Existenzphilosophie bei Karl Jaspers

Grundlagen der Existenzphilosophie


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018

18 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Die Bedeutung der Jasperschen Existenzphilosophie in Grenzsituationen

II. Begriffsdefinitionen der Jasperschen Existenzphilosophie
2.1. Dasein in Situationen
2.2. Sein und Existenz

III. Existenzwerdung durch Grenzsituationen
3.1. Grenzsituationen
3.2. Drei Stufen zur Existenzwerdung
3.3. Doppeltheit des Weltseins
3.4. Systematik der Grenzsituation

IV. Resümee, Diskussion und Ausblick
4.1. Resümee und Diskussion
4.2. Ausblick

Literaturverzeichnis

I. Die Bedeutung der Jasperschen Existenzphilosophie in Grenzsituationen

„Es gibt kein Licht ohne Schatten, und man muß auch die Nacht kennen.“

(Camus, Der Mythos des Sisyphos, S. 159)

Plausible Gründe um dem Leben vorzeitig ein Ende zu setzen gibt es viele. Es gibt Grenzsituationen, die Momente der Verzweiflung auslösen, in denen man keine große Lust und Kraft hat um weiterzuleben. Situationen geprägt von Angst, Schuld, Krankheit und Tod brechen meist unerwartet über den Alltag herein. Hier stößt der Mensch an eine unveränderbare Grenze und verspürt manchmal keinen Sinn mehr im Weiterleben.

Die vorliegende Arbeit ist ein Appell an das Leben trotz der Erfahrungen mit Grenzsituationen. Die Argumentation dafür orientiert sich an dem Hauptwerk von Karl Jaspers Philosophie, insbesondere auf der Philosophie I, Philosophische Weltorientierung und auf der Philosophie II, Existenzerhellung.1 Karl Jaspers (1883-1969) war ein deutscher Psychiater und Existenzphilosoph. Als Arzt hat Jaspers grundlegend zur wissenschaftlichen Entwicklung der deutschen Psychiatrie beigetragen. Daher ist sein philosophischer Ansatz stark praktisch orientiert. In seiner philosophischen Theorie, die auf der Philosophietradition aufbaut, verwendet Jaspers ein eigens entworfenes Vokabular. Das Vokabular ist von seinem medizinisch-psychiatrischen Hintergrund geprägt.

Im Folgenden wird erörtert, wie Jaspers im dritten Hauptteil des Werkes Existenzerhellung mit dem Titel Existenz als Unbedingtheit in Situation, Bewußtsein und Handlung explizit auf das Phänomen der Grenzsituationen eingeht. Nach Jaspers hat der Mensch durch die Grenzsituationen die Möglichkeit sein Seinsbewusstsein zu erfahren und sich als existent wahrzunehmen. Jaspers beschreibt dies wie folgt: „Nur aus der Verzweiflung wird die Seinsgewißheit geschenkt. Unser Seinsbewußtsein hat den Charakter, daß nur ist, wer dem Tod ins Angesicht sah“ (Ph II, S. 227).

Im weiteren Verlauf der Arbeit werden zunächst sämtliche Begriffe der Jasperschen Existenzphilosophie definiert. Zuerst wird das Dasein in Situationen beschrieben, anschließend werden die verschiedenen Seinsweisen erörtert und auf den Existenzbegriff genauer eingegangen. Der Fokus der Arbeit liegt auf dem positiven Potenzial der Grenzsituation. Dafür wird zuerst das Phänomen der Grenzsituation allgemein beschrieben und anschließend die einzelnen Schritte des Existenzwerdungsprozesses durch die Konfrontation mit einer Grenzsituation vorgestellt. In einem weiteren Punkt sind die Auswirkungen der Grenzsituation im Weltdasein beschrieben und Jaspers‘ Systematik der verschiedenen Situationen im Leben erklärt. Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst, diskutiert und ein Ausblick gegeben.

