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Das Handlungskonzept "Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte". Betrachtung aus Sicht postkolonial-rassismuskritischer Bildungsperspektiven

Titel: Das Handlungskonzept "Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte". Betrachtung aus Sicht postkolonial-rassismuskritischer Bildungsperspektiven

Akademische Arbeit , 2018 , 29 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Bastian Leis (Autor:in)

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Bundesregierung hat im Juli 2007 das Handlungskonzept "Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte" entwickelt, welches zum Ziel hat, den Lehrkraftanteil mit Migrationshintergrund in den nächsten Jahren deutlich zu steigern. Doch wie sind die Vorhaben des Handlungskonzepts aus Sicht postkolonial-rassismuskritischer Bildungsperspektiven zu betrachten? Dieser Forschungsfrage wird im Laufe dieser Arbeit auf den Grund gegangen. Folgende Hypothese wird diesbezüglich im Vorfeld dieser Arbeit aufgestellt: "Die Vorhaben des Handlungskonzepts ‚Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte‘ stehen im Widerspruch zu postkolonial-rassismuskritischen Bildungsperspektiven".

Eine der im Zuge von Migration entstandenen großen gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland ist die Chancenungleichheit von Menschen mit Migrationshintergrund. Vor allem im Kontext Schule sind Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in Deutschland erwiesenermaßen benachteiligt. Es wurde wissenschaftlich ausführlich belegt, dass der Bildungserfolg in Deutschland von der sozialen und kulturellen Herkunft abhängig ist und dass sich Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund ungleich am deutschen Bildungssystem beteiligen. Diese prekäre Situation führt zu sozialen Schieflagen, die anhand der folgenden statistischen Daten deutlich werden:

Der Anteil an Schüler/innen mit Migrationshintergrund bei der für die berufliche Bildung relevanten Altersgruppe der Fünfzehnjährigen liegt in der Bundesrepublik bei nahezu 26 Prozent. An deutschen Universitäten hingegen sind Studierende mit Migrationshintergrund im Vergleich mit lediglich elf Prozent bereits deutlich unterrepräsentiert. Besonders niedrig ist der Anteil in den Lehramtsstudiengängen. Hier machen Studierende mit Migrationshintergrund nur sechs Prozent der Studentenschaft aus. Folglich liegt der reale Anteil Lehrender mit Migrationshintergrund an deutschen Schulen hingegen nur bei ca. fünf Prozent.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Handlungskonzept „Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“

2.1 Ziele des Handlungskonzepts „Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“

2.2 Chancenungleichheit für Menschen mit Migrationshintergrund im Erlangen des Lehrberufs

3 Postkolonial-rassismuskritische Perspektiven auf Bildung

3.1 Definition von Hegemonie

3.2 Migrationspädagogik nach Mecheril

3.3 Hegemoniekritische Perspektive nach Castro Varela

3.4 Intersektionalität nach Walgenbach

4 Kritische Gedanken zum Handlungskonzept „Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“ aus postkolonial-rassismuskritischer Perspektive

5. Hegemoniekritische Untersuchung im Bezug auf Macht-Effekte

5.1 Hegemoniekritische Untersuchung des Handlungskonzepts „Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“ im Bezug auf Macht-Effekte

5.2 Hegemoniekritische Untersuchung der Aspekte von Chancenungleichheit für Menschen mit Migrationshintergrund im Erlangen des Lehrberufs im Bezug auf Macht-Effekte

6 Ideen zur Umsetzung der Ziele des Handlungskonzepts „Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“ unter Beachtung postkolonial-rassismuskritischer Perspektiven auf Bildung

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das staatliche Handlungskonzept „Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“ kritisch aus einer postkolonial-rassismuskritischen Perspektive. Ziel ist es, zu hinterfragen, inwiefern die Vorhaben dieses Konzepts im Widerspruch zu aktuellen wissenschaftlichen Bildungstheorien stehen und welche Macht-Effekte durch die gewählte Struktur erzeugt werden.

  • Analyse des Handlungskonzepts „Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“
  • Einführung postkolonial-rassismuskritischer Bildungsansätze
  • Untersuchung von Macht-Effekten und Diskriminierungsstrukturen
  • Hegemoniekritische Betrachtung von Chancenungleichheit
  • Entwicklung alternativer Ansätze zur Förderung interkultureller Kompetenz

Auszug aus dem Buch

Setzen von Differenzlinien

Zunächst einmal ist zu festzuhalten, dass das Handlungskonzept „Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“ durch seine grundsätzliche Unterscheidung zwischen Lehrkräften „mit“ und „ohne“ Migrationshintergrund deutliche Differenzlinien setzt. Diese Unterscheidung entspricht der von Castro Varela (2015, S. 44) und Mecheril (2010, S. 12 f.) kritisierten hegemoniefördernden und zu Segregation führenden Separation zwischen “Dazugehörigen” und “Nicht-Dazugehörigen” bzw. „Wir“ und „Nicht-Wir“. Postkolonial-rassismuskritischen Perspektiven nach gilt es jedoch, genau solche Differenzkonstruktionen aufzulösen, da sie zum sog. „Othering“-Prozess führen. Der Begriff „Othering“ wurde im Jahre 1970 durch Edward Said eingeführt und beschreibt die Praxis des „Fremdmachens“ als Werkzeug zur Herstellung von Hegemonie (Mecheril, 2010, S. 42).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz von Migration als gesellschaftliche Herausforderung und die damit verbundene bildungspolitische Problematik der Chancenungleichheit.

