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Die Erzähltechnik und literarische Montage in Alfred Dublins "Berlin Alexanderplatz - Die Geschichte von Franz Biberkopf"

Titel: Die Erzähltechnik und literarische Montage in Alfred Dublins "Berlin Alexanderplatz - Die Geschichte von Franz Biberkopf"

Hausarbeit , 2017 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit gehe ich auf das kunstvolle Erzählgewebe von Döblin ein und stelle die verschiedenen Erzählsituationen in Theorie und Praxis dar. Dazu beziehe ich mich auf den Romanprolog und erleuchte die darin enthaltenen Erzählsituationen. Um die auktoriale Allwissenheit des Erzählers genauer zu betrachten, knüpfe ich ebenso an die Kapitelüberschriften an. Anschließend gehe ich auf einen „übernatürlichen“ Erzähler -den Tod- ein, der plötzlich im Roman auftaucht und als weitere erzählende Instanz eine Rolle zugewiesen bekommt.

Weiterhin setze ich mich mit dem Begriff der Montage und dessen literarische Bedeutung für Döblin auseinander. Die Relevanz der Montagearbeit für den Autoren untermauere ich, indem ich seine Montagetechnik näher beschreibe und runde die Hausarbeit schließlich mit einem Fazit ab.

Mit dem Großstadtroman "Berlin Alexanderplatz" schuf Alfred Döblin im Jahre 1930 ein Kunstwerk, das durch seine komplexe Struktur und Erzählweise den Begriff des epischen Erzählens prägen und verändern sollte. Mithilfe von Erzählungen, Berichten, Dokumentationen und Zitaten baut Döblin seine eigene Stadt auf, indem sich nicht nur der Protagonist der Geschichte zurecht finden muss, sondern auch der Leser. Das dynamische Werk zwingt den Leser, sich eigens Orientierungspunkte zu setzen, um zu einer eigenen Ansicht der Stadt zu gelangen.

In dem Klassiker der Literatur des 20. Jahrhunderts geht es um den Protagonisten Franz Biberkopf, der frisch aus dem Gefängnis entlassen wird und versucht in Berlin ein anständiges Leben zu führen. Er versagt sowohl aus eigner Kraft, wie auch aus Fremdeinflüssen, die sich im weiteren Verlauf als Schicksalsschläge erweisen. Die Stadt ist mit seinen akustischen und bildlichen Überreizungen ein starker Gegner, die ihn zu verschlingen droht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erzählsituationen

2.1 Erzählperspektiven

2.2 Bezug zum Romanprolog

2.3 Auktoriale Erzählsituation bezogen auf die Kapitelüberschriften

2.4 Der Tod als Erzähler und Darsteller

3. Der Montagebegriff

3.1 Der Montagebegriff nach Döblin

3.2 Montage im „Berlin Alexanerplatz“

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Erzählgewebe in Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“. Ziel ist es, die variierenden Erzählsituationen sowie die innovative Montagetechnik des Autors zu analysieren und deren Auswirkungen auf die Leserführung und die Darstellung des Großstadtlebens aufzuzeigen.

  • Analyse der verschiedenen Erzählperspektiven und deren theoretische Fundierung
  • Untersuchung der auktorialen Erzählinstanz und ihrer Interaktion mit dem Leser
  • Betrachtung des „Todes“ als neuartige, übernatürliche Erzählinstanz
  • Diskussion des Montagebegriffs nach Döblin und dessen literarische Umsetzung
  • Deutung der Kapitelüberschriften als Instrument der Erzählregie

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Montagebegriff nach Döblin

Taucht man in Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ ab, findet der selbe Prozess statt. Die einzelnen Bilder, die hier anhand von verschiedenen Erzählperspektiven dargestellt sind, lassen schließlich ein größeres Kunstwerk entstehen.

Döblin selbst verwendete den Begriff der Montage nie in seinen Schriften. Er formulierte und erklärte den Aufbau des Epischen mit „Schichten, Häufen, Wälzen, Schieben“, was jedoch genau den Vorsatz der Montage umschreibt. Döblins selbst verfasster Aufsatz mit dem Titel „Der Bau des epischen Werks“ beinhaltet bewusst das Wort „Bau“, um die Bedeutung des Konstruierens zu akzentuieren. Mit dem so genannten „Regenwurmprinzip“ erklärt er, dass ein gelungener Roman keine verbindliche Ordnung haben muss, d.h., dass dieser in mehrere Teile abgetrennt und bewegt werden kann, ohne dabei jeglichen Zusammenhang und Inhalt zu verlieren. Jedes Teilstück muss seine eigene Existenz in sich einschließen, um den Leser vor ihre eigene Realität zu stellen. Die Trennung der einzelnen Inhalte benötigt eine Ordnung der Einzelteile, damit sie nach einem selbstständigen Bauprinzip eines epischen Werks mit origineller Bedeutung entsteht. Also muss der Autor die verschiedenen Elemente willkürlich miteinander montieren und abstrahieren, damit sie eine nicht feste Verbindung zueinander haben. In der Montagearbeit soll eine Zusammenarbeit zwischen Erzähler und Leser entstehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die komplexe Struktur von Döblins „Berlin Alexanderplatz“ ein und umreißt die Forschungsfrage bezüglich der Erzählweise und Montagetechnik.

