Die römische Tetrarchie und die konstantinische Dynastie. Höhensiedlungen, Kastelle und Körpergräberfelder


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014

47 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der historische Hintergrund

Die Quellensituation

Kastelle
Tasgaetium
Der Kastellfriedhof
Divitia
Die Datierung des Brückenbaus

Höhenbefestigungen
Die spätrömische Höhenbefestigung auf dem Katzenberg bei Mayen

Körpergräberfelder
Der römische Friedhof an der Jakobstraße zu Köln
Die 5. Belegungsphase
Die 6. Belegungsphase

Leitfunde

Fazit

Tafel

Literaturverzeichnis

Abbildungsnachweis

Einleitung

In dieser Arbeit werden die als Datierungsfixpunkte angesehenen archäologischen Quellen, aus dem Zeitraum von der Einführung der Tetrarchie durch Diokletian im Jahr 293 n. Chr. bis zum Tode Kaiser Julians 363 n. Chr. − d. h. dem Ende der konstantinischen Dynastie − kritisch auf ihre Stichhaltigkeit geprüft1.

Der historische Hintergrund

Mit dem Rücktritt der beiden Augusti Diokletian und Maximian 305 n. Chr. stiegen die Caesares Constantius und Galerius als neue Augusti auf2. Nachdem Constantius I. 306 n. Chr. starb, riefen dessen britannische Truppen seinen Sohn Flavius Valerius Constantinus, bekannt als Konstantin der Große oder auch Konstantin I.3 (Abb. 1), zum Kaiser aus, der sich ab 324 n. Chr. als Alleinherrscher durchgesetzt hatte4. Während die Lage an der Donau noch weit-reichend gesichert war, blieb die Situation im Osten gefahrenträchtig, weil die Perser nach einem angespannten Frieden gegen Ende der Regierungszeit Konstantins I. unter Schapur II. erneut in die Offensive gingen5. Auch die Rheingrenze in Gallien stellte weiterhin einen außenpolitischen Brennpunkt dar6. Die Regierungszeit seines Sohnes Constantius II., der seit 337 n. Chr. – dem Tod Konstantins I. − Kaiser im Osten des Römischen Reiches und ab 350 n. Chr. Alleinherrscher war, wurde durch einen permanenten Abwehrkampf an den Grenzen geprägt, währenddessen es im Inneren mehrfach zu Usurpationen kam7.

Die Quellensituation

Für die Zeit ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. verfügen wir zwar über eine große Anzahl schriftlich überlieferter kriegerischer Auseinandersetzungen, die sich archäologisch aber kaum fassen lassen, da per exemplum Belege fehlen oder die anhand von Münzen gewonnenen Datierungsansätze oft umstritten sind, wodurch die chronologische Einordnung des restlichen Fundmaterials erschwert wird8. Einen Datierungsansatz für das konstantinische Fundmaterial, also grob gesehen der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts n. Chr., liefern die Fundkomplexe des Brandhorizontes, der den kriegerischen Ereignissen in Folge der Usurpation des Magnentius zugewiesen wird, womit dieser als terminus ante quem fungiert9. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass nicht jeder Brandhorizont unbedingt die Folge von kriegerischen Auseinandersetzungen sein muss. Das konstantinische Fundmaterial kann im groben typologisch vom valentinianischen unterschieden werden, welches aus den Anlagen vorliegt, die im Zuge des „(…) umfassenden Neubau- und Wiederherstellungsprogramm an römischen (…)“ Befestigungsanlagen unter Valentinian I. – erforderlich geworden durch die enormen Zerstörungen der fünfziger Jahre des 4. Jahrhunderts n. Chr., bei denen wie es durch Ammianus Marcellinus (Amm. Marc. 16.2.12) überliefert wird, viele namentlich aufgeführte Befestigungsanlagen am Rhein verbrannt sind – hervorgegangen sind10.

Kastelle

Im ausgehenden 3. Jahrhundert beginnt unter Diokletian eine Neubefestigung der römischen Grenze an Rhein und Donau, allerdings mit einem anderen Verlauf, als dem des obergerman-ischen Limes bis kurz nach der Mitte des Jahrhunderts − es entsteht der Donau-Iller-Rhein-Limes (Abb. 2)11. Eine der ersten Anlagen, das Kastell Vitodurum (Oberwinterthur)12 ist inschriftlich mit ihrem Baudatum 294 n. Chr. belegt, welches für das Kastell Tasgaetium (Burg bei Stein am Rhein)13 allerdings nur zu vermuten ist (siehe Kapitel 4.1.1) (Abb. 3)14. Die Entscheidung zum erneuten Ausbau einer Grenzbefestigung wurde bei einer Zusammen-kunft Diokletians und Maximians im Winter 290/291 beschlossen, womit hier epigraphische und literarische Daten zur Übereinstimmung kommen15.

Tasgaetium

Das Kastell befindet sich auf einem Hügel ca. 500 m rheinabwärts von Eschenz/Tasgaetium (Abb. 4)16. Mehre Ausgrabungskampagnen im Kastell (Abb. 5a-b) fanden zwischen 1900 und 1987 statt17. 1986 konnte rechts des Rheins ein allerdings nicht sicher zu datierender Brücken-kopf (diokletianisch oder valentinianisch?) nachgewiesen werden (Abb. 6)18. Wie es zu dieser zeitlichen Einordnung kommt, wird allerdings nicht erwähnt. Ferner fehlen bisher die Belege für eine anzunehmende Rheinbrücke19. Einige früh- und mittelkaiserzeitliche Funde aus dem Kastell wie z. B. eine frühkaiserzeitliche Hülsenspiralfibel (Abb. 7) kamen immer zusammen mit spätrömischen und teils mittelalterlichem Material vergesellschaftet zutage, was eine Ver-lagerung belegt20. Zudem wurde der Hügel bei der Anlage des Kastells großflächig abge-tragen, wodurch eventuell bestehende ältere „(…) Siedlungshorizonte zerstört worden wären (…)“21. Nach Höneisen hätten ältere Gruben allerdings erhalten geblieben sein müssen22. Die früheren Funde sind womöglich eher sekundär durch Nutzbarmachung des Bodens ins Kastell gelangt23. Die stark beschädigte, einst im Fußboden der Kirche auf Bug vermauerte, Bauin-schrift (Abb. 8a-b) lässt aufgrund des analogen Wortlautes zur Inschrift des Kastells in Oberwinterthur ein identisches Gründungsjahr 294 n. Chr. vermuten24. Die Zuordnung an Diokletian gilt aufgrund des ausgeschriebenen praenomen als gesichert und die „(…) Zeit durch die tribunicis protestas X [--] auf 293/305 (…)“ begrenzt25. Ortsname (6) und praeses (7) suggerieren eine Vervollständigung entsprechend der Bauinfschrift in Winterthur CIL 13.524926. Aus der Bauinschrift von Winterthur (CIL 13.5249) (Abb. 9) sei nicht auf das Jahr 294 n. Chr. und auch nicht auf Aurelius Proculus als praeses auf der Inschrift aus Stein am Rhein zu schließen27. Im Planiermaterial der zweiten Bauphase (Abb. 10) stieß man u. a. auf eine Münze des Maximianus die in den Jahren 300−301 n. Chr. geprägt wurde (Abb. 11)28. Die Münzreihe bezeugt, dass das Kastell Burg das ganze 4. Jahrhundert n. Chr. hindurch belegt war29. Die meisten Münzen stammen aus der konstantinischen Dynastie (Abb. 12): 44 Münzen die unter Konstantin I. (307−337) und 20 Münzen die unter Constantius II. (337−361) geprägt wurden30. Gegen Ende des 4. Jahrhunderts dünnt die Münzreihe aus, wobei es sich um ein generelles Phänomen im schweizerischem Gebiet handelt, welches allerdings primär in Abhängigkeit vom Münzumlauf steht31. Die Keramikfunde können nach Höneisen ohne Probleme in die durch Bauinschrift und Münzen abgegrenzte Zeitspanne eingereiht werden32.

