Der Einfluss der Net Stable Funding Ratio auf die Liquiditätssteuerung einer deutschen Bank


Hausarbeit, 2020
42 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Formelverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

2. Einführung der NSFR im Zuge von Basel
2.1. Einführung eines einheitlichen Liquiditätsstandards
2.2. Formulierung der NSFR
2.3. Scharfschaltung der NSFR

3. Steuerung der NSFR durch eine deutsche Bank
3.1. Berechnung der NSFR
3.1.1. Berechnung des ASF
3.1.2. Berechnung des RSF
3.2. Möglichkeiten zur Steuerung der NSFR einer deutschen Bank
3.2.1. NSFR-Steuerung durch Bilanzverlängerung
3.2.2. NSFR-Steuerung durch Bilanzverkürzung
3.2.3. NSFR-Steuerung ohne Änderung der Bilanzsumme

4. Kritische Würdigung der NSFR.
4.1. Auswirkungen der NSFR auf die Liquiditätssteuerung
4.2. Potenzial und Risiken der NSFR

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ausgangsbilanz der XY Bank ohne Steuerungsmaßnahmen

Abbildung 2: RSF und ASF der XY Bank ohne Steuerungsmaßnahmen

Abbildung 3: Bilanz der XY Bank nach Bilanzverlängerung

Abbildung 4: RSF und ASF der XY Bank nach Bilanzverlängerung

Abbildung 5: Bilanz der XY Bank nach Bilanzverkürzung

Abbildung 6: RSF und ASF der XY Bank nach Bilanzverlängerung

Abbildung 7: Bilanz der XY Bank nach Aktivtausch

Abbildung 8: RSF und ASF der XY Bank nach Aktivtausch

Abbildung 9: Bilanz der XY Bank nach Passivtausch

Abbildung 10: RSF und ASF der XY Bank nach Passivtausch

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Passivpositionen mit ASF-Faktoren

Tabelle 2: Aktivpositionen mit RSF-Faktoren

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Formelverzeichnis

Formel 1: Berechnungsformel der NSFR

1. Einleitung und Problemstellung

Die goldene Bankenregel besagt, dass eine Fristenkongruenz zwischen Vermögen und Refinanzierungsmitteln bestehen sollte.1 Innerhalb der Finanzkrise wurde dieser Grundsatz vernachlässigt.2 Es zeigte sich, dass Banken trotz guter Kapitalausstattung aufgrund einer nicht ausreichend risikoorientierten Liquiditätssteuerung in eine Schieflage gerieten.3 Als Reaktion wurden mit Basel III erstmals einheitliche Liquiditätsstandards für Kreditinstitute durch den formuliert.4

Mit der NSFR wurde ein Mindeststandard eingeführt, welcher die Liquiditätsstruktur innerhalb eines langfristigen Zeitraums von einem Jahr betrachtet. Hierdurch soll eine ausufernde Fristentransformation und damit eine Verletzung der goldenen Bankenregel künftig begrenzt werden.5 Das Ziel der Kennzahl ist eine Reduzierung des Liquiditäts- und Refinanzierungsrisikos von Banken und somit eine Erhöhung der Widerstandskraft gegen Liquiditätsengpässe und eine Reduzierung der Gefahr von negativen Auswirkungen auf die Realwirtschaft innerhalb eines langfristigen Stressszenarios.6 Die Mindestanforderung ist für deutsche Banken ab dem 28. Juni 2021 einzuhalten, allerdings besteht schon heute eine Meldepflicht.7

