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G.E. Lessings bürgerliches Trauerspiel "Emilia Galotti" und die Unterdrückung der weiblichen Sexualität im 18. Jahrhundert

Titel: G.E. Lessings bürgerliches Trauerspiel "Emilia Galotti" und die Unterdrückung der weiblichen Sexualität im 18. Jahrhundert

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 13 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Anika Maßmann (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Am Beispiel des Stücks "Emilia Galotti" soll in dieser Arbeit untersucht werden, warum die weibliche Sexualität und Sinnlichkeit im 18. Jahrhundert so unterdrückt, ja sogar negiert wurde, und wie sich diese Unterdrückung auf die betreffenden Frauen ausgewirkt hat.

Dazu wird zunächst auf das Frauenbild in der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts und dann auf Lessings Frauenbild eingegangen. Das dritte Kapitel beschäftigt sich anschließend mit der konkreten Darstellung von Weiblichkeit in Emilia Galotti und untersucht zu diesem Zweck die zwei Bereiche "Dichotome Weiblichkeitsentwürfe" und "Verführbarkeit und gefährdete Unschuld". Aufgrund dieser Erläuterungen soll das vierte und letzte Kapitel schließlich ein abschließendes Fazit ziehen und die Forschungsfrage beantworten können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Frauenbilder

2.1 In der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts

2.2 In Lessings Werk

3. Weiblichkeit in Emilia Galotti

3.1 Dichotome Weiblichkeitsentwürfe

3.1.1 Gräfin Orsina

3.1.2 Emilia Galotti

3.2 Verführbarkeit und die gefährdete Unschuld

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Unterdrückung und Negierung weiblicher Sexualität im 18. Jahrhundert anhand von Gotthold Ephraim Lessings bürgerlichem Trauerspiel „Emilia Galotti“. Dabei wird analysiert, inwiefern bürgerliche Tugendvorstellungen und das patriarchale Machtgefüge die Lebenswirklichkeit von Frauen determinierten und welche Rolle die Angst vor dem Verlust der Unschuld für den tragischen Verlauf des Dramas spielt.

  • Rolle der Frau im 18. Jahrhundert und im Werk Lessings
  • Dichotome Darstellung von Weiblichkeit (Orsina vs. Emilia)
  • Der bürgerliche Tugendbegriff als Distinktionsmerkmal
  • Verführbarkeit als moralische Schwäche und Gefahr
  • Das Spannungsfeld zwischen Sinnlichkeit und patriarchaler Ordnung

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Gräfin Orsina

Gräfin Orsina war die Geliebte des Prinzen bis dieser sich in Emilia verliebt hat. In Bezug auf seine geplante Heirat mit der Prinzessin von Massa hatte sie keine Bedenken, da diese Heirat rein politisch wäre. Vor einer möglichen neuen Geliebten aber hat sie Angst und so ist sie auch ehrlich verletzt, als Marinelli ihr eröffnet, dass es ein bloßer Zufall ist, dass sie den Prinzen auf dem Lustschloss antrifft, hat er doch ihren Brief mit der Einladung gar nicht gelesen. „Freilich liebt er mich nicht mehr. Das ist ausgemacht. Und an die Stelle der Liebe trat in seiner Selle etwas anders. Das ist natürlich. Aber warum denn eben Verachtung? Es braucht ja nur Gleichgültigkeit zu sein.“ In ihrem Stolz gekränkt schürt sie die Wut Odoardos gegen den Prinzen und gibt ihm ihren Dolch, in der Hoffnung, dieser werde den Prinzen ermorden. Orsina gehört damit zum Typus der „verführerisch-sinnlichen, dämonisierten Frau.“ Dieser Typ Frau muss gezeigt werden, weil ein Bedürfnis nach der Darstellung starker Affekte existiert. Solche Affekte können durch die sinnliche Frau am besten zum Ausdruck gebracht werden. Da sie jedoch als Gefahr für die patriarchalische Familienstruktur wahrgenommen wird, muss sie verteufelt werden. Kellermann und Stauf bemerken in diesem Zusammenhang:

Indem Leidenschaft und Sinnlichkeit ausschließlich mit der höfischen Lebensform der Libertinage und insofern mit einer Atmosphäre des Lasters assoziiert werden, können sie nur in solchen Frauenfiguren Gestalt annehmen, die die tugendhafte Gesinnung nicht billigen darf. Ihre Dämonisierung ist Teil einer männlich orientierten Abwehrstrategie, in der die gewaltsame Unterdrückung der eigenen Triebregungen unschwer zu erkennen ist.