II. Begriffsdefinitionen der Jasperschen Existenzphilosophie

2.1. Dasein in Situationen

Jaspers geht wie viele andere Existenzphilosophen davon aus, dass das Ich nicht nur in der Welt lebt, sondern zugleich auch als Dasein in einer jeweilig bestimmten Situation ist, in der es handeln kann (vgl. Salamun, 1982). Das Dasein definiert Jaspers als „Sein in Situationen“ (Ph II, S. 203), beziehungsweise das „In-Situation-Sein“ (Ph II, S. 203). Damit will er ausdrücken, dass man sich im Dasein immer in einer Situation befindet und zwingend von einer Situation in die Nächste übergeht (vgl. Ph II). Das Leben ist somit eine Aufeinanderfolge von Situationen. Er spezifiziert die Situation als „[…] Lage der Dinge zueinander in raumtopographischer Anordnung“ (Ph II, S. 201). Somit hat die Situation für ihn einen „räumlich-perspektivischen“ (Ph II, S. 201) Charakter. Dem Individuum eröffnet sich in der Situation ein Möglichkeitsraum, wodurch das Individuum Freiheit erlangt. Denn innerhalb seiner Möglichkeiten kann das Individuum schließlich seinen selbst gesetzten Lebensentwurf verwirklichen. Somit verspürt das Subjekt die Abfolge von Situationen als „konkrete Wirklichkeit“ (Ph II, S. 202), die entweder vor- oder nachteilig sein kann (vgl. Ph II).

Der Begriff der Situation gewinnt bei Jaspers an existenziell philosophischer Bedeutung. Er teilt sie in typische und absolut einmalige Situationen auf. Erstere beschreiben allgemeine, typische Situationen aus der besonderen Bestimmtheit2 des Daseins. Zweitere stellen Gegebenheiten im Leben dar, die erst im Nachhinein als einmalig empfunden werden, wenn sich das Individuum reflektierend bewusst wird, dass diese Situation nicht wiederkehren wird. Jaspers betont die Möglichkeit der „Verwandlung“ (Ph II, S. 202) des Individuums durch die Situation. Denn zum einen ändern sich Situationen, da sie vorübergehen und zum anderen kann das Subjekt neue Situationen künstlich herbeiführen (vgl. Ph II).

2.2. Sein und Existenz

Im ersten Teil des Werkes Philosophie I , Philosophische Weltorientierung stellt Jaspers die fundamentale Frage „wer bin ich?“ (Ph I, S. 1). Bereits mit dieser Fragestellung wird ersichtlich, dass Jaspers seinen existenzphilosophischen Ansatz aus dem „Ichbezug“, beziehungsweise dem personalen Bezug heraus entwickelt. Nach ihm gibt es drei Antworten auf diese Frage. Zum einen das empirische Dasein, also das zum Objekt gemachten Ich. Jaspers beschreibt dies mit: „Ich bin dieser Körper als dieses Individuum“ (Ph I, S. 13). Aber das Dasein als Objekt ist durch die Endlichkeit des Menschen zeitlich begrenzt. Das heißt im Dasein findet der Mensch keinen nachhaltigen Sinn, beziehungsweise kein Glück von Dauer (vgl. Zimmermann, 1977). Die zweite Antwort auf die Frage wer ich bin, ist das Bewusstsein überhaupt. Schließlich ist man sich seiner selbst bewusst. Das Bewusstsein ist auch der Ort des Vernunftdenkens. Das Bewusstsein hat man mit allen anderen Menschen gemeinsam. Deswegen ist man nach Jaspers wesentlich identisch mit jedem anderen, denn man ist vertretbar (Ph I, S. 13). Doch auch das Bewusstsein stößt hinsichtlich der Frage des Undenkbaren an Grenzen. So kommt man zwangsläufig zur möglichen Existenz. Jaspers beschreibt die mögliche Existenz wie folgt: Ich als „diese Möglichkeit, dass Freiheit des Wissens und Handelns ist“, beziehungsweise „aus jeder Bedingtheit befreites Ich“ (Ph I, S. 13). Er beschreibt hiermit das Ich, das sich aus jeder Situation heraus befreien möchte, um sich als seiner existent zu spüren. Existenz ist der erstrebenswerte Zustand, in der das Ich „empirische Individualität“ (Ph I, S. 13) ist.

