Der Begründer des Impressionismus Claude Monet. Analyse von "Impression, Sonnenaufgang", "Das Mittagessen" und "Die Kathedrale von Rouen"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Biografie
2.2. Monet als Begründer des Impressionismus
2.3. Der Impressionismus
2.4. Werkbeispiele
2.4.1. Das Mittagessen, 1868/69
2.4.1.1. Aufbau und Hintergrund
2.4.1.2. Bedeutung
2.4.2. Die Serienbilder
2.4.2.1. Die Kathedrale von Rouen
2.4.2.1.1. Aufbau und Hintergrund
2.4.2.1.2. Bedeutung
2.4.2.1.3. Vergleich

3. Schluss
3.1. Literaturverzeichnis
3.2. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit setze ich mich mit dem Künstler Claude Monet auseinander. Ich gehe sowohl auf sein privates Leben und wie er zum Vorreiter des französischen Impressionismus geworden ist, als auch auf seine, meiner Meinung nach interessantesten Werke ein.

Die Bildauswahl habe ich getroffen, weil vor allem „das Mittagessen“ so viele Geheimnisse versteckt, die man auf den ersten Blick nicht sieht, und die erst entschlüsselt werden müssen. Die Serienbilder habe ich gewählt, weil die Kathedrale von Rouen eines seiner ersten Serienbilder gewesen ist.

Nicht nur weil er der Begründer des französischen Impressionismus ist, sondern auch weil ich persönlich seine Bilder sehr ansprechend finde, habe ich mich für ihn als Thema meiner Hausarbeit entschieden. Schon als kleines Kind hat mich seine Kunst sehr berührt und ich habe die Farbgebung immer als etwas Besonderes empfunden. Ich finde, seine Zeichnungen sehen aus, als würden sie sich gerade bewegen und ineinander verschwimmen. Wie eine Art frühzeitlicher Boomerang-Filter. Zudem kommt noch der Fakt dazu, dass ich am gleichen Tag geboren bin wie er.

2. Hauptteil

2.1. Biografie

Claude Monet wird am 14. November 1840 als zweiter Sohn von Claude Adolphe Monet und Louise Justine Aubrée in Paris geboren. Seine Kindheit verbringt er in Ingouville bei Le Havre, die Stadt liegt an der Nord-westlichen Küste von Frankreich. Die Kindheit in der gleichförmigen und doch ständig sich verändernden Landschaft an der Küste und das Wechselspiel von Licht und Schatten, das der Seewind mit sich bringt, hinterlassen einen starken Eindruck in dem jungen Monet.1 In Le Havre besucht er die Grundschule. Dort fängt er auch an zu malen, zuerst Karikaturen, die er dann verkauft. Bei einer Ausstellung im Künstlerbedarf wird der Künstler Eugène Boudin auf ihn aufmerksam. Er fordert ihn dazu auf, im Freien zu malen, und fördert damit Monets Leidenschaft für die Freiluftmalerei.

1857 stirbt seine Mutter und die Familie zieht von Ingouville direkt nach Le Havre. Die Halbschwester seines Vaters Marie-Jeanne Lecadre übernimmt die Erziehung von Claude. Auch sie ist Künstlerin und hat gute Kontakte zu anderen Künstlern wie Gautier. Ein Jahr später beteiligt er sich an der Ausstellung in Le Havre mit seinem Werk „Ansicht von Rouelles“. Ein Stipendium für das begehrte Kunststudium in Paris erhält er aber nicht.

1859 geht er auf eigene Faust nach Paris, mietet sich dort ein Atelier und besucht auf Wunsch seines Vaters unter anderem die freie Malschule Acadèmie Suisse. Monet strebt nicht die Aufnahme an der Schule École des Beaux-Arts an und seine Familie kürzt ihm deshalb die finanzielle Unterstützung.

