Diese Masterarbeit ist eine Literaturstudie, welche sich mit der veganen Ernährung und dessen Auswirkung auf die sportliche Leistung beschäftigt, um Sportlern, die diese Diätform praktizieren, die Grenzen und Möglichkeiten aufzuzeigen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der kardiorespiratorischen Fitness, da aufgrund einer Vielzahl von Sportarten in dieser Arbeit nicht eine allumfassende Empfehlung für alle Disziplinen ausgesprochen werden kann.
Zunächst werden in dieser Arbeit die Grundlagen der vegetarischen Diäten und im speziellen die der veganen Ernährungsweise dargelegt. Danach werden ausgewählte Nährstoffe, welche in der veganen Ernährung eine besondere Bedeutung haben, im Kontext des Sports betrachtet. Dabei handelt es sich um die drei Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Proteine, Fette), sowie die Mikronährstoffe Eisen, Zink, Kalzium, Iod, Vitamin B12, Vitamin D, Vitamin B2 und Vitamin A. Diese stechen bei der Analyse der Ernährungsweise heraus und werden als mögliche Gefahr für einen Mangel in der veganen Ernährung klassifiziert (Melina et al., 2016). Im Anschluss daran findet eine Analyse der derzeitigen Bestandslage der Studien zum Thema „vegane/vegetarische Diät und aerobe Leistung“ statt. Nach eine selektiven Suchrecherche werden die aktuellen Studien zusammengefasst und anschließend diskutiert. Im Fokus soll dabei die Auswirkung der veganen Ernährungsweise auf die Leistung des Sportlers stehen. Dabei sollen abschießend folgende Fragen beantwortet werden:
I. Welche Möglichkeiten bietet eine vegane Ernährungsweise Sportlern im Ausdauersport?
II. Wo liegen die Grenzen einer veganen Ernährungsweise im Ausdauersport und gibt es Risiken, die beachtet werden müssen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vegetarischmus
2.1. Veganismus
3. Die Energiebereitstellung und Makronährstoffe in der veganen Ernährung im Kontext Sport
3.1. Energiebereitstellung
3.2. Proteine
3.3. Kohlenhydrate
3.4. Fette
4. Ausgewählte Mikronährstoffe, die in der veganen Ernährung als kritisch bewertet werden, im Kontext Sport
4.1. Vitamin B12
4.2. Jod
4.3. Eisen
4.4. Zink
4.5. Kalzium
4.6. Vitamin D
4.7. Vitamin B2
4.8. Vitamin A
5. Suchmethode und Suchverlauf für die vegane Ernährung im Ausdauersport
5.1. Material, Methoden und Ergebnisse der relevanten Studien
5.2. Ergebnisse und Diskussionen der analysierten Studien zum Thema „vegane/vegetarische Diät und aerober Leistung“
6. Fazit
6.1. Reflexion der Methodik
6.2. Reflexion der Ergebnisse
6.3. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, ob eine vegane Ernährungsweise mit den Anforderungen des Hochleistungssports vereinbar ist und welche Grenzen sowie Möglichkeiten sich hierbei für Sportler im Ausdauersport ergeben.
- Grundlagen und Definitionen der vegetarischen und veganen Ernährungsform
- Analyse der Makronährstoffzufuhr (Kohlenhydrate, Proteine, Fette) im Kontext Sport
- Kritische Betrachtung relevanter Mikronährstoffe (u.a. Vitamin B12, Eisen, Zink, Vitamin D)
- Auswertung aktueller wissenschaftlicher Studien zur Leistungsfähigkeit unter veganer Ernährung
- Empfehlungen zur praktischen Gestaltung einer sportgerechten veganen Diät
Auszug aus dem Buch
3.1. Energiebereitstellung
Der Energiestoffwechsel im menschlichen Körper bezeichnet die Umwandlung von Adenosindiphosphat (ADP) durch das Phosphat aus der Nahrung in Adenosintriphosphat (ATP), welches der Körper braucht. Diese freigesetzte Energie dient dem Wachstum, der Erneuerung und der Neubildung von körpereigenen Substanzen sowie der Versorgung mit Energie für die körperliche Arbeit. Die Energie wird durch Kohlenhydrate, Fette, Proteine und Alkohole und den Zufluss von Sauerstoff freigesetzt. Sie wird als physiologischer Brennwert bezeichnet, der in Kilokalorie pro Gramm (kcal/g) oder in Kilojoule pro Gramm (kJ/g) angegeben wird. Proteine, Fette und Kohlenhydrate unterscheiden sich dabei in der gelieferten Energie pro Gramm (Biesalski, Bischoff, Pirlich & Weimann, 2018, S. 34). Proteine geben 4,1 kcal/g, Fette 9,3 kcal/g, Kohlenhydrate 4,1 kcal/g und Alkohol 7,1 kcal/g (Konopka, 2018, S. 43). Der Bedarf an Energie eines Menschen pro Tag wird als Tagesenergieumsatz bezeichnet und setzt sich zusammen aus dem Grundumsatz, der physikalischen Aktivität und der nahrungsinduzierten Thermogenese. Zudem können unter besonderen Bedingungen die Wärmeregulation, sowie externer und interner Stress Auswirkungen auf den Tagesenergieumsatz haben (Biesalski et al., 2018, S. 36-37).
