Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Theologie - Sonstiges

Die Anthropogonie in der Genesis und in den Schöpfungserzählungen des Alten Orients

Eine exegetische Untersuchung zur Genesis 1,24-31; 2,4b-8; 18-25 im Vergleich zum Gilgamesch-Epos, Enuma Elisch und Enki und Ninmah

Titel: Die Anthropogonie in der Genesis und in den Schöpfungserzählungen des Alten Orients

Bachelorarbeit , 2018 , 49 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Onno Suntken (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Frage nach dem Beginn der Menschheit beschäftigt uns schon immer. In den verschiedensten Feldern wird diese aufgenommen und bearbeitet. Seien es Naturwissenschaften, die sich mit unseren Vorfahren auseinandersetzen oder Literatur, Film und Kunst, die diesem Aspekt mit kreativen, expressionistischen Ideen nachgehen. Die nach wie vor bekannteste Antwort stammt aus der Bibel, aus der Genesis.
Im Rahmen dieser Arbeit werde ich nicht die Frage bearbeiten, woher der Mensch kommt oder wohin er geht, sondern Ziel meiner Bachelorarbeit ist es, herauszufiltern, wo die Textstelle ihre Wurzeln hat. Durch einen Vergleich mit älteren Schöpfungserzählungen aus dem räumlichen Umkreis der Genesis , dem altorientalischen Mesopotamien, werde ich herausfinden, welche äußeren Einflüsse die Entstehung der Schöpfungsgeschichte mitbestimmt und gelenkt haben. Letztlich werde ich überprüfen, wie sich diese Erkenntnisse auf die Aussage des Textes auswirken und ob dies möglicherweise sogar Einfluss auf das biblische Gottesbild hat. Im Fazit werde ich auch auf mein persönliches Gottesbild zu sprechen kommen.
Ich werde mich neben den Perikopen Gen 1, 24-31; 2,4b-8 und 2,18-25 besonders auf drei außerbiblische Schöpfungsmythen beziehen. In unterschiedlicher Abstufung werde ich den akkadischen Gilgamesch-Epos, den sumerischen Mythos um Enki und Ninmah und die babylonisch-mesopotamische Schöpfungsgeschichte Enuma Elisch in Beziehung zu der Schöpfungsgeschichte der Genesis setzen. Dazu ist jedoch eine exegetische Untersuchung der entsprechenden Perikopen selbst notwendig, womit ich in den ersten Kapiteln beginne. Als Grundlage werde ich die Perikopen abgrenzen, sowie eine sprachliche Analyse durchführen, um ein Fundament für den späteren Vergleich zu schaffen. Auch die Schöpfungserzählungen des Alten Orients werde ich zunächst kurz darlegen, bevor der Vergleich mit der Schöpfung in der Genesis die Arbeit abschließt.
Zwar werde ich zur Bearbeitung auch Sekundärliteratur, Wörterbücher und Konkordanzen zu Hilfe nehmen, jedoch fußt meine Arbeit besonders auf dem selbstständigen Vergleich der Texte, weshalb sich die Verwendung von Sekundärliteratur in Grenzen hält. Der Fokus meiner Arbeit liegt auf der linguistischen Bearbeitung des Quellenmaterials.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Abgrenzung der Perikopen