Der Kastellfriedhof

Etwa 250 m südwestlich des Kastells wurde zwischen 1969 und 1992 der Kastellfriedhof (Abb. 14) mit bisher 32 Bestattungen untersucht (Abb. 15)33. Die beigabenführenden Gräber seien in das 4. Jahrhundert zu datieren und sind somit gleichzeitig zur Belegungszeit des Kastells angelegt worden34. Die wenigen beigegebenen spätantiken Kleinfunde (Abb. 16a-c) zu datieren, ist wie es schon Schallmayer darlegte äußerst schwierig35. Bei den Beigaben handelt es sich zum Großteil um Glasgefäße des späten 3. und 4. Jahrhunderts n. Chr., die jedoch bis heute chronologisch kaum zu untergliedern sind36. Das älteste Glas des Friedhofes dürfte nach Roth-Rubi die Facettenschale aus Grab 8 sein (Abb. 17a-b), die wohl um die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. angefertigt worden ist37. Ein vergleichbares Stück aus einem Kölner Grab wurde zusammen mit einer Münze Konstantins gefunden38. Dadurch könne die Facettenschale gut der ersten Phase des Kastells Burg zugeordnet werden, die 294 n. Chr. beginnt39. Zudem sei es nach Roth-Rubi nicht anzuzweifeln, dass die Gläser sowie die rest-lichen Kleinfunde in die Belegungszeit des Kastells zu datieren seien40.

Als Ende des Kastells bzw. seiner römischen Besetzung wird das Ende des 4. Jahrhunderts vermutet41. Das jüngste Münzdatum führt nicht weiter als ins letzte Viertel des 4. Jahrhund-erts; auch Argonnensigillata ist gegen Ende des 4. Jahrhunderts im Kastell nicht mehr anzu-treffen42. Gleichsam den Münzen kann hierbei allerdings nicht auf ein Auflassen der Sied-lung oder eine Siedlungsunterbrechung geschlossen werden; vielmehr hat sich der „(…) Absatzradius für die Argonnensigillata (…)“ im 5. Jahrhundert n. Chr. deutlich verändert und die Nordschweiz lag augenscheinlich abseits der Lieferwege43.

Divitia

Ging es den Herrschern der Tetrarchie vor allem um die Sicherung des Oberrheins und der Aaretalstraße (Abb. 2), weil hier die ‚alamannische Bedrohung‘ Italiens zu allererst gegeben war (Abb.18), so erstreckte sich das unter Konstantin I. vorgenommene Bauprogramm – „nachdem er in den Jahren nach 306 (…)“ die Franken besiegt hatte44 − auch auf die Rhein- und Donaugrenze sowie das dahinterliegende Gebiet (Abb. 19)45. Die Errichtung des Kastells Divitia 46, das als Brückenkopf in der Germania II gegenüber der Stadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium auf dem rechten Rheinufer im heutigem Kölner Stadtteil Deutz47 diente (Abb. 20), ist in die Zeit zwischen 310 und um 315 n. Chr. zu datieren48. Im Zusammenhang mit der Erbauung des Kastell Divitias wurde vermutlich um 310 n. Chr. auch mit dem Bau der ersten festen Rheinbrücke begonnen49. Ausgrabungen im Bereich des Kastells (Abb. 21) fan-den mit Unterbrechungen von 1766 bis 1981 statt50. Eine dem Kastell Divitia in seinem Auf-bau vergleichbare Anlage ist bisher (Stand 1993) nicht bekannt51. Eindeutige Belege für eine Datierung des Militärlagers in vorkonstantinische Zeit sowie einen Vorgängerbau wurden nicht aufgefunden52. Die geringe Anzahl „(…) von Münzen aus der Zeit des gallischen Sonderreiches (260−275) (…)“ (Abb. 26b), welche um 300 n. Chr. noch im Umlauf gewesen wären könne als ein Indiz dafür gesehen werden, dass kein Vorgängerbau zum im 4. Jahr-hundert n. Chr. erbauten Kastell existierte53. Mit dem Fragment einer Bilderschüssel des Typs Dragendorff 37 (Abb. 22), liegt lediglich eine sicher ältere Gefäßscherbe vor; hinzu kommt eine eventuell ältere fragmentierte Öllampe des 2−3. Jahrhunderts (?) (…)“ (Abb. 23 )54. Wie es eine im Jahr 1128 bei Abbrucharbeiten auf dem Kastellgelände entdecke, heute verschol-lene und nur in Form einer Kopie aus der Renaissance erhaltene, Bauinschrift55 (CIL XIII 8502)56 (Abb. 24) besagt, wurde das Kastell Divitia von der 22. Legion unter der Anwesenheit Konstantin I. in zeitlicher Übereinstimmung mit den Decennalien Konstantins, also 315 n. Chr. vollendet57. In Anbetracht dessen, dass die Steintafel in Fragmenten gefunden und wie-der zusammengefügt wurde ist es nicht auszuschließen, dass beschädigte Stellen fehlerhaft gelesen oder ergänzt wurden58. Auch die Hypothese, dass hier unterschiedliche Inschriften zu-sammengesetzt wurden ist alleinig aus der Schriftquelle heraus nicht zu widerlegen59. Im Zu-sammenhang mit der Erbauung des Kastells wurde von M. R. Alföldi das Münzbild auf einen Goldsolidus in Trier (Abb. 26a) − der von ihr in die Zeit um 315 datiert wird −, als Illustration der Rheinbrücke und des Kastells Divitia sowie der Rheinbrücke gedeutet60. Wenn diese Deutung zutreffen sollte, wäre die Fertigstellung des Baus, welche zeitlich mit den Decen-nalien Konstantins I. koinzidiert mit einer Festprägung versehen worden61. Hieraus ergebe sich eine Erbauung des Kastells und der Brücke in der Zeit zwischen 310 und 31562. Eine lange und konstant ansteigende Münzreihe setzt in Divitia erst 312/313 ein und erreicht ihren höchsten Punkt in der Zeit zwischen 330 und ca. 341 (Abb. 26b)63 E. Nuber konnte 1984 ins-gesamt 414 Münzen bestimmen, von denen lediglich 15 „(…) aus der Zeit von Diokletian, Maximianus und Galerius stammen; 167 hingegen aus dem Zeitraum Konstantin I. (um 306) bis kurz vor der Zerstörung Kölns durch die Franken 355 n. Chr.64. Danach setzt die Münz-reihe für elf Jahre aus und setzt sich erst unter Valentinian 364 n. Chr. wieder fort65. Die Zahl der Münzen aus jener Zeit bis hin zur letzten bestimmbaren Münze aus dem Jahr 408 n. Chr. beläuft sich auf 8466. Die Münzreihe veranschaulicht, dass die Hauptbelegzeit Divitias in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts n. Chr. lag (Abb. 26b)67. Ziegel aus der Mauer und dem Gründungsfundament (Abb. 27) tragen Stempel der 8. Legion Augusta – nur zwei Ziegel der 8. Legion waren zweifellos in den Mauern des Kastells verbaut68 −, der 22. Legion C. V. oder der 22. Legion ohne Titel sowie Stempel der als Privatziegeleien gedeuteten ADIUTEX und CAPIO/CAPIENACI (Abb. 28 )69. Der Zuname CV der 22. Legion, der möglicherweise mit C(onstantiniana) V(ictrix) zu übersetzen ist und einen paganen ersetzte − während dem Prinzipat (27 v. Chr. bis 284 n. Chr.) hatte die 22. Legion den Titel Primigenia der Göttin Fortuna70 −, konnte erst nach der Schlacht an der Milvischen Brücke übernommen worden sein und dürfte auf Konstantins Sieg über Maxentius „(…) im Jahre 312 an der Milvischen Brücke anspielen71. Die Tatsache, dass Ziegel der 22. Legion Constantiniana Victrix im Mauerwerk des Kastells verbaut wurden, indiziert, dass der Bau frühestens nach 312 n. Chr. fertiggestellt wurde72. Gestempelte Ziegel der Ziegeleien CAPIO/CAPIENACI und AUDIUTEX sowie Ziegel der 22. Legion ohne Zuname und der 22. Legion Constantiniana Victrix wurden auch zum Bau der konstantinischen Palastaula in Trier und dem Kastell Haus Bürgel bei Monheim verwendet und liefern somit ein weiteres Indiz für eine Erbauung des Kastells Divitia in konstantinischer Zeit73. Gerade die gestempelten Ziegel der 22. Legion CV können, sofern die Auflösung der Buchstaben C V als Constantiniana victrix korrekt ist, einen wichtigen Faktor für die Feindatierung darstellen und einen terminus post quem vom 28. Oktober 312 n. Chr. (Der Tag, an dem die Schlacht an der Milvischen Brücke stattfand) für die Ziegel der 22. Legion CV liefern74. Ziegelstempel beider Legionen oder derselben Ziegel-brennerei fanden sich ferner in den Mauern anderer Befestigungsanlagen am Rhein wieder u. a. im Kastell Boudobriga Boppard, welches ebenfalls als konstantinische Gründung ange-sehen wird75. Dass jedoch nicht alle Befestigungsanlagen mit gestempelten Ziegeln oben ge-nannter Legionen als konstantinisch anzusehen sind, zeigt beispielsweise das Kastell Alzey76. Die Keramikreste stammen aus der Zeit des ausgehenden 4. bis zur ersten Hälfte des 5. Jahr-hunderts77. Es handelt sich dabei um Rädchensigillata mit Stempelmustern (Abb. 29a-b), die zweifellos in das 4. Jahrhundert datiert werden kann, schwere rauhwandige Ware des Typs Alzey 32/33 (Abb. 30), welche in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts produziert wurde, Sigillataschüsseln und -schalen mit dünner Weißbemalung (Abb. 31), welche für das Ende des 4. Jahrhunderts und insbesondere die erste Hälfte des 5. Jahrhunderts typisch sind78. Einige Randprofile der Topfform Alzey 27 können mit „(…) den reinen sichelförmigen und steilen Profilen dieses Typs (…)“, wie sie in Echternach angetroffen wurden, verglichen werden, die von L. Bakker (1981) in das ausgehende 4. und in die erste Hälfte des 5. Jahr-hunderts datiert wurden (Abb. 32)79. Einen Anhaltspunkt für die Erbauung während der konstantinischen Dynastie liefert die tongrundige-glattwandige Keramik aus dem Kastell, die nach Carrol-Spillecke in die erste Hälfte des 4. Jahrhunderts datiert werden kann, da sie ab der Mitte des 4. Jahrhunderts von den rauhwandigen Keramiksorten abgelöst wird80. Die einzig genauer bestimmbare Form dieser Warenart ist ein Krug mit kurzem, engen Hals, breiter Schulter und eingezogenem Fuß (Abb. 33), die auch in Krefeld-Gellep am Anfang des 4. Jahrhunderts vorkommen81.

