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Otto der Große und Byzanz

Title: Otto der Große und Byzanz

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 35 Pages , Grade: 2

Autor:in: Christian Wunner (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Das Thema dieser Arbeit lautet „Otto und Byzanz“. Allgemein gesprochen soll sie also das Verhältnis der beiden Reiche zueinander und die Politik Ottos gegenüber den Basilei beschreiben und analysieren. Auf das maßgebliche Konfliktpotential ist bereits verwiesen worden. Dieses manifestiert sich im Streit um die Anerkennung des ottonischen Kaisertums durch die byzantinischen Herrscher. Dieser Konflikt ist aber nur aus den Vorstellungen der Zeit heraus zu begreifen. Daher sollen die verschiedenen Kaiserkonzepte im Zusammenhang mit dem „Zweikaiserproblem“6betrachtet und gegenüber gestellt werden. „Denn die Entwicklung des Kaiser- und Reichsgedankens im Westen und der Universalanspruch des Kaisertums“ im Osten standen sich auch zur Zeit Ottos I. scheinbar unvereinbar gegenüber. Aber das Konfliktpotential beschränkte sich nicht nur auf diese ideologische Frage. Es lassen sich noch zwei weitere Aspekte herausarbeiten, die für das Verhältnis zwischen Ost und West bestimmend waren. Hierzu gehören zum einen theologisch-dogmatische Fragen. Der hieraus entstehende Streit manifestiert sich zum Beispiel in der „ikonoklastischen Krise, die 787 durch das Konzil von Nikäa vorübergehend beigelegt“ werden konnte, aber auch „nur eine erste Variation dieses Potentials darstellt“. Dieser Streit findet seinen Höhepunkt bekanntermaßen im Schisma von 1054. Da diese Auseinandersetzung zwar für das Verhältnis im frühen Mittelalter eine große, zur Zeit Ottos I. aber kaum eine Rolle gespielt hat, soll dieser Aspekt nicht in die Untersuchung mit einfließen. Es reicht an dieser Stelle festzuhalten, daß sich beide Reiche in den fast vierhundert Jahren seit dem Untergang des weströmischen Reiches nicht nur sprachlich und kulturell, sondern auch im kirchlichen Bereich auseinanderdividiert haben. Der dritte und für diese Arbeit weitaus wichtigere Aspekt ist Italien. Denn hier kam es zu starken Überschneidungen der beiden Interessensphären. Hier hatte man eine gemeinsame Grenze, hier wurden die ideologischen Konflikte zu militärischen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort

II. Fragestellung

III. Die Grundlagen des ottonischen Kaisertums

III.1. Untergang des Westreiches und die Entwicklung des „Okzidents“ bis zur Kaiserkrönung Karls des Großen

III.2. Die Entwicklung des Kaiserkonzepts Karl des Großen – Zwischen Konfrontation und Ausgleich mit Byzanz.

III.3. Der Niedergang der Karolinger

IV. Die Italien- und Byzanzpolitik Ottos des Großen und das abendländische Kaisertum

IV.1. Die erste Phase der Italien- und Byzanzpolitik Ottos I. zwischen 936 und 951 - Anfänge sächsisch-byzantinischer Beziehungen

IV.2. Die zweite Phase der Italien- und Byzanzpolitik Ottos I. zwischen 951 und 961

IV.2.1. Der direkte Kontakt zwischen Ost und West

IV.2.2. Die Folgen der Lechfeldschlacht für das Herrschaftsverständnis Ottos I.

IV.3. Die dritte Phase der Italien- und Byzanzpolitik Ottos I. zwischen 961 und 967

IV.3.1. Das Kaiserkonzept Ottos des Großen

IV.3.2. Das Ottonianum – Anpassung an die kuriale Herrschaftsidee?

