Beschreiben Sie das Tinbergen-Modell der Wirtschaftspolitik


Hausarbeit, 2001
11 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

E i n l e i t u n g

Der Niederländer Jan Tinbergen war davon überzeugt, daß die Planung der Wirtschaft durch den Staat unverzichtbar sei, um stabile Märkte zu schaffen und zu bewahren.

Mit seiner bereits 1952 veröffentlichten Schrift mit dem Titel „On the Theory of Economic Policy“, für die er später den Nobelpreis erhielt, schuf er die Grundlage für ein Instrumentarium der Politiker zur Steuerung von Wirtschaftsabläufen.

In seiner abstrakten, modelltheoretischen Analyse der Wirtschaftspolitik untersuchte er die Wechselwirkungen verschiedener Variablen, deren Zusammenspiel das Auf und Ab

der Wirtschaft bestimmen. Wirtschaftliche Prozesse wurden dadurch teilweise berechen- und vorhersagbar und damit wurde es Politikern erleichtert, Entscheidungen zu treffen.

Die Theorie der Wirtschaftspolitik befasst sich in ihrem engsten Sinne mit der Rolle des Staates, wonach dieser nach Maßgabe einer gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrtsfunktion

entsprechend entscheidet; sich quasi um „Dinge des allgemeinen Interesses“ kümmert und seine Handlungen so wählt, ein Maximum an gesamtgesellschaftlicher Ophelimität

zu erreichen. Danach kann eine Wirtschaftspolitik als optimal bezeichnet werden, wenn

ihre Handlungen als Ergebnis eines rationalen Entscheidungsprozesses auf die Erreichung dieses Maximums hinzielen. Dieses Ziel der Wirtschaftspolitik kann mit

qualitativer Politik, die die Veränderung bestimmter qualitativer Aspekte der Wirtschaftsstruktur meint, oder mit quantitativer Politik, die sich auf die Veränderung bestimmter politischer Instrumente innerhalb der gegebenen Struktur bezieht, erreicht werden. Optimale Entscheidungen, die auf einer qualitativen oder quantitativen Politik der Akteure fußen, sind in der Realität kaum vorstellbar. So sind die Grenzen fließend und selbst James Tobin spricht daher von Substituten.

Die Bestimmung der optimalen Wirtschaftspolitik ist eine Entscheidung, Annahmen über (1) die Struktur einer Wirtschaft, (2) die Zielvariablen, (3) ihre numerischen Werte und (4) die Art der Instrumentenvariablen zu treffen und daran anschließend die quantitativen Elemente der Theorie der Wirtschaftspolitik darzustellen. Hierbei sollen die numerischen Werte der Instrumentenvariablen als Funktionen der Ziele und bestimmter struktureller Daten dargestellt und die Verbindung zwischen diesen Funktionen und der Struktur der Wirtschaft aufgezeigt werden.

T i n b e r g e n – M o d e l l

Das Tinbergen-Modell ist ein dezisionistisches Entscheidungsmodell, d.h. Politiker werten, legen also Ziele fest; die Wissenschaft liefert Instrumente und kontrolliert die Erfolge, und stützt sich zur Analyse der Wirtschaftspolitik auf makroökonomische Modelle. Dabei finden jene exogenen Variablen besondere Beachtung, die vom Staat kontrolliert werden können (Instrumenten- oder Politikvariable), sowie diejenigen Outputvariablen, die Ziele der Wirtschaftspolitik darstellen (Zielvariable).

Tinbergen trifft in seinem Modell eine Reihe von Annahmen, die an dieser Stelle kurz angeführt werden:

- Existenz eines objektiven Gemeinwohls (Wohlfahrtsfunktion) als Richtwert für politische Entscheidungen
- Ziele und Instrumente sind quantifizierbar (andere bleiben unberücksichtigt)
- Alle entscheidungsrelevanten Informationen (inklusive Ziele und Instrumente) sind vorgegeben (keine Unsicherheiten)
- Koordinationsforderung zentraler Wirtschaftspolitik ist leicht zu erfüllen (keine Abstimmungsprobleme)
- Alle entscheidungsrelevanten Informationen sind eindeutig
- Jeder Zielwert kann als Linearkombination von Instrumenten und Daten dargestellt werden (Linearität des Modells)

Die Grundstruktur des Modells besteht aus vier Kategorien von Variablen.

Zur ersten Kategorie zählen die Daten, die als externe Variablen in Bezug auf den betrachteten wirtschaftlichen Komplex anzusehen sind. Sie beziehen sich auf die Außenwelt, d.h. andere Länder oder Sektoren, oder sind außerökonomische Variable, d.h. exogen vorgegebene Charakteristika der Volkswirtschaft, z.B. Bedürfnisstruktur,

Produktionstechnik, etc. Die Daten sind kurzfristig konstant, nur langfristig änderbar.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Beschreiben Sie das Tinbergen-Modell der Wirtschaftspolitik
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Volkswirtschaftspolitik)
Veranstaltung
Stabilitätspolitik
Note
1,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
11
Katalognummer
V5363
ISBN (eBook)
9783638132633
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beschreiben, Tinbergen-Modell, Wirtschaftspolitik, Stabilitätspolitik
Arbeit zitieren
Roman Damm (Autor), 2001, Beschreiben Sie das Tinbergen-Modell der Wirtschaftspolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5363

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