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Deutschland als Einwanderungsland. Beweggründe und politische Ausrichtung der Ausländerpolitik im Wandel der Zeit

Title: Deutschland als Einwanderungsland. Beweggründe und politische Ausrichtung der Ausländerpolitik im Wandel der Zeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2019 , 15 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Blickt man zurück auf die deutsche Historie, so finden sich etliche zeitlich relevante sowie epochale Ereignisse, die dem Thema "Deutschland als Einwanderungsland" zugeordnet werden könnten. Diese werden in der Einleitung kurz erwähnt. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch folgend in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute.

Migration ist das Basiselement der Menschheitsgeschichte und prägte das Gebiet des heutigen Deutschlands von Beginn seiner Besiedlung an. Migration ist also erheblich älter als Deutschland, die Benennung und Problematisierung von Migration als grenzüberschreitende Wanderung ist jedoch eng mit der Entwicklung des Nationalstaates verbunden. Doch was bedeutet eigentlich „Migration“? Im heutigen Sprachgebrauch wird diese Zuschreibung eines Status oder eines Individuums oftmals zu inflationär benutzt und wird häufig eine homogene ethnische Gruppe im Ganzen verwendet. Der Begriff stammt aus dem lateinischen migratio: (Aus-)Wanderung. Annette Treibel definiert Migration wie folgt: „der auf Dauer angelegte bzw. dauerhaft werdende Wechsel in eine andere Gesellschaft bzw. in eine andere Region von einzelnen oder mehreren Menschen.“ Eine weitere Definition findet sich beim Statistischen Bundesamt: "Eine Person hat dann einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren ist."

Ab der Gründung des Deutschen Reiches bis 1910 stieg die Zahl der registrierten Ausländer im Deutschen Reich von 206.000 auf knapp 1,3 Mio. Zeitgleich führten Perspektivlosigkeit und Abenteuerlust zur Auswanderung von über fünf Millionen Menschen aus Deutschland nach Übersee – vor allem die USA war vorrangiges Ziel. Die Vereinigten Staaten waren auch die Destination von ca. fünf Millionen Transitwanderern aus Osteuropa, die sich über deutsche und westeuropäische Häfen einschiffen wollten, dabei aber teilweise auch unterwegs 'strandeten' da ihnen die finanziellen Mittel ausgingen, sie krank wurden, aber auch weil sie hier Arbeit oder Ehepartner fanden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit

3. Mammutaufgabe: Integration

4. Eine politische Wende tritt ein

5. Ausländerpolitik im Fokus

6. Das Zuwanderungsgesetz als Offenbarung zum Einwanderungsland?

7. Die Zeit nach dem Zuwanderungsgesetz

8. Kommunale Flüchtlingspolitik – eine marginale Betrachtung

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die historische Entwicklung Deutschlands vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die Gegenwart unter dem Fokus der Einwanderungsgeschichte. Dabei wird untersucht, wie politische Strategien, gesetzliche Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Diskurse den Umgang mit Migration und Integration geprägt haben.

  • Historische Phasen der Arbeitsmigration und deren Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft.
  • Die politische Auseinandersetzung mit dem Selbstverständnis Deutschlands als Einwanderungsland.
  • Entwicklung und Wirkung rechtlicher Rahmenbedingungen wie das Zuwanderungsgesetz von 2005.
  • Der Einfluss sozio-politischer Diskurse und Krisen auf die Integrationsdebatte.
  • Herausforderungen der kommunalen Flüchtlingspolitik in Zeiten erhöhter Zuwanderung.

Auszug aus dem Buch

3. Mammutaufgabe: Integration

Erste Unruhen in den Reihen der deutschen Bevölkerung gegenüber den Gastarbeitern kam zum ersten Ende der 70er Jahre auf. Die Zahl derer die befürworteten, dass die Migranten mit Ablauf Ihrer vereinbarten Aufenthalts- und Arbeitsdauer wieder in Ihr Heimatland zurückkehren sollen, verzeichnete einen imensen Anstieg. Waren es 1978 „nur“ 39%, so waren es 1983 bereits 80%. 43% der Befragten fühlten sich sogar durch den Ausländeranteil bedroht. Die Bundesregierung kam zu dieser Zeit in einen politischen Zwiespalt und fuhr einen zweigleisigen Fahrplan. Einerseits hatte sie weiterhin das Bestreben die Zuwanderung zu begrenzen und die Rückreise zu fördern, andererseits musste sie Möglichkeiten finden, die Migranten zu integrieren. Im Rahmen der Bildungspolitik sprach man ebenfalls von diesem zweigleisigen Konzept in Form von Integration und Re-Integration („der Erhaltung der Rückkehrfähigkeit“ (Vgl. Meinhardt, Schulz-Kaempf 2015, 70). Dies wurde gewährleistet indem neben dem Regelunterricht in der Schule auch Nachmittagskurse mit der jeweiligen Muttersprache der Kinder angeboten wurden.