Zwei Jahre nach seinem Umzug nach Paris wird er für sieben Jahre zum Wehrdienst verpflichtet und nach Algier versetzt. Das Licht und die Landschaften in Nordafrika faszinieren ihn und ebnen ihm den Weg zum Impressionismus. Kurz darauf bricht er seinen Wehrdienst aber wegen einer Typhus-Erkrankung ab. Seine Tante zahlt 3.000 Francs, um ihn vom Dienst zu befreien. Er kehrt nach Le Havre zurück.

Ende des Jahres 1862 zurück in Paris schreibt Monet sich in die Klasse des Schweizer Historienmalers Charles Gleyre ein, wo er Pierre-Auguste Renoir, Fédéric Bazille und Alfred Sisley kennenlernt.

1864 widmet er sich vollkommen der Malerei. Zwei Jahre darauf hat er mit zwei seiner Bilder „Landschaft nach Chailly“ und „Camille im grünen Kleid“ seine ersten Erfolge im Salon in Rouen. Für letzteres Bild steht ihm seine damalige Geliebte Camille Doncieux Modell. Sein Vater ist gegen die Beziehung der beiden und verlangt die Trennung. Monet zieht nach seiner Scheintrennung zurück zu seiner Familie nach Le Havre, er hält aber die Beziehung zu Camille aufrecht. 1867 wird sein erster Sohn Jean- Armand-Claude geboren. Seine Familie stellt die Zahlungen ein und Claude Monet zieht mit Camille und dem gemeinsamen Sohn in die Nähe von Giverny. Am 28. Juni 1870 heiraten Monet und Camille Doncieux. Nur einen Monat später stirbt seine wohlhabende Tante Marie-Jeanne Lecadre.

Um dem Kriegsdienst im Zuge des Preußisch-Französischen Krieges zu entfliehen, zieht er mit seiner Familie und Pissaro nach London. Nur einige Monate später, Mitte Januar 1871, stirbt Claude Monets Vater und hinterlässt ihm eine kleine Erbschaft. Mitte des Jahres zieht Monet zurück nach Frankreich. Er lässt sich in Argenteuil bei Paris nieder und gründet mit Pissaro, Bazille, Renoir und Sisley eine Künstler­Gemeinschaft, die heute als Gründer des Impressionismus gelten.

Monet nimmt 1874 an der ersten Impressionistenausstellung in Paris teil und stellt sein Werk „Impression, Sonnenaufgang“ (Abb.2) aus. Dieses Bild, das zu der Zeit äußerst kräftige Farben vorweist, wird von den Künstlern als unfertig angesehen die zweite Impressionisten-Ausstellung in der DGaulrearnied-Ruel statt, wo Monet 18 Werke ausstellt. Im gleichen Jahr lernt er auch Ernest Hoschedé und dessen Frau Alice kennen. Auf dem Landsitz der Familie Hoschedé in Rottenbourg malt er Wandgemälde und kommt Alice Hoschedé immer näher. Nur ein Jahr später, 1977 erkrankt seine Frau während der zweiten Schwangerschaft. Währenddessen bringt Alice ihren Sohn Jean- Pierre auf die Welt, der möglicherweise Monets Sohn ist. 1979 stirbt Camille.

Abb.2: Impression, Sonnenaufgang, Claude Monet, 1872, Musée Marmottan Monet, Paris

Die Abbildung wurde von der Redaktion entfernt. 1882 fängt Monet an Serienbilder zu malen. Lange Zeit verdient Monet kaum Geld mit seiner Malerei, doch 1883 stellt er seine Werke das erste Mal in einer Einzelausstellung aus. Danach mietet er sich von seinem Gewinn aus der Ausstellung ein Haus in Giverny bei Paris, das er 1890 dann kauft. Zusammen mit einem japanischen Gärtner legt er seinen Garten an.

1892 hält er sich in Rouen auf und beginnt, sich mit der Kathedrale vor Ort zu beschäftigen. Im selben Jahr heiratet er die inzwischen verwitwete Alice Hoschedé.

1893 kauft er ein weiteres Stück Land unterhalb seines Grundstücks und legt dort den bekannte Seerosenteich an, den er ab sofort für viele seiner Bilder nutzt.

Die Jahre 1892 bis 1984 kümmerte sich Claude Monet hauptsächlich um seine Serien zur Kathedrale von Rouen.

Um die Jahrhundertwende hat er immer mehr mit Rheumatismus zu kämpfen und sein Augenlicht verschlechtert sich. Doch sein Garten voller Wasserlilien und die grüne, japanische Brücke malt er bis zum Schluss. Am 5. Dezember 1926 stirbt er mit 86 Jahren an Lungenkrebs und wird am Friedhof von Sainte-Radegonde in Giverny bestattet.

2.1. Monet als Begründer des Impressionismus

Monet wird mit 25 Jahren durch die erfolgreiche Teilnahme am Pariser Salon 1864 ermutigt, eine vier mal sechs Meter große Freilichtmalerei „Frühstück im Grünen“ zu erstellen. Noch nie hat ein Künstler versucht, ein so großes Gemälde in der Natur zu malen, wobei aber nicht klar ist, ob er das komplette Gemälde unter freiem Himmel gemalt hat oder nur die Vorzeichnungen vor Ort, im Wald von Fontainebleau gemacht hat. Sein Gemälde wurde nie vollendet, aber seitdem beschäftigt sich Monet mehr mit der Freilichtmalerei.2

Ein paar Jahre später stellt Monet und seine Künstlerkollegen bei einer Ausstellung seine impressionistischen Bilder aus. „Oh, es war ein anstrengender Tag, als ich mich in Gesellschaft des Landschaftsmalers Joseph Vincent, [...], in die erste Ausstellung am Boulevard des Capucines wagte. Der Unvorsichtige war, ohne Böses zu denken, dorthin gegangen. Er dachte, wie überall gute und schlechte - eher schlechte als gute - Malerei zu finden, aber nicht solche Vergehen gegen die künstlerischen Manieren, gegen die großen Meister und die Form. [.]“ Mit diesen Worten beginnt Louis Leroys „L'Exposition des impressionnistes“ überschriebener Text, der am 25. April 1874 in der Satirezeitschrift Le Charivari publiziert wird [.] In seinem Essay beschreibt er einen fiktiven Besuch der zehn Tage zuvor eröffneten Première Exposition [.], welche als erste Impressionisten-Ausstellung in die Kunstgeschichte eingegangen ist. Leroy schildert in einem kommentierten Dialog Vincents zunehmende Irritation angesichts der ausgestellten Werke: Von Camille Pissarro zu Paul Cézanne und weiter zu Berthe Morisot und Auguste Renoir steigert sich seine Verärgerung. Als Vincent schließlich Claude Monets Impression, Sonnenaufgang (Abb.) entdeckt, spottet er: „Eindruck - Impression, was sonst! [.] Eine Tapete im Embryonalstadium ist weiter gediehen als dieses Seestück!“3 Das sind die ersten Reaktionen zu Monets ersten impressionistischen Bild gewesen.

Er und seine Kollegen werden damals verspottet und verhöhnt. Heute zählt er zu den bedeutendsten französischen Malern und ist einer der Gründerväter des Impressionismus. „Eingegangen in die Annalen der Kunstgeschichte ist die Vorstellung, dass die erste Impressionisten-Ausstellung ein Misserfolg war, sich Presse und Publikum in höhnischen Kommentaren über die jungen Künstler lustig machten und es Leroy Spottbezeichnung „Impressionisten“ war, die der Kunstrichtung ihren Namen gab.4 5

Die Stilrichtung wird jedoch nicht allzu schnell angenommen und hat ihren Durchbruch erst rund 20 Jahre später. Die Farbenpracht der Stilrichtung ist zu der Zeit nicht üblich. Damals herrscht eher die konventionelle Kunst vor und es werden dunkle Farben bevorzugt. Monet zeichnet seine Bilder vorzugsweise im Freien, zu der Zeit werden Bilder aber ausschließlich in Studios angefertigt und abgebildet sind meist geschichtliche Themen und die griechische Mythologie.

