In dieser Arbeit wird ein Überblick der menschlichen Besiedlung Ägyptens im Neolithikum und deren Abhängigkeit von den klimatischen Entwicklungen geliefert. Die Ostsahara verbindet mit einer Ausdehnung von der Fläche Westeuropas: Ägypten, den Nordsudan, das östliche Libyen und den nordöstlichen Tschad.
Hinweis: Da ich nicht über die Rechte zu den damals von mir eingeplanten Abbildungen verfüge, sind diese hier entfernt worden. Die Verweise auf die Abbildungen befinden sich aber im Abbildungsverzeichnis.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Klimaentwicklung
3 Die Phasen der menschlichen Besiedlung.
3.1 Die frühholozäne Wiederbesiedlungsphase (8500−7000 v. Chr.)
3.2 Die Mittelholozäne Entstehungsphase (7000 bis 5300 v. Chr.)
3.3 Die Regionalisierungsphase im mittleren Holozän (5300–3500 v. Chr.)
3.4 Die Marginalisierungsphase (3500−1500 v. Chr.)
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die Entwicklung der menschlichen Besiedlung in Ägypten während des Neolithikums und analysiert, wie klimatische Veränderungen, insbesondere die Austrocknung der Sahara, die soziokulturellen und wirtschaftlichen Strukturen der prähistorischen Bevölkerung beeinflussten.
- Zusammenhang zwischen Klimawandel und Besiedlungsmustern
- Entwicklung von Subsistenzstrategien (Jäger-Sammler-Kulturen zu Pastoralismus)
- Einführung von Ackerbau und Viehzucht in Ägypten
- Kulturelle Kontinuität und Bestattungsriten im Niltal und der Wüste
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Mittelholozäne Entstehungsphase (7000 bis 5300 v. Chr.)
Durch wirtschaftliche und technologische Anpassungen an regional unterschiedliche ökologische Gegebenheiten etablierte sich nach 7000 v. Chr. menschliche Besiedlung in der gesamten Ostsahara (Abb. 1C) (Kuper/Kröpelin 2006, 805). Eindruckverzierte Keramik nach sudanesischer Tradition ist im Norden beispielsweise bis zu den ägyptischen Oasen und der Großen Sandsee vertreten (Abb. 1C) (Kuper/Kröpelin 2006, 805). Auf dem ägyptischen Abu Muhariq Plateau kam es aufgrund einer offensichtlich in der Levante verwurzelten Technologie zu einer kompletten Änderung im Steinwerkzeugsatz der bis hin zu den späteren prädynastischen Kulturen des Niltals zurückverfolgt werden kann (Kuper/Kröpelin 2006, 805).
Der Beginn der Nahrungsproduktion in Form von Pflanzenanbau und Viehhaltung in der menschlichen Vorgeschichte wurde in der Archäologie Ägyptens bis 2010 zumindest noch nicht ausreichend studiert (Shirai 2010, 375). In der Zeit von 7000 bis 5300 v. Chr. stellte die Jagd zwar nach wie vor eine substantielle Lebensgrundlage dar, allerdings kam es in der Ostsahara zu kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen durch welche die Entwicklungsgeschichte des kompletten Kontinents beeinflusst wurde (vgl. Abb. 1C; Abb. 2) (Kröpelin/Kuper 2007, 27; Kuper/Kröpelin 2006, 805). Die wichtigste Innovation stellt der Beginn der Viehhaltung, vor allem die Domestizierung „(…) des Rindes, von der amerikanische und polnische (…)“ Wissenschaftler annahmen, dass sie sich schon um 8000 v. Chr. im Westen des Assuan-Stausees ereignete (Kröpelin/Kuper 2007, 27; Kuper/Kröpelin 2006, 805).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Überblick über die Besiedlung Ägyptens im Neolithikum und setzt diese in den Kontext der klimatischen Entwicklungen der Ostsahara.
2 Die Klimaentwicklung: Das Kapitel beschreibt den klimatischen Wandel zu Beginn des Holozäns, der durch die Ausdehnung des Monsunsystems eine temporäre Besiedlung der Sahara ermöglichte.
3 Die Phasen der menschlichen Besiedlung.: Dieser Abschnitt analysiert vier chronologische Phasen der menschlichen Besiedlung unter Berücksichtigung von Umweltfaktoren und wirtschaftlichem Wandel.
3.1 Die frühholozäne Wiederbesiedlungsphase (8500−7000 v. Chr.): Dieses Kapitel behandelt das plötzliche Einsetzen des Monsunregens, welches die Wiederbesiedlung der Sahara durch Jäger und Sammler ermöglichte.
3.2 Die Mittelholozäne Entstehungsphase (7000 bis 5300 v. Chr.): Hier werden die technologischen Neuerungen und der Übergang zur Viehhaltung sowie die ersten Ansätze der Landwirtschaft in den Oasen untersucht.
3.3 Die Regionalisierungsphase im mittleren Holozän (5300–3500 v. Chr.): Dieses Kapitel beleuchtet den Rückzug der Bevölkerung aus austrocknenden Regionen und die Entstehung regionaler soziokultureller Anpassungen.
3.4 Die Marginalisierungsphase (3500−1500 v. Chr.): Dieses Kapitel beschreibt das Ende der permanenten Besiedlung in der ägyptischen Wüste und die Konzentration auf das Niltal.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie die klimatisch verursachte Austrocknung der Sahara als Motor für die Entstehung der pharaonischen Zivilisation am Nil fungierte.
Schlüsselwörter
Neolithikum, Ostsahara, Ägypten, Holozän, Klimawandel, Monsun, Viehhaltung, Nahrungsproduktion, Jäger und Sammler, Archäologie, Besiedlungsgeschichte, Pastoralismus, Fayum, Niltal, Prähistorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Besiedlungsgeschichte Ägyptens während des Neolithikums und der Abhängigkeit der menschlichen Gruppen von den klimatischen Bedingungen der Ostsahara.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Klimaentwicklung, der technologische Wandel, Subsistenzstrategien wie der Pastoralismus sowie die Besiedlungsdynamik im Kontext austrocknender Lebensräume.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen den holozänen Klimaschwankungen und dem Wandel der prähistorischen Gesellschaften von mobilen Jägern und Sammlern zu sesshafteren Viehhaltern und Bauern aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Auswertung geologischer, archäozoologischer und archäobotanischer Daten sowie auf 14C-Datierungen von mehr als 150 archäologischen Stätten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert die Besiedlungsgeschichte in vier Phasen: die Wiederbesiedlung, die Entstehungsphase, die Regionalisierungsphase und die Marginalisierungsphase.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Neolithikum, Holozän, Pastoralismus, Klimawandel, Ostsahara, Viehhaltung und Besiedlungsgeschichte.
Welche Rolle spielt die Fayum Oase in diesem Kontext?
Die Fayum Oase gilt als einer der frühesten Orte, an denen eine Kombination aus Landwirtschaft und Viehzucht dokumentiert ist, und dient als Beispiel für eine veränderte Subsistenzwirtschaft.
Was bedeutet die "Marginalisierungsphase"?
Dieser Begriff beschreibt den Zeitraum nach 3500 v. Chr., in dem die Sahara aufgrund klimatischer Austrocknung weitgehend unbewohnbar wurde und sich die menschliche Besiedlung zunehmend auf das Niltal konzentrierte.
- Arbeit zitieren
- Daniel Richardt (Autor:in), 2014, Das Neolithikum in Ägypten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536692