Diese Publikation legt den Schwerpunkt auf die sowjetische Außenpolitik zur Zeit der Perestroika von 1985 bis 1991. 1985 erfolgte der Regierungsantritt von Michail Gorbatschow in der Sowjetunion mit dem dann auch massive Veränderungen erfolgten. Von großer Bedeutung waren in diesem Kontext vor allem auch die Treffen zwischen Ronald Reagan und Michail Gorbatschow in Genf 1985, in Reykjavik 1986, in Washington 1987 und in Moskau 1988, sowie die Treffen zwischen Gorbatschow und George Bush Senior im Jahre 1989 auf Malta.
Um wesentliche Änderungen als Ergebnis der Außenpolitik während der Perestroika in einem besseren Zusammenhang zu sehen, wurde auch ein kurzer Überblick über die Außen- und Sicherheitspolitik zur Zeit des "Kalten Krieges" vor Beginn der Perestroika, gegeben. Das betrifft besonders die 1970er Jahre, die eine gewisse Entspannung zwischen den beiden Supermächten brachten. In dieser Phase wurden auch bedeutende Verträge abgeschlossen und bedeutende Konferenzen abgehalten. Die Politik der Ära Michail Gorbatschow war dann besonders durch Glasnost (Transparenz nach innen und nach außen) und Perestroika (Änderungen in Wirtschaft und Verwaltung) geprägt.
Die von Gorbatschow eingeleitete Perestroika, sein Reformprogramm in der damaligen Sowjetunion, umfasste konkret drei Ebenen, das waren die Wirtschaft, die Politik und die Gesellschaft, die miteinander aber sehr eng verbunden waren. Im Bereich der Politik der damaligen Sowjetunion hatten die Innen- und die Außenpolitik bedeutende Wechselwirkungen zu verzeichnen. Grundlegende Reformen waren damals besonders aufgrund der schwierigen Situation der sowjetischen Wirtschaft notwendig geworden.
Die Innenpolitik betreffend sollte die "Perestroika" dem Sozialismus besonders durch freie Wahlen, durch Gewaltenteilung und dem Ausbau des Rechtsstaatsprinzips in der Sowjetunion eine demokratische Richtung geben, wodurch auch der gesamte Ostblock stabilisiert werden sollte. Die privilegierte Stellung der Kommunistischen Partei der Sowjetunion sollte aber erhalten bleiben. Ab dem Jahre 1987 wurde die politische Situation für Gorbatschow zunehmend schwieriger.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Die Außenpolitik der Sowjetunion und der USA zur Zeit des „Kalten Krieges“
Die ersten Entspannungsbemühungen zwischen der Sowjetunion und den USA
C. Die sowjetische Außenpolitik während der Perestroika
Der Amtsantritt Michail Gorbatschows im Jahre 1985
Grundlegendes zur Politik von Michail Gorbatschow
Die wichtigsten Maßnahmen im Sinne der Perestroika, die im April 1985 vom Plenum des Zentralkomitees der KPdSU festgelegt wurden
Wesentliche Ziele und Entscheidungen im Bereich der Außenpolitik
Die nationale Selbstbestimmung für die Staaten des Warschauer Paktes
Gorbatschows Außenpolitik im Verhältnis zum Westen
Die Reduzierung militärischer Unterstützung von Staaten als Ziel der Außenpolitik der Sowjetunion
Der XXVII. Parteitag der KPdSU
D. Wesentliche Leistungen Gorbatschows im Bereich Außenpolitik (Auswahl)
Beginn der Zusammenarbeit mit dem Westen
Gorbatschows Außenpolitik in Beziehung zu den Vereinigten Staaten von Amerika (USA)
Das Treffen zwischen Michail Gorbatschow und Ronald Reagan in Genf
Das Treffen zwischen Michail Gorbatschow und Ronald Reagan in Reykjavik
Die Gipfeltreffen von Washington 1987 und von Moskau 1988
EXKURS: Die Unterzeichnung des INF-Vertrages
EXKURS: Die Bundesrepublik Deutschland und SDI 1986
Die Sowjetische Außenpolitik im Zeitraum von 1989 bis 1991
Treffen und Vereinbarungen zwischen Michail Gorbatschow und George Bush Senior
Das Treffen 1989 auf Malta
Der START-Vertrag 1991
E. Das Ende des Kommunismus in Osteuropa
F. Das Ende der Sowjetunion
Grundlegendes
Der Putsch im August 1991
Die Gründung der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS)
Der Beginn der wirtschaftlichen Globalisierung am Ende des 20. Jahrhunderts
G. Auswirkungen der Politik Gorbatschows auf seine Nachfolger
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die sowjetische Außenpolitik unter Michail Gorbatschow zwischen 1985 und 1991, untersucht die entscheidenden Reformschritte der Perestroika und deren Auswirkungen auf das Ende des Kalten Krieges sowie den Zerfall der Sowjetunion.