Um die NSFR einhalten zu können ist eine Steuerung der Liquiditätsstruktur notwendig.8 Doch wie lässt sich die NSFR adäquat und nachhaltig steuern, um eine jederzeitige Erfüllung der NSFR sicherstellen zu können? Welches Potenzial und welche Risiken bietet die NSFR? Wie und in welchem Umfang wirkt sich diese erstmalige Regulierung der Liquiditätsstruktur auf die Liquiditätssteuerung deutscher Banken aus? Diese Fragen werden innerhalb dieser Arbeit untersucht und diskutiert. Hierzu wird zunächst die Einführung der NSFR betrachtet. Anschließend erfolgt eine Untersuchung der Berechnung der NSFR. Hieraus werden im weiteren Verlauf Möglichkeiten zur Steuerung der NSFR erarbeitet. Abschließend wird unter Berücksichtigung der gesammelten Erkenntnisse eine kritische Würdigung der NSFR hinsichtlich ihres Potenzials zur Erhöhung der Widerstandskraft von Banken gegenüber Liquiditätsengpässen, der volkswirtschaftlichen Risiken der NSFR, sowie der Auswirkungen auf die Liquiditätssteuerung von Banken durchgeführt. Da die Auswirkungen der NSFR auf eine deutsche Bank untersucht werden, wird innerhalb der Arbeit lediglich die europäische Ausgestaltung der NSFR betrachtet.

2. Einführung der NSFR im Zuge von Basel III

Das Rahmenwerk Basel III wurde im Jahr 2010 durch den Basler Ausschuss für Bankenaufsicht veröffentlicht. Diese Reform war das Ergebnis der im Zuge der Finanzmarktkrise 2007 aufgedeckten Schwachstellen der bisherigen Bankenregulierung.9 Das Ziel von Basel III ist es, die Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors in Stresssituationen zu erhöhen. Hierdurch soll der Finanzsektor stabilisiert und das Risiko weiterer Krisen und daraus folgenden negativen Auswirkungen auf die Realwirtschaft reduziert werden.10 Um dieses Ziel zu erreichen, wurden neben verschärften Anforderungen an die Kapitalsituation erstmals einheitliche Liquiditätsstandards für Finanzinstitute formuliert.11

2.1. Einführung eines einheitlichen Liquiditätsstandards

Die Relevanz der Liquidität und einer risikobewussten Liquiditätssteuerung wurde durch den Verlauf der Finanzmarktkrise 2007 unterstrichen.12 Innerhalb der Finanzkrise waren viele Banken mit Liquiditätsengpässen konfrontiert. Dieser Zustand resultierte hauptsächlich aus einer nicht ausreichend risikoorientierten Liquiditätssteuerung der Banken.13 Aufgrund eines wachsenden Misstrauens der Banken untereinander kam es im Jahr 2009 zu einem Austrocknen des Interbankenmarktes.14 Liquidität war im Zuge der Finanzmarktkrise nicht länger praktisch unbegrenzt und kostengünstig am Markt erhältlich, wodurch Engpässe bei der Liquiditätsbeschaffung resultierten.15

Vor Basel III war ein international einheitlicher regulatorischer Liquiditätsstandard nicht existent. Die Notwendigkeit einer einheitlichen Regulierung der Liquidität wurde als Lehre aus der Finanzkrise 2007 gezogen.16 Als Ergebnis veröffentlichte der Basler Ausschuss qualitative Prinzipien und Grundsätze zur Liquiditätssteuerung und Überwachung des Liquiditätsrisikos.17 Diese Grundsätze wurden durch Basel III um quantitative Anforderungen an die Liquiditätssituation von Banken ergänzt. Durch Basel III wurden damit erstmals einheitliche internationale quantitative Liquiditätsstandards eingeführt.18 In Basel III wurden zwei Mindeststandards für die Liquiditätssteuerung definiert. Mit Hilfe der Liquidity Coverage Ratio (LCR) soll die kurzfristige Widerstandsfähigkeit von Finanzinstituten gegenüber verschärften Liquiditätsbedingungen innerhalb eines Stressszenarios erhöht werden.19 Das Ziel der zweiten in Basel III definierten Kennzahl, die Net Stable Funding Ratio (NSFR), liegt ebenfalls in einer Erhöhung der Widerstandskraft eines Finanzinstituts innerhalb eines Stressszenarios. In diesem Fall wird jedoch im Gegensatz zur LCR ein längerfristiger Zeithorizont betrachtet. Im Fokus steht bei der NSFR die Stabilität der Refinanzierungssituation eines Kreditinstituts.20