Die Datierung des Brückenbaus

In einer Lobrede des Jahres 310 (Paneg. Lat 7, 13,1–5) auf Konstantin I., der sich in Trier be-fand, wird der von ihm angeordnete Bau einer steinernen Brücke über den Rhein in Köln ge-priesen – „(…) für die das Kastell Divitia als Brückenkopf diente (…)“ –, welche sich „(…) zur Zeit der Lobrede noch im Bau“ befand82. So wird in der Schrift das Einstoßen der Eichen-pfähle der Fundamente in das Rheinbett erwähnt (Abb. 34)83. Für den zeitlichen Bezug der Kölner Rheinbrücke zum Kastell Divitia sprechen folgende Punkte: Die Bauarbeiten am Kastell hatten zur Zeit der Lobrede um 310 hatten eventuell noch nicht begonnen84. Nicht feststellen lässt sich allerdings, ob die Bauarbeiten am Kastell erst 312 n. Chr. nach der Schlacht an der Milvischen Brücke oder bereits um 310 begannen; weil die im Kastell aufge-funden Ziegel der 22. Legion ohne Zuname auch vor 312 n. Chr. datieren können85. Auch die kontinuierlich ansteigende Münzreihe setzt in Divitia erst 312/313 mit ihrem höchsten Punkt in der Zeit zwischen 330 und ca. 341 ein86. Das Lager wurde sehr wahrscheinlich als Brück-enkopf von Anfang an mit der Brücke geplant; so liegen das Osttor der Stadt Köln, die Brücke und das Westtor des Kastells auf einer Achse (Abb. 20)87. Nach Carroll-Spillecke sei für die Rheinbrücke, deren Bau im Jahr 310 noch nicht weit fortgeschritten war – die wie es der Pan-egyrius auf Kosntantin I. von 310 n. Chr. belegt – eine Bauzeit von 2 bis 3 Jahren anzu-nehmen88. Ob die Bauarbeiten am Kastell nach 310 oder erst 312 begonnen wurden, bleibt allerdings offen89. Nach Carroll-Spillecke waren die Bauarbeiten 312 n. Chr. mit Sicherheit im Gange90. Das Fundmaterial aus dem Kastell Divitia bestätigt also die in den literarischen und epigraphischen Quellen erwähnte Gründung des Lagers unter Konstantin I.91. Aus prakt-ischen Überlegungen wird man davon ausgehen dürfen, dass zur Erleichterung der Errichtung des Kastells, im heutigen Kölner Stadtteil Deutz, zuerst die Rheinbrücke erbaut wurde92.

Für die Feststellung, wie lange das Kastell belegt war, ist die rotgestrichene Engobekeramik (Abb. 64) bedeutsam, die wie es die Untersuchungen von H. Bernhard (1981) am Kastell Alzey, den spätrömischen Burgi Eisenberg und Bad Dürkheim-Ungstein ergeben haben erst ab dem zweiten Drittel des 5. Jahrhunderts in Gebrauch war93. Im Zuge des Abzugs der Grenztruppen von der Rheingrenze durch Stilicho zu Beginn des 5. Jahrhunderts n. Chr. (wohl 406/407) − aufgrund der vermehrten Einfälle der Westgoten, denen es Herr zu werden galt, − scheint auch das Kastell Divitia kampflos geräumt worden zu sein94. Wie es das ker-amische Fundmaterial andeutet, erlosch das Leben im Kastell um 406/407 n. Chr. allerdings nicht, stattdessen war das Lager in den ersten Jahrzehnten des 5. Jahrhunderts wohl noch bewohnt95. Es ist möglich, dass fränkische Foederaten das Kastell Divitia nach der Abkommandierung der römischen Truppen im Zeitraum nach 406 n. Chr. – germanische Stämme wurden ab dem späten 4. Jahrhundert n. Chr. im Inneren der Reichsgrenzen, mit der Verpflichtung diese zu Verteidigen, angesiedelt96 − weiterhin genutzt haben97. Dafür sprechen zahlreiche „(…) fränkische Kleinfunde an vielen Stellen (…)“ im Kastell sowie allerdings nur spärliche fränkische Bebauungsreste98.