IV.3.3. Das Verhältnis zu Byzanz

IV.4. Die vierte Phase der Italien- und Byzanzpolitik Ottos I. zwischen 967 und 973

IV.4.1 Der Gesandtschaftsverkehr zwischen Otto I. und den Basilei – Liudprand von Cremona und seine Begegnung mit Nikephoros II. Phokas

V. Die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Okzident und Orient unter den Nachfolgern Ottos I. - Der Siegeszug der römischen Kaiseridee im Westen

VI. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem ottonischen Reich und Byzanz im 10. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf die Politik Ottos des Großen gegenüber den byzantinischen Kaisern (Basilei). Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Konfrontation verschiedener Kaiserkonzepte – dem Universalanspruch von Byzanz und dem ottonischen Kaisertum – und analysiert, wie diese Spannungen die diplomatischen Beziehungen und die Italienpolitik beeinflussten.

  • Das "Zweikaiserproblem" und dessen ideologische Grundlagen
  • Entwicklung und Wandel des ottonischen Kaiserkonzepts
  • Die Rolle der Italienpolitik für die Anerkennung durch Byzanz
  • Diplomatische Beziehungen und Gesandtschaftsverkehr (u.a. Liudprand von Cremona)
  • Die Bedeutung christlich-dogmatischer und machtpolitischer Interessen

Auszug aus dem Buch

IV.3.1. Das Kaiserkonzept Ottos I.

Vieles deutete während der Kaiserkrönung 962 darauf hin, daß Otto sich der kurialen Idee fügen würde und sogar den Anspruch vertrat, „den regierenden römischen Weltkaiser zu verdrängen und sich selbst an seine Stelle zu setzen.“ Otto schien also wie Ludwig II. und auch Karl der Große zu Beginn seines Kaisertums den Weltherrschaftsanspruch des byzantinischen Kaisers in Frage zu stellen. Bei genauerem Hinsehen jedoch läßt sich dies verneinen. Bereits 951 und wahrscheinlich auch um 960 war Otto bemüht, die Anerkennung eines westlichen Kaisertums seitens Byzanz zu erreichen. Dies schließt aber einen römischen Charakter seines Kaisertums definitiv aus, denn die Kaisertheorie des Ostens war im Westen allgemein bekannt. Insbesondere wußte man um den Vertrag von Aachen mit dem daraus resultierenden Ergebnis, daß der Titelzusatz Romaion, der die ideelle Herrschaft über Rom herausstellte, eben von den Basilei beansprucht wurde. Es ist also anzunehmen, daß Otto sich mit der Tradition des 9. Jahrhunderts abfinden mußte, daß Rom die Krönungsstadt und der Papst derjenige war, aus dessen Hand er die Krone auf das Haupt gesetzt bekam.

Er fügte sich also vielmehr der Tradition für den Zweck der Krönung, ohne aber dann weiterhin die kuriale Idee des Kaisertums umzusetzen. Dies geht vor allem auch aus seinen Urkunden hervor. Denn Otto ließ sich meist nur als „imperator augustus“ titulieren, „nur Ausnahmsweise begegnet der Zusatz Romanorum“ und dies ist eher auf ein eigenmächtiges Handeln der Kanzlei, als auf Anweisungen Ottos zurückzuführen. „Dem entspricht, daß Otto den Versuch der kaiserlichen Kanzlei von 966, den römischen Kaisertitel in die Kaiserurkunde zu übernehmen, offenbar abgelehnt hat.“ Auch läßt sich der Bezug Ottos zur konstantinischen Schenkung anders darstellen. So kann man die Ausstellung des Ottonianum und die Anerkennung der konstantinischen Schenkung auch so interpretieren, daß sich Otto zwar auf Konstantin berief, aber ebenso wie auch Karl den christlichen Charakter seines Kaisertums damit unterstreichen wollte, nicht aber den römischen. Diese Intention verfolgte lediglich der Papst selbst. In diesen Gedankengang läßt sich auch einfügen, daß Otto der Große bewußt davon abgesehen hatte, die Römer als Reichsvolk anzuerkennen. Hierdurch wird der ausschließlich fränkische Charakter des Kaisertums Ottos greifbar.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Vorwort: Dieses Kapitel skizziert die historische Ausgangslage zwischen den beiden Großmächten Byzanz und dem fränkischen Reich und führt in den ideellen Konflikt um den Kaisertitel ein.

II. Fragestellung: Hier wird der Untersuchungsrahmen der Arbeit abgesteckt, wobei insbesondere die verschiedenen Kaiserkonzepte und das "Zweikaiserproblem" als zentrale Analyseaspekte hervorgehoben werden.