2.2. Formulierung der NSFR

Einer der Hauptbestandteile des Bankengeschäfts ist die Fristentransformation. Aufgrund der günstigen Refinanzierungskosten werden langfristige und illiquide Vermögenswerte von Banken bevorzugt durch kurzfristige Mittel refinanziert.21 Das Risiko dieser Fristeninkongruenz liegt im Falle eines Versiegens von notwendigen Refinanzierungsquellen und einer somit fehlenden Anschlussfinanzierung.22 Ein solcher Effekt war mit dem Versiegen des Interbankenmarktes während der Finanzkrise 2007 zu beobachten.23 Die NSFR betrachtet die Refinanzierungsstruktur eines Finanzinstituts. Die Kennzahl liegt der Maßgabe zugrunde, dass langfristige Vermögenswerte unter Berücksichtigung ihrer Liquidierbarkeit durch langfristige und stabile Mittel refinanziert werden sollen. Dies entspricht der goldenen Bankenregel.24 Das Attribut der Langfristigkeit wird innerhalb der NSFR ab einer Restlaufzeit von über einem Jahr definiert.25 Der Fokus der NSFR liegt in der Begrenzung der Fristentransformation und in der Sicherstellung der Strukturellen Liquidität innerhalb eines einjährigen Zeitraums.26 Diesem betrachteten Zeitraum wird dabei wie bei der LCR ein Stressszenario zugrunde gelegt, wobei dieses Szenario keine Marktveränderungen, sondern lediglich Institutsspezifische Faktoren wie eine verringerte Solvenz, eine Herabstufung des Ratings, ein Reputationsverlust, oder Einbußen in der Kreditwürdigkeit berücksichtigt.27

2.3. Scharfschaltung der NSFR

Da im Zuge von Basel III erstmalig regulatorische Liquiditätsstandards für Finanzinstitute formuliert wurden, führte der Basler Ausschuss eine Beobachtungsphase für die NSFR ein.28 Innerhalb dieser Phase wurden die Auswirkungen der NSFR auf Finanzmärkte, auf die Kreditvergabe von Finanzinstituten, sowie auf das Wirtschaftswachstum untersucht, um auf unerwartete und unerwünschte Nebenwirkungen reagieren zu können.29 Eine vierteljährliche Meldepflicht, allerdings ohne Einhaltungspflicht, wurde innerhalb der EU-Verordnung Nr. 575/2013 (CRR) im Jahr 2013 ab März 2014 definiert.30 Im Oktober 2014 wurde eine überarbeitete und detaillierte Formulierung der NSFR durch den Basler Ausschuss veröffentlicht.31 Nachdem in einer Beobachtungsstudie der EBA im Jahr 2015 keine erheblichen negativen Auswirkungen der NSFR festgestellt werden konnten, wurde die NSFR in finaler Form innerhalb der EU-Verordnung 2019/876 (CRR II) im Jahr 2019 als regulatorisch einzuhaltende Mindestquote definiert.32 Als Stichtag für die Einhaltungspflicht der NSFR wurde der 28. Juni 2021 festgelegt.33 Bis dahin besteht für europäische Kreditinstitute weiterhin lediglich eine Meldepflicht der NSFR.34

3. Steuerung der NSFR durch eine deutsche Bank

Die NSFR ist ab dem 28. Juni 2021 von deutschen Kreditinstituten täglich einzuhalten und vierteljährlich zu melden. Die NSFR darf dabei einen Wert von 100 % nicht unterschreiten.35 Um die tägliche Einhaltung zu gewährleisten ist die NSFR aktiv zu steuern.36 Deutschen Kreditinstituten stehen dazu verschiedene Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung.37 Im Folgenden wird die Berechnung der NSFR beschrieben. Darauf aufbauend werden die verschiedenen Steuerungsmöglichkeiten untersucht.