3 Sprachlich-sachliche Analyse

3.1 Linguistische Analyse

3.1.1 Genesis 1,24-31

3.1.2 Genesis 2,4b-8

3.1.3 Genesis 2,18-25

3.2 Sozialgeschichtliche, historische Fragen und Realienkunde

3.2.1 Genesis 1,24-31

3.2.2 Genesis 2,4b-8

3.2.3 Genesis 2,18-25

4 Motiv und Traditionskritik

5 Religionsgeschichtlicher Vergleich

5.1 Datierung und Darstellung der Schöpfungserzählungen des Alten Orients

5.1.1 Das Gilgamesch-Epos

5.1.2 Enki und Ninmah

5.1.3 Enuma Elisch

5.2 Inhalt der Schöpfungserzählungen des Alten Orients

5.2.1 Der Gilgamesch-Epos

5.2.2 Enki und Ninmah

5.2.3 Enuma Elisch

5.3 Die Anthropogonie der Schöpfungserzählungen des Alten Orients

5.3.1 Das Gilgamesch-Epos

5.3.2 Enki und Ninmah

5.3.3 Enuma Elisch

6 Vergleich und textpragmatische Analyse

7 Fazit

8 Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur

8.1 Quellen

8.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, durch einen Vergleich der Schöpfungsberichte in Genesis 1,24-31, 2,4b-8 und 2,18-25 mit altorientalischen Mythen (Gilgamesch-Epos, Enki und Ninmah, Enuma Elisch) die Wurzeln der biblischen Anthropogonie zu ermitteln und deren theologisches Innovationspotenzial gegenüber dem mesopotamischen Umfeld aufzuzeigen.

  • Synchrone sprachlich-sachliche Analyse der biblischen Perikopen
  • Traditionsgeschichtliche Einordnung der Schöpfungsmotive
  • Religionsgeschichtlicher Vergleich der Menschenschöpfung (Anthropogonie)
  • Differenzierung zwischen biblischen und außerbiblischen Intentionen der Weltschöpfung
  • Untersuchung des theologischen Gottesbildes im Kontext der Umwelt des Alten Orients

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Genesis 1,24-31

Wie bereits in der Abgrenzung dieser Perikope erwähnt, beginnt die Textstelle mit, der für den Schöpfungsakt typischen Einleitung „Und Gott sprach“ (Gen 1,24). Dieser Einleitungssatz „Und Gott“ findet sich im weiteren Verlauf des Textes häufiger und auch in aufeinanderfolgenden Sätzen, sodass dies durchaus als Anapher betrachtet werden kann (Gen 1,27-31). Mit diesen Worten werden die Handlungen Gottes, die in dieser Perikope im Vordergrund stehen, eingeleitet. Auch der für den Schöpfungsakt übliche Abschlusssatz, der das Ende des Tages markiert, ist in Kombination mit dem Einleitungssatz ein Indiz für die Einheitlichkeit dieser Perikope.

Bei der Beschreibung der Tiere finden sich zwei Merismen. Zunächst beschreibt er die Tiere gegensätzlich als „Fische des Meeres“ und „Vögel des Himmels“ (Gen 1,28). Diese Unterscheidung verändert sich nur wenige Verse später in „Tiere der Erde“ und „Vögel des Himmels“ (Gen 1,30). Diese Betitelung der Tiere zieht sich durch die gesamte Perikope zieht. Dreimal wird auf die Tiere Bezug genommen, während das Wort „Mensch“ nur zwei Mal genannt wird. Gottes Handeln steht im Vordergrund, weshalb „Gott“ der vorherrschende Begriff dieser Perikope ist.

Um die Einheitlichkeit der Perikope zu verdeutlichen, wird die Textstelle nun semantisch gegliedert. Zu Beginn der Perikope steht Gen 1,26 als Einleitung des Schöpfungsaktes für sich allein. Auf das übliche „Und Gott sprach“ folgt der Entschluss zur Menschenschöpfung. Auf diesen Entschluss folgt nun der eigentliche Akt, der in Gen 1,27 stattfindet. Es folgt eine Ansprache Gottes an den geschaffenen Menschen, die sich über Gen 1,28-30 erstreckt. Auch diese Rede könnte man zweiteilen, da in Gen 1,28 der Imperativ in Bezug auf den Menschen benutzt wird, in den darauffolgenden Versen jedoch nicht mehr. Ob dies auch im hebräischen Urtext im Imperativ steht, kann ich nicht beurteilen. In Gen 1,31 erfolgt nun der an Gen 1,26 angeschlossene Abschluss des Schöpfungstages, wodurch die Perikope in sich geschlossen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung legt das Interesse der Arbeit dar, die Wurzeln der Menschenschöpfung in der Genesis durch einen Vergleich mit altorientalischen Schöpfungserzählungen zu untersuchen.

2 Abgrenzung der Perikopen: Dieses Kapitel definiert die untersuchten Textstellen Gen 1,24-31, 2,4b-8 und 2,18-25 exakt und ordnet sie den jeweiligen Quellen P und Nicht-P zu.

