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Über Hilfeverhalten und zivilcouragiertes Handeln

Title: Über Hilfeverhalten und zivilcouragiertes Handeln

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 15 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Tamara Takac (Author)

Psychology - Social Psychology
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Zivilcourage ist mutiges Verhalten zum Wohle eines anderen, das sich nach moralischen Grundsätzen richtet. Darüber hinaus ist zivilcouragiertes Handeln an Grundprinzipien ausgerichtet, die in der Zivilgesellschaft vertreten werden. Es ist ein überlegtes, aktives und trotz Risiken durchgeführtes Handeln. Zivilcourage kann man als ein Anwendungsgebiet des Hilfeverhaltens bezeichnen. Hilfeverhalten ist abhängig von dem eigenen Kompetenzgefühl, der sozialen Verantwortung, aber auch Kosten-Nutzen-Rechnungen. Die Empathie beeinflusst die Wahrscheinlichkeit des Handelns. Zivilcourage ist abhängig von der moralischen Motivation, die sich schon früh entwickelt und von Eltern und dem näheren Umfeld der Kinder abhängt. Zivilcourage ist somit ein Hilfeverhalten, dass sich von Risiken für das eigene Wohl nicht abschrecken lässt und „höheren“ Zielen gewidmet scheint. Die Fremdenfeindlichkeitsproblematik in Deutschland zeigt wie wichtig die Zivilcourage ist. Fremdenfeindlichkeit, Übergriffe oder Unfälle sind Situationen, in denen zivilcouragiertes Handeln oder Hilfeverhalten gefordert sind. Dennoch kommt es häufig vor, dass niemand hilft, niemand handelt.
Dieser Text geht den Voraussetzungen und Hemmnissen für Hilfeverhalten und zivilcouragiertes Handeln auf den Grund. Die beiden Begriffe "zivilcouragiertes Handeln" und "Hilfeverhalten" werden definiert und anhand von Beispielen verschiedene sozialpsychologische Theoriekonzepte (z.B. Empathie-Altruismus Theorie, dispositionale Empathie, Diffusion der Verantwortung oder pluralistische Ignoranz) näher erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Handlungen in konkreten Situationen

2. Zwei Konzepte: Zivilcourage und Hilfeverhalten

2.1 Hilfeverhalten: Theorien, Motive, Hemmungen

2.2 Zivilcouragiertes Handeln: Voraussetzungen und Hindernisse

2.3 Hilfeverhalten und Zivilcourage: Zur Ausländerproblematik

2.4 Zusammenfassung

3 Ausblick und Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die psychologischen Grundlagen von Hilfeverhalten und Zivilcourage, analysiert deren Hemmfaktoren in Notsituationen und beleuchtet die Relevanz dieser Konzepte im Kontext von Fremdenfeindlichkeit in Deutschland.

  • Definition und Abgrenzung von Hilfeverhalten und Zivilcourage
  • Psychologische Theoriekonzepte zu Motiven und Hemmnissen (z. B. Verantwortungsdiffusion)
  • Die Rolle von Sozialisation und moralischer Motivation
  • Die Bedeutung von Zivilcourage bei fremdenfeindlichen Übergriffen
  • Praktische Implikationen zur Förderung von Handlungsbereitschaft

Auszug aus dem Buch

2.1 Hilfeverhalten: Theorien, Motive, Hemmungen

Um die beiden Konzepte, Hilfeverhalten und Zivilcourage, etwas voneinander abzugrenzen, ist zunächst eine getrennte Betrachtung von Nutzen. München ist eine Großstadt. Täglich besuchen viele ausländische Touristen die Stadt. Wer wurde noch nicht in gebrochenem Englisch angesprochen und nach dem Weg gefragt? Meistens bemüht man sich korrekt und verständlich Auskunft zu geben. Allein diese kleine Geste ist schon Hilfeverhalten. Hilfreiches Verhalten wird auch prosoziales oder altruistisches Verhalten genannt. Definiert wird dieses Verhalten „als beabsichtigte Handlung zum Wohle einer anderen konkreten Person, die keinen Dritten schädigt, persönlichen Nutzen aber nicht ausschließt“ (Frey u.a. 2001: 95). Obwohl der Altruismus eigentlich von Handeln ohne persönlichen Nutzen ausgeht, wird er meist gleichbedeutend zum prosozialen Verhalten behandelt, wobei der Einfluss von persönlichem Nutzen nicht ausgeschlossen wird (vgl. ebd.). Wichtig für das Hilfeverhalten ist das freiwillige Handeln, das Helfen von sich aus. Die individuellen Absichten werden untergeordnet, um jemanden zu helfen (vgl. Bierhoff 2002).

