2018 jährte sich der Geburtstag von Karl Marx (1818 – 1883) zum 200. Mal, daher wird in der folgenden Arbeit sein Lebenswerk, „Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie, Erster Band, Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals“ (1867) näher beleuchtet. Der Fokus der Arbeit liegt auf dem ersten Kapitel des ersten Bandes mit dem Titel „Die Ware“.
Die Ware versteht Marx als Elementarform der kapitalistischen Produktionsweise. Sein Hauptanliegen war es, die Funktionsweise kapitalistischer Produktion von Grund auf zu durchdringen und die inneren Zusammenhänge des ganzen Systems zu verstehen. „Aller Anfang ist schwer, gilt in jeder Wissenschaft“ (MEW, 23, 2017) schreibt Marx im Vorwort zur ersten Auflage. Damit ist vor allem das erste Kapitel des ersten Bandes gemeint, nämlich die Analyse der Ware in der kapitalistischen Produktionsweise. Denn ein Verständnis zu entwickeln, was Waren überhaupt sind, ist nach Marx eine der größten Herausforderungen in seinem Werk. Im Folgenden wird zuerst auf die Methodik eingegangen, die Marx in seinem Werk anwendet, um die politische Ökonomie als Ganzes zu verstehen und ihre Bestandteile zu beschreiben. In diesem Zusammenhang wird erläutert, aus welchen drei Bestandteilen die politische Ökonomie besteht, nämlich die Produktion, Distribution und Konsumtion. Diese drei Bestandteile bilden einen Kreislauf, angefangen bei der Produktion.
Im dritten Abschnitt wird auf das erste Kapitel des Kapitals näher eingegangen. Marx beginnt den ersten Band mit der Definition der Ware als Einheit von Gebrauchswert, Tauschwert und Wert. Der Tauschwert hängt mit der Ware als Arbeitsprodukt zusammen. In einem weiteren Punkt wird deswegen die Ware als Arbeitsprodukt beschrieben und der Doppelcharakter der Arbeit definiert. Zudem wird auf die Wert- und Geldform der Ware eingegangen. Abschließend werden die Ergebnisse kritisch diskutiert, indem die „homo oeconomicus“ Theorie gegen die Theorie von Marx kontrastiert wird. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und ein Ausblick gegeben.
Inhaltsverzeichnis
I. Das Zielvorhaben des Kapitals
II. Marxsche Verständnis kapitalistischer Ökonomie als methodische Herausforderung
III. Warenanalyse
3.1. Gebrauchswert der Ware (S. 49 f.)
3.2. Tauschwert der Ware (S. 50 – 52)
3.3. Ware als Arbeitsprodukt (S. 52 – 55)
3.4. Doppelcharakter der Arbeit (S. 56 – 61)
3.5. Systematische Genese von Geld (S. 62 – 85)
IV. Diskussion
V. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die von Karl Marx im ersten Kapitel seines Werkes „Das Kapital“ vorgenommene Analyse der Ware als Elementarform der kapitalistischen Produktionsweise systematisch aufzuarbeiten und die methodische Herleitung des Geldes nachzuvollziehen.
- Methodik der marxschen politischen Ökonomie
- Analyse der Ware und ihrer drei Eigenschaften (Gebrauchswert, Tauschwert, Wert)
- Die Arbeitswerttheorie und der Doppelcharakter der Arbeit
- Logische Genese des Geldes als allgemeines Äquivalent
- Kritische Gegenüberstellung mit der Grenznutzentheorie
Auszug aus dem Buch
3.1. Gebrauchswert der Ware (S. 49 f.)
Waren sind Dinge, die durch ihre Eigenschaften menschliche Bedürfnisse befriedigen. Die Natur der Bedürfnisse spielt nach Marx keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Waren in irgendeiner Art und Weise nützlich für die Bedürfnisbefriedigung sind. Zum Beispiel wäre eine Banane nützlich für die Konsumtion, Stahl hingegen ist nützlich für die Produktion. Beide haben also einen Nutzen im Kreislauf politischer Ökonomie. Der Gebrauchswert der Banane spiegelt sich in ihrer Nützlichkeit wider, ein Hungerbedürfnis zu befriedigen. Der Gebrauchswert von Stahl spiegelt sich in der Nützlichkeit wider, durch dessen Verarbeitung neue Waren herzustellen. Der Gebrauchswert verwirklicht sich also in der Konsumtion bzw. Vernichtung der Ware. Darüber hinaus sind Waren aufgrund ihrer bestimmten physischen Beschaffenheit von Nutzen. Eine Banane eignet sich nicht für die Stahlproduktion und Stahl kann man nicht verzehren. Desweiteren haben Waren die Eigenschaft nützlich zu sein, unabhängig vom gegebenen Wirtschaftssystem. Eine Banane eignet sich von ihrer Natur aus zum Verzehr, unabhängig ob in einer kapitalistischen Gesellschaftsform, einer antiken oder feudalen Gesellschaft. Jede Ware kann n Nützlichkeiten besitzen. Um Waren miteinander vergleichen zu können, müssen gesellschaftliche Maßeinheiten für die Waren definiert werden, wie beispielsweise das Maß Tonne für Stahl (S. 49 f.).