In diesem Zeitraum (1979) sorgte der damalige Ministerpräsident Baden-Württembergs Lothar Späth mit seiner Aussage: „Wir sind ein Einwanderungsland“ für Aufsehen. So war er der erste, der im öffentlichen Raum diese Meinung vertrat. Als Untermauerung dieses Statements kritisierte der neue Ausländerbeauftragte Heinz Kühn (SPD) die bisherige Ausländerpolitik. Kühn forderte seinerzeit einen politischen Perspektivenwechsel ein.Kühn gab zu bedenken, dass es nun keine Gastarbeiter mehr gebe, sondern Einwanderer. Mit dieser Aussage zeigt er in eine klare Richtung in Sachen Integration. Leider war das Amt des Ausländerbeauftragten zu seiner zeit noch nicht in diesem Maße Relevant, sodass die Regierung damit rechnete, „das „Ausländerproblem“ würde sich über kurz oder lang von selbst erledigen. (Meinhardt, Schulz-Kaempf 2015, 71) Ungeachtet dessen oder gerade deshalb war Kühns Engagement ungebremst und er entwickelte innerhalb eines Jahres eine Ausarbeitung zur Weiterentwicklung der Integration welches er im September 1979 der Regierung vorlegte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Begriffsdefinition von Migration ein und betrachtet die deutsche Geschichte beginnend mit dem späten 19. Jahrhundert bis zur Nachkriegszeit.

2. Der Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit: Das Kapitel thematisiert den Arbeitskräftemangel während der NS-Zeit, Zwangsarbeit und die Situation der Displaced Persons sowie den Anwerbeboom der Nachkriegsära.

3. Mammutaufgabe: Integration: Hier wird der wachsende gesellschaftliche Druck in den 70er Jahren und das politische Ringen um Integrationskonzepte sowie die erste Anerkennung Deutschlands als Einwanderungsland durch Politiker wie Lothar Späth beleuchtet.

4. Eine politische Wende tritt ein: Dieses Kapitel beschreibt den Regierungswechsel 1982 unter Helmut Kohl und die darauffolgende restriktive Ausländerpolitik, die sich stärker an der besorgten Wählerschaft orientierte.

5. Ausländerpolitik im Fokus: Der Fokus liegt auf der Entwicklung zwischen 1988 und 1998, geprägt durch den Fall des Eisernen Vorhangs, rassistische Ausschreitungen und die Verschärfung des Asylrechts 1993.

6. Das Zuwanderungsgesetz als Offenbarung zum Einwanderungsland?: Es wird das Zuwanderungsgesetz von 2005 sowie die Einführung der Greencard und die Bemühungen zur Fachkräfteanwerbung analysiert.

7. Die Zeit nach dem Zuwanderungsgesetz: Das Kapitel behandelt die Fortschritte bei Integrationskursen, aber auch neue gesellschaftliche Spannungen und Diskurse um den Islam und Armutsmigration.

8. Kommunale Flüchtlingspolitik – eine marginale Betrachtung: Hier werden die Herausforderungen der Kommunen in den Jahren 2014 und 2015 sowie die Bedeutung der Dezentralisierung in der Flüchtlingspolitik thematisiert.

9. Fazit: Das Fazit fasst die historische Notwendigkeit von Einwanderung für Deutschland zusammen und plädiert für eine positive Wahrnehmung der kulturellen Vielfalt.

Schlüsselwörter

Migration, Einwanderungsland, Gastarbeiter, Integration, Ausländerpolitik, Zuwanderungsgesetz, Fachkräftemangel, Asylrecht, Demografischer Wandel, Politische Diskurse, Zwangsmigration, Rot-Grüne Koalition, Identität, Nationale Integration, gesellschaftlicher Wandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung Deutschlands hin zu einem Einwanderungsland, ausgehend vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart, unter besonderer Berücksichtigung politischer und gesellschaftlicher Prozesse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die verschiedenen Phasen der Arbeitsmigration, die rechtliche Ausländerpolitik, die Debatte um Integration versus Re-Integration sowie die Rolle der Kommunen bei der Flüchtlingsaufnahme.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der politische Diskurs und die gesetzliche Ausgestaltung im Umgang mit Migration über Jahrzehnte gewandelt haben und warum die Anerkennung als Einwanderungsland ein langsamer Prozess war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung relevanter wissenschaftlicher Literatur, politischer Dokumente und fachlicher Statistiken zur Einwanderungsgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte, von der Nachkriegszeit und dem Gastarbeiter-System über die 1980er Jahre bis hin zum Zuwanderungsgesetz und der aktuellen Flüchtlingspolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Einwanderungsland, Integration, politische Diskurse, Arbeitsmigration und Zuwanderungsgesetz charakterisiert.

Warum war die "Rotation der Arbeitskräfte" ein zentraler Bestandteil der Politik?

Sie sollte sicherstellen, dass angeworbene Migranten nur temporär im Land bleiben, um wirtschaftliche Defizite zu decken, ohne den dauerhaften gesellschaftlichen Status als Einwanderungsland anerkennen zu müssen.

Welche Rolle spielten die "Lichterketten" Anfang der 1990er Jahre?

Sie fungierten als zivilgesellschaftliche Reaktion auf rassistisch motivierte Gewalt und setzten ein starkes Zeichen für Solidarität mit Schutzsuchenden.

Wie bewertet der Autor die Rolle des "Melting Pot" für Deutschland?

Der Autor sieht den Begriff "Melting Pot" als passende Metapher für die Vielfalt der heutigen deutschen Gesellschaft, die durch verschiedene Kulturen neue Perspektiven und Wachstum ermöglicht.

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Details

Title
Deutschland als Einwanderungsland. Beweggründe und politische Ausrichtung der Ausländerpolitik im Wandel der Zeit
College
University of Hamburg  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Grade
2,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2019
Pages
15
Catalog Number
V537344
ISBN (eBook)
9783346129949
ISBN (Book)
9783346129956
Language
German
Tags
Migration Einwanderung Einwanderungsland Ausländerpolitik Zuwanderung Integration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2019, Deutschland als Einwanderungsland. Beweggründe und politische Ausrichtung der Ausländerpolitik im Wandel der Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537344
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