Diese Arbeit vergleicht verschiedene Lerntheorien. Dabei stellt sich die Frage, welche Rolle die Lerntheorien bei der Erziehung spielen.
Angefangen bei kleinen Kindern, die lernen müssen zu krabbeln, laufen und zu sprechen. Kleine Kinder lernen täglich etwas Neues, sie werden bei ihren Lernprozessen von Erziehern beziehungsweise von den Eltern erzogen und unterstützt. Der Erzieher hat die Absicht, bestimmte Lernprozesse bei dem zu Erziehenden herbeizuführen und auszulösen. Demnach spielt sich die Erziehung zwischen dem Erzieher und dem zu Erziehendem ab.
Die Pädagogik beschäftigt sich mit Menschen, Menschen sind lernende Wesen. Demnach ist der Begriff "Lernen" für die Pädagogik von essenzieller Bedeutung. Der Begriff Lernen wird häufig verwendet, am meisten wird er in Verbindung mit Schule, Ausbildung, Studium oder Erziehung gebracht. Lernen ist der Erwerb von körperlichen, geistigen und sozialen Fähigkeiten und somit ist das Lernen lebenswichtig. Der Prozess des Lernens ist nicht beobachtbar. Die Lerntheorien stellen Ansätze bereit, zur Erklärung des Erlebens und Verhaltens. Die Lerntheorien dienen zur Erklärung von nicht beobachtbaren Lernprozessen. Sie sind Modelle und Theorien, die versuchen komplexe Lernvorgänge zu beschreiben und zu erklären. Es gibt unterschiedliche Lerntheorien. Man unterscheidet zwischen dem Behaviorismus, dem Kognitivismus und dem Konstruktivismus. Für die Erziehung sind der Behaviorismus und der Kognitivismus von besonderer Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis
1. Lernen und Erziehung
2. Lerntheorien
2.1 Behaviorismus
2.1.1 Klassisches Konditionieren
2.1.1.1 Der Vertreter
2.1.1.2 Begriffe und Grundsätze des klassischen Konditionierens
2.1.1.3 Konditionierung erster und zweiter Ordnung
2.1.1.4 Gegenkonditionierung
2.1.1.5 Bedeutung für die Erziehung
2.1.2 operantes Konditionieren
2.1.2.1 Lernen am Erfolg
2.1.2.2 Merkmale
2.1.2.3 Lernen durch Verstärkung
2.1.2.4 positive Verstärkung
2.1.2.5 negative Verstärkung
2.1.2.6 Bestrafung und Belohnung
2.1.2.7 Verstärkungsmuster
2.1.2.8 Shaping und Chaining
2.1.2.9 Bedeutung für die Erziehung
2.2 Kognitive Lerntheorien
2.2.1 Das Modelllernen
2.2.2 Voraussetzungen
2.2.3 Bekräftigung
2.2.4 Auswirkungen auf das Verhalten
2.2.5 Bedeutung für die Erziehung
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, zentrale lerntheoretische Ansätze zu erläutern und deren spezifische Bedeutung sowie Anwendungsmöglichkeiten im pädagogischen Kontext der Erziehung kritisch zu reflektieren.
