In dieser Arbeit richtet sich, genauso wie in der Studie von Hualde und Prieto (2002), der Fokus auf den Kontrast zwischen Diphthong und Hiatus. Hierbei werde ich eine Studie, wie in der Untersuchung von Hualde und Prieto (2002), mit Probanden aus Madrid durchführen. Laut der Hypothese unterliegt das Auftreten des Ausnahme-Hiatus starker dialektaler Variation und kommt häufiger im kastilischen Spanisch als in südamerikanischen Varietäten vor. Hualde und Prieto (2002) nehmen an, dass sich Unterschiede zwischen spanischen und lateinamerikanischen Varietäten wiederfinden lassen. Da über die dialektale Verteilung des Ausnahme-Hiatus sehr wenig bekannt ist, werden daher auch SprecherInnen aus Bogotá, Kolumbien analysiert, um die Gemeinsamkeiten und/oder Unterschiede zwischen Sprechern der unterschiedlichen spanischen Varietäten in Bezug auf das Phänomen zu herauszufinden.
Es soll untersucht werden, inwiefern sich Unterschiede im Kontrast zwischen Diphthong und Hiatus im madrilenischen und kolumbianischen Dialekt finden lassen. Darauf aufbauend lauten meine Forschungsfragen: Lässt sich die Studie von José Ignacio Hualde und Mónica Prieto (2002) mit meinen Ergebnissen verifizieren? Lassen sich Unterschiede im madrilenischen und kolumbianischen Spanisch in Bezug auf den Kontrast zwischen Diphthong und Hiatus nachweisen?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Grundlagen
2 Methode
3 Ergebnisse
4 Diskussion
5 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den phonologischen Kontrast zwischen Diphthong und Hiatus im Spanischen, wobei der Fokus insbesondere auf dem sogenannten Ausnahme-Hiatus liegt. Ziel ist es, die Hypothese zu verifizieren, dass das Auftreten von Ausnahme-Hiatusen starker dialektaler Variation unterliegt und in lateinamerikanischen Varietäten seltener vorkommt als im kastilischen Spanisch, indem die intuitive Silbifizierung und die tatsächliche Produktion von Probanden aus Madrid und Bogotá analysiert werden.
- Phonologische Analyse der Silbenstruktur im Spanischen
- Kontrastive Untersuchung von Diphthong und Hiatus
- Empirische Überprüfung von Sprecherintuitionen
- Dialektaler Vergleich zwischen madrilenischem und kolumbianischem Spanisch
- Analyse der Silbenproduktion zur Verifizierung von Silbifizierungsregeln
Auszug aus dem Buch
Kontrast zwischen Diphthong und Ausnahme-Hiatus
Als Diphthonge werden die vokalischen Silbenkerne bezeichnet, die auditiv nicht durch eine gleichbleibende, sondern durch eine sich ändernde Vokalqualität gekennzeichnet sind (Pompino-Marschall 2003: 228).
Folgen zwei Silben bildende Vokale aufeinander, spricht man von einem Hiatus (hiato), wie im Spanischen frío (kalt) (Kabatek/Pusch 2009: 55). Im Gegensatz zum Deutschen (wie in bearbeiten oder Unfall) gibt es im Spanischen bei der Aufeinanderfolge zweier Vokale keinen Glottisverschluss oder Glotisschlag (golpe glótico oder golpe glotal) (Kabatek/Pusch 2009: 55). Wenn zwei vokalische Elemente in einer Silbe zusammentreffen, spricht man von einem Diphthong im Gegensatz zu einem einfachen Vokal. Befindet sich der vokalische Kern am Beginn des Diphthongs, handelt es sich um einen fallenden Diphthong, z.B. seís (sechs) (Kabatek/Pusch 2009: 55). Dem Vokal folgt hier ein sogenannter Halbvokal. Befindet sich der vokalische Kern auf dem zweiten Element, wird von einem steigenden Diphthong, wie in bueno, bien (gut) gesprochen (Kabatek/Pusch 2009: 55). In der Praxis erfordert die korrekte Teilung der Wörter am Ende einer Textzeile die korrekte Identifizierung von Silbengrenzen. Die spanische poetische Tradition basiert auch auf dem Zählen von Silben in Gedichtszeilen. Wie viele Silben eine bestimmte Äußerung hat und wo genau die Silbengrenzen liegen, wird von spanischen Sprecher/innen intuitiv festgelegt (Kabatek/Pusch 2009: 55f).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Grundlagen: Das Kapitel führt in die phonologischen Grundlagen der Silbenstruktur im Spanischen ein und differenziert zwischen Diphthongen und Hiatussequenzen.
2 Methode: Hier wird das experimentelle Vorgehen beschrieben, das auf der Erhebung von Sprecherintuitionen und der Analyse der tatsächlichen Silbenproduktion basiert.
3 Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die erhobenen Daten aus der Silbifizierung und der Produktion der Testwörter durch Probanden aus Madrid und Bogotá.
4 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert und hinsichtlich der dialektalen Unterschiede sowie der Übereinstimmung zwischen Intuition und Produktion bewertet.
5 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Hypothese über die dialektale Variation des Ausnahme-Hiatus bestätigt wurde und weist auf die Bedeutung der Sprecherintuitionen hin.
Schlüsselwörter
Spanisch, Silbifizierung, Diphthong, Hiatus, Ausnahme-Hiatus, Phonologie, Dialektologie, Sprecherintuition, Vokoide, Silbenstruktur, Kontrastanalyse, Madrid, Bogotá, Sprachproduktion, Sprachwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der phonologischen Unterscheidung von Diphthongen und Hiatussequenzen im Spanischen und untersucht dabei insbesondere das Phänomen des Ausnahme-Hiatus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die spanische Silbenstruktur, die Abgrenzung zwischen Diphthong und Hiatus sowie dialektale Unterschiede zwischen europäischen und lateinamerikanischen Varietäten des Spanischen.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, ob sich der Kontrast zwischen Diphthong und Hiatus sowie das Auftreten von Ausnahme-Hiatusen durch Sprecherintuitionen und tatsächliche Silbenproduktion in verschiedenen Dialekten nachweisen lässt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine empirische Methode, bei der Probanden Wörter in Silben trennen (Intuition) und diese anschließend laut vorlesen (Produktion), um die Ergebnisse zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen erläutert, die Methodik des Experiments beschrieben, die Ergebnisse der Probanden aus Madrid und Bogotá präsentiert und diese anschließend diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Spanische Phonologie, Diphthong, Hiatus, Ausnahme-Hiatus, Silbifizierung und dialektaler Vergleich charakterisiert.
Welche Rolle spielen die Probanden bei der Untersuchung?
Die Probanden aus Madrid und Bogotá liefern durch ihre Silbifizierung und ihr spontanes Vorlesen der Testwörter die notwendigen Daten, um die Hypothesen der Arbeit empirisch zu überprüfen.
Wie unterscheidet sich das kastilische Spanisch in Bezug auf den Hiatus?
Die Untersuchung legt nahe, dass das kastilische Spanisch eine größere Tendenz zeigt, den Hiatus in bestimmten Kontexten zu bewahren, verglichen mit den analysierten lateinamerikanischen Varietäten.
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- Anonym (Autor), 2019, Kontrast zwischen Diphthong und Ausnahme-Hiatus im madrilenischen und kolumbianischen Dialekt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537392