3 Sprachlich-sachliche Analyse: Die synchrone Analyse untersucht die linguistische Kohärenz sowie sozialgeschichtliche Hintergründe der drei biblischen Perikopen, wobei insbesondere Begriffe wie Erde, Mensch und Seele beleuchtet werden.

4 Motiv und Traditionskritik: Hier erfolgt eine diachrone Analyse, welche die drei Perikopen in Beziehung zueinander setzt und auf biblische sowie außerbiblische Einflüsse prüft.

5 Religionsgeschichtlicher Vergleich: Dieser Hauptteil vergleicht die biblische Anthropogonie mit dem Gilgamesch-Epos, Enki und Ninmah sowie Enuma Elisch hinsichtlich ihrer Datierung, ihres Inhalts und der dargestellten Menschenschöpfung.

6 Vergleich und textpragmatische Analyse: In diesem Kapitel werden die zuvor erarbeiteten Gemeinsamkeiten und Unterschiede analysiert, um das spezifische Profil und die theologische Eigenständigkeit der biblischen Texte herauszuarbeiten.

7 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die Genesis trotz vereinzelter motivischer Anlehnungen eine theologisch eigenständige und innovative Konzeption der Menschenschöpfung darstellt.

Schlüsselwörter

Genesis, Anthropogonie, Menschenschöpfung, Altorientalische Mythen, Gilgamesch-Epos, Enki und Ninmah, Enuma Elisch, Priesterschrift, Nicht-P, Ebenbildlichkeit, Sprachlich-sachliche Analyse, Religionsgeschichte, Traditionskritik, Gott, Schöpfungsbericht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Anfänge der Menschheit in der Genesis im Kontext altorientalischer Schöpfungsmythen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung der Menschenschöpfung herauszufinden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Menschenschöpfung (Anthropogonie), das theologische Menschen- und Gottesbild in den biblischen Texten sowie der Vergleich dieser mit mesopotamischen Erzählungen wie dem Enuma Elisch.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, herauszufiltern, ob und wie äußere Einflüsse aus dem mesopotamischen Raum die Schöpfungsgeschichte der Genesis mitbestimmt haben und worin die theologische Innovation der biblischen Texte liegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine Kombination aus synchroner sprachlich-sachlicher Analyse (exegese der biblischen Texte) und diachroner Vergleichsanalyse, um Motive und Traditionen historisch und textpragmatisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte sprachliche Analyse der Perikopen sowie einen umfassenden religionsgeschichtlichen Vergleich mit den Epen und Mythen des Alten Orients.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Anthropogonie, Ebenbildlichkeit, Lehm als Schöpfungsmaterial, das Verhältnis von Gott und Mensch sowie das theologische Innovationspotenzial der biblischen Quellen.

Wie unterscheidet sich die biblische Anthropogonie von der altorientalischen?

Während in altorientalischen Texten der Mensch oft geschaffen wird, um Göttern Arbeit abzunehmen, steht in der Genesis der Mensch selbst im Fokus des göttlichen Handelns, was einen zentralen theologischen Unterschied darstellt.

Welche Rolle spielt der Begriff der „Ebenbildlichkeit“?

Der Begriff dient als Vergleichspunkt zwischen der biblischen Schöpfung und Enki und Ninmah; der Autor arbeitet heraus, dass er in der Bibel eine theologisch abgeschwächte und neu akzentuierte Bedeutung im Vergleich zu materiellen Vorbildern in den Mythen hat.

Ende der Leseprobe aus 49 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Anthropogonie in der Genesis und in den Schöpfungserzählungen des Alten Orients
Untertitel
Eine exegetische Untersuchung zur Genesis 1,24-31; 2,4b-8; 18-25 im Vergleich zum Gilgamesch-Epos, Enuma Elisch und Enki und Ninmah
Hochschule
Universität Münster
Note
2,0
Autor
Onno Suntken (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
49
Katalognummer
V537092
ISBN (eBook)
9783346135605
ISBN (Buch)
9783346135612
Sprache
Deutsch
Schlagworte
anthropogonie enki elisch enuma gilgamesch-epos vergleich untersuchung eine orients alten schöpfungserzählungen genesis ninmah
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Onno Suntken (Autor:in), 2018, Die Anthropogonie in der Genesis und in den Schöpfungserzählungen des Alten Orients, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537092
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  49  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum