (2005), S. 1.

4 Chinafokus - Gesamtwirtschaft

5 Vgl. Blume (2005), S. 1.

6 Vgl. Davis, P. et al. (2000), S. 239f.

7 Vgl. Davis, P. et al. (2000), S. 240.

8 Vgl. Sethi, D. et al. (2003), S. 317.

9 Vgl. Sethi, D. et al. (2003), S. 315.

10 IHK Köln – Länderschwerpunkt China

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Rolle der Beziehungen zwischen Tochtergesellschaft und Muttergesellschaft für den Erfolg ausländischer Direktinvestitionen in China
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Veranstaltung
Seminar zur Entwicklungsökonomie und internationalen Wirtschaft
Note
1,7
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V53604
ISBN (eBook)
9783638490115
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rolle, Beziehungen, Tochtergesellschaft, Muttergesellschaft, Erfolg, Direktinvestitionen, China, Seminar, Entwicklungsökonomie, Wirtschaft
Arbeit zitieren
Anonym, 2005, Die Rolle der Beziehungen zwischen Tochtergesellschaft und Muttergesellschaft für den Erfolg ausländischer Direktinvestitionen in China, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53604

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