Der Energieumsatz ist von einer Vielzahl an Faktoren wie Alter, Geschlecht, physiologischem Status und Körpergröße abhängig und beschreibt die Energie, die für die Aufrechterhaltung der normalen Körperzusammensetzung und -funktionen erforderlich ist. So ist beispielsweise der Grundumsatz von Frauen im Schnitt 10% geringer (0,9 kcal x kg Körpermaße x 1 Stunde) als der Grundumsatz für Männer, welcher mit der Faustformel 1 kcal x kg Körpermasse x 1 Stunde errechnet wird. Auf den Tag berechnet verbraucht ein Mann mit 70 kg Körpergewicht circa 1680 kcal (1 kcal x 70 kg x 24 h). Die physikalische Aktivität wird mit dem Leistungsumsatz angegeben. Er kennzeichnet die Energiemenge, die für Tätigkeiten wie körperliche Aktivitäten in Beruf und Freizeit benötigt wird, die über den Grundumsatz hinausgeht (Elmadfa & Leitzmann, 2019, S. 141; Leitzmann et al., 2010, S. 190).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der zunehmenden Verbreitung veganer Ernährung im Sport und Definition der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Vereinbarkeit mit Hochleistungssport.
2. Vegetarischmus: Definition der verschiedenen Ernährungsformen des Vegetarismus mit Fokus auf die spezifischen Merkmale des Veganismus.
3. Die Energiebereitstellung und Makronährstoffe in der veganen Ernährung im Kontext Sport: Darstellung der physiologischen Grundlagen der Energiebereitstellung sowie der Bedeutung von Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten für Sportler.
4. Ausgewählte Mikronährstoffe, die in der veganen Ernährung als kritisch bewertet werden, im Kontext Sport: Detaillierte Analyse kritischer Mikronährstoffe und deren Bedeutung für die Leistungsfähigkeit und Gesundheit veganer Athleten.
5. Suchmethode und Suchverlauf für die vegane Ernährung im Ausdauersport: Dokumentation der systematischen Literaturrecherche und methodische Einordnung der ausgewählten Studien.
6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen unter Berücksichtigung der analysierten Studienergebnisse und Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Vegane Ernährung, Sport, Ausdauersport, Mikronährstoffe, Leistungsfähigkeit, Vitamin B12, Proteinbedarf, Kohlenhydratstoffwechsel, Oxidativer Stress, Sporternährung, Literaturstudie, Eisenmangel, Energiebilanz, Supplementierung, Athleten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Eignung einer veganen Ernährungsweise für Sportler, insbesondere im Hinblick auf Anforderungen im Ausdauersport und die damit verbundenen gesundheitlichen Aspekte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die physiologischen Grundlagen der Nährstoffversorgung (Makro- und Mikronährstoffe), aktuelle wissenschaftliche Studien zu veganer Ernährung im Sport sowie praktische Empfehlungen für Athleten ab.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen der veganen Ernährung im Ausdauersport aufzuzeigen und zu klären, ob vegane Athleten potenzielle Risiken (z.B. Nährstoffmangel) erfolgreich bewältigen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturstudie, welche den aktuellen wissenschaftlichen Stand systematisch aufarbeitet, relevante Studien analysiert und diskutiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Energiebedarf, der Versorgung mit Makronährstoffen sowie einer eingehenden Analyse kritischer Mikronährstoffe wie Vitamin B12, Eisen und Zink.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Vegane Ernährung, Sport, Ausdauersport, Mikronährstoffe, Leistungsfähigkeit, Proteinbedarf und Sporternährung.
Welche Rolle spielt Vitamin B12 in dieser Untersuchung?
Vitamin B12 wird als einer der kritischsten Nährstoffe identifiziert, da eine bedarfsgerechte Deckung ohne tierische Produkte oder gezielte Supplementierung nahezu unmöglich ist.
Können vegane Sportler ihre Leistung genauso gut erbringen wie omnivore?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass vegane Ernährung bei guter Planung und Supplementierung möglich ist, ohne die sportliche Leistung zu mindern, jedoch keine kurzfristige Leistungssteigerung garantiert.
Wie gehen Sportler am besten mit dem Nährstoffrisiko um?
Es wird empfohlen, eine vollwertige und abwechslungsreiche Kost zu wählen, sich intensiv mit den Nährstoffquellen zu beschäftigen und kritische Parameter regelmäßig ärztlich kontrollieren zu lassen.
- Arbeit zitieren
- Christoph Buhl (Autor:in), 2019, Grenzen und Möglichkeiten einer veganen Ernährung im Ausdauersport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536490