Jaspers beschreibt immer wieder den Zustand der Existenz. Für ihn ist Existenz das, „was nie Objekt wird, Ursprung, aus dem ich denke und handle, worüber ich spreche in Gedankenfolgen, die nichts erkennen“ (Ph I, S. 15). Zudem betont er, dass die „Existenz ist, was sich zu sich selbst und darin zu seiner Transzendenz verhält“ (Ph I, S. 15), beziehungsweise „Existenz als Dasein durch die Gewißheit des Selbstseins aus Freiheit” (Ph I, S. 16) und Existenz als „Ursprung für mich im Dasein“ und “Sein als Freiheit” (Ph I, S. 18). Hier wird deutlich, dass der Jaspersche Existenzbegriff eng mit dem Freiheitsgedanken verknüpft ist. Existent ist für ihn ein Individuum, dass ein Sein in Freiheit ist und dass sich seines Ursprungs bewusst ist (vgl. Ph I). Dies erreicht das Individuum, indem es sich von der objektiv wahrnehmbaren Welt trennt. Das Individuum lässt das bloße Dasein, das gefangen ist in Situationen, hinter sich (vgl. Zimmermann, 1977). Weiterhin betont Jaspers, dass die Existenz zum „signum“ wird. Dies beschreibt er wie folgt: „Existenz wird signum, um auf die Richtung dieser Selbstvergewisserung eines objektiv weder denkbaren noch gültigen Seins zu weisen, das niemand weder von sich noch von anderen weiß und sinnvoll behaupten kann“ (vgl. Ph I, S. 19).

Interessant ist dabei auch, dass der Existenzbegriff bei Jaspers in enger Verbindung zum Transzendenzbegriff steht. Die Bedingung für die menschliche Existenzwerdung ist die Transzendenz, da sie nicht aus Daseinsbedingungen abgeleitet werden kann. Jaspers definiert Transzendenz als „das Umgreifende“ (Jaspers, 1958, S. 108). Das Sein kann nie ganz erfasst werden, sondern man kann sich diesem nur umgreifend annähern. Das Transzendente begegnet dem Menschen in „Chiffren“ (vgl. Ph I, S. 20), was als Denkerlebnisse bezeichnet werden kann. Begriffe wie „eigentliches Sein“ oder „eigentliche Wirklichkeit“ (Salamun, 1982, S. 37) sind in Jaspers Werken Synonyme für Transzendenz. In seinen späteren Werken benutzt Jaspers auch „Gott“ (Jaspers, 2012, S. 43) als Synonym für Transzendenz. Denn für Jaspers wird im Glauben Transzendenz für den Menschen fühlbar. Begriffe wie Gottheit und Gott sind zuerst leer und werden erst in der existenziellen Betroffenheit gehaltvoll (vgl. Jaspers, 2012).

Festzuhalten ist, dass der Mensch, dadurch dass er zu sich selbst findet, existent wird. Dies schafft er durch die Loslösung der objektiv wahrnehmbaren Welt, durch die Überschreitung des bloßen Daseins das in Situationen gefangen ist und durch die Überwindung des Bewusstseins. Sich seiner existent zu werden, bedeutet für Jaspers Philosophieren. Die mögliche Existenz stellt einen transzendenten Prozess dar, der empirisch nicht beweisbar ist (vgl. Ph I). Für die Seinswerdung muss sich das Individuum in einem ständigen Bedürfnis befinden, sich seiner selbst bewusst werden zu wollen. Die Gewissheit darüber „wer ich eigentlich bin“ ist nicht durch das Denken möglich, sondern nur durch die Wahl seiner selbst. Die wirkliche Existenz bedeutet für Jaspers Freiheit zur Welt (vgl. Zimmermann, 1977). Die Existenz, also das eigentliches Selbstsein, kann nur durch einen transzendierenden Sprung erreicht werden, was im Folgenden genauer erläutert wird.

III. Existenzwerdung durch Grenzsituationen

“Auf Grenzsituationen reagieren wir daher sinnvoll nicht durch Plan und Berechnung, um sie zu überwinden, sondern durch eine ganz andere Aktivität, das Werden der in uns möglichen Existenz; wir werden wir selbst, indem wir in die Grenzsituationen offenen Auges eintreten.“

(Jaspers, Philosophie II / Existenzerhellung, S. 204)