Höhenbefestigungen

Die systematische Erforschung der Höhenbefestigungen setzte um die Mitte des 19. Jahrhun-derts ein; wenn auch früher schon Ausgrabungen stattgefunden haben99. Ein wesentliches Pro-blem bei der Beurteilung resultiert aus dem bisherigen Forschungsstand: Es sind zwar partiell monographische Zusammenstellungen zu den Fundorten der Ardennen, Eifel, Hunsrück und den Pfälzer Wald vorhanden, jedoch ist lediglich ein Drittel der Fundplätze archäologisch untersucht worden; der größte Teil davon schon im späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert100. Nur wenige Höhenbefestigungen sind modern und relativ komplett ausgegraben worden; von denen der Katzenberg bei Mayen eine der wichtigsten ist101. Die Deutung der Höhenbefesti-gungen ist in Anbetracht ihrer von >>regulären<< Kastellen zunächst abweichenden Ges-talt102 sowie der Befundlage bisher noch nicht abschließend geklärt; so schwankt diese zw-ischen zivilen Rückzugsorten, die von lokalen Eliten als repräsentative Schutzbauten errichtet worden und – u. a. aufgrund der Auffindung von Militaria in zahlreichen Höhensiedlungen – von staatlicher Seite errichteten Militäranlagen als ‚Fluchtburgen‘ oder zur Verteidigung eines flächigen Gebiets im Hinterland entgegen der linearen Limesverteidigung, oder auch „(…) als Signalstationen zur Kommunikation zwischen der Rheingrenze (…)“103. Ebenfalls unklar ist die Frage nach der Besatzung der Höhensiedlung bei der es sich um reguläre römische Trup-pen, Foederaten oder Zivilpersonen oder auch um ein Gemisch aus allen handeln könnte104.

[...]


1 Heinen 1984, 21 f.; Kinder/Hilgemann/Hergt 2006, 103.Vgl. Hussong/Cüppers 1972, 119. Sowohl die Ehe zwischen Constantius und Eusebia als auch die zwischen Helena und Julian – ein Neffe Constantius II., der von ihm 355 zum Unterkaiser berufen wurde – blieb kinderlos oder zumindest ohne überlebende Kinder. Da Julian nach dem Tod Helenas 360 nicht mehr heiratete, erholte sich die inzwischen stark dezi-mierte konstantinische Dynastie nicht mehr. Mit seinem Tod bei einem Feldzug gegen die Perser 363 erlosch die direkte männliche Linie der konstantinischen Dynastie. Kurz vor seinem Tod ehelichte Constantius II. Faustina, die ihm nach seinem Dahinscheiden eine Tochter, Constantia, gebar, welche um 374 n. Chr. Gratian heiratete und somit die konstantinische mit der valentinianischen Dynastie verband.

2 Zur Auflösung der Tetrarchie siehe Heinen 1984, 21 f.; Petke 1984, 89; Kinder/Hilgemann/Hergt 2006, 103.Vgl. Hussong/Cüppers 1972, 119.

3 Zu Konstantin I. siehe Petke 1984, 80−96.

4 Heinen 1984, 21; Kinder/Hilgemann/Hergt 2006, 103; Petke 1984, 80 f. Vgl. Hussong/Cüppers 1972, 119. Zur Herrschaft Konstantins d. Gr. (305−337) siehe Petke 1984, 81−88. 90−94; Heinen 1984, 21.23−26; Brandt 2007, 90.

5 Brandt 2007, 90; Petke 1984, 82. 90−94.

6 Heinen 1984, 24. 30. Vgl. Kinder/Hilgemann/Hergt 2006, 103.

7 Heinen 1984, 21; Brandt 2007, 92−94; Kinder/Hilgemann/Hergt 2006, 103. Zur Herrschaft der Söhne Konstantins und ihren Auseinandersetzungen um die Herrschaft im Reich siehe Heinen 1984, 26−30 und R. Klein. Die Kämpfe um die Nachfolge nach dem Tode Constantins des Großen, In: R. Klein, Roma versa per aevum. Ausgewählte Schriften zur heidnischen und christlichen Spätantike. Spudasmata 74 (Hildesheim/Zürich/New York 1999), 1–49.

8 Schallmayer 1987, 489. Zur ausführlichen Kritik an der Münzdatierung siehe folgende Anmerkungen bei Schallmayer 1987, 489. So sind wir nach Schallmayer „(…) in der Spätantike in noch weit größerem Maße darauf angewiesen (…)“, bei der zeitlichen Einreihung von Fundorten und deren Materialien historische Daten zur Hilfe zu nehmen. Von besonderer Bedeutung seien dabei die Daten der jeweiligen Grenzsicherung im ausgehenden 3. und 4. Jahrhundert n. Chr. Dies kann jedoch wiederum zu falschen Schlüssen in der Einordnung einiger Funde und Fundorte führen, da historisch überlieferte Ereignisse nicht immer exakt zu datieren sind und sich auch nicht mit jedem Befund in Einklang bringen lassen.

9 Schallmayer 1987, 490.

10 Schallmayer 1987, 490 mit Anm. 101.

11 Schallmayer 1987, 489. Vgl. Frey/Gilles/Thiel 1995, 27.

12 Schallmayer 1987, 489.

13 Schallmayer 1987, 489 mit Anm. 78. CIL XIII 5256 siehe dazu E. Howald/E. Meyer, Die römische Schweiz (1940) Nr. 370.

14 Schallmayer 1987, 489. Der Zeitstellung dieser beiden Anlagen werden weitere in ihrem Grundriss und Fundstoff zum Teil analoge Kastelle in der Nordost- und Westschweiz, wie Arbon, Irgenhausen, Pfyn, Zurzach und Genf angeschlossen.

15 Schallmayer 1987, 489 mit Anm. 82. Dem Fundstoff kann demgemäß − sofern er einwandfrei stratifiziert ist – immerhin ein terminus post quem zugeordnet werden.

16 Homberger 2002, 397; Höneisen/Bänteli u.a. 1993, 280.

17 Homberger 2002, 397, Ausgrabungen bei Stein am Rhein fanden in den Jahren 1900−1903; 1905; 1908; 1911; 1936/37; 1971; 1976/77; 1978; 1981 und 1987 statt.

18 Bänteli/Ruckstuhl 1993, 116 f. ; Homberger 2002, 397. Entdeckt wurden zwei rechtwinklig aufeinander zulaufende Mauerfundamente von 30 bzw. 38 m Länge, welche sich zu einem viereckigen Grundriss ergänzen lassen. Bänteli/Ruckstuhl 1993, 116 f.

