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Der frühe Sensualismus des Etienne Bonnot de Condillac

In 'Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis'

Title: Der frühe Sensualismus des Etienne Bonnot de Condillac

Term Paper (Advanced seminar) , 2019 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nico Anders (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Die Polemik zwischen den epistemologischen Strömungen des Empirismus und Rationalismus ist das bestimmende Merkmal der Philosophie der Aufklärung. Während der Rationalismus die Quelle der Erkenntnis auf Aktionen und präsuppositionierte Eigenschaften des Verstandes zurückführt, beruht der Empirismus auf dem Paradigma von Erkenntnis durch Erfahrung oder
Wahrnehmung.

Der Sensualismus wiederum ist eine empiristische Haltung, welche die Ursache der Erkenntnis, genauso wie der Empirismus, in der sinnlichen Wahrnehmung sieht, und zusätzlich jegliche Form von Erkenntnis aus diesen Wahrnehmungen ableitet.
In seinem 'Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis' (fortan einfach 'Essay') widmet sich auch Etienne Bonnot de Condillac diesem Streit zwischen Empirismus und Rationalismus. Er präsentiert sein eigenes sensualistisches System, welches die Quelle der Erkenntnis in der Verknüpfung von Ideen und Zeichen begründet.

Was dies genau bedeutet werde ich im ersten Teil dieser Arbeit darlegen. Einschlägig hierfür ist besonders der erste Teil des Essays, in welchem Condillac die Grundlagen für seinen Sensualismus niederlegt und die Seelentätigkeiten untersucht.
Ich werde die wesentlichen Aspekte dieses ersten Teiles erörtern. Auch den relativ kurzen Abschnitt über die Ursache unserer Irrtümer im zweiten Teil werde ich betrachten. Weiterhin beschäftigt sich Condillac im Zuge seines Essays mit möglichen
Erwiderungen auf seine Argumentation. Im zweiten Teil der Arbeit werde ich mich mit einigen dieser Erwiderungen und mit meinen eigenen Kritikpunkten beschäftigen.

Um Fußnoten zu reduzieren werde ich Textverweise im Fließtext anbringen. Alle wörtlichen Zitate sind aus der von Angelika Oppenheimer übersetzten und herausgegebenen Version aus dem Jahre 2006 entnommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Prämissen und Terminologie

2.1) Ideen, Vorstellungen und Begriffe

2.2) Über die Sinnesempfindungen

3) Die Seelentätigkeiten

3.1) Bewusstsein, Aufmerksamkeit und Erinnerung

3.2) Gedächtnis, Einbildungskraft und Innere Anschauung

3.3) Die Verknüpfung von Ideen

3.4) Der Gebrauch der Zeichen

3.5) Von der Reflexion

4) Kritik an Condillacs Sensualismus

4.1) Bewusstsein und Wahrnehmung

4.2) Aufmerksamkeit und Bewusstsein

4.3) Wille und Subjektivität

4.4) Mensch und Tier

4.5) Irrtum und Sprache

5) Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, das sensualistische System von Etienne Bonnot de Condillac in seinem Werk "Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis" detailliert darzulegen, kritisch zu hinterfragen und die Relevanz seiner erkenntnistheoretischen Grundlagen zu prüfen.

  • Grundlagen des Sensualismus und die Entstehung von Erkenntnis
  • Analyse der Seelentätigkeiten (Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Erinnerung)
  • Die Rolle von Zeichen und Sprache bei der Bildung von Begriffen
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Trennung von Mensch und Tier
  • Das Problem der Subjektivität in der Erkenntnistheorie

Auszug aus dem Buch

3.1) Bewusstsein, Aufmerksamkeit und Erinnerung

Den zweiten Abschnitt des ersten Teils des Essays widmet Condillac den Seelentätigkeiten. Eine 'Seelentätigkeit' nennt er „einen Gedanken, soweit er geeignet ist, eine Veränderung in der Seele zu bewirken und sie hierdurch aufzuklären und zu leiten“ (S. 132, § 16).

Zunächst behandelt Condillac jedoch die Frage, ob es einen Unterschied zwischen den Seelentätigkeiten der Wahrnehmung und des Bewusstseins gibt. Im alltäglichen Sprachgebrauch hört man oft von Dingen, die man unbewusst wahrnimmt und die sich nur auf das Unterbewusstsein auswirken. Diese Vorstellung ist jedoch für Empiristen und Sensualisten problematisch, denn sie würde ermöglichen, dass es noch eine Sphäre außerhalb des Bewusstseins gibt, welche als Fundament der Erkenntnis infrage käme.

Condillac löst dieses Problem, indem er die Aufmerksamkeit und die Erinnerung betrachtet. Um die Funktion dieser Seelentätigkeiten zu verdeutlichen, verwendet er das Beispiel eines Theaterstücks. So nimmt der Zuschauer meist nicht alle Aspekte seiner Wahrnehmung, also der Aktionen auf der Bühne, gleich stark wahr, sondern er richtet seine Aufmerksamkeit auf spezifische Sinneseindrücke. Je mehr Aufmerksamkeit er einem bestimmten Teil seiner Sinneseindrücke zollt, desto eher vergisst er den restlichen Teil im nächsten Augenblick. Grundlegend hat er ihn also wahrgenommen, nur erinnert er sich nicht mehr daran (vgl. S. 76, § 5).

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Kontroverse zwischen Empirismus und Rationalismus ein und skizziert das Ziel, Condillacs sensualistisches System sowie dessen kritische Überprüfung darzustellen.

2) Prämissen und Terminologie: Dieses Kapitel klärt die grundlegenden Begriffe der Arbeit, insbesondere Condillacs Verständnis von Ideen, deren Unterscheidung in einfache und komplexe Formen sowie die Bedeutung der Sinnesempfindungen.

3) Die Seelentätigkeiten: Hier werden die zentralen kognitiven Prozesse wie Aufmerksamkeit, Erinnerung, Gedächtnis und die Bedeutung der Zeichenbildung sowie der Reflexion als fundamentale Bausteine der menschlichen Erkenntnis erörtert.

4) Kritik an Condillacs Sensualismus: Dieser Abschnitt bietet eine kritische Analyse des Systems, in dem Konzepte wie die Wahrnehmung, die menschliche Handlungsfähigkeit und die kategoriale Unterscheidung zwischen Mensch und Tier hinterfragt werden.

5) Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung der Erkenntnistheorie und würdigt Condillacs Essay als ein beachtliches System, das trotz seiner Limitationen wertvolle Denkanstöße liefert.

Schlüsselwörter

Sensualismus, Condillac, Erkenntnistheorie, Empirismus, Seelentätigkeiten, Aufmerksamkeit, Erinnerung, Zeichenlehre, Wahrnehmung, Subjektivität, Reflexion, Sprachphilosophie, Ideenlehre, Mensch-Tier-Verhältnis, Vernunft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das sensualistische Erkenntnissystem von Etienne Bonnot de Condillac, wie es in seinem Werk 'Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis' dargelegt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Felder sind die Ursprünge der Erkenntnis in der sinnlichen Wahrnehmung, die Analyse verschiedener Seelentätigkeiten und die Rolle, die Sprache und Zeichen bei der Begriffsbildung spielen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Condillacs System verständlich zu machen und es einer kritischen Prüfung zu unterziehen, um Möglichkeiten und Grenzen seiner Theorie aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophische Textanalyse, bei der zentrale Thesen des Autors im Kontext der Aufklärungsphilosophie interpretiert und anhand von Gegenargumenten und logischen Prüfungen bewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Grundbegriffe und Seelentätigkeiten erläutert, gefolgt von einer kritischen Reflexion über die Determiniertheit des menschlichen Willens, die Natur von Zeichen und die Trennung zwischen Mensch und Tier.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Sensualismus, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Erkenntnistheorie und Sprachphilosophie charakterisieren.

Wie bewertet der Autor Condillacs Unterscheidung zwischen Mensch und Tier?

Der Autor hinterfragt Condillacs strikte Trennung und schlägt stattdessen ein Modell vor, das Vernunftbegabung als ein Spektrum betrachtet, wodurch auch tierische Intelligenz und Lautsprache integriert werden könnten.

Welches Problem sieht der Autor in der von Condillac vorgeschlagenen neuen Sprache?

Der Autor argumentiert, dass eine völlig neue Sprache zur exakten Begriffsbildung unpraktisch wäre, da sie zu komplex und konvolut würde, und dass das Problem der Subjektivität bei der Zuordnung von Ideen zu Zeichen ohnehin bestehen bliebe.

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Details

Title
Der frühe Sensualismus des Etienne Bonnot de Condillac
Subtitle
In 'Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis'
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Grade
1,7
Author
Nico Anders (Author)
Publication Year
2019
Pages
19
Catalog Number
V536568
ISBN (eBook)
9783346129543
ISBN (Book)
9783346129550
Language
German
Tags
Sensualismus Rationalismus Condillac Locke Descartes Erkenntnistheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nico Anders (Author), 2019, Der frühe Sensualismus des Etienne Bonnot de Condillac, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536568
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