3.1. Berechnung der NSFR

Die NSFR stellt den Refinanzierungsmitteln eines Finanzinstituts die benötigten Mittel zur Finanzierung des Aktivgeschäfts gegenüber. Betrachtet werden die Stabilität der Refinanzierungsmittel und der Refinanzierungsbedarf der Vermögenswerte.38 Dabei stellen die Refinanzierungsmittel unter Berücksichtigung ihrer Stabilität das verfügbare stabile Funding (Available Stable Funding – ASF), die Aktiva unter der Berücksichtigung ihrer Liquidität und ihrer Restlaufzeit das erforderliche Stabile Funding (Required Stable Funding – RSF) dar.39 Für die Beurteilung der Stabilität der Refinanzierungsmittel, sowie für das Maß der Liquidität der Vermögenswerte wird ein Stressszenario zugrunde gelegt.40 Diese beiden Größen werden zur Ermittlung der NSFR ins Verhältnis gesetzt. Berechnet wird der Quotient aus ASF und RSF. Dieser Quotient muss zu Erfüllung der NSFR mindestens 100 % betragen.41 Per Definition des Basler Ausschusses weisen Finanzinstitute bei Einhaltung dieser Quote auch unter Stressbedingungen ein stabiles Finanzierungsprofil innerhalb des Zeitraums von einem Jahr auf.42

Formel 1: Berechnungsformel der NSFR

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Enthofer, H., Haas, P., 2018, S. 855

3.1.1. Berechnung des ASF

Das Available Stable Funding (ASF) stellt das Volumen der stabilen Refinanzierungsmittel eines Finanzinstituts innerhalb des Betrachtungszeitraums der NSFR innerhalb eines Stressszenarios dar. Errechnet wird das ASF aus sämtlichen Passivpositionen des Instituts. Diese werden mit einem ASF-Faktor verrechnet und dann summiert. Dieser Faktor gibt den Anteil einer Passivposition wieder, der in einem einjährigen Zeithorizont als stabil verfügbar angenommen werden kann.43 Die ASF-Faktoren werden den jeweiligen Passivpositionen innerhalb der CRR II zugeordnet und liegen zwischen 0 und 100 Prozent.44 Innerhalb des Betrachtungszeitraums voraussichtlich stabil zur Verfügung stehende Refinanzierungspositionen erhalten einen höheren ASF-Faktor als voraussichtlich weniger stabile Refinanzierungspositionen.45 Die Annahme der Stabilität einer Refinanzierungsposition hängt von drei Faktoren ab:46

- der Restlaufzeit der Finanzierung,
- der Art der Finanzierung,
- dem Kontrahenten.

Eine hohe Restlaufzeit impliziert eine hohe Stabilität der Refinanzierungsmittel. Langfristige Verbindlichkeiten erhalten demnach einen höheren ASF-Faktor als kurzfristige Verbindlichkeiten.47 So erhalten sämtliche Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr, ohne dass für den Gläubiger innerhalb des Betrachtungszeitraums eine Kündigungsoption besteht, einen ASF-Faktor von 100%. Da die Laufzeit über den gesamten Betrachtungszeitraum der NSFR hinausgeht, besteht innerhalb des Zeitraums für diese Passiva kein Refinanzierungsrisiko.48 Beträgt die Laufzeit einer Verbindlichkeit weniger als ein Jahr sinkt auch der ASF-Faktor.49

Neben der Restlaufzeit wird die Stabilität einer Verbindlichkeit durch die Art der Verbindlichkeit und durch den Kontrahenten beeinflusst. Das regulatorische Eigenkapital steht einer Bank zeitlich unbegrenzt stabil zur Verfügung und erhält demnach einen ASF-Faktor von 100 %.50 Ebenso haben sich Sichteinlagen und Termingelder von Privatkunden und KMU innerhalb der Finanzmarktkrise auch bei kurzen Restlaufzeiten als stabile Refinanzierungsquellen erwiesen und erhalten daher einen hohen ASF-Faktor.51 Daneben wird den Verbindlichkeiten gegenüber Nichtfinanzunternehmen im Vergleich zu Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten bei einer Restlaufzeit von weniger als sechs Monaten durch Erfahrungen aus der Finanzmarktkrise ein höheres Maß an Stabilität und damit ein höherer ASF-Faktor zugesprochen.52

Tabelle 1 zeigt eine Auswahl an Passivpositionen mit den zugehörigen ASF-Faktoren unter Berücksichtigung ihrer Restlaufzeit. Die Faktoren wurden aus der CRR II entnommen. Die Kriterien für die Einteilung von Kundeneinlagen in stabile und weniger stabile Einlagen sind in der Definition der LCR aufgeführt.53

Tabelle 1: Passivpositionen mit ASF-Faktoren

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an die EU-Verordnung 2019/876 (CRR II), 2019, S. 158 ff.

