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Intertextualität und das Motiv der gelebten Literatur in Ulrich Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W."

Title: Intertextualität und das Motiv der gelebten Literatur in Ulrich Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W."

Term Paper , 2006 , 26 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefanie Krause (Author)

German Studies - Modern German Literature
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In dieser Arbeit geht es um die Möglichkeiten eines Autors, fremde Werke in sein eigenes mit einfließen zu lassen. Hierbei kann es sich um Parodien oder Anlehnungen im Bezug auf Charaktere oder inhaltliche Aspekte handeln, oder um ein Nachahmen von Literatur durch einen oder mehrere Charaktere. In Plenzdorfs „Die neuen Leiden des jungen W.“ ist beides vorhanden. Sowohl der Autor als auch der Hauptcharakter des Werkes orientieren sich sichtlich an Goethes „Werther“ und an Salingers „Fänger im Roggen“. Um einen Einblick in die Thematik der Intertextualität und des Motivs der Gelebten Literatur in der Literatur zu bekommen werden diese beiden Begriffe zunächst genauer definiert und erläutert. Hierbei liegt ein besonderer Schwerpunkt darauf, diese beiden Motive voneinander abzugrenzen, obwohl sie teilweise voneinander abhängig sind. Zudem wird ein bekanntes Modell zu dieser Thematik, das 5-Phasen-Modell der Gelebten Literatur von Theodor Wolpers ausführlicher erläutert und anhand von Textbeispielen verdeutlicht werden.

Dieser zunächst sehr theoretisch klingende Ansatz wird durch ständige Textbezüge aufgelockert, denn letztendlich geht es um die Analyse von Plenzdorfs Werk, weshalb diesem natürlich das Hauptaugenmerk gewidmet wird. Um aber trotzdem den Überblick zu bewahren, warum bestimmte Stellen als intertextuell oder nachgelebt gelten, werden zudem Erläuterungen zu den zitierten oder als Inspirierung herangezogenen Werken Goethes und Salingers ergänzend beigesteuert. Die Werke werden hierfür teilweise zum direkten Vergleich gegenübergestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Motiv der Gelebten Literatur in der Literatur

3. Intertextualität

4. Zum Aufbau der Romane

4.1. Goethes Briefroman

4.2. Plenzdorfs Mischung aus den vier Ebenen der Dokumentation, des Dialogs, des Kommentars und des Zitats

5. Unterschiede und Gemeinsamkeiten

5.1. Charaktere

5.2. Handlung

5.3. Leiden

5.3.1. Gesellschaft

5.3.1.1. Die neuen Leiden des jungen W.

5.3.1.2. Die Leiden des jungen Werther

5.3.2. Liebe

6. Gelebte Literatur bei Plenzdorf

6.1. Wolpers Fünf-Phasen-Modell der Gelebten Literatur

6.2. Funktion der Zitate

6.3. Der Fänger im Roggen

7. Die unterschiedlichen Fassungen der neuen Leiden des jungen W.

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Motiv der "Gelebten Literatur" in Ulrich Plenzdorfs Roman "Die neuen Leiden des jungen W." und analysiert dabei die intertextuellen Bezüge zu Johann Wolfgang von Goethes "Die Leiden des jungen Werther". Ziel ist es, die vielschichtige Nachahmung literarischer Vorbilder durch den Protagonisten Edgar Wibeau darzustellen und zu erörtern, wie sich die Identifikation mit Literatur auf dessen Leben und Handeln auswirkt.

  • Analyse des Konzepts "Gelebte Literatur in der Literatur"
  • Vergleich der Erzählstrukturen und Charaktere zwischen Plenzdorf und Goethe
  • Untersuchung der Funktion von Werther-Zitaten in Plenzdorfs Roman
  • Einordnung von J.D. Salingers "Der Fänger im Roggen" als literarisches Vorbild
  • Gegenüberstellung der Urfassung und der Romanfassung von Plenzdorfs Werk

Auszug aus dem Buch

4.2. Plenzdorfs Mischung aus den vier Ebenen der Dokumentation, des Dialogs, des Kommentars und des Zitats

Im Gegensatz zum Werther wird Plenzdorfs Roman rückblickend erzählt, beginnend mit den Todesanzeigen Edgars im Dezember, dann seine Zeit in Berlin seit Ende September rekonstruierend. Mit Einschüben aus Edgars Vergangenheit ergänzend oder die Situation durch sein erst nach dem Tod erworbenes Wissen bewertend, ist der Leser permanenten Zeitsprüngen ausgesetzt, die ihm das Gefühl geben, einen Kriminalfall vor sich zu haben, der erst Stück für Stück aufgeklärt wird. Ein sehr gravierender Unterschied zwischen „Original“ und „Kopie“ ist die Erzählweise. Während Werther schlicht als Briefroman aufgebaut ist, sind die neuen Leiden wesentlich komplexer strukturiert. Hier wird der Leser zunächst mit einer Zeitungsnotiz vom 26. Dezember über den Tod von Edgar W. am 24. Dezember 1972 - genau 200 Jahre nach Werthers Tod - informiert, welcher drei weitere Todesanzeigen seiner Kollegen, Berufschule und Mutter folgen, womit die Tatsache des Todes durch die Objektivität der Zeitung auf einer Dokumentarebene als gegeben und der Wahrheit entsprechend dargestellt wird.