III. Die Grundlagen des ottonischen Kaisertums: Dieses Kapitel behandelt die historischen Voraussetzungen, vom Untergang des Westreiches über die karolingische Tradition bis zum Niedergang der Karolinger, die den Boden für den Aufstieg Ottos bereiteten.

IV. Die Italien- und Byzanzpolitik Ottos des Großen und das abendländische Kaisertum: Dieser Hauptteil analysiert in vier Phasen die Außenpolitik Ottos, von den ersten Anfängen sächsisch-byzantinischer Kontakte bis hin zur Kaiserkrönung und den daraus resultierenden Konflikten.

V. Die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Okzident und Orient unter den Nachfolgern Ottos I. - Der Siegeszug der römischen Kaiseridee im Westen: Dieses Kapitel blickt auf die Zeit nach Otto I. und zeigt auf, wie der Wandel hin zur "römischen" Kaiseridee unter Otto III. das Verhältnis zu Byzanz veränderte.

VI. Resümee: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Frage nach der tatsächlichen Erreichung einer Parität zwischen dem ottonischen und dem byzantinischen Kaisertum abschließend bewertet.

Schlüsselwörter

Otto der Große, Byzanz, Kaisertum, Zweikaiserproblem, Italienpolitik, Basileus, Liudprand von Cremona, Ottonianum, Kaiserkrönung, Mittelalter, Römische Kaiseridee, Diplomatische Gesandtschaften, Okzident, Orient, Karl der Große.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das politische und ideologische Verhältnis zwischen dem ottonischen Reich im Westen und Byzanz im Osten während des 10. Jahrhunderts, insbesondere unter der Herrschaft Ottos des Großen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des Kaiserkonzepts, das sogenannte "Zweikaiserproblem", die diplomatischen Beziehungen zwischen Ost und West sowie die Bedeutung der Italienpolitik für die Anerkennung des sächsischen Kaisertums.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie Otto der Große versuchte, sein Kaisertum gegenüber dem byzantinischen Universalanspruch zu legitimieren, und inwieweit er dabei eine paritätische Anerkennung durch die byzantinischen Herrscher (Basilei) erreichen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer historisch-analytischen Methode unter Auswertung zeitgenössischer Quellen, wie etwa der Sachsengeschichte von Widukind von Corvey oder den Berichten des Liudprand von Cremona, sowie einschlägiger moderner Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert die Italien- und Byzanzpolitik Ottos in vier chronologische Phasen, von den ersten Kontakten (936–951) über die Lechfeldschlacht bis hin zur Kaiserkrönung und dem anschließenden diplomatischen Ringen um Akzeptanz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem: Otto der Große, Byzanz, Zweikaiserproblem, Kaisertitel, Diplomatie, Parität, Ottonianum und das Verhältnis zwischen Okzident und Orient.

Welche Rolle spielt Liudprand von Cremona in den Quellen?

Liudprand dient als einer der wichtigsten Zeitzeugen für die byzantinisch-westlichen Beziehungen, wobei der Autor der Arbeit seine Gesandtschaftsberichte aufgrund ihrer emotionalen Natur und möglichen Voreingenommenheit kritisch hinterfragt.

Wie unterscheidet sich die Auffassung des Kaisertums unter Otto I. von der seines Enkels Otto III.?

Während Otto I. ein primär fränkisch geprägtes Kaisertum anstrebte und den römischen Kaisertitel eher mied, rückte unter Otto III. die Erneuerung eines dezidiert "römischen" Reiches in den Mittelpunkt, was das Verhältnis zu Byzanz zusätzlich belastete.

Excerpt out of 35 pages  - scroll top

Details

Title
Otto der Große und Byzanz
College
University of Würzburg  (Philosophische Fakultät )
Course
Hauptseminar : Otto der Große
Grade
2
Author
Christian Wunner (Author)
Publication Year
2002
Pages
35
Catalog Number
V53687
ISBN (eBook)
9783638490658
ISBN (Book)
9783656777885
Language
German
Tags
Otto Große Byzanz Hauptseminar Otto Große
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Wunner (Author), 2002, Otto der Große und Byzanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53687
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