3.1.2. Berechnung des RSF

Das RSF stellt die erforderliche Menge an stabilen Refinanzierungsmitteln eines Kreditinstituts dar. Errechnet wird das RSF auf Basis der bilanziellen und außerbilanziellen Vermögenswerte eines Finanzinstituts. Diese werden ebenfalls mit einem Faktor verrechnet und dann summiert.54 Die verschiedenen RSF-Faktoren stellen den illiquiden Anteil eines Vermögenswertes innerhalb des Betrachtungszeitraums der NSFR dar, der mit stabilen Refinanzierungsmitteln abzudecken ist.55 Die RSF-Faktoren werden den jeweiligen Aktivpositionen innerhalb der CRR II zugeordnet und liegen ebenfalls zwischen 0 % und 100 %.56 Die Höhe der RSF-Faktoren wird von folgenden Faktoren beeinflusst:57

- der Restlaufzeit des Vermögenswertes,
- der Qualität des Vermögenswertes,
- der Liquidierbarkeit des Vermögenswertes.

Kurzfristige Vermögenswerte mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr erhalten in der Regel einen geringeren RSF-Faktor als langfristige Vermögenswerte, da ein Kreditinstitut diese innerhalb des Betrachtungszeitraums auslaufen lassen kann, ohne sie zu erneuern. Daher ist nur ein Teil des Volumens des jeweiligen Vermögenswertes mit stabilen Refinanzierungsmitteln abzudecken.58 Bei einer hohen Qualität und Liquidierbarkeit eines Vermögenswertes steigt das Potenzial, dass der Vermögenswert innerhalb einer Stresssituation ohne große Abschläge liquidiert werden kann. Damit verringert sich die Höhe der benötigten stabilen Refinanzierungsmittel.59 So erhalten Banknoten und Zentralbankguthaben einen RSF-Faktor von 0 %. Kredite an Banken mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr erhalten dagegen einen RSF-Faktor von 100 %.60

Tabelle 2 zeigt eine Auswahl an Aktivpositionen einer Bilanz mit den zugehörigen RSF-Faktoren unter Berücksichtigung ihrer Restlaufzeit. Die RSF-Faktoren wurden aus der CRR II entnommen.

Tabelle 2: Aktivpositionen mit RSF-Faktoren

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an die EU-Verordnung 2019/876 (CRR II), 2019, S. 162 ff.

3.2. Möglichkeiten zur Steuerung der NSFR einer deutschen Bank

Aufgrund der Berechnung der NSFR als Quotient aus ASF und RSF ist für eine Verbesserung der NSFR das Volumen an ASF zu erhöhen und bzw. oder das Volumen an RSF zu verringern.61 Da das Volumen an ASF und RSF auf der Basis von Bilanzpositionen berechnet wird, kann die NSFR durch Bilanzveränderungen gesteuert werden. Die verschiedenen Maßnahmen können hierbei in folgende Kategorien eingeteilt werden:62

[...]