19 Homberger 2002, 397.

20 Höneisen 1993, 106.

21 Höneisen 1993, 88. 106.

22 Höneisen 1993, 106. 114.

23 Höneisen 1993, 106.

24 Roth-Rubi 1993, 111 (mit Anm. 326−327) .268 f.; Lieb 1993,160. 162; Homberger 2002, 397; Jauch/Jacomet/Schibler 2002, 403. Oberwinterthur: Der Kirchhügel wurde 294 n. Chr. mit einer Mauer versehen, in der eine Inschriftentafel eingebaut war, die außer dem Gründer und Erbauungsdatum auch den Namen Vitudurum trägt. Durch das Fundmaterial ist eine Nutzung der Befestigung im 4. Jahrhundert n. Chr. belegt. Siehe dazu auch folgende Anmerkungen bei Jauch/Jacomet/Schibler 2002, 403f.

25 Lieb1993, 162. Zu dem ausgeschriebenen praenomen v gl. CIL 3,22.6151. 14149. 14186. 14333, 10. 14397. 6, 1122. 8, 10284. 12, 2229.

26 Lieb 1993, 162. Die Bauinschrift aus Winterthur weist eine andere Zeilentrennung sowie Abweichungen in Einzelheiten gegenüber derjenigen aus Tasgaetium auf. Siehe auch folgende Anmerkungen bei Lieb 1993, 162.

27 Lieb 1993, 162. Die Person namens Aurelius Proculus ist ansonsten „(…) nicht bekannt und die Zugehörigkeit von Winterthur (…)“ und Stein am Rhein „(…) zur Maxima Sequanorum oder Raetia (prima) im spätrömischer Zeit nicht gesichert.“

28 Höneisen 1993, 90.

29 Höneisen 1993, 114.

30 Wyprächtiger 1993, 169. Siehe auch folgende Anmerkungen bei Wyprächtiger 1993, 169.

31 Höneisen 1993, 114.

32 Höneisen 1993, 114. Das Keramikmaterial aus dem Kastell Tasgaetium besteht aus römischer Keramik: Terra Sigillata, Gebrauchskeramik, mittelkaiserzeitliche Sigillata, Glanztonware; spätantiker Keramik: Argonnensigillata, Feinkeramik, handgemachte Ware, Gebrauchskeramik, Reibschüsseln, einer Gesichtsurne, Krügen, Grobkeramik, nordafrikanischer Terrasigillata, glasierten Reibschalen, Varia, Sigillata ähnlicher Ware; Schüsseln: Chenet 320, Chenet 319, Chenet 324, Chenet 328, Chenet 330, Chenet 331; Teller: Chenet 304, Chenet 307, Chenet 309 und Becher: Chenet 334/5. Zu den einzelnen Keramikformen siehe Höneisen 1993, 96−105. Höneisen 1993, 103 mit Anm. 286. D. B. Harden akzentuiert, dass genauere Einstufungen innerhalb des 4. Jahrhunderts nicht rauszuarbeiten sind, weil dieser Typ keine weitere Entwicklung mehr durchmacht. Für eine Belegung im 4. Jahrhundert n. Chr. sprechen neben der rollrädchenverzierten Argonnensigillata auch vier Randfragmente von sog. Nuppenbechern aus Glas (Abb. 13a) – welche in keinem raetischem Kastell fehlen −, die anhand der Fundvergesellschaftungen ins 4. Jahrhundert n. Chr. zu datieren seien; genannt werden diese allerdings nicht

33 Jauch/Jacomet/Schibler 2002, 403; Homberger 2002, 397; Bader/Windler 1998, 122; Windler 2012, 89; Burzler 1993b, 237 f. mit Anm. 759−760. Roth-Rubi 1993, 128. Aus dem zum Kastell gehörigen spätantiken Friedhof sind bisher nur Bestattungen des 4. Jahrhunderts n. Chr. bekannt; die entweder Nord-Süd oder Ost-West ausgerichtet waren. Zur anthropologischen Untersuchung der spätrömischen Bestattungen siehe Kaufmann 1993, 252−257.

34 Homberger 2002, 397.

35 Roth-Rubi 1993, 128; Schallmayer 1987, 483−492. Zu den Beigaben siehe Höneisen 1993, 420−431 Taf.41−50. Zu den Beigaben gehören: eine einfache Gürtelschnalle, eine Fibel als Altstück, zwei Bernsteinperlen, eine Perlenkette, ein Kamm, zwei Spiegel, Beinnadeln, wenige Keramik- und Steinfragmente, Lavezgefäße und eine große Anzahl Gläser.

36 Roth-Rubi 1993, 128 mit Anm. 369.

37 Roth-Rubi 1993, 128 (mit Anm. 370). 145. Die relativ starke Wandung und die Verzierung stehen noch in der Tradition von Glasgefäßen aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. Aufgrund der Ansatzstelle, an welcher einst ein Henkel angegossen war, stellt Roth-Rubi die Facettenschale aus Stein am Rhein in Beziehung mit den silbernen Largitionsschalen; von denen einige auch aus Glas hergestellt wurden, wie z. B. ein blaues Gold-glas aus Köln-Müngersdorf, auf dem neben christlichen Szenen die vier Söhne Konstantins dargestellt sind. Solche Spendenschalen aus Silber und Glas stammen aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., währenddessen die Schale aus Stein am Rhein nach Roth-Rubi um die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. hergestellt worden sei. Zu Vergleichsbeispielen siehe Roth-Rubi 1993, 145 Anm. 415. Vgl. dazu auch folgende Anmerkungen bei Roth-Rubi 1993, 145. 147.

38 Roth-Rubi 1993, 128. 145 mit Anm. 415. Die Kölner Schale befindet sich im RGM Köln, Inv. 264 und datiert in die erste Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. (siehe RGF 19, 1951, Taf. 19).

39 Roth-Rubi 1993, 128.

40 Roth-Rubi 1993, 128. Es fehlt jedoch „(…) die Möglichkeit einer Untergliederung (…)“ ebenso wie der Nachvollziehbarkeit zu welchem Zeitpunkt die Beigabensitte im Kastellfriedhof aufgegeben wurde. Diese sei nach dem von Roth-Rubi dargelegten nicht mit dem Ende der Nekropole gleichzusetzen.

41 Homberger 2002, 397.

42 Wyprächtiger 1993, 169 mit Anm. 252.

43 Wyprächtiger 1993, 169; Höneisen 1993, 114. Lediglich ein Glasfragment (Abb. 13b) lässt sich mit einiger Wahrscheinlichkeit der Übergangsphase von der Spätantike zum frühen Mittelalter zuweisen. Keramik-funde, die nach heutigen Kriterien in das 5. Jahrhundert n. Chr. zu datieren wären, fehlen in Burg ebenso wie in Arbon, Pfyn und Vindonissa.

44 Carroll-Spillecke 1993, 382.

45 Schallmayer 1987, 489; von Petrikovits 1971, 182; von Petrikovits 1978, 224; Carroll-Spillecke 1993, 382. Vgl. Frey/Gilles/Thiel 1995, 27.

46 Zur möglichen Herkunft des Namens Divitia siehe Carroll-Spillecke 1993, 388 f.; Schmitz 1995, 754−761.

47 Bogaers/Rüger 1974, 163.

48 Schallmayer 1987, 489; Bogaers/Rüger 1974, 163; Verstegen/Hanel 2006; von Petrikovits 1978, 224; Schmitz 2004, 296.

49 Von Petrikovits 1971, 182.

50 Carroll-Spillecke 1993, 321.

51 Carroll-Spillecke 1993, 338 mit Anm. 51. In den Kastellen der Kaiserzeit gab es sehr unterschiedliche Gebäude, deren Form durch den Zweck des Baus bestimmt wurde. Der beste Überblick findet sich bei H. von Petrikovits, Die Innenbauten römischer Legionslager während der Prinzipatszeit. Abhandlungen der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften 56 (Düsseldorf 1975) und A. Johnson, Römische Kastelle. Kulturgeschichte der antiken Welt 37 (Mainz 1987).

