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Das Frauenbild in "Dantons Tod" von Georg Büchner

Charakterisierung der Figuren Julie, Lucile und Camile

Titel: Das Frauenbild in "Dantons Tod" von Georg Büchner

Hausarbeit , 19 Seiten

Autor:in: Dilara Erginos (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit hat zum Ziel, zu zeigen, wie Georg Büchner die drei Frauenfiguren in "Dantons Tod" charakterisiert. Julie soll hierfür als Erste der drei Frauen behandelt werden. Eine Analyse der Eröffnungsszene des Dramas sowie der fünften Szene des zweiten Aktes sollen Aufschluss über die Beziehung zwischen ihr und Danton geben. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Rolle der Ehefrau gelegt. Lucile Desmoulin stellt den zweiten Teil der Arbeit dar. Parallel zum ersten Teil wird zunächst die Beziehung zwischen ihr und Camille untersucht, sowie die Rolle der Ehefrau herausgearbeitet. Luciles indirekter Selbstmord und ein Vergleich der beiden Ehefrauen hinsichtlich ihrer Rollen bilden den Abschluss des zweiten Teils. Der dritte Teil der Arbeit setzt sich mit der Prostituierten Marion und ihrem Lebensbericht auseinander.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zum Frauenbild Ende des 18. Jahrhunderts

2. Julie Danton

2.1. Julie als Ruhepol für Danton und rationale Komponente der Beziehung

3. Lucile Desmoulins

3.1. Lucile als naive und anbetende Ehefrau?

3.2. Luciles indirekter Selbstmord als reiner Liebestod

3.3. Vergleich der Beziehungen Julie/Danton und Lucile/Camille

4. Marion als Kontrapunkt zu Julie und Lucile

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Charakterisierung der weiblichen Figuren in Georg Büchners Drama "Dantons Tod" zu untersuchen und deren Bedeutung innerhalb der patriarchalischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts aufzuzeigen.

  • Die gesellschaftliche Rolle der Frau am Ende des 18. Jahrhunderts
  • Die Analyse der Frauenfiguren Julie Danton und Lucile Desmoulins
  • Die Funktion von Marion als emanzipierter Kontrapunkt
  • Der Vergleich von Beziehungsstrukturen und den Darstellungen des Selbstmords
  • Die Reflexion über Machtverhältnisse und patriarchale Rollenzuweisungen im Drama

Auszug aus dem Buch

3.2. Luciles indirekter Selbstmord als reiner Liebestod

Vergleicht man die Selbstmorde der beiden Frauen, verwundert es, dass Julies zwar zuvor an Dantons Seite im öffentlichen Leben stand und auch über die politischen Entwicklungen stets informiert war, sie allerdings einen sehr privaten und einsamen Tod wählt. Lucile dagegen, die Camille gegenüber behauptet, nichts von seinen politischen Ausführungen zu verstehen, wählt als letzten Ausruf die politische Parole „Es lebe der König“ (IV, 9) – wissend, dass sie sich damit freiwillig der Justiz ausliefern und sich „vernichten wird“. Unmittelbar vor ihrem Selbstmord versucht Lucile den Tod Camilles zu verstehen und offenbart abermals ihr sensibles und emotionales Wesen, als sie ziellos durch eine Straße irrt. Dass „ja alles leben“ (IV, 8) darf, sogar „die kleine Mücke da, – der Vogel“ (IV, 8), nur Camille nicht, erscheint Lucile unbegreiflich. Ihre Hilflosigkeit kommt besonders deutlich durch ihren Verzweiflungsschrei zum Vorschein: „Sie setzt sich nieder, verhüllt die Augen und stößt einen Schrei aus“ (IV, 8). Am Ende der Szene zeigt Lucile sich resigniert, da der „Riß in der Schöpfung [...] nur von ihr erfahren“ wird und sie zieht ihr trauriges Fazit: „wir müssen’s wohl leiden“ (IV, 8).

Als nächstes findet Lucile sich auf dem Revolutionsplatz wieder. Vermutlich fühlt sie sich von dem Revolutionsplatz angezogen, da Camille wenige Stunden zuvor dort umgebracht wurde und sie seine Nähe sucht (IV, 8). Das würde auch die erotische Färbung der Szene erklären, die auf den ersten Blick seltsam anmuten mag. Die Guillotine stellt für sie einen „Todesengel“ dar, in dessen „Schoß“ sie sich setzt und von dem sie sich mit seiner „süßen Zunge [...] zu Grabe“ (IV, 9) singen lassen möchte – ein deutliches Kennzeichen dafür, dass Lucile zuletzt den Tod akzeptiert und er für sie schließlich etwas Positives darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Drama Dantons Tod sowie Begründung der Relevanz einer Untersuchung der Frauenfiguren in einem bislang männlich dominierten Forschungsfeld.

