Die Unterrichtsstunde „Wer hat hier das Sagen?“ ist sowohl durch den Kernlehrplan für die Realschule in Nordrhein-Westfalen, als auch durch den schulinternen Lehrplan für das Fach Geschichte legitimiert. Sie legitimiert sich durch den Zielanspruch der thematischen Einheit 3 „Griechen und Römer“. Im schulinternen Lehrplan wird die Unterrichtsreihe mit dem Schwerpunkt „Imperium Romanum“ in der Jahrgangsstufe 6 unterrichtet.
Durch die spielerische Entwicklung von Geschichtstabukarten soll den SuS Sachwissen vermittelt werden, dass sie durch Beschreiben und Anwenden vertiefend erlernen. Zudem soll eine Sensibilität für das Rollenverständnis von Mann und Frau geschaffen werden. Durch die Frage „Wer hat hier das Sagen“ und den passenden Einstieg, wird ein Gegenwartsbezug geschaffen.
Das Wort „Familie“ stammt zwar aus dem Lateinischen, aber hatte im antiken Rom mit der heutigen Bedeutung einer Familie nicht viel zu tun. Es meinte alle Personen und Dinge, die dem Haushalt angehören. Hierzu gehörten unter anderem das Haus, das Land, die Tiere, eigene sowie auch adoptierte Kinder, Enkel, Urenkel, Sklaven und die Frau. Der Vater, der pater familias, hatte als Oberhaupt die Macht über alles, was zu seiner Familie gehörte. Er war der älteste und ranghöchste Mann im Haus. Alle mussten seinen Befehlen gehorchen und durften sich ihm nicht widersetzen.
Aber im Gegensatz zur heutigen Vorstellung wurde das Hierarchiesystem der römischen Familie in der Regel von allen Familienmitgliedern anerkannt. Die Römer waren sehr familienverbunden und wünschten sich möglichst viele Kinder, damit die Familie weiter fortbestehen konnte.
Inhaltsverzeichnis
A. Längerfristige Unterrichtszusammenhänge
1. Thema
2. Aufbau des Unterrichtsvorhabens
2.1. Aufbau der Unterrichtsreihe
B. Schriftliche Planung der Stunde
1. Thema der Stunde
2. Sachanalyse
3. Didaktische und methodische Überlegungen zur Stunde
3.1. Legitimation
3.2. Didaktische Reduktion und Schwerpunktsetzung
3.3. Begründungen der abgeleiteten methodischen und medialen Entscheidung
3.4. Maßnahmen zur Differenzierung und individuellen Förderung
4. Lernziel/e
5. Verlaufsplan
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Schülern der Jahrgangsstufe 6 die komplexen sozialen Strukturen der römischen Familie durch eine interaktive und spielerische Lehrmethode näherzubringen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie durch den Einsatz von „Geschichtstabukarten“ Fachwissen vermittelt und zugleich das Rollenverständnis innerhalb der römischen Gesellschaft kritisch reflektiert werden kann.
- Strukturen und Hierarchien der antiken römischen Familie
- Die Rolle und Machtstellung des „pater familias“
- Differenzierte Aufgabenbereiche von Mutter, Kindern und Sklaven
- Einsatz spielerischer Methoden im Geschichtsunterricht
- Förderung der Sach- und Methodenkompetenz bei Schülern
Auszug aus dem Buch
Wer hat in der römischen Familie das Sagen?
Zwar stammt unser Wort „Familie“ aus dem Lateinischen, aber in Rom hatte es eine ganz andere Bedeutung als heute: Mit dem Wort Familie waren alle Personen und Dinge gemeint, die zum Haushalt gehörten. Dazu zählten auch die Tiere, das Land, das Haus, die eigenen und adoptierten Kinder, die Enkel und Urenkel, die Sklaven und auch die Frau.
Der Vater war als „pater familias“ das Oberhaupt der römischen Familie und somit über alle Personen und Dinge, die zum Haushalt gehörten. Alle mussten auf seine Befehle hören. Er bestimmte auch über das Vermögen. Dem Rest der Familie gehörte nichts. Der pater familias konnte auch Strafen aussprechen, bis hin zur Todesstrafe. Er konnte sogar seine Kinder verkaufen! Er hatte aber auch Pflichten. So musste er alle Personen in seinem Haushalt beschützen und ernähren. Bis er starb, bestimmte er über alle.
Die anderen Familienmitglieder fanden die Rolle des pater familias nicht unbedingt schlimm. Denn die Römer liebten ihre Familie und wünschten sich viele Kinder, damit die Familie nicht ausstarb. Deswegen wurde vor allem die Mutter, man nannte sie auch „Matrona“, sehr geachtet. Sie kümmerte sich um den Haushalt und um die Erziehung der Kinder. Reiche Römer hatten Sklaven, die bei den Arbeiten halfen. In diesem Fall vergab die Mutter die Aufgaben an die Sklaven.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Längerfristige Unterrichtszusammenhänge: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Rahmenthema der Unterrichtsreihe und definiert die angestrebten Kompetenzerwartungen für die verschiedenen Themenbereiche wie Sklaven, Militär und Wohnen.
B. Schriftliche Planung der Stunde: Hier werden die konkrete Unterrichtsplanung, die Sachanalyse sowie die didaktischen und methodischen Überlegungen zur Durchführung der Stunde „Wer hat hier das Sagen?“ detailliert erläutert.
Schlüsselwörter
Römische Familie, pater familias, Matrona, Sklaven, Geschichtstabu, Kooperatives Lernen, Unterrichtsplanung, Rollenverständnis, Antike, Sozialstruktur, Geschichtsunterricht, Kompetenzförderung, Differenzierung, Haushaltsführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der schriftlichen Planung einer Unterrichtsstunde zum Thema „Römische Familie“, wobei der Fokus auf einer spielerischen Auseinandersetzung mit Hierarchien und Rollen im antiken Rom liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtseinheit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Machtstellung des pater familias, der Bedeutung der Matrona, der Rolle der Kinder sowie der Funktion von Sklaven innerhalb der römischen Haushaltsstruktur.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Schülern durch die Methode „Geschichtstabu“ Sachwissen über die römische Familie zu vermitteln und ein Bewusstsein für damalige gesellschaftliche Rollenverhältnisse zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor setzt primär auf kooperative Lernformen, insbesondere die Erstellung und das Spiel mit Geschichtstabukarten, um die Schüler aktiv in den Lernprozess einzubeziehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Sachanalyse des Themas sowie eine detaillierte didaktische Begründung für die gewählten Lehrmethoden, inklusive Maßnahmen zur Differenzierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Römische Familie, pater familias, Geschichtstabu, Kooperatives Lernen und Unterrichtsplanung charakterisiert.
Warum wurde die Methode des Geschichtstabus gewählt?
Die Methode soll die natürliche Neugier der Schüler wecken, Freude am Wissenserwerb fördern und den Schülern helfen, Regeln einzuhalten sowie ihr Selbstvertrauen zu stärken.
Wie wurde die Differenzierung für leistungsschwächere Schüler gelöst?
Dies erfolgt durch kooperative Lernformen (Think-Pair-Share) und die Bereitstellung von Texten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, wodurch eine Angleichung der Lernniveaus unterstützt wird.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Die römische Familie. Eine spielerische Auseinandersetzung für die 6. Klasse Realschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536433