Hexenverfolgung

Eine kurze Auseinandersetzung mit der These des Buches "Die Vernichtung der weisen Frauen" von Heinsohn und Steiger


Hausarbeit, 2015

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1) Einleitung

2) Beginn der Hexenverfolgung

3) Hexenhammer

4) Methoden der Inquisition

5) Anschuldigungen

6) Fazit

7) Quellenverzeichnis

8) Literaturverzeichnis

1) Einleitung:

Die Hexenverfolgungen begannen im Mittelalter und dauerten uber 500 Jahre.1 Sie waren ein grausames Kapitel in der Geschichte. Tausende Frauen (auch ein Anteil Manner) wurden gequalt und unschuldig hingerichtet. Unter dem Deckmantel des Hexenglaubens war es moglich, Menschen gezielt Oder auch willkurlich zu beschuldigen. Die Vorstellung, dass es Hexen gibt, war damals allerdings unumstritten, sonst hatten ihre Verfolger sich fur tausende von Morden verantworten mussen.2

Gunnar Heinsohn und Otto Steiger stellen in ihrem Buch „Die Vernichtung der weisen Frauen" die These auf, dass die Hexenverbrennungen einzig und allein nur stattfanden, urn das Wissen der Frauen (insbesondere) zu Verhutung und Abtreibung auszuloschen. Die Hebammen sollten nicht weiterhin dieAnzahl der Geburten kontrollieren konnen.

Zu Anfang des 14.Jahrhunderts war die Bevolkerungszahl von Seuchen und Hungersnoten dezimiert, der Konig brauchte Soldaten, Magde und Knechte fehlten, es sollten also viel mehr Kinder geboren werden. Dass das Ausrotten des Wissens gelungen sei, zeige sich laut Heinsohn und Steiger an der Bevolkerungsexplosion gegen Ende der Verfolgungen im 18. und 19.Jahrhundert.3

Diese Hausarbeit wird sich mit der These auseinandersetzen. Es wird gepruft, ob es - abgesehen von der Ausrottung des Wissens - nicht noch andere Grunde zur Hexenverfolgung gab.

2) Beginn derHexenverfolgung:

In der Zeit vor den Hexenverbrennungen glaubten die Menschen an die Kraft der Zauberei und meinten sie anzuwenden, unabhangig davon aus welchen sozialen Schichten sie stammten4 - in der Antike und davor waren z.B. Talismane haufige Begleiter.5 Auch wenn die Kirche die Magie ablehnte, verbot sie sie am Anfang des Mittelalters (urn 500 n Chr.) (noch) nicht.6

In der Zeit des 11. bis 13. Jahrhunderts wandten sich einerseits immer mehr Leute der rituellen Magie, Astrologie und Alchemie zu, andererseits anderte sich auch das Bild des Teufels: Vorher war er Gott quasi ebenburtig. Doch nun wurde die Welt als alleiniges Schaffen Gottes angesehen und der Satan stellte eine Person dar, die sehr abscheulich, riesenhaft und aggressiv sein sollte. Wer ihn anbetete, wurde wegen Ketzerei offentlich an den Pranger gestellt.7

Anfang des 13. Jahrhunderts ernannte die Kirche eine papstliche Inquisition, die die Ketzer verfolgte. Doch als die Unglaubigen weites gehend geschlagen waren, sicherte die Inquisition die Notwendigkeit ihrer weiteren Existenz, indem sie sich nun gegen Hexen richteten.8 Erst dann stieg der Anteil an Frauen bei den Verfolgungen. Die Inquisition wurde also nicht explizit fur die Hexenverfolgung gegrundet und der (angebliche) Plan, das Wissen der Frauen auszurotten, war anscheinend noch nicht gereift.