1. Zum Frauenbild Ende des 18. Jahrhunderts: Untersuchung der historischen gesellschaftlichen Stellung der Frau und deren Spiegelung in der Zweiteilung der Frauenfiguren bei Büchner.

2. Julie Danton: Analyse der Rolle von Julie Danton als rationale, ruhige Partnerin und Deutung ihres Selbstmords als bewussten Akt der Solidarität.

2.1. Julie als Ruhepol für Danton und rationale Komponente der Beziehung: Untersuchung der Interaktion zwischen Danton und Julie sowie die beruhigende Wirkung ihrer Person in Krisenmomenten.

3. Lucile Desmoulins: Charakterisierung von Lucile als emotionale Gegenfigur zu Julie und die Frage nach ihrem tatsächlichen Verständnis der politischen Lage.

3.1. Lucile als naive und anbetende Ehefrau?: Hinterfragung von Luciles Rolle als naive Ehefrau im Kontext ihrer emotionalen Tiefe und Wahrnehmungsfähigkeit.

3.2. Luciles indirekter Selbstmord als reiner Liebestod: Betrachtung von Luciles Selbstmord als Konsequenz aus ihrer emotionalen Bindung und ihr Widerstand gegen die gegebene politische Ordnung.

3.3. Vergleich der Beziehungen Julie/Danton und Lucile/Camille: Kontrastierung der Beziehungsdynamiken und Unterschiede in der Darstellung der Ehefrauen durch Büchner.

4. Marion als Kontrapunkt zu Julie und Lucile: Betrachtung von Marions Rolle als sexuell emanzipierte Frau und ihr Lebensbericht als Exkurs in das patriarchale System des Dramas.

Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse und Plädoyer für einen höheren Stellenwert der weiblichen Figuren in der Analyse von Dantons Tod.

Schlüsselwörter

Georg Büchner, Dantons Tod, Frauenfiguren, Julie Danton, Lucile Desmoulins, Marion, Revolution, Patriarchat, Selbstmord, Liebestod, Gesellschaftsbild, Geschlechterrollen, Emanzipation, 18. Jahrhundert, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Charakterisierung der drei zentralen Frauenfiguren Julie Danton, Lucile Desmoulins und Marion in Georg Büchners Drama Dantons Tod.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die patriarchalen gesellschaftlichen Strukturen des 18. Jahrhunderts, die Rollenbilder der Ehefrau versus Prostituierten sowie die unterschiedlichen Arten der Selbstinszenierung der Frauen im Angesicht des Todes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Büchner diese Frauenfiguren gestaltet hat und ob sie trotz ihrer Nebenrolle als eigenständige Charaktere agieren oder in festgefahrene gesellschaftliche Schemata gezwängt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Textanalyse zentraler Szenen aus Dantons Tod, ergänzt durch einen Abgleich mit der Forschungsliteratur sowie historischen Kontexten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Einzelanalysen der Charaktere Julie, Lucile und Marion sowie einen vergleichenden Abschnitt, der die Beziehungsdynamiken der Paare in den Kontext der dramatischen Handlung setzt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Autor und dem Werk sind Begriffe wie Geschlechterrollen, Emanzipation, Liebestod, patriarchale Gesellschaft und individuelle Autonomie zentral für das Verständnis der Untersuchung.

In welcher Hinsicht unterscheidet sich Lucile Desmoulins von Julie Danton?

Während Julie als rationale und besonnene Ehefrau gezeichnet wird, betont Büchner bei Lucile eine starke Emotionalität und Sinnlichkeit, die in einen indirekten, politisch motivierten Selbstmord mündet.

Warum ist die Figur der Marion besonders für die Gesamtaussage des Dramas wichtig?

Marion fungiert als emanzipierter Kontrapunkt zu den Ehefrauen; ihr langer Monolog verdeutlicht die Unfähigkeit der männlichen Protagonisten, Frauen außerhalb ihrer gesellschaftlichen Rolle als bloße Sexualobjekte wahrzunehmen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Frauenbild in "Dantons Tod" von Georg Büchner
Untertitel
Charakterisierung der Figuren Julie, Lucile und Camile
Autor
Dilara Erginos (Autor:in)
Seiten
19
Katalognummer
V537076
ISBN (eBook)
9783346199607
Sprache
Deutsch
Schlagworte
büchner camile charakterisierung dantons figuren frauenbild georg julie lucile
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dilara Erginos (Autor:in), Das Frauenbild in "Dantons Tod" von Georg Büchner, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537076
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Leseprobe aus  19  Seiten
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