- Die Transformation der sowjetischen Außenpolitik unter Michail Gorbatschow
- Die Rolle der Gipfeltreffen zwischen den Supermächten USA und Sowjetunion
- Wechselwirkungen zwischen innerstaatlichen Reformen und außenpolitischem Handeln
- Die Dynamik der Auflösung des Ostblocks und des Warschauer Paktes
- Folgen der Politik Gorbatschows für seine Nachfolgegeneration
Auszug aus dem Buch
Die nationalen Selbstbestimmung für die Staaten des Warschauer Paktes
Innerhalb der politischen Führung der Sowjetunion verstärkte sich die Einsicht nach einem notwendigen Kurswechsel der Außenpolitik im Verhältnis zu den Ostblockstaaten. Diesen Kurswechsel leitete dann Gorbatschow 1985 ein. Es war ein revolutionärer Schritt als er dann auch den Warschauer Pakt Staaten die „nationale Selbstbestimmung“ zusicherte. Das bedeutete damals besonders auch eine bestimmte *Wahlfreiheit für diese bisher von der Sowjetunion abhängigen Länder (http://de.wikipedia.org/wiki/Kalter_krieg, 15.08.2012, Seite 15)
*Den Begriff „Freiheit der Wahl“ verwendete in der Sowjetunion erstmals Leonid Breschnjew im Jahre 1971. Dieser Begriff war in der damaligen sowjetischen Verfassung festgeschrieben, er war auch im Gründungsvertrag des Warschauer Paktes vorhanden. In beiden Fällen aber nicht in der nunmehrigen großen Dimension, die Gorbatschow vorsah (Breschnjew Leonid, 1971).
Dieses Recht auf Selbstbestimmung bestätigte Gorbatschow dann nochmals im Jahre *1988 vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen. Das gesamte Ausmaß dieses Selbstbestimmungsrechtes war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht absehbar (UN-Rede Michail Gorbatschow 1988).
*Bei seiner UN-Rede im Dezember 1988 in New York kündigte Gorbatschow einerseits eine sowjetische Truppenreduzierung in Europa an, andererseits stellte er klar, dass er den osteuropäischen Staatssozialismus nicht mit Gewalt stabilisieren werde (http://www.demokratie-zentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/198...,11.08.2012, Seite 1).
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Die Arbeit skizziert den Schwerpunkt auf der sowjetischen Außenpolitik zur Zeit der Perestroika von 1985 bis 1991 und ordnet diese historisch ein.
B. Die Außenpolitik der Sowjetunion und der USA zur Zeit des „Kalten Krieges“: Es wird ein Überblick über die machtpolitische Situation vor Beginn der Perestroika gegeben, inklusive erster Entspannungsbemühungen.
C. Die sowjetische Außenpolitik während der Perestroika: Dieses Kapitel erläutert den Amtsantritt Gorbatschows, die Kernelemente Glasnost und Perestroika sowie deren Auswirkungen auf die internationale Politik.
D. Wesentliche Leistungen Gorbatschows im Bereich Außenpolitik (Auswahl): Eine detaillierte Untersuchung der Gipfeltreffen und Verträge, die den Abbau des Wettrüstens und die Annäherung an den Westen maßgeblich prägten.
E. Das Ende des Kommunismus in Osteuropa: Dieses Kapitel thematisiert, wie Gorbatschows Reformpolitik den Zerfall der kommunistischen Systeme in den Bruderstaaten beschleunigte.
F. Das Ende der Sowjetunion: Untersuchung der internen Ursachen, des Augustputsches 1991 und der Gründung der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS).
G. Auswirkungen der Politik Gorbatschows auf seine Nachfolger: Betrachtung der politischen Hinterlassenschaft für Boris Jelzin und der Übergangsphase nach dem Zerfall der UdSSR.
Schlüsselwörter
Perestroika, Glasnost, Michail Gorbatschow, Kalter Krieg, Außenpolitik, Sowjetunion, INF-Vertrag, SDI, Wettrüsten, Selbstbestimmung, Warschauer Pakt, Gipfeltreffen, Demokratisierung, Transformation, Ende der Sowjetunion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Publikation befasst sich mit der sowjetischen Außenpolitik während der Ära Michail Gorbatschow von 1985 bis 1991 und den damit einhergehenden weltgeschichtlichen Veränderungen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Fokus stehen die Reformen der Perestroika, die diplomatischen Gipfeltreffen zwischen der Sowjetunion und den USA sowie die Auswirkungen auf den Ostblock.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen den innenpolitischen Reformen Gorbatschows und der revolutionären Neuorientierung der sowjetischen Außenpolitik aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit nutzt eine historische Analyse basierend auf Literaturquellen, Dokumenten und Medienberichten der Epoche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Perestroika-Politik, die Bedeutung spezifischer Abrüstungsverträge und die Chronologie der Gipfeltreffen bis hin zum Zerfall der Sowjetunion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Begriffe wie Perestroika, Glasnost, Abrüstung, Gipfeltreffen und das Ende des Kalten Krieges fassen die zentralen Inhalte prägnant zusammen.
Welche Bedeutung hatte das SDI-Programm der USA für Gorbatschow?
Das SDI-Programm stellte für Gorbatschow ein erhebliches Hindernis in den Rüstungskontrollverhandlungen dar, da es die Kosten für ein Wettrüsten in die Höhe trieb und die sowjetische Wirtschaft massiv belastete.
Wie bewertete Gorbatschow die „Sinatra-Doktrin“ in Bezug auf den Ostblock?
Die „Sinatra-Doktrin“ erlaubte den Warschauer Pakt-Staaten eine nationale Selbstbestimmung, was Gorbatschow als notwendige Abkehr von der hegemonialen Breschnjew-Doktrin betrachtete.
- Arbeit zitieren
- Dr. Franz Zeilner (Autor:in), 2012, Politik und Gesellschaft in der Sowjetunion zur Zeit der Perestroika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536239