Einem Fremden eine Wegbeschreibung zu geben ist natürlich mit weniger Risiken behaftet, als einen Passanten mit einer Herzattacke wieder zu beleben. Doch aus welchen Motivationen heraus handelt der Mensch prosozial und leistet Hilfe? Um dies zu erklären unterscheidet Bierhoff drei Analyseebenen von Hilfeverhalten, denen sich unterschiedliche Theoriekonzepte zuordnen lassen: 1. Die interpersonelle Ebene, der die Empathie-Altruismus Theorie zugewiesen wird. 2. Die normative Ebenen, auf der die Theorie der sozialen Verantwortung angesiedelt ist. 3. Die Persönlichkeitsebene mit der Theorie der dispositionalen Empathie (vgl. Bierhoff 2002).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Handlungen in konkreten Situationen: Die Autorin reflektiert einen dramatischen Unfall an einer Münchner U-Bahn-Station, um die psychologische Hemmschwelle und die Relevanz von Zivilcourage und Hilfeverhalten einzuleiten.

2. Zwei Konzepte: Zivilcourage und Hilfeverhalten: Dieses Kapitel erläutert theoretische Ansätze, Motive und Hemmnisse für prosoziales Handeln, definiert Zivilcourage als spezielles Handlungsfeld und diskutiert die Problematik der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland.

3 Ausblick und Schluss: Es wird hervorgehoben, dass jeder Einzelne durch aktives Eingreifen und das Setzen von Vorbildern zur Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit beitragen kann und dass Zivilcourage eine unverzichtbare gesellschaftliche Pflicht darstellt.

Schlüsselwörter

Hilfeverhalten, Zivilcourage, Prosoziales Verhalten, Fremdenfeindlichkeit, Empathie, Verantwortungsdiffusion, Pluralistische Ignoranz, Sozialisation, Altruismus, Zivilgesellschaft, Normen, Handlungsbereitschaft, Diskriminierung, Sicherheitsgefühl, Moralische Motivation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die psychologischen Hintergründe von Hilfeverhalten und Zivilcourage sowie deren Bedeutung für das gesellschaftliche Zusammenleben, insbesondere im Hinblick auf fremdenfeindliche Vorfälle.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Hilfeverhalten, die Abgrenzung zur Zivilcourage, psychologische Hemmnisse wie die Verantwortungsdiffusion und die gesellschaftliche Relevanz von Zivilcourage gegenüber Ausländerfeindlichkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, zu ergründen, warum Menschen in Notlagen oft nicht eingreifen, und aufzuzeigen, wie durch theoretisches Wissen und Training die Bereitschaft zu zivilcouragiertem Handeln gestärkt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf sozialpsychologischen Konzepten und Studien zu Hilfeverhalten und Zivilcourage basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Hilfsverhalten, die Analyse von Hemmfaktoren, die spezifische Erörterung von Zivilcourage als Form des prosozialen Verhaltens und die Anwendung dieser Konzepte auf das Problem der Fremdenfeindlichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Zivilcourage, Hilfeverhalten, Empathie, Verantwortungsdiffusion und soziale Verantwortung.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen Hilfeverhalten und Zivilcourage?

Während Hilfeverhalten allgemein Handlungen zum Wohl anderer umfasst, zeichnet sich Zivilcourage durch die Verteidigung übergeordneter, moralischer Grundprinzipien aus, oft verbunden mit persönlichen Risiken.

Welche Rolle spielt die Sozialisation laut der Autorin?

Die Sozialisation, insbesondere durch das Elternhaus, legt den Grundstein für die Entwicklung von Werten, Normen und Empathie, welche die Basis für spätere Zivilcourage bilden.

Welche Bedeutung haben U-Bahn-Unfälle für diese Analyse?

Sie dienen als konkrete, erschütternde Fallbeispiele für die Zuschauer-Problematik, um zu veranschaulichen, wie psychologische Hemmmechanismen lebensgefährliche Folgen haben können.

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Details

Title
Über Hilfeverhalten und zivilcouragiertes Handeln
College
LMU Munich  (Institut für Psychologie)
Course
Seminar: Training zur Förderung von Zivilcourage gegen Fremdenfeindlichkeit
Grade
sehr gut
Author
Tamara Takac (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V53618
ISBN (eBook)
9783638490184
ISBN (Book)
9783638779333
Language
German
Tags
Hilfeverhalten Handeln Seminar Training Förderung Zivilcourage Fremdenfeindlichkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tamara Takac (Author), 2004, Über Hilfeverhalten und zivilcouragiertes Handeln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53618
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