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Constantin Frantz Rechtfertigung der Diktatur Napoleons III

Title: Constantin Frantz Rechtfertigung der Diktatur Napoleons III

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 35 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniel Jacob (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Gegenstand der vorliegenden Arbeit sollen Frantz‘ Rechtfertigung dieses Staatsstreiches und seine Argumentation für die Herrschaft Louis Napoleons sein. Als Quelle dient Constantin Frantz‘ Schrift „Louis Napoleon“, welche hier analysiert und in ihrem historischen und ideengeschichtlichen Kontext betrachtet werden soll. In dieser 1852 zunächst anonym erschienenen Schrift erklärt Frantz den Staatsstreich und die Diktatur Louis Napoleons zur unbedingten Notwendigkeit, um die innere Stabilität des französischen Staates zu sichern und versucht dies in seiner historisch-politischen Analyse zu begründen.
In der vorliegenden Arbeit soll nun erörtert werden, mit welchen Argumenten Frantz die Notwendigkeit dieser Diktatur begründete und warum er dies tat - schließlich kann Frantz keineswegs als Verfechter einer allgemein gültigen Konzeption diktatorischer Herrschaft gelten, vielmehr war er Vertreter und Vorreiter eines gänzlich anderen politischen Konzeptes. Zunächst soll in Kapitel eins der historische Hintergrund - mit der politischen Entwicklung Frankreichs vom Ende der Ära Napoleons I. bis zur Revolution 1848 und dem Weg Louis Napoleons auf den französischen Kaiserthron - kurz skizziert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zum historischen Hintergrund

1.1. Die politischen Ereignisse in Frankreich 1815-1848

1.2. Staatsstreich und Herrschaft Louis Napoleons

2. Biographische Vorbetrachtungen

3. Constantin Frantz und die Zweite Republik

4. Die Rechtfertigung der Diktatur bei Constantin Frantz

4.1. Die Diktatur als historische und politische Notwendigkeit

4.2. Zur Rolle der demokratischen Legitimation

5. „Louis Napoleon“ - historische und ideengeschichtliche Einordnung

5.1. Die Schrift und das konservativ-neuromantische Weltbild ihres Verfassers

5.2. Constantin Frantz‘ Napoleonismus und das bonapartistische „Intermezzo“

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rechtfertigung des Staatsstreichs von 1851 durch den konservativen Publizisten Constantin Frantz in seiner Schrift „Louis Napoleon“. Dabei wird analysiert, inwieweit Frantz die Diktatur Louis Napoleons als notwendige politische Lösung inmitten einer Staatskrise darstellte und wie er diesen Standpunkt mit seinem konservativ-romantischen Weltbild begründete.

  • Historischer Kontext der französischen Entwicklung zwischen 1815 und 1848
  • Biographische Einordnung von Constantin Frantz als konservativer Publizist
  • Analyse der antiparlamentarischen Argumentation bei Frantz
  • Die Rolle der plebiszitär-demokratischen Legitimation für die Diktatur
  • Ideengeschichtliche Verbindung zur politischen Romantik

Auszug aus dem Buch

4.1. Die Diktatur als historische und politische Notwendigkeit

Frantz‘ zentrale Aussage ist die These, dass das Frankreich der Jahre 1851/52 eine andere Staatsform als Parlamentarismus oder königliche Monarchie, nämlich die plebiszitäre Diktatur Louis Napoleons benötigt. Die Notwendigkeit dieser Diktatur begründet er mit der Krise des französischen Staates, denn für Frantz sind seit der Revolution von 1789 alle Rechtsinstitutionen zerstört, während die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung aber weiterhin besteht - diese öffentliche Ordnung kann das parlamentarische System jedoch nicht garantieren, da das Volk in Frankreich über keine gemeinsamen politischen Anschauungen mehr verfügt, der Parlamentarismus aber nur dort bestehen kann, wo solche gemeinsamen Anschauungen gegeben sind. Man kann also sagen, weil die Parteien zur rechtlichen wie physischen Vernichtung ihrer Gegner tendieren, fehlt ein Minimalkonsens politischer Werte und Spielregeln, was letztlich Bürgerkrieg bedeuten muss, wenn niemand die öffentliche Ordnung aufrechterhalten kann. In dieser Krisensituation erscheint nun die Diktatur Louis Napoleons, der sich über alle Parteien stellt und gewaltsam für den inneren Frieden sorgt, als Rettung des französischen Staates vor Revolution und Bürgerkrieg.