Daher ist es auch nur logisch, dass Orsina dem Adel entstammt, während ihr Gegenstück, die tugendhafte und fromme Emilia, eine Bürgerstochter ist. Jedoch – oder eben deswegen, weil sie das Hofleben kennt – ist Orsina, die erste, die die Machenschaften des Prinzen erkennt und es wagt, sie zu benennen: „Der Prinz ist ein Mörder.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die historische Bedeutung des Bürgertums, des bürgerlichen Trauerspiels und die Fragestellung zur Unterdrückung weiblicher Sexualität.

2. Frauenbilder: Analyse des Frauenbildes im 18. Jahrhundert sowie die Betrachtung weiblicher Tugend und Stolz in den Werken von Lessing.

3. Weiblichkeit in Emilia Galotti: Untersuchung der Rollenbilder in Lessings Trauerspiel anhand der Dichotomie zwischen Orsina und Emilia sowie der Thematik der Verführbarkeit.

4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung, wie die Tabuisierung der weiblichen Sexualität und der bürgerliche Tugendanspruch zur tragischen Zuspitzung und zu Emilias Tod führen.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Emilia Galotti, G.E. Lessing, Bürgertum, Weiblichkeit, Tugend, Unschuld, Aufklärung, Patriarchat, Verführung, Geschlechterrollen, Gräfin Orsina, Sinnlichkeit, Theater, 18. Jahrhundert, Moral

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Unterdrückung der weiblichen Sexualität im 18. Jahrhundert, illustriert am Beispiel der Frauenfiguren in Gotthold Ephraim Lessings Trauerspiel „Emilia Galotti“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das bürgerliche Frauenbild der Aufklärung, die Bedeutung der Tugend für den sozialen Status, die Dichotomie von Frauengestalten und die Gefährdung der Unschuld.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, warum weibliche Sexualität und Sinnlichkeit im 18. Jahrhundert negiert wurden und wie sich diese Unterdrückung konkret auf die Frauenfiguren in Lessings Werk auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl zeitgenössische Quellen als auch Forschungsliteratur nutzt, um die soziokulturellen Hintergründe und die literarische Darstellung im Drama zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Frauenbild in der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts, Lessings persönliches Frauenbild in seinem Werk sowie die spezifische Ausgestaltung von Weiblichkeit durch die Gegenüberstellung von Orsina und Emilia.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Tugend, Unschuld, Weiblichkeit, Aufklärung, bürgerliches Trauerspiel, patriarchales System, Verführbarkeit und Sinnlichkeit.

Warum wird Gräfin Orsina als „dämonisierte Frau“ beschrieben?

Orsina verkörpert die sinnliche Frau, deren Leidenschaft außerhalb der bürgerlichen Norm liegt. Da sie als Gefahr für die patriarchalische Ordnung wahrgenommen wird, erfolgt ihre literarische Abwertung und Dämonisierung.

Welche Bedeutung hat der Tod Emilias im Kontext der Arbeit?

Der Tod wird als Ausdruck einer ausweglosen Situation interpretiert: Emilia fürchtet, ihre Tugend und damit ihren gesellschaftlichen Status nicht mehr wahren zu können, sobald sie ihre eigene Sinnlichkeit entdeckt hat.

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Details

Titel
G.E. Lessings bürgerliches Trauerspiel "Emilia Galotti" und die Unterdrückung der weiblichen Sexualität im 18. Jahrhundert
Hochschule
Université du Luxembourg
Note
1,5
Autor
Anika Maßmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
13
Katalognummer
V537359
ISBN (eBook)
9783346131256
ISBN (Buch)
9783346131263
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lessings trauerspiel emilia galotti unterdrückung sexualität jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anika Maßmann (Autor:in), 2018, G.E. Lessings bürgerliches Trauerspiel "Emilia Galotti" und die Unterdrückung der weiblichen Sexualität im 18. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537359
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Leseprobe aus  13  Seiten
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