2.3. Der Impressionismus

Entstanden ist der Impressionismus in der Zeit zwischen 1860 und 1870 in Frankreich. Es ist eine kunstgeschichtliche Stilrichtung, wofür ausschlaggebend die Richtung einer stimmungsvollen Darstellung von flüchtigen Momentaufnahmen einer Szenerie ist. Der Begriff ist aber nicht nur in der Kunst vertreten, sondern findet sich auch in der Musik und Literatur, im Film und in der Fotografie. Der Begriff „Impressionismus“ wird geprägt von dem Kunstkritiker Louis Leroy. Er leitet aus dem Gemälde von Claude Monet „Impression - soleil levant“ (Impression - Sonnenaufgang) die höhnische Bezeichnung „Impressionist“ ab. Die Betroffenen sind von dem Begriff erst nicht begeistert, nehmen ihn aber später an und bilden daraus den heute noch verwendete Bezeichnung „Impressionismus“. Der Name ist durch Claude Monet entstanden, die Bewegung an sich kommt aber schon etwas früher auf. Bereits Édouard Manets Werke zeigen schon erste Elemente, die gegen die vorherrschende Malrichtung zu dieser Zeit gehen.6 Das Charakteristische der impressionistischen Stilrichtung sind die Freilichtmalerei, die Einflussnahme von natürlichen Lichteffekten sowie die Verwendung von hellen und kräftigen Farben. Licht-, Farb- und Schattenspiele spiegeln sich in den Gemälden wider.7 Lichtdarstellungen und die Atmosphäre werden zur Mittelpunkt der impressionistischen Malerei. Die Farbe wird als Folge von Licht und Atmosphäre gesehen und auf dunkle Farben wie Schwarz wird teilweise komplett verzichtet. Das lässt die Farbpalette wesentlich heller werden. Zudem lösen sich impressionistische Maler von der Abbildfunktion. Die Malereien werden mehr zu Momentaufnahmen und sind zufällige Bildausschnitte, fast wie Fotografien. Eine neue Erfindung von 1841, die industrielle gefertigten Ölfarben aus der Tube, ermöglichen Malern das Freiluftmalen. Die neue Malpraxis hängt mit einer neuen Welt- und Lebensanschauung zusammen und verbreitet sich um 1900 in ganz Europa und schließlich auch nach Amerika und Australien.8

[...]


1 Monet, Sophie Fourny-Degère, DuMont, Seite 8

2 Vgl.: https://www.kunstkopie.de/a/claude-monet.html, 29.06.19
Vgl.: https://www.kunst-zeiten.de/Claude_Monet-Leben, 29.06.19
Vgl.: https://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=4282&edit=0, 26.09.19
Vgl.: https://artinwords.de/claude-monet-biografie/, 29.06.19
Vgl.: Monet, Sophie Fourny-Degère, DuMont, Seite 9

3 Vgl.: Impressionismus, h.f.ullmann, ArtPocket, Seite 55/56

4 Monet und die Geburt des Impressionismus, Städel Museum, Prestel, Seite 13

5 Vgl.: Monet und die Geburt des Impressionismus, Städel Museum, Prestel, Seite 35

6 Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Impressionismus, 29.06.19

7 https://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=4282&edit=0, 29.06.19

8 Vgl.:https://de.wikipedia.org/wiki/Impressionismus, 29.06.19
Vgl.: Impressionismus, h.f.ullmann, ArtPocket, Seite 60

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Der Begründer des Impressionismus Claude Monet. Analyse von "Impression, Sonnenaufgang", "Das Mittagessen" und "Die Kathedrale von Rouen"
Hochschule
Hochschule Ansbach - Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Ansbach
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
17
Katalognummer
V537356
ISBN (eBook)
9783346129963
ISBN (Buch)
9783346129970
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Monet, claude monet, impressionismus, sein Leben, seine Werke
Arbeit zitieren
Laura Lutzenberger (Autor), 2019, Der Begründer des Impressionismus Claude Monet. Analyse von "Impression, Sonnenaufgang", "Das Mittagessen" und "Die Kathedrale von Rouen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537356

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