3.1. Grenzsituationen

Grenzsituationen sind gemäß Jaspers weder vorhersehbar noch beeinflussbar. Es sind Situationen, wie „Tod“, „Leiden“, „Kampf“ und „Schuld“ (vgl. Ph II, S. 209), die über das unreflektierte Dasein hineinbrechen und „die Ruhe eines positivistisch geschlossenen Weltbildes“ (Schüßler, 1995, S. 59) zerstören. Hier gerät das Bewusstseinsverständnis des Menschen an seine Grenze und die Antinomie des Daseins macht sich bemerkbar. Jaspers beschreibt den widersprüchlichen und zerrissenen Zustand in der Grenzsituation wie folgt:

„Situationen wie die, daß ich immer in Situationen bin, daß ich nicht ohne Kampf und ohne Leiden leben kann, daß ich unvermeidlich Schuld auf mich nehme, daß ich sterben muss […]. Sie wandeln sich nicht, sondern nur in ihrer Erscheinung; sie sind, auf unser Dasein bezogen, endgültig. Sie sind nicht überschaubar; in unserem Dasein sehen wir hinter ihnen nichts anderes mehr. Sie sind wie eine Wand, an die wir stoßen, an der wir scheitern. Sie sind durch uns nicht zu verändern, sondern nur zur Klarheit zu bringen, ohne sie aus einem anderen erklären und ableiten zu können. Sie sind mit dem Dasein selbst“ (Ph II, S. 203).

Folglich bleibt der Möglichkeitsraum der Entscheidungsfindung der Grenzsituation verschlossen. Das bloße Daseinsleben erfährt hier seine Grenze. Denn das Bewusstsein ist nur fähig die Grenzsituation als objektive Tatsache zu erfassen, nämlich dass das Dasein grundsätzlich geprägt ist von Grenzsituationen. Zwangsläufig müssen wir Leiden, beziehungsweise Schuld auf uns nehmen und sterben. Da aber das Bewusstsein über diese Zustände die Lebensfreude im Dasein einschränkt, verdrängt das Individuum die Grenzsituation im Alltag (vgl. Ph II).

Doch nach Jaspers muss die Grenzsituation als Chance interpretiert werden. Denn Grenze bedeutet auch, dass es noch etwas anderes gibt, das für den Verstand des Bewusstseins nicht begreifbar ist (vgl. Latzel, 1957). Die Angst in der Grenzsituation stellt bei Jaspers eine Möglichkeit dar, sich seiner existent zu werden.3 Denn nach ihm kann das Individuum die eigentliche Wahrheit und Freiheit erst durch die Konfrontation mit einer Grenzsituation erfahren (vgl. Ph II). Denn die „eigentliche Wirklichkeit“ (Latzel, 1957, S. 174) erfährt das Individuum erst, wenn es das bloße Dasein und das Bewusstsein hinter sich lässt, die die Grenzsituationen nur als Wand wahrnehmen. Jaspers interpretiert „Grenzsituationen erfahren und Existieren [als] dasselbe“ (Ph II, S. 204). Denn die „Existenz als das Selbstsein […]“ (Burkhard, 1985, S. 87) des Individuums ist nicht schon durch die biologische Tatsächlichkeit des Menschen gegeben, sondern es besteht lediglich die Möglichkeit sich seinem Sein durch die Überwindung des bloßen Daseinslebens bewusst zu werden. Die Chance muss das Individuum selbst wollen und fördern. Denn „[d]iese Wahl ist der Entschluß, im Dasein ich selbst zu sein“ (Ph II, S. 181). Jaspers meint damit, dass das Individuum sich nicht zwischen zwei verschiedenen Zuständen – bloßes Dasein oder Existenz – entscheiden kann. Vielmehr stellt die Existenz einen „werdenden Prozess“ dar, der stets im Kampf mit dem Dasein steht (vgl. Burkhard, 1985). Denn nach Jaspers hat der Mensch die Gabe, sich sowohl in seinem empirischen Dasein wahrzunehmen, als auch sich seines Ursprungs bewusst zu werden.