- Grundlagen des Lernbegriffs und der pädagogischen Relevanz
- Behavioristische Theorien (Klassisches und operantes Konditionieren)
- Methoden der Verhaltenssteuerung und -modifikation
- Kognitive Lerntheorien mit Fokus auf das Modelllernen
- Analyse der Rolle von Erziehenden als Vorbilder
Auszug aus dem Buch
2.1.1.1 Der Vertreter
Der russische Physiologe Iwan Petrowitsch Pawlow (1849- 1936) war Professor an der Militärmedizinischen Akademie in St. Petersburg. Er wurde als Sohn eines Dorfpriesters geboren und strebte zunächst an, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Nach Beendigung seiner religiösen Ausbildung studierte er Medizin und Tierphysiologie. Für zwei weitere Jahre studierte er in Deutschland, kehrte danach allerdings wieder zurück nach St. Petersburg. Pawlow wurde zunächst Professor für Pharmakologie und später auch für Physiologie an der Militärmedizinischen Akademie (vgl. Fürstenau, 2016, Seite 8). Im Jahr 1904 erhielt Pawlow einen Nobelpreis zu seiner Forschung der Physiologie, insbesondere der Verdauungsprozessen von Hunden, er untersuchte ihren Verdauungsapparat. Außerdem führte er verschiedene Untersuchungen zur Erregung der Speichel- und Magendrüsen durch. Bei seinen Untersuchungen stellte er durch Zufall fest, dass die Hunde bereits beim Anblick der futtergebenden Person oder beim Hören ihrer Schritte Speichel absondern und nicht erst wenn sie gefüttert werden. Pawlow untersuchte seine neue Entdeckung mithilfe von Experimenten genauer. Fütterte er den Hund, dann begann er sofort zu speicheln, eine angeborene Reiz- Reaktions- Verbindung. Pawlow ließ nun immer, wenn der Hund Futter bekam einen Glockenton erklingen. Nach einiger Zeit ließ er das Futter weg und spielte nur den Glockenton ab und der Hund begann zu speicheln. Die Erkenntnisse des Physiologen stellten einen ersten Ansatz in der Lernpsychologie dar, seine Theorie wird als „klassisches Konditionieren“ bezeichnet (vgl. Hobmair, 2013, Seite 141).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lernen und Erziehung: Definiert Lernen als essenziellen, lebenswichtigen Prozess des Erwerbs von Fähigkeiten und beleuchtet die Rolle von Lerntheorien in der pädagogischen Interaktion zwischen Erzieher und Kind.
2. Lerntheorien: Bietet einen strukturierten Überblick über verschiedene wissenschaftliche Modelle zur Erklärung von Lernvorgängen, unterteilt in Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus.
2.1 Behaviorismus: Beschreibt das behavioristische Paradigma, bei dem Lernen als Reiz-Reaktions-Schema verstanden wird, das sich ausschließlich auf beobachtbares Verhalten konzentriert.
2.1.1 Klassisches Konditionieren: Erläutert Pawlows Entdeckung der Reizverknüpfung und deren Prinzipien wie Kontiguität, Reizgeneralisierung und Löschung.
2.1.2 operantes Konditionieren: Thematisiert die verhaltensbestimmende Wirkung von Konsequenzen nach Thorndike und Skinner sowie Methoden wie positive/negative Verstärkung.
2.2 Kognitive Lerntheorien: Erweitert das Lernverständnis um interne psychische Prozesse wie Wahrnehmung, Bewertung und Motivation.
3. Fazit: Führt die zentralen Aussagen zusammen und betont die praktische Relevanz und Grenzen der vorgestellten Theorien für den Erziehungsalltag.
Schlüsselwörter
Lernen, Erziehung, Behaviorismus, Klassisches Konditionieren, Operantes Konditionieren, Verstärkung, Reiz-Reaktions-Schema, Kognitive Lerntheorien, Modelllernen, Albert Bandura, Iwan Petrowitsch Pawlow, Pädagogik, Vorbildfunktion, Bestrafung, Verhaltensmodifikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die wissenschaftlichen Grundlagen verschiedener Lerntheorien und deren Bedeutung für die pädagogische Praxis in der Erziehung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind der Behaviorismus mit seinen zwei Konditionierungsformen sowie die kognitiven Ansätze, insbesondere das Lernen am Modell.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Funktionsweise von Lernprozessen zu erklären und aufzuzeigen, wie Erziehende diese Erkenntnisse reflektiert einsetzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis einer Literaturanalyse bestehende psychologische und pädagogische Modelle zusammenfasst und gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden detailliert die behavioristischen Theorien (Pawlow, Thorndike, Skinner) sowie die kognitiven Theorien (Bandura) mit ihren jeweiligen Prinzipien und Anwendungsbereichen erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Konditionierung, Verstärkung, Modelllernen, Erziehung und Verhaltenssteuerung charakterisiert.
Welchen Stellenwert hat die Vorbildfunktion beim Modelllernen?
Die Vorbildfunktion ist zentral, da Kinder durch Beobachtung und Identifikation lernen, was hohe Anforderungen an die Authentizität des Erziehers stellt.
Warum wird zwischen verschiedenen Verstärkungsmustern unterschieden?
Unterschiedliche Muster wie kontinuierliche oder intermittierende Verstärkung beeinflussen maßgeblich, wie schnell ein Verhalten erlernt wird und wie stabil es über die Zeit hinweg erhalten bleibt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus. Ein Vergleich verschiedener Lerntheorien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536256