Nach dieser ungewöhnlichen Einführung in das Geschehen wird der Roman im Folgenden in vier Teile aufgeteilt, in denen Edgars Vater, der ihn seit seiner Kindheit nicht mehr gesehen zu haben glaubt, versucht, durch Gespräche mit den Kontaktpersonen seines Sohnes dessen Tod nachzuvollziehen. Seine Dialoge werden durch die - im Gegensatz zur objektiven Dokumentarebene - subjektive Kommentarebene unterbrochen, auf der Edgar, wann immer er es für nötig hält, aus dem Jenseits seine Sicht der Dinge präsentiert. Es handelt sich somit um ständige Sprünge von der Gegenwart in die Vergangenheit und umgekehrt, wobei die Erzählungen des toten Edgar nicht unbedingt chronologisch aufeinander folgen, sondern das wiedergeben, was ihm gerade zum jeweiligen Gespräch des Vaters mit seiner Mutter, Willi, Charlie oder Addi einfällt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Wertheriaden ein und erläutert die Zielsetzung sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Das Motiv der Gelebten Literatur in der Literatur: Hier wird der theoretische Begriff des Motivs definiert und seine Bedeutung als sekundäres literarisches Motiv erläutert.

3. Intertextualität: In diesem Kapitel wird die weite Verbreitung intertextueller Bezüge dargelegt und die spezifische "Dreitausend-Bücher-Regel" des Protagonisten Edgar Wibeau kritisch hinterfragt.

4. Zum Aufbau der Romane: Dieses Kapitel vergleicht die Struktur von Goethes Briefroman mit Plenzdorfs komplexem Aufbau aus verschiedenen Erzählebenen.

5. Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Hier werden die Parallelen und Differenzen in Bezug auf Charaktere, Handlungsverlauf, Leiden und das gesellschaftliche Umfeld beider Werke herausgearbeitet.

6. Gelebte Literatur bei Plenzdorf: Dieses Kapitel wendet Wolpers' Fünf-Phasen-Modell auf Plenzdorfs Werk an und untersucht sowohl die Funktion der Werther-Zitate als auch den Einfluss von Salingers Roman.

7. Die unterschiedlichen Fassungen der neuen Leiden des jungen W.: Hier werden die wesentlichen inhaltlichen Unterschiede zwischen der ursprünglichen Drehbuch-Fassung und der späteren Romanfassung erläutert.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Relevanz des Motivs der Gelebten Literatur für das Verständnis von Plenzdorfs Werk.

Schlüsselwörter

Gelebte Literatur, Intertextualität, Ulrich Plenzdorf, Die neuen Leiden des jungen W., Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werther, Edgar Wibeau, Wertheriade, Literaturwissenschaft, Literaturnachahmung, Romanstruktur, J.D. Salinger, Der Fänger im Roggen, Identifikationsphase, Gesellschaftskritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Motiv der "Gelebten Literatur" in Ulrich Plenzdorfs Roman "Die neuen Leiden des jungen W." und untersucht die intertextuellen Bezüge zum klassischen Werk "Die Leiden des jungen Werther" von Goethe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die literarische Nachahmung durch den Protagonisten Edgar Wibeau, der Vergleich von Erzählformen, die Funktion von Zitaten und der Einfluss verschiedener literarischer Vorbilder auf den Roman.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie vielschichtig das Motiv der "Gelebten Literatur" ist und inwiefern der Protagonist durch seine bewusste Intertextualität versucht, eine eigene Identität jenseits gesellschaftlicher Normen zu konstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die vergleichende Literaturwissenschaft, indem sie Wolpers' Fünf-Phasen-Modell auf den Roman anwendet und die Werke hinsichtlich formaler und inhaltlicher Aspekte gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Aufbau und Struktur der Romane, den Vergleich von Charakteren und Handlungen, die Anwendung des Phasenmodells sowie eine Analyse der Zitatsfunktion und des Einflusses von Salingers "Der Fänger im Roggen".

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Intertextualität", "Gelebte Literatur", "literaturnachlebender Held" und die spezifischen Charakteristika von Plenzdorfs Romanfiguren definiert.

Wie unterscheidet sich die Romanfassung von der ursprünglichen Drehbuch-Fassung des Werks?

Die Urfassung war als Drehbuch konzipiert und bot mehr Kulissenbeschreibungen, während die Romanfassung Edgar Wibeaus Gefühle und die Beweggründe seiner Handlungen wesentlich tiefgründiger und aus subjektiver Perspektive darstellt.

Warum spielt Salingers "Der Fänger im Roggen" eine Rolle in dieser Untersuchung?

Salingers Roman dient als wichtiges weiteres literarisches Vorbild für den Protagonisten, das neben dem Goethe-Bezug eine entscheidende Rolle für Edgar Wibeaus Sprachgebrauch und seine Orientierungssuche spielt.

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Details

Title
Intertextualität und das Motiv der gelebten Literatur in Ulrich Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W."
College
University of Mannheim
Grade
2,0
Author
Stefanie Krause (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V53727
ISBN (eBook)
9783638490962
ISBN (Book)
9783638662864
Language
German
Tags
Intertextualität Motiv Literatur Ulrich Plenzdorfs Leiden Werther Goethe Wertheriade Wolpers Gelebte Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Krause (Author), 2006, Intertextualität und das Motiv der gelebten Literatur in Ulrich Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W.", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53727
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