Demzufolge kann die Grenzsituation nicht als eine Unterkategorie der Situation gesehen werden, da sie jenseits des Bewusstseinsverständnisses liegt. Auch ist die Existenzwerdung weder empirisch beweisbar, da sie einen transzendenten Vorgang beschreibt, noch kann sie unter einem „Verstandesbegriff“ (Latzel, 1957, S. 175) subsumiert werden. Vielmehr soll die Grenzsituation verdeutlichen, dass es Situationen gibt, die eine solche Tiefgründigkeit aufweisen, dass sie mittels Begriffe nicht vollständig zu erklären sind. „Die Tiefe, die in den Grenzsituationen schlummert, wird fühlbar wieder nur der Tiefe, die in mir selbst angelegt ist als die Möglichkeit, eigentlich ich selbst zu sein […]“ (Latzel, 1957, S. 175). Grenzsituationen sind existenzerhellend und nur durch ein tieferes Bewusstsein erfahrbar (vgl. Ph II).

Den Pol zur Grenzsituation bildet der Zustand des in seinem „ Gehäuse“ (Jaspers, 1971, S. 305) lebenden Individuums. Unter Gehäuse versteht Jaspers Lebensstrukturen, denen man sich angepasst hat, wie „Grundsätze […], Dogmen, Beweisbarkeiten, [und] traditionellen Einrichtungen […] (Jaspers, 1971, S. 304f.). Hier lebt der Mensch im sicheren und gewohnten Sosein seines Daseins. Im Sosein glaubt der Mensch seine Existenz in seiner gewählten und gewohnten Lebensweise bereits gefunden zu haben. Doch auch die geordnete und gesicherte Welt des Gehäuses kann erstarren, sobald der Raum der Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt wird. Der Auslöser hierfür kann die Stagnation oder Verstrickung im gewohnten Sosein des Daseins sein. Das Individuum lebt unreflektiert und unbewusst in seinem Alltag. Die Einengung des selbstgewählten Gehäuses kann aber durch die positive Wirkung einer Grenzsituation aufgehoben werden. Denn durch die Konfrontation mit dieser wird dem in seinem Gehäuse lebenden Individuum deutlich, dass es durch den beschränkten Handlungsraum der Grenzsituation wieder mit seinem bloßen Dasein konfrontiert ist (vgl. Ph II).

[...]


1 Jaspers, K. (1956). Philosophie I - Philosophische Weltorientierung . Berlin, Heidelberg: Springer Verlag. Im Folgenden abgekürzt: (Ph I). Jaspers, K. (1994). Philosophie II -Existenzerhellung . München: R. Piper Verlag GmbH & Co KG. Im Folgenden abgekürzt: (Ph II).

2 Definition Bestimmtheit bei Jaspers: Aufgrund bestimmter Situationen leitet der Mensch sein allgemeines Weltbild ab. Im Dasein in einer bestimmten Situation ist man eingeschränkt durch die Vorstellung eines Allgemeinen. Denn solange „[…] ich das Bestimmte durch Einschränkung als Fall vom Allgemeinen denke, führt [dies] nicht zum Sein“ (Ph II, S. 211). Diese Enge im Denken, ausgelöst durch die Bestimmtheit, führt dazu, dass das Individuum die Existenzwerdung nicht wahrnehmen kann, da der Verstand nur Allgemeines begreift (vgl. Ph II).

3 Das Motiv der Angst spielt bei einigen Philosophen in ihrem existenzphilosophischen Ansatz eine bedeutende Rolle. Sören Kierkegaard verbindet mit Angst die Angst vor dem Nichts bedingt durch die Endlichkeit des Menschen. Aber diese Angst muss gleichzeitig als Möglichkeit interpretiert werden, da sie die Unendlichkeit zugänglich macht. Das sich ängstigen prägt die Existenz. Die Zugänglichkeit zur Unendlichkeit wird auch den Glauben ermöglicht (vgl. Kierkegaard, 1977). Bei Jean-Paul Sartre ist der Mensch der Angst vor dem Nichts ausgesetzt. Durch die Angst vor dem Nichts ist der Mensch zur Freiheit gezwungen und kann im Leben selbst wählen und entscheiden (vgl. Sartre, 2012).

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Existenzphilosophie bei Karl Jaspers
Untertitel
Grundlagen der Existenzphilosophie
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Philosophie)
Veranstaltung
Grundlagen der Existenzphilosophie
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V536559
ISBN (eBook)
9783346131539
ISBN (Buch)
9783346131546
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Existenzphilosophie, Karl Jaspers
Arbeit zitieren
Nicole Kaczmar (Autor), 2018, Existenzphilosophie bei Karl Jaspers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536559

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