In einer warenproduzierenden Gesellschaft sind Gebrauchswerte zugleich auch Träger der Tauschwerte, was im Folgenden beschrieben wird.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Das Zielvorhaben des Kapitals: Dieses Kapitel führt in das Werk von Karl Marx ein und erläutert den Fokus auf das erste Kapitel des ersten Bandes sowie die methodische Herangehensweise.
II. Marxsche Verständnis kapitalistischer Ökonomie als methodische Herausforderung: Hier wird die Methode vom „Abstrakten zum Konkreten“ und die Vorstellung der Ökonomie als Kreislaufsystem mit den Phasen Produktion, Distribution und Konsumtion behandelt.
III. Warenanalyse: Dieses Kernkapitel definiert die Ware durch ihre drei Eigenschaften und leitet die Geldform als Konsequenz der Warenbeziehungen ab.
3.1. Gebrauchswert der Ware (S. 49 f.): Erläuterung der Nützlichkeit von Waren zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse als physische Eigenschaft.
3.2. Tauschwert der Ware (S. 50 – 52): Untersuchung des quantitativen Verhältnisses, in dem Waren gegeneinander getauscht werden.
3.3. Ware als Arbeitsprodukt (S. 52 – 55): Darstellung der Arbeitswerttheorie, wonach der Wert einer Ware durch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit bestimmt wird.
3.4. Doppelcharakter der Arbeit (S. 56 – 61): Analyse der Arbeit als sowohl gebrauchswertherstellende (konkrete) als auch wertherstellende (abstrakte) Tätigkeit.
3.5. Systematische Genese von Geld (S. 62 – 85): Logische Herleitung der Geldform aus dem inneren Widerspruch der Ware von der einfachen über die totale zur allgemeinen Wertform.
IV. Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit der Grenznutzentheorie und der Rolle des homo oeconomicus im Vergleich zu Marx.
V. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Arbeit und Reflexion der anhaltenden Relevanz der Marxschen Theorie für moderne ökonomische Krisen.
Schlüsselwörter
Das Kapital, Karl Marx, Ware, Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Arbeitswerttheorie, Politische Ökonomie, Dialektik, Geld, Geldform, Warenanalyse, Doppelcharakter der Arbeit, Grenznutzentheorie, Kapitalismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das erste Kapitel von Karl Marx' „Das Kapital“ und untersucht die Ware als Elementarform der kapitalistischen Produktionsweise.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit thematisiert die dialektische Methode von Marx, die Theorie der Warenwerte, den Doppelcharakter der menschlichen Arbeit sowie die logische Entstehung des Geldes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die systematische Herleitung zu verstehen, wie sich aus der Warenstruktur notwendigerweise Geld entwickelt und wie diese ökonomische Logik aufgebaut ist.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit stützt sich auf die exegetische Aufarbeitung des Primärtextes von Marx und kontrastiert diesen mit anderen ökonomischen Theorien wie der Grenznutzentheorie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodischen Grundlagen, die detaillierte Warenanalyse, die Definition von Gebrauchswert, Tauschwert und Wert sowie die systematische Genese von Geld.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Ware, Wert, gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, Gebrauchswert, Tauschwert, allgemeines Äquivalent und die dialektische Methode.
Wie unterscheidet Marx den Gebrauchswert vom Tauschwert?
Der Gebrauchswert bezieht sich auf die konkrete Nützlichkeit eines Gutes, während der Tauschwert ein quantitatives Verhältnis beim Warentausch darstellt, das auf einer abstrakten gemeinsamen Qualität basiert.
Warum leitet Marx Geld aus der Ware ab?
Für Marx ist Geld kein historischer Zufall, sondern eine ökonomische Notwendigkeit in einer arbeitsteiligen Gesellschaft, um den Wert von Waren objektiv vergleichbar zu machen.
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- Nicole Kaczmar (Autor:in), 2018, Karl Marx: Das Kapital. Die Ware als Elementarform der kapitalistischen Produktionsweise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536550