52 Carroll-Spillecke 1993, 384. 388; Hanel/Verstegen 2006, 232. Es gibt allerdings Indizien auf einen mög- lichen militärischen Vorgängerbau: 1880/81 entdeckte F. Wolf zwei Gräben von denen einer parallel zur Ost-Westmauer verlief, während der zweite im Norden der Ost-West orientieren Straße des Kastelles und west-lich der alt St. Heribert Kichre angetroffen wurde. Im Zusammenhang mit den zahlreichen Ziegelaltstücken vermutete F. Wolf eine vorkonstantinische Anlage, die er ohne archäologische Indizien in die Zeit Caesars datierte. Diese Befundsituation wurde jedoch schon von J. Klinkenberg bezweifelt, der zwar eine Zuweisung der Gräben zu einem augusteisch-tiberischen Holzerdelager nicht ausschloss, eine Beziehung zu einer chronologisch dem konstantinischen Kastell Divitia vorangegangenen Anlage, jedoch als wahrscheinlicher erachtete. Bei den darauffolgenden Ausgrabungen erwähnt F. Fremersdorf nur einmal einen tiefen Graben im Inneren des Kastells; der in jüngeren Publikationen nicht mehr erwähnt wird. Auch die Ausgrabungen von G. Precht konnten in dieser Frage kein eindeutiges Indiz erbringen. Inwiefern die von F. Wolf beobachteten Gräben einer vorkonstantinischen Befestigungsanlage angehören, kann vielleicht durch zukünftige Ausgra-bungen geklärt werden. Carroll-Spillecke 1993, 388 mit Anm. 279. Die Anwesenheit von drei Soldaten des numerus Brittonum in Köln, belegt durch drei von ihnen errichtete Weihesteine, von denen zwei (Kat. XIV.29−30) im Mauerwerk der Befestigungsanlage wiederverwendet worden sind − die Inschrift des Weihe-steins Kat. XIV.30 wurde in den Zeitraum zwischen 211 und 222 n. Chr. datiert −, muss nicht als eine Stationierung von Truppen in Deutz verstanden werden, da „(…) Teile oder einzelne Mitglieder der Einheit (…)“ zum militärischen Stab in Köln abkommandiert worden sein können. Tatsächlich sind zwei der Soldaten auch Offiziere „(…) (curator und Veteran, ordinarius).“ Der Dritte wurde von numerus Britonum in die Legio I Minerva aufgenommen, welche in Bonn stationiert war, weshalb er nicht in Köln stationiert gewesen sein kann. Die drei Soldaten können folglich vorübergehend im Dienst des Statthalters in Köln gestanden haben. Siehe dazu auch Hanel/Verstegen 2006, 234.

53 Carroll-Spillecke 1993, 374.

54 Carroll-Spillecke 1993, 347. 384. Von den in den Kurtinen verbauten Spolien aus der Zeit vom 1. bis 3. Jahrhundert liefern „(…) die letzten Steine des 3. Jahrhunderts einen terminus post quem für die Errichtung des (…)“ Kastells Divitia.

55 Gechter 1991, 378. Die originalen Bruchstücke der Inschrift sind wahrscheinlich bereits im Mittelalter verloren gegangen. Jedwede spätere Nennung der Inschrift beruft sich lediglich auf die schriftliche Über-lieferung. Gechter 1991, 378 mit Anm. 12. Der präsumtiv exakte Wortlaut der Inschrift wurde von Laurentius Surius (1540−1578) in seinem 1570−1575 herausgegebenen Hauptwerk, sechs Bände Heiligen-viten De probatis Sanctorum historiis − in dem er auch die Lebensgeschichte des hl. Heribert von Rupert von Deutz aufnahm – niedergeschrieben (Abb. 25). Gechter 1991, 378 mit Anm. 13. In der ihm vorliegenden Handschrift befand sich unter dem Titel vor der Einleitung des Verfassers der Text der Bauinschrift des Kastells, welchen Surius in seinem Werk an dieselbe Position setzte. Diese Niederschrift des Inschriften-textes in der ersten Auflage von De probatis Sanctorum historiis stellt den ältesten erhaltenen Nachweis für den Text der Gründungsichrift dar.

56 Gechter 1991, 377 f. Der Inschriftentext lautet wie folgt: Virtute domini Constantini Maximi / Pii Felicissimi Invicti Augusti / suppressis domitisque Francis / in eorum terris castrum Divitensium / sub praesentia principis sui / devoti numini maiestatique / duoetvicensimani vota fecerunt // X / XX. Übersetzt wird der Text in folgendem Wortlaut: Durch die Tüchtigkeit unseres Herren Konstantin, des größten, frommen, überaus glücklichen und unbesiegbaren Kaisers, sind die Franken niedergekämpft und bezwungen worden. Darauf wurde in deren Gebiet das Kastell Deutz gebaut. Bei Gelegenheit der Anwesenheit ihres Princeps haben die seiner Größe und Majestät ergebenen Zweiundzwanziger Glückwünsche und Gelübde für weitere zehn Regierungsjahre dargebracht. [Kölner Inschriftendatenbank: freie Übersetzung nach F. Fremersdorf, Urkunden zur Kölner Stadtgeschichte aus römischer Zeit. Die Denkmäler des römischen Köln 2 2(Köln 1963) 40 und Taf. 19.

57 Carroll-Spillecke 1993, 385; Gechter 1991, 378; Verstegen/Hanel 2006; Bogaers/Rüger 1974, 165; Schallmayer 1987, 495 mit Anm. 83; von Petrikovits 1971, 182; von Petrikovits 1978, 224; Gechter 1991, 377. Schon seit dem Anfang der Diskussionen vermuteten Archäologen und Althistoriker, dass der Inschriftentext falsch ergänzt worden sei. Der exakte Fundort sowie der Fundkontext lassen sich aus den Quellen nicht mehr entnehmen.

58 Gechter 1991, 378.

59 Gechter 1991, 378.

60 Carroll-Spillecke 1993, 385 mit Anm . 255; M. R. Alföldi, Das Trierer Stadtbild auf Constantins Goldmultiplum: ein Jahrhundertirrtum, TrZ 54, 1991, 239−248.

61 Carroll-Spillecke 1993, 385.

62 Carroll-Spillecke 1993, 385; Stribrny 1989, 420 Abb. 27. Angesichts der Fundmünzen aus dem Kastell Divitia ging K. Stribrny (1989, 240 Abb. 7) von einer zweijährigen Bauzeit (313−315) für das Kastell aus.

63 Carroll-Spillecke 1993, 372. 374. 385 mit Anm. 253. Die Münzen stammen aus Gruben innerhalb der Ba- racken, Gruben in den Lagergassen sowie aus Entwässerungskanälen. Carroll-Spillecke 1993, 385. In den Fundamentgräben der Kasernenmauern fanden sich drei Münzen, die relativ „(…) weit auseinanderliegende chronologische Anhaltspunkte (…)“ von 320 bis 337 n. Chr. liefern. Die Münzen können allerdings in Anbe-tracht dessen, dass die Kasernenmauern in fränkischer Zeit zum Teil entfernt wurden, wodurch „(…) verlagertes und aufgewühltes Material in die Gräben gelangte (….)“ nicht als völlig zweifelfreie Datierungs-anhaltspunkte dienen. Die Fertigstellung der Innenbauten der Befestigungsanlage wäre so oder so der letzte Arbeitsschritt gewesen und „(…) erst nach oder kurz vor der Vollendung (…)“ der mit Türmen versehenen Umwehrung vorstellbar. Möglicherwiese diente das Gelände innerhalb der Kastellmauern bis um Zeitpunkt der Erbauung der Kasernen als Zeltlager für „(…) Bautrupps oder Stapelplatz für Baumaterialien (…).“ Zu den Münzen aus den Ausgrabungen von Wolf, Fremersdorf und Precht siehe E. Nuber, Die Fundmünzen der römischen Zeit in Deutschland, Abt. VI. Bd. 1,1, 1984, 617–640.

64 Carroll-Spillecke 1993, 372 mit Anm. 189.

65 Carroll-Spillecke 1993, 372.

66 Carroll-Spillecke 1993, 372. 29 Münzen können lediglich generell dem 3.−4. Jahrhundert bis hin zum Anfang des 5. Jahrhunderts zugeordnet werden. Carroll-Spillecke 1993, 374. Die spätesten von Honorius und Arcadius in Umlauf gebrachten Münzen sind „(…) in den letzten Jahren des 4. Jahrhunderts, spätestens im Jahre 408 geprägt worden.“ Die in Divitia angetroffenen Münzen dokumentieren auch das Erlöschen der Geldwirtschaft im Kölner Raum spätestens im ersten Jahrzehnt des 5. Jahrhunderts n. Chr.

67 Carroll-Spillecke 1993, 372. 374.

68 Carroll-Spillecke 1993, 236.

69 Von Petrikovits 1971, 182 f.; Carroll-Spillecke 1993, 231. 382. 385.

70 Von Petrikovits 1971, 183 f. Zu Fortuna siehe Bellinger 2005, 153.

71 Von Petrikovits 1971, 183. Vgl. Carroll-Spillecke 1993, 385. Zur widerlegten Kritik an der Datierung der gestempelten Ziegel der 22. Legion durch J. Dolata [Römische Ziegelstempel aus Mainz und dem nördlichen Obergermanien. Archäologische und archäometrische Untersuchungen zu chronologischem und baugeschichtlichem Quellenmaterial (Frankfurt 2000) 38] siehe Schmitz 2004, 296. Zur Schlacht an der Milvischen Brücke siehe Petke 1984, 80 f.

72 Carroll-Spillecke 1993, 385. Zu Ziegelaltstücken des 3. Jahrhunderts siehe Carroll-Spillecke 1993, 231.

73 Carroll-Spillecke 1993, 382 (mit Anm. 245). 385; von Petrikovits 1971, 183 f.

74 Carroll-Spillecke 1993, 236.

75 Schallmayer 1987, 489; von Petrikovits 1971, 183 f. Vgl. von Petrikovits 1978, 224. Die Entstehung des Kastells Boudobriga Boppard am Anfang des 4. Jahrhunderts war in der Forschung sehr umstritten (siehe u. a. von Petrikovtiz 1971, 182−184; Schallmayer 1987, 489 mit Anm. 84.

76 Von Petrikovits 1971, 183 f. Kastelle in denen gestempelte Ziegel oben genannter Legion verbaut wurden: Straßburg, Worms, Mainz, Flörsheim, Wiesbaden, Bingen, Koblenz und Bonn.

77 Carroll-Spillecke 1993, 343.

78 Carroll-Spillecke 1993, 343. 385.

79 Carroll-Spillecke 1993, 385 mit Anm. 256.

80 Carroll-Spillecke 1993, 357.

81 Carroll-Spillecke 1993, 357 mit Anm. 120; Pirling 1966, 145 Taf. 106,11. Typentaf 6 (Grab 1231).

82 Carroll-Spillecke 1993, 384 mit Anm. 250. Zum Paneg. Lat. siehe Nixon 1994, 211−253. Vgl. B. Müller-Rettig, Der Panegyricus des Jahres 310 auf Konstantin den Großen. Übersetzung und historisch-philologischer Kommentar Palingesia 31, 1990, 27. 183−195. Verstegen/Hanel 2006 ordnen die Lobrede Eumenius zu, begründen allerdings nicht, wie sie dazu kommen. Zur Lobrede und deren Deutung vgl. auch Stribrny 1989, 420; Schallmayer 1987, 495 mit Anm. 83; Bogaers/Rüger 1974, 165; von Petrikovits 1978, 224; von Petrikovits 1971, 182.

83 Carroll-Spillecke 1993, 384. Die „(…) auf einem Pfahlrost fundierte Steinpfeiler Brücke (…)“ wies eine Länge von 420 m auf.

84 Carroll-Spillecke 1993, 385.

85 Carroll-Spillecke 1993, 385.

86 Carroll-Spillecke 1993, 385 mit Anm. 253. Zu den Münzen aus den Ausgrabungen von Wolf, Fremersdorf und Precht siehe E. Nuber, Die Fundmünzen der römischen Zeit in Deutschland, Abt. VI. Bd. 1,1, 1984, 617–640. Vgl. Stribrny 1989, 420.

87 Carroll-Spillecke 1993, 385.

88 Carroll-Spillecke 1993, 385.

89 Carroll-Spillecke 1993, 385.

90 Carroll-Spillecke 1993, 385.

91 Vgl. Carroll-Spillecke 1993, 384; Verstegen/Hanel 2006, 231. 236; Bogaers/Rüger 1974, 165. Nicht über- liefert ist, welche Einheiten im 4. Jahrhundert im Kastell stationiert waren. Schallmayer 1987, 489; von Petrikovits 1971, 183 f. 224. Ebenfalls unter Konstantin dem Großen entstanden Anfang des 4. Jahrhunderts nach Ziegelstempeln zu urteilen möglicherweise die Straßensicherungsposten Noviomagnus/Neumagen (Gilles 1984, 326 f.; Cüppers 1977, 246−248), Beda/Bitburg (Gilles 1984, 324; Binsfeld 1977a, 119−124) und Icorigium/Jünkerath (Gilles 1984, 325; Binsfeld 1977b, 300−304) an der Straße Tier – Köln. Die Datierungsbegründungen sind jedoch sehr dürftig und beziehen sich auf spärliche Funde respektive Indizien (Zu weiteren Anlagen deren Erbauung in die konstantinische Zeit gesetzt wird, siehe von Petrikovits 1971, 183 f.).

92 Galsterer/Meusel 2012.

93 Carroll-Spillecke 1993, 385 f. mit Anm. 257−259. Einen weiteren Hinweis auf die Belegungszeit des Kastells liefert eine fragmentarische vergoldete Zwiebelknopffibel des Typs Keller 5 (Abb. 65), welche anhand von Münz- und Fundvergesellschaftungen von Keller (Keller 1971, 41−53.57 f. 170) in die Zeit von ca. 375 bis um 400 n. Chr. datiert werden konnten. Vgl. Carroll-Spillecke 1993, 374 mit Anm. 197. Zwei eng verwandte Stücke liegen aus Basel-Aeschenvorstad, Grab 379 und aus Cakvár, Grab 69 vor.

94 Carroll-Spillecke 1993, 339. 386 mit Anm. 258. Vgl. Bogaers/Rüger 1974, 165. Gravierende Zerstörungen im 4. Jahrhundert sind nicht belegt. Zur Zusammenfassung der historischen Nachrichten hierzu siehe Goetz/Patzold/Welwei 2007, 278−351. 385 f. Zum Abzug der Grenztruppen siehe H. Nesselhauf, Die spätrömische Verwaltung der gallisch-germanischen Länder. Abh. D. Preußischen Akademie der Wissenschaften 2, 1938, 75–77 (Carroll-Spillecke 1993, 339 mit Anm. 63).

95 Carroll-Spillecke 1993, 339 (mit Anm. 63). 385 f . mit Anm. 257−260. Der Abbruch des Geldumlaufs im Kastell spätestens um 408 − der wie an vielen Orten am Rhein mit Prägungen des Arcadius und Honorius endet – kann zu falschen Schlussfolgerungen betreffs der Aufgabe des Kastells führen. Parallelen zu dieser Situation finden sich: im spätrömischen Burgus Asciburgium Moers-Asberg, den Burgi Eisenberg und Ungstein; in Rheinland-Pfalz stieß man auf Fragmente rotgestricherner Ware. Im Kastell Alzey, wo die Münzreihe mit Prägungen des Jahres 395 endet hat J. Odlenstein jüngst diese sowie weitere Keramikarten gefunden, die eine Besetzung des Kastells auch noch während der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts n. Chr. indizieren. Hierbei geht Oldenstein von einer aus germanischen Foederaten bestehenden Besatzung aus.

96 Zu den Modalitäten der Ansiedlung von Foederaten auf römischen Boden siehe Wolfram 2004, 11−35.

97 Carroll-Spillecke 1993, 339. 386 mit Anm. 261. Nach der Mitte des 5. Jahrhunderts gesellten sich fränkische Siedler hinzu, von denen wohl die römische Innenbebauung des Kastells zu Wohnzwecken verwendet wurde. Zu Funden und Bauresten, die eine Nutzung bis in die Karolingerzeit hinein belegen siehe Carroll-Spillecke 1993, 386.

98 Carroll-Spillecke 1993, 339 f. Zu den fränkischen Funden sowie der fränkischen Bebauungen und der Weiternutzung des Kastells im Frühmittelalter siehe Carroll-Spillecke 338–342.

99 Hunold 2011, 309. Zusammenfassend zur Forschungsgeschichte der spätrömischen Höhensiedlungen siehe Gilles 1985, 11–16 und Hunold 2011, 311–317.

100 Proen/Hilbich 2012, 21; Hunold 2011, 328 Anm. 1. Für den Bereich der Mittelgebirge (Eifel, Hunsrück, Ardennen, Famenne, Condroz und Fagne) in den Provinzen Belgica I, II und Germania I sind bis heute insgesamt 144 befestigte Höhensiedlungen bekannt, von denen 108 Anlagen gesichert in die spätrömische Zeit datiert werden können .

101 Proen/Hilbich 2012, 21. Der Großteil der Fundorte ist nur durch Surveys und Zufallsfunde bekannt. Dementsprechend ist eine vergleichende Beurteilung der Höhenbefestigungen problembehaftet. Die bislang erfolgten Studien konzentrierten sich deswegen auf Rubriken wie Größe, Lage und (sofern überhaupt durchführbar) zeitliche Einordnung der einzelnen Anlagen. So gut wie unbeachtet blieb bis dato die Erforschung der „(…) inneren Struktur bzw. Innenbebauung (…)“ der Befestigungen welche für die Erschließung der Deutung dieser Plätze grundlegend ist; in Anbetracht der Befundlage jedoch nur unzureichend behandelt wurde. Vgl. dazu Gilles 1985 (Anm. 1) 35–37.

102 Zur Relativierung der strikten Trennung zwischen Höhensiedlungen und Kastellen sowie den Gemeinsamkeiten siehe Hunold 2011, 416−418.

103 Zur Zusammenfassung der Diskussion um die Deutungen siehe Proen/Hilbich 2012, 19. 21. 23f. 26 f. 30. 34−42. 52 f.; Proen/Hilbich 2012, 21. Als Hilfsmittel verbleibt nur der Blick auf die Topographie der An-lagen (naturräumlich sowie in Bezug auf weitere gleichzeitige Ansiedlungen, Befestigungen oder Kompo-nenten wie Straßen und einiges mehr) und die Untersuchung des gegenwärtigen Fundmaterials von den ein-zelnen Orten. Vgl. dazu auch folgende Anmerkungen bei Proen/Hilbich 2012, 21; Hunold 2011, 309 (mit Anm. 745: „Vgl. den Begriff der >>irregulären Befestigung<< bei von Uslar 1964, 16.“). 312−317. 322 f. 374. 416−419; Gilles 2008, 108; Proen/Hilbich 2012, 52 mit Anm. 82. Wie es die Forschungsliteratur dar-legt, fallen die Deutungsweisen regional verschieden aus; sie sind geprägt vom Aussehen der Fundplätze sowie langwährenden Ansichten innerhalb der archäologischen Forschung. „(…) in der mitteleuropäischen provinzialrömischen Forschung (…)“ herrscht mit ihrem bereits frühzeitig einsetzenden Hauptaugenmerk auf das römische Militär eine Hervorhebung des militärischen Charakters dieser Anlagen vor. Im Gegensatz dazu wurden die Anlagen im ostalpinen Raum aufgrund der Fokussierung auf die Kirchenbauten ausschließlich im Zusammenhang mit kirchlichen Strukturen gedeutet. In Britannien hingegen sind es die regionalen nachröm-ischen Eliten, die im Mittelpunkt der Deutungsansätze zu den Vielzähligen dort gelegenen Höhenbefesti-gungen stehen. Zu den schriftlich überlieferten Quellen zur Besatzung und Funktion von Höhenbe-festigungen siehe Hunold 2011, 325−327. Hunold 2011, 325 mit Anm. 894−895; Gilles 1985 mit Anm. 223. Auf die Problematik anhand von antiken und frühmittelalterlichen Quellen einen unmissverständlichen Terminus für Befestigungsanlagen zu finden verwies kürzlich Dieter Geuenich: Der Bogen der Bezeich-nungen reicht von >>castrum<< und >>castellum<< bis hin zu >>arx<<, >>munitio<<, >>oppidum<<, >>civitas<<, >>urbs<<, >>burc<< oder >>mons<<. Davon lässt sich der Begriff burgus differenzieren.

104 Hunold 2011, 323−325.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten

Details

Titel
Die römische Tetrarchie und die konstantinische Dynastie. Höhensiedlungen, Kastelle und Körpergräberfelder
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Vor- und Frühgeschichte)
Veranstaltung
Chronologie der Provinzialrömischen Archäologie
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
47
Katalognummer
V536696
ISBN (eBook)
9783346127617
ISBN (Buch)
9783346127624
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Da der Autor nicht über die Rechte zu den ursprünglich verwendeten Abbildungen verfügt, sind diese hier entfernt worden. Die Verweise auf die Abbildungen befinden sich im Abbildungsverzeichnis.
Schlagworte
Chronologie der Provinzialrömischen Archäologie, Konstantin der Große, Konstantin, Köln Deutz, Provinzialrömische Archäologie, Provinzialrömisch, Tetrachie, Kastelle, römisch, Diokletian, Kaiser Julian, konstantinischen Dynastie
Arbeit zitieren
Daniel Richardt (Autor), 2014, Die römische Tetrarchie und die konstantinische Dynastie. Höhensiedlungen, Kastelle und Körpergräberfelder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536696

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