1 Vgl. Glebe, D., 2008, S. 85; Härle, D., 1961, S. 32.

2 Vgl. König, P., Pothier, D., 2016, S. 482; Lüthje, B., 2013, S. 133.

3 Vgl. BIS, 2010a, S. 9; Bučková, V., Reuse, S., 2011, S. 1; Hessmert, M., Kiene, M., 2017a, S. 2.

4 Vgl. BIS, 2010a, S. 9 ff.; Deutsche Bundesbank, 2011, S. 30; Hessmert, M., Kiene, M., 2017a, S. 2.

5 Vgl. Hartmann-Wendels, T., 2013, S. 83 f.; Schmaltz, C., Schmitt, M., 2016, S. 1.

6 Vgl. BIS, 2010a, S. 1; Müller, G., 2014, S. 54; Windl, M., 2018, S. 172.

7 Vgl. PWC, 2019a, S. 4 ff.

8 Vgl. Ashraf, D. et al., 2018, S. 480; EFD, 2017, S. 22 f.; King, M., 2013, S. 4144 ff.

9 Vgl. Deutsche Bundesbank, 2018, S. 77 f.

10 Vgl. BdB, 2013, S. 3.; BIS, 2010a, S. 1 f.; Deutsche Bundesbank, 2017.

11 Vgl. Deutsche Bundesbank, 2011, S. 30; Hessmert, M., Kiene, M., 2017a, S. 2.

12 Vgl. BIS, 2008, S. 1.

13 Vgl. BIS, 2010a, S. 9; Bučková, V., Reuse, S., 2011, S. 1; Hessmert, M., Kiene, M., 2017a, S. 2.

14 Vgl. Hessmert, M., Kiene, M., 2017a, S. 2; Ruckriegel, K., 2011, S. 107.

15 Vgl. BdB, 2013, S. 3; BIS, 2010a, S. 9; Fehr, B., 2007, S. 21.

16 Vgl. BIS, 2010a, S. 9 ff.; Hong, H. et al., 2014, S. 91.

17 Vgl. Deutsche Bundesbank, 2011, S. 30; Hessmert, M., Kiene, M., 2017a, S. 2.

18 Vgl. Deutsche Bundesbank, 2011, S. 30; Hessmert, M., Kiene, M., 2017a, S. 2.

19 Vgl. BIS, 2010a, S. 10; Hartlage, A., 2012, S. 454 ff.; Hong, H. et al., 2014, S. 91 f.

20 Vgl. Al-Darwish, A. et al., 2011, S. 19; BIS, 2010a, S. 10.

21 Vgl. Hartmann-Wendels, T. et al., 2019, S. 334; Heidorn, T. et al., 2011, S. 1.

22 Vgl. BIS, 2014, S. 1; Heidorn, A. et al., 2011, S. 1; Hessmert, M., Kiene, M., 2017a, S. 2.

23 Vgl. König, P., Pothier, D., 2016, S. 475 f.; PWC, 2015.

24 Vgl. Hartmann-Wendels, T., 2013, S. 83; Schmaltz, C., Schmitt, M., 2016, S. 1.

25 Vgl. Heidorn, T. et al., 2011, S. 1.

26 Vgl. Gnauer, W. et al., o. J.; Müller, G., 2014, S. 54; Windl, M., 2018, S. 172.

27 Vgl. Hartmann-Wendels, T., 2013, S. 84.

28 Vgl. BIS, 2010a, S. 12; Deutsche Bundesbank, 2011, S. 3.

29 Vgl. BIS, 2010a, S. 12; Deutsche Bundesbank, 2011, S. 3; Hessmert, M., Kiene, M., 2017a, S. 2.

30 Vgl. BaFin, 2016; Gnauer, W. et al., o. J.

31 Vgl. BaFin, 2016; BIS, 2014, S. 1 ff.; Gnauer, W. et al., o. J.

32 Vgl. Gnauer, W. et al., 2017b; PWC, 2019a, S. 4 ff.

33 Vgl. Deloitte, 2019.

34 Vgl. PWC, 2019a, S. 18.

35 Vgl. BIS, 2014, S. 3; Hartmann-Wendels, T., 2012, S. 44; Haves, R., 2015, S. 51.

36 Vgl. Ashraf, D. et al., 2018, S. 480; EFD, 2017, S. 22 f.; King, M., 2013, S. 4144 ff.

37 Vgl. EFD, 2017, S. 23 f.; Gnauer, W. et al, 2017a; King, M., 2013, S. 4147 f.

38 Vgl. DeYoung, R., Jang, K., 2016, S. 144; Dietrich, A. et al., 2014, S. 15.

39 Vgl. BIS, 2014, S. 2 ff.; DeYoung, R., Jang, K., 2016, S. 153; König, P., Pothier, D., 2016, S. 477.

