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Das Apollinische und Dionysische in Friedrich Nietzsches Werk 'Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik'

Title: Das Apollinische und Dionysische in Friedrich Nietzsches Werk 'Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik'

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 26 Pages , Grade: 2

Autor:in: Maik Lehmkuhl (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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Die folgende Ausarbeitung widmet sich der Untersuchung des Begriffspaares Apollinisch- Dionysisch in Friedrich Nietzsches Frühwerk „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“. Nietzsche leitet dieses für seine Philosophie zentrale Begriffspaar vom griechischen Mythos um die beiden olympischen Gottheiten Apoll und Dionysos ab. Beide interpretiert Nietzsche als elementare Grundmächte der Natur, die ihre Wirkung in der Kunst und der Kultur entfalten und somit einen permanenten Einfluss auf das menschliche Dasein ausüben. In der Kunst offenbart sich die Duplizität von Apoll und Dionysos in ihrer reinsten Form in der klassischen attischen Tragödie, deren Werdegang von der Geburt bis zum Tode Nietzsche in seiner Schrift nachzeichnet. In diesem ersten Zugriff werden das Apollinische und das Dionysische als künstlerische Stilmerkmale verstanden, deren antagonistische Prinzipien in der hohen Kunst der Tragödie zusammenfließen und so ihre Vereinigung erfahren.

„Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“ ist bis dato eine philologische Betrachtung der Geschichte der attischen Tragödie. Nietzsche erweitert in einem zweiten Schritt die Bedeutung der Antithese Apoll – Dionysos zu einer existenziellen Grundbedingung des menschlichen Seins. Apoll und Dionysos werden so zu metaphysischen Schicksalsmächten umgedeutet, durch deren Wirken nicht allein die antike griechische, sondern jede Kultur – einschließlich unserer gegenwärtigen – von Grund auf organisiert wird. In dieser Ausarbeitung wird der Versuch unternommen, einerseits die Bedeutung von Apoll und Dionysos als künstlerische Stilmerkmale und andererseits ihr gemeinsames permanentes Wirken als kulturorganisierende Grundmächte der Natur darzustellen. Der Zugangsweg zu dieser Darstellung liegt in der Betrachtung des griechischen Mythos, in dem beide Gottheiten erstmals namentlich in Erscheinung treten. Nachfolgend wird der Einfluss des apollinischen und dionysischen Prinzips in der griechischen Kunst getrennt von dessen Bedeutung für die Kultur untersucht. Die Analyse der grundlegenden Wichtigkeit von Nietzsches Idee des Apollinischen und Dionysischen für jede vom Menschen bevölkerte Kultur bildet den Abschluss dieser Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

I Dionysos und Apoll in der Mythologie

I. I Vorbemerkung zur griechischen Mythologie

I. II Der mythologische Schöpfungsmythos

I. III Die Gottheit Apoll – Geburt und Wirken

I. IV Die Gottheit Dionysos – Geburt und Wirken

II Dionysos und Apoll in der Kunst

II. I Die Geburt der Tragödie

II. II Der Tod der Tragödie

II. III Die Wiedergeburt der Tragödie

III Dionysos und Apoll in der Kultur

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das zentrale Begriffspaar des Apollinischen und Dionysischen in Friedrich Nietzsches Werk „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“ und analysiert dessen Bedeutung sowohl als künstlerische Stilmerkmale als auch als kulturorganisierende metaphysische Prinzipien.

  • Die Analyse der griechischen Mythologie als Ursprung der beiden Gottheiten.
  • Die Darstellung des Apollinischen und Dionysischen in der antiken Tragödie.
  • Die Untersuchung des Niedergangs der Tragödie durch den Einfluss des sokratischen Geistes.
  • Die Suche nach einer Wiedergeburt der Tragödie in der Moderne durch die Musik Richard Wagners.
  • Die Deutung der beiden Mächte als fundamentale Kräfte jeder menschlichen Kultur.

Auszug aus dem Buch

I. III Die Gottheit Apoll – Geburt und Wirken

Die Vermählung mit Hera hindert Zeus aber nicht, zahlreiche Affären mit Göttern und Titanen einzugehen. Aus einem Seitensprung mit der Titanin Leto entsteht Apoll. Letos Niederkunft findet auf der Insel Delos statt, nachdem sie auf der Flucht vor der eifersüchtigen Hera lange Zeit umhergeirrt war. Apoll wird sich als der bedeutendste giechische Gott neben Zeus erweisen. Seine ersten Worte kurz nach der Geburt lauten: „Lieb sei mir Leier und Bogen! Verkünden werd ich den Menschen in meinen Orakeln den unfehlbaren Willen des Zeus!“ Diese ersten Worte des jungen Gottes liefern bereits eine treffende Charakterisierung Apolls: Loyal steht er seinem Vater Zeus gegenüber, mit dem er die Gabe der Prophetie sowie die Liebe zur Ordnung teilt. Bei Homer sowie bei zahlreichen Künstlern nachhomerischer Jahrhunderte wird die Größe Apolls stets durch dessen herausragende Geisteshoheit begründet. Für diese Sonderstellung, die Apoll im Kreise der Götter zufällt, zeugt auch sein Beiname „Phoibos“, was als „der Reine“ oder „der Heilige“ übersetzt werden kann. Die Heiligkeit und Reinheit des Apolls wird von Homer dabei als Synonym für Apolls Streben verwendet, die gesetzte Ordnung zu bewahren und die Maßlosigkeit der Menschen zu bekämpfen. Dieses ist Apolls herrausragendste Eigenschaft: die Sicherung von Maß und Ordnung in der Absicht, dem Zusammenleben der Menschen die richtige Gestalt zu geben.

So ist es auch Apoll, der sich im letzten Buch der Ilias gegen den größten der menschlichen Helden, Achilles, erhebt und ihn des Verstoßes gegen die (göttliche) Ordnung der Natur und der Maßlosigkeit in der Schändung der Leiche des getöteten Hektors anklagt.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einführung in die Thematik der apollinischen und dionysischen Grundmächte bei Nietzsche.

I Dionysos und Apoll in der Mythologie: Darstellung des mythologischen Hintergrunds beider Gottheiten sowie des Schöpfungsmythos.

I. I Vorbemerkung zur griechischen Mythologie: Erläuterung der Unterscheidung zwischen olympischer und chthonischer Religion.

I. II Der mythologische Schöpfungsmythos: Beschreibung der Entstehung der Welt und der Götterwelt aus dem Chaos.

I. III Die Gottheit Apoll – Geburt und Wirken: Charakterisierung von Apoll als Gott des Maßes, der Ordnung und der Selbsterkenntnis.

I. IV Die Gottheit Dionysos – Geburt und Wirken: Analyse des dionysischen Kults als Ausdruck von Rausch, Entgrenzung und Fruchtbarkeit.

II Dionysos und Apoll in der Kunst: Untersuchung beider Prinzipien im Kontext der griechischen Kunst und Nietzsches Kunsttheorie.

II. I Die Geburt der Tragödie: Analyse des Ursprungs der Tragödie aus dem dionysischen Chorgesang und der apollinischen Formgebung.

II. II Der Tod der Tragödie: Untersuchung des Untergangs der Tragödie durch den rationalistischen Einfluss des Sokrates.

II. III Die Wiedergeburt der Tragödie: Ausblick auf die Möglichkeiten einer Wiedergeburt durch die Musik Richard Wagners.

III Dionysos und Apoll in der Kultur: Deutung beider Mächte als allgemeine, kulturorganisierende Prinzipien des menschlichen Daseins.

Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Nietzsches Beitrag zur Kulturkritik.

Schlüsselwörter

Apollinisch, Dionysisch, Friedrich Nietzsche, Die Geburt der Tragödie, Griechische Mythologie, Schopenhauer, Richard Wagner, Tragödie, Sokrates, Kulturtheorie, Musikdrama, Principium individuationis, Rausch, Kunsttheorie, Dithyrambos

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das philosophische Frühwerk Friedrich Nietzsches, „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“, und beleuchtet die Bedeutung der gegensätzlichen Prinzipien des Apollinischen und Dionysischen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die griechische Mythologie, die Entstehung und der Untergang der antiken Tragödie sowie die metaphysische Bedeutung von Kunst als Mittel zur Weltdeutung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Nietzsches Konzept der apollinischen und dionysischen Mächte als zentrale Strukturmerkmale nicht nur der griechischen Kultur, sondern menschlicher Kultur im Allgemeinen darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine philologische und philosophische Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung von Sekundärliteratur zu Nietzsche, griechischer Mythologie und Ästhetik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die mythologischen Ursprünge der Gottheiten, ihre Rolle als künstlerische Mächte in der Tragödie und ihre allgemeine Bedeutung für das menschliche Dasein und die Kultur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Apollinisch, Dionysisch, Tragödie, Rausch, Maß und Ordnung, da sie den Kern von Nietzsches Analyse bilden.

Warum spielt die Musik bei Nietzsche eine so entscheidende Rolle?

Nietzsche betrachtet Musik als das Medium, welches den schrecklichen Urgrund der Welt direkt erfahrbar macht, im Gegensatz zur bildlichen Darstellung, die diesen durch schöne Scheinwelten verhüllt.

Inwiefern hat Sokrates laut Nietzsche zum Tod der Tragödie beigetragen?

Sokrates habe durch seine Betonung des Verstandes und der Logik den instinktiven, dionysischen Kern der Tragödie zerstört und diese durch rationale Diskussionen ersetzt.

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Details

Title
Das Apollinische und Dionysische in Friedrich Nietzsches Werk 'Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik'
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Philosophie)
Course
Kierkeegard und Nietzsche
Grade
2
Author
Maik Lehmkuhl (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V53721
ISBN (eBook)
9783638490917
ISBN (Book)
9783638662857
Language
German
Tags
Apollinische Dionysische Friedrich Nietzsches Werk Geburt Tragödie Geiste Musik Kierkeegard Nietzsche Mythologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maik Lehmkuhl (Author), 2006, Das Apollinische und Dionysische in Friedrich Nietzsches Werk 'Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53721
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