2 Das Handlungskonzept „Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“: Dieses Kapitel stellt die Ziele des Konzepts vor und analysiert die Barrieren beim Zugang zum Lehrberuf für Menschen mit Migrationshintergrund.

3 Postkolonial-rassismuskritische Perspektiven auf Bildung: Hier werden theoretische Grundlagen wie Hegemonie, Migrationspädagogik und Intersektionalität eingeführt, um den Rahmen für die spätere Analyse zu bilden.

4 Kritische Gedanken zum Handlungskonzept „Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“ aus postkolonial-rassismuskritischer Perspektive: Das Kapitel setzt sich kritisch mit den Differenzlinien und dem Kulturverständnis des Handlungskonzepts auseinander.

5. Hegemoniekritische Untersuchung im Bezug auf Macht-Effekte: Eine tiefgehende Analyse der Macht-Effekte, die durch die Unterscheidung von Lehrkräften mit und ohne Migrationshintergrund sowie durch gesellschaftliche Rahmenbedingungen entstehen.

6 Ideen zur Umsetzung der Ziele des Handlungskonzepts „Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“ unter Beachtung postkolonial-rassismuskritischer Perspektiven auf Bildung: Dieses Kapitel liefert Ansätze für eine reformierte Lehrerausbildung und die Notwendigkeit einer bildungspolitischen Neuorientierung.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Kritik zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, Bildungspolitik wissenschaftlich fundiert und über Ländergrenzen hinweg neu zu gestalten.

Schlüsselwörter

Migration, Handlungskonzept, Lehrkräfte mit Migrationshintergrund, Postkolonialismus, Rassismuskritik, Bildungspolitik, Hegemonie, Chancenungleichheit, Migrationspädagogik, Othering, Intersektionalität, Lehrkraftausbildung, Macht-Effekte, Diskriminierung, Bildungsgerechtigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch das staatliche Handlungskonzept zur Steigerung des Anteils von Lehrkräften mit Migrationshintergrund in Deutschland unter Einbezug postkolonialer und rassismuskritischer Theorien.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die Migrationspädagogik, hegemoniekritische Bildungstheorien, die Analyse von Macht-Effekten im Schulsystem und die strukturelle Chancenungleichheit beim Zugang zum Lehrberuf.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, zu prüfen, ob die Strategien des Handlungskonzepts der Bundesregierung im Widerspruch zu postkolonial-rassismuskritischen Perspektiven stehen, die eine Auflösung von Differenzkonstruktionen fordern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine theoretisch-analytische Methode, basierend auf einer Literaturanalyse aktueller bildungswissenschaftlicher Diskurse sowie der kritischen Auswertung empirischer Studien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Hegemonie, Intersektionalität), die Dekonstruktion des Handlungskonzepts und eine hegemoniekritische Untersuchung der machtvollen Auswirkungen von Differenzierungen im Bildungssektor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Migration, Rassismuskritik, Hegemonie, Bildungspolitik, Intersektionalität und Lehrkraftausbildung definiert.

Wie steht die Arbeit zum Begriff „Othering“?

Die Arbeit nutzt „Othering“ als zentrales Werkzeug zur Erklärung, wie durch das Handlungskonzept eine (ungewollte) Ausgrenzung stattfindet, indem Lehrkräfte mit Migrationshintergrund als „die Anderen“ markiert werden.

Welche konkreten Lösungsvorschläge werden gemacht?

Es wird vorgeschlagen, die Lehrerausbildung durch Module zur Migrationspädagogik und Rassismuskritik zu reformieren und eine EU-weite, vereinheitlichte Bildungspolitik anzustreben, statt sich auf isolierte nationale Handlungskonzepte zu verlassen.

Wird die Studie von Neumann (2011) positiv bewertet?

Die Studie wird als empirische Basis genutzt, aber auch methodisch kritisiert, da die Auswahl der Befragten (freiwillige Teilnahme) zu einem „Creaming-off-Effekt“ geführt haben könnte.

Warum ist das Fazit der Arbeit so dringlich?

Das Fazit betont, dass angesichts zunehmender gesellschaftlicher Spaltungen und Migrationsbewegungen eine rein oberflächliche Integrationspolitik nicht ausreicht; stattdessen seien tiefgreifende, strukturelle Veränderungen im Bildungssystem zwingend erforderlich.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Handlungskonzept "Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte". Betrachtung aus Sicht postkolonial-rassismuskritischer Bildungsperspektiven
Hochschule
FernUniversität Hagen
Veranstaltung
M.A. eEducation, Bildung und Medien
Note
2,3
Autor
Bastian Leis (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
29
Katalognummer
V536394
ISBN (eBook)
9783346128867
ISBN (Buch)
9783346128874
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte Handlungskonzept postkolonial rassismuskritisch Migrationspädagogik Hegemoniekritisch Intersektionalität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bastian Leis (Autor:in), 2018, Das Handlungskonzept "Mehr Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte". Betrachtung aus Sicht postkolonial-rassismuskritischer Bildungsperspektiven, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536394
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Leseprobe aus  29  Seiten
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