40 Vgl. Cremers, H. et al., 2014, S. 30 f.; Haves, R., 2015, S. 50; King, M., 2013, S. 4146.

41 Vgl. BIS, 2010b, S. 28; Haves, R., 2015, S. 50; Knips, S., Miehs, S., 2017, S. 2.

42 Vgl. BIS, 2014, S. 1.

43 Vgl. BIS, 2014, S. 3 ff.; Haves, R., 2015, S. 51; Kemler, H.-D., 2017, S. 2.

44 Vgl. Haas, H., 2015, S. 13; PWC, 2019b.

45 Vgl. BIS, 2014, S. 3 ff.; Gobat, J. et al., 2014, S. 8.

46 Vgl. BIS, 2014, S. 3 f.; Huthmann, A., Walmrath, W., 2017, S. 8.

47 Vgl. BIS, 2014, S. 4; Gobat, J. et al., 2014, S. 8; Hartmann-Wendels, T., 2012, S. 44.

48 Vgl. BIS, 2014, S. 4; Gobat, J. et al., 2014, S. 8; Hartmann-Wendels, T., 2012, S. 44.

49 Vgl. BIS, 2014, S. 3 ff.; Hessmert, M., Kiene, M., 2017b, S. 23

50 Vgl. BIS, 2014, S. 4; Gobat, J. et al., 2014, S. 8; Haves, R., 2015, S. 51.

51 Vgl. BIS, 2014, S. 3 ff.; Hessmert, M., Kiene, M., 2017, S. 23; Zeitler, F.-C., 2010, S. 16.

52 Vgl. BIS, 2014, S. 5; Hartmann-Wendels, T., 2012, S. 44.

53 Vgl. BIS, 2014, S. 4 f.

54 Vgl. BIS, 2014, S. 6 f.; Hartmann-Wendels, T., 2012, S. 44; Haves, R., 2015, S. 51.

55 Vgl. BIS, 2014, S. 3 ff.; Gobat, J. et al., 2014, S. 8; König, P., Pothier, D., 2016, S. 478.

56 Vgl. Haas, H., 2015, S. 13; PWC, 2019b.

57 Vgl. BIS, 2014, S. 3 ff.; Hartmann-Wendels, T., 2012, S. 44; Hessmert, M., Kiene, M., 2017b, S. 84.

58 Vgl. BIS, 2014, S. 3.

59 Vgl. BIS, 2014, S. 3; Haves, R., 2015, S. 51; Hessmert, M., Kiene, M., 2017b, S. 84.

60 Vgl. BIS, 2014, S. 8.

61 Vgl. Ashraf, D. et al., 2018, S. 480; King, M., 2013, S. 4147 f.

62 Vgl. Gnauer, W. et al., 2017a.

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Details

Titel
Der Einfluss der Net Stable Funding Ratio auf die Liquiditätssteuerung einer deutschen Bank
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Düsseldorf früher Fachhochschule
Veranstaltung
Finanzmarktaufsicht & -regulierung
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
42
Katalognummer
V536670
ISBN (eBook)
9783346135025
ISBN (Buch)
9783346135032
Sprache
Deutsch
Schlagworte
NSFR, Bank, Liquidität, Liquiditätssteuerung, Liquiditätsmanagement, LCR, Basel, Basel III, Liquiditätsstandard, Net Stable Funding Ratio, ASF, RSF, Refinanzierung, Liquiditätsrisiko, Refinanzierungsrisiko, Bilanz, Kreditinstitut, Goldene Bankenregel, strukturelle Liquiditätsquote, Krise, Finanzmarktkrise, Liquiditätsrisikomanagement, Liquiditätsquote, strukturell, Bilanzstruktur, Kennzahl, Bankenaufsicht, EZB, regulatorisch, Banken, Steuerung, Treasury, ALM, Asset Liability Management
Arbeit zitieren
Lukas Meinzer (Autor), 2020, Der Einfluss der Net Stable Funding Ratio auf die Liquiditätssteuerung einer deutschen Bank, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536670

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