2. Erzählsituationen: Dieses Kapitel stellt das theoretische Modell nach Franz Karl Stanzel vor und wendet es auf die Erzählstruktur des Romans an.

2.1 Erzählperspektiven: Hier werden die verschiedenen Erzählperspektiven, wie die personale und die Ich-Erzählsituation, erläutert und differenziert.

2.2 Bezug zum Romanprolog: Das Kapitel analysiert den Romanprolog als Einstieg in die wechselnden Erzählsituationen und beleuchtet die Rolle des Ich-Erzählers.

2.3 Auktoriale Erzählsituation bezogen auf die Kapitelüberschriften: Untersucht wird die steuernde Funktion des auktorialen Erzählers, insbesondere wie Kapitelüberschriften als Deutungshinweise fungieren.

2.4 Der Tod als Erzähler und Darsteller: Dieses Kapitel behandelt die spezifische Rolle des Todes, der im Roman sowohl als Erzähler als auch als handelnde Figur auftritt.

3. Der Montagebegriff: Einführung in den Montagebegriff, übertragen aus der industriellen Fertigung und Filmtechnik auf die Literaturtheorie.

3.1 Der Montagebegriff nach Döblin: Detaillierte Betrachtung von Döblins eigenem Verständnis des „Bauens“ eines Romans durch das „Regenwurmprinzip“.

3.2 Montage im „Berlin Alexanerplatz“: Analyse der praktischen Anwendung der Montage im Roman, inklusive der Einbettung von Zitaten, Schlagern und Zeitungstexten.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der erzählerischen Innovationen und der Bedeutung der Montagetechnik für die Mosaik-Struktur des Werks.

Schlüsselwörter

Berlin Alexanderplatz, Alfred Döblin, Erzählsituation, auktorialer Erzähler, Montage, Montagetechnik, Regenwurmprinzip, Franz Biberkopf, Erzählperspektive, Romanstruktur, Moderne, Literaturtheorie, Franz Karl Stanzel, erzählerische Regie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Erzählstruktur und die Montagetechnik in Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ vor dem Hintergrund narratologischer Theorien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Erzählsituationen nach Stanzel, der Funktion des auktorialen Erzählers sowie der spezifischen Konstruktionsweise des Romans durch Montage.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Döblin durch den bewussten Bruch mit traditionellen Erzählmustern und den Einsatz von Montage ein komplexes Bild der Großstadt Berlin erschafft.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse angewandt, die erzähltheoretische Modelle mit der Untersuchung der spezifischen Textgestaltung im Roman verknüpft.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Klassifizierung der Erzählperspektiven, der Rolle des Todes als übernatürliche Erzählinstanz und der Definition des Montagebegriffs im Kontext von Döblins ästhetischer Theorie.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Montage, Erzählsituation, Auktorialität, Berlin Alexanderplatz und Döblins Bauprinzip des epischen Werks.

Welche Rolle spielt der „Tod“ laut der Analyse im Roman?

Der Tod fungiert nicht nur als bloßes Motiv, sondern als eine eigenständige Erzählinstanz, die das gesellige Konventionsgefüge durchbricht und direkt mit dem Protagonisten interagiert.

Warum wird die Montagetechnik von Döblin als kritisch gegenüber der klassischen Fabel beschrieben?

Döblin lehnte die lineare Fabel ab, da sie dem Leser die eigenständige Interpretation raubt. Die Montage hingegen erfordert eine aktive Zusammenarbeit zwischen Autor und Leser.

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Details

Titel
Die Erzähltechnik und literarische Montage in Alfred Dublins "Berlin Alexanderplatz - Die Geschichte von Franz Biberkopf"
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V537102
ISBN (eBook)
9783346141217
ISBN (Buch)
9783346141224
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erzähltechnik montage alfred dublins berlin alexanderplatz geschichte franz biberkopf erzähltheorie neuere deutsche Literatur ndl
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2017, Die Erzähltechnik und literarische Montage in Alfred Dublins "Berlin Alexanderplatz - Die Geschichte von Franz Biberkopf", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537102
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Leseprobe aus  14  Seiten
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