Für Constantin Frantz begründet sich diese Krise und die absolute politische Notwendigkeit der Herrschaft Louis Napoleons aus der zurückliegenden Entwicklung Frankreichs, welche eine Restauration des Königtums der Bourbonen unmöglich gemacht hat, nachdem monarchische Legitimation und soziale Ordnung der Zeit vor der Französischen Revolution zerstört wurden. Revolutionen hatte es zwar auch in den deutschen Ländern gegeben, auch hier hatte es „ ... gewaltsame Ereignisse, Unterbrechungen des regelmäßigen Ganges [gegeben], allein die innere Staatsidee blieb erhalten. Es blieben die alten Grundlagen, und es blieb die alte Staatsgewalt ...“.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung skizziert das Thema der Arbeit, den historischen Rahmen des Staatsstreichs Louis Napoleons und die Zielsetzung der Analyse von Constantin Frantz' Schrift.

1. Zum historischen Hintergrund: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die politische Entwicklung Frankreichs von 1815 bis zum Staatsstreich 1851 und den Aufstieg Louis Napoleons.

2. Biographische Vorbetrachtungen: Der Abschnitt liefert einen Abriss über das Leben und Wirken von Constantin Frantz sowie seine Positionierung im preußischen Staatsdienst.

3. Constantin Frantz und die Zweite Republik: Hier wird der Entstehungskontext der Schrift „Louis Napoleon“ analysiert und Frantz' frühe Wahrnehmung des politischen Geschehens in Paris beleuchtet.

4. Die Rechtfertigung der Diktatur bei Constantin Frantz: Das Kapitel untersucht die Argumente für die Notwendigkeit der Diktatur und die Bedeutung der plebiszitären Legitimation in Frantz' Denken.

5. „Louis Napoleon“ - historische und ideengeschichtliche Einordnung: Die Schrift wird in den Kontext der politischen Romantik gestellt und Frantz' Bewertung des Bonapartismus reflektiert.

Resümee: Das Resümee fasst die Argumentationslinie zusammen und bewertet das Defizit von Frantz' Sichtweise hinsichtlich der Entwicklung parlamentarischer Systeme.

Schlüsselwörter

Constantin Frantz, Louis Napoleon, Diktatur, Bonapartismus, Staatsstreich, Konservatismus, Parlamentarismus, Plebiszit, Zweite Republik, Politische Romantik, Volkssouveränität, Herrschaftslegitimation, Frankreich, Soziale Monarchie, Souveränität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Argumentationsstrategie des konservativen Publizisten Constantin Frantz, der in seiner Schrift von 1852 die Diktatur Louis Napoleons als notwendige und legitime Regierungsform für das Frankreich der damaligen Zeit rechtfertigt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen der Bonapartismus, die Krise des Parlamentarismus, die historische Rolle des französischen Volkscharakters sowie die Verbindung von konservativen Denkmustern mit der plebiszitären Herrschaftspraxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erörtern, mit welchen Argumenten Frantz die Diktatur begründete und warum er als konservativer Denker zu einer solchen Schlussfolgerung gelangte, obwohl er kein klassischer Bonapartist war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine ideengeschichtliche und historisch-politische Analyse der Quelle „Louis Napoleon“, unter Einbeziehung des biographischen Kontexts von Constantin Frantz und des zeitgenössischen Forschungsstandes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des historischen Hintergrunds, die biographische Einordnung von Frantz, die Analyse seiner Schrift hinsichtlich der Notwendigkeit diktatorischer Herrschaft und deren Einbettung in das romantische Weltbild des Autors.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Constantin Frantz, Bonapartismus, Parlamentarismus-Kritik, plebiszitäre Legitimation, politische Romantik und die Zweite Republik.

Inwiefern beeinflusste Frantz' Auftraggeber seine Schrift?

Es wird diskutiert, ob und inwieweit Frantz' Bericht über den Staatsstreich durch die Erwartungen seines Auftraggebers, des preußischen Ministerpräsidenten von Manteuffel, beeinflusst wurde, um den Bedarf an neuen politisch-strategischen Informationen zu decken.

Warum lehnte Constantin Frantz den Parlamentarismus ab?

Frantz sah im Parlamentarismus eine dem französischen Volkscharakter widersprechende, künstliche Konstruktion, die laut ihm nur den Eigennutz von Interessengruppen förderte und für die soziale Instabilität in Frankreich verantwortlich war.

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Details

Title
Constantin Frantz Rechtfertigung der Diktatur Napoleons III
College
Dresden Technical University  (Institut für Politikwissenschaft )
Grade
1,0
Author
Daniel Jacob (Author)
Publication Year
2005
Pages
35
Catalog Number
V53661
ISBN (eBook)
9783638490481
ISBN (Book)
9783656785880
Language
German
Tags
Constantin Frantz Rechtfertigung Diktatur Napoleons
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Jacob (Author), 2005, Constantin Frantz Rechtfertigung der Diktatur Napoleons III, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53661
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