3) Hexenhammer:

Der Hexenhammer, 1487 von Jakob Sprenger und Heinrich Institoris veroffentlicht, sollte die Hexen quasi „zerschmettern“. Nach seinem Erscheinen stiegen die Hexenverurteilungen drastisch an.9 Er besteht hauptsachlich aus Bibelzitaten und Theorien uber die Erkennungsmerkmale von Hexen in 3 Abschnitten:

Im ersten Teil wird deutlich gemacht, dass selbst das Bestreiten des Hexenglaubens der Ketzerei gleichgesetzt werden muss. Mit Hilfe der Bibel wird begrundet, dass alle magischen Taten teuflischer Natur seien und die Frau von Natur aus dafur besonders empfanglich und gefahrdeter ist.

Der zweite Teil beschreibt ausfuhrlich die verschiedenen Magiepraktiken der Hexen. Der letzte Teil besteht aus Anweisungen fur Hexenjager.10

Heinsohn und Steiger entnehmen dem Zitat aus dem Hexenhammer: „Ohne gauklerische Vorspielung bewirken sie nach der Empfangnis eine Fruhgeburt, oft mit unzahligen anderen Ubeln.“, dass Sprenger und Institoris die Abtreibung von der Zauberei deutlich trennen, und ausschlieftlich Hebammen und andere Wissende uber Geburtenkontrolle, verfolgen.11

Dies entspricht nicht dem Gesamtbild des Hexenhammers, der etliche Beispiele enthalt (wie z.B. die Erzahlung eines Mannes, der ein Madchen, das ihn heiraten wollte, ablehnte. Auf seiner Hochzeit mit einer anderen Frau, drohte die Eifersuchtige ihr, sie wurde nicht mehr lange gesund sein und tatsachlich war seine Frau bald darauf krank und noch 10 Jahre spater korperlich geschwacht)12 die die Existenz von Zauberei beweisen sollen und ganz einfache Leute, ohne Krauterkunde, verdachtigen.

Dafur dass angeblich nur die Geburtenkontrolle bekampft werden sollte, ist der Anteil der Beschreibungen des Ubernaturlichen viel hoher. Der Hexenhammer beschuldigt zwar auch (Hexen)Hebammen, die Salbe aus Kinderfett kochen sollen, aber neben Impotenz und Abtreibung beschreibt er auch noch andere Vergehen, wie z.B. Naturkatastrophen auslosen, mit dem bosen Blick Menschen und Tieren zu schaden, bzw. zu toten Oder auch die Richter mit Zauberei zu manipulieren.13

4) Methoden derequisition:

Laut Uberlieferung gebrauchte die Justiz in der vorchristlichen Zeit keine Folter und verurteilte nur, wenn ausreichende Beweise vorlagen.14 Im Mittelalter wurden Prozesse eher das Gegenteil. In den meisten Fallen gab es weder richtige Anklageverfahren, noch eine Verteidigung der Beschuldigten.15

Gestandnisse waren selten, weswegen die Folter erlaubt wurde, urn diese zu erzwingen.16 Die Opfer wurden so lange grausam verhort, bis sie etwas gestanden, was sie nicht getan hatten. Die eigene Unschuld zu beteuern war sinnlos. Nach auften hin hieft es: die Gestandnisse seien freiwillig gemacht worden. Es war jedoch nur die freiwillige Entscheidung zu gestehen Oder weiter gefoltert zu werden, bis man die Anschuldigungen der Inquisition bestatigt, wenn man nicht schon unter den Qualen gestorben war.17

Mit der Zeit wurden immer mehr grausamere Methoden angewandt:

Die Gefangen wurden in Zellen gesperrt, die bewegliche Wande hatten. Sie wurden taglich naher geruckt, sodass der Gefangene das Gefuhl hatte, irgendwann zerquetscht zu werden. Bei anderen fullte man die Zellen allmahlich mit Wasser Oder sie lieft die Haftlinge hungern und dursten.18 Schnelle Foltermethoden waren unter anderem die Hande hinter dem Rucken verschrankt zu fesseln und den Menschen daran aufzu hangen.19

Die Hexenjager erfanden immer grausamere Arten der Folter wie z.B. die eiserne Jungfrau: eine Holz Oder Metallform, meist nach einem Frauenkorper gestaltet, die nach innen zeigende Nagel Oder andere Spitzen hatte. Das Opfer wurde in die Form hineingestellt und der Kasten einen Teil Oder ganz geschlossen - je nachdem, ob es als Folter Oder Hinrichtung gedacht war.20 Papst Urban IV. erlaubte den Inquisitoren sich gegenseitig freizusprechen, wenn jemand wahrend der Folter starb. So blieben sie vor Gott unschuldig.21 Am starksten war die Verfolgung zwischen 1560 und 1660, ab diesem Punkt war es nicht mehr allein die Kirche, die die Hexenverbrennungen veranlasste - es wurde eine weltliche Inquisition erstellt und die Justiz dem Konig ubergeben.22

[...]


1 Walker, B.G.: Das geheime Wissen der Frauen. Munchen 1997 (4. Auflage). S.444

2 httD://www.grin.com/de/e-book/94804/der-hexenhammer-hexenverfolgung-inauisition (Stand 22.08.2015)

3 Heinsohn, G., Steiger, O.: Die Vernichtung derweisen Frauen. Munchen 1987. S. 12

4 Habiger-Tuczay, C: Magie und Magier im Mittelalter. Munchen 1992. S.330

5 Birkhan, H.: Magie im Mittelalter. Munchen 2010. S.144

6 Gaskill, M.: Hexen und Hexenverfolgung. Stuttgart 2013. S. 30

7 ebenda S. 32,33

8 Robbins, R.H.: Encyclopedia ofWitchcraft and Demonology. New York 1959. S.50, 207ff.

9 Streck, B.: Die gezeigte und die verborgene Kultur. Wiesbaden 2007. S.145

10 httD://olafbohlke.com/ger303/DODUD/Test3 Hexenhammer Bilder RenateAugstein Aufsatz.pdf (Stand 23.08.2015)

11 Heinsehn, G., Steiger, O.: Die Vernichtung der weisen Frauen. Munchen 1987. S.26 ff.

12 Instituoris, H., Sprenger, J.: DerHexenhammer. Altenmunster 2012.

13 Hutter, C.M.: Hexenwahn und Aberglaube. Damals und heute. Salzburg 2007.

14 Lea, H.C.: The Inquisition ofthe Middle Ages. New York 1961. S.117

15 httD://olafbohlke.com/ger303/DQDUD/Test3_Hexenhammer_Bilder_RenateAugstein_Aufsatz.Ddf (Stand 23.08.2015)

16 Levack, B.P. Hexenjagd. Die Geschichte der Hexenverfolgungen in Europa. 4.Aufl. Munchen 2009. S.82

17 Russel, J.B.: Witchcraft in the Middle Ages. New York 1972. S. 221

18 Grigulevic, J.R.: Ketzer- Hexen - Inquisitoren. 1995. S.132

19 Arnold, G.: Hexen und Hexer in Dinkelsbuhl. 2006. S.18

20 Wyer, J.H.:Folterund Foltermethoden im Mittelalter: im Namen der Gerechtigkeit. (Neobook) 2013

21 Coulton, G.G.: Inquisition and Liberty. Boston 1959. S. 154 ff.

22 Albrecht, H.: Hexenglauben, Hexenverfolgung, Hexenwahn in Deutschland derfruhen Neuzeit: Ansatz einersoziologischen Analyse. 2002. S.81

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Hexenverfolgung
Untertitel
Eine kurze Auseinandersetzung mit der These des Buches "Die Vernichtung der weisen Frauen" von Heinsohn und Steiger
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
13
Katalognummer
V536560
ISBN (eBook)
9783346133397
ISBN (Buch)
9783346133403
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hexenverfolgung, eine, auseinandersetzung, these, buches, vernichtung, frauen, heinsohn, steiger
Arbeit zitieren
Eva Franke (Autor:in), 2015, Hexenverfolgung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